Wissenschaft oder Ideologie: Hygienemaßnahmen

Warum ist Erich von Däniken eher ein Wissenschaftler als viele, die auf Lehrstühlen für Gender Studies, aber auch für Medienwissenschaft, Soziologie, Politikwissenschaft, Kulturwissenschaft oder Pädagogik an Universitäten und Fachhochschulen sitzen?

Der gesammelte Däniken

Weil man die Ideen von Däniken und seine Aussagen über Besuche von Aliens auf der Erde prüfen kann bzw. Däniken sich bemüht, Belege für seine Behauptungen anzuführen, die man prüfen kann.

Bei vielen derjenigen, die Lehrstühle der genannten Fachbereiche besetzen und bei vielen, deren Fachbereich wir nicht direkt benannt haben, ist das nicht so. Sie verkünden und behaupten vieles, nutzen ihre Lehrstühle als Kanzel und predigen ihren Studenten das Heil.

Sie sind keine Wissenschaftler, sie sind Ideologen.

Die Unterschiede zwischen Wissenschaft und Ideologie, zwischen Wissenschaftlern und Ideologen, sie sind schnell benannt:

  • Wissenschaftler suchen nach Erkenntnis.
    Ideologen sind der Überzeugung, bereits alle Erkenntnis zu besitzen.
  • Wissenschaftler bringen Studenten Methoden bei, die zur Erkenntnisgewinnung notwendig sind.
    Ideologen erwarten von Studenten, dass sie die Heilslehre, die ihnen im Studium verkündet wird, auswendig lernen und nacherzählen können.
  • Wissenschaftler sind bemüht, Wissenschaft als kumulativen Prozess zu betreiben.
    Ideologen benötigen keinen kumulativen Prozess, da sie sich im Besitz der Wahrheit wähnen.
  • Wissenschaftler schätzen Kritik, denn durch Kritik werden Schwächen der eigenen Argumentation und Theorie aufgedeckt und können beseitigt werden.
    Ideologen fürchten Kritik, denn Kritik ist Indikator dafür, dass es Menschen gibt, die die Heilslehre der Ideologen nicht auswendig gelernt und internalisiert haben.
  • Wissenschaftler sind an Menschen interessiert, die zu eigenständigen intellektuellen Leistungen in der Lage sind.
    Ideologen sind an Menschen interessiert, die sich anbiedern und einordnen wollen, aus Angst davor, eine eigene Meinung formulieren zu müssen.
  • Wissenschaftler formulieren Aussagen, die an der Wirklichkeit scheitern können.
    Ideologen formulieren metaphysische Behauptungen, die sie als Gewissheit ausgeben.
  • Wissenschaftler sprechen eine deskriptive Sprache, die der Verständigung und dem wissenschaftlichen Streit zuträglich ist.
    Ideologen sprechen eine evaluative Sprache, zu der sie Zustimmung erwarten.
  • Wissenschaftler wollen sich mit anderen verständigen.
    Ideologen wollen andere belehren.
  • Wissenschaftler teilen die Welt in Menschen, die etwas zum wissenschaftlichen Fortschritt beitragen und solche, die das nicht tun.
    Ideologen teilen die Welt in Freunde und Feinde.

Die List der Unterschiede zwischen Wissenschaft und Ideologie, zwischen Wissenschaftlern und Ideologen, sie könnte an dieser Stelle noch fortgesetzt werden. Wir wollen es jedoch bei diesen Unterschieden, die wir für die wichtigsten halten, belassen und uns der Frage widmen: Woran erkennt man, dass man es mit Ideologen, die sich an einer Hochschule eingeschlichen haben, zu tun hat?

damonisierung-der-anderen_coverDie Antwort auf diese Frage werden wir in einer kleinen Miniserie geben, die sich entlang des Beitrags: „Die Dämonisierung der Anderen und die Inszenierung von Kritik als Häresie – Eine Replik auf die Abwertung von wissenschaftlicher Kritik an der so genannten Rassismuskritik durch Rassismuskritiker“ (Band 5 unserer Blauen Reihe) von Dr. habil. Heike Diefenbach entwickelt.

Ziel der Miniserie ist es, die Kriterien herauszuarbeiten, anhand derer man eindeutig feststellen kann, dass derjenige, der sich als Wissenschaftler ausgibt, keiner, sondern ein Ideologe ist.

Der Inhalt in kurzer Zusammenfassung:

Ideologen sind nicht an Themen oder an Erkenntnis interessiert. Sie verwenden den Forschungsbereich, in dem sie sich tummeln, lediglich als Etikett, um Wissenschaftlichkeit vorzutäuschen. Dass sie nicht an Themen interessiert sind, zeigt sich daran, dass sie keinerlei inhaltliche Aussagen machen. Ihre Einlassungen haben alle einen evaluativen Charakter, weshalb man ihnen glauben kann oder eben nicht. So wie das bei Religionen der Fall ist, und Ideologie ist nichts anderes als eine Spielart von Religion (Thema in Teil 1).

Also weichen Ideologen inhaltlichen Diskussionen aus und versuchen, Kritik als solche zu diskreditieren.

Ideologen benutzen ein Freund-Feind-Schema, um von ihrer Unfähigkeit, inhaltlich zu argumentieren, abzulenken. Anstelle sich mit einer Thematik und mit Kritik auseinanderzusetzen, greifen sie diejenigen an, die Kritik äußern oder ihre Thematik wissenschaftlich und eben nicht ideologisch behandeln (Thema in Teil 2)

Weil Ideologen denken, sie wüssten bereits alles, ein Gedanke, den man nur haben kann, wenn Dummheit in ausreichendem Maße vorhanden ist, deshalb lernen sie nichts hinzu und sind entsprechend unfähig, wissenschaftliche Argumentationen und Diskussionen zu führen. Diese Unfähigkeit wird deutlich in geradezu erschreckenden Missverständnissen und Fehleinschätzungen über Grundbestände wissenschaftlicher Tätigkeit, seien sie inhaltlicher oder methodischer Art (Thema in Teil 3).

Schließlich sind Ideologen so in ihrer eigenen Welt gefangen, dass sie nicht anders können, als alle Informationen, die von außen in ihr Echochamber gelangen, vor dem Hintergrund ihrer Heilsvorstellung zu rahmen. Deshalb ist es möglich, Ideologen anhand ihrer eigenen Vorurteile bloßzustellen (Thema in Teil 4).

Fratze der Boshaftigkeit: Das wahre Gesicht der Gutmenschen (besser: Defizitmenschen)

von Michael Klein

Leute, lehnt Euch zurück!
Das wir ein etwas längerer Post. Und ich gedenke, meiner hegemonial männlichen Wissenschaftlichkeit freien Lauf zu lassen.

ideology of madnessEs ist an der Zeit, eine Grenze zu ziehen. Eine Grenze der Zumutbarkeit, der wissenschaftlichen Lauterkeit, eine Grenze des Anstands. Denn es reicht. Mir reicht es, uns reicht es, und all denen, die Wissenschaft noch ernst nehmen, sollte es langsam auch reichen, denn seit die Genderista und andere Spinner an Universitäten zur Normalität in persona geworden sind, ist es nicht mehr möglich, zu unterscheiden, wo Wissenschaft aufhört und das Irrenhaus anfängt.

Betrand Russell hat einst gefürchtet, dass man den Irren, der sich für ein Rührei hält, nur deshalb verurteilen könne, weil er in der Minderheit sei, und damit u.a. die Notwendigkeit einer klaren Trennung zwischen dem, was als Wissenschaft bezeichnet wird und dem, was keine Wissenschaft ist, angemahnt.

Russell ist tot. Ihm bleibt erspart, womit wir heute konfrontiert sind.

Fünf Tussen und ein Schweiger.
Was waren das noch Zeiten, als Tussen nur zusammen zur Toilette gegangen sind, im Rudel. Heute schreiben sie im Rudel Texte, die sie als Wissenschaft ausgeben wollen.

Texte wie „Nichts als Ideologie? Eine Replik auf die Abwertung rassissmuskritischer Arbeitsweisen“.

„Nichts als Ideologie“ ist ein Text, den man als boshaft klassifizieren muss, ein Text, in dem sich ein Rudel aus sechs Autoren jedem, der auch nur ansatzweise etwas von Wissenschaft versteht, in einer Weise ausliefert, die erbärmlich ist, ein Text, dessen einziger Zweck darin besteht, Kritiker der Rassismuskritik zu beleidigen, um auf diese Weise den Anschein, Rassimuskritiker seien eine besonders gute Art Mensch, weiter bestehen lassen zu können. Und ganz so, wie diejenigen, die Rassismus kritisieren, dies letztlich auf rassistischer Basis tun, und somit in der Realität zum Gegenteil des guten Menschen werden, der sie doch vorgeben wollen, zu sein, so zeigen sie auch durch ihre Beschimpfung im Text, dass sie keine guten, keine lauteren und keine anständigen Menschen sind. Es ist, wie schon Erving Goffman geschrieben hat, schwierig eine Fassade in einer sozialen Darstellung aufrecht zu erhalten, die nicht authentisch ist. Und wer andere beleidigt, der ist schlicht kein guter Mensch, der ist … [denkt Euch was].

Das war die Vorrede, nun zur Begründung en detail.

Ist Euch das auch schon aufgefallen, dass Ideologen immer dann, wenn sie kritisiert werden, Zeter und Mordio schreien und behaupten, sie würden abgewertet, diskreditiert oder denunziert? Damit belegen sie eindrücklich, dass sie Ideologen und keine Wissenschaftler sind. Um das zu sehen, muss man sich nur vergegenwärtigen, was ein Wissenschaftler machen würde, der mit Kritik konfrontiert ist.

Nehmen wir einen beliebigen Wissenschaftler, der sich seit Jahren mit einem bestimmten Thema befasst und nun kritisiert wird. Was würde ein solcher Wissenschaftler tun? Würde er Zeter und Mordio schreien, die Kritik als Häresie betrachten, die Kritiker beschimpfen?

Sicher nicht, denn ein Wissenschaftler, der sein Thema kennt, hat sicher bereits über mögliche Kritikpunkte nachgedacht und seine Antworten auf eine entsprechende Kritik im Kopf vorformuliert. Die müsste er nur abrufen, in dem Stil, dass die Kritik von X nicht zutrifft, weil empirisch gezeigt wurde, dass Y der Fall ist: Wäre die Kritik von X richtig, dann müsste aber Z der Fall sein und nicht Y. Oder unser Wissenschaftler würde einen logischen Widerspruch in der Kritik aufzeigen, der die Kritik implodieren oder zumindest in ihrer Tragweite einschränken würde. Oder, letzte Möglichkeit, die Kritik ist fundiert und weist auf einen Aspekt hin, den unser Wissenschaftler nicht bedacht hat. Hochinteressant. Unser Wissenschaftler würde sich auf die Kritik und ihre Implikationen stürzen, er würde die Kritik zu seiner Kritik machen, da sie seine Forschung voranbringt und sein Wissen erweitert. Darum geht es in der Wissenschaft, Wissen zu erweitern. Man nennt das auch Erkenntnisgewinn.

In der Wissenschaft schätzt man also Kritik. Man würdigt sie, freut sich über konstruktive Kritik, Kritik die neue Erkenntnis verspricht, denn Wissenschaft ist ein kumulativer Prozess, in dessen Verlauf immer wieder geprüft werden muss, ob stimmt, was man für richtig hält.

Dagegen fürchten Ideologen Kritik. Sie fürchten Kritik, weil sie kein Wissen, sondern einen Glauben haben. Ideologen arbeiten nicht an Erkenntnis, suchen keine neuen Zusammenhänge, denn sie wissen schon alles. Ihr Projekt heißt Missionierung oder Erziehung oder Zwangserziehung, nicht Erkenntnisgewinn.

Ideologen sind in der Regel keine Intelligenten, sondern kognitiv Zurückgebliebene, die ihren Kernglauben gegen Kritik schützen und immunisieren müssen. Wenn sie das nicht tun, dann ist er nämlich weg, an der Realität gescheitert, als falsch erwiesen oder als unbrauchbar oder als beides. Er ist eben Glaube und nicht Erkenntnis.

