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Opfertod für die Umwelt: Geschätzte 18,7 Millionen tote Fledermäuse aufgrund von Windenergieanlagen in den Jahren 1981 bis 2024 in den USA

By Srburke - Own work, CC BY-SA 4.0, Link

Gerade geht die Meldung über die Ergebnisse einer Studie durch die Medien, in der die Forscher eine erschreckende Anzahl von Fledermäusen festgestellt haben, die durch Windkraftanlagen in den USA ermordert wurden.

Die Studie von Charles J. Labuzzetta, Ashton M. Wiens, Bradley J. Udell und einer ganzen Reihe von Ko-Autoren wurde am 26. Oktober 2026, veröffentlicht und trägt den Titel „The Scope and Severity of Bat Fatalities at US Wind Energy Facilities„, d.h. etwa „Umfang und Schwere der Todesfälle von Fledermäusen an US-Windenergieanlagen“. Sie ist auf den Webseiten der Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America“ (PNAS) frei zugänglich zum Lesen und Herunterladen.

Die Zusammenfassung der Studie lautet – übersetzt in die deutsche Sprache und unter Auslassung technischer Aspekte – so:

Quelle: Acer Ecology
90% der von Windturbinen getöteten Fledermäuse verbluten innerlich. Der vor einem Windrad reduzierte Luftdruck lässt ihre Lungen expandieren. Dadurch platzen Adern und Venen.

„Windkraftanlagen sind eine der Hauptursachen für den Tod von Fledermäusen in den Vereinigten Staaten, doch das Ausmaß und die artspezifischen Muster dieser Todesfälle sind nach wie vor schlecht quantifiziert, da die Überwachung standortspezifisch, nicht standardisiert und nicht für die Synthese auf Landschaftsebene konzipiert war. In der bislang umfassendsten Analyse haben wir 499 Überwachungsberichte nach Baubeginn zusammengefasst und ein bayesianisches hierarchisches Multispezies-Framework mit einem angepassten N-Mischungsmodell entwickelt, um Informationen standortübergreifend zu bündeln und die Gesamtzahl der Todesfälle für zehn Fledermausarten in den angrenzenden Vereinigten Staaten von 1981 bis 2024 zu schätzen. Unsere Analyse prognostiziert für diesen Zeitraum etwa 18,7 Millionen Todesfälle von Fledermäusen, wobei die artspezifischen Gesamtzahlen wesentlich höher sind als bisher geschätzt … Obwohl weiterhin Einschränkungen und Unsicherheiten bestehen, könnte das Ausmaß der prognostizierten Todesfälle mit den Gesamtverlusten durch das Weißnasensyndrom vergleichbar sein, einer weiteren großen Bedrohung für die nordamerikanischen Fledermauspopulationen. Diese Bedrohungen betreffen weitgehend verschiedene Arten, was darauf hindeutet, dass sich ihre Auswirkungen verstärken könnten, aber aktualisierte Folgenabschätzungen auf Populationsebene könnten potenzielle kumulative Auswirkungen aufdecken. Unsere Schätzungen der artspezifischen Kovariatenbeziehungen mit der rotorgefegten Fläche, der Bodenfreiheit, der Landbedeckung und der Nähe zu Flüssen zeigen Möglichkeiten auf, durch Konstruktion und Standortwahl von Windkraftanlagen zur Reduzierung der Auswirkungen beizutragen. Diese Arbeit legt einen verallgemeinerbaren Rahmen auf Landschaftsebene für die Bewertung von Wildtiersterben in Windenergieanlagen fest und zeigt auf, wie koordinierte Überwachung, Datenaustausch und Folgenabschätzungen auf Bevölkerungsebene die Naturschutzbemühungen weiter beeinflussen könnten.“

Die 499 Überwachungsberichte, die die Autoren ausgewertet haben, stammen von 277 Windenergieanlagen und aus den Jahren 1996 bis 2024, aber diese Berichte unterschätzen die Zahl der getöteten Tiere, denn Tierleichen werden, z.B. in hohem Grasbewuchs, übersehen oder sind nicht mehr vorhanden, weil Aasfresser sie bereits beseitigt haben. Die Autoren haben einen statistischen Ansatz gewählt, der versucht, die fehlenden Daten zu schätzen. Zudem haben sie eine Schätzung darüber angestellt, wie viele Fledermäuse durch Windkraftanalagen im ganzen Land von 1981 bis 2024 getötet worden sind, also retrospektiv über das Jahre 1996 hinausreichend und inklusive Windenergieanlagen, bei denen keine Überwachung der Tieropfer stattgefunden hat. Dabei haben sie auf der Basis der US Wind Turbine Database rekonstruiert, wann Windenergieanalagen in Betrieb genommen wurden und wann sie aus dem Betrieb genommen wurden. Sie identifizierten ein Minimum von 84.234 Windturbinen und 1.218.598 Operationsjahren von Windturbinen. Anschließend wandten die Autoren ihr statistisches Modell auf diese „historische Turbinenpopulation“ an, wobei sie (auch) für diese „historische Turbinenpopulation“ eine Reihe von Standortbedingungen und technischen Eigenschaften der jeweiligen Anlagen berücksichtigten.

Das Ergebnis der Autoren: 18.696.140 tote Fledermäuse in der Zeit von 1981 bis 2024 in den USA (mit einem 95%-Konfidenzintervall zwischen 13.294.354 und 25.699.968; Labuzzetta et al. 2026: S. 4 von 12).

Annual species-specific bat fatalities predicted for ten species across all analyzed wind energy facilities from 1981 to 2024. The shaded regions indicate approximate 95% credible intervals for each annual prediction. Panel (A) includes eastern red bat (Lasiurus borealis), hoary bat (Lasiurus cinereus), silver-haired bat (Lasionycteris noctivagans), and big brown bat (Eptesicus fuscus) with shared y-axes across the four species. Panel (B) includes evening bat (Nycticeius humeralis), little brown bat (Myotis lucifugus), and tricolored bat (Perimyotis subflavus) with an independent y-axis for each species. Panel (C) includes northern long-eared bat (Myotis septentrionalis), Indiana bat (Myotis sodalis), and Seminole bat (Lasiurus seminolus) with an independent y-axis for each species; Labuzetta et al. (2026);

„Our sample was nonrandom, and the predictors may not have captured all heterogeneity across the spatial and temporal of our hindcasted predictions. However, our approach provides the most robust method known to date for estimating the magnitude of bat fatalities due to wind energy in the United“ (Labuzzetta et al. 2026: S. 8-9 von 12),

so schreiben die Autoren, d.h. etwa:

„[u]nsere Stichprobe war keine Zufallsstichprobe, und die Prädiktoren haben möglicherweise nicht die gesamte Heterogenität über den räumlichen und zeitlichen Bereich unserer rückprognostizierten Vorhersagen erfasst. Unser Ansatz bietet jedoch die bislang robusteste Methode zur Schätzung des Ausmaßes der Todesfälle bei Fledermäusen aufgrund von Windenergie in den Vereinigten Staaten“.

Eine Schätzung ersetzt keine akkurate Zählung, aber die Autoren haben offenbar sorgfältig geplant, wie sie ihre Fragestellung bearbeiten wollen. Sie haben ein ziemlich ausgefeiltes statistisches Modell erstellt, sich darum bemüht, die verfügbaren Daten zu sammeln, Beobachtungsverzerrungen zu korrigieren etc. Das gibt uns immerhin guten Grund, die Schätzung ernster zu nehmen als wir es tun müssten, wenn eine einfache Extrapolation aus einigen beobachteten Sterblichkeitsraten vorgenommen worden wäre. Und selbst am untersten Rand des Konfidenzintervalls ist die Zahl der toten Fledermäuse (der zehn berücksichtigten Spezies) erschreckend.

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