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Säuberungswelle: Bei dem Tempo steht die Heiligsprechung von Brosius Gersdorf kurz bevor

Früher mussten Heilige in mystischer Theologie brillieren und ein Leben in Armut und Entbehrung führen (Teresa von Ávila (1515–1582)) oder ihre vielfältigen Fähigkeiten in Musik, Theologie oder Naturforschung (Hildegard von Bingen (1098–1179)) nachweisen, in jedem Fall außergewöhnliche Tugenden und theologische wie praktische Leistungen erbringen, um heilig gesprochen zu werden.

Heute reicht es, von Polit-Schranzen zur Mutter Theresa des Verfassungsrechts verklärt, als Kandidat in Richtung Karlsruhe auf den Weg gebracht zu werden und Zweifel an der Originalität der eigenen Leistungen zu wecken, um sofort einen Club aus Minnesängern und sonstigen Verzweifelten rekrutieren zu können, die zur Stelle eilen, um sich in den Staub zu werfen.

Kennen Sie die Kanzlei Quaas und Partner?
Die Kanzlei wurde 2004 gegründet und sieht sich als

„eine auf das öffentliche Recht und das Gesundheitsrecht spezialisierte Anwaltskanzlei.

Mit unseren Standorten in Stuttgart und in Dortmund sind wir vor allem im Krankenhausrecht im Bundesgebiet führend. Seit über drei Jahrzehnten beraten und vertreten wir Krankenhausträger, deren Bundes- und Landesverbände sowie sonstige Verbände im Bereich des Gesundheitswesens.“

Offenkundig stapelt man bei der Kanzlei gerne tief, denn mit Michael Quaas und Peter Sieben hat die Kanzlei zwei herausragende Talente im eigenen Portfolio. Sieben hat sich mit einer Dissertation zum Thema „Der Grundsatz der nachhaltigen Entwicklung und Bodenschutz“ für eine Karriere in „Verwaltungsrecht und Arbeitsrecht“ empfohlen, Quaas ist als „Träger der Wilhelm von Humboldt-Medaille und Träger des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“, so weit jenseits aller Notwendigkeit, die eigene Befähigung zu belegen, dass eine Kurzvita ausreicht, um von seiner großen Eignung zu künden.

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Und trotz alledem stellen die beiden modesten Männer ihr Licht unter den Scheffel, denn eine weitere ihrer herausragenden Qualifikationen bleibt vollkommen unerwähnt: Sie sind in der Lage, Aufgaben zu erfüllen, für die z.B. die Technische Universität Chemnitz, deren Gutachter sich seit mehr als einem Jahr an dem Plagiarat von Mario Voigt, mit dem er sich den Doktortitel erschlichen zu haben scheint, abmühen, Jahre benötigt, innerhalb nur weniger Tage und in einem kurzen Kurzgutachten, das so kurz ist, dass man es dennoch nur in kurzem Teil im ZDF veröffentlichen kann:

„Dabei überprüften die beiden Anwälte eine Reihe ähnlicher oder nahezu gleichlautender Fußnoten, ähnlich oder gleichlautende Textstellen sowie Ähnlichkeiten in Überschriften. „Selbst wenn man annimmt, dass sämtliche aufgezeigten Übereinstimmungen sich nicht erklären lassen, begründen diese weder einen Plagiatsvorwurf noch stellen sie die Wissenschaftlichkeit der Arbeiten sowohl von Prof. Dr. Frauke Brosius-Gersdorf als auch von Herrn Prof. Dr. Hubertus Gersdorf in Frage.“ Die Schwelle dafür sei bei Weitem nicht erreicht.

[…]

Brosius-Gersdorf legte ihre Dissertation mit dem Titel im Sommersemester 1997 der Universität Hamburg vor.

[…]

Die Habilitationsschrift ihres Mannes zum Thema „Öffentliche Unternehmen im Spannungsfeld zwischen Demokratie- und Wirtschaftlichkeitsprinzip“ wurde im November 1997 abgeschlossen und im Sommersemester 1998 am selben Fachbereich vorgelegt.

Das Kurzgutachten kommt deshalb zu dem Schluss: „Aufgrund des zeitlichen Ablaufs und der deutlich früher veröffentlichten Dissertation von Frau Prof. Dr. Frauke Brosius-Gersdorf spricht der erste Anschein dafür, dass diese – sofern es überhaupt der Fall sein sollte – keine Textstellen aus der Habitilation ihres Ehemannes übernommen hat.“

Sie sehen, selbst wenn es ein wenig Betrug in Dissertation oder Habilitation oder beidem gegeben haben sollte, ist das nicht genug Betrug, um das Betrugslevel zu befriedigen, das Quaas und Sieben für relevant halten, und was Quaas und Sieben für relevant halten, das gilt bekanntlich, immerhin haben beide promoviert und einer hat gar einen Verdienstorden von Steinmeier erhalten. Und jenseits vom Betrug ist klar, dass die zuerst abgegebene Arbeit diejenige sein muss, aus der abgeschrieben wurde.

Sie sehen, der Heiligsprechung von St. Frauke steht nichts mehr im Weg. Entscheide des Verfassungsgerichtes kommen in Zukunft mit einem Heiligenschein.

Indes, die Argumentation der beiden Quaas und Partner Größen ist natürlich ein grober logischer Fehler, den man leicht verdeutlichen kann, und zwar am Beispiel von Usain Bolt. Der Läufer ist bekanntlich in der Regel als erster durchs Ziel gegangen, was nach der Logik von Quaas und Sieben nur bedeuten kann, dass er früher als die anderen losgelaufen ist. Dass alle Läufer zum selben Zeitpunkt gestartet sind, ist in der Welt von Quaas und Sieben ausgeschlossen, denn Usain Bolt kam als erster durchs Ziel.

Man kann das Problem auch anhand eines Schmalspur-Traktors und eines Fahrrades deutlich machen. Der Traktor zieht das Fahrrad den Berg hinauf und bergab fährt das Fahrrad dem Traktor davon, lässt ihn weit hinter sich zurück und kommt als erster im Motel an. Nach der Logik von Quaas und Sieben kann es gar nicht anders sein, als dass das Fahhrad früher losgefahren ist als der Schmalspurtraktor.

Es ist schon erstaunlich, wie wenig die Angst davor, sich lächerlich zu machen, unter Juristen verbreitet ist.

Aber natürlich hat Quaas von Steinmeier einen Verdienstorden umgehängt bekommen und Sieben hat über Bodenschutz promoviert.

Das qualifiziert …

Wir haben unsere Sicht der Dinge in zwei Posts dargelegt, die sie hier nachlesen können:


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