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Wahlrechtsrevolution: Ein Vorschlag, um das parlamentarische System umzukrempeln

Seit längerem diskutieren wir darüber, wie man das derzeitige parlamentarische System davor retten kann, vollständig vor die Hunde zu gehen, noch mehr zur Beute der Parteien zu werden, als das derzeit bereits der Fall ist.

Die radikale Veränderung des Wahlsystems, die wir in diesem Post vorschlagen, eine Variante von mehreren, die wir diskutieren, ist ein Schritt, um die Parteienkollusion und die Bildung informeller Opportunismus-Strukturen zwischen Parteien, die sich auf Jahre eine sichere Einkommensquelle geschaffen haben, zu verhindern, um politische Korruption zu reduzieren.

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Das Ziel, die Institutionalisierung von Parteiinteressen, die notwendig zu politischer Korruption führt, sei es als Verkauf politischer Gefallen, sei es als Kollusion zwischen Parteien, die das Wahlrecht dahingehend unterläuft, dass, egal, welche Partei gewählt wird, die Politik immer dieselbe ist, scheint uns das wichtigste Ziel auf dem Weg einer re-Demokratisierung eines vor die Hunde gegangenen politischen Systems zu sein.

Beginnen wir mit den Randbedingungen.

Im Folgenden haben wir zwei Berechnungsbeispiele, die für zentripetalen und zentrifugalen Parteienwettbewerb zeigen, wie sich durch diese neue Methode der Berechnung von Sitzen im Parlament, dessen Zusammensetzung verändern könnte. Ein zentripetaler Wettbewerb ist durch eine Ansammlung der meisten Parteien in der Mitte des politischen Spektrums ausgezeichnet. Es gibt zudem einige Randparteien. Ein zentrifugaler Wettbewerb sieht in seiner Reinform zwei Blöcke von Parteien, die sich antagonistisch gegenüberstehen.

Die folgende Tabelle zeigt die Berechnung der Anzahl der Parlamentarier nach unserem neuen System

Die wohl auffälligste Veränderung ist die Tatsache, dass Parteien, die die fünf Prozent Hürde nicht überspringen, dennoch im Bundestag / Parlament vertreten sind (und zwar entsprechend dem Anteil der Stimmen, die auf sie entfallen sind. Im Beispiel sind das 5% auf mehrere Parteien, die nicht im Parlament vertreten sind (NV) verteilt. Dies entspricht 32 Sitzen im neuen Parlament, die auf die verschiedenen Kleinparteien gemäß ihres Anteils verteilt werden). Als Kleinparteien sind sie nur Gegenstand der Erststimme. Die Möglichkeit, eine Parteiaversion zum Ausdruck zu bringen, ist auf Parteien, die mehr als fünf Prozent der Stimmen erhalten haben und im letzten Parlament vertreten waren, beschränkt. Die Unterschiede zwischen einem zentripetalen Wettbewerb (Parteien und Wähler rücken zusammen) und einem zentrifugalen Wettbewerb (Parteien und Wähler sind polarisiert) wird in den folgenden Abbildungen noch etwas deutlicher:

Wandert die Stimmung in Parteien und in einer Gesellschaft zur politischen Harmonie, ebnen sich ideologische Unterschiede also ein, dann „bestraft“, wenn man so will, unser neues Wahlsystem die extremen Parteien und belohnt kleine Parteien, was dazu führen sollte, dass die Parlamentarier großer Parteien sich bemühen werden, die eigenen Politiken von denen anderer Parteien abzugrenzen. Als Ergebnis polarisiert sich das Parteiensystem. Die Unterschiede zwischen den Anbietern im politischen System werden wieder größer, die Gefahr einer Parteienkollusion damit erheblich reduziert.

Wir stärken mit unserem Wahlsystem kleine Parteien, um frischen Wind in das Parlament zu bringen, um es Bürgern zu ermöglichen, ohne den Aufwand einer umfangreichen Parteibildung in ein Parlament einzuziehen und sich dort Gehör verschaffen zu können. Das hat zur Folge, das größere oder große Parteien responsiv für die neuen Inhalte, die mit kleinen Parteien in das Parlament kommen, sein müssen, um der Gefahr vorzubeugen, bei der nächsten Wahl mit einer deutlich größeren „neuen“ Partei konfrontiert zu sein. Neben der erhöhten Responsivität stellen kleine Parteien auch eine Möglichkeit bereit, Parteiensysteme, die in zentripetale Eintönigkeit abdriften, zurück in den Wettbewerb, der eine politische Polarisierung voraussetzt, zu drängen.

Die folgende Abbildung zeigt die Zusammensetzung des Bundestags, die sich nach dem neuen von uns vorgeschlagenen Wahlrecht für die beiden Formen des politischen Wettbewerbs, also zentripetalen und zentrifugalen Wettbewerb ergäbe und stellt sie der derzeitigen Sitzverteilung gegenüber.

Deutlich zu sehen ist die größere Relevanz kleiner Parteien im zentrifugalen Wettbewerb, der – wenn man so will – die Zielfunktion ist, denn zentripetaler Wettbewerb, der Parteien zu Anbietern desselben Waschmittels in unterschiedlicher Verpackung macht, läutet gemeinhin den Niedergang eines Parteiensystems und die Etablierung von politischer Korruption ein, etwas, das wir mit den eingangs zitierten Maßnahmen und durch die Forcierung oder Belohnung eines zentrifugalen Wettbewerbs verhindern wollen, was vornehmlich dadurch geschieht, dass unser Wahlrecht kleine Parteien dann stärkt, wenn größere Parteien auf Schmusekurs sind. Wenn große oder größere Parteien also wachsen wollen, müssen sie den Schmusekurs beenden und die Unterschiede zwischen sich und anderen Parteien betonen, um Wähler zu begeistern.

Bislang ist das alles eine sehr grobe Skizze.
Wir stellen Sie dennoch zur Diskussion und sind auf die Reaktionen gespannt.


 

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