Und damit bin ich zurück bei dem oben zitierten Titel „Nichts als Ideologie? Eine Replik auf die Abwertung rassismuskritischer Arbeitsweisen“.

evil-gnomeWenn bereits im Titel Kritik als Abwertung abgewertet wird, dann weiß man schon nach dem Titel: Hier kommt Ideologie. Hier verteidigen sich welche gegen Kritik, die ihnen den Boden unter den Füssen weggezogen hat. Nun schweben sich im kognitiven Vakuum und tun das, was sie am besten können: Beleidigen und Diffamieren. Nur eines fällt ihnen zu keinem Zeitpunkt ein: Argumentieren. Denn das können sie nicht.

Nichts als Ideologie?, so fragen Inci Dirim, Maria do Mar Castro Varela, Alisha M. B. Heinemann, Natascha Khakpour, Doris Pokitsch und Hannes Schweiger, die fünf Tussen und der Schweiger. Auch das ist eine Mode, die in den letzten Jahren immer häufiger wird: Rudelschreiben. Sechs Hanseln werkeln 12 Seiten Text zusammen, jeder zwei Seiten?

Bei näherem Hinsehen zeigt sich, dass Inci Dirim, die in Wien eine Professur am Institut für Germanistik, genau: Deutsch als Fremdsprache besetzt, die von ihr Abhängigen zusammengetrommelt hat, um den Glaubenskatechismus gemeinsam aufzusagen. Heinemann: Assistent am Lehrstuhl von Dirim. Khakpour, Assistent am Lehrstuhl von Dirim, Pokitsch, auch am Lehrstuhl von Dirim, Schweiger, Lehrbeauftragter (der Mann für die Lehrarbeit) am Lehrstuhl von Dirim, eine schöne Machstruktur und in Wien am Institut für Germanistik, am Lehrstuhl Dirim, da hält man es mit Foucault, der Macht als Aushandlungsprozess definiert,. Wie das geht? Einfach: Dirim sagt, was gemacht wird, und die finanziell Abhängigen marschieren mit (um im Bild zu bleiben: Dirim geht zur Toilette, und der Rest geht mit). Bleibt noch Maria do Mar Castro Vareta, Stipendiat der Heinrich Böll Stiftung und Quotenprof unter Missbrauch des Namens von Maria Goeppert also auf Kosten der Niedersächsischen Steuerzahler. Sie haben sich alle zusammengerottet um den zitierten Beitrag zu schreiben, den man im 21. Jahrhundert nicht mehr für möglich gehalten hätte, einen Beitrag, mit dem sie die Rassismuskritik und damit einen Bereich, der weder über empirische Forschung verfügt noch über einen Aussagenkern, aus dem man falsifizierbare Aussagen ableiten könnte, gegen die „Vorwürfe“, Rassismuskritik sei eine Ideologie, zu verteidigen.

Wohlgemerkt Vorwürfe, nicht Kritik. Ein weiterer Beleg dafür, dass wir es mit Ideologen zu tun haben, Ideologen, die sich zu Sätzen versteigen, wie dem folgenden: „Voraussetzung für diese Kritik ist die Annahme einer vermeintlich klaren Unterscheidung und Trennung von Ideologie und Wissenschaft. … Die Polemik gegen Rassismuskritik beruht auf einem Wissenschaftsverständnis, das davon ausgeht, dass Wissenschaft wertungs- und haltungsfrei, also ‚objektiv‘ sein könne“ (Polemik, nicht Kritik!).

Ok. Wir leben im Jahr 55 nach dem Ende des Werturteilstreits. Wir leben im Jahr 82 nach Veröffentlichung der Logik der Forschung und im Jahr 109 nach der Gründung des Wiener Kreises. Die Erkenntnis, dass es eine klare und definierbare Grenze zwischen Wissenschaft und Ideologie gibt, sie sitzt immer noch nicht, nicht in Wien, bei den Germanisten, die Deutsch als Zweitsprache betreiben.

Popper GrundproblemeAber es ist so. Es gibt klare Abgrenzungskriterien, die Wissenschaft von Ideologie trennen. Popper hat sie in seinem Buch „Die beiden Grundprobleme der Erkenntnistheorie“ beschrieben, im Wiener Kreis wurden sie hinlänglich, nämlich über drei Jahrzehnte diskutiert, im Werturteilsstreit wurden sie auch dem letzten Blockhead eingehämmert und dennoch gibt es Personen, die von sich behaupten, sie seien Wissenschaftler und behaupten, man könne Wissenschaft nicht von Ideologie trennen.

Doch, das kann man, jedenfalls dann, wenn man Russell seinen Frieden gönnt und nicht als Rührei gelten will. Dann nämlich weiß man, dass wissenschaftliche Aussagen nachvollziehbar, prüfbar und falsifizierbar sein müssen. Alles, was das nicht ist, ist eben keine wissenschaftliche Aussage. Nun kann man Aussagen, die nicht prüfbar sind, natürlich entwickeln, so dass sie prüfbar werden oder indirekt prüfen, was man jedoch nicht kann, ist zu behaupten, dass es nicht möglich sei, Wissenschaft und Ideologie zu trennen. Und das genau behaupten die fünf Tussen und der Schweiger.

Und im Jahr 109 nach Gründung des Wiener Kreises muss man sich mit Fragen der Objektivität auseinandersetzen, weil es immer noch Idioten gibt, die denken, es gäbe andere, die seien so dumm wie sie selbst und würden behaupten, Wissenschaft sei objektiv. Wozu hat sich Hans Albert abgemüht, Wahrheit als regulative Idee zu bestimmen. Wozu hat sich Karl Raimund Popper die Finger wund geschrieben, um dazulegen, dass Wissenschaft nicht Wahrheit oder Objektivität erreichen könne, aber beides anstreben müsse. Wozu haben Ernst Topitsch oder Karl Acham Argument um Argument aufgereiht, um die Trennung zwischen Erkenntnis- und Begründungszusammenhang auch noch dem letzten Nixraff verständlich zu machen. Damit auch der langsamste unter den Denkern versteht, dass man seine Interessen und Haltungen und Einstellungen als Wissenschaftler gerne haben kann, so lange man sicherstellt, dass die Ergebnisse, die man produziert, prüfbar und nachvollziehbar sind, damit auf diese Weise und über den Weg der Kritik, andere prüfen und nachvollziehen und eventuell kritisieren können, dass die entsprechenden Ergebnisse die Einstellungen des Forschers, nicht aber die Realität widerspiegeln?

Nein, im Jahre 2016 gibt es fünf Tussen und einen Schweiger, die von alledem nichts wissen und ansonsten die Rassismuskritik gegen Kritik, nein, gegen „Vorwürfe“ verteidigen wollen, also dagegen, dass festgestellt wird, Rassismuskritik basiere auf nicht prüfbaren Annahmen, mache keine Aussagen über die Wirklichkeit, die falsifizierbar seien, und sei in weiten Teilen nicht nachvollziehbar, weil selbstwidersprüchlich, sei eine Ideologie. Und diese Kritik wollen sie dadurch entkräften, dass sie einen Ladenhüter auspacken, der selbst Thomas von Aquin ob seiner Antiquiertheit die Schamesröte ins Gesicht treiben würde: Es gebe keine positionsunabhängige Wissenschaft.

Warum sollte man ein Interesse daran haben, Aussagen zu verteidigen, die nicht prüfbar und nicht nachvollziehbar sind, Aussagen, die nichts Prüfbares über die Realität aussagen und auch nichts über die Realität aussagen wollen? Warum sollte man darauf beharren, dass der Erkenntnisprozess und alle Erkenntnisse von Ideologie durchtränkt sind und diesen Wahnsinn noch dadurch steigern, dass man die Verwendung der Methoden verweigert, die Ideologie identifizieren und beseitigen können?

Einfach: Weil man ein Ideologie ist. Und das sind die sechs Rudelautoren dann auch, Ideologen, Ideologen der besonderen Art: Gutmenschen.

Sie haben sich kein Fach ausgesucht und keine Position an der Universität angestrebt, weil sie Erkenntnis suchen, weil sie ein Projekt verfolgen und einfach wissen wollen, nein, sie haben sich, um eine Position an der Universität bemüht, um sich als Wissenschaftler ausgeben und den entsprechenden Status erheischen zu können, einen Status, den es, wegen Ideologen wie Dirim und den von ihr Abhängigen nicht mehr gibt. Sie haben sich einen Gegenstand gesucht, der nicht harte Arbeit und Kenntnis von Methoden und Verfahren, am Ende noch statistischer Verfahren bedarf, sondern einen Gegenstand mit warm glow, von dem sie erwarten, dass er auf sie übergeht: Rassismuskritik. Eine Selbst-Inszenierung als Rassismuskritiker, so die Idee, mache sie zum guten Menschen, zeige ihre moralische Überlegenheit und täusche über das vollkommene Fehlen jeglicher Kompetenz und Fähigkeit zum wissenschaftlichen Arbeiten hinweg.

Und dann ernten sie Kritik. Dann kommt jemand und kratzt an der Fassade, hinterfragt die wissenschaftlichen Grundlagen von Rassismuskritik, wie das z.B. Dr. habil. Heike Diefenbach getan hat, in einem konstruktiven Text, der nicht nur Rassismuskritik fundiert kritisiert, sondern Vorschläge enthält, wie man Rassismuskritik zu einer Wissenschaft machen könnte, ein vielgelesener Text, der allein von ScienceFiles und noch vor seiner Veröffentlichung im von Karim Fereidooni und Meral El herausgegebenen Sammelband „Rassismuskritik und Widerstandsformen“ von mehr als 4.000 Lesern (ohne die Downloads über Academia.edu oder Researchgate) heruntergeladen wurde.

Wären die sechs Verschwörer gegen die Wissenschaft Wissenschaftler, der Text von Dr. habil. Heike Diefenbach hätte sie erfreut, die Kritik herausgefordert, die Vorschläge, wie man Rassismuskritik weiterentwickeln kann, sie hätten sie zu ihren gemacht und an ihrem Erkenntnisinteresse gearbeitet. Aber die fünf Tussen und der Schweiger, sie sind keine Wissenschaftler, sie sind Ideologen, für die jeder Widerspruch bedrohlich und jede Kritik existenzbedrohend ist. Entsprechend fällt die normale Reaktion eines Wissenschaftlers, wie sie oben beschrieben wurde, aus. Es bleibt die Reaktion des Ideologen, des kognitiven Defizitwesens, das nicht in der Lage ist, konstruktiv mit Kritik umzugehen und nur einen Modus kennt, um auf Kritik zu reagieren: aufgeregtes Hyperventilieren (akademisierte Hatespeech).

Hier eine kurze Beschreibung der grassierenden Paranoia unter diesen Defizitwesen:

SF_Rassismus_coverKritik wird zur Abwertung, zur Diskreditierung, kritische Hinweise werden zu Vorwürfen, zum Rundumschlag, die Anliegen der Rassismuskritik sie werden „bagatellisiert“, die „Dilemmata und Widersprüche“, die zeigen, „wie wichtig die Auseiandersetzung im Sinne einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der eigenen Positionen für eine selbstreflexive Praxis“ sind, so wird gejammert, würden als Immunisierungsstrategie bezeichnet und so lamentieren sie weiter und weiter. Nur eines machen sie nicht: Ein Argument. Wie auch? Argumente machen Wissenschaftler. Ideologen beleidigen, diffamieren und werten Andersdenkende ab, so wie die fünf Tussen und der Schweiger dies tun. Und dabei fällt dann die Inszenierung des Gutmenschen in sich zusammen und die Fratze der Boshaftigkeit tritt hervor, das wahre Gesicht der Ideologen, die durch alles, was anders ist, gefährdet sind, weil alles, was anders ist, droht, ihre kognitiven Defizite zu Tage zu befördern. Defizitär wie sie nun einmal sind, fällt ihnen nur die Beleidigung des Häretikers ein.

Es ist schon seltsam. Sie können seitenweise darüber jammern, dass ihnen, den Rassismuskritikern, etwas unterstellt würde, dass sie am Maßstab der Wissenschaft gemessen würden, dass ihre „reflexive Praxis“, also das: „Ich stell‘ mir etwas vor und behaupte etwas und wenn es nicht passt, dann behaupte ich, dass die reflexive Praxis noch nicht abgeschlossen ist“, nicht ausreichend gewürdigt werde, sie jammern und zetern, Seite um Seite und kommen nicht im Traum auf die Idee, sie könnten die Kritik, die an ihre Adresse gerichtet wird, zu entkräften versuchen. Nein, auf die Idee kommen sie nicht, so wie Islamisten nicht auf die Idee kommen, ihre abstruse Version des Koran kritisieren zu lassen. Wer sie kritisiert, ist eben ein infidel, ein Ungläubiger, der mit bösen Strategien und vom Teufel geschickt, unterwegs ist. Bei den fünf Abhängigen von und Inci Dirim ist das genau so: Wer sie kritisiert, wer die heilige Lehre der Rassismuskritik kritisiert, der ist des Teufels, ein Ungläubiger, einer, der eine Strategie verfolgt, um die Rassismuskritik abzuwerten.

Und weil das noch nicht reicht, kommt die Krönung der Idiotie in den folgenden Worten:

„Heike Diefenbach beispielsweise arbeitet in ihrem Rundumschlag mit Unterstellungen und nicht belegten Behauptungen über die Konzepte, Positionen und Forschungen von Wissenschaftler_innen, die rassismuskritisch arbeiten. Ihre Lektüre rassismuskritischer Texte ist äußerst selektiv, vereinfachend und tendenziell abwertend“ (89)

Ob derartiger Text den Tatbestand der Verunglimpfung erfüllt, das dürfen gerne die vielen Anwälte unter unseren Lesern prüfen. Dass die fünf Tussen und der Schweiger hier projizieren, sind sie doch diejenigen, die keinerlei Beleg für ihre Behauptungen, wie z.B. die hier zitierten, bringen, ist offenkundig und wohl Ergebnis eines geistigen Defekts. Ich habe selten einen konstruktiveren und besser belegten Text als den von Dr. habil. Heike Diefenbach zum Thema „Rassismuskritik“ gelesen. Dass alle Aussagen im Text von Heike Diefenbach auch ausführlich mit entsprechenden Textstellen belegt sind, davon kann sich jeder, der des Lesens kundig ist, selbst versichern. Bleibt noch der Vorwurf der Selektivität, ein Vorwurf, wie er aus Reihen der Genderista häufig zu hören ist, die dann, wenn sie keine Antwort auf Kritik wissen, zuweilen behaupten, der Kritiker habe die Tiefe der Gedanken der Genderista nicht verstanden, habe sich nicht weit genug in den Gendersumpf begeben, sei eben selektiv. [Der Fehlschluss dahinter lautet entsprechend: Wenn man lange genug in Scheisse gewühlt hat, dann erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, keine Scheisse zu finden.]

Natürlich ist Kritik selektiv. Jeder Beitrag, der jemals in der Wissenschaft geschrieben wurde, ist selektiv. Menschen sind keinen allwissenden Geister, wie sie William Poundstone für eines seiner Gedankenexperimente extra erfinden musste, sondern in ihren Ressourcen begrenzt. Entsprechend ist jeder Text eine Auswahl, eine Momentaufnahme der Wirklichkeit und somit notwendigerweise selektiv. Wer dies wie Genderista und die fünf Tussen plus der Schweiger anderen zum Vorwurf machen will, zeigt nur und einmal mehr, dass er ein Gläubiger ist, ein Ideologe, der an einer Hochschule wirklich überhaupt nichts verloren hat. Und wenn er seinen Vorwurf, andere seien selektiv mit der Bemerkung abschließt: „Auf die unterschiedlichen Strategien zur Diskreditierung der Rassismuskritik soll hier nicht im Detail eingegangen werden“, dann macht er sich damit nur noch lächerlich. Wobei ich nicht weiß, ob Lächerlichkeit noch ein Attribut ist, das den Status der fünf Tussen und des Schweigers wesentlich beeinträchtigen kann. Ganz unten geht es in der Regel nicht mehr tiefer.

Warum Gläubige wie die Sekte um Dirim unbedingt an Universitäten sitzen wollen, warum sie unbedingt als Wissenschaftler erscheinen wollen – ich habe keine Ahnung. Vermutlich ist es leichter, an Steuergelder zu kommen, wenn man sich als Wissenschaftler an einer Hochschule ausgibt, als es wäre, wenn man sich als Religionsvertreter an einer Hochschule zu erkennen gäbe.

Bedrückend ist jedoch die Boshaftigkeit, mit der die fünf Tussen und der Schweiger auf die Kritik reagieren, wohlgemerkt es ist Kritik, keine Abwertung, keine Vorwürfe und keine Bagatellisierung (schon weil man Rassismuskritik nicht bagatellisieren kann). Das sie nicht auf die Idee kommen, Kritik konstruktiv zu bearbeiten, in der oben beschriebenen Weise, identifiziert sie als Ideologen, die schlicht und ergreifend keinerlei Ahnung davon haben, was Wissenschaft ausmacht. Dass sie ihre Ideologie auf eine Art und Weise verteidigen wollen, die jeden Anstand, jede wissenschaftliche Lauterkeit und jedes Maß an moralischer Restriktion vermissen lässt, ist eine andere Sache, eine Sache, die beklommen machen muss, lässt sie doch Schlüsse auf den geistigen Zustand und den menschlichen Wert derer zu, die in Wien auf Studenten losgelassen werden. Es ist, als blickte man in einen Abgrund, einen Abgrund der Boshaftigkeit, mit der entsprechenden Fratze, dem wahren Gesicht der Defizitmenschen am Boden.

Dirim, Inci & fünf abhängige Autoren (2016). Nichts als Ideologie? Eine Replik auf die Abwertung rassismuskritischer Arbeitsweisen. In: do Mar Castro Varela, Maria & Mecheril, Paul (Hrsg.). Die Dämonisierung der Anderen. Rassismuskritik der Gegenwart. Bielefeld: transcript, S.85-97.


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Ambushologie: Verbaler Hinterhalt als pseudo-wissenschaftliche Disziplin

In letzter Zeit lesen wir immer wieder von der offenen Gesellschaft. Von der offenen Gesellschaft kann man eigentlich nicht reden, ohne Karl Raimund Popper mitzudenken. Insofern ist es mehr als ironisch, wenn ausgerechnet Linke von der offenen Gesellschaft sprechen zu können meinen.

Aber dazu kommen wir in einem anderen Post.

Wissenschaft ist eigentlich ein Modell der offenen Gesellschaft. Nun ja, Wissenschaft soll ein Modell für eine offene Gesellschaft sein. Die offene Gesellschaft ist die Norm, die Idealvorstellung, von der man aber dennoch annehmen muss, dass ihr die Wissenschaft am nächsten kommt.

Offene GesellschaftOffene Gesellschaft meint nämlich: Freien Wettbewerb von Ideen und Meinungen. Keine Idee, keine Meinung wird ausgeschlossen, keine Idee, keine Meinung wird privilegiert. Es herrscht Meinungsgleichheit.

Allerdings ist nicht alles Meinung, was als Meinung daherkommt.

Behauptungen, die unbelegt bleiben, sind keine Meinung.

Aussagen, die über das emotionale Befinden des Aussagenden Auskunft geben, sind keine Meinung.

Eine Meinung ist eine Aussage zu einem konkreten Gegenstand, in der etwas empirisch Prüfbares ausgesagt wird.

Wir sind zum Beispiel der Meinung, dass die inflationäre Verwendung des Begriffs „Diskriminierung“ ein Indiz dafür ist, dass viele den Begriff verwenden, aber nur wenige wissen, was er eigentlich bedeutet. An die Stelle der Bedeutung tritt bei Ihnen die Bewertung. Bezichtigen sie andere der Diskriminierung, dann sagen sie damit eigentlich: Diese anderen sind böse. Und zu etwas anderem als dieser Verwendung sind die meisten nicht in der Lage. Schon gar nicht sind sie dazu in der Lage, Diskriminierung in positive und negative Diskriminierung zu unterteilen. Diskriminierung ist nämlich auch positiv, dann nämlich, wenn Straftäter von der nicht-delinquenten Bevölkerung diskriminiert werden, indem man sie in ein Gefängnis steckt. Diskriminierung ist also ein Begriff, der immer vor einer normativen Basis benutzt werden muss, und diese normative Basis ist je nach Zeit und je nach Kontext verschieden. Lange Rede, kurzer Sinn: Wer Diskriminierung nur als negativ ansehen kann, der kann den Begriff nicht verwenden.

Das war eine lange, aber notwendige Ausführung, um deutlich zu machen, dass Meinung nicht das ist, was einem in den Kopf kommt, sondern das, was man begründen und argumentieren kann. Denn Sprache wurde im Wesentlichen dazu ersonnen, Information auszutauschen – eine Funktion, die heute allzu oft in Vergessenheit gerät.

Wissenschaftliche Sprache geht im Vergleich zur Alltagssprache noch einen Schritt weiter: Sprache wird formalisiert, wird mit Spezialbegriffen zur Bezeichnung bestimmter Sachverhalten angefüllt, um die Verständigung, die Diskussion, den wissenschaftlichen Austausch und vor allem den Erkenntnisprozess voranzutreiben. Entsprechend sollte man denken, dass Wissenschaftler oder solche, die sich dafür halten, darauf wertlegen, die Gründe ihrer Meinung darzulegen.

Deshalb kann man ein KO-Kriterium formulieren und feststellen, dass Personen, die Aussagen dennoch treffen, obwohl sie sie nicht begründen können, Personen, die Aussagen treffen, um Dritte zu diffamieren, herabzuwürdigen oder in sonst einer Weise negativ zu diskriminieren, also Personen, mit denen ihren Emotionen durchgehen und entsprechend der Verstand auf der Strecke bleibt, dass diese Personen keine Wissenschaftler sind.

Es dürfte wohl Konsens geben, dass Aussagen wie:

“„Das ist die Sprache eines ethnozentrisch verrohten demagogischen Gemüts. Er denunziert Geflüchtete und die zu Hunderttausenden gegenwärtig Helfenden …“.

Oder:

eine Feststellung dahingehend, “dass der „vergleichende Politikwissenschaftler“ um „schiefe Vergleiche nicht verlegen zu sein scheint“, die um eine „polemische Verzerrungsabsicht“ ergänzt wird“

nur dann als Meinung gelten können, wenn sie begründet werden und nur dann als Teil eines wissenschaftlichen Austausches und als Äußerung eines Wissenschaftlers angesehen werden können, wenn die Begründung empirisch prüfbar ist.

Werner patzeltDie beiden Aussagen stammen von Hajo Funke, emeritierter Professor der Politikwissenschaft und Karl-Siegbert Rehberg, (hoffentlich) bald emeritierter Professor der Soziologie. Beide haben die entsprechenden Aussagen einfach so und ohne Begründung, quasi als Dogma verkündet, wie Gott seine 10 Gebote, und zwar über Werner Patzelt, denn Patzelt ist der Gegenstand beider Aussagen.

Und dieser Werner Patzelt hat sich nun bemüht, die Begründung beider Aussagen von Funke und Rehberg zu erfahren, eine unglaubliche Geste, die man nur bewundern kann (Wir sind mehr Vertreter altestamentarischer Verhaltensweisen wie „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ und hätten wohl entsprechend gehandelt). Patzelt hat also seine beiden „Kollegen“, wie er sagt, angeschrieben und um eine Begründung für beider Aussagen gebeten.

„Kollege“ Rehberg hat die Lieferung einer Begründung aufgrund seiner Arbeitsbelastung derzeit ausgeschlossen, was nur den Schluss zulässt, dass Arbeitsbelastung konstruktiven, überlegten und begründeten Aussagen im Weg steht, nicht jedoch emotionalen und in niederer Absicht gemachten Aussagen, denn um solche muss es sich bei Rehberg handeln, denn sonst hätte er seine Begründung natürlich parat. „Kollege“ Funke ist vollkommen untergetaucht und hat keinerlei Lebenszeichen von sich gegeben, jedenfalls gegenüber Werner Patzelt. Beide „Kollegen“ bevorzugen offensichtlich eher eine Form der Ambushologie, deren Vorgehensweise man in drei Schritte unterteilen kann:

1. Eine große Klappe riskieren und verbal um sich schlagen.
2. Wegrennen und verstecken.
3. Bei Entdeckung: Keine große Klappe mehr riskieren und versuchen, sich zu wegzudrücken.

Personen wie Funke und Rehberg haben anscheinend die Agenda, die offene Gesellschaft der Wissenschaft in einen Partisanenkrieg zu verwickeln, in dem sie Wissenschaftler, deren begründete Meinung sie nicht mögen, diskreditieren und jede Begründung ihrer Behauptungen verweigern, in der Hoffnung, dass die Diskreditierung länger in Erinnerung bleibt als die eigene Feigheit und Unfähigkeit der Begründung.

Nicht nur Werner Pazelt ist zum Opfer von Ambushologen geworden. Andere haben ähnliche Probleme, das zum Trost:

Collegial Advice: Burn Up Like a Fire.


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Rechte sind die neuen Juden: In der FAZ stürmert’s

Doktortitel für Juden. Wenn der Professor das arische Auge zudrückt. An der Universität Greifswald wurde ein Jude promoviert. Wusste der Professor davon? Seine eigene Vita lässt an einem Versehen zweifeln, hatte der Professor doch schon in der Vergangenheit Kontakt mit Juden.

So kann man sich Zeitungstexte vorstellen, die nach der Machtergreifung der Nazis in den Zeitungen des Deutschen Reiches erschienen sind, in denen sich die Journalisten gegenseitig mit Bücklingen und Anbiederungsversuchen an die neuen Machthaber überboten haben. Wer es nicht glaubt, der kann sich jederzeit in dem umfangreichen Werk von Ian Kershaw und vor allem in dessen Auswertungen der entsprechenden Gestapo-Dokumente für Würzburg kundig machen.

Heute sind bei Zeitungen natürlich keine Anbiederer und Bücklinge zu finden, denn heute leben wir in einer Demokratie. Deshalb liest sich Faschismus heute wie folgt:

„Doktortitel für Nazi. Wenn der Professor das rechte Auge zudrückt. An der Universität Greifswald wurde ein Jurist promoviert, der zuvor Sänger einer rechtsradikalen Band war. Wusste der Professor davon? Seine eigene Vita lässt an einem Versehen zweifeln.“

Jochen Zenthöfer ist für diesen Text in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung verantwortlich, der sich nur graduell von Texten unterscheiden, die man auch im Stürmer von Julius Streicher hätte finden können. In diesem bemerkenswerten Dokument der in Deutschland immer weiter um sich greifenden Rechtsphobie, die mit einem Verlust rudimentärer kognitiver Funktionen einhergeht, reiht Zenthöfer nicht nur einen logischen Fehlschluss an den nächsten, er denunziert den von ihm namentlich genannten Professor Ralph Weber als zumindest Freund, wenn nicht Förderer von Nazis (früher wäre Weber wohl als Judenfreund beschimpft worden) und legt Universitäten nahe, Doktortitel nur noch nach einer Prüfung der Gesinnung des Doktoranden zu vergeben.

Deutschland 2016 oder Deutschland 1933?

Der Reihe nach.

Zenthöfer echauffiert sich darüber, dass ein 1984 geborener Promovend an der Universität Greifswald einen Doktortitel erhalten hat, der einst bei „Hassgesang“ Texte von sich gegeben hat, die, was den Sinn der darin verbreiteten Inhalte angeht, von dem, was man ansonsten aus Radios zugemutet bekommt, wenig abweichen. Aber Hassgesang zählt als Neonazi-Band, und deshalb ist der Unsinn in Textform von Hassgesang ein anderer Unsinn als z.B. der Unsinn, den „die Siffer“ so von sich geben.

Überhaupt scheint der Rechten-Hype, den Parteien, Politiker und von Steuerzahlern finanzierte Institutionen wie die Amadeu-Antonio-Stiftung verbreiten, in Deutschland eine geistige Pogrom-Stimmung geschaffen zu haben, die es Journalisten, die gerne ihr Fähnchen in den Wind hängen, angeraten erscheinen lässt, sich auf die Seite der vermeintlich Guten zu schlagen und sich als Kämpfer gegen die bösen Rechten zu profilieren.

Die bösen Rechten, die Jochen Zenthöfer bekämpft, sie finden sich in Person des bereits genannten „Mannes“, von dem Zenthöfer nicht weiß, ob er das Gedankengut, das den Text seiner Lieder ausgemacht hat, noch teilt. Der Mann ist natürlich Maik Bunzel, der schon vor Jahren durch linke Netzwerke getrieben wurde, weil er eine Stelle als Proberichter am Amtsgericht Lichtenfels angetreten hatte.

Promoviert wurde Bunzel im Februar 2016:

Bunzel, Maik
Thema: Der privatärztliche Vergütungsanspruch gemäß der GOÄ im Spannungsfeld des medizinischen Fortschritts
Gutachter: Prof. Dr. jur. Ralph Weber, Prof. Dr. jur. Hans-Werner Eckert
Tag der mündlichen Prüfung: 23. Februar 2016

Ihm gilt jedoch nicht die Aufmerksamkeit von Zenthöfer. Er ist vielmehr damit beschäftigt, den Professor, der Bunzel promoviert hat, öffentlich zu diffamieren, namentlich. Die Verfehlungen des Professor Ralph Weber von der Universität Greifswald, die Zenthöfer auflistet, sind die folgenden:

  1. Weber hat gegen den Ausschluss von zwei NPD-Kandidaten von der Landratswahl 2008 protestiert – auf den Briefbögen der Universität Greifswald.
  2. Weber hat gegen das Verbot der Kleidung der Marke „Thor Steinar“ auf dem Campus der Uni Greifswald protestiert.
  3. Weber hat der ‚Jungen Freiheit‘ ein Interview gegeben.
  4. Weber hat vor Deutschen Burschenschaftlern einen Vortrag gehalten.
  5. Weber kandidiert für die AfD bei den Landtageswahlen in Mecklenburg-Vorpommern.
  6. Und natürlich: Weber hat Maik Bunzel, ehemals bei Hassgesang, promoviert.

Das sind gravierende Verfehlungen, wenn man die sehr enge Weltsicht von Zenthöfer teilt. Es ist mit Ausnahme des unter 1 genannten Vorfalls nicht der Rede wert, wenn man sich demokratischen Verfahrensweisen verpflichtet fühlt. Dass der Professor eine private Stellungnahme auf Papier der Universität Greifswald schreibt, vermutlich, um im titelgläubigen Deutschland seinen Ausführungen mit dem Briefkopf mehr Gewicht zu verleihen. ist ein Missbrauch seines Amtes, aber nichts Ungewöhnliches. Gerade in linken Netzwerken sollte das bekannt sein, da entsprechende Professoren regelmäßig mit ihrer Dienstbezeichnung offene Briefe unterschreiben.

Ansonsten sind die Anklagepunkte nur ein Zeugnis für die intellektuelle Öde, in der Zenthöfer leben muss. In dieser Öde gibt es nicht einmal eine Vorstellung davon, was ein Fehlschluss ad hominem ist. Dieser Fehlschluss liegt vor, wenn man das, was jemand sagt oder schreibt, wegen eines Merkmals, das in dessen Person begründet ist, ablehnt, sich also mit dem Gesagten gar nicht auseinandersetzt. Man kann den heute so beliebten Fehlschluss ad hominem auch als Rassismus der Gutmenschen bezeichnen, denken doch Personen wie Zenthöfer, es reiche aus, Nazi zu schreien, um Argumente vom Tisch zu wischen.

Das tut es aber nicht. Schon gar nicht an Universitäten. An Universitäten zählt die Leistung eines Studenten oder Promovenden, nicht seine Gesinnung. Bei Zeitungen, bei der FAZ mag dies anders sein, dort mag ein Journalist wegen seiner Gesinnung eingestellt oder entlassen werden. An Universitäten zählen nur Kenntnisse, Wissen und Fähigkeiten dessen, der sich z.B. als Doktor der Rechtswissenschaft qualifizieren will.

Insofern müsste man Ralph Weber eigentlich ein Denkmal setzen, denn er hält die Rationalität in einem Sumpf von Unsinn und Idiotie hoch und besteht darauf, dass die Leistung und nicht die Gesinnung an Universitäten bewertet wird. Das wiederum findet Zenthöfer nicht in Ordnung, und er wirbt ganz offen dafür, dass Universitäten ihre Promovenden nach Gesinnung aussuchen und Doktoranden, die zwar fachlich geeignet sind, die aber die falsche Gesinnung mitbringen, ablehnen, so wie das schon im Dritten Reich und in der DDR praktiziert wurde. Auf einen solchen Vorschlag muss man erst einmal kommen. Er ist nicht unbedingt naheliegend, macht aber deutlich, warum der Journalismus in Deutschland derzeit einen Niedergang erlebt: Offensichtlich wird nach Gesinnung ausgewählt und nicht nach Fähigkeit.

Logo Uni GreifswaldDas jämmerlichste Bild in dieser Geschichte aus 1933 oder 2016 liefert jedoch die Universität Greifswald ab, die sich – wohl auf Anfrage von Zenthöfer, „entsetzt zeigt“, dass sie (wer auch immer) „nun im Zuge einer Presseanfrage zur Kenntnis nehmen muss, dass kürzlich an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät ein medizinrechtliches Promotionsverfahren von einer Person abgeschlossen wurde, der laut Medienberichten rechtsextreme Äußerungen zugeschrieben werden …“. So ähnlich müssen sich Universitäten bzw. deren Verantwortliche im Jahre 1933 an die NSDAP angebiedert haben und so ähnlich werden sie im Dritten Reich die Sache der Wissenschaft verraten haben.

Hannah Arendts Banalität des Bösen, sie ist hier in Aktion zu bestaunen und dabei wird klar, dass es nicht Druck oder Zwang durch die Nazis waren, die z.B. deutsche Hochschulen in den Gleichschritt mit SA und SS gebracht haben, sondern deren Lust sich anzubiedern, die wiederum aus einer Rückgratlosigkeit gepaart mit intellektuellen Defiziten gespeist wird, die die Idee von Wissenschaft und den Zweck von Hochschulen hinter das eigene Bemühen, sich an die Machthaber anzubiedern, um dann, wenn der Lynchmob wieder gegen diejenigen loszieht, die gerade als falsch angesehen werden, gegen die heutigen Juden, auf der richtigen Seite zu stehen.

Wer das Buch von Richard J. Evans, „The Third Reich in Power“ und darin Kapitel 3 „Struggle Against the Intellect“ kennt, der hat ein Deja vu und weiß wirklich nicht mehr zu sagen, ob er 1933 oder 2016 lebt.

Die Herrschaft von Faschisten zeichnet sich u.a. dadurch aus, dass Gesinnung ein Kriterium des gesellschaftlichen Aufstiegs ist. Wenn Zenthöfer fordert, den Zugang zu akademischen Titeln von der Gesinnung abhängig zu machen, offenbart er sich in gleicher Weise als Faschist, wie all diejenigen, die denken, man könne fachliche Qualifikation durch den Ruf „Nazi“ in Abrede stellen.

 

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Lügen-Uni Marburg? Vom Umgang mit Andersdenkenden

Derzeit geht die Meldung durchs Internet, die Universität Marburg habe den Evolutionsbiologen Prof. Dr. Ulrich Kutschera von der Universität Kassel, der im Studium Generale einen Vortrag mit dem Titel „Evolutionstheorien 2016 und der kreationistische Grundtypen-Glaube“ halten sollte, wieder ausgeladen und den Vortrag abgesagt.

Und in der Tat findet sich eine entsprechende „Information der Präsidentin der Philipps-Universität Marburg, Prof. Dr. Katharina Krause zur Absage des Vortrags von Prof. Dr. Ulrich Kutschera beim Studium Generale“ mit dem folgenden Wortlaut im Internet:

Marbugr Kutschera Absage„Das Präsidium hat dem Organisator des Studiums Generale im Sommersemester 2016 empfohlen, den Vortrag von Prof. Dr. Ulrich Kutschera zum Thema „Evolutionstheorien und der kreationistische Grundtypen-Glauben“ (geplant am 13.4.) abzusagen, weil zu befürchten ist, dass der Vortrag nicht der Intention des Studiums Generale gerecht worden wäre, Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung in einer für die Öffentlichkeit verständlichen Form zu vermitteln. Insbesondere die Intention des Auftaktvortrags, in das Thema Evolution insgesamt einzuführen, schien dem Präsidium nicht erreichbar, da Herr Kutschera in jüngerer Zeit vor allem wegen seiner sehr polarisierenden Position zur Genderforschung wahrgenommen wird. Es war zu erwarten, dass sein Vortrag dazu führen würde, dass das zentrale Thema des Studiums Generale „Evolution“ in den Hintergrund gerät.

Grundsätzlich versteht sich die Philipps-Universität als ein Raum für freie Forschung und Lehre und für den offenen wissenschaftlichen Diskurs. Dieser verlangt Respekt vor anderen Meinungen und Menschen, unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Herkunft oder Religion. Die Universität Marburg ist sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Sie fördert Vielfalt und Gleichstellung, sie tritt ein für die produktive Zusammenarbeit zwischen den Wissenschaftsdisziplinen und den Dialog mit allen Gruppen der Gesellschaft. Wechselseitige Diffamierungen schaden der Wissenschaft und dem Dialog der Disziplinen über die Fächergrenzen hinweg. Die Universität kann daher nicht akzeptieren, dass bestimmten wissenschaftlichen Disziplinen, wie beispielsweise den Gender Studies, generell die Kompetenz und Legitimität abgesprochen wird.“

Lassen wir die Heuchelei und die Absurdität, dass Vertreter einer Universität von sich behaupten, sie seien „für einen offenen wissenschaftlichen Diskurs“ und dies dann gleich damit unter Beweiss stellen, dass sie eben diesen Diskurs verweigern, wenn er sich gegen den derzeitigen Fetisch richtet, um den einige angebliche Wissenschaftler tanzen, die Gender Studies, einmal unbewertet. Wir werden uns den „Informationen der Präsidentin“ in einem weiteren Beitrag widmen.

An dieser Stelle wollen wir die Stellungnahme von Prof. Dr. Ulrich Kutschera veröffentlichen, den wir gestern Abend in Stanford, California, erreicht haben, wo er sich derzeit und wieder einmal als Visiting Scientist an der University of California aufhält. Aus der Stellungnahme von Prof. Dr. Ulrich Kutschera geht eindeutig hervor, dass die „Informationen der Präsidentin“ der Universität Marburg falsch sind. Sie sind entweder bewusste Falschaussagen, also Lügen oder das Ergebnis eines Versuches, Gesicht zu wahren, bei dem man es mit der Wahrheit nicht so genau genaommen hat.

Hier das Statement von Prof. Dr. Ulrich Kutschera:

„Freiwillige Absage – gegenstandslose Ausladung.

13297-0 Genderparadoxon KutscheraAm 18. Maerz hatte mir der einladende Kollege und Organisator der Marburger Evo-Vortragsreihe, Herr Prof. Rensing, mitgeteilt, dass es Proteste aus der Gender- Zunft und von gewissen ASTA-Vertretern geben wird– man plane Protestaktionen gegen den Bio-Boesewicht aus Kassel.

Als Grund wurde u.a. mein verhasstes Fachbuch „Das Gender-Paradoxon. Mann und Frau als evolvierte Menschentypen, 2016“ angefuehrt. Da ich mich, als international ausgewiesener Life Scientist und Lehrbuchautor, nicht von politisierenden Sozial-Konstruktivisten, die keine Ahnung von den Prinzipien physiologisch-evolutionsbiologischer Forschung haben, oeffentlich beleidigen lasse, habe ich am 19. Maerz meinen Marburger Einfuehrungsvortrag abgesagt— die nachgeschobene „Ausladung“ ist eine Farce.

Diskussionen mit Moneyistisch indoktrinierten Gender-Religioten sind genauso sinnlos wie Gespraeche mit Junge-Erde-Kreationisten. Fuer beide Sektierer-Gruppen gibt es keine objektiven Fakten, alles sei nur sozial konstruiert, die Evolution sei auch nur ein Mythos usw. Biologen u.a. Naturforscher werden als irregeleitete Ideologen abqualifiziert. Gender-Kreationisten vertreten somit ein irrationales, vor-Darwin’sches, konservativ-reaktionaeres Weltbild, d.h. das Dogma vom „erschaffenen Grundtypen-Unisexmenschen“- Urvater John Money, der als paedophiler Kinderschaender in die Geschichte eingegangen ist, laesst gruessen.

Ich stehe hinter jeder Zeile , die ich im Gender-Paradoxon geschrieben habe und betrachte die Marburger „Ausladung“ als weiteren Beweis fuer meine These, dass der Moneyismus eine dogmatisch-pseudowissenschaftliche Sekten-Ideologie ist, die von jedem vernunftbegabten Menschen zurueckgewiesen werden sollte.

Prof. U. Kutschera, Visiting Scientist, Stanford, California 94305, USA

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Anti-Genderismus: Ein Gespenst geht um in Europa

Kritische Uni KasselEin Gespenst geht um in Europa, nein, nicht in Europa, in Deutschland, genauer in Kassel, an der „Kritischen Uni Kassel“. Aber: An der Kritischen Uni Kassel wird reagiert, gegen das Gespenst Stellung bezogen, und zwar mit einer Solidaritätsbekundung, die „angefeindeten“ Wissenschaftlern, nein falsch: „angefeindeten Wissenschaftler*innen“ gilt: Ehrlichen und wackeren, aufrechten und innovativen, guten und fähigen Wissenschaftlern (wir haben die Adjektive, die die Kritischen aus Kassel sich nicht auszusprechend trauen, ausgesprochen), deren Arbeit

„… in der Reihe eines kritischen Verständnisses von Wissenschaft [steht]. Sie nehmen kritische Distanz zu der Alltagsgewissheit einer vermeintlichen Normalität des heterosexuellen Begehrens und geschlechtlicher Zuschreibungen ein…“.

Was hier so wortreich in Kauderwelsch gepackt wird, der den Feigen als Schutz vor ihren eigenen Absichten dient, die sie sich auszusprechen nicht trauen, ist Folgendes:

Pirincci

Akif Pirincci hat es hier für seine Verhältnisse vornehm und seriös auf den Punkt gebracht, worin die „kritische Distanz zur Normalität des heterosexuellen Begehrens“ besteht, darin, Analverkehr in Schulen zu lehren – unter anderem. Das nämlich fordert Elisabeth Tuider, die Kasseler Professorin, deren Namen niemand mehr in den Mund nehmen mag, mit der sich kein noch so großer Solidaritätsbekunder in zu enger namentlicher Nähe sehen lassen will. Entsprechend bleibt sie ungenannt, auch in jener Solidaritätsadresse, mit der eine vorgeblich „Kritische Uni Kassel“ dafür wirbt, doch solidarisch zu sein. Solidarisch womit ist nicht ganz klar, solidarisch wogegen, dagegen schon: Gegen den Anti-Genderismus.

Caspar the friendly ghostDer Anti-Genderismus, für alle, die es nocht nicht wissen, ist eine „Bewegung“, eine „Anti-Genderismus-Bewegung“, die offensichtlich die Genderisten das Fürchten lehrt. Die Anti-Genderismus-Bewegung ist jenes Gespenst, von dem Eingangs die Rede war, jenes Gespenst, das in den Geistern der ins Bockshorn Gejagten die mannigfaltigsten Alp-Formen annimmt, die alle eines gemeinsam haben: Sie fragen nach der Berechtigung des Genderismus, der, wie man der Solidaritätsadresse aus dem kritischen Teil der Universität Kassel entnehmen kann, mit dem Feminismus deckungsgleich ist.

Dieser Anti-Genderismus macht nach Ansicht der angeblich kritischen Kasseler Stimmung, und zwar mit „Vehemenz“. Er „tituliert“ und „verbrämt“, er „diffamiert“ und „hetzt“, er findet vornehmlich in „sozialen (!sic) Medien“ statt, und „schmäht“ in „schockierendem Ausmaß“. Das alles schreiben die Kasseler Kritischen auf einem Blog, mithin einem sozialen Medium, und sie schreiben es, um den Anti-Genderismus, das Gespenst, das sie nicht loswerden, zu schmähen, zu diffamieren, dagegen zu hetzen.

Ja, soweit sind wir mittlerweile gekommen, soweit, dass angebliche Wissenschaftler, nein angehende Wissenschaftler, die sich schon jetzt als kritische Wissenschaftler ausgeben, eine Solidaritätsadresse voller derogativer Formulierungen packen, für die nicht ein einziger Beleg erbracht wird – in ganz und gar unkritischer Tradition.

Die Behauptungen stehen losgelöst im Raum und warten auf den Leichtgläubigen, der sie glaubt und solidarisch ist. Ebenso losgelöst stehen die unzähligen „*“ und Hochkommata im Raum, von denen man nicht so wirklich weiß, was sie sollen. Scheinbar sind sie eine Art Geheimsprache, die sich nur dem Sektenmitglied erschließt. Von Wissenschaftlern, auch von angehenden Wissenschaftlern, selbst von solchen, die über dieses Ausgangsstadium wahrscheinlich nie hinauskommen, hätte man erwartet, dass sie ihre Solidarität begründen, dass sie erklären und nicht mit der Inbrunst der eigenen Überzeugung, die natürlich wahr, wahrer als wahr und in jedem Fall unhinterfragbar ist, schwadronieren. Dass ausgerechnet „selbsternannte“ kritische Wissenschaftler eine derartige Solidaritätsbekundung verfasst haben, transformiert die Angelegenheit von lächerlich zu traurig.

worship with usWas das Solidaritäsgebettel jedoch völlig diskreditiert, ist der Duktus der Aufgeregtheit, der sich nur einzustellen vermag, wenn das Heiligtum eines Kults gefährdet ist, wenn es jemanden gibt, der die zugewiesene Heiligkeit des Fetisches in Frage stellt, jemand, der ein Sakrileg, eine Häresie begeht, etwas noch nicht Dagewesenes, etwas, das die eigene Existenz, die Existenz derjenigen, die seit Jahren und ohne dass sie sich rechtfertigen müssen, an deutschen Universitäten auf Kosten von Steuerzahlen ein sattes Dasein führen und sich die Zeit mit dem Sinnieren über Analverkehr und die Einrichtung eines Bordells vertreiben, in Frage stellt. In der Anthropologie nennt man das eine Tabu-Verletzung und dass angebliche kritische Wissenschaftler sich von einer Tabu-Verletzung gefährdet fühlen, dass sie besorgt darauf reagieren, wo sie doch selbst für Tabu-Verletzungen z.B. im Hinblick auf den Analverkehr 14jähriger stehen, ist doch sehr seltsam, nein: kindisch.

Und jetzt gibt es plötzlich Widerstand.
Jetzt gibt es plötzlich Wissenschaftler, die fragen nach der wissenschaftlichen Fundierung des Genderismus und damit nach seiner Berechtigung, an einer Universität betrieben zu werden.

Unerhört und entsprechend von Genderisten boykottiert.

Jetzt gibt es plötzlich Wissenschaftler, die untersuchen, was Genderisten nur behaupten, und dabei kommen sie zu Ergebnissen, die dem bisherigen Nutznießen, das Genderisten so gut betreiben, im Wege stehen.

Sie zeigen z.B., dass es kein Gender Pay Gap gibt, so wenig wie es eine Gläserne Decke gibt. Sie zeigen, dass Genderismus erhebliche Folgen für das gesellschaftliche Miteinander hat, das gesellschaftliche Klima vergiftet und eine Vielzahl von Opfern zurücklässt.

Auf ein derartiges wissenschaftliches Hinterfragen der Grundlagen des Genderismus reagieren die angeblich so kritischen Genderisten aufgeregt. Wie ein Hühnerhaufen laufen sie durcheinander. Fast, dass man seinen Spass daran hätte, wären es nicht Lehrstuhlbesetzer und sonstige Insassen von Hochschulen, die hier zetern und Behauptungen aufstellen und unterschreiben, die jeden wirklichen Wissenschaftler vor Scham im Boden versinken lassen:

„Beispielsweise werden die empirisch auffindbaren Einkommensunterschiede zwischen Frauen* und Männern* geleugnet, die Benachteiligungen von Frauen* abgestritten und im Gegenteil in Benachteiligungen von Männern* gewendet, die Gleichstellung als Männerhass interpretiert, Verunreinigungen der Sozialwissenschaften im deutschsprachigen Raum konstatiert und vielfältige Lebensweisen und Sexualitäten offen diskriminiert. Das Ausmaß und die Vehemenz der diskriminierenden, homofeindlichen und rassistischen Äußerungen sind nicht nur erschreckend, sondern ein offener Angriff auf die Menschenwürde.“

AnonymityNiemand leugnet Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen, jedenfalls niemand, der mit zwei Beinen in der Realität steht. Die Behauptung ist somit falsch. Die Benachteiligung von Frauen wird dagegen in der Tat und wissenschaftlich begründet bestritten, ja als Lüge zwecks rent seeking entlarvt. Benachteiligung ist eine aktive Zurücksetzung von Frauen gegenüber Männern. Bislang ist es den Genderisten noch nicht gelungen, ein systematische Benachteiligung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts zu belegen. Die Behauptung mag Genderisten zweckdienlich sein, aber sie ist nicht fundiert. Und so geht es weiter in einem Klagelied, das man seinerseits nur beklagen kann. Denn offensichtlich verfügen die Autoren dieses Solidaritätsaufrufs, die sich bezeichnender Weise hinter dem Namen „Cäs Per“ verstecken, über keinerlei Belege, die ihre Aufgeregtheit und ihre Behauptungen zu stützen im Stande sind. Ein Gespenst geht eben um in Europa, und vor allem in Kassel.

Vermeintlich Kritische Wissenschaftler verstecken sich also hinter einem Pseudonym, das eher an Kasper als an Wissenschaftler erinnert, und diese anonymen Personen, rufen anonym zu einer Solidaritätsbekundung für nicht näher genannte, also anonyme Personen auf, die von genauso anonymen, weil ungenannt bleibenden Personen, angeblich diffamiert werden, wobei der Wortlaut der Diffamierung auch anonym ist. Kann man Wahnsinn eigentlich steigern? Wenn ja, wie? Z.B. dadurch, dass man diesen anonymen Firlefanz mit Namen unterschreibt und damit zu erkennen gibt, dass man prinzipiell mit etwas solidarisch ist, auch wenn man nicht weiß, was es ist?

Bleibt die Vehemenz. Sicher nimmt jemand, der bislang ein unbesorgtes und von Ressourcenknappheit ungetrübtes Leben geführt hat, eine gewisse Vehemenz wahr, wenn ihm abverlangt wird, er solle sein Dasein nunmehr begründen und zeigen, was dieses Dasein für die Gesellschaft an Positivem und Produktivem bringt. Ob es zur Abwehr dieser Aufforderung ausreicht, zu behaupten, man sei „diskriminierenden, homofeindlichen und rassistischen Äußerungen“ ausgesetzt [wo, so fragen wir, ist der Sexismus, wo die Berücksichtigung von Trans- und Intersexuellen, man darf doch wohl von Anhängern des Gender-Glaubens erwarten, dass sie ihr Glaubensbekenntnis fehlerfrei aufsagen können], bleibt abzuwarten. In jedem Fall kann festgestellt werden, dass der Katechismus des Genderismus immerhin auf Homosexuelle (als bessere Männer und Frauen?) erweitert wurde.

Besonders gut hat uns dieser Teil gefallen:

„So werden nicht nur Wissenschaftler*innen aus den Bereichen der kritischen Geschlechter- und Sexualwissenschaften diffamiert und bedroht, sondern auch Kampagnen über das Netz gestartet, die mit bemerkenswerten Verdrehungen von empirischen Forschungsergebnissen den Gender Studies an Universitäten ein Ende setzen wollen.“

– wird hier doch deutlich, worum es eigentlich geht, nicht um diese Frau Tuider, die niemand außer uns beim Namen zu nennen bereit ist. Nein, die Genderisten haben Angst. Sie haben Angst als die Blender erkannt zu werden, die sie nun einmal sind, als Behaupter ohne Begründung, als Forscher ohne Gegenstand, als Ausleber der eigenen Grillen, die manch andere als Perversion bezeichnen.

Um so wichtiger ist unsere Petition, die der öffentlichen Finanzierung von Genderismus an Schulen und Hochschulen ein Ende setzen will, um so wichtiger ist die Frankfurter Erklärung, die sich gegen Gleichstellung und Rent seeking durch Quoten richtet, fast ist man geneigt zu sagen, nie waren beide wichtiger als heute, heute, da die Genderisten vor Angst durch den Hühnerhof flattern und sich fragen, ob sie morgen noch einen Wirt finden, der sie finanziert.

Join the Anti-Genderism-Movement

Join the Anti-Genderism-Movement

Unsere Petition (nicht Kampagne) ist im Gegensatz zur Solidaritätsadresse begründet und hier zu finden, für alle, die den Unterschied zwischen Wissenschaft und Genderismus erkennen können. Außerdem stehen wir mit unserem Namen zu unserer Kritik, ganz im Gegensatz zu den angeblich so kritischen und doch anonymen Wissenschaftlern aus Kassel.

Bleibt abschließend anzufügen, dass wir nicht wissen, was dieser gesamte Firlefanz nun eigentlich soll. Wenn die angeblichen kritischen Wissenschaftler aus Kassel der Ansicht sind, Genderismus werde angefeindet, was wäre einfacher als Argumente dafür zu bringen, dass Genderismus als Wissenschaft eine Begründung hat und Erkenntnisse bringt, die nützlich sind? Nicht nur wir, sondern alle Mitglieder der heute gegründeten Anti-Genderismus-Bewegung sind außer Stande, den Nutzen, der von Genderismus ausgeht, auch nur ansatzweise zu erkennen. Was steht der entsprechenden Erhellung von uns Ungläubigen nur im Wege? Die Fragen, die an Genderisten gestellt werden und deren Beantwortung jeden Zweifel daran, dass Genderismus eine Wissenschaft ist und Sinnvolles produziert, beenden würde, liegen auf dem Tisch – bislang unbeantwortet. Deshalb hier noch einmal die Fragen, die Genderisten bislang nicht zu beantworten willens oder im Stande sind:

Brauchen wir Professuren für Genderforschung an deutschen Hochschulen?

Fragen zur wissenschaftlichen Fundierung von Genderismus.

Grundsätzliche Fragen zur Wissenschaftlichkeit von Genderismus.

Wenn es bereits eine verwerfliche Praxis darstellt, Fragen zu stellen, wenn Kritik als Verunglimpfung und Diffamierung dargestellt wird, dann hat sich die Wissenschaft in Deutschland und vor allem die kritische Wissenschaft bereits in die Fänge der Gender-Gläubigen begeben und der Idee von Wissenschaft abgeschworen, sie mit opportunistischem Gender-Glauben ersetzt. Und wie es mit der Menschenwürde vereinbar ist, zu versuchen, Kritiker mundtot zu machen, sie zu diffamieren und zu ächten, ist eine Frage, die die Kritischen Kasseler zusätzlich zu den oben zusammengestellten Fragen sicher gerne beantworten, schließlich wollen sie kritisch sein.

P.S.

Es wäre interessant zu erfahren, wie der Rektor der richtigen Universität Kassel zu der Aktion der kritischen Universität Kassel, die auf seinen Verantwortungsbereich zurückfällt,  steht, vor allem wie er die Anonymität von Aufrufen, die im Namen der „Kritischen Universität Kassel“, die man leicht mit der richtigen Universität Kassel verwechseln kann, sieht. Vielleicht fragt ihn jemand und berichtet uns die Antwort.

Der Feind in unserer Mitte: Gender Studies können an Universitäten nicht mehr einfach geduldet werden

Prof. Dr. Günter Buchholz hat einen Fachartikel an der Fachhochschule Hannover veröffentlicht, der sich – folgt man der Überschrift – mit „Gender Studies – Die Niedersächsische Forschungsevaluation und ihre offenen Fragen“ befasst, der sich jedoch bei Lektüre als viel umfassenderer und weitreichenderer, weil weit über Niedersachsen hinausreichender Fachartikel darstellt.

buchholzWer den Beitrag von Prof. Dr. Günter Buchholz gelesen hat, der kann, sofern ihm Wissenschaft und gesellschaftliche Prosperität am Herzen liegen, nicht mehr schweigen, der muss aufstehen und den Feind in unserer Mitte bekämpfen.

Nun, nach diesem pathetischen Anfang ist es notwendig, die Rechtfertigung für diesen pathetischen Anfang, zu liefern, damit auch dem Trägsten unter den Lehrstuhlplattsitzern in Deutschland Dampf unter dem Allerwertesten gemacht wird.

Günter Buchholz hat einen Aufhänger in seinem Beitrag, einen Bericht, der von der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen als Evaluationsbericht zur „Geschlechterforschung in Niedersachsen“ bezeichnet wird. Es ist dies ein klassischer Fall von Etikettenschwindel, mit dem die Öffentlichkeit absichtlich und mutwillig getäuscht werden soll, denn der Bericht und die Empfehlungen zur Geschlechterforschung ist alles, aber er ist weder eine Evaluation noch etwas, was auch nur entfernt an eine Evaluation erinnert.

Es beginnt damit, dass die Autoren des Werks, Birgit Geissler, Christina von Braun, Ineke Klinge, Birgit Riegraf, Friederike Maier und Ines Weller alle Nutznießerinnnen des Genderismus sind, d.h. auf entsprechenden Lehrstühlen für Gender Studies installiert wurden. Die Evaluation von Gender Studies oder Geschlechterforschung durch Personen, die Gender Studies oder Geschlechterforschung betreiben, gleicht somit dem Unterfangen, die Relevanz und Wirkungsweise von Astrologie durch Astrologen evaluieren zu lassen.

Logik f dummiesNun könnte man uns vorwerfen, hier ein argumentum ad hominem gemacht zu haben, denn prinzipiell ist es denkbar, dass auch Personen, die von Gender Studies profitieren, deren Einkommensquelle vom Bestand der Gender Studies abhängt, zumindest den Versuch unternehmen, die Gender Studies ansatzweise objektiv zu beurteilen. Entsprechend muss man die vermeintliche Evaluation als solche zur Kenntnis nehmen und sein Urteil begründen, um es nicht dem Vorwurf eines argumentum ad hominem auszusetzen.

Im vorliegenden Fall ist das einfach.

Evaluationsstudien untersuchen die Konsequenz von etwas. So kann man die Wirkung von Medikamenten untersuchen, in dem man die Personen, die nach Einnahme eines Medikaments gestorben sind, denen gegenüberstellt, die geheilt wurden. Man kann wissenschaftliche Fachdisziplinen, z.B. die Soziologie, im Hinblick auf ihren gesellschaftlichen Einfluss untersuchen, in dem man soziologische Forschungsergebnisse z.B. im Rahmen der Bildungsforschung zusammenstellt und untersucht, welchen Niederschlag diese Forschungsergebnisse in der Bildungspolitik gefunden haben. Das setzt natürlich voraus, dass es überhaupt Forschungsergebnisse gibt. Schließlich kann man Publikationen von Wissenschaftlern in einem Fachgebiet einer Evaluation zu Grunde legen, dieselben auf der Basis einer Reihe von Kriterien wie: empirische Bewährung, wissenschaftliche Reichweite usw. bewerten. Wie auch immer man im Rahmen einer Evaluationsstudie vorgeht, immer wird der Output bewertet, d.h. die Konsequenzen einer Forschung, deren Niederschlag, das, was man auch als Außenstehender als Ergebnis der entsprechenden Forschung wahrnehmen kann. Und selbstverständlich wird das Ergebnis mit den Kosten, die angefallen sind, um es zu erzielen, gewichtet.

Nur bei den Gender Studies und der angeblichen Evaluationsstudie aus Niedersachsen ist dies nicht der Fall. Hier versuchen die Autorinnen wie Günter Buchholz sehr klar und mit Liebe zum Detail darstellt, zu argumentieren, dass die wissenschaftlichen Kriterien, die seit Jahrhunderten genutzt werden, um den Wert einer wissenschaftlichen Forschung zu bestimmen, für Gender Studies nicht gelten. Gender Studies dürfen nicht an ihrem Output bewertet werden, vielmehr sollen Gender Studies am Input bewertet werden: Je mehr Lehrstühle für Gender Studies, desto besser. Je mehr angebliche Wissenschaftler Gender Studies betreiben, desto besser. Dies ist eine äußerst verquere Logik, die an das Verbot, die katholische Kirche zu kritisieren, erinnert, das es im Mittelalter gegeben hat.

Dazu schreibt Günter Buchholz:

„Damit wird der ministerielle Evaluationsauftrag im Hinblick auf Forschungsleistungen (Output) umgedeutet in eine Untersuchung, die zur Stärkung von Forschungs – Input-Strukturen (Stellen,Professuren, unabhängige Institute, finanzielle Mittel) beitragen soll, welche durch den Nachweis von erbrachten Forschungsleistungen weder gerechtfertigt werden können noch sollen.“

offene gesellschaft bdIIVermutlich ist Günter Buchholz hier zu nachsichtig mit dem Ministerium, das diese angebliche Evaluationsstudie in Auftrag gegeben hat. Denn, wie er selbst in seinem Beitrag feststellt, geht es vor allem darum, sich eine Legitimation dafür zurecht zu legen, Steuerzahlern weiterhin und in immer größeren Ausmaß zur Finanzierung von Gender Studies zur Kasse zu bitten, obwohl Steuerzahlern kein erkennbarer Nutzen aus Gender Studies entsteht. Statt dessen entstehen Steuerzahlern weitere Kosten, die sich mit Zerstörung von Wissenschaft und Behinderung von Erkenntnisfortschritt und Prosperität benennen lassen. Entsprechend kann man davon ausgehen, dass die angebliche Evaluationsstudie mit genau diesem Ziel beauftragt wurde.

Letztlich stellen sich die Gender Studies in der vermeintlichen Evaluations Studie als großangelegter Versuch des Nutznießens auf Kosten von Steuerzahlern dar, so dass Günter Buchholz zu der folgenden abschließenden Evaluation kommt:

„Die Politik ist aus Sicht des Autors aufgefordert, die den Staatsfeminismus ermöglichenden verfassungswidrigen Rechtsnormen aufzuheben und seine Finanzierung umgehend einzustellen; hierbei sind auch Zivilgesellschaft und Justiz gefordert.“

In kurz: Gender Studies sind der Versuch durch die unbelegte Behauptung vermeintlicher Benachteiligung von Frauen, der der Status einer sakrosankten Aussage zugewiesen wird, Steuermittel zu zweckentfremden und in die eigenen Taschen zu leiten. Dazu lagern sich Gender Studierte wie Misteln um Ministerien an, um Förderungen zu erhalten. Dazu ist es zudem notwendig, eine wissenschaftliche Legitimation vorzutäuschen, weshalb Gender Studies an Universitäten installiert wurden. Und da Gender Studies sich zu Wissenschaft verhalten wie Gift zu Gesundheit, schädigen sie die institutionalisierte Wissenschaft, machen sie ganze Fachbereiche lächerlich und führen sie dazu, dass wissenschaftliche Kriterien, für deren Einhaltung gerade in Deutschland schwer gekämpft werden musste, wieder beseitigt werden und die Willkür abermals die Hochschulen Deutschlands mit Beschlag belegt.

Diese Einschätzung ist zu pessimistisch? Sie wird den Gender Studies nicht gerecht? Nun, alle Wissenschaft ist empirisch, und deshalb testen wir unsere Thesen, d.h. nicht wir tun das, sondern Günter Buchholz, und zwar mit einer Befragung, die dazu konzipiert wurde, Gender Studies Betreibern die Gelegenheit zu geben, ihre Wissenschaftlichkeit und ihre Nützlichkeit zu demonstrieren. Die Befragung besteht aus drei Teilen und kann hier als Ganzes heruntergeladen werden.

Wir wollen uns an dieser Stelle auf Teil B beschränken, weil er der Teil ist, mit dem die Wissenschaftlichkeit der Gender Studies steht und fällt. Die Fragen zur Wissenschaftlichkeit der Gender Studies sind die folgenden:

Buchholz Fragebogen

Ein Wissenschaftler, dem derartige Fragen vorgelegt werden, würde sie mit der größten Freude beantworten, zielen die Fragen doch genau auf das, was seine Wissenschaft ausmacht, die Methode, den harten Kern der Theorie, wie Lakatos dies genannt hat, die Zuordnung zu einer bestimmten Forschungsmethodologie, die Art und Weise der Prüfung von Hypothesen usw.

Entsprechend muss man erwarten, dass dann, wenn Gender Studies Betreiber Wissenschaftler sind, sie diese Fragen mit Freude und Leichtigkeit beantworten (können und wollen). Da die Fragen zudem von einem Kollegen einem Professor im Rahmen eines Forschungsprojekts gestellt wurden, ist deren Beantwortung mit um so größerer Motivation von empirisch arbeitenden Wissenschaftlern zu erwarten.

Um die Beantwortung der Fragen, wurden die folgenden Personen gebeten:

      1. RWTH Aachen, Herrn Prof. Dr. Ernst Schmachtenberg, Rektor
      2. Frau Prof. Dr. Tanja Paulitz
      3. Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, Präsident Herr Prof. Dr. Bernd ReissertFrau Prof. Dr. Kristina Bautze
      4. Präsident der Goethe-Universität Frankfurt/Main, Herrn Prof. Werner Müller-Esterl
      5. Frau Prof. Ulla Wischermann
      6. Präsident der Universität Hamburg, Prof. Dr. Dieter Lenzen
      7. Frau Prof. Blunck
      8. Präsident der Universität Hamburg, Prof. Dr. Dieter Lenzen
      9. Frau Prof. Raasch
      10. Genderbüro, Frau Dr. Frey,
      11. Universität Trier, Der Präsident Prof. Dr. Jäckel
      12. Frau Prof. Dr. Geier
      13. Universität Basel, Der Rektor Herr Prof. Dr. Piveteau,
      14. Frau Dr. Ramsauer
      15. TU Berlin, Der Präsident Herr Prof. Dr. Jörg Steinbach
      16. Frau Prof. Dr. Sabine Hark
      17. Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Präsident Herr Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Jochen Schiewer
      18. Frau Prof. Dr. Nina Degele
      19. Frau Prof. Dr. Weber, Rektorin der Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald
      20. Herr Dr. P. Pohl
      21. Präsident der Universität Hamburg Prof. Dr. Dieter Lenzen
      22. Frau Prof. Lembke
      23. Rektor der Universität Bremen Prof. Dr. Scholz-Reiter
      24. Frau Prof. Eifler
      25. Universität Osnabrück – Der Präsident Prof. Dr. Rollinger
      26. Frau Prof. Dr. Schwarze
      27. Wirtschaftsuniversität Wien, Der Rektor Herr Prof. Dr. Badelt
      28. Frau Prof. Dr. Hanappi-Egger
      29. Universität Bern, Der Rektor Herr Prof. Dr. Täuber,
      30. Frau Prof. Dr. Schnegg
      31. Herrn Prof. Dr. Umbach, Präsident der Ostfalia – Hochschule
      32. Frau Stephanie Zuber
      33. Ruhr Universität Bochum, Rektor Herr Prof. Dr. Dr. h.c. Elmar W. Weiler
      34. Frau Prof. Dr. Ilse Lenz
      35. Frau Prof. Dr. Dienel, Präsidentin der HAWK Hildesheim
      36. Frau Prof. Dr. A. Müller
      37. Präsident der Universität Hamburg, Prof. Dr. Dieter Lenzen
      38. Frau Prof. Schirmer
      39. Präsident der Universität Duisburg-Essen, Prof. Dr. Radtke
      40. Frau Prof. Klammer
      41. Universität Gießen, Der Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee
      42. Frau Dr. Hergenhan
      43. Universität Wien, Der Rektor Herr Prof. Dr. Engl
      44. Frau Prof. Dr. Schmitz
      45. Universität Klagenfurt, Der Rektor Herr Prof. Dr. Vitouch
      46. Frau Prof. Dr. Wächter
      47. Herr Prof. Dr. Berger
      48. Präsidentin der Georg-August-Universität Göttingen, Frau Prof. Ulrike Beisiegel
      49. Frau Dr. Uta Schirmer
      50. Universität Bremen, Rektor Herr Prof. Dr.-Ing. Bernd Scholz-Reiter
      51. Frau Prof. Dr. Christine Eifler
      52. Universität Oldenburg, Die Präsidentin Frau Prof. Dr. B. Simon
      53. Präsident der Universität Hamburg, Prof. Dr. Dieter Lenzen
      54. Frau Prof. Benthien
      55. Heidelberger Institut für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung,
        Frau Prof. Blaettel-Mink, Frau Dr.Kramer
      56. Universität Kassel, Der Präsident Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep
      57. Frau Prof. Dr. Tuider
      58. Universität Wien, Der Rektor Herr Prof. Dr. Bieger
      59. Herr Prof. Dr. Steyart
      60. Technische Universität Berlin, Der Präsident Prof. Dr. Steinbach, Der Vizepräsident Prof. Dr. Thamsen
      61. Frau Prof. Dr. S. Hark
      62. Universität Graz, Die Präsidentin Frau Prof. Dr. Christa Neuper
      63. Frau Prof. Dr. Angelika Wetterer
      64. Herrn Prof. Dr. Bernd Huber, Präsident der Ludwig-Maximilians-Universität München
      65. Frau Prof. Paula-Irene Villa
      66. Präsident der HAW Hamburg, Prof. Dr. Michael Stawicki
      67. Frau Prof. Bessenrodt-Weberpals
      68. Präsident der Universität Hamburg,Prof. Dr. Dieter Lenzen
      69. Frau Prof. Rastetter
      70. Deutsche Stiftung Frauen- und Geschlechterforschung
        Frau Dr. Dumont du Voitel,
      71. Universität Siegen, Der Rektor Prof. Dr. Burkhart
      72. Frau Prof. Dr. Moog
      73. Universität Basel, Der Rektor Herr Prof. Dr. Loprieno
      74. Frau Prof. Dr. Maihofer

Von den verschickten Fragebögen hat Günter Buchholz insgesamt keinen einzigen ausgefüllt zurückbekommen. Mit anderen Worten: Keiner der Angeschriebenen hat an der Befragung des Kollegen Buchholz teilgenommen. Lediglich eine, der angeschriebenen hat ein intensives Telefongespäch mit Günter Buchholz geführt, das letztlich jedoch zu keinem ausgefüllten Fragebogen geführt hat. In fünf Fällen hat Günter Buchholz einen Rückruf erhalten, in dem der Angeschriebene seine „unverhohlene Empörung“ zum Ausdruck gebracht hat, was wohl die Art und Weise ist, mit der Buchholz Beschimpfungen am Telefon umschreibt.

Es bleibt also festzustellen, dass Gender Studierte nicht Willens oder nicht in der Lage sind, die oben dargestellten Fragen, die jeder Wissenschaftler aus dem ff beherrschen und mit Freude für seinen Tätigkeitsbereich beantworten können muss, zu beantworten. In beiden Fällen, dem des nicht Wollens und dem des nicht Könnens muss man feststellen, dass es sich bei den Angeschriebenen offensichtlich um keine Wissenschaftler handelt.

Offene Gesellschaft BD1Vielmehr belegt die Befragung von Günter Buchholz einmal mehr in eindrücklicher Weise die Tatsache, dass Gender Studies nichts mit Wissenschaft zu tun haben, dass dann, wenn Gender Studierte um eine Legitimation oder eine wissenschaftliche Begründung für ihre Gender Studies gebeten werden, sie empört reagieren, wie dies für Anhänger eines Kultes, deren Fetisch man hinterfragt, üblich ist. In jedem Fall ist das Bemühen evident, den eigenen Tätigkeitsbereich hermetisch gegen Begutachtung und vor allem gegen eine wissenschaftliche Untersuchung abzuschirmen. Nicht zuletzt ist dies in einem Boykott-Aufruf der Befragung von Günter Buchholz deutlich geworden, den Beate Kortendiek, die dem Steuerzahler in Duisburg-Essen zur Last fällt, verbreitet hat.

