Die ZEIT ist mit den Kleingeistigen

Manuel J. Hartung, den man schon aufgrund seines Vornamens in die Geburtsjahrgänge der ausgehenden 1970er und beginnenden 1980er Jahre einordnen kann, fordert eine Politisierung der Universitäten.

Wenn die Demokratie gefährdet ist, müssen die Universitäten viel politscher werden, so fordert er in der ZEIT.

BlumerNatürlich hat er keinen Zweifel daran, dass die Professoren, deren Einsatz er fordert, die Geistes- und Sozialwissenschaftler, die er als Fach anspricht, seine Sicht auf die Welt teilen, wie er der Ansicht sind, das, was es in Deutschland gibt, sei eine Demokratie, eine verteidigungswerte obendrein. Er hat keinen Zweifel daran, dass die Professoren und Studenten, wenn sie denn aus ihrer „Echokammer“ kommen, den Kampf gegen das aufnehmen, was Hartung für bekämpfenswert hält: Rechtspopulisten, Rechtspopulisten, die sich über „Experten lustig“ machen und „in den sozialen Medien … Tatsachen“ verdrehen.

Warum hat Hartung (sorry: J. Hartung) keinen Zweifel daran, dass die Professoren und ihre Studenten, hätten sie nur den Mut, gegen Rechtspopulisten und Tatsachenverdrehung in den sozialen Medien zu Felde ziehen würden, und nicht etwa gegen Falschmeldungen in den öffentlich-rechtlichen Medien und Tatsachenverdrehungen in der ZEIT? Er hat deshalb keinen Zweifel daran, weil er (1) denkt, die Klugen seien an Universitäten versammelt und (2) sich selbst für einen Klugen hält. Und er ist gegen Rechtspopulismus und sieht nur verdrehte Tatsachen in sozialen Netzwerken, also müssen auch die Klugen an den Universitäten sehen, was er sieht, wie er es sieht.

Die Kleingeistigkeit sie feiert fröhliche Feste in Deutschland. Als Herbert Blumer seine Idee des symbolischen Interaktionsmus in eine Theorie gegossen hat, da ist er doch tatsächlich davon ausgegangen, dass es Menschen möglich ist, Motive und Überlegungen ihrer Gegenüber zu rekonstruieren. Er hat tatsächlich gedacht, Menschen seien in der Lage, aufgrund von Randbedingungen Handlungssituationen anderer Menschen nach zu vollziehen.

Er hat Manuel J. Hartung nicht gekannt.

Denn Hartung (J. Hartung natürlich) hat den symbolischen Interaktionismus radikal vereinfacht und zur symbolischen Selbstprojektion gemacht. Alles, was Hartung denkt, Hartung, der sich für einen Klugen hält, müssen auch andere, die Hartung (J.) für Kluge hält, denken. Auf diese Weise schlägt Hartung (J.) gleich zwei Fehlschlüsse mit einer Klappe, nämlich den der Bejahung des Konsequens und den der falschen Verallgemeinerung.

Und obwohl wir schon öfter den Verdacht hatten, die Redakteure der ZEIT umkreisen die Realität in ihrem eigenen Orbit, sind wir doch überrascht vom Ausmaß an Realitätsverlust, der sich in den Redaktionsräumen der ZEIT eingestellt zu haben scheint: Welchen Planeten umkreisen die da eigentlich?

Es kann nicht die Erde sein.
Es muss ein anderes, ein „Neues Deutschland“ sein, das den ZEIT-Redakteuren im Orbit erscheint, eines, in dem es keine Studenten gibt, die wie ein linker Lynchmob versuchen, freie Meinungsäußerungen an Hochschulen zu unterbinden, die gegen Wissenschaftler protestieren, deren Aussagen sie bestenfalls vom Hörensagen kennen, die Einordnungen vornehmen, die vielleicht das sind, was Hartung als politische Stellungnahme vorschwebt, aber eben keine Wissenschaft, weil ihnen jede empirische Grundlage fehlt.

Hartung scheint auch noch nie etwas von Legitimationswissenschaftlern gehört zu haben, jenen Verrätern an der Wissenschaft, die für ein paar Silberlinge Gefälligkeitsgutachten und Expertisen für die steuerfinanzierten Ableger von Parteien, die man als Stiftungen verkaufen will, erstellen oder sich für Ministerien verdingen, um deren hanebüchene Programme zur Erziehung der Bevölkerung zu legitimieren – als angebliche wissenschaftliche Begleitforschende.

