Zurückgeblieben: SPD-Chef von NRW lebt noch in den 1970er Jahren

Wenn Sie lesen, was manche Politiker so von sich geben, haben Sie dann auch das Gefühl, dass die intellektuelle Evolution Residuen aufzuweisen hat?

Ursprünglich hatten wir vor, etwas über Linkspopulismus zu schreiben. Aber wir schätzen den Begriff des Populismus zu sehr, als dass wir ihn abwerten wollen. Immerhin definiert die Enzyklopaedia Britannica populism ja als “political program or movement that champions the common person, usually by favourable contrast with an elite”.

Jenseits des Populismus, der sich zum Sprachrohr des Manns auf der Straße machen will, gibt es noch das sich Andienen, den Versuch, sich billig und auf Kosten anderer zu inszenieren, um sich bei seinem Publikum einzuschmeicheln. Das nennen wir Sycophantentum – den (zuweilen aufdringlichen) Versuch sich bei seinem Publikum anzudienen, einzuschmeicheln, einzuschleimen – immer auf Kosten anderer.

Michael Groschek.jpgAlso haben wir einen Beitrag über Sycophantentum geschrieben, einen über zurückgebliebendes Sycophantentum, versucht der neue Parteichef der SPD-NRW, Michael Groschek, wohl mangels politischer Inhalte, doch seine Eignung und Befähigung zur Führung einer Landespartei u.a. dadurch zur Schau zu stellen, dass er die „olle Kamelle“ von Xavier Naidoo wieder aufwärmt.

U.a. die Rheinische Post hat es pflichtschuldigst und scheinbar als einziges, was vom Parteitag der SPD in Duisburg berichtenswert ist, aufgenommen und getextet, „Groschek kritisiert Naidoos mangelnde Distanz zu den Reichsbürgern“.

„Ich verstehe den Naidoo nicht“, soll Groschek gesagt haben. Und: „Die Distanzierung fehlt“, hat er wohl gesagt. Und dass die Reichsbürger in Naidoo einen Bänkelsänger hätten, hat er gesagt und dann hat er noch gesagt: „Keine Platten kaufen, sondern Platten umdrehen“. Das schreibt die Rheinische Post.

Und das erklärt alles.
Vor allem erklärt es die Wahrnehmung jenes Residuums, das offensichtlich von der intellektuellen Evolution ausgespart wurde.

Um die Frage zu klären, welchen Gehalt ein Linker wie Groschek dem Begriff „Bänkelsänger“ zuweist, haben wir keine Mühe gescheut und bei Wolfgang Martin Stroh, der fünf Fragen und Antworten zur Musik aus Sicht der marxistischen Tätigkeitstheorie beantwortet, nachgefragt, was denn ein Bänkelsänger aus marxistischer Sicht ist.

Ein Spezialist der Darbietung von Musik, so lautet die erste Antwort:

„Musik wird in einer arbeitsteiligen Gesellschaft im Normalfall als Dienstleistung gemacht bzw. erbracht: der Musik-Schamane, der Meistertrommler, der Troubadour, der Bänkelsänger, der Hofmusiker, der Alleinunterhalter, der Kirchenmusiker, Orchestermusiker, Musikerzieher… sie alle sind Spezialisten für „Musikmachen für Andere““

Ein wandelnder Nachrichtensprecher, so die andere Antwort.

„Der Bänkelsänger war im Grunde ein wandelnder Nachrichtensprecher, genau so wie ein türkischer Aşık (bis zur Gründung des türkischen Rundfunk1964 ) oder ein westafrikanischer Griot bis heute (Kruse 1997). Er wurde für seine Darbietungen unmittelbar entlohnt.“

Groschek scheint somit der Ansicht zu sein, Naidoo sei ein wandernder Nachrichtensprecher, der durch die Lande zieht, um musikalische Darbietungen informativen Inhalts bereitzustellen, gegen Bezahlung. Das wirft ein ganz neues Licht auf den Liedtext von „Marionetten“.

