Raucher-Kriminelle: Rauchen als abweichendes Verhalten

Umfasst die Freiheit von Menschen auch die Freiheit, sich mit einem bestimmten Verhalten mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit, selbst zu schädigen?

Die Antwort auf diese interessante Frage, fällt je nach Gegenstand unterschiedlich aus. Die vielen Gutmenschen, die sich so rührend und so mittelmäßig bezahlt um ihre Mitmenschen kümmern, ihnen das Trinken und das Rauchen madig und dass Essen von Chips vergällen wollen, sie bejahen die Intervention in Anderer Freiheit, wenn es um das für diese Menschen vermeintlich Beste geht. Dieselben Gutmenschen haben Probleme mit Quoten an Hochschulen für Kinder aus Arbeitnehmerhaushalten, um die soziale Schieflage, die vornehmlich Beamtenkinder und Kinder aus der prekären Mittelschicht studieren sieht, zu beseitigen. Und natürlich wird sich auch kein Gutmensch je die Freiheit nehmen, um eklatante Ungerechtigkeiten wie sie z.B. durch die öffentliche Finanzierung von Studienplätzen dann entstehen, wenn die armen Menschen aus der Unterschicht auch noch steuerlich gemolken werden, um die Studienplätze für die Kinder aus der Mittelschicht zu finanzieren, zu beseitigen.

Die Antwort auf die oben gestellte Frage, sie ist eine, die davon abhängt, welche Vorteile sich die Antwortgebenden selbst versprechen. Die Eingriffe in die Freiheit anderer sind deshalb immer da am heftigsten, wo man sich in Eintracht mit anderen gutmeinenden Egoisten befindet, die den Schutz Dritter vor deren Verhalten zu ihrem Verdienst- oder Unternehmensmodell gemacht haben.

Das ist so beim Trinken.
Das ist so wenn nicht gesittet im Restaurant, sondern mit Fingern bei McDonalds gegessen wird.
Das ist so, wenn zu viel vom Falschen, also Korn statt Prosecco getrunken wird.
Das ist so, wenn Menschen, die man zur Bewegung angehalten hat, sich falsch bewegen, also nunmehr in die Kneipe laufen, anstatt zu fahren oder im Wald zu rennen.
Das ist so, wenn geraucht wird.

Rauchen ist zum abweichenden Verhalten geworden.

Wer Filme aus den 1940er oder 1950er Jahren ansieht, dem muss die Normalität auffallen, mit der zur Zigarette gegriffen wird. Menschen in dieser Zeit waren frei, zu rauchen wie ein Schlot, die nächste mit der letzten Zigarette anzuzünden, im Auto, auf der Straße, in der Kneipe, in ihrer Wohnung, im Kino, im Theater, im Flugzeug zu rauchen. Rauchen war ein Ausdruck von Freiheit, eine Funktion, die es heute bestenfalls noch für Jugendliche erfüllt.

Heute ist Rauchen ein abweichendes Verhalten. Als abweichendes Verhalten ist eine Handlungsweise definiert, die vom normativen Konsens einer Gesellschaft abweicht. Früher war Homosexualität als deviant, als abweichendes Verhalten definiert. Darüber war sich die Mehrheit der Gesellschaft einig. Deviant war es, von anderen zu schmarotzen, Drogen zu nehmen, zu lügen und zu betrügen. Das verweist darauf, dass deviantes Verhalten eine Schnittstelle mit delinquentem Verhalten aufweist. Homosexualität war oftmals beides, deviant und delinquent.

Die Antwort auf die Frage, wo die Grenze zwischen deviantem Verhalten und delinquentem Verhalten verläuft, ist normalerweise das Ergebnis von Verhandlungen und Diskussionen innerhalb einer Gesellschaft. Normalerweise. Seit es Gutmenschen und u.a. ihre WeltGutmenschenOrganisation WHO gibt, ist dies jedoch anders. Seither werden Normen einfach gesetzt.

Organspende wird von Gutmenschen als wünschenswert angesehen, obwohl es eine seltsame Form des Recyclings ist und eigentlich ein Indikator für einen Markt der Ausbeutung, wenn Güter, die für Dritte einen Wert darstellen, an denen sie verdienen oder aus denen sie einen Vorteil beziehen, von denen, die sie bereitstellen, umsonst abgegeben werden müssen. Aber Gutmenschen-Organisationen versuchen dennoch, die Organspende zur Norm zu machen und nicht-Spender als deviant zu stigmatisieren.

Die Beispiele für die Versuche, bestimmte Verhaltensweisen zur Norm zu erklären und diejenigen, die sich anders verhalten, als deviant zu stigmatisieren, sie sind zahlreich. Sie ranken sich in der Regel um die Begriffe „sozial“, „gerecht“ und „gleich“. Sieht man sich als Empfänger, an den diese Begriffe gerichtet werden, dann ist immer Vorsicht geboten.

Und natürlich ist die Stigmatisierung eines Verhaltens als deviant die Vorstufe zur Kriminalisierung des entsprechenden Verhaltens. Diesen Prozess der Kriminalisierung kann man derzeit im Hinblick auf das Rauchen beobachten. Die Freiheit von einst ist zum fast schon delinquenten Verhalten geworden, die Grenze zur Kriminalität überschreitet der bereits, der in einer nicht zum Rauchen freigegebenen Zone oder in einem Ministerium zum Glimmstängel greift.

Leider müssen wir einmal mehr feststellen, dass diejenigen, die sich mit Methoden des Freiheitsentzugs für Dritte beschäftigen, in der institutionalisierten Wissenschaft zu finden sind. An der Vorderfront wenn es darum geht, freie Menschen zu bevormunden und ihr Verhalten zu stigmatisieren, finden sich regelmäßig Ärzte, denen es offensichtlich nicht genug ist, zu heilen. Sie wollen auch missionieren. Vielleicht wollen sie auch missionieren, weil das Heilen nur selten gelingt …

Wie dem auch sei. Die medizinische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf vertreten durch Daniel Kotz, Melanie Böckmann und Sabrina Kastaun tut sich im Ärzteblatt vom 5. April 2018 mit einem Artikel hervor, der mit „Nutzung von Tabak und E-Zigaretten sowie Methoden zur Tabakentwöhnung in Deutschland“ überschrieben ist. Der Artikel ist das, was man früher als deskriptiven Beitrag bezeichnet hätte, der aber in seiner aktuellen Variante nicht ohne Wertung und nicht ohne Kniefall vor der Obrigkeit auskommt (soviel zur Unabhängigkeit der Wissenschaft).

Wir berichten mit Zwischenüberschriften (von uns):

Deviantes Verhalten:

„Immer noch greifen 25% der Bevölkerung über 15 Jahre zur Zigarette oder zu anderen Tabakprodukten“, so entrüsten sich die Autoren.

