Soziologie, für alle, die sich nicht mit der Materie befassen, ist die Wissenschaft der sozialen Fakten, der sozialen Beziehungen, die Wissenschaft, die dieses Miteinander erklären will. Max Weber hat dies auf eine sehr griffige Formel gebracht:
Indes, die einfache Bestimmung des Gegenstands von Soziologie ist in den letzten Jahrzehnten unter die Räder gekommen, denn es hat beginnend mit der Entdeckung der Postmoderne für die Soziologie das verstehende Kaffeekränzchen Einzug gehalten, dessen Gegenstand der Austausch der Sicht auf die Welt, wie sie dem jeweils Sprechenden vorkommt, geworden ist. Versuche zu erklären, die notwendig mit der Forderung einer Nachvollziehbarkeit, was wiederum ihre Verankerung in Daten quasi voraussetzt, einhergehen, wurden weitgehend aufgegeben und durch Geschwätz ersetzt, Geschwätz, das sich durch die folgenden Merkmale auszeichnet:
- Es besteht aus einer Reihung von Behauptungen, die keinerlei Prüfung zugänglich sind, weil es sich in der Regel um Bewertungen und nicht um faktenbasiert Aussagen handelt.
- Es besteht aus einer Reihung politisch korrekter Formeln, denn der, der sich anderen in dieser Form als angeblicher Soziologe zumutet, will nicht soziales Handeln erklären, sondern Teil von sozialem Handeln, das er für besonders wertvoll hält, sein.
- Die spezifischen Formen von sozialem Handeln, in aller Regel im Einklang mit dem, was als „Mehrheitsmeinung“ wahrgenommen wird, werden nicht hinterfragt, sondern als Axiom gesetzt, als Aufforderung an denjenigen, der sich Soziologe nennt, gefügig und gehorsam zu sein, denn dem Gefügigen und Gehorsamen, dem winkt nicht nur ein Ruf auf eine Position in der universitären Anstalt, es winkt ihm auch Forschungsgeld, Unterstützungszahlungen aus Ministerien, die im Gegenzug ideologische Zuarbeit verlangen, ideologische Zuarbeit, die die angeblichen Soziologen, deren kritisches Potential im von Regierungen vorgegebenen Kampf gegen Rechts vollkommen ausgeschöpft ist, nur zu gerne erbringen.
Diese Leute sind Angehörige eines Kultes.
Kultmitglieder fühlen sich gemeinhin im Besitz einer Wahrheit, die Ungläubige nicht teilen, weshalb Kultmitglieder denken, sie müssten Ungläubige oder in den Worten von Teune „die Menschen“ missionieren und wenn sie sich nicht missionieren lassen, eliminieren. Denn auf dem verheisenen Weg, der dieses Mal nicht ins Paradies, sondern in die Entbehrung führt, in Armut und Elend, sind diejenigen, die nicht in Armut und Elend ziehen wollen, willentlich nicht in Armut und Elend ziehen wollen, weil es nicht notwendig ist, ein Problem, das der „radikalen Transformation“ im Wege steht.
Dabei wäre die radikalste Transformation dann gewonnen, wenn man Leute wie Teune, die auf Basis von – gehen wir einmal davon aus, sein Extremwetter des laufenden Jahres hätte es gegeben – genau EINEM Beobachtungsdatum wissen, „womit wir in Zukunft rechnen müssen“, ruhigstellen und von ihren von Steuerzahlern finanzierten Positionen entfernen würde, um sie einer sinnvollen Tätigkeit zuzuführen, einer, die ihren Intellekt nicht so hoffnungslos überfordert wie es der Versuch, Soziologe zu sein, offenkundig tut. Vielleicht könnte man Herrn Teune am Eingang zum Ministerium für Bildung und Forschung festkleben, als Mahnmal für den Niedergang der akademischen Zunft in Deutschland.
Nicht nur weiß Teune auf Basis seiner Beobachtungen des laufenden Jahres, „womit wir in Zukunft rechnen müssen“, er weiß auch, dass die Zukunft Konflikte bringen wird, von denen „alle Menschen betroffen sein“ werden. Alle, auch Bill Gates. Am Ende geht Obamas Villa in Martha’s Vineyard in Flammen auf? Fragen wir Herrn Teune, um Sicherheit zu erlangen. Und weil das Klima des Planeten wie das Stellrad der heimischen Heizung funktioniert, deshalb kann man mit jedem Zehntelgrad „die Entwicklung abmildern“.
Welche Entwicklung?
Na, die Entwicklung.
Die Entwicklung der Inhalte der Amazon-Pakete, die immer wenn sie zerbrechlich sind, einer unglaublichen Menge von Umwicklung ausgesetzt sind, die man erst entwickeln muss, ehe man an den Stoff herankommt, ohne den man Leute wie Teune nicht ertragen kann, Sprechblasen, die sich gerne reden hören und viele Worte machen, um nichts zu sagen. Hätte Teune seinen Beitrag zum Interview auf den Ausruf „Klimawandel furchtbar, Mensch schuld“ beschränkt, der kognitive Gehalt wäre vermutlich höher gewesen. Aber Teune, der sich Soziologe wähnt, muss natürlich viele Worte machen, schon um zu verdecken, dass er nichts zu sagen hat, bestenfalls: Klimawandel furchtbar, Mensch schuld.
Und die Schuld des Menschen lässt sich in Zehntelgrad kalibrieren, vermutlich über den Eintrag von CO2 in die Atmosphäre. Aber CO2 ist Teune gerade nicht eingefallen, also belässt er es beim Zehntelgrad, das „die Entwicklung abmildert“.
Indes, es gibt da noch so ein kleines Problem mit den Fakten, denn das Zehntelgrad an der Klimaeinstellung der Welt, das mit dem Stellrad in Deutschland verändert werden kann, hat im Weltmaßstab keinerlei Effekt. Das große Rad wird in China und Indien gedreht und dort macht man mit „Soziologen“ wie Teune, die im Konflikt mit dem letzten Fünfjahresplan der KPCh stehen, kurzen Prozess.
Fast hat man den Eindruck: Von China lernen, heißt siegen lernen…