KuhnManuel J. (wichtig: J.) Hartung kann auch noch nie etwas von den Politkommissaren gehört haben, die an Hochschulen installiert wurden, um sicherzustellen, dass Sozialwissenschaften wie die Soziologie oder die Politikwissenschaft durch Gleichstellung nach Geschlecht und eben nicht nach Fähigkeit zerstört werden, was insbesondere im Falle der Soziologie ein Jammer ist, war das Fach doch kurz vor der Phase der Normalwissenschaft (in der Terminologie von Thomas Kuhn). Der Zustrom von weiblichen Quotenkräften hat dem Sprung in die Normalwissenschaft ein Ende bereitet und die Soziologie mit Hilfe von qualitativen oder gar keinen Methoden wie das in Gender Studies und anderen die Welt betrachtenden Ideologien die Regel ist, in die Zeit vor der Aufklärung zurückgeombt, im wahrsten Sinne des Wortes gebombt. Wer jemals die Intelligenzbomben erlebt hat, die sich auf Lehrstühlen suhlen und das Wort an ihre Studenten verbreiten, jenes Wort, das noch nicht Sinn geworden ist, der wird nicht anders können, als diese Metapher nicht als Metapher zu nehmen, sondern als passend.

Und natürlich hat Manuel J. (J. ist wichtig) Hartung, keinerlei Idee davon, was Wissenschaft eigentlich ist, nämlich das Gegenteil von Politik. Es geht in der Wissenschaft nicht darum, die eigene Bewertung davon, was gut, schön und richtig ist, absolut zu setzen und andere dazu zu zwingen, die eigene Bewertung als Allgemeingültig zu akzeptieren, wie das Manuel J. (!sic) Hartung fordert, nein, in der Wissenschaft geht es zunächst einmal darum, Fakten zu sammeln und Ereignisse zu erklären.

Ein solches Vorgehen hat notwendig Ergebnisse zur Folge, die Politikern, die Fakten und Ereignisse im Lichte der eigenen Ideologie interpretieren, nicht passen, nicht gefallen können, wie z.B. die Feststellung, dass Rechts- und Linkspopulismus auf demselben inhaltlichen und intoleranten Fundament basieren, oder dass es immer dieselben kognitiven Defekte sind, die Menschen anfällig machen, für Ideologien und dass seit Jahrzehnten von Politikern Falsches behauptet wird, zuletzt gerade wieder im Zusammenhang mit dem Equal Pay Day. Denn die 21% Gender Pay Gap, die immer wieder beschworen wurden, sie sind eine Lüge, so wie das ganze Gebilde des Genderismus auf Lügen gebaut ist, wie man schon daran erkennt, dass immer noch niemand eine Gleichstellung von Frauen bei Kanalarbeitern, Fernfahrern oder Bergarbeitern fordert. Derartige Auslassungen sind untrügliche Belege dafür, dass es nicht um die beschworenen Werte von Gerechtigkeit und Chancengleichheit geht, sondern darum, sich selbst einen Vorteil zu verschaffen, trotz weniger Leistung die gleichen Ergebnisse in Form von Geld zu erzielen. Manuel J. Hartung darf gerne die entsprechenden Forschungsergebnisse, die auf ScienceFiles leicht zu finden sind, zum Gegenstand eines entsprechenden Beitrages in der ZEIT machen. Und tatsächlich handelt es sich dabei um wissenschaftliche Ergebnisse, die politisch relevant sind und Genderisten dabei entlarvt, wie sie versuchen, sich auf anderer Kosten durchzuschlagen.

Aber vermutlich sind derartige wissenschaftliche Ergebnisse Herrn Hartung, J. Hartung, zu politisch. Da ist es schon einfacher, die eigene Kleingeistigkeit zu verallgemeinern und zu beklagen, dass Wissenschaftler nicht Mahnwachen vor den Parteizentralen der AfD abhalten. Ein letzter Grund, der die Abwesenheit der Wissenschaftler erklären könnte. Sie mögen die Idee hinter Demokratie verstanden haben, im Gegensatz zu Manuel J. Hartung.

Krieg in Deutschland: Der Kampf um die Definitionsgewalt

Es herrscht Krieg in Deutschland – Krieg in Worten, noch nicht in Taten. Ziel des Wortkriegs ist es, die Gegner mundtot zu machen. Ziel des Wortkrieges ist es auch, die Definitionsgewalt über die Wirklichkeit zu erreichen. Denn: Diskutiert wird in Deutschland schon lange nicht mehr darüber, was ist, sondern darüber, wie es erscheinen soll.

In diesem Sinne wurde mit den Gender Studies ein Projekt, das sich gegensätzlicher von Wissenschaft nicht mehr unterscheiden könnte, zu Wissenschaft erklärt, Vorteile von Frauen werden regelmäßig als Nachteilen gedeutet (z.B. der Vorteil Kinder für Arbeit zu substituieren). Weil das nicht reicht, werden Nachteile erfunden, wie z.B. das Gender Pay Gap, die Gesellschaft wird in Gute und in Böse geteilt, die Bösen finden sich ausschließlich rechts und sind gewalttätig, die Gewalttäter auf der linken Seite werden entsprechend zu Aktivisten erklärt. Politiker, die von einer Mehrheit gewählt werden, werden als Populisten bezeichnet, dann, wenn sie nicht dem Establishment angehören, gehören sie ihm an, dann sind sie strahlende Wahlsieger. Verluste bei Wahlen werden zu Siegen umgedeutet, ehemalige Stasi-Mitarbeiter werden zu Freiheitskämpfern und Streitern für die Toleranz, Gewalt zum legitimen Mittel, die eigene, natürlich richtige Meinung durchzusetzen, erklärt und vieles mehr.

Deutschland 2017 ist eine postfaktische Gesellschaft, in der ein Teil der Medienschaffenden gemeinsam mit einem Teil des politischen Establishments versucht, die Bevölkerung um Wahrnehmung und Verstand zu reden. Die Mittel, die dabei zum Einsatz kommen, sind immer dieselben: Die Realität wird verdreht und fast schon kunstvoll zu einem Gewirr aus Lügen und falschen Behauptungen verwoben.

Die Wahlen in den Niederlanden sind ein Beispiel dafür.
Geert Wilders, der Chef der PVV wurde sorgfältig zur rechtspopulistischen Gefahr, wenn nicht rechtsextremen Gefahr für die Demokratie aufgebaut, dessen Wahlsieg´ den nächsten Untergang des Abendlands einläuten würde, ähnlich dem BREXIT und dem Wahlsieg von Donald Trump.

Dutch_election_results_1918-2012

Die heraufbeschworene Gefahr einer Machtübernahme von Wilders im Vielparteiensystem der Niederlande, ist natürlich eine rhetorische Finte, denn in den Niederlanden hat noch nie eine Partei alleine regiert. Koalitionsregierungen sind Normalität. Ausgerechnet Wilders und seine PVV sollte das ändern, von einem Ausgangsniveau von 10,1% bei den Wahlen 2012. Gelänge ihm das, es wäre ein wahres Husarenstück, eine Verfünfachung des Stimmenanteils, ein Zugewinn von 40% an Wählerstimmen, es wäre ein Ereignis ohne Parallele in der Geschichte politischer Systeme.

Kurz: Die Gefahr, dass Geert Wilders zum Alleinherrscher wird und tun und lassen kann, was er will, sie war nie vorhanden. Sie wurde von Politikern und ihren Helfershelfern in den Medien inszeniert.

Strohmanntechnik, nennt man diese Form der Manipulation, bei der ein Strohmann aufgebaut wird, um ihn anschließend zu verbrennen.

Und Wilders wurde nun feierlich verbrannt. Er hat die Wahl verloren, obwohl die PVV 3% dazu gewonnen hat. Er hat sie verloren, weil er die Ziele, die für ihn gesteckt wurden, die unrealistischen Ziele, die er nie erreichen konnte, auch nicht erreicht hat. So einfach ist es, Wahlergebnisse umzudeuten und dabei zu unterschlagen, dass es in den Niederlanden ein historisches Beben gegeben hat: Das Pendant zur SPD, die Niederländische Arbeitspartei, sie wurde so gut wie ausgelöscht. Der Juniorpartner in der letzten Regierung ist von 24,8% der Stimmen auf 5,7% reduziert worden. Für Sozialdemokraten gibt es in den Niederlanden keinen Bedarf mehr. Auch die Partei von Regierungschef Mark Rutte musste Federn lassen. Ihr Anteil ist von 26,5% auf 21,3% zurückgegangen. Die Regierungsbildung im neuen Parlament der 11 Fraktionen, sie wird nicht einfach.

Und doch ist die Niederlage der beiden Regierungsparteien, die ein Minus von 24,3% zu verzeichnen haben, zu einem Sieg für die Demokratie umgedeutet worden. Es geht eben nicht um die Wirklichkeit, sondern um die Deutung der Wirklichkeit. Einer, der sich um die Missdeutung der Wirklichkeit sehr verdient macht, ist Ralf Stegner, der Vize-Vorsitzende der SPD. Er ist ein Lehrling der Verdrehung: In einem Zugewinn von 3% sieht er Anzeichen dafür, dass den „Rechtspopulisten die Luft ausgeht“. Das Wahlergebnis ist für Stegner, der bewandert ist in der Sprache des Krieges und des Kampfes, den er wohl notfalls auch mit Waffengewalt führen würde, „ein Signal, dass sich die demokratischen Kräfte gegen den Feind von rechts mobilisieren“. Josef Goebbels hätte das vermutlich nicht viel anders formuliert.“

Offensichtlich glaubt Stegner, mit seinen Verdrehungen einen Blumentopf außerhalb der ideologischen Blase zu gewinnen, in der er sich aufhält. So sicher ist er sich seiner Sache, dass er nicht einmal darauf achtet, sich nicht innerhalb von wenigen Sätzen kategorisch zu widersprechen.

So macht er die Wahl in den Niederlanden zum universellen Wahlakt gegen die rechtspopulistische Weltverschwörung, eine Wahl, die zeige, dass Trump der Höhepunkt eines rechtspopulistischen Höhenfluges gewesen sei, der nun durch die Generalmobilmachung der „demokratischen Kräfte“ zurückgeschlagen werden konnte.

Doch universell ist ihm die Holland-Wahl nur da, wo es ihm in den Kampfplan passt. Dass die Sozialdemokraten in den Niederlanden von der politischen Bühne verschwunden sind, das ist kein universelles Phänomen, obwohl es sich in Großbritannien und Frankreich in ähnlicher Weise beobachten lässt. Nein, die Konsequenz aus den eigenen Prämissen verweigert der Verdrehungs-Lehrling dann, wenn es an die eigene Kappe geht. Natürlich ist die SPD in Deutschland nicht vom europaweiten Abwärtstrend der Sozialisten betroffen. Die SPD habe „eine Vitaminspritze“ bekommen, so Stegner.

Er meint damit Martin Schulz, bei dem sich jedoch die Frage stellt, ob er nicht eine Überdosis an Vitamin für die alte SPD ist, die dadurch künstlich am Leben erhalten wird. Ein Zuviel an Vitaminen führt bekanntlich zu Durchfall, Erbrechen und letztlich dem Tod … dass manche SPD-Politiker bereits an sprachlichem Durchfall leiden und sich des Öfteren verbal erbrechen, kann man nicht leugnen.

Die taz zeigt, warum Genderismus an Geisteskrankheit grenzt

Fangen wir unsere heutige Geschichte im 18. Jahrhundert an, genau im Jahr 1748. In diesem Jahr veröffentlicht David Hume beim renommierten Londoner Verlag „A. Millar“ seine Enquiry Concerning Human Understanding, die Untersuchung über den menschlichen Verstand.

Hume Essay human understanding.jpgDas Humesche Werk kann mit Fug und Recht als eines der einflussreichsten Werke der Philosophiegeschichte bezeichnet werden. Nach seiner Veröffentlichung war nichts mehr, wie es vorher war, und es hat bis ins 20. Jahrhundert gedauert, bis Sir Karl Raimund Popper eine Lösung für das bis dahin sattsam bekannte und weiterhin ungelöste Humesche Problem gefunden hat.

Das Humesche Problem ergibt sich aus einer Argumentation, deren Überzeugungskraft man sich nicht entziehen kann und als deren Ergebnis, jede Form induktiv-empirischer Vorgehensweise in Scherben hinterlassen wurde.

Alles beginnt mit der Unterscheidung zwischen Vorstellung und Eindruck. Beide nennt Hume die „Auffassungen des Geistes“. Beide unterscheiden sich erheblich wie folgt voneinander. Ein Eindruck bezeichnet alle „lebhafteren Auffassungen, wenn wir hören, sehen, tasten, lieben, hassen, wünschen oder wollen“. Eindrücke gehen auf Sinneswahrnehmungen zurück. Vorstellungen sind geistige Übungen, die auf Grundlage dieser Eindrücke unternommen wurden: „Ob nun gleich das Denken diese unbegrenzte Freiheit zu besitzen scheint, so werden wir doch bei näherer Untersuchung finden, dass es in Wirklichkeit durch sehr enge Grenzen eingeschlossen ist, und all diese schöpferische Kraft des Geistes auf weiter nichts hinauskommt, als auf die Fähigkeit der Verbindung, Umstellung und Vermehrung oder Verminderung des Stoffes, den uns Sinne und Erfahrung liefern“ (Hume 1984: 19).

Alles, was wir denken können, ist über Sinneseindrücke in unser Gehirn gelangt und dort wird damit gespielt: Verbindungen werden hergestellt, Verallgemeinerungen und Abstraktionen vorgenommen. Keine dieser geistigen Übungen findet sich in der Realität: Die Abstraktion „Rechtsextremismus“ und alle kausalen Verbindungen mit dieser „Auffassung des Geistes „, z.B. „Rechtsextreme sind gewalttätig“ sie sind Vorstellungen des Geistes, Verallgemeinerungen, die es in der Wirklichkeit nicht gibt.

Dazu Hume: „Denken wir uns einen goldenen Berg, so verbinden wir nur zwei widerspruchslose Vorstellungen, Gold und Berg, die uns von früher bekannt sind. Ein tugendhaftes Pferd können wir uns vorstellen, weil wir aus unserem eigenen inneren Empfinden uns die Tugend vorstellen können, und diese lässt sich mit der Gestalt und dem Aussehen eines Pferdes vereinigen, eines Tieres, das uns vertraut ist. Kurz, aller Stoff des Denkens ist entweder von unserem äußeren oder inneren Gefühl abgeleitet. Einzig die Mischung und Zusammensetzung fällt dem Geist und dem Willen zu. Oder, um mich philosophisch auszudrücken: all unsere Vorstellungen oder schwächeren Auffassungen sind Abbilder unserer Eindrücke oder lebhafteren Auffassungen“ (Hume 1984: 19).

Seit Hume gilt es als unbestritten, dass Menschen nichts denken können, was sie nicht durch Eindrücke gewonnen haben. Alle Abstrakta, jede noch so komplexe begriffliche Erfindung geht auf einen Eindruck, die Kombination mehrerer Eindrücke oder deren wilde Vermengung zurück. Menschen sind nicht in der Lage etwas zu denken, was nicht einen Eindruck wiedergibt, den sie aus der Wirklichkeit über ihre Sinne entnommen haben, jedenfalls normale geistig gesunde Menschen nicht. Wer es nicht glaubt, möge versuchen, sich einen Begriff vorzustellen, der nichts beschreibt, was es in der Realität gibt und dann den Versuch unternehmen, den Begriff mit anderen zu teilen.

Heute, 269 Jahre nach der Veröffentlichung der Enquiry Concerning Human Understanding, heute sind Genderisten angetreten, um die Welt auf den Kopf zu stellen und alle Erkenntnis, die die Wissenschaften über Jahrhunderte akkumuliert haben, entweder neu zu etikettieren und als die eigene zu verkaufen oder zu beseitigen. Im Falle von Hume kann man letzteres nur wenn man bereit ist, den eigenen Verstand, sofern vorhanden, gleich mit zu beseitigen. In diesem Sinne schreibt eine Simone Schmollack in der taz (Vielen Dank an die drei Leser von ScienceFiles, die uns diese Niederlage der Aufklärung haben zukommen lassen) Folgendes:

Prof Facepalm„Kognitionsforscher*innen haben herausgefunden, dass das, was in der Sprache nicht vorkommt, auch nicht gedacht und damit auch nicht gelebt wird. Wer als Kind immer nur von Trompetern, Fußballern und Taxifahrern hört, denkt irgendwann, dass nur Männer musizieren, Fußball spielen und Auto fahren können. Die oder der kommt dann nie auf die Idee, dass Frauen und Männer das Gleiche können und dafür gleich bezahlt werden müssen.“