Gutmenschen-Allüren:

Vor allem „sozial schwächere Bevölkerungsgruppen“ rauchen häufiger und sind „weniger erfolgreich“ mit dem Versuch, sich das Rauchen abzugewöhnen. Die CareArbeit, sie macht erst richtig Spaß, wenn man sich nicht nur bevormundend, stigmatisierend und mit ausreichend Entrüstungspotential über das Verhalten Anderer echauffieren kann, sondern wenn diese Anderen einer sozialen Klasse zugeordnet werden können, die man unter sich wähnt. Da kommt Freude auf.

Kontrollfreude im O-Ton:

„Die WHO empfiehlt, das Rauchverhalten in der Bevölkerung zu überwachen“ (235). Und natürlich machen sich Kotz, Böckmann und Kastaun gerne zu Blockwarts, die das Überwachungsbedürfnis der WHO in die Tat umsetzen. Nicht nur, sind sie Gutmenschen, die sich über das Verhalten Dritter (das sie überhaupt nichts angeht) echauffieren, nicht nur laben sie sich an der Tatsache, dass sie diese devianten Anderen in einer sozialen Klasse unter der ihren verorten, nein, sie sind auch auf der Seite ihrer Obrigkeit.

Andienen bei der Obrigkeit:

Das wahre Gutmenschentum zeigt sich nicht nur darin, Andere zu stigmatisieren und denen, die man für die Obrigkeit hält, in den Allerwertesten zu kriechen, es zeigt sich auch darin, Gesetzesverschärfungen, Verbote zu fordern, Kriminalisierung durchzusetzen. So:

„Der Tabakkonsum resultiert unter anderem vermutlich aus einer unzureichenden Umsetzung von Tabakkontrollmaßnahmen in Deutschland. Deutschland ist beispielsweise das einzige EU-Land, in dem Außenwerbung für Tabakprodukte noch erlaubt ist. … Der Nichtraucherschutz in Deutschland ist noch vergleichsweise schlecht umgesetzt: So wurden etwa in Italien, Irland oder Finnland bereits Rauchverbote in Autos eingeführt, wenn Kinder mitfahren“ (239).

In Kurz: Wir wissen nichts Genaues, aber wir wollen verbieten. Man muss Gutmenschen langsam Einhalt gebieten, bevor sie die Welt in ein Gefängnis verwandelt haben.

Der Andien-Beitrag, den wir unter Legitimationsforschung ablegen, er wird seinen Niederschlag in den Medien der prekären Mittelschicht finden, denn dort sind diejenigen beschäftigt, die sich ihr karges Salär dadurch gutschreiben müssen, dass sie sich als den „sozial schwächeren Bevölkerungsgruppen“ überlegen und normenkonform darstellen. Denn die WHO hat gesagt: Du sollst nicht rauchen. Also rauchen sie nicht.

Geschrieben wurde dieser Beitrag übrigens von einem Nichtraucher, der sich mit dem Gedanken trägt, aus Renitenz mit dem Rauchen zu beginnen, er ist alt genug, um mit den Folgen noch lange genug leben zu können.

Kotz, Danile, Böckmann, Melanie & Kastaun, Sabrina (2018). Nutzung von Tabak und E-Zigaretten sowie Methoden zur Tabakentwöhnung in Deutschland. Deutsches Ärzteblatt 115(14): 235-242.


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Forschung zu Altersdemenz: Münchner Biochemiker erhält Brain Prize 2018

Die Idee, dass es einerseits öffentliche Inszenierungen gibt, die der Aufplusterung von Belanglosigkeiten dienen, etwa: Wer wird Außenminister? Soll die AfD vom Verfassungsschutz überwacht werden? Finden die Faktenfinder wieder keine Fakten? – diese Idee ist alt. Erving Goffman hatte sie als er Darstellung, Fassade und Wirklichkeit voneinander getrennt hat, um soziales Handeln zu erklären. Die selbstreferentiellen Systeme, die Medien nach Ansicht von Niklas Luhmann darstellen und die weitgehend unabhängig von der Wirklichkeit, die sie umgibt, bestehen, ist eine andere Variante derselben Idee, die George Orwell in seiner Trennung zwischen der Partei, deren Mitglieder im eigenen ideologischen Saft braten, und den Prols der Außenwelt, die ein Leben führen, verarbeitet hat.

Wir berichten heute aus der wirklichen Welt.

Der Welt, in der rund 900.000 Menschen, davon 28% männlich und 72% weiblich, an Demenz leiden. Jährlich kommen rund 200.000 Neuerkrankungen hinzu, so dass das Robert-Koch-Institut von mindestens einer Verdoppelung der Prävalenz der Demenz bis 2050 ausgeht.

„Je nach Schätzung der gegenwärtigen Verbreitung der Demenz sowie der angewandten Prognosetechnik wird es bis etwa 2050 zu einer Zunahme der Demenzerkrankungen von gegenwärtig etwa 1 bis 1,5 Millionen auf 1,5 Millionen bis 3,5 Millionen kommen (…). Die Mehrheit der Prognosen sagt eine Zahl zwischen zwei und drei Millionen Demenzerkrankungen voraus.“

Die Mehrheit (rund 60%) derjenigen, die an Demenz erkranken, erkranken an Alzheimer einer Krankheit, die Alois Alzheimer bereits im Jahre 1906 entdeckt hat. Bei Personen, die an Alzheimer erkranken, sterben Gehirnzellen ab, während sich zwischen und in den Gehirnzellen Proteine ansammeln (Beta-Amyloide zwischen und Tau-Proteine in den Zellen). Ursprünglich waren Forscher der Ansicht, die Bildung von Beta-Amyloid sei pathogen und in nicht erkrankten Gehirnen nicht zu beobachten. Mit seiner Forschung hat Christian Haass, Professor für Molekulare Biologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München gezeigt, dass Beta-Amyloid auch in einem gesunden Gehirn gebildet wird, das Problem von Alzheimer daher mit den Enzymen verbunden ist, die die Bildung von Beta-Amyloid steuern.

Seine Forschung hat zur Entwicklung einer Reihe von Arzneimitteln geführt, die bislang aber noch nicht in der Lage sind, eine beginnende Demenz zu verlangsamen. Bart de Strooper, Direktor des UK Dementia Research Institutes in London hat den Forschungsstrang von Haass fortgeführt und mit Presenilin ein weiteres Protein identifiziert, das bei der Bildung von Beta-Amyloid eine Rolle spielt. Durch seine Arbeit ist die Entwicklung von Medikamenten angeregt worden, die die Bildung von Beta-Amyloid hemmen. Dass die Massenproduktion von Beta-Amyloid als Ursache für Alzheimer überhaupt in den Fokus der Forscher geraten ist, ist John Hardy, der am University College in London forscht und lehrt, zu verdanken. Er hat die sogenannte Amyloid-Hypothese begründet und vertreten. Michael Goedert, Professor für Experimentelle Molekulare Neurologie an der Universität Cambridge hat gezeigt, dass sich Proteine nicht nur zwischen den Gehirnzellen als Ergebnis von Alzheimer anreichern, sondern auch in den Zellen. Das sogenannte Tau-Protein, das Wesentlich zur Alzheimer-Erkrankung beiträgt, ist seine Entdeckung.

