Man wird den Verdacht nicht los, dass eine Krankenhausbehandlung von Kindern und Jugendlichen WEGEN einer psychischen Erkrankung oder einer Verhaltensstörung eine Art Surrogat, Ersatz für Erziehung darstellt, dass überforderte Vertreter staatlicher Institutionen oder überforderte Eltern versuchen, ihre Kinder über diese Schiene erziehungstechnisch zu entsorgen.
Die damit einhergehende Stigmatisierung als „Psychokrüppel“ ist in einer Gesellschaft, die psychische Erkrankungen unter Kindern in so großer Zahl und zunehmend größer werdenden Zahl zu produzieren imstande ist, wie das die deutsche Gesellschaft zu sein scheint, offenkundig kein Problem mehr. Sind erst einmal genug Kinder und Jugendliche als psychisch oder verhaltensgestört etikettiert, dann fällt das eigene Kind gar nicht mehr auf.
Das Statistische Bundesamt hat vor einger Zeit die aktuellen Diagnosedaten der Krankenhäuser, aktuelle Diagnosedaten, das sind beim Statistischen Bundesamt Daten aus dem Jahr 2024, für Behandlungen, ambulant oder stationär, in Krankenhäusern veröffentlicht, die eine psychische oder Verhaltensstörung zum Anlass hatten.
Die Deutschen bringen immer mehr psychische und verhaltensgestörte Kinder und Jugendliche hervor. Oder muss man davon ausgehen, dass immer mehr Kinder und Jugendliche, um sich Erziehungsprobleme vom Hals zu schaffen oder als Psychologe ein Auskommen zu verschaffen, in entsprechende Behandlungsschienen delegiert werden?
Die Zahl der Psychotherapeuten mit Kassenzulassung, eine recht gut gehütete Zahl im Übrigen, ist über die letzten Jahre deutlich gestiegen. Die folgende Abbildung ist eine Berechnung des Trends auf Basis der Verfügbaren (zum Teil voneinander abweichenden Daten von Destatis und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung).
Mit der Zahl der Psychotherapeuten nimmt zwangsläufig die Zahl der Diagnosen zu. Ob die Zahl der TATSÄCHLICH psychologisch oder Verhaltensgestörten damit auch zunimmt, oder die Zahl der Diagnosen relativ unabhängig von der Zahl der tatsächlich Erkrankten zunimmt, ist eine andere Frage.
Fakt ist, dass im Vergleich der Jahre 2004 und 2024, wie die oben verlinkte Pressemeldung des Statistischen Bundesamts zeigt, die Zahl der wegen einer psychischen oder Verhaltensstörung in einem Krankenhaus behandelten Kinder und Jugendlichen im Alter von 10 bis 19 Jahren um 36,5% zugenommen hat, von ~ 85.200 auf ~ 116.300 gestiegen ist.
Modediagnose bereits unter Kindern und Jugendlichen ist die DEPRESSION.
Rund 29,1% (~ 33.900) der 116.300 Kinder und Jugendlichen, die 2024 wegen einer psychischen oder Verhaltensstörung in einem Krankenhaus behandelt wurden, wurden wegen einer Depression behandelt.
Irre.
Eine Gesellschaft, die zunehmend mehr depressive Kinder und Jugendliche hervorbringt, und das, obschon die Zahl der psychologischen Betreuungs- und Unterstützungsangebote bereits in Schulen und Kindergärtern über die letzten Jahre erheblich zugenommen hat. Fast, dass man den Eindruck haben könnte, das gestiegene Angebot sei für die erhöhte Nachfrage verantwortlich, Depression, andere psychische und Verhaltensstörungen stellen sich umso häufiger ein, je mehr Schulpsychologen in Schulen psychologisieren und je mehr Psychotherapeuten bereits Kinder und Jugendliche zum Ziel ihrer Bemühungen machen.

