Erstaunlich schnell, ohne dass die WHO eine DON, Disease Outbreak News, veröffentlicht hat und nur auf Berichte der afrikanischen CDC gestützt, hat man bei der ARD-tagesschau, die Schreckensspirale gedreht und ist direkt von den Hanta-Festspielen in die Ebola-Feierlichkeiten eingetreten.
Die Wortwahl mag den ein oder anderen irritieren. Sie hat zur Ursache, dass die entsprechende Berichterstattung KEINE Berichterstattung im eigentlichen Sinne ist, denn sie umfasst regelmäßig ausschließlich die „Schreckensmeldungen“, ein paar von angeblichen „Experten“ gekaufte Aussagen und einen Hinweis auf die Letalität, damit wir auch alle wissen:
EBOLA ist tödlich.
Ein typischer Beitrag aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk, wie man sie heute zu Tausenden lesen kann, weitgehend uninformativ, ausschließlich mit Vermutungen und Verdächten angefüllt, die Angst machen sollen und keinerlei Information zu dem, worum es eigentlich geht: EBOLA in ITURI, einer Provinz in der Demokratischen Republik Kongo im Nordosten des Kongo, an der Grenze zu Uganda und dem Süd-Sudan gelegen. Ein sehr armes Gebiet, voller kleiner Dörfer und Wellblechhütten, in dem Strom und Wasserversorgung weitgehend unbekannt sind, Hygienische Verhältnisse zum Himmel schreien (oder stinken) und ansonsten Bedingungen herrschen, die optimal für Viren aller Art sind:
Man muss kein Wissenschaftler sein, um zu sehen, dass die Bedingungen für Infektionskrankheiten aller Art in Ituri und unter den gezeigten Umständen hervorragend sind. Ebola ist eine dieser Infektionskrankheiten, eine, deren Übertragung per Körperflüssigkeit funktioniert, ein Übertragunsgweg, der umso wahrscheinlicher wird, je schlechter die Hygiene ist. Ebola resultiert in Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Erbrechen und Durchfall und bis in dieses Stadium der Symptome lässt sich Ebola nicht wirklich von anderen Infektionskrankheiten oder Cholera unterscheiden. Das Ebola-typische kommt, wenn die inneren Blutungen einsetzen und das Multi-Organversagen zum Tod führt.
SciFi-Supt
Was die meisten nicht wissen.
Es gibt nicht EBOLA, es gibt drei voneinander sehr verschiedene Varianten von Ebola, die sich in mehr als 30% ihrer rund 19.000 Nukleotide auf dem Genom unterscheiden und somit die Definition einer neuen Spezies erfüllen. Neben ZAIRE-Ebola (EBOV), das gemeinhin in der Demokratischen Republik Kongo für Ausbrüche verantwortlich ist, gibt es Sudan-Ebola (SUDV) und das Bundibugyo-Ebola (BDBV) und letzteres ist die „weniger bekannte Art“, von der ein offenkundig weitgehend ahnungsloser ARD-Schreiber schwätzt.
BDBV ist seit 2007 sehr gut bekannt. Damals wurde es im … na? Richtig: im Bundibugyo-Distrik von Uganda erstmals isoliert und vom US-amerikanischen CDC im November des nämlichen Jahres als distinkte Spezies von Ebola eingestuft. Seit dem ersten Ausbruch von BDBV, von dem rund 150 Menschen betroffen waren, 42 davon sind verstorben, kam es 2012 letztmals zu einem größeren BDBV-Ausbruch, und zwar in räumlicher Nähe zu Ituri in der DRK: Rund 60 Fälle wurden damals gezählt, 20 Tote verzeichnet. Die Zahlen zeigen, BDBV ist weniger letal als ZAIRE- oder Sudan-Ebola. Ersteres hat eine Letalität von 50% bis zu 90%, Zweiteres begnügt sich mit Opferzahlen um die 60% im Maximum.
Dass die Umstände, die wir oben bebildert haben, die Verbreitung von Ebola nahezu optimieren, ist offenkundig, dass die ständigen militärischen Auseinandersetzungen in Ituri die Sache verschlimmer, dort gibt es mehr als 120 Milizen und einen Konflikt, der um Ressourcen geführt wird, worunter nicht nur der Zugang zu Gold fällt, sondern vor allem der uralte Konflikte zwischen Viehzüchtern (den Hema) und Bauern (den Lemu), der sich entlang ethnischer Grenzen entzündet, muss man nicht diskutieren. Neben den mit beiden Ethnien assoziierten Milizen machen vor allem die ADF (Allied Democratic Forces) ein Ableger von ISIS und CODECO (Cooperative for the Development of Congo) den Einwohnern vor Ort zu schaffen, behindern sie in dem wenigen, was an Ackerbau und Viehzucht vorhanden ist. Und weil es noch nicht reicht, mischt auch die FARDC, die offizielle Armee der Demokratischen Republik Kongo mit, viele Flüchtlinge, die in Wellblechhüten mit weißen Planen als Dach leben (um deutlich zu machen, dass man kein militärisches Ziel ist, oft genug ohne Wirkung, wie das letzte Massaker aus dem April 2026 als CODECO Einheiten 69 Zivilisten in unterschiedlichen Dörfern ermordet haben, zeigt), künden davon.
Das sind die Verhältnisse vor Ort, an denen diejenigen, die angeblich Journalist sein wollen, so gar kein Interesse zu haben scheinen. Verhältnisse, die erklären, warum in der Region Ituri, im Nordosten der DRK und in der DRK insgesamt, regelmäßig Ebola-Ausbrüche zu verzeichnen sind. der neueste wurde übrigens von einer Krankenschwester ausgelöst, die sich in einem Krankenhaus infiziert zu haben scheint und das Virus aus Uganda mitgebracht hat.