Wissenschaftler haben seit dem Advent der rationalen Wissenschaft, seit Philosophen wie Francis Bacon oder Thomas Hobbes, Immanuel Kant oder Karl Raimund Popper die Emanzipation der und Begründung von Wissenschaft als empirische Wissenschaft vorangetrieben haben, einen stetigen und erfolgreichen Kampf gegen die Religion geführt, die regelmäßig versucht hat, Wissenschaft und ihre Erkenntnis zu unterbinden oder für die eigenen Zwecke zu instrumentalisieren. Die scheinbare Säkularisierung, die angeblich in modernen Gesellschaften eingesetzt hat, hat nur den Gegner im Kampf um freie Wissenschaft und freie Erkenntnis verändert: Nicht mehr Religion versucht, Wissenschaft zu verunmöglichen und freie Erkenntnis zu beseitigen, sondern Ideologie, namentlich der Genderismus, der nichts anderes ist, als die Neuauflage eines feministisch gewendeten Sozialismus.

Wissenschaftler haben nicht über Jahrhunderte gegen den Einfluss der Kirche gekämpft, um nunmehr tatenlos dabei zuzusehen, wie ein neuer Feind aus ihrer Mitte heraus, die Wissenschaft zerstört. Entsprechend ist Widerstand geboten, Widerstand gegen Genderisten und ihre vermeintlichen Studien.

Wir fordern unsere Leser dazu auf, Teil B des Fragebogens, der oben dargestellt ist und hier heruntergeladen werden kann, auszudrucken und Gender Studierte mit diesen Fragen zu konfrontieren wo sie gehen und stehen. Konfrontiert die Gender Studierten so lange mit diesen Fragen, bis sie sich nicht mehr aus ihren Büros trauen! Verlangt Antworten und macht den Gender Studierten klar, dass sie zum Geben von Antworten verpflichtet sind, schließlich werden sie von uns allen bezahlt! Und wenn sie keine Antworten zu geben in der Lage sind oder unwillig sind, Antworten zu geben, dann haben sie an Universitäten nichts zu suchen und sollten schnellstens von dort entfernt werden.

Wissenschaftliche Multiplikatoren: Wenn vermeintliche Wissenschaftler die Sache der Regierung erledigen

Der sogenannte Jungenbeirat, den das Bundesministerium für FSFJ ins Leben gerufen hat, war auf ScienceFiles schon wiederholt Thema. Entsprechend interessiert waren wir, als uns ein Beitrag von Michael Meuser und Sylka Scholz im BZgA Forum Sexualaufklärung und Familienplanung auf den Tisch gekommen ist, der mit „Jungen zwischen tradierten Männerbildern und neuen Herausforderungen. Erfahrungen aus dem Beirat Jungenpolitik“ überschrieben ist.

BzgADer Beitrag ist (1) weitgehend inhaltsleer und kann in zwei Sätzen wie folgt zusammengefasst werden: Die Welt ändert, sich, und Jungen versuchen, ihre Individualität in einer sich änderenden Welt zu bestimmen. (2) Der Beitrag ist entlarvend, lässt sich ihm doch deutlich die Agenda entnehmen, die hinter dem Jungenbeirat steht. (3) Der Beitrag ist an methodischer Armseligkeit kaum zu überbieten, was besonderes darin deutlich wird, dass „sechs männliche Jugendliche … die Vielfalt unterschiedlicher Lebenswirklichkeiten von Jungen“ (Meuser & Scholz, 2013, S.7) repräsentieren sollen und ansonsten Ergebnisse aus „Fokusgruppendiskussionen“ verabsolutiert werden. (4) Der Beitrag ist ein Beispiel dafür, dass sich die Regierung auf die von Ihr finanzierten wissenschaftlichen Multiplikatoren verlassen kann, wenn es darum geht, die derzeit herrschende staatsfeministische Ideologie durch mit wissenschaftlichem Anstrich daherkommende Bundes-Veröffentlichungen zu schreiben. Der wissenschaftliche Anstrich ist zwischenzeitlich allerdings so fadenscheinig geworden, dass kaum mehr jemand außer den darin Publizierenden überhaupt der Ansicht ist, es handele sich um eine auch nur annähernd wissenschaftliche Publikation.

Doch nun zur Agenda des Jungenbeirats. Meuser und Scholz, beide offensichtlichen eines Geistes Kind, geben sich alle Mühe, nicht zu deutlich zu machen, dass sie die „hegemoniale Männlichkeit“, was immer das auch sein mag, als das ansehen, was es zu überwinden gilt. Dass sie versuchen, dies nicht deutlich werden zu lassen, hat einen einfachen Grund: SIe betonen die Individualität und Wahlfreiheit von Jungen und entsprechend kann man nicht zu offen, gegen die vermeintliche hegemoniale Männlichkeit agitieren, will man nicht in den Verdacht geraten, einer „hegemonialen Anti-Männlichkeit“ zu huldigen. Aber Meuser und Scholz können, trotz aller den Jungen zugestanderer Wahlfreiheit der Jungen, ihre eigene Ideologie nicht unterdrücken:

  1. Hegemoniale Männlichkeit?

    Hegemoniale Männlichkeit?

    „Fluchtpunkt tradierter Leitbilder von Männlichkeit ist eine ‚hegemoniale Männlichkeit‘ … Dieser Begriff bringt zum Ausdruck, dass Männlichkeit mit gesellschaftlicher Macht und Dominanz verknüpft ist. … Dass es gesellschaftlich gesehen, ein Über- und Unterordnungsverhältnis zwischen Männern und Frauen gibt, bedeutet nicht, dass sich jeder individuelle Mann in einer Machtposition befindet“ (7).

  2. „Die neoliberale Reorganisation der Wirtschaft zieht der erwerbszentrierten Männlichkeitskonstruktion tendenziell den Boden weg“ (8).

  3. In Peergroups von Jungen spielen tradierte Männlichkeitsnormen und -muster weiterhin eine große Rolle. Die Kommunikation und die Interaktion in den männlichen Peergroups ist in hohem Maße wettbewerbsorientiert. Sich dem Wettbewerb zu stellen und darin zu bewähren bringt Anerkennung seitens der Peers“. (8)

  4. „In der Interaktion mit Mädchen ist die Inszenierung einer hegemonialen Männlichkeit hingegen weitgehend kontraproduktiv, sie steht der Anbahnung von Kontakten entgegen.“ (9).

  5. „… ihnen [den Jungen] fehlt es aber an konkreten Vorstellungen, wie sich ein Leben jenseits der tradierten Muster führen lässt.“(9).

intolerance
Zusammenfassend kann man feststellen, dass Meuser und Scholz trotz aller vorgeheuchelten Toleranz für die Lebensentwürfe von Jungen doch nicht zusehen wollen, wie die entsprechenden Jungen die Toleranz ausnutzen und am Ende noch einen tradierten Entwurf von Männlichkeit wählen. Das wäre ein Zuviel an Toleranz – doch der Reihe nach.

  1. Dass Männlichkeit Dominanz und Macht ist, aber Dominanz und Macht nicht männlich, wie es Meuser und Scholz schreiben, ist nicht nur auf den ersten Blick ein eklatanter Widerspruch. Es beschreibt das Elend kollektiver Entwürfe, das Dr. Diefenbach gemeinhin mit Fragen wie den folgenden bloßstellt: „Wie habe ich mir die männliche Dominanz im täglichen Leben vorzustellen? Welcher Mann hindert mich daran, X zu tun? So schnell sind Wortgebäude aus Baufälligkeit in sich zusammengestürzt. Entweder Männlichkeit ist hegemonial, oder sie ist es nicht. Eine Hegemonialität, die man im täglichen Leben nicht findet, die man wie Meuser und Scholz dies tun, zuschreiben muss (nein, sie tun es nicht direkt, sie verstecken sich hinter Robert W. Connell), ist nur im Geist der Zuschreibenden vorhanden. Sie verbinden offensichtlich die Tatsache, dass mehr Männer in Führungspositionen sitzen, mit Macht. Sie weisen Geschlecht in diesem Zusammenhang, Männlichkeit, um genau zu sein, eine besondere Bedeutung zu. Sie sind es, die den abstrusen Gedanken haben, dass ein männlicher Unternehmer mit seinem Penis und nicht mit seinem Gehirn sein Unternehmen führt. Wir fragen uns, wie lange man derart pathologisches Gedankengut noch frei herumlaufen lassen will. Zumindest wäre ein Warnhinweis notwendig, etwa in der Form: „Das Lesen dieses Textes kann zu Schäden in ihrer geistigen Entwicklung führen!“

  2. Ja, ja, der neoliberale Feind, der natürlich nicht ohne eine Geiselung von

  3. Wettbewerb daherkommen darf und sich entsprechend zur Trias der Winner, dem Feindbild der Loser, das sich aus Männlichkeit-Neolioberalismus-Wettbewerb zusammensetzt, vereinigt. Hegemoniale Männer sind wettbewerbsorientiert, finden freie Märkte und Neoliberalismus entsprechend gut. Der wahre oder neue oder wie auch immer man das Bild von Mann nennen will, das Meuser und Scholz favorisieren, dieser Mann ist in seiner Männlichkeit weiblich, er kümmert sich um Kinder, geht in schlecht bezahlte Sozialberufe und ist keinem Ernährerbild mehr verpflichtet. Er sitzt zu Hause und wartet auf die Stütze, denn dem neoliberalen Wettbewerb in der wirklichen Welt, will er sich nicht aussetzen.

    Es ist jetzt wirklich an der Zeit, diesem Unsinn klare Worte entgegen zu setzen. EInmal davon abgesehen, dass das Bild des sozialen Weibchens, das in schlecht bezahlten Berufen sein Dasein fristet, frauenfeindlich ist: In welcher Welt leben eigentlich Meuser und Scholz? Hatten die beiden keinen Vater? Waren deren Väter hegemoniale Männer, die alle Stereotype erfüllt haben, die beide so gerne bemühen? Häusliche Gewalt, Alleinernährer, wer seine Füße unter meinen Tisch steckt und so weiter…? Wo gibt es diesen „hegemonialen Mann“, der Dominanz ausübt? Und was für ein Bild von Wettbewerb haben die beiden? Woher die Angst vor normalen Formen des Kräftemessens, denen die Menschheit letztlich alle positiven Entwicklungen der letzten Jahrtausende verdankt? Die Antworten auf diese Fragen sind vermutlich psychologisch zu geben, entsprechend lassen wir sie an dieser Stelle unbewältigt.

  4. Taio+CruzIst es nicht immer wieder seltsam zu sehen, wie Autoren dann, wenn es an die eigene Ideologie geht, die Individualität und Vielfalt, die sie so gerne beschwören, ganz schnell vergessen. Wenn Menschen individuell und verschieden sind, dann wird es Mädchen geben, die eine „Inszenierung hegemonialer Männlichkeit“ gut finden, und es wird Mädchen geben, die sie nicht gut finden. Entsprechend zeigt die Formulierung, nach der hegemoniale Männlichkeit der Anbahnung von Kontakten weitgehend kontraproduktiv im Wege steht, dass es mit der Toleranz gegenüber Abweichungen vom Bild der Männlichkeit, wie es Meuser und Scholz entwerfen, nicht allzuweit her ist – ganz zu schweigen vom heterosexuellen Bias, der sich in dieser Vorstellung zeigt.

Das Weltbild und die Agenda, mit der Meuser und Scholz in ihrem Beitrag unterwegs sind, ist offenkundig, und es ist ein Weltbild, das trotz seiner pseudo-wissenschaftlichen Verpackung nichts mit Wissenschaft zu tun hat. Beide machen sich mit ihrem Beitrag zu Herolden staatsfeministischer Inhalte und verraten die Idee der Wissenschaft, um der zu dienen, sie eigentlich ihre Positionen an Universitäten besetzen sollten. Man muss also feststellen, dass die Loyalität gegenüber staatlichen Auftraggebern sowie die Bereitschaft, für den Staatsfeminismus die Werbetrommel zu rühren oder genauer: die Schmutzarbeit für ihn zu machen, bei beiden vermeintlichen Wissenschaftlern stärker entwickelt ist als die Loyalität gegenüber Wissenschaft und ihrem Ziel (Kleine Erinnerung: Das Ziel von Wissenschaft ist Erkenntnisgewinn, nicht Umerziehung.)