Catweazle magic boneAber es ist eine etwas antiquierte Sicht der Dinge, die den Verdacht aufkommen lässt: Groschek sei zurückgeblieben, in den 1960er und 1970er Jahren, ein Verdacht, der sich unmittelbar bestätigt: „Keine Platten“, so sagt Groschek, solle man kaufen, von Naidoo meint er, ist aber zu feige es direkt auszusprechend. Statt dessen solle man Schallplatten umdrehen.

Wow.

Zu sagen, Groschek habe Entwicklungen verschlafen, wäre eine Untertreibung. Floppy Disk, C64, Space Shuttle, Ronald Reagen, Maggy Thatcher, der Anschluss der BRD an die DDR, Walkman, CD-Spieler, Personal Computer, Windows, Apple, I-, I-, I-, Fünf-ein-Viertel Zoll Kekse, Magic (Computerspiel), DVD, Blue Ray, Smartphone, … Wo hat der Mann nur all die Jahre gelebt, wenn er immer noch Schallplatten umdreht?

Ob es sich die SPD leisten kann, ein derartiges Catweazle als Parteivorsitzenden zu wählen, der nicht versteht, was im 21. Jahrhundert gesungen wird?

Polit-Frisson: Politik der Erregung

Wenn Politiker keine Inhalte haben, um sich zu profilieren, dann versuchen sie sich mit Erregung zu profilieren. Virtue Signalling, nennt James Bartholomew den Versuch, sich durch Erregung zum besseren Menschen zu machen. Erregung setzt natürlich ein Erregungssubjekt, einen Erregungsgegenstand voraus.

Das ist ein Problem. Wie findet man als Politiker, dessen kognitive Fähigkeiten nicht ausreichen, um sich inhaltlich zu profilieren, einen Gegenstand, über den man sich erregen, über den man sich ereifern kann?

Bartolomew_Welfare of NationsOffensichtlich gibt es einen Fundus und ein Netzwerk, in dem der Fundus verbreitet wird. DiMaggio und Powell haben schon früh Schließungsprozesse beschrieben, die dazu führen, dass Akteure in bestimmten Netzwerken einander kopieren. Im Ergebnis gibt es wohl das, was man heute ein Echo-Chamber nennt. Luhmann spricht von einem geschlossenen System, in dem die Kommunikation nicht mehr darauf ausgelegt ist, Informationen zu vermitteln, sondern darauf, anschlussfähig zu sein.

Die Erregungs-Orgien, die wir derzeit im Hinblick auf die Marionetten der Söhne Mannheims sehen, sie sind ein solches Beispiel einer anschlussfähigen Kommunikation, bei der diejenigen, die sich im Netzwerk befinden, quasi eine Domino-Erregung durchmachen. Einer beginnt, sich zu erregen und alle anderen tun es ihm nach (mimetische Isomorphie nennen DiMaggio und Powell das).

Da der Gegenstand der Erregung kein kognitiver, sondern ein affektiver ist, stellt sich die Frage, wie der Erreger im Erregungs-Netzwerk weitergegeben wird. Die Antwort auf diese Frage hat Iwan Pawlow mit seiner klassischen Konditionierung schon vor rund 100 Jahren gegeben. Ein simpler Reiz, reicht bei Hunden zum Speichelfluss, bei den Mitgliedern von Erregungs-Netzwerken sind einfache Reize ebenfalls ausreichend.

Im Gegensatz zu Pawlows Hund, benötigen die Mitglieder im Erregungs-Netzwerk nicht einmal eine extrinsische Belohnung. Die Erregung ist ihre Belohnung. Ich bin erregt, also bin ich, also bin ich gut.

Reiz: Volksverräter!
Reaktion: Erregung

Reiz: Marionetten in Parlamenten
Reaktion: Erregung

Reiz: „Wenn ich so ein’n in die Finger krieg’, dann reiß’ ich ihn in Fetzen
Reaktion: Ganz viel Erregung.

Ganz viel Erregung gab es neulich bei der SPD Mannheim: „Der Kreisvorstand der Mannheimer SPD hat sich in seiner Sitzung am 4. Mai 2017 mit der aktuellen Diskussion über Textteile im neuen Album der ‚Söhne Mannheims‘ beschäftigt“. Das Rhein-Neckerblog berichtet.