Wenn die Bild-Zeitung früher etwas erfunden hat, dann war der Ort des Geschehens regelmäßig in den USA zu finden. Wenn in der taz etwas erfunden wird, dann sind nicht näher benennbare „Kognitionsforscher*innen“ verantwortlich. Sollte es die entsprechenden Kognitionsforscher*innen, die behaupten, was Schmollack behauptet, dass sie behaupten, tatsächlich geben, dann wäre das ein Widerspruch, denn wer behauptet, was Schmollack behauptet, dass „Kognitionsforscher*innen“ behaupten, der ist weder ein Wissenschaftler noch ein Forscher, sondern wahnsinnig.

Begriffe wie Trompeter, Fussballer, Taxifahrer werden Kindern nicht eingegeben. In der Regel handelt es sich um eine demonstrative Wissensvermittlung. Der Begriff Trompeter wird einem Kind als Bezeichnung für einen Menschen mit Trompete mitgeteilt. Er kommt also von außen in das Gehirn des Kindes. Wenn ein Kind somit denkt, dass nur Männer Fussball spielen, Taxi fahren oder trompeten, dann muss dies zwangsläufig damit zusammenhängen, dass dieses Kind ausschließlich Männer hat Fussball spielen, Taxi fahren oder trompeten sehen. Und damit endet die kindliche Vorstellung.

Aber nicht die von Schmollack aka ungenannte „Kognitionsforscher*innen“. In ihrer Vorstellungswelt ist es möglich, Sätze zu formulieren, wie: „Wer als Kind immer nur von Trompetern, Fußballern und Taxifahrern hört, denkt irgendwann, dass nur Männer musizieren, Fußball spielen und Auto fahren können. Die oder der kommt dann nie auf die Idee, dass Frauen und Männer das Gleiche können und dafür gleich bezahlt werden müssen.“

Sofern dieser jemand irgendwann denkt, dass „nur Männer Fussball spielen“, wird sich dieser jemand sehr wundern, wenn er einen nicht-Mann Fussball spielen sieht und seine entsprechende Erwartung anpassen. Derjenige, der denkt, dass „nur Männer Fussball spielen“ muss auch nicht dem ideologischen Hirngespinst anheimfallen, dass alle alles in gleicher Weise können müssen. Er mag nicht einmal auf die Idee kommen, eine Verbindung zwischen dem Fussballspiel und Geschlecht herzustellen, denn um dies zu tun, muss man bereits denken, dass es wichtiger sei, dem Fussballer zwischen die Beine zu sehen als sich seiner Viruosität am Ball zu erfreuen. Die entsprechende irre Idee setzt einen entsprechenden Geist voraus, in dem sich die Welt um Geschlecht dreht, und zwar, wie Schmollack uns gleich mit verrät, wegen dem Geld, schließlich betet sie den alten sozialistische Glaubensinhalt nach, nachdem alle das gleiche gleichgut können und deshalb gleich bezahlt werden müssen (werden bei der taz eigentlich alle, die sich wie Schmollack für einen Journalisten halten, gleich bezahlt?).

ideology of madnessUm zu dem wirren Gedankengang von Schmollack zu gelangen, muss man also, wenn man einen Fussballspieler sieht, die folgenden Vorstellungen mit der Wahrnehmung, da spielt einer Fussball, verbinden:

  1. Es ist wichtig festzustellen, dass ein Mann Fussball spielt.
  2. Es ist wichtig festzustellen, dass auch Frauen Fussball spielen.
  3. Es ist wichtig festzustellen, dass Frauen genauso gut Fussball spielen wie Männer.
  4. Es ist wichtig festzustellen, dass Frauen genauso gut für ihr Fussballspiel bezahlt werden wie Männer.

Die Realität sieht anders aus, und deshalb scheitern Ideologen wie Schmollack regelmäßig an der Realität und der Tatsache, dass die meisten Menschen wissen, was sie sehen, denken und wollen.

Fussball ist ein Männersport und wird es auch bleiben, jedenfalls dann, wenn es UEFA, FIFA und Do-Gooders aller Art nicht doch gelingt, Fussball zu einem körperlosen Sport zu machen. Frauen spielen Fussball, aber nicht so gut wie Männer. Der Beleg dafür ist leicht zu erbringen, wenn man zwei Übertragungen von Fussