Drittes Geschlecht? Biologische Fakten und postfaktische Fiktionen

Ein Kommentar von Prof. Ulrich Kutschera

Mit Verwunderung konnte man vor einigen Tagen in den Leitmedien, wie der FAZ, der Süddeutschen Zeitung, Der Spiegel usw. lesen, es gäbe demnächst ein „Drittes Geschlecht“, welches im Geburtenregister eingetragen werden darf. Diese Schlagzeilen vermitteln der Allgemeinbevölkerung den irrigen Eindruck, man hätte jetzt endlich die schon lange von Vertretern der Gender-Ideologie geforderte „Überwindung“ des binären „Mann-Frau-Denkens“ vollzogen – die sowieso nur sozial konstruierte Zweigeschlechtlichkeit sei jetzt um eine dritte Option erweitert, könnte man annehmen. In verschiedenen Kommentaren wurde bereits auf die Widersinnigkeit dieser Begriffsbildung und deren Implikationen hingewiesen. Nachfolgend möchte ich auf biologische Hintergründe eingehen, die leider in den o. g. Medien falsch dargestellt sind.

Worum geht es hierbei?

Der Fall Vanja – weder Mann noch Frau?

Eine Person, genannt Vanja, die korrekt als „Intersexuelle“ gekennzeichnet ist, hat gefordert, eine positiv besetzte Bezeichnung ihrer subjektiv gefühlten Geschlechtsidentität, neben männlich-weiblich, eintragen lassen zu können – sie fühle sich weder als Mann noch als Frau. Wie die SZ berichtet, hat Vanja über eine Chromosomenanalyse erfahren, dass sie den Karyotyp 45 X0 trägt – korrekt dargestellt – sie verfügt über 44 Autosomen (A) und nur ein Geschlechtschromosom, somit 44 A X0, pro Körperzelle. Jeder Mensch trägt das Erbgut seiner Mutter und des Vaters im Genom (22 Autosomen, X von der Mutter, und 22 A, X oder Y vom Vater; doppelter Chromosomensatz pro Zelle). Fertile, ausgereifte Männer sind 44 A XY-, Frauen demgegenüber 44 A XX-Menschentypen, definiert als Spermien- bzw. Eizellen-Produzenten. Das ist der im Verlaufe der Evolution herausgebildete Sexual-Dimorphismus unserer Spezies, eine belegte Tatsache. Da etwa 99 % aller neugeborenen Babys eindeutig männlich oder weiblich sind, erkenntlich an den noch unreifen Kopulationsorganen Penis bzw. Vagina, plus den oben genannten Chromosomensätzen, funktioniert die zweigeschlechtliche Reproduktion, genannt sexuelle Fortpflanzung (Kurzform Sex), seit Jahrmillionen recht gut. Wir existieren, weil sich unsere heteronormalen Eltern sexuell fortgepflanzt haben: Innere Befruchtung, Spermien-Eizellen-Fusion, Zygote, Baby, Kind.

Turner-Syndrom: Klinische Daten für die Evolutionsforschung.

Bei Vanja liegt eine Chromosomenanomalie vor, die ich in meinem Fachbuch Das Gender-Paradoxon, 2016 im Detail dargestellt habe – es handelt sich um eine Intersex-Frau, die das Turner-Syndrom aufweist. Diese natürliche genetische Variation kommt mit einer Häufigkeit von 1 zu 5000 Lebendgeburten in europäischen Populationen vor. Und da sind wir schon beim Punkt.
Nahezu 99 % der vorgeburtlich festgelegten 44 A X0-Turner-Föten werden vom Mutterkörper abgestoßen, Stichwort Fehlgeburt; die wenigen lebend geborenen entwickeln sich dann später zu einem Mädchen. Während der Jugend treten typische Symptome, wie verdickter Hals, kleiner Wuchs oder geschwollene Füße auf. Oft kommen dann später Herz- und Skelettprobleme dazu; wegen dem mangelhaften Estrogen-Pegel – Ovarien bleiben unterentwickelt – sind die allermeisten Turner-Frauen, die keinen Menstruationszyklus ausbilden, fortpflanzungsunfähig, d. h. steril. In der Evolutionsforschung werden Menschen mit Turner-Syndrom analysiert, um den stammesgeschichtlichen Ursprung des Sexual-Dimorphismus, das Mann-Frau-Sein, d. h. die Ausbildung der beiden Geschlechter, zu verstehen (s. Crespi, B.: Turner syndrome and the evolution of human sexual dimorphism. Evolutionary Applications1, 449–461, 2009). In der klinischen Praxis versucht man, durch Estrogen-Ersatztherapien den betroffenen Turner-Frauen ein besseres Leben zu ermöglichen. Die AA X0-Turner-Personen werden als Intersex- Menschen bezeichnet, weil eine geschlechtliche Ausreifung zu einer fertilen, fortpflanzungsfähigen Frau, bedingt durch die Chromosomenanomalie, unterbleibt – ob man hier von einer Entwicklungsstörung oder einem evolutionären Design-Fehler sprechen sollte, ist eine Frage, die nicht diskutiert werden soll.

Weder Frau noch Mann – daher die juristische Kategorie Inter

Soviel zur Biologie – was folgt daraus? Der Person Vanja sollte man, bei gefühlter Inter-Geschlechtlichkeit, die Option einräumen, sich nicht als dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zugehörig definieren zu müssen – ihr Körper produziert (wie alle 44 A X0-Personen) in jungen Jahren, weder Spermien (m), noch Eizellen (w). Neben den zwei Geschlechtern männlich und weiblich – die Evolution hat im Verlaufe der letzten 500 Millionen Jahre kein weiteres Geschlecht hervorgebracht – sollte es daher die juristische Kategorie „Inter“ geben.

Fazit: Die in den Medien dargestellte Wundergeschichte vom vermeintlichen „Dritten Geschlecht“, verbunden mit dem Personenstandsrecht, sollte korrigiert werden. Es gibt Spermien und Eizellen, eine dritte Gameten-Form hat die Evolution in Jahrmillionen nicht hervorgebracht – daran ändert auch ein Beschluss des Bundesverfassungsgerichts nichts. Postfaktische Fiktionen, wie die hier dargelegte „Vanja-als-Drittes-Geschlecht-Story“, haben in einer auf Naturwissenschaft und Technologie basierenden Gesellschaft keinen Platz – sie passen gut in die Esoterik-Ecke, wo auch andere derartige Absurditäten (Homöopathie, Kreationismus etc.) ihre Daseinsberechtigung haben.

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TU-Braunschweig wird von Kreationisten, Feiglingen und Gender-Mafia geleitet

Im Folgenden geben wir wieder, was Prof. Dr. Ulrich Kutschera an der TU-Braunschweig widerfahren ist. Gäbe es ein deutsches Hochschulranking, mit dem das Ausmaß an Meinungsfreiheit zum Ausdruck gebracht wird, die TU-Braunschweig wäre ganz unten zu finden, denn dort herrscht keine Meinungsfreiheit. Dort herrschen Kreationisten, wie man annehmen muss, da die Verantwortlichen der TU-Braunschweig die Thesen von Ulrich Kutschera ablehnen. Kutschera ist ein Vertreter der Evolutionstheorie, ein international renommierter Vertreter der Evolutionstheorie und diejenigen, die die Evolutionstheorie ablehnen, weil sie denken, die Welt sei nach Noah und von Gott vor ein paar Tausend Jahren geschaffen worden, sind Kreationisten. Entsprechend muss man annehmen, dass an der TU-Braunschweig Kreationisten die Zügel in der Hand halten.

Ebenso muss man annehmen, dass an der TU-Braunschweig Feigheit kultiviert wird, denn über mehrere Monate hat sich niemand der ansonsten so lautstark auftretenden Genderisten bereit gefunden, um mit Ulrich Kutschera zu diskutieren. Die Diskussion mit Kutschera sollte doch dann, wenn er so unwissenschaftlich ist, wie die Genderisten so vollmundig behaupten, ein Leichtes sein. Dass sie zu feige sind, sich einer entsprechenden Diskussion zu stellen, zeigt, dass sie zwar mit vollem Mund reden, so lange niemand, über den sie sich auslassen, in der Nähe ist, sobald sie aber Farbe bekennen und demjenigen, den sie diffamieren, gegenübertreten müssten, mit Argumenten gegenübertreten, reagieren sie mit vollen Hosen.

Dass an der TU-Braunschweig die Gender-Mafia wirkt, zeigt sich daran, dass eine Philosophieprofessorin, der sich bereit erklärt hat, die Pro-Gender Position in einer Diskussion mit Ulrich Kutschera zu vertreten, von der Gleichstellungsbeauftragten so unter Druck gesetzt wurde, dass sie ihre Teilnahme kurzfristig abgesagt hat.

Deutschland 2017. Wer ein Beispiel dafür benötigt, wie totalitäre Lehren wie Genderismus Freiheit, Erkenntnis und damit Wissenschaft unterbinden, der kann das Beispiel der TU-Braunschweig jederzeit zitieren. Wir zitieren im Folgenden, was uns von Ulrich Kutschera übermittelt wurde und verlinken im Anschluss zwei Videos eines Vortrags, den ein Evolutionsbiologe und damit ein Wissenschaftler an einer Stätte, an der Kreationisten und Genderisten Erkenntnis verhindern wollen, dennoch gehalten hat.

“Am 15. Mai 2017 hielt Prof. Dr. Ulrich Kutschera im Haus der Wissenschaft, Braunschweig (Kolleg 88) im Rahmen der Reihe „Materie und Geist – Gender oder Genetik“ einen öffentlichen Vortrag, Gesamtdauer ca. 60 Minuten. Unter dem Titel „Das Gender-Paradoxon. Mann und Frau als evolvierte Menschentypen“ wurden die Kapitel 1 bis 10 des 2016 erschienenen Fachbuchs vorgestellt und aufgezeichnet. Kamera/Schnitt: Gerwin Bärecke, Regionalfernsehen TV38

Der Organisatorin, Frau Birgit Sonnek, wurde von der Universität untersagt, für Ankündigungen das Logo der TU Braunschweig zu verwenden. Ort des Vortrages war die Aula dieser Hochschule. In einer Stellungnahme im Magazin Campus vom 15. Mai 2017 hat sich die TU Braunschweig öffentlich vom Referenten Professor Ulrich Kutschera distanziert. Begründung: „Nur wissenschaftlich fundierte Thesen sind akzeptabel. Die Debatte muss sachlich, offen, konstruktiv und wertschätzend sein.“

Beurteilen Sie den Vortrag, Teile 1 und 2 – Kapitel 1 bis 10, nach diesen Kriterien!

Inhalte: Was ist Sex?, Gender-Ideologie, Leihmutter-Menschenzucht, Gender Studies, Schopenhauer-Darwin, Kreative Frauen usw.

Produktion: August 2017. Texte, Grafiken, Design & Musik: Prof. Dr. Ulrich Kutschera, Universität Kassel/Stanford, USA, unter Mitwirkung von Petra Bock, Lars Börje Vormstein (Universität Kassel), Arbeitskreis (AK) Evolutionsbiologie (www.evolutionsbiologen.de).

Video-Musik: U. Kutschera – Piano & Synth.-Music, CD-San Francisco Bay – Track 8, www.uvasonar.de/pool/comp/ukutschera. Copyright: U. Kutschera, Universität Kassel/Stanford CA, USA, 2017;

Teil 1:

Teil 2:

 

 

Tabu! Für abweichende Meinung kein Platz: Universitärer Lynchmob in Aktion

Tabus gehen in der Regel auf religiöse oder ideologische Glaubenssysteme zurück und bestehen in einem Handlungsverbot (verbal oder non-verbal). In Gesellschaften, deren Mitglieder sich für modern halten, sind vor allem Gesinnungs-Tabus von großer Bedeutung, Tabus die bestimmte Meinungen, bestimmte Aussagen verbieten. Damit sägen die entsprechenden Gesellschaften am Ast, auf dem sie sitzen, denn Wissenschaft, die Methode, Erkenntnis zu gewinnen, ist nur da möglich, wo Tabus gebrochen oder hinterfragt werden.

Ein Tabu wird gebrochen:

„Diese widersinnige Entscheidung (die Zulassung der Ehe für Alle) überrascht mich nicht, denn sie ist eine konsequente Fortführung der von John Money (1921–2006) im Jahr 1955 begründeten Gender-Ideologie, die von der These ausgeht, es gäbe ein „psychosoziales Geschlecht“ (Gender), welches unabhängig von der biologisch-genetischen Veranlagung des Menschen existiert und wandelbar ist.“

„Unsere naiven Politiker benutzen Begriffe aus der Biologie, ohne zu wissen, was diese überhaupt bedeuten. Bevölkerung heißt Population, und Populationen sind definiert als Fortpflanzungsgemeinschaften.“

„Homo-Paare, d. h. Mann-Mann- bzw. Frau-Frau-Verbindungen, sind sterile, a-sexuelle Erotik-Duos ohne Reproduktions-Potenzial.“

„Sollte das Adoptionsrecht für Mann-Mann- bzw. Frau-Frau-Erotikvereinigungen kommen, sehe ich staatlich geförderte Pädophilie und schwersten Kindesmissbrauch auf uns zukommen.“

„Im Lauf der Evolution der Säuger hat sich, über 150 Millionen Jahre hinweg, die Mutter-Kind-Bindung als stärkstes Band überhaupt herausgebildet. Entzieht man dem Kind somit vorsätzlich die Mutter als Bezugsperson (Homo-Männerpaare), oder versucht, den biologischen Erzeuger (Vater) durch eine Frau zu ersetzen, so ist das eine Verletzung des elementarsten Menschenrechts, das überhaupt existiert.“

„Im Jahr 2012 hat der US-Soziologe Mark Regnerus eine umfangreiche Studie vorgelegt, die erschreckende Resultate zu Tage gefördert hat (2). So konnte ermittelt werden, dass nicht nur Jungs von ihren Homo-Vätern, sondern auch Mädchen von lesbischen Mutter-Duos mit 10-fach hoher Wahrscheinlichkeit sexuell berührt bzw. zu entsprechenden Handlungen genötigt worden sind, bezogen auf eine heteronormale Eltern-Gruppe. Insgesamt betrachtet zeigt diese seriöse Studie (2), dass Kinder ohne biologische Eltern (Vater und Mutter) häufiger unter Depressionen leiden, später wesentlich öfter auf Sozialhilfe angewiesen sind, häufiger kriminell werden, öfter Rauschmittel zu sich nehmen u.a. problematische Verhaltensweisen zeigen.“

Die Aussagen, die Ulrich Kutschera in einem Interview und einer Replik in der HNA gemacht hat, haben ein Tabu verletzt:

„Staatlich geförderte Pädophilie: Kasseler Professor wettert gegen Homo-Ehe“ (HNA)
Abstruses Interview: Minister und AStA widersprechen Professor Kutschera“ (Lokal24.de)
„Uni-Professor zieht über Ehe für alle her“ (Hessenschau)
Bemitleidenswerter, hasserfüllter Mensch“ – Proteste gegen Professor (WELT)
„Ist dieser Mann noch zu retten?“ (Mannschaft.com)
Kassel: Evolutionsbiologe hält an homophoben Thesen fest. (Queer.de)
Rhein rügt „abstruse Thesen“ (Allgemeine Zeitung)

Der Präsident der Universität Kassel sagt: „Von Mitgliedern der Universität sollen keine Äußerungen gemacht werden, von denen sich Menschen verletzt und abgewertet fühlen“.

Boris Rhein, der Wissenschaftsminister Hessens von der CDU meint, Kutschera habe sich „in abfälliger oder herabsetzender Weise“ über Homosexuelle geäußert.

Der AStA Kassel nennt Kutschera einen „bemitleidenswerten, hasserfüllten Mensch[en]“ und sammelt 218 Unterschriften von Studenten, die wie im Vordruck vorgegeben angeben, in ihrer Würde durch Kutschera verletzt worden zu sein.

Gegen Kutschera gibt es zwei Anzeigen wegen Verleumdung und Volksverhetzung.
Der AStA der Universität Kassel steht nach eigenen Angaben mit Anwälten in Kontakt.

Das passiert, wenn man ein Tabu bricht.

Das im vorliegenden Fall gebrochene Tabu lautet: Homosexualität ist eine überlegene in jedem Fall eine reine Lebensweise. Homosexuelle sind zu keinerlei negativen Taten in der Lage. So wie Linke angeblich nicht wissen, was Gewalt ist, so wissen Homosexuelle angeblich nicht, was sexuelle Übergriffe auf Schutzbefohlene oder Pädophilie ist.

So langsam müssen sich Politiker und Universitätsvertreter entscheiden, ob sie im AStA und Queer Kasperltheater weiter mitspielen wollen oder sich nicht doch wieder in die normale Welt zurückbegeben wollen, in die Welt, in der Homosexuelle nach wie vor ein höheres Risiko haben, an AIDS zu erkranken, die Welt von Hepatitis A und Hepatitis B, die Welt, die die von Kutschera zitierte Studie beschreibt: Kinder, die in einer Homo-Ehe aufwachsen, haben ein 10fach höheres Risiko, sexuell missbraucht zu werden als Kinder heterosexueller Eltern. Kinder, die ohne biologische Eltern aufwachsen leiden häufiger unter Depression, sind häufiger auf Sozialhilfe angewiesen usw. (siehe oben).

Kutschera ist ein Evolutionsbiologe. Als solcher sieht er menschliches Verhalten vornehmlich durch biologische Prozesse determiniert. Seine Welt ist auf Reproduktion ausgelegt. Entsprechend definiert er die Bestandteile seiner Welt, seiner prüfbaren Welt, denn die Aussagen, die Kutschera macht, die kann man prüfen. Man kann prüfen, ob Kinder in Homo-Ehen ein höheres Risiko haben, sexuell von ihren Eltern belästigt zu werden als in Ehen heterosexueller Partner. Man kann untersuchen, ob sich eine Homo-Ehe negativ auf die Entwicklung von Kindern auswirkt. Man kann einwenden, z.B. die Rolle, die gesellschaftliche Sozialisation und Erziehung bei der Ausprägung einer Persönlichkeit spielen. Man kann die These Kutscheras, wonach das menschliche Leben weitgehend durch die Gene determiniert ist und gesellschaftliche Einflüsse oder Einflüsse, die aus der Arbeit an der eigenen Persönlichkeit resultieren, entsprechend vernachlässigbar sind, in Frage stellen und die Ergebnisse der Psychologie und Sozialpsychologie, die mit Namen wie Jean Piaget oder Albert Bandura verbunden sind, als Gegenbeleg anführen. Schließlich muss man über den Einwand Kutscheras diskutieren, dass eine Homo-Ehe die Menschenrechte von Kindern beseitige, ein Einwand, der auf Kutscheras Prämisse basiert, nach der Kinder eine leibliche Mutter und einen leiblichen Vater benötigen, um die besten Chancen für ein gesundes Aufwachsen zu haben. Eine Reihe von Ethnologen, auch in der Redaktion von ScienceFiles, würden diese Ansicht bestreiten und Forschungsergebnisse, wie sie u.a. Branislaw Malinowski oder Ruth Benedict zusammengetragen haben, ins Feld führen.

Der Punkt ist: Wenn man in einer gesitteten, dem Wissen verpflichteten Gesellschaft lebt, dann muss man über Kutscheras Thesen, die daraus abgeleiteten Konsequenzen diskutieren, dann muss man versuchen, seine Thesen zu entkräften oder – wenn man das nicht kann – sich der derzeit größeren Bewährung seiner Belege erst einmal beugen.