Stadium1 ist erfüllt: Politiker, die keine Idee haben, wie sie sich inhaltlich profilieren sollen, stürzen sich auf alles, was in ihren Netzwerken transportiert wird. Relevantes wird dort nicht transportiert. Man stelle sich vor, die SPD hätte sich in einer ihrer Gliederungen zu Zeiten Herbert Wehners über einen Liedtext von Liederjan echauffieren wollen…

Es folgt Stadium 2: Erregung!

„Es ist uns absolut unverständlich, wie die ‚Söhne Mannheims‘ mit ihrer Bandgeschichte, ihrer Zusammensetzung und ihrem Status als Multikulturband solche Texte verfassen und veröffentlichen können“, fasste SPD-Kreisvorsitzender Wolfgang Katzmarek die Diskussion zusammen.

evil-gnomeDer SPD-Kreisvorstand diskutiert also darüber, dass ihm etwas nicht vorstellbar ist und niemand kommt auf die Idee sich zu fragen, ob man vielleicht etwas in den falschen Hals bekommen haben könnte, wenn man eine „Multikulturband“ zur rechtsextremen Band erklärt. Nicht so der SPD-Kreisvorstand. Hier fragt sich niemand etwas. Warum? Erregung! Es ist alle Mal besser, sich zu erregen als zu überlegen.

Denken kommt auch deshalb nicht in Frage, weil die Erregung, wie oben dargestellt, über Pawlows klassische Konditionierung erfolgt: Hoch-/Volksverräter, Marionetten, Sachwalter, in Fetzen reißen, ach, wie schön man sich darüber erregen kann, bis der Speichel fließt.

Stadium 3 ist damit erreicht und der Liedtext der Söhne Mannheim hat seinen Zweck erfüllt. Fehlt noch der abschließende Beleg dafür, dass die gesamte Erregung nichts mit Kognition und Denken zu tun hat, sondern schlicht und ergreifend der Tatsache geschuldet ist, dass ein Reiz zu einer Reaktion geführt hat:

„Der SPD-Kreisvorstand erwartet, dass die ‚Söhne Mannheims‘ der Öffentlichkeit mit einer Stellungnahme erläutern, wie die Texte … aus ihrer Sicht zu interpretieren sind“.

Mit anderen Worten: Der SPD-Kreisvorstand hat über einen Liedtext diskutiert, den die Mitglieder nicht verstehen. Der SPD-Kreisvorstand, wie vermutlich all die anderen, die sich über den Liedtext ereifern, haben keine Ahnung, wie der Liedtext gemeint ist. Dennoch regt man sich auf. Dennoch wird verurteilt, gemahnt, Empörung verbreitet, geschimpft, zensiert und boykottiert.

Einen besseren Beleg dafür, dass Teile der deutschen Politik und Öffentlichkeit, nicht rational, sondern nach Pawlows klassischer Konditionierung funktionieren, affektiv und vollkommen leitbar (vielleicht wird deshalb über die „Leit“-Kultur diskutiert) hat man selten zur Verfügung.

Die Zeile „Wenn ich so ein’n in die Fin

ger krieg’, dann reiß’ ich ihn in Fetzen“ ist übrigens auf Herrschaften gemünzt, die Kinderpornographie auf Dienstrechnern parken: Die soll es bei der SPD ja nicht nur einmal, sondern mehrfach geben. Und jetzt: Erregen, Genossen: Erregen!

Noch eine Erläuterung: Polit-Frisson

Bald Flüchtlingslager auf dem Petersplatz in Rom?

Odessa GoniKonzentrationslager sind Lager, in denen sich „eine Menge Menschen“ befinden. So die Definition des derzeitigen Papstes Franziskus. Es war auf der Insel Lesbos, als dem Papst die göttliche Einsicht kam, dass Konzentrationslager deshalb so furchtbar sind und waren, weil so viele Menschen darin leben bzw. lebten.

Angesichts der unappetitlichen Rolle, die die katholische Kirche über Bischöfe wie Alois Hurdal oder Kardinal Montini dabei gespielt hat, Nazis wie Riccardo Klement und Helmut Gregor die Flucht nach Argentinien zu ermöglichen, sind die Gedächtnislücken des Papstes, wenn es darum geht, den tatsächlichen Schrecken von Konzentrationslagern zu beschreiben, vielleicht verständlich.

Riccardo Klement ist das Alias, unter dem Adolf Eichmann gereist ist. Hinter Helmut Gregor verbirgt sich kein anderer als Josef Mengele. Beide haben das ihre dazu beigetragen, Konzentrationslager zu dem zu machen, was der Papst als deren besondere Eigenschaft ansieht, überfüllt zu sein. Eichmann dadurch, dass er unzählige Transporte organisiert hat und eine flächendeckende Reise für Juden in die überfüllten Konzentrationslager des Ostens organisiert hat, Mengele dadurch, dass er über medizinische Experimente an vornehmlich Zwillingen das seine dazu beigetragen hat, den Bevölkerungsdruck in Konzentrationslagern zu reduzieren.

Die einfache, simple Weltsicht des Papstes, in der Konzentrationslager zu Orten werden, an denen Überfüllung herrscht, wird durch eine ebenso simple Lösung des Problems ergänzt: Die Europäer bekommen immer weniger Kinder, so weiß er, und deshalb seien sie auf Flüchtlinge angewiesen. Aus Sicht des Papstes sind Menschenrechte, worunter er offensichtlich das Recht versteht, in ein Land seiner Wahl zu fliehen, wichtiger als „internationale Abkommen“, weshalb die Europäer die Flüchtlinge aufnehmen müssten. Die Menschenrechte sind in der Regel Gegenstand von Konventionen wie der Europäischen Menschenrechtskonvention. Sie werden also genau durch die „internationalen Abkommen“ gesichert, die der Papst für unwichtig hält und entsprechend in den Wind schreiben will. In ihm scheinen Senilität und Unkenntnis eine unheilige Mischung einzugehen.

Wie dem auch sei: Wir haben den Papst beim Wort genommen. Er will ja sicher nicht als Spruchbeutel, sondern als Papst der Tat in die Geschichte eingehen.

Derzeit leben auf Lesbos und auf dem griechischen Festland rund 70.000 Flüchtlinge in den päpstlichen Konzentrationslagern. Griechenland hat eine Bevölkerungsdichte von 82 Personen pro Quadratkilometer. Die Bevölkerung von Griechenland stagniert. Ebenso stagniert die Bevölkerung des Vatikanstaats. Hier leben 1000 Einwohner auf 0,44 Quadratkilometern, rund 2200 pro Quadratkilometer, das ist noch kein Konzentrationslager. Hier ist noch Platz!

Außerdem stagniert die Bevölkerung im Vatikan bei 1000. Ein Bevölkerungswachstum ist nicht vorhanden, von Fertilität kann keine Rede sein. Da es dem Papst ein Dorn im Auge ist, dass die Europäer immer weniger Kinder bekommen, er als Arznei für diese Krankheit die Aufnahme von Flüchtlingen empfiehlt, und der Vatikan offensichtlich ebenso von dieser europäischen Krankheit befallen ist, wie die meisten anderen europäischen Länder, haben wir eine Maßnahme entworfen, die es dem Papst erlaubt, die Lage in den Konzentrationslagern auf Lesbos und in Griechenland zu entspannen und gleichzeitig das Fertilitätsproblem des Vatikans, das zu einer Stagnation der Bevölkerung seit Jahrzehnten geführt hat, zu beheben.

FluechtlingszeltEin Standard-Flüchtlingszelt hat eine Fläche von 25 bis 30 Quadratmetern. In einem solchen Standard-Flüchtlingszelt finden bis zu 15 Flüchtlinge Unterkunft. Wir wollen ja keine Konzentrationslager bauen.

Der Petersplatz hat eine Fläche von 35.300 Quadratmetern. Abzüglich einer großzügigen Zuwegung und Flächen für die Bereitstellung von Infrastruktur wie Aufladestationen für Smartphones, Badehäuser, sanitäre Anlagen, Aufenthaltsräume usw. bleiben 30.000 Quadratmeter reine Stellfläche. Auf dieser Fläche können 1000 Zelte aufgebaut werden, die wiederum ausreichen, um 15.000 Flüchtlingen Platz zu bieten. Durch die Aufnahme der 15.000 Flüchtlinge, kann der Papst nicht nur seine noble Gesinnung, die ihn von Europäischen Regierungen fordern lässt, unsinnige internationale Verträge zu Gunsten von Menschenrechten aufzugeben, für sich und seinen Staat in die Tat umsetzen, er kann zudem dazu beitragen, dass das Fertilitätsproblem des Vatikan gelöst wird, dass sich die Situation in den „Konzentrationslagern“ auf Lesbos und dem griechischen Festland entspannt, und er hat mit Sicherheit keine Probleme, die Kosten für die Unterbringung der Flüchtlinge und deren Unterhalt aus der Portokasse des Vatikan zu finanzieren, und falls es im Lager mit Sicherheit Probleme gibt, gibt es vor Ort die Schweizer Garde – die greift durch.

Last but not least, kann der Papst jeden Tag vom Balkon aus auf seine Flüchtlinge herunterschauen und sich an seiner guten Tat freuen und nun berechtigt hoffen, dass er in den Himmel kommt.

Warnung vor Übelkeit: Angebliche linke Menschenfreunde im Bundestag

Die Fraktion der LINKE ist um die Menschen besorgt, insbesondere die Menschen, die die LINKEn Mittelschichtsangehörigen unter sich verorten. Diesen Menschen eilen sie tagein tagaus zur Hilfe, nicht materiell und auch nicht in Taten, nein, in Worten und in kleinen Anfragen und besonders gern tun die linken Wohltäter das, wenn es sich mit Agitation gegen die böse Industrie, die noch böseren Konzerne und den Erzteufel „Kapitalismus“ verbinden lässt.

South_Sudan-CIA_WFB_MapDie Daimler AG, so hat es die LINKE entdeckt, arbeitet mit PETRONAS zusammen, einem malaysischen Staatskonzern (!sic), der im Süden des Sudan Öl fördert. Nicht nur fördert er Öl im Süden des Sudan, er verseucht auch das Trinkwasser in den Fördergebieten, wie die LINKE mutmaßt. Zu unrecht, wie die Bundesregierung schreibt: „ein Zusammenhang zwischen den Aktivitäten der im Südsudan tätigen Ölindustrie und der Verunreinigung des dortigen oberen Grundwasserleiters konnte bisher mangels überprüfender Untersuchungen vor Ort nicht eindeutig nachgewiesen werden“. Allerdings hätten Laboruntersuchungen im Auftrag der Hilfsorganisation „Hoffnungszeichen/Sign of Hope e.V.“ im Ölfördergebiet Thar Jath eine hohe, gesundheitsgefährdende Verschmutzung der oberen Grundwasserschicht gezeigt und die Ergebnisse von Haarproben der dort ansässigen Bevölkerung würden darauf hinweisen, dass die „Verunreinigungen auf die Ölindustrie zurückzuführen sein könnten“.

Damit verdanken wir der LINKEN die Erkenntnis, dass es im Süden des Sudan, dort, wo Öl gefördert wird, Verunreinigungen des Grundwassers gibt, die auf die Ölindustrie zurückzuführen sein könnten.

Die linken Menschenfreunde könnten damit wieder einmal einen Sieg gegen die vielleicht menschenverachtenden Konzerne davongetragen haben, könnten … vielleicht. In jedem Fall haben die linken Menschenfreunde gezeigt, dass ihnen der Kampf gegen die bösen Konzerne das wichtigste Anliegen ist.

Denn:

  • Im Süden des Sudan herrscht Bürgerkrieg.
  • Im Süden des Sudan herrscht eine Hungersnot.
  • Im Süden des Sudan sind rund 3 Millionen Menschen aus ihren Dörfern vertrieben worden und auf der Flucht.
  • Im Süden des Sudan lebt rund eine halbe Million Menschen unter dem Schutz der UN in entsprechenden Lagern.

Wie gut, dass es die Linken gibt, die etwas gegen die Verunreinigung von Grundwasser durch Ölkonzerne tun und versuchen, die Verunreinigung mit der Daimler AG in Verbindung zu bringen.

Wahlkampfversprechen: Katholische Kirche enteignen!

Kardinal Reinhard Marx ist in der katholischen Kirche das, was man in der freien Wirtschaft als Corporate Executive Officer bezeichnen würde. Marx ist Manager des Seelenheils der 1,7 Millionen katholischen Schafe, über deren Kirchensteuer die Erzdiözese München und Freising verfügen kann. Das Unternehmen „Erzdiözese München und Freising“ hat ein Vermögen von rund 6 Milliarden Euro, wobei die Bilanz der Erzdiözese nicht den Anforderungen, wie sie z.B. in den International Accounting Standards enthalten sind, entspricht. Subunternehmen, Pfarreien (rund 750), Pfarrstiftungen und Klöster sind mit ihren jeweiligen Vermögen in der Bilanz nicht erfasst, die Kirchen, der Münchner Dom und eine Reihe weiterer Grundstücke, die sich im Besitz der Erzdiözese München und Freising befinden, sind mit nur einem Euro bewertet worden. Kurz: Die Konzernbilanz gibt einen Anhaltspunkt, der sagt: Das Vermögen der Erzdiözese München und Freising ist ein Vielfaches der 6 Milliarden Euro, die darin ausgewiesen sind.

kirchensteuerObwohl Kardinal Reinhard Marx als Manager der Erzdiözese auf finanzielle Ressourcen zurückgreifen kann, die beträchtlich sind, obwohl er jährlich mehrere Hundert Millionen Euro Einnahmen aus der Kirchensteuer verbuchen kann, wird Kardinal Reinhard Marx nicht von dem Unternehmen, für das er tätig ist, entlohnt, sondern vom Freistaat Bayern. Wie die meisten katholischen und evangelischen Kardinäle, Bischöfe, Weihbischöfe, Domkapitulare, Oberkirchenräte usw., so wird auch Reinhard Marx, der Verwalter des Vielfachen von 6 Milliarden Euro Vermögen, von Steuerzahlern ausgehalten. Die Kosten, die den Bundesländern dadurch entstehen, dass alle Steuerzahler, egal, ob sie aus der Kirche ausgetreten sind, egal, ob sie muslimischen Glaubens sind, egal, ob sie Agnostiker sind, die Würdenträger der katholischen und evangelischen Kirche finanzieren müssen, summieren sich auf weitere 500 Millionen Euro jährlich. Allein das Gehalt von Reinhard Marx, der vermutlich nach B10 bezahlt wird, dürfte sich in einem Monat auf gut 15.000 Euro summieren.

Weil mehr als 6 Milliarden Euro Vermögen und rund 15.000 Euro monatliches Gehalt die katholische Kirche von München und Freising immer noch zum Hungerleider machen, verzichtet der deutsche Staat auf Abgaben zur Arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung und gewährt bei der Krankenversicherung einen Rabatt von 50%. Wird Reinhard Marx einmal krank, dann zahlen eben die solidarischen gesetzlich Versicherten die Kosten seiner Behandlung. Abgesehen davon kann der Kardinal auf Limousine und Chauffeur zurückgreifen, unentgeltlich, und bezahlt auch keine Miete, für die bescheidenen Räume, die er bewohnt.

Der Spiegel, der sich gerne so kritisch gibt, er hat Reinhard Marx interviewt, denn Marx will Wahlkampfhelfer von Martin Schulz werden und beklagt deshalb, die soziale Ungleichheit in Deutschland.

Kardinal Marx, Manager eines Vermögens von weit mehr als 6 Milliarden Euro mit einem monatlichen Gehalt von 15.000 Euro, der weder Rentenversicherung noch Arbeitslosenversicherung bezahlt, sich von seinem Chauffeur durch München und Freising chauffieren lässt und ansonsten mietfrei wohnt, dieser Marx, nomen est omen, ist ein Sozialethiker, so behauptet es der Spiegel, ein Vordenker in Sozialfragen.

