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MiMiMi-Polit-Darsteller und ihre Gewaltphantasien – Robert Habeck, die Fähre und das große Geheul

Wenn Polit-Darsteller persönlich für ihre Handlungen Verantwortung übernehmen müssen, dann ändert sich die Politik.

Ein einfacher Satz, der dem Prinzip von „Skin in the Game“ Rechnung trägt. Ein Akteur, der nicht ausschließlich das Geld anderer Leute ausgibt, sondern für jede dieser Ausgaben mit eigenem Geld haftet, wird sich verantwortlicher verhalten als einer, der das Geld Anderer ohne Rücksicht auf Verluste aus dem Fenster werfen kann. Das erste Prinzip, Haftung mit „eigenem Geld“ ist fest verankert in allem, was Bankenregulierung betrifft, nachzulesen schon in den Basel-I/II/III-Abkommen. Die zweite Verhaltensweise bezeichnet das Grundprinzip von Regierung, denn Regierungen können Steuergelder nahezu nach Belieben verschwenden. Das einzige, was ihnen droht, ist Abwahl ohne Kürzung von Bezügen.

Offenkundig haben sich die Polit-Darsteller in Berlin und in den Ländern, in denen sie ihr Dasein mit Steuergeldern mästen, daran gewöhnt, niemandem Rechenschaft pflichtig zu sein und niemandem gegenüber Verantwortung übernehmen zu müssen und von niemandem zur Verantwortung für ihre Handlungen gezogen zu werden. Anders kann man die Reaktionen auf das, was sich gestern in Schüttsiel ereignet hat, nicht beschreiben.

Was hat sich ereignet?

Das hier:

„Menschen“, mehrheitlich Landwirte, haben sich vor der Anlegestelle einer Fähre, die die Hallig Hooge mit dem Festland verbindet, versammelt um auf Robert Habeck, der aus seinem Urlaub zurückgekehrt ist, zu warten, um ihn zur Rede zu stellen. Habeck selbst war zu feige, seine Fähre zu verlassen, um mit „den Menschen“, also „den Menschen“, die seinesgleichen gewöhnlich im Munde führen, zu sprechen. Die Sicherheitslage, so die offizielle Lüge, habe das nicht zugelassen. Statt dessen wollte Habeck drei ausgewählten Vertretern derjenigen, die sich vor der Fähre eingefunden hatten, eine Audienz gewähren. Eine klassische Degradierungsstrategie, die wohl wiederum „die Menschen“ vor der Fähre abgelehnt haben. Wer kann schon Lüge und Wahrheit unterscheiden, wenn es um offizielle Verlautbarungen geht:

„Eine Sprecherin Habecks sagte am Abend, der Minister sei gerne bereit gewesen, mit den Landwirten zu sprechen. „Leider ließ die Sicherheitslage ein Gespräch mit allen Landwirten nicht zu, das von Minister Habeck gemachte Gesprächsangebot mit einzelnen Landwirten wurde leider nicht angenommen.““

Natürlich ist das alles vorgeschoben.

Wenn ein Politiker einen Hintern in der Hose hat und genug Motivation, um mit „den Menschen“ zu sprechen, dann wird er selbst dann mit „den Menschen“ sprechen, wenn es „die Sicherheitslage“ angeblich nicht erlaubt:

Aber heutige Polit-Darsteller haben keinen Hintern in der Hose. Sie sind Feiglinge mit einer Heidenangst vor „den Menschen“, die sie mit dem Begriff „die Menschen“ auf Distanz halten wollen. Gelingt das nicht, bricht eine Kakophonie von Blödsinn los.

Gestern Abend in Schüttsiel gab es

Die Polizei, so berichtet die ARD-tagesschau im Schwange der Verzweiflung, habe „Pfefferspray“ eingesetzt. Mit anderen Worten: Es war friedlicher als auf einem Parteitag der Grünen.

Dessen ungeachtet echauffieren sich heute zwei CDU-Ministerpräsidenten in einer Weise, die zeigt, dass sie alle sich im selben Boot wähnen, alle vom selben „ilk“ sind, wie wir in Britannien sagen, alle eine Einheitsfront gegen „die Menschen“, also die Leute, die sie mit ihrem Unmut konfrontieren, bilden. Übrigens stellt jede gesetzgeberische Handlung natürlich eine Form der Gewalt dar, wie derjenige, der sich nicht an das, was im Berliner Reichstag verabschiedet wird, hält, sehr schnell erfahren wird. Aber CDU-Ministerpräsidenten sind nicht an realer Gewalt, an Staatsgewalt interessiert, sie phantasieren lieber in Gewalt, die es nicht gegeben hat:

„Auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) kritisierte die Blockade. „Jeder Protest hat Grenzen“, sagte Günther. Diese hätten der Bauernverband und dessen schleswig-holsteinischer Präsident Klaus-Peter Lucht klar formuliert: „Keine Blockadeaktionen und eine eindeutige Distanzierung von extremen Randgruppen, Rechtsbruch oder Aufrufen hierzu.““Diese Grenzen sind bei der gestrigen Aktion gegen Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck weit überschritten worden“, sagte Günther. Bei allem Verständnis für den Unmut der Landwirte: So ein Gebaren habe in Schleswig-Holstein nichts zu suchen und sei vollkommen inakzeptabel. „Diese Chaoten schaden dem eigentlichen Anliegen.“

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sprach von einer inakzeptablen Grenzüberschreitung und erklärte, Gewalt mache jede Debatte kaputt.

Wüst, der Mann, der es den Ungeimpften so richtig heimzahlen wollte:

„Die Impfpflicht ist das Zeichen an die Geimpften, dass jetzt die dran sind, die sich bislang geweigert haben…“.

Wüst nimmt Anstoß an Gewalt, die es nicht gegeben hat.
Er erfindet die Gewalt, um daran Anstoß nehmen zu können.

Daniel Günther, der in Schleswig-Holstein Ministerpräsident spielt, treibt seine Phantasie noch weiter und kommt von der Drohung, dass nur mit denjenigen gesprochen werde, die sich eindeutig von extremen Randgruppen distanzierten, also mit niemandem, der ernsthaft anderer Meinung ist, zu dem Schluss, dass in Schüttsiel ebensolche rechte Randgruppen, die nun bei Daniel zu „Chaoten“ mutiert sind, ihrem eigenen Anliegen geschadet hätten.

Zwei Dinge sind bemerkenswert: Wer in einer Weise protestiert, die Günther nicht gefällt, wird von Günther als Chaot beschimpft, und die Funktionäre des Bauernverbands, die dazu da sind, Polit-Darsteller vor „den Menschen“ die Bauer sind, zu schützen, abzuschirmen, sie haben ihre „Bauern-Menschen“ nicht mehr im Griff.

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Für den Fall, dass Daniel Günther und Hendrik Wüst in der Tat nicht wissen, was Gewalt ist, haben wir ein wenig Nachhilfe aus der Zeit, als Polit-Darsteller wie Günther und Wüst die folgende Behandlung „der Menschen“ für angemessen gehalten haben, weil „die Menschen“ einfach nicht einsehen wollten, dass man sie mit Gängelung vor einem Virus verteidigen musste, von dem 99,8% „der Menschen“ keinerlei Gefahr drohte.

Interessant sind die gleichen Intonierungen, die sich im Hinblick auf die Einordnung der Aktion in Schüttsiel finden. Von Daniels Beschimpfung „der Menschen“ als Chaoten zum „Gepöbel“, dem Begriff, den Annalena Baerbock benutzt, um die gestrige Aktion zu qualifizieren, ist es nur ein kleiner Schritt.

Und wenn Baerbock von „Gepöbel“ pöbelt, dann hat man dieses eine Mal den Eindruck, sie wisse wovon sie spricht.

Die eingeübten Floskeln sie schreien dem Beobachter geradezu entgegen. Erinnern Sie sich noch an Britta Haßelmann, die mit Blick auf die Ukraine davor warnt, kriegsmüde zu werden, die weiterhin Waffen in die Ukraine schicken, ukrainische Männer damit ausrüsten, um sie an der Front in einem vollkommen sinnlosen Versuch, einen weit überlegenen Gegner zu besiegen, zu verheizen. Sie, die keinerlei Probleme damit hat, andere in den Tod zu schicken, sie rastet aus, wenn es um Robert Habeck geht, wenn Konsequenzen eigener Handlungen in ihrem näheren Umfeld zu spüren sind:

Interessant, dass eine öffentliche Fähre von Britta Haßelmann zur Privatsphäre von Robert Habeck umgewidmet wird. Das Bemühen, nur keinem nicht von Hand verlesenen „Menschen“ zu begegnen und überall durch die eigenen Sicherheitsbeamten und einen Cordon Sanitaire vor „den Menschen“ geschützt zu werden, die Menschenphobie, die diese große Worte schwingenden Feiglinge auszeichnet, sie ist regelrecht greifbar.

Eine weitere Reaktion in Floskeln der Polit-Kaste liefert Cem Özdemir, dessen Wortwahl in diesem Zusammenhang interessant ist. Özdemir sagt mit Bezug auf „die Menschen“, die in Schüttsiel vor der Fähre von König Habeck nicht untertänig mit Jubelrufen gewartet haben:

„Das sind Leute, denen geht es nicht um die deutsche Landwirtschaft, die haben feuchte Träume von Umstürzen, und das wird es nicht geben“, sagte Özdemir im ARD-Morgenmagazin.

Von „feuchten Träumen“ im Zusammenhang mit einem gerade phantasierten Umsturz zu sprechen, ist mehr oder minder ein sprachlicher Missgriff, wie man auf den Seiten der DAK Gesundheit nachlesen kann:

„Du bist schon mal mit nasser Unterwäsche aufgewacht? Dann hattest du möglicherweise einen feuchten Traum.“

Nun ist das hier beschriebene Stadium eines, das man nach der Pubertät verlassen haben sollte, was die Wortwahl von Özdemir in einem ganz neuen Licht erscheinen lässt.

Indes, es ist längst zu spät für die Polit-Darsteller. Sie haben ihr Haltbarkeitsdatum überschritten, die Umkleidekabine verloren, wie es im Fussball heißt. Es ist Zeit für diese Leute, zu gehen.

Dass diese professionellen Heuchler nun von ihrer eigenen Heuchelei eingeholt werden, ist wohl das, was man eine ausgleichende Gerechtigkeit nennt. Aber am Ende hat es der Robert doch geschafft, die Fähre zu verlassen.


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