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Komm‘ wir retten die Welt: Soziologie im infantilen Endstadium

Soziologie, für alle, die sich nicht mit der Materie befassen, ist die Wissenschaft der sozialen Fakten, der sozialen Beziehungen, die Wissenschaft, die dieses Miteinander erklären will. Max Weber hat dies auf eine sehr griffige Formel gebracht:

„Soziologie (im hier verstandenen Sinne dieses sehr vieldeutig gebrauchten Begriffes) soll heißen: eine Wissenschaft, welche soziales Handeln deutend verstehen und dadurch in seinem Ablauf und in seinen Wirkungen ursächlich erklären will“, wobei soziales Handeln immer ein sinnhaftes auf andere bezogenes oder gerichtetes Handeln ist.
Eigentlich ganz einfach.
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Indes, die einfache Bestimmung des Gegenstands von Soziologie ist in den letzten Jahrzehnten unter die Räder gekommen, denn es hat beginnend mit der Entdeckung der Postmoderne für die Soziologie das verstehende Kaffeekränzchen Einzug gehalten, dessen Gegenstand der Austausch der Sicht auf die Welt, wie sie dem jeweils Sprechenden vorkommt, geworden ist. Versuche zu erklären, die notwendig mit der Forderung einer Nachvollziehbarkeit, was wiederum ihre Verankerung in Daten quasi voraussetzt, einhergehen, wurden weitgehend aufgegeben und durch Geschwätz ersetzt, Geschwätz, das sich durch die folgenden Merkmale auszeichnet:

Wir haben heute beim Lesen des RSS-Feeds der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, also der Hinweise, die denen, die derzeit die Konkursmasse verwalten, besonders wichtig erscheinen, einen Link auf ein Interview in der Taz gefunden, das mit Simon Teune geführt wurde, einem jener Soziologen, die man gefahrlos nach dem Zweck von Soziologie fragen kann, wissend, dass eine persönliche Einschätzung, keine Beschreibung des Gegenstand des Faches folgen wird.
Das Interview ist für all diejenigen, die die Prämissen, dass der Sommer 2023 der heißeste seit Menschen Gedenken gewesen sei, dass Extremwetter und Klimakatastrophen im Stundentakt aufgetaucht seien, nicht teilt, schwer erträglich. Aber zuweilen muss man sich solchen Mist zumuten, um der Nachwelt die Ursachen zu überbringen, die letztlich den Untergang des Westens herbeigeführt haben. Übrigens, was das Extremwetter betrifft: Es war extrem, extrem kalt und nass.
Aber das ist nur die Beobachtung, die vermutlich viele unserer Leser teilen. Eine Beobachtung, von der man wissen muss, dass sie ideologischen Vorgaben, klimatologischen Modellrechnungen und der Einbildung all derer, die einen menschengemachten Klimawandel herbeisehnen, um ihre Todessehnsucht ausleben zu können, in dem sie so viele Menschen wie nur möglich schädigen, widerspricht. Deshalb muss sie falsch sein. Wo Ideologie herrscht, werden immer falsche Dinge als Fakten ausgegeben.
In diesem Interview, in dem Interviewer und Interviewter die Sorgen teilen, dass die Klimabewegung im Sande verlaufen und Just Stop Oil noch den letzten, der diesen Irren einst zumindest nicht negativ gegenüber gestanden hat, verärgern könnte, findet sich die folgende Passage von Teune:

„Die Klimabewegung und diejenigen, die es mit Klimapolitik ernst meinen, sind mit einer großen Herausforderung konfrontiert. Sie müssen innerhalb von sehr kurzer Zeit und gegen massiven Widerstand eine radikale Transformation durchsetzen. Dafür muss man klar sagen, in welcher Situation wir uns befinden, sodass die Menschen sich von den einzelnen Maßnahmen nicht nur bedroht fühlen, sondern für sich darin auch eine positive Perspektive sehen. Sie haben es zu Beginn gesagt, dieses Jahr hat sehr deutlich gezeigt, womit wir in Zukunft rechnen müssen. Die Verwüstungen durch Extremwetterereignisse sind das eine. Es ist aber auch absehbar, dass die Konflikte, die mit der Klimakrise einhergehen, beträchtlich sein werden. Davon werden alle Menschen betroffen sein. Jeder Zehntelgrad weniger wird die Entwicklung abmildern. Das muss die Perspektive sein, mit der Maßnahmen angegangen werden.“

Diese Leute sind Angehörige eines Kultes.
Kultmitglieder fühlen sich gemeinhin im Besitz einer Wahrheit, die Ungläubige nicht teilen, weshalb Kultmitglieder denken, sie müssten Ungläubige oder in den Worten von Teune „die Menschen“ missionieren und wenn sie sich nicht missionieren lassen, eliminieren. Denn auf dem verheisenen Weg, der dieses Mal nicht ins Paradies, sondern in die Entbehrung führt, in Armut und Elend, sind diejenigen, die nicht in Armut und Elend ziehen wollen, willentlich nicht in Armut und Elend ziehen wollen, weil es nicht notwendig ist, ein Problem, das der „radikalen Transformation“ im Wege steht.

Dabei wäre die radikalste Transformation dann gewonnen, wenn man Leute wie Teune, die auf Basis von – gehen wir einmal davon aus, sein Extremwetter des laufenden Jahres hätte es gegeben – genau EINEM Beobachtungsdatum wissen, „womit wir in Zukunft rechnen müssen“, ruhigstellen und von ihren von Steuerzahlern finanzierten Positionen entfernen würde, um sie einer sinnvollen Tätigkeit zuzuführen, einer, die ihren Intellekt nicht so hoffnungslos überfordert wie es der Versuch, Soziologe zu sein, offenkundig tut. Vielleicht könnte man Herrn Teune am Eingang zum Ministerium für Bildung und Forschung festkleben, als Mahnmal für den Niedergang der akademischen Zunft in Deutschland.

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Nicht nur weiß Teune auf Basis seiner Beobachtungen des laufenden Jahres, „womit wir in Zukunft rechnen müssen“, er weiß auch, dass die Zukunft Konflikte bringen wird, von denen „alle Menschen betroffen sein“ werden. Alle, auch Bill Gates. Am Ende geht Obamas Villa in Martha’s Vineyard in Flammen auf? Fragen wir Herrn Teune, um Sicherheit zu erlangen. Und weil das Klima des Planeten wie das Stellrad der heimischen Heizung funktioniert, deshalb kann man mit jedem Zehntelgrad „die Entwicklung abmildern“.

Welche Entwicklung?
Na, die Entwicklung.

Die Entwicklung der Inhalte der Amazon-Pakete, die immer wenn sie zerbrechlich sind, einer unglaublichen Menge von Umwicklung ausgesetzt sind, die man erst entwickeln muss, ehe man an den Stoff herankommt, ohne den man Leute wie Teune nicht ertragen kann, Sprechblasen, die sich gerne reden hören und viele Worte machen, um nichts zu sagen. Hätte Teune seinen Beitrag zum Interview auf den Ausruf „Klimawandel furchtbar, Mensch schuld“ beschränkt, der kognitive Gehalt wäre vermutlich höher gewesen. Aber Teune, der sich Soziologe wähnt, muss natürlich viele Worte machen, schon um zu verdecken, dass er nichts zu sagen hat, bestenfalls: Klimawandel furchtbar, Mensch schuld.

Und die Schuld des Menschen lässt sich in Zehntelgrad kalibrieren, vermutlich über den Eintrag von CO2 in die Atmosphäre. Aber CO2 ist Teune gerade nicht eingefallen, also belässt er es beim Zehntelgrad, das „die Entwicklung abmildert“.

Indes, es gibt da noch so ein kleines Problem mit den Fakten, denn das Zehntelgrad an der Klimaeinstellung der Welt, das mit dem Stellrad in Deutschland verändert werden kann, hat im Weltmaßstab keinerlei Effekt. Das große Rad wird in China und Indien gedreht und dort macht man mit „Soziologen“ wie Teune, die im Konflikt mit dem letzten Fünfjahresplan der KPCh stehen, kurzen Prozess.

Fast hat man den Eindruck: Von China lernen, heißt siegen lernen…


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