Was man nicht tun kann, ist einen Lynchmob zu mobilisieren und Kutschera öffentlich hinzurichten, dafür, dass er einer der wenigen Wissenschaftler ist, die nicht nur eine begründete Meinung haben, sondern diese Meinung auch vertreten. Das ist nicht nur unwürdig, es schadet der gesellschaftlichen Entwicklung.

Dass man von einem Politiker wie Boris Rhein nicht mehr erwarten kann, als dass er sich opportunistisch auf die Seite der größten Schreihälse stellt, ist einmal mehr offensichtlich und belegt einmal mehr, was Kutschera in seinem Interview gesagt hat: „Unsere naiven Politiker benutzen Begriffe aus der Biologie, ohne zu wissen, was diese überhaupt bedeuten.“ Allgemeiner formuliert: Politiker haben in der Regel von dem, über das sie sich gerade ereifern, nur eine sehr eingeschränkte Ahnung, wenn überhaupt.

Aber von dem Präsidenten einer Universität muss man einfach mehr verlangen als Unsinn wie: „Von Mitgliedern der Universität sollen keine Äußerungen gemacht werden, von denen sich Menschen verletzt und abgewertet fühlen.“ Das meint Dr. Finkeldey hoffentlich nicht ernst, denn wenn er es ernst meint, dann muss er seine Universität dicht machen. Wissenschaft kann es prinzipiell mit sich bringen, dass sich Menschen „verletzt und abgewertet“ fühlen: Jeder Wissenschaftler, dessen Forschung widerlegt wird, hat derartige Empfindungen. Jeder Kriminelle, der zum Gegenstand kriminologischer Forschung geworden ist, fühlt sich so. Aber Finkeldey meint das natürlich nicht. Er sagt das nur, um zu signalisieren, dass er kein Tabubrecher, sondern ein biederer, mit wenig Phantasie begabter wissenschaftlicher Handwerker ist, von dem nicht die Gefahr neuer Ideen oder alternativer Sichtweisen ausgeht. Denn wäre er dieser hehren Ansicht, er hätte sicher auch diejenigen Wissenschaftler gerügt, die mit Blick auf die Pegida von Wutbürgern gesprochen haben, ein Begriff, der viele Pegida-Läufer „verletzt und abgewertet“ hat. Damit sich Wissenschaft entwickeln kann, benötigen Wissenschaftler Rückgrat und den Mut, neue Ideen nicht nur zu denken, sondern auch zu publizieren. Quallen schaden der Wissenschaft.

Dass Medien Tabubrecher öffentlich hinrichten wollen, ist dagegen nicht verwunderlich, denn Medien sind Horte konservativer Ideen, deren Mitglieder sich bei denen andienen, von denen sie sich einen Vorteil versprechen. Diejenigen, die Tabus brechen oder neue Ideen verbreiten, haben in der Regel wenig Unterstützung und viele Gegner. Entsprechend sind Medien, die meisten Medien die ersten, die die Tabubrecher hinrichten. Zweifelsohne hätten die heutigen Journalisten direkt vor Ort, im Livestream davon berichtet, wie der Ketzer Giordano Bruno am Pfahl verbrannt wird und diese Maßnahme der Obrigkeit genauso gerechtfertigt, wie sie das heliozentrische Weltbild gegen den Angriff Kepplers verteidigt hätten. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass Kutschera von Mainstream-Medien angefeindet wird.

Erschreckend ist es dagegen, wenn sich Studenten in die Reihen des Lynchmobs gesellen, denn ihre Aufgabe besteht darin, die wissenschaftliche Auseinandersetzung, die wissenschaftliche Methode, die wissenschaftlichen Standards zu erlernen. Andere Menschen wegen deren begründeter Meinung anzufeinden, ist mit nichts davon zu vereinbaren. Insofern zeigt der AStA Kassel, dass er nicht an Wissenschaft, sondern an der Perpetuierung von Tabus interessiert ist. Als Material für wissenschaftlichen Nachwuchs sind die Mitglieder des AStA und die 218 Unterzeichner vorgefertigter Meinungen unbrauchbar. Ihnen fehlt die Lust am Hinterfragen, am Zweifeln, am Kritisieren. Keine der drei Zutaten ist mit Glaubenssystemen wie sie Ideologien darstellen, vereinbar. Alle drei Zutaten sind notwendige Bestandteile der Wissenschaft. Wer sie nicht in Ehren hält, hat in der Wissenschaft nichts verloren.

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Journalismus zum Heulen

Manchmal hat man Assoziationen und weiß selbst nicht, wieso man sie hat. Wir muten sie unseren Lesern einfach einmal so zu, am Anfang dieses Beitrags:

“Ab etwa 1850 erfährt das Wort eine Bedeutungserweiterung indem es einen Skandaljournalisten, gewissenlosen Zeitungsschreiber oder böswilligen Kritiker, allgemein einen der in diffamierender oder abstoßender Weise publiziert, bezeichnen kann.”

Das haben wir in der Wikipedia gefunden, als eine Bedeutung von Schmierfink. Wie wir auf Schmierfink kommen? Nennen wir es einfach das Ergebnis eines Assoziations-Dadaismus, das müsste als Begriff diejenigen, die so gerne sozial und sonstwie konstruieren, in Verzückungskonvulsionen versetzen.

Eigentlich geht es gar nicht um Assoziationen, die sich bei uns einstellen. Vielmehr geht es um einen bewundernswerten Einsatz, den Hadmut Danisch gezeigt hat und der zu dem Beitrag “Lügenpresse in flagranti erwischt” auf Hadmuts Blog geführt hat. Darin widmet sich Hadmut in minutiöser Weise der Saga, die sich mittlerweile um die Absage Ulrich Kutscheras, der keine Lust hat, vor “Religioten”, wie er das nennt, einen Vortrag über Evolutionstheorie zu halten und befürchten musste, dass die verbalen Schrei- und Kampftruppen von ASta und verbündeten Agitpropern seinen entsprechenden Vortrag in Marburg stören würden, gebildet hat.

Stammleser werden sich erinnern: Wir hatten darüber berichtet, dass die PräsidentIN der Universität Marburg, in einem Versuch, Gesicht zu wahren und nicht zugeben zu müssen, dass in Marburg keine Wissenschaft mehr möglich ist, behauptet hatte, man habe Ulrich Kutschera ausgeladen, weil er Gender Studies “generell die Kompetenz und Legitimität abgesprochen” habe. Wie man einem Mistel-Fachbereich Kompetenz absprechen kann, ist uns zwar nicht klar, aber lassen wir das an dieser Stelle.

Wir haben es schon mehrfach gesagt, wir sagen es gerne noch einmal: Man kann Gender Studies weder Legitimität noch Kompetenz absprechen, denn Gender Studies haben weder das eine noch das andere. Gender Studies wurden als politische Brückenköpfe an Universitäten installiert und verfügen über keinerlei ausgewiesene Methode oder gar Theoriebildung. Wie armselig das wissenschaftliche Bild ist, das Gender Studies abgeben, zeigt sich schon daran, dass es den Vertretern der Gender Studies bis heute nicht möglich war, einfache Fragen, die ein Wissenschaftler im Schlaf beantworten kann, zu beantworten.

Verweisen wir an dieser Stelle lieber darauf, dass die PräsidentIN der Universität Marburg es offensichtlich, nachdem sie von uns beim Lügen erwischt wurde, weil wir auf Nachfrage von Ulrich Kutschera mitgeteilt bekamen, dass er nicht ausgeladen wurde, sondern seinen Vortrag abgesagt hat, es für notwendig erachtet hat, die Lüge, die auf der Seite der Universität Marburg veröffentlicht wurde, durch einen Satz Wahrheit zu ergänzen.

In der folgenden Tabelle findet sich links die ursprüngliche Lügenversion und rechts die Lügenversion mit dem Satz Wahrheit. Nun, es ist nicht wirklich ein Satz Wahrheit, es ist halt das, was dabei herauskommt, wenn man versucht, die Wahrheit an Lügen anzupassen (einfach das jeweilige Bild anklicken, um nachzulesen).

Lügenversion der Uni Marburg Lügenversion mit dem Satz Wahrheit
Marbugr Kutschera Absage Uni Marburg Satz wahrheit

Ist es nun lustig oder erbärmlich, wenn Leute, die beim Lügen erwischt wurden, versuchen, das Offensichtliche wegzureden?

Apropos Lügen – Hadmut Danisch hat nicht nur die Verantwortlichen der Universität Marburg zu Stellungnahmen gezwungen, die zu beurteilen wir unseren Lesern überlassen, er hat sich auch Bastian Ludwig gewidmet, der nach eigener Auskunft seit 2008 für die HNA, also die Hessisch-Niedersächsische Allgemeine arbeitet, und zwar als Journalist. Wir sagen das ausdrücklich dazu, denn es ist nicht unbedingt offensichtlich.

Bastian Ludwig scheint sein journalistisches Dasein damit zu bestreiten, sich an Institutionen anzubiedern, Institutionen wie die Uni Marburg. Das Institutionenanbiedern ist nicht unbedingt ein seltenes Phänomen unter Journalisten. Folglich hat er, also Bastian Ludwig, am 29. März einen Beitrag mit der Überschrift veröffentlicht: “Nach Kritik: Uni Marburg lädt Kasseler Forscher aus”. Wie mittlerweile bekannt ist, entspricht dies nicht der Wahrheit.

Nun hat Hadmut Danisch Bastian Ludwig angeschrieben und ihn gefragt, wie er dazu kommt, Lügen in die HNA zu schreiben. Antwort von Ludwig: “unsere Berichterstattung [also sein Beitrag] basiert auf seriösen Quellen. Der Organisator der Vortragsreihe, Prof. Rensing von der Uni Marburg hatte selbst mitgeteilt, dass er Prof. Kutschera wieder ausgeladen hat”.

Auf der Seite der Universität Marburg steht indes nichts davon, dass Prof. Rensing seinen guten und geschätzten Kollegen Kutschera wieder ausgeladen hat. Vielmehr gibt es dort die “Information der PräsidentIN”, die oben zu sehen ist. Rensing hat gar nichts erklärt, ist nur als Kontakt genannt. Also hat Hadmut Danisch nachgefragt bei Bastian Ludwig, wie der Journalist der HNA an die Information gelangt ist, dass Rensing Kutschera ausgeladen habe.

Die Antwort des Journalisten an Prof. Rensing, den Hadmut Danisch ebenfalls angeschrieben hat, weil Journalisten ist ja bekanntlich nicht zu trauen: “ich habe gegenüber Herrn Danisch nie behauptet, dass wir Kontakt hatten. Ich habe Sie lediglich als Quelle angegeben, da unter Ihrem Text [hier ist wohl Name gemeint] auf der Internetseite der Uni Marburg Stellung zu dem Vorgang genommen wird”.

Die Stellungnahme unter dem Namen von Prof. Rensing, die Bastian Ludwig gelesen haben will, ist nichts anderes als die Information der PräsidentIN, die man nun wirklich nicht als Stellungnahme von Prof. Rensing ansehen kann – und schon gar nicht als seriöse Quelle (siehe abermals den Screenshot oben). Kurz: Bastian Ludwig hat sich etwas zusammengereimt, so wie es ihm gefällt. Was genau er sich zusammengereimt hat, wir geben es an dieser Stelle im Original wieder:

HNA Kutschera

“Es könne”, so zitiert der vermeintliche Journalist der HNA, “nicht akzeptiert werden, so das Präsidium weiter, wenn wissenschaftlichen Disziplinen wie etwa den Gender Studies, generell die Kompetenz und Legitimität abgesprochen werde. Diffamierungen schadeten der Wissenschaft”. Dies schreibt der angebliche Journalist, nachdem er den Lesern der HNA bereits mitgeteilt hat, dass jener “Kasseler Forscher” Kutschera eine “polarisierende Position” einnehme und vor allem seine “Wortwahl … als beleidigend und damit indiskutabel” gelte.

Wie wichtig es doch zu sein scheint, Gender Studies als Wissenschaft durchgehen zu lassen. Warum die Genderisten so einen großen Wert darauf legen, Teil dieser Welt der weißen Männer zu sein, die sie doch so verabscheuen, wir wissen es nicht und niemand erklärt es uns. In der wissenschaftlichen Welt gibt es jedoch Spielregeln, an die sich, wer dazu gehören will, halten muss: Methoden, Vorgehensweisen, Arten des Umgangs. Zum Beispiel ist es in der Wissenschaft vollkommen egal, in welcher Weise Kritik geübt wird, so lange die Kritik prüfbar ist, könnte sie auch als Beleidigung formuliert werden. Das ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Wären Genderista Wissenschaftler, sie wüssten das. Übrigens hat Ulrich Kutschera keine Beleidigungen formuliert. Vielmehr hat er auf Widersprüche hingewiesen, kritisiert und Fragen gestellt, das getan, was ein Wissenschaftler nun einmal so tut. Wenn Genderista das beleidigend finden, wäre es vielleicht an der Zeit, sie würden eine Therapie beginnen.

Herr Ludwig hat keine Probleme damit, sich auf eine Seite zu schlagen. Ob er sich freiwillig zum Sprachrohr der Genderista macht, sich freiwillig andient oder ob ihm dafür Brownie-Points in welcher Form auch immer gutgeschrieben werden? Wer weiß. Fest steht indes, dass der Journalist Ludwig kein Journalist ist, sondern einer, der zu anderen Zeiten bei Blättern beschäftigt gewesen wäre, die auch kein Problem damit hatten, einfach das zu übernehmen, was andere über Dritte behaupten und diese Dritte dadurch abzukanzeln und zu diffamieren, als Forscher, die mit ihrer Wortwahl beleidigen und indiskutabel sind, Paria der Wissenschaft, Ausgestoßene … Das gab es alles schon einmal, damals unter dem Signum “undeutsch”.

Rob Evans

Tackle by Rob Evans

Der vermeintliche Journalist, er kommt nicht einmal auf die Idee, auch die andere Seite, den “Forscher Kutschera”, zu Wort kommen zu lassen, die Behauptung, das, was Kutschera sage sei “beleidigend und indiskutabel” in Frage zu stellen. Warum sollte er auch? Wenn man sich anbiedert wie Ludwig, dann kommt man nicht auf derartige Ideen, die Fairness, Überlegenheit und rudimentäre journalistische Fähigkeiten verlangen, die mit dem Beruf eines Journalisten eigentlich verbunden sind.

Und wir, wir können uns einfach nur wundern, was heute alles Journalist sein darf und uns unseren Assoziationen hingeben … nein, nicht denjenigen, an die Sie denken, wir denken an die Scarlets, die gerade gegen die Cardiff Blues spielen und stellen uns vor, Rob Evans tackled Bastian Ludwig …

 

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Ulrich Kutschera zum Gender-Rassismus aus Kassel

Im Folgenden veröffentlichen wir die angekündigte Antwort von Ulrich Kutschera auf das “Statement zu den sexistischen und rassistischen Äußerungen Ulrich Kutscheras“, das auch auf den Seiten der Richard Dawkins Foundation nachgelesen werden kann.

Das reaktionär-konservative Gender-Weltbild der Unkritischen

U.KutscheraAm 29. Februar 2016, kurz nach dem Erscheinen des Fachbuchs „Ulrich Kutschera, Das Gender-Paradoxon – Mann und Frau als evolvierte Menschentypen, Berlin 2016“ veröffentlichte ein „Kritische Uni Kassel“ (KUK) Autorenkollektiv (m/w) ein Pamphlet zu meinen Interviews 2015. Auf Wunsch verschiedener Fachkollegen folgt hier eine kurze Antwort zu den Vorwürfen gegen meine Person.

1. Berufungsverfahren: Das KUK-Team glaubt, Ulrich Kutschera. sei ein Angestellter bzw. Beschäftigter an der Uni Kassel. Ich wurde 1992 vom damaligen hessischen Wissenschaftsministerium nach einem strengen Auswahlverfahren auf eine C4-Professur (Lehrstuhl) berufen, meine Ernennungsurkunde wurde vom damaligen hessischen Ministerpräsidenten Hans Eichel unterzeichnet. In meiner Berufungsvereinbarung sind allerdings Angestellten-Positionen aufgelistet, die ich mit exzellenten Mitarbeitern besetzten konnte (Sekretariat, technische Angestellte usw.).

2. Quellenangaben: Meine in den kontroversen Interviews getroffenen Aussagen sind im „Gender-Paradoxon“ im Detail begründet – sämtliche Schlussfolgerungen werden mit soliden Quellen belegt.

3. Unpolitische Biologie: Da ich als religionsfreier Nichtwähler, Kriegsdienstverweigerer und Biograph des Freidenkers A.R. Wallace (Design-Fehler in der Natur) ausgewiesen bin, sind politische Unterstellungen genauso gegenstandslos wie die Behauptung, ich sei Mitglied der US-Flat Earth-Society.

4. Glaubensfreie Biowissenschaften: Die KUK- Gender-Ideologen ( m/w) bezeichnen biologische Fakten als „vermeindliche Tatsachen“ bzw. „Glaubensbekenntnisse“. Mit Charles Darwins „Origin of Species“ (1859) wurde jedoch die Trennung von Glaubensinhalten vom biologischen Faktenwissen vollzogen. Das Credo der Gender- Ideologen und der deutschen Kreationisten, „Evolution ist auch nur ein Glaubensbekenntnis“ (Evolutionsbiologie 4. Auflage, 2015) belegt, dass diese gläubigen Menschen keine Ahnung davon haben, wie moderne biowissenschaftliche Forschung funktioniert (physiologisch-biochemische bzw. molekulargenetische Methoden, Theorienbildung, Peer-Review, Publikation von Research Papers usw.).

5. Das Wort „Gender“ entstammt der Evolutionsbiologie – es wird aber von naturwissenschaftlichen Laien, meist radikalfeministisch gepolt, als ein politischer Kampfbegriff missbraucht. Wie die Sozialwissenschaftlerin Jemima Repo 2016 dargelegt hat, und im „Gender-Paradoxon“ ausführlich begründet ist, geht diese „Frau-gleich-Mann-Ideologie“ auf die Irrlehren des pädophilen Kindesmisshandlers John Money zurück.

6. Der Begriff „Rassismus“ ist im „Gender-Paradoxon“ exakt definiert – diese politische Ideologie wurde von A. R. Wallace widerlegt – eine Definition des Wortes „Sexismus“ ist mir unbekannt, diese „Befruchtungs-Ideologie“ wird im „Gender-Paradoxon“ nicht thematisiert.

Zusammenfassend komme ich zur Schlussfolgerung, dass die KUK-Gender-Ideologen (m/w) die im „Gender-Paradoxon“ dargelegten biologischen Sachverhalte nicht verstanden haben und an der Sache vorbei argumentieren. Da man nur etwas in Frage stellen kann, was man auch verstanden hat, ist dieses unkritische Pamphlet ein Armutszeugnis für den naturwissenschaftlichen Bildungsstand in Deutschland. Meine pseudowissenschaftlich-kreationistisch argumentierenden Kritiker unterstellen mir ihr reaktionär- konservatives, Vor-Darwin’sches Weltbild, was ich mit Nachdruck zurückweise – Wissen heißt, den Glauben überwunden zu haben.

U. Kutschera, PhD
Visiting Scientist, Stanford, California 94305, USA

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