Tag: Soziologie

Das Elend der Soziologie – Von der Vor- zur After-Wissenschaft

Soziologie, selbst die deutsche Soziologie, war einst ganz knapp davor, es aus dem Stadium der Vor-Wissenschaft in das der Normalwissenschaft zu schaffen. So wie das Thomas Kuhn beschrieben hat. Um diesen Sprung zu nehmen, ist eine Übereinkunft über die Standards, die Methoden, notwendig, deren Anwendung sicherstellen soll, dass unterschiedliche Akteure, die im Feld der Soziologie

Auf der Suche nach „sozialen Kausalitäten“ („social causations“)

Robert M. MacIvers Entwurf der Sozialwissenschaften von Dr. habil. Heike Diefenbach Der Text, in dem ich vor Kurzem an den fast vergessenen Soziologen und Politikwissenschaftler Robert M. MacIver erinnert habe und in dem ich eines seiner Bücher (nämlich „The Elements of Social Science“ aus dem Jahr 1921) mit Bezug auf die Frage nach dem Grundlagen

Harold Garfinkel zum neunten Todestag: Die Realität sozialer Ordnung

– und nein, die Ethnomethodologie beschäftigt sich nicht mit der Interpretation von Zeichen von Dr. habil. Heike Diefenbach Der amerikanische Soziologe Harold Garfinkel, der am 21. April 2011 im Alter von 93 Jahren verstorben ist, ist Sozialwissenschaftlern verschiedener Disziplinen und Interessengebiete bekannt als Vater der Ethnomethodologie im Sinne von Erfinder und Begründer der Ethnomethodologie. Die

EchoKammerOrchester: Witz-Zentrum-Berlin hat Angst vor dem Forschungsgegenstand

Soziologie und Politikwissenschaft, Ihr Leser, waren nicht immer der Hort der selbstgefällig Feigen, der sie heute geworden sind, Hort derer, die viel über Andere reden, viel Erziehungsbedarf bei Anderen sehen, viel Hilfestellung für Andere geben wollen, viel an Anderen auszusetzen haben, an Anderen, vor denen sie so viel Angst haben, dass sie jeden Kontakt mit

Weihnachten, die Zeit „zwischen den Jahren“ und Neujahr: Zeit der Einsamkeit? Zeit des Selbstmordes?

von Dr. habil. Heike Diefenbach Die Weihnachtstage dürften von allen Feiertagen in Europa, den christlichen wie den säkularen Feiertagen, die Feiertage sein, die am stärksten familienzentriert sind, also diejenigen, an denen die vergleichsweise meisten Menschen die meisten Zeit im Kreis ihrer Familie verbringen, gemeinsam mit Familienmitgliedern zusammensitzen, essen, Spiele spielen, spazierengehen, zur Kirche gehen etc.

Langeweile mit System: Monotonie in Diversität

Soziologie war einst ein spannendes, interessantes Fach: Konkurrierende Theorien, quantitative Methoden, geprüfte und falsifizierte Hypothesen, Streit auf Soziologentagen, Kritik, Erklärung gesellschaftlicher Phänomene vom Suizid bis zum Einbruchsdiebstahl, von der institutionellen Diskriminierung bis zur Transmission von Scheidung, politische Soziologie, Bildungssoziologie und vieles mehr. Soziologie war auf dem Sprung in die Kuhnsche Normalwissenschaft, mit einem festen Korpus

Deformationen: Peter L. Berger über den Zustand der Sozialwissenschaften

Öffentlich zugängliche Kritik am Zustand der Soziologie, daran, dass ein Fach, das auf dem Weg zur Wissenschaft war, von Ideologen zerstört und von staatsdienlichen Datenfuzzis lächerlich gemacht wurde, ist international selten und in Deutschland außerhalb von ScienceFiles so gut wie nicht vorhanden. Vor diesem Hintergrund ist der folgende Text von Dr. habil. Heike Diefenbach, in

Soziologie als Wissenschaft statt als „trister und obskurer Journalismus“

Samuel A. Stouffer an seinem 119. Geburtstag – aktueller denn je Von Dr. habil. Heike Diefenbach   Von dem U.S.-amerikanischen Soziologen Samuel A. Stouffer stammt die folgende Charakterisierung der Mißstände in der Soziologie: „In a society which rewards quick and confident answers and does not worry about how the answers are arrived at, the social

Deutschlands zerbrochene Gesellschaft

Der Kit, der eine Gesellschaft zusammenhält, ist letztlich das Gefühl, an einem gemeinsamen Projekt zu arbeiten. Dieses Gefühl wiederum baut auf der Erfahrung, seine Ideen, seine Überzeugungen einbringen zu können, mit seinen Überzeugungen Ernst genommen zu werden, mit anderen über die richtigen Problemlösungen diskutieren zu können, sich im Wettstreit der Meinungen bewähren zu können. Technisch

Volksgemeinschaft: Eine (ursprünglich) linke Idee (demokratischer Sozialismus)

Volksgemeinschaft, das lernt heute jeder Schüler, das ist ein Konzept der Nationalsozialisten, das auf dem Mythos der arischen Blutsverwandtschaft baut und im Wesentlichen dazu benutzt wurde, um die, die als „Schädlinge am Volkskörper“ galten, auszugrenzen. Wie die meisten, wenn nicht alle Konzepte, derer sich die Nationalsozialisten bemächtigt haben, so ist auch das Konzept der Volksgemeinschaft schon

Deutsche Gesellschaft für Soziologie: Steht Anschluss an die LINKE bevor?

Vorgestern haben wir den SVR-Integrationsbarometer einer grundlegenden Kritik unterzogen und gezeigt, dass das Integrationsbarometer weder valide noch verlässlich ist, dass die Konstruktion des Index, der zum Integrationsbarometer ernannt wird, auf Basis von 16 Aussagen / Fragen ungeklärten Status‘ erfolgt, dass sie fehlerhaft ist, gegen Standards der empirischen Sozialforschung verstößt und dass der Barometer mit Sicherheit

Münchner Soziologe will, dass Staat Konsum verbietet

Da sitzen wir gemütlich in unserem Office. Genießen unseren Kaffee, den von Nescafé, diesen genialen Dolce Gusto in den Kaffeekapseln, genießen unsere Aussicht auf die Black Mountains und die Brecon Beacons und lesen ein paar Texte, die sich bei uns eingefunden haben, und dann das: [Aus dem Interview von “Jetzt.de” mit Stephan Lessenich]: “Es geht

Deutschland ist eine Erziehungsdiktatur

Der deutsche demokratische Versuch hat ein Richtungsproblem. Er funktioniert in der falschen Richtung. Nicht von unten nach oben, sondern von oben nach unten. Politiker dirigieren Bürger und nicht etwa umgekehrt. Die politische Obrigkeit, also die Politiker, die sich dafür halten, machen für sich einen Alleinvertretungsanspruch geltend: Sie wissen, was für die Bürger gut ist. Sie
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