Auszählungen zum Leseverhalten sind immer aufschlussreich, lassen sie doch Schlüsse über die Wahrnehmung von Informationsquellen und über die Interessen derjenigen, die die entsprechenden Informationsquellen nachfragen, zu.
Und entsprechend wissen wir, dass Wikipedia für 20.264.610 englischsprachige, 5.694.946 deutschsprachige und 2.514.702 russischsprachige Nutzer ein Todesanzeiger ist. Sie lesen den Nekrolog für 2015 bzw. die Liste der Toten pro Jahr, interessieren sich also in erster Linie für Todesanzeigen. Entsprechend muss man schließen, dass für viele Wikipedia so etwas wie ein Zentralanzeiger der Verstorbenen ist, ein Ort, ein virtueller Friedhof, auf dem man zwar keine Grabsteine betrachten, aber doch die Namen der Toten bestaunen oder bewundern kann.
Ob sich die Online-Enzyklopädie ob dieser Entwicklung auch offiziell ein neues Image, sagen wir ein morbides oder nekrophiles Image gibt, wird abzuwarten bleiben.
Ein Blick auf die sonstigen Suchbegriffe bzw. die Kategorien, denen die einzelnen Artikel zugerechnet werden können, hat – unterschieden nach Sprachen, folgendes Aussehen:
Englischsprachige Leser:
Todesanzeigen
Film und Fernsehen
Soziale Medien
Islamischer Staat
Landeskunde
Spanischsprachige Leser:
Sport
Weltkriege
Chemie
Landeskunde
Film und Fernsehen
Deutschsprachige Leser:
Todesanzeigen
Landeskunde
Film und Fernsehen
Islamischer Staat
Computer IT
Russischsprachige Leser:
Soziale Netzwerke
Landeskunde
Todesanzeigen
Politik
Film und Fernsehen
Französischsprachige Leser:
Islamischer Staat
Soziale Medien
Film und Fernsehen
Französische Autoren
Landeskunde
Italienischsprachige Leser:
Film- und Fernsehen
Landeskunde
Politik
Islamischer Staat
Astronomie
Wikipedia ist neben Todesanzeiger also noch ein Blatt für Fernseh- und Filmnachrichten. Wissenschaftliche Themen schaffen es in den wenigsten Sprachen in die Top-10 der Beiträge, Themen der Politik ebenso selten. Lediglich der Islamische Staat hat es geschafft, intensiv genug auf sich aufmerksam zu machen, so dass er in die Phalanx aus Todesanzeigen, Film- und Fernsehnachrichten, die die Leser von Wikipedia dort nachfragen, einbrechen konnte.
Irgendwie stellt man sich unter einer Enzyklopädie etwas anderes als einen Todesanzeiger und ein Programmheft für Film- und Fernsehen vor…
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Hahaha, auweia, ich habe in meinem Chrome – neben Onlinebanking, Feedly, Wetter u. a. – sogar einen „Deaths“-Button auf meiner Bookmarks-Leiste, und er ist einer der ersten, auf die ich morgens klicke. Was sagt das wohl über mich aus?
Das ist auch hier bei uns eine Art Volkssport. In der hiesigen Zeitung werden in der Regel zuerst die Todesnachrichten gelesen. Auch auf dem zugehörigem Online-Portal dieses Blattes sind Todesanzeigen öffentlich einsehbar.
Es heißt, der Tod muß ein Wiener sein und den Wienern wird ein morbides Verhältnis zum Tod nachgesagt. Was das wohl bedeutet?
Vielleicht, das Menschen, die Angst vor dem Tod haben, die Todesanzeigen lesen um zu wissen: Hurra! Ich lebe noch! Oder vielleicht würden mancher selbst gerne mal in der Zeitung stehen mit einem rührenden Nachruf. Besser irgendeine Aufmerksamkeit als gar keine.
Aber das sind natürlich alles nur Spekulationen.
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[…] Wikipedia ist hauptsächlich ein Todesanzeiger […]
Hahaha, auweia, ich habe in meinem Chrome – neben Onlinebanking, Feedly, Wetter u. a. – sogar einen „Deaths“-Button auf meiner Bookmarks-Leiste, und er ist einer der ersten, auf die ich morgens klicke. Was sagt das wohl über mich aus?
Das ist auch hier bei uns eine Art Volkssport. In der hiesigen Zeitung werden in der Regel zuerst die Todesnachrichten gelesen. Auch auf dem zugehörigem Online-Portal dieses Blattes sind Todesanzeigen öffentlich einsehbar.
Es heißt, der Tod muß ein Wiener sein und den Wienern wird ein morbides Verhältnis zum Tod nachgesagt. Was das wohl bedeutet?
Vielleicht, das Menschen, die Angst vor dem Tod haben, die Todesanzeigen lesen um zu wissen: Hurra! Ich lebe noch! Oder vielleicht würden mancher selbst gerne mal in der Zeitung stehen mit einem rührenden Nachruf. Besser irgendeine Aufmerksamkeit als gar keine.
Aber das sind natürlich alles nur Spekulationen.