Aus der Reihe: Satiren, die das Leben schreibt, heute: Renate Künast, die ihre politische Karriere zum Ende der Legislaturperiode beenden will.
Späte Einsicht, wenn man so will.
Wir haben für unsere Leser die beste Stelle aus dem Interview mit dem „Spiegel“ herausgesucht, in der Künast ihre enge Verbindung zu Rinderwahnsinn / Mad Cow Disease (BSE) [die Ursache dafür, dass Künast Minister wurde, ob als Hintergrund der Entscheidung, Gegenstand der Entscheidung oder Leiden des Entscheiders, das sei einmal dahingestellt] und der besten Großstadtgöre aller Zeiten, die noch keinen Stall von Innen gesehen hat, herstellt:
Künast: „Ich kam 2001 sehr überraschend und fachfremd ins Amt, weildie Rinderseuche BSE ausgebrochen war und die rot-grüne Koalition einen Neustart der Agrarpolitik wollte. Der Bauernverband war entsetzt. Die waren der Meinung, ich hätte keine Ahnung, sei eine Großstadtgöre, die noch nie einen Stall von innen gesehen hat.
SPIEGEL: Wie sind Sie damit umgegangen?
Künast: Mir liegt das: in eine Situation reingeworfen zu werden. Ich weiß noch, wie ich zu Beginn im Agrarministerium eine Vorlage erhielt und rätselte, was damit gemeint war. Aber ich habe schnell dazugelernt. Ich stamme ja aus einer Arbeiterfamilie im Ruhrgebiet und neige nicht zu Größenwahn, aber ich glaube schon, dass ich die Beste in meinem Amt war.“
Sie ist nicht größenwahnsinnig.
Sie ist einfach die Beste.
Ganz ohne Größenwahnsinn.
Ganz ohne Zweifel: Narzissmus ist unter Polit-Darstellern eine Seuche.
Indes, vielleicht in Dingen, die außerhalb von Ställen liegen, hat Künast doch noch Lernbedarf, kann sich die Beste jenseits allen Größenwahns noch verbessern, um zur besten Besten zu werden, die Abraham Lincoln und George Washington voneinander unterscheiden kann [zugegeben, in Ställen eher nicht notwendig…]:
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Die Rose sprach zum Mägdelein:
»Ich muß dir ewig dankbar sein,
Daß du mich an den Busen drückst
Und mich mit deiner Huld beglückst.«
Das Mägdlein sprach: »O Röslein mein,
Bild dir nur nicht zuviel d’rauf ein,
Daß du mir Aug‘ und Herz entzückst.
Ich liebe dich, weil du mich schmückst!« – Wihelm Busch
Die Selbstkritik hat viel für sich.
Gesetzt den Fall, ich tadle mich,
So hab‘ ich erstens den Gewinn,
Daß ich so hübsch bescheiden bin;
Zum zweiten denken sich die Leut,
Der Mann ist lauter Redlichkeit;
Auch schnapp‘ ich drittens diesen Bissen
Vorweg den andern Kritiküssen;
Und viertens hoff‘ ich außerdem
Auf Widerspruch, der mir genehm.
So kommt es denn zuletzt heraus,
Daß ich ein ganz famoses Haus.
– Viele moderne Politiker (m/w/d) umgehen aber den beschwerlichen Weg über die Selbstkritik ganz gern und stellen gleich mal heraus, dass sie einfach famos sind.
Beim Auswahlprozess der politischen Vertreter scheint erkennbar nicht nur einiges, sondern alles im Argen zu liegen.
Und diese Irren wollen den Bürgern die Welt erklären. Frei nach Gustl Bayrhammer: Es muss auch Blöde geben; aber es werden ja immer mehr…
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Die Rose sprach zum Mägdelein:
»Ich muß dir ewig dankbar sein,
Daß du mich an den Busen drückst
Und mich mit deiner Huld beglückst.«
Das Mägdlein sprach: »O Röslein mein,
Bild dir nur nicht zuviel d’rauf ein,
Daß du mir Aug‘ und Herz entzückst.
Ich liebe dich, weil du mich schmückst!« – Wihelm Busch
Herman’s Hermits: „She’s A Must to Avoid“ , 1965
(Wilhelm Busch:)
Die Selbstkritik hat viel für sich.
Gesetzt den Fall, ich tadle mich,
So hab‘ ich erstens den Gewinn,
Daß ich so hübsch bescheiden bin;
Zum zweiten denken sich die Leut,
Der Mann ist lauter Redlichkeit;
Auch schnapp‘ ich drittens diesen Bissen
Vorweg den andern Kritiküssen;
Und viertens hoff‘ ich außerdem
Auf Widerspruch, der mir genehm.
So kommt es denn zuletzt heraus,
Daß ich ein ganz famoses Haus.
– Viele moderne Politiker (m/w/d) umgehen aber den beschwerlichen Weg über die Selbstkritik ganz gern und stellen gleich mal heraus, dass sie einfach famos sind.
Zu der Dame (und nicht nur zu dieser) fällt mir nur ein Spruch ein: Wenn sie schweigt halten sie viele für blöd. Wenn sie redet sind sich alle sicher.
Beim Auswahlprozess der politischen Vertreter scheint erkennbar nicht nur einiges, sondern alles im Argen zu liegen.
Und diese Irren wollen den Bürgern die Welt erklären. Frei nach Gustl Bayrhammer: Es muss auch Blöde geben; aber es werden ja immer mehr…