Für ihre Forschungsleistungen sind die vier Wissenschaftler von der Lundberg Foundation in Dänemark mit dem Brain Prize 2018 ausgezeichnet worden. Ihre Entscheidung begründet die Foundation wie folgt:

Beta-Amyloid-Plague

“The research of the four prizewinners has far-reaching perspectives for our understanding not only of Alzheimer’s disease but of other dementia disorders, too. Their research has provided a foundation for the design of drugs to counter the pathogenic processes. This gives us hope that we will be able to slow Alzheimer’s disease and, perhaps, even prevent it.”

Der Preis ist mit der Summe von 1.000.000 Euro dotiert und wird am 9. Mai in Kopenhagen verliehen.

Wer hat wohl mehr Einfluss auf die Lebensqualität von Menschen? Christian Haass oder Heiko Maas? Über wen wird berichtet und in einem Umfang, der im umgekehrten Verhältnis zu seiner Bedeutung steht?

Der Schwanz wackelt in Deutschland mit dem Hund.

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Don Alphonso im Belltower – News von der Front der gehässigen Gutmenschen

Don Alphonso wird ab 31. März keine Blogs mehr für die FAZ betreiben. Allein die Ankündigung hat schon einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Bei den einen. Bei den anderen war es ein Anlass zu unverhohlener Freude. Der Don selbst hat sein Ende als FAZ-Blogger damit erklärt, dass sein Fortbestand immer von Frank Schirrmacher und nach dessen Tod davon gelebt habe, dass der Chef des Digitalressorts an ihm festgehalten habe. Nun ist auch der Ressortchef des Digitalen gegangen und dessen Nachfolger, so Don Alphonso, sehe keine Notwendigkeit für die reichweitenstarken Blogs vom Don.

Das kann man nun einfach so hinnehmen und mit der Logik mediokrer Institutionen erklären, in denen nicht geduldet wird, dass einer seinen Kopf aus der grauen Masse der Redaktionsgestalten heraussteckt und schon gar nicht, wenn er dies erfolgreich tut. Man kann es auch hinnehmen und mit der Race-to-the-Bottom-Logik erklären, die neue Besen, wenn sie ein Ressort übertragen bekommen, vor allem die Erfolgreichen „Rauskehren“ sieht, weil sie dann einen großen Skalp vorweisen können und jemand, der sich traut, einen erfolgreichen Blogger wie Don Alphonso zu streichen, der muss ein ganz toller Hecht im Redaktionsteich sein. Es gibt viele Institutionen, die an dieser verfehlten Logik zu Grunde gegangen sind.

Noch ein Don.

Wie dem auch sei, wir empfehlen allen Lesern, die Stellungnahme von Don Alphonso in seinem eigenen Blog nachzulesen und dann der Dinge zu harren, die da kommen, denn dass neue Dinge kommen, das kann man vorhersehen, ohne Hellseher zu sein, so wie man sagen kann, dass Wandel in der Welt der Selbständigen zumeist einen Produktivitätsgewinn nach sich zieht. Wenn man selbständig ist und eine Zeitlang einen Markt beackert hat, dann tut es manchmal gut, dazu gezwungen zu werden, sich neue Ideen zu überlegen, sich mit anderen zu vernetzen, die ähnliche Ideen und Vorstellungen haben, ein neues Unternehmen zu starten, das zum Beispiel der Moderne Rechnung trägt, in der die Musik im Internet spielt und nicht in den Redaktionen von Papierausgaben überkommener Zeitungen. Der „Wind of Change“, den so viele besungen haben, er ist oftmals mit dem verbunden, was Joseph Schumpeter eine schöpferische Zerstörung genannt hat. Altes muss weg, damit Neues wachsen und prosperieren kann. Vor diesem Hintergrund muss man froh sein, dass Alphonso endlich die Fesseln der FAZ und der damit unweigerlich verbundenen institutionellen Korrektheitsregeln losgeworden ist und nunmehr zu neuen Ufern und zu denen aufbrechen kann, die die Moderne schon eingeläutet haben.

Soweit so gut.

Nun gibt es eine Meute von Gutmenschen, die sich öffentlich darüber freuen, dass Don Alphonso ab April nicht mehr bei der FAZ schreibt. Das ist ein unter Linken bekanntes Phänomen. Schon Stalin und seine Andiener haben sich z.B. über den Tod von Leo Trotzki gefreut. Der Tod von Ludwig dem XVI wurde geradezu frenetisch von seinen Gegnern gefeiert. Auch der Tod von Margaret Thatcher hat bei manchen, deren linke Gesinnung keine menschlichen Empfindungen zulässt, Freude ausgelöst. Die Liste der Ereignisse, die bei Linken eine Freude auslösen, die international als deutsche „Schadenfreude“ bekannt ist, ein Wort, das nicht ins Englische übersetzt wurde, weil das Konzept, sich am Schaden anderer zu weiden, befremden hervorruft, ist lang, so lang, dass man annehmen muss, eine linke Gesinnung gehe mit einer Prädisposition einher, anderen Schaden zu wollen bzw. sich am vermeintlichen Schaden anderer zu ergötzen und den Skalp, in diesem Fall vom Don für sich zu reklamieren, wie dies eine Reihe von Twitterern, die denken, ihre Denunziation habe dazu geführt, dass Alphonso nicht mehr FAZ-Alphonso ist, tun.

Und diese Schadenfreude, die aus der Einbildung entsteht, man habe einem Anderen Schaden können oder aus der Annahme, ein Anderer habe einen Schaden erlitten, die soll uns in diesem Post beschäftigen, und zwar am Beispiel von von Steuerzahlern finanzierter Schadenfreude. Der folgende Tweet wurde von Belltower-News abgesondert. Belltower-News ist ein Anhängsel der Amadeu-Antonio-Stiftung und Namens-Nachfolger von No-Nazi-Net. No-Nazi-Net ist nachdem das Neue Rechte Wiki, der Versuch eines Online-Diffamierungsprangers in die Hose gegangen ist, offensichtlich als Name verbrannt, so dass ein neuer Name hermusste. Der Versuch, sich neu zu branden oder durch einen neuen Namen auch eine unbesudelte Identität anzunehmen, ist nicht neu. Schon Josef Mengele hat seine Spuren zunächst als Fritz Ullmann, dann als Fritz Hoffmann und schließlich mit Hilfe des Roten Kreuzes als Helmut Gregor zu verwischen versucht. Die neue Identität für das alte Elend, sie ist ein alter Trick, mit dem z.B. die Kommunisten, das Scheitern des Kommunismus dadurch verdecken wollten, dass sie sich fortan Sozialisten genannt haben. Manche haben sich noch als „demokratischer Sozialismus“ deklariert, um damit eine Tradition zu reklamieren, mit deren Hilfe sie hoffen, sich der Opfer des Sozialismus entledigen zu können, ja, es soll sogar ehemalige Stasi-Mitarbeiter geben, die sich als Menschenrechtsaktivisten inszenieren wollten.

Belltower News ist also der Namensnachfolger von No-Nazi-Net und Belltower News ist eine Standarte der Gehässigkeit und Bosheit, einer Disposition, die man im Englischen mit dem Begriff „Meanness“ beschreibt, für den es wiederum keine adäquate Übersetzung ins Deutsche gibt. Belltower News hat dazu, dass sich die Wege von Don Alphonso und FAZ trennen, Folgendes zu sagen:

In der Sozialpsychologie ist man sich weitgehend darüber einig, aus welchem menschlichen Abgrund, der Lustgewinn entspringt, der durch einen Schaden, den ein anderer vermeintlich erlitten hat, ausgelöst wird. So wird im Rahmen der Theorie sozialer Identität auf die Notwendigkeit einer positiven Differenzierung der eigenen von einer konkurrierenden anderen Gruppe hingewiesen. Diese Notwendigkeit wird noch verstärkt, wenn die eigene Gruppe in ihrem Bestand gefährdet ist, z.B. weil eine neue Gruppierung in Parlamente eingezogen ist und die Gefahr mit sich bringt, die sprudelnde Quelle der Steuergelder auszutrocknen. In dieser Situation ist die Notwendigkeit groß, sich zu differenzieren, sich als Gute zu inszenieren. Aber die Prädisposition zur Boshaftigkeit oder Gehässigkeit lässt nun keinen Gedanken darüber zu, wie man durch Leistung eine Differenzierung zu Stande bringen könnte. Die einzige Möglichkeit, die im gehässigen Kopf zur Differenzierung vorhanden ist, besteht in der Abwertung Anderer und der dadurch erhofften eigenen Aufwertung. Viel Forschung hat hier dasselbe Ergebnis erbracht: Die Abwertung anderer, die Freude über den Schaden Anderer erhöhen das Selbstwertgefühl derjenigen, die keine Mittel zur Verfügung haben, um sich Kraft eigener Leistung zu differenzieren.

Die Theorie des sozialen Vergleichs geht in die selbe Richtung setzt jedoch einen anderen Schwerpunkt. Nun ist die Triebfeder nicht der Versuch, sich zu differenzieren, sondern der soziale Vergleich mit anderen, bei dem man schlecht abgeschnitten hat. Vergleicht man die Reichweite von Belltower News mit der Reichweite von Don Alphonso, dann entspricht dies dem Vergleich eines Zweifamilienhauses in Eckernförde mit dem Empire State Building in New York. Die Belltowers können also nur schlecht abschneiden. Aus dieser misslichen Lage hilft psychologisch und nur darum geht es, u.a. Denunziation und Schadenfreude. Was die Belltowers täglich tun, sich über angeblich Rechte mokieren und echauffieren, dient der Stärkung des eigenen Selbstwerts, der in sozialen Vergleichen mit erfolgreichen Menschen, die viel Geld verdienen und es geschafft haben, z.B. ein Haus in Großbritannien zu kaufen, um in Freiheit zu leben, während man selbst in der Enge der Mietwohnung mit 127 anderen im selben Haus zu leben und deren Lärm zu ertragen gezwungen ist, so massiv leidet, erhält einen Schub, wenn man sich täglich als moralisch überlegen inszenieren kann, und er erhält noch mehr Schub, wenn ein Anderer, den man als Feind wahrnimmt, einen Schaden erlitten hat, an dem man sich ergötzen zu können glaubt.

Von dieser Form der psychologischen Störung ist es dann nur noch ein kurzer Schritt zur Erklärung, die Freud für Boshaftigkeit und Gehässigkeit anbietet: Projektion. Das eigene Gefühl der Nutzlosigkeit, der Bedeutungslosigkeit, es wird auf andere projiziert und man freut sich, wenn diese Anderen einen Schaden erleiden, durch den man selbst wiederum aufgewertet wird, jedenfalls in der eigenen Wahrnehmung. In der Realität ist dies natürlich nicht so.

Schließlich argumentiert eine Reihe von Sozialpsychologen damit, dass gehässige und boshafte Personen versuchen, mit ihrer Boshaftigkeit die Gefahr, die erfolgreiche andere für ihr Ego darstellen, abzuwehren. Schadenfreude ist hier für das Ego von entscheidender Bedeutung, denn das kleine Ego, es wächst, durch den Schaden, den andere angeblich erlitten haben.

Weder diese Erklärungen noch die Verhaltensweisen sind neu. Neu ist, dass Personen in Deutschland dafür von Steuerzahlern finanziert werden, dass sie ihre psychologische Beschädigung und ihre Schadenfreude öffentlich ausleben. Früher war die Öffentlichkeit ein Ort, an dem man sich besonders gut verhalten musste, heute ist sie ein Ort, an dem manche meinen, die Sau herauslassen zu dürfen, von Steuerzahlern finanziert wohlgemerkt.

Bleibt abschließend noch die Frage zu klären, warum Belltower News Belltower News heißen. Nun, für manche in der ScienceFIles-Redaktion ist eine Analogie offensichtlich: Die Analogie zur Geschichte, „Der Teufel im Glockenstuhl [The Devil in the Belfry]“ von Edgar Allen Poe. In dieser Geschichte beschreibt Poe die Verwerfungen, ja Verheerungen, die in einer Gesellschaft der geistigen Zwerge durch einen Teufel angerichtet werden, der sich im Glockenstuhl eingenistet hat. Die Belltower News sind offensichtlich angetreten, um zu verhindern, das sich wiederholt, was Poe beschreibt, dass sich ein Teufel in ihrer Kirche einnistet. Eine Fraktion mit abweichender Meinung in der Redaktion sieht eine Assoziation zum Wachturm der Zeugen Jehovas, und entsprechend den Ursprung der Namensgebung im alternativ-religiösen Bereich. Wir wollen indes den Zeugen Jehovas, die es an sich schon schwer haben, nicht noch eine Hypothek aufbürden, die ihnen den Garaus machen könnte, deshalb haben wir uns entschieden, den Teufel im Glockenstuhl als den wahrscheinlichen Ort, von dem die Belltowers ihren Namen entliehen haben, anzusehen.

Wie dem auch sei, wir wünschen Don Alphonso viel Spaß auf dem Weg zu neuen Ufern und Netzwerken und bei der schöpferischen Zerstörung, die damit einhergeht.

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Telepolis: Die Redaktion der minder Intelligenten? [AfDologie]

Der Titel ist natürlich eine Abwandlung des Titels „AfD: Die Partei für die weniger Intelligenten“, den Tomasz Konicz seinem Beitrag auf heise.de gegeben hat.

Der Beitrag ist bemerkenswert, aus vielerlei Hinsicht.

Aus sozial-psychologischer Hinsicht.

Es ist nicht erst seit den Studien von Amos Tversky und Daniel Kahneman bekannt, dass Menschen anfällig sind, für eine Vielzahl von Fehlurteilen und dass diese Anfälligkeit einhergeht, mit einer beeindruckenden Zahl kognitiver Fehlleistungen. Wie zum Beispiel der Tendenz, aus einer Fliege einen repräsentativen Elefanten machen zu wollen (Heuristik der Repräsentativität) oder der Prädisposition, alle Informationen, die man erhält nur und ausschließlich vor dem Hintergrund der eigenen Überzeugungen zu interpretieren (bekannt als Framing, overconfidence und Erwartungsbestätigungseffekt).

Die Realität fast ausschließlich vor dem Hintergrund der eigenen Erwartungen zu interpretieren, ist eine Eigenschaft, die vor allem dumme Menschen teilen, denn mit der Eigenschaft geht die Unfähigkeit, zu lernen, einher. Lernen ist nur möglich, wenn man zulässt, dass die Realität von eigenen Überzeugungen abweichen kann.
Gemessen daran muss man Konicz als einen dummen Menschen ansehen.

Aus psychologischer Sicht

Im Gegensatz zur Sozial-Psychologie, die sich mit Zwischenmenschlichem beschäftigt, hat die Psychologie innermenschliches zum Gegenstand. Auch hier ist der Beitrag von Konicz interessant, denn er offenbart eine gewisse Pathologie, die mit der Lust, andere in einem schlechten Licht erscheinen zu lassen, einhergeht und somit als soziale Störung anzusehen ist. F91.2 oder F91.3 aus dem ICD-10 sind vermutlich die angemessenen Diagnosen für das Leiden von Konicz.

Aus inhaltlicher Sicht

Wie würden Roboter beim wahren-Ich abschneiden?

Auch wenn man den Inhalt des Beitrags von Konicz betrachtet, kann man nicht umhin, die Sozialpsychologie mit ins Boot zu holen, denn Konicz ist ein Musterbeispiel für Menschen, die es schaffen, in unterschiedlichen Zusammenhängen, Gegensätzliches zu behaupten, ohne dadurch kognitive Dissonanzen zu erleiden.

Konicz schreibt über einen Intelligenztest, der auf einer Seite, deren Domain, „dein-wahres-ich“, heißt, zu finden ist. Dieser Intelligenztest, ein Online-Intelligenztest, hat erbracht, so behaupten die Macher dieser Seite, dass ein niedrigerer Testwert mit einer Präferenz für die AfD bei Bundestagswahlen einhergeht. AfD-Wähler, so behauptet Konicz, hätten einen IQ von durchschnittlich 93 Punkten, Grüne von 99, SPD-Wähler von 100 usw. Es sei hier nur kursorisch angemerkt, dass es sich nicht um AfD-Wähler handelt, wie Konicz eigentlich wissen müsste, hat er doch selbst geschrieben, dass die IQ-Testteilnehmer nach ihrer Parteipräferenz befragt wurden, also danach, welche Partei sie wählen würden, nicht danach, welche Partei sie gewählt haben. In einem solchen Fall sprechen nur Dumme von Wählern, Dumme, die keine Ahnung von empirischer Wahlforschung haben.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie diejenigen, die mit allen möglichen Einwänden gegen Online-Umfragen auftreten, alle angeblichen Bedenken und methodischen Kenntnisse, die sie zu haben reklamieren, über Bord werfen, wenn ihnen ein Ergebnis in den ideologischen Kram passt.

Betrachtet man die Ergebnisse, die das wahre Ich angeblich produziert hat, dann kann man nicht anders, als mit dem Kopf schütteln, ob dieser kritiklosen, unkritischen Übernahmen von Ergebnissen durch Konicz, Ergebnissen,

von denen man nicht weiß, auf wie vielen Testpersonen sie basieren,
von denen man nicht weiß, auf welcher Stichprobe der Grundgesamtheit sie basieren;
von denen man nicht weiß, wie sie überhaupt zu Stande gekommen sind und somit nicht weiß, was sie überhaupt messen.

Um die letztere Frage zu beantworten hat eine Testperson aus der ScienceFiles-Redaktion den Intelligenztest des Wahren-Ichs mit einem nachweislich überdurchschnittlichen Ergebnis abgeschlossen. Auf dieser Grundlage können wir sagen, dass der Test kognitive Fähigkeiten, Mustererkennung, logisches Schlussfolgern und Sprachkenntnisse testet. Ob damit Intelligenz gemessen werden kann, ist eine andere Frage, die uns hier nicht interessieren muss. Es reicht der Hinweis darauf, dass die Frage, wie man Intelligenz misst, heftig umstritten ist:

• Für Phares (1984) setzt sich Intelligenz (a) aus der Fähigkeit, sich an neue Situationen anzupassen, (b) der optimalen Nutzung von Erfahrung(en), d.h. aus Lernen und (c) dem abstrakten Denken und dem Benutzen von Symbolen zusammen. Im Test des wahren-Ichs wird nur (c) gemessen.

• Gardner (1983) bestimmt Intelligenz als Art, die Welt zu betrachten. Für Gardner ergibt sich die Art, die Welt zu betrachten, aus sieben verschiedenen kognitiven Fähigkeiten: (1) linguistische Fähigkeiten, (2) logisch-mathematische Fähigkeiten, (3) räumliches Wahrnehmungsvermögen, (4) musikalische Fähigkeiten, (5) körperlich-kinästhetische Fähigkeiten, (6) interpersonale Fähigkeiten und (7) intrapersonale Fähigkeiten.
Im Test vom wahren-Ich werden nur (1) und (2) gemessen.

• Sternberg (1986) unterscheidet drei Arten von Intelligenz, die er in verschiedenen Problembereichen angesiedelt sieht, wodurch er allgemeine Intelligenz als allgemeine Problemlösefähigkeit betrachtet: (1) Der komponentenbezogene Aspekt der Intelligenz umfasst die kognitiven Prozesse, die bei der Problemlösung beteiligt sind. (2) Der erfahrungsbezogene Aspekt der Intelligenz beschreibt den Zusammenhang zwischen der inneren Welt eines Menschen und der äußeren Welt. (3) Der kontextuelle Aspekt der Intelligenz bezieht sich auf den Einfluss, den Menschen auf ihre Umwelt ausüben.
Im Test des wahren-Ichs wird keiner der Aspekte, die für Sternberg Intelligenz ausmachen, gemessen.

Was also ist der Test des Wahren-Ichs überhaupt wert? Das ist eine Frage, die man einen kritischen Journalisten zu stellen erwarten würde. Nur dumme Journalisten übernehmen, was ihnen vorgegeben wird. In dieser Hinsicht ist Konicz ein dummer Journalist.

Aus methodischer Sicht

Der Test des wahren-Ichs besteht aus 51 Testfragen. Damit werden IQ-Werte gemessen, die einen Mittelwert bei 100 haben, wenn sie eine theoretische Verteilung des IQ-Tests wiederspieglen und woanders, wenn es eine empirische Verteilung ist.

Wie werden aus den 51 Testfragen IQ-Werte? Eine wichtige Frage, denn die Fragen messen nicht alle dasselbe. Mindestens linguistische und logisch-mathematische Fähigkeiten, vielleicht auch räumliches Vorstellungsvermögen werden erhoben. Das sind unterschiedliche, nicht äquivalente Bereiche. Wie werden diese Bereiche zueinander abgegrenzt, wie gewichtet? Dass sie gewichtet werden, ist offenkundig, wenn aus 51 richtig beantworteten Fragen ein IQ von >113 werden kann.

Nur ein dummer Journalist, der sich in ein Ergebnis ideologisch verliebt hat, übernimmt es unkritisch und macht sich zum Büttel derer, die ihre Vorgehensweise vermutlich aus guten Gründen nicht transparent machen.

Und was ist mit denen, die diesen Test ausfüllen?
Ein Blick auf die Seite des wahren Ichs, zeigt, dass diejenigen, die sich von dieser Seite angesprochen fühlen, entweder Kinder und Jugendliche sind, die „geilen Sprüchen“ und „Horoskopen“ noch einen Sinn abgewinnen können, oder infantile Erwachsene, die den Sprung in die richtige Welt (noch) nicht geschafft haben. Unter beiden sind diejenigen, die eine Präferenz für die AfD angeben, nicht sonderlich breit gesät. Wir wetten daher, die Stichprobe des wahren Ich hat einen Altersbias und sie hat natürlich einen Schüler- und Studentenbias, denn der Unsinn, den derartige Intelligenztests darstellen, ist vor allem unter Schülern und Studenten und Ewigjungen, also denen, die Thomas Mann als Geck bezeichnet, verbreitet.

Hinzu kommt, das Testergebnis wird durch die Auflösung des Monitors, auf dem man den Test betrachtet, beeinflusst. Die Mustererkennungsfragen können auf einem Smartphone kaum sinnvoll bearbeitet werden, aber viele der Befragten haben den Test auf einem Smartphone bearbeitet.

Kurz: Was der Test misst, ist eine offene Frage, welche Aussagekraft seine Ergebnisse haben, entsprechend auch, nur die Frage, ob man diese Ergebnisse verallgemeinern kann, ist nicht offen: man kann es nicht. Nur ein dummer Mensch versucht, solche fast willkürlich zu nennenden Ergebnisse als Ausdruck des wahren-Ichs, als des Essentialismus‘ zu nehmen, der dieser idiotischen Namensgebung innewohnt.

Und damit sind wir zurück beim Text von Konicz.
Wir zitieren:

„Somit harrt der nun empirisch verifizierte Zusammenhang zwischen rechter Gesinnung und Dummheit weiterer wissenschaftlicher Studien. Gerade angesichts der Streitfrage, in welchen[m] Ausmaß Intelligenz angeboren oder im Zuge der Sozialisation angelernt wird. Zu klären wäre etwa, wie die konkrete rechte Ideologie, die immer mit einfachen Wahrheiten und der Präsentation von Sündenböcken operiert, die kognitiven Fähigkeiten der Betroffenen tangiert.“

Nur ein dummer Mensch spricht von einem empirischen Beweis und benutzt das Wort „verifiziert“ (schon gar nicht angesichts eines solchen Tests). Empirische Tests bestätigen, aber sie verifizieren nichts. Das ist Allgemeinwissen, das nur dumme Menschen nicht teilen. Zudem kann der Test des wahren Ichs nichts bestätigen, was gar nicht Gegenstand des Tests war. Er hat weder „rechte Gesinnung“ noch „Dummheit“ gemessen. Gemessen wurde das, was die Autoren des Tests als Intelligenz ansehen, und das wurde mit einer Präferenz für die AfD in Zusammenhang gebracht. Weder hat ein durchschnittlicher Testwert von 93 (wenn wir einmal davon ausgehen, er gebe einen Hinweis auf Intelligenz) etwas mit Dummheit zu tun, noch hat eine Präferenz für die AfD etwas mit einer rechten Gesinnung zu tun. Beide Mengen sind nicht äquivalent. Nur einem dummen Menschen ist nicht klar, dass man die AfD wählen kann, ohne eine rechte Gesinnung zu haben und in einem Intelligenztest schlecht abschneiden kann, ohne dumm zu sein. Auch in dieser Hinsicht qualifiziert sich Konicz als dummer Mensch.

„Es ist fraglich, ob die[die] es einfach dumme Menschen sind, die sich von der AfD angezogen fühlen. Die zentrale Frage, die der
wissenschaftlichen Klärung harrt, lautet eher, ob die AfD ihre Anhängerschaft durch ihre Ideologie dümmer macht.“

Immer wenn man glaubt, Blödsinn ließe sich nicht steigern, kommt ein Satz von Konicz. Die zentrale Frage, die nach unserer Ansicht der Klärung harrt, ist, ob die Mitgliedschaft in der Telepolis Redaktion Konicz dümmer gemacht hat… Aber Ernst beiseite. Da nichts über den Zusammenhang zwischen Dummheit und AfD-Anziehung bekannt ist, weil beides nicht gemessen wurde, ist der ganze Absatz, in dem sich Konicz angeblich Gedanken macht, Unsinn. Das einzige, was man diesem Absatz entnehmen kann ist, dass Konicz der Ansicht ist, die AfD-Ideologie sei dumm. Nur ein dummer Mensch ist der Ansicht, er könnte anderen sein eigenes Vorurteil unterstellen, ohne dass die anderen das merken, wie Konicz das tut.

„Die AfD wäre somit nicht einfach ein sozialer Magnet, der geringere Intelligenz anzieht, sondern eine Art politische Verdummungsfabrik, die den IQ der Betroffenen langsam, aber sicher in den Keller treibt. Im Umkehrschluss würde dies bedeuten, dass eine Loslösung aus dem Umfeld der AfD auch der geistigen Leistungsfähigkeit der Betroffenen zugute kommen könnte. (Tomasz Konicz)”

Dieser Absatz ist etwas für Psychiater. Uns reicht es festzustellen, dass das einzige, was man diesen Zeilen entnehmen kann, das Bemühen Konics ist, die AfD und die Menschen, die eine Präferenz für die AfD haben, zu diskreditieren. Die Hilflosigkeit, in der er das tut, erinnert sehr an die Diskussion um das Unterschichtenfernsehen, in dem diejenigen, die zum von Dr. habil. Heike Diefenbach als akademisches Prekariat bezeichneten Milieu gehören, versucht haben, ihre vermeintlich höhere Intelligenz als trennendes Merkmal gegenüber einer Unter- und Arbeiterschicht einzuführen, die es längst mit Blick auf Eigentum und Wohlstand überholt hat. Konicz scheint diesem prekären Milieu anzugehören und ein entsprechendes Verlangen zu verspüren, sich über seine vermeintliche Zugehörigkeit zu denen, die in einem haarigen Intelligenztest auf einer Kinder- und Jugendlichenseite besser abgeschnitten haben, von denen, die er unter sich wähnt, zu differenzieren. Das alles sind psychologische Verarbeitungsprozesse, die den Kreis dieses Posts schließen und zu dem Hinweis führen, dass die Diskussion darüber, ob Intelligenz angeboren ist oder nicht, in diesem Zusammenhang wirklich vollkommener Unsinn ist. Selbstverständlich kann man diesen Kreis nicht ohne den Hinweis schließen, dass der Umkehrschluss, von dem Konicz fabuliert, einen Fehlschluss der Bejahung des Konsequens darstellt.

Wie könnte jemand, der weder sprechen noch rechnen kann, die Fragen beantworten, die im Test vom wahren Ich gestellt werden? Gar nicht. Eben. Deshalb sind die Fähigkeiten, die man benötigt, um diese Fragen zu beantworten ERLERNT. Die Frage, ob die Beantwortung der Fragen auf Intelligenz schließen lässt, ist somit zur Frage, ob die erfragten Fähigkeiten einen Rückschluss auf Intelligenz zulassen, geworden. Aber das sind nur Fragen, die sich Menschen stellen, die nicht dumm sind. Konicz stellt sich diese Fragen nicht.

Zur Frage in der Überschrift: Ist Telepolis die Redaktion der minder Intelligenten? Auf Grundlage unserer Einzelfallstudie kann man diese Frage nicht affirmativ beantworten (ohne einen Fehlschluss zu begehen), aber eine kleine grammatische Veränderung des Satzes vom Dativ zum Genitiv macht die positive Antwort korrekt. In jedem Fall wäre wohl eine “Loslösung” der übrigen Redaktion von Tomasz Konicz der geistigen Leistungsfähigkeit in der Redaktion förderlich.

Gardner, Howard (1983). Frames of Mind. New York: Basic Books.

Phares, E. Jerry (1984). Clinical Psychology. Concepts, Methods, and Professionals. Homewood: Dorsey.

Sternberg, Robert J. (1986). Intelligence Applied. San Diego: Harcourt Brace Jovanovic.

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DAK macht’s möglich: Wenn 26 Teenager zu 100.000 Süchtigen erklärt werden

Wir haben auf ScienceFiles schon viele schlechte Studien besprochen. Darunter waren etliche, bei denen die Grenze zur Datenfälschung überschritten war. Die Studie der Deutschen Angestellten Krankenkasse, deren Ergebnisse von FORSA forciert wurden, ist in der Spitzengruppe der Trash-Forschung und Junk-Studien. Das Bemühen, auf Grundlage eines Nanopartikel einen Elefanten herbeizureden, um einen (finanziellen) Vorteil daraus ziehen zu können, ist allgegenwärtig, und die Art und Weise, in der dies geschieht, lässt an der Täuschungsabsicht keinen Zweifel.

Fangen wir vorne an:
Es wird von Sucht geredet, aber keine Sucht gemessen.

„Studie: So süchtig machen WhatsApp, Instragramm und Co.“

Obwohl in der Überschrift von „Sucht“ die Rede ist und im Text auf „wissenschaftliche Kriterien aus den Niederlanden (Social Media Disorder Scale)“ verwiesen wird, kann von Sucht keine Rede sein, denn eine Sucht ist nach wie vor wie folgt definiert (von der American Association of Addiction Medicine):

„Addiction is a primary, chronic disease of brain reward, motivation, memory and related circuitry. Dysfunction in these circuits leads to characteristic biological, psychological, social and spiritual manifestations. This is reflected in an individual pathologically pursuing reward and/or relief by substance use and other behaviors”

Damit eine Sucht attestiert werden kann, ist somit eine körperliche Abhängigkeit, die sich medizinisch nachweisen lässt und im Verhalten niederschlägt, und zwar in einer Weise, die das Individuum nicht mehr zu einem normalen Leben fähig sein lässt, notwendig. Aus der Zustimmung von 12 bis 17jährigen zu fünf von neun Aussagen wie, dass sie im vergangenen Jahr heimlich soziale Medien nutzen, dass sie im vergangenen Jahr soziale Medien nutzen, um nicht an unangenehme Dinge denken zu müssen, dass sie sich im vergangenen Jahr oft unglücklich gefühlt haben, wenn sie keine sozialen Medien nutzen konnten, dass sie im vergangenen Jahr durch die Nutzung sozialer Medien ernsthafte Probleme mit Eltern, Brüdern oder Schwestern oder Freunden [mit irgendjemandem halt] hatten, zu folgern, dass die entsprechenden Jugendlichen „Soziale-Medien-süchtig“ sind, ist vor dem Hintergrund des Alltagsverstands lächerlich und vor dem Hintergrund wissenschaftlicher Lauterkeit nicht zu vertreten.

Aber um wissenschaftliche Lauterkeit geht es nicht. Das wird schon anhand der konspirativen Art und Weise deutlich, in der von „wissenschaftlichen Kriterien aus den Niederlanden“ die Rede ist, die Grundlage der Messung von „Social-Media-Abhängigkeit“ sein sollen. Dabei handelt es sich vermutlich um die Social Media-Disorder-Scale (SMD) die van den Eijnden, Lemmens und Valkenburg entwickelt haben. Die SMD ist nur einer von vielen Versuchen, Sucht im Zusammenhang mit neuen Medien zu einem Thema zu stilisieren. Ein anderes Produkt aus der selben Schmiede ist die CIUS [Compulsive-Internet-Use-Scale], die Gert-Jan Meerkerk et al. (2009) entwickelt haben. Daneben gibt es noch den Internet-Addiction Test (IAT) von Young (1998) oder die Internetsuchtskala (ISS) von Hahn & Jerusalem (2003). Sie alle stellen Versuche dar, Internet- oder Soziale-Medien-Sucht zu messen. Sie alle sind bestenfalls windig. Ihnen allen fehlt ein Beleg dafür, dass sie tatsächlich in der Lage sind, Suchtverhalten zu messen. Sie alle haben einen distinktes Bouquet der Willkür, wie man leicht sehen kann, wenn man in der Aussagenliste, die wir unten (Abbildung) wiedergegeben haben, „soziale Medien“ mit „Tageszeitung“ oder „Fernseher“ oder „I-Pod“ oder „Kaffe“ oder „Tee“ oder „Fahrrad“ ersetzt.

Aber wissenschaftliche Lauterkeit interessiert natürlich die Tugend-Krieger nicht, die auf den Kriegspfad gehen, um Jugendliche vor einer Sucht zu retten, die sie gerade erst für diese Jugendlichen erfunden haben. Ihnen geht es um die eigene moralische Grandeur und das damit verbundene Hysteriepotential. Ihnen geht es darum, Präferenzen und Verhalten gleichzuschalten und Jugendliche aus dem unkontrollierbaren Internet in die Fittiche öffentlich-rechtlicher Sender zurückzuholen.

Wenn es darum geht, hysterisch zu sein über etwas, das es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht gibt, dann dürfen natürlich auch Politiker nicht fehlen. Und wenn es um Sucht geht, dann scheint nichts so billig zu sein, wie die Feststellungen der Drogenschutzbeauftragten, der noch niemand gesagt zu haben scheint, dass ihre persönlichen Erfahrungen keinerlei Grundlage abgeben, um verallgemeinerbar zu sein:

„Ich stelle immer wieder fest, dass Eltern, wenn es um die Onlinenutzung ihrer Kinder geht, Orientierung suchen, und zwar von kompetenter Hand. Kinder müssen lernen, mit digitalen Medien umzugehen. … Klar ist zudem, dass auch der Jugendschutz noch besser auf die Angebote im Netz antworten muss als es bisher gelingt, gerade mit Blick auf die Suchtpotenziale“, sagt Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung.

Klar ist, dass die Sucht von Mortler, in der Presse zu erscheinen, bedenklich ist. Wir stellen immer wieder fest, dass sie bei Themen, die auch nur ansatzweise etwas mit Sucht zu tun haben könnten, die Angewohnheit hat, den Mund aufzumachen und Dinge zu sagen, die in einem umgekehrten Verhältnis zu ihrem Wissen über diese Themen stehen.

Doch zurück zur Studie der DAK.
Dort wird hochgerechnet, wenig wird hochgerechnet, ganz wenig.

Rechnen wir auch ein wenig, um den Irrsinn, der hier Pressemitteilung geworden ist, darzustellen.

Wie immer, wenn in Pressemeldungen die Öffentlichkeit an der Nase herumgeführt werden soll, werden Prozentzahlen genannt: „2,6% der Befragten sind bereits süchtig nach Social Media … Auf alle 12 – bis 17-Jährigen in Deutschland hochgerechnet entspricht dieser Prozentsatz etwa 100.000 Betroffenen“.

Forsa hat 1001 12 bis 17-Jährige für die DAK befragt. Die Behauptung, dass die Befragung „repräsentativ“ sein soll, geht damit wie gewöhnlich einher. Bis zum Beweis des Gegenteils behaupten wir, dass die Befragung von Forsa nicht repräsentativ ist. Es wäre ein wirkliches Kunststück, ein repräsentative Stichprobe einer selegierten Population zu Wege zu bringen. Irgendwie glauben wir nicht, dass Forsa dieses Kunststück zu Stande bringen kann, an dem schon ganz andere gescheitert sind.

Aber die entsprechende unsägliche Repräsentativitätsdiskussion ist gar nicht notwendig, denn die 2,6%, die hier auf 100.000 hochgerechnet werden, sind genau 26 Hanseln (Wir gehen davon aus, dass Forsa von allen 1001 Befragten gültige Antworten vorliegen hat. Das ist eine Annahme zu Gunsten von Forsa, denn normalerweise hat man in Datensätzen rund 10%-15% fehlende Werte).

26 Hanseln zu 100.000 Süchtigen hochzurechnen, das ist vollkommener Unsinn und außer der Drogenbeauftragten der Bundesregierung fällt auf diesen Unsinn vermutlich kaum jemand herein.

Weiter geht es mit Prozentzahlen: „Wer von sozialen Medien abhängig ist, hat ein um den Faktor 4,6 Prozent höheres Risiko, an einer Depression zu erkranken …“

Damit sind wir in der Abteilung Manipulation mit Anzeichen von Betrug angekommen. Nach Depressionen wurde nämlich nicht gefragt. Wie auch: Bist Du depressiv? Hat Dich ein Arzt als depressiv diagnostiziert? Einen solchen Blödsinn fragt nicht einmal Forsa. Entsprechend muss man vermuten, dass diejenigen, die von sich sagen, sie hätten sich im vergangenen Jahr „oft unglücklich gefühlt, wenn sie keine sozialen Medien nutzen konnten“, als depressiv gewertet werden. Was davon zu halten ist, muss man wohl kaum aussprechen. Es reicht festzustellen, dass die DAK ihre Glaubwürdigkeit verspielen zu wollen scheint. Dafür spricht auch der „Faktor 4,6 Prozent“. Der Ersteller der Pressemeldung war offensichtlich nicht ganz firm in Rechnen, dafür aber firm in billigen Manipulationstechniken.

Rechnen wir.
Wir haben 26, die angeblich Soziale-Medien-süchtig sind.
Nehmen wir an, 4 von diesen 26 haben gesagt, dass sie sich ohne soziale Medien oft unglücklich gefühlt haben.
4 von 26 ergibt 15,3%
Es bleiben 975 Restbefragte, die nicht süchtig sind.
Wenn die 4 ein um 4,6 Prozent höheres Risiko an Depression haben, dann müssen 15,3 / 4,6 = 3,3 Prozent der restlichen Befragten auch gesagt haben, dass sie sich oft unglücklich fühlen ohne Soziale Medien.
3.3% von 975 ergibt 32 Befragte.
Und so kommt es, dass nunmehr vier Hanseln dafür verantwortlich sind, dass die vermeintlich Süchtigen ein höheres Depressionsrisiko haben als die nicht Süchtigen, bei denen 32 ein entsprechendes Risiko hätten, wenn man die haarige Behauptung von DAK und Forsa für bare Münze nehmen würde.

Fassen wir zusammen:
Es wird behauptet, Sucht gemessen zu haben, aber es wurde keine Sucht gemessen.
Es werden 26 Befragte zu 100.000 hochgerechnet und 4 Hanseln benutzt, um ein 4,6faches Depressionsrisiko zu behaupten.
Depression bzw. das Risiko von Depression wurde in der Befragung überhaupt nicht erhoben.

Das reicht eigentlich schon, um den Junk in den Orkus zu werfen, in den er gehört. Aber es kommt noch besser.

Machen Sie den Selbsttest anhand der folgenden Skala: Wer mehr als viermal „Ja“ sagt, der ist süchtig.

Die Skala erinnert etwas an das Täterprofil, das der Stupendous Yuppi in Clyde Bruckman’s final Repose erstellt, der Täter ist ein white male, age seventeen to thirty-four, with or without a beard, maybe a tattoo… who’s impotent.

Und – man muss ergänzen – er ist vermutlich süchtig nach dem Internet oder nach Sozialen Medien oder nach Ruhm, oder Ruhe, nach Pressemeldungen, Öffentlichkeit, Geld, Hilfsbedürftigen, Beitragszahlern … irgendetwas wird es schon sein!

Eijnden, Regina JJM van den, Lemmens, Jeroen S. & Valkenburg, Patti M. (2016). The Social Media Disorder Scale. Computers in Human Behavior 61: 478-487.

Hahn, André & Jerusalem, Matthias (2003). Reliabilität und Validität der Online-Forschung. In: Theobald, Axel, Dreyer, Marcus & Starsetzki, Thomas (Hrsg.). Online Marktforschung. Theoretische Grundlagen und praktische Erfahrungen. Wiesbaden: Gabler, S.161-186.

Meerkerk, Gert-Jan, van den Eijnden, Regina J. J. M., Vermulst, Ad A. & Garretsen, Henk F. L. (2009). The Compulsive Internet Use Scale (CIUS): Some Psychometric Properties. CyberPsychology & Behavior 12(1): 1-6.

Young, Kimberley S. (1998). Caught in the Net: How to Recognize the Signs of Internet-Addiction – and a Winning Strategy for Recovery. New York: Wiley.

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