Beim Vordenken ist Marx zu folgenden Erkenntnissen gelangt:

„In Deutschland herrscht großer Wohlstand, aber es geht nicht überall gerecht zu“, sagt er. „Die Menschen sind verunsichert“, so weiß er. Alle Menschen sollten eine Chance haben, für sich und ihre Familie zu sorgen, so meint er. „Wenn diese Frage nun im Wahlkampf thematisiert wird: umso besser“, erzählt er. Und natürlich ist dem 15.000+ Euro monatliches Gehalt Seelsorger von 1,7 Millionen München-Freisinger katholischen Schafen, der so gut wie keine Sozialabgaben bezahlt und ansonsten aufpasst, dass das tatsächliche Vermögen seiner Diözese nicht bekannt wird, Gerechtigkeit ein Herzensanliegen: „Im Sinne der Gerechtigkeit müssen Vermögen und Erbschaften, aber auch der Kapitalverkehr stärker besteuert werden“, so fordert er.

Wer diese Übung in Bigotterie nachlesen will, der kann dies im Spiegel tun und sich auf diese Weise darüber vergewissern, dass der Kardinal an keiner Stelle des Interviews auch nur eine Sekunde moralische Bedenken oder gar Skrupel entwickelt, ob der Tatsache, dass er, der Spitzenverdiener, der einem katholischen Unternehmens-Imperium vorsitzt, das Teil eines deutschen katholischen Imperiums ist, das auf ein Vermögen von irgendwo in der Gegend von 280 Milliarden Euro geschätzt wird, konservativ geschätzt wird, sich angeblich um diejenigen Sorgen macht, die im Niedriglohnbereich arbeiten und später einmal, obwohl sie im Gegensatz zu Marx Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung entrichten und abermals im Gegensatz zu Marx „eine Altersversorgung“ haben werden, die kaum oder nicht „oberhalb der Sozialhilfe“ liegt.

Vordenker in Sozialfragen und Sozialethiker, die sich bei der katholischen Kirche in hochdotierten Positionen finden, scheinen sich einerseits durch eine unglaublich enge geistige Haltung auszuzeichnen, die man nur dann als Vordenken bezeichnen kann, wenn alle anderen, die denken, nicht über das Aufsagen von Gedichten hinauskommen. Andererseits scheinen die Vordenker der katholischen Kirche weder durch ein Gewissen noch durch Skrupel belastet zu sein, so dass sie frei über Arme fabulieren können, während sie im mietfreien Pfarrhaus ihr Dreigänge Menu zu sich nehmen, das natürlich ein Koch für sie zubereitet hat.

kardinal Marx_05-2009Vor diesem Hintergrund und vor der Hintergrund der Tatsache, dass die katholische Kirche sowieso weitgehend auf Kosten der Steuerzahler lebt, ist es nicht zu rechtfertigen, dass die Katholische Kirche weiterhin auf einem Vermögen sitzt, das alle Grenzen der Anständigkeit gesprengt hat. „Die Menschen“, die Marx so gerne zitiert, sie „sind verunsichert“ und verstehen nicht, wieso sie für Reinhard Marx 15.000+ Euro pro Monat aufbringen müssen, seine Altersversorgung finanzieren müssen, seinen Chauffeur uvm., wenn die katholisch Kirche ein Gesamtvermögen von gut 280 Milliarden Euro allein in Deutschland hat.

In Zeiten, in denen „die Menschen“ verunsichert sind und in Zeiten, in denen „die Vermögensverteilung immer ungleicher“ wird, muss die katholische Kirche mit gutem Beispiel vorangehen und dazu beitragen, dass die Vermögensverteilung wieder gleicher wird.

Entsprechend ist die katholische Kirche zu enteignen und das Vermögen der katholischen Kirche unter den Armen zu verteilen, so dass die Vermögensverteilung in Deutschland wieder gleicher wird. Die katholische Kirche, deren Kardinäle so gerne für die Armen Partei ergreifen, hat sicher nichts dagegen einzuwenden, wenn den christlichen Worten dieses Mal auch Taten folgen.

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