Nicht nur werden auf dieser Seite die schon 2013 von Bellebaum et al. als besorgniserregend bezeichneten Auswirkungen von Windturbinen auf die Lebenserwartung von Vögeln thematisiert, die Daten, die es zu Vögel, deren Leben durch einen Rotorflügel einer Windturbine vorzeitig beendet wurde, werden auch gesammelt und als Excel-Datei zur Verfügung gestellt.
In der Datei, die seit 2002 in Buckow, einem Ortsteil von Nennhausen (nicht, dass das die Zuordnung erleichtern würde) geführt wird, sind mittlerweile 5.341 von Windturbinenen getötete Vögel verzeichnet. Die Top-25 der Windturbinenopfer, die man auf Grundlage dieser Daten berechnen kann, sieht so aus:
Greifvögel sind mit weitem Abstand die häufigsten Opfer von Vogelschreddern. Mehr als 800 Bussarde und Rotmilane wurden seit 2002 in die Datenbank in Buckow aufgenommen. Und ich habe keinen Zweifel, dass es nun die ersten von denen geben wird, die individuelles Leben gering schätzen und deshalb anmerken, dass 800+ Vögel in 24 Jahren nicht viel sind.
Indes, die Daten aus Buckow geben bestenfalls einen Hinweis auf die Opfer aus der Welt der Gefiederten, die am sichtbarsten sind. Ein klassischer Effekt von Salience, der auf einem Trichter aufbaut, der sich so darstellt:
Der Kadaver eines von einem Windrad getöteten Vogels liegt in begehbarem Gelände;
Aasfresser sind nicht schneller als derjenige, der den Vogelkadaver findet.
Derjenige, der den Vogelkadaver findet, geht genau dort entlang, wo sich der Kadaver befindet.
Er ist in der Lage, den Kadaver als Vogelschredder-Opfer zu identifizieren.
Er meldet den Kadaver als Opfer der Windkraft an das Landesamt in Brandenburg.
Ein Trichter, der so eng ist, dass man sich fragt, welcher Ausschnitt der Wirklichkeit in Buckow eigentlich dokumentiert wird, wie groß der Anteil der dokumentierten Opfer, das Hellfeld, wenn man so will, im Vergleich zum Anteil der nicht-dokumentierten Opfer, dem Dunkelfeld, ist?
Der genannte Trichter ist nicht der einzige: Vögel, die von Offshore-Vogelschreddern getötet werden, sind quantitativ so gut wie nicht zu bestimmen, weshalb es seit mehreren Jahren nicht mehr versucht wurde. Systematische Versuche über Bestände von Seevögeln die Anzahl der Ermordeten zu schätzen, wie es sie im Vereinigten Königreich gab, wurden seither nicht mehr wiederholt.
Man will nicht wissen, wie viel Verheerung stattfindet.
Dass Greifvögel und andere große Vögel häufiger gefunden werden als Singvögel und kleine Vögel ist nicht verwunderlich, denn zum einen sind große Vögel schwerer zu übersehen als kleine Vögel, zum anderen sind kleine Vögel leichter für Aasfresser zugänglich. Kurz: Die Zahlen aus Buckow sind weit unterschätzt. Wie weit unterschätzt diese Zahlen sind, das kann man u.a. vor dem Hintergrund von PROGRESS quantifizieren: PROGRESS – Prognosis and Assessment of Collissionrisk of Birds at Onshore Wind Turbines in Northern Germany, ist eine Studie, die in den Jahren 2011 (ab November) bis 2015 (Juni) durchgeführt wurde. Der Bericht zur Studie erschien 2016:
Die Studie ist bis heute einmalig geblieben, und die im Rahmen der Studie festgestellten und hochgerechneten Zahlen von Windturbinen-Opfern, 7.800 Mäusebussarde, 11.000 Ringeltauben und 11.800 Stockenten, die auf dem Ausbaustand von 2014 in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg basieren, ist bis heute nicht repliziert worden. Man will nicht wissen, welches Zerstörungswerk durch eine Wahnidee in uneffizienter Energiegewinnung geleistet wird.
Es ist seither bei wenigen punktuellen Studien geblieben, etwa der oben bereits zitierten Studie von Bellebaum et al. (2013), die 2012 617 von 3.044 in Brandenburg bereits errichtete Anlagen abgesucht haben und z.B. für Rotmilane auf die Zahl von 308 getöteten Tieren in nur einem Jahr kamen (wobei das Vertrauensintervall von 159 bis 488 reicht). Vergleicht man die 308 getöteten Milane, die Bellebaum et al. (2013) errechnet haben, mit den 831 Rotmilanen, die in der Datenbank in Buckow über 24 Jahre erfasst wurden, dann ergibt sich eine Abweichung von 7.392 – 831 = 6561 Tiere, mit anderen Worten, die Datenbank unterschätzt die Anzahl der von Windturbinen getöteten Rotmilane um rund 90%, wenn man die Zahlen von Bellebaum et al. (2013) zugrunde legt und nicht berücksichtigt, dass seither weitere Windturbinen hinzu gekommen sind.
Wir haben vor dem Hintergrund der veröffentlichten Ergebnisse und unter Hinzuziehung von neueren Studien, wie sie z.B. im Rahmen von LIFE EUROKITE zu finden sind:
versucht, die Zahl der jährlich in Deutschland von Windturbinen getöteten Vögel insgesamt und für einzelne Spezies hochzurechnen. Das Ergebnis sieht so aus:
Vor dem Hintergrund, dass Daten, wie sie in PROGRESS veröffentlicht sind, auf rund 67% Fehler basieren, da nur 33% der Flächen im Projekt berücksichtigter Windparks auch tatsächlich begangen wurden, ist unsere Schätzung sehr konservativ. Die tatsächliche Zahl getöteter Vögel hat eine Wahrscheinlichkeit von 65% bis 75% oberhalb von 110.000 und im Bereich von 140.000 zu liegen.
Das sind, wie gesagt, jährliche Opferzahlen, Verluste, die bei manchen Vogelarten in den Bereich von 4% des Bestands reichen, der als bestandsgefährdend angesehen wird, Verluste, die man vorort bereits anhand von verschwundenen Arten, entweder, weil Altvögel getötet wurden oder weil ansässige Paare, das gilt vor allem für Greifvögel, ihr Revier verlegt haben, sehen kann.
Das alles, um einen Wahn in Klima zu befriedigen, Steuerzahler um Milliarden zu berauben, die wiederum in Formen der Energiegewinnung gesteckt werden, die weder in der Lage sind, eine moderne Industriegesellschaft zu reliabel zu versorgen noch in irgend einer Weise geeignet sind, um den vorhandenen Lebensstandard auch nur zu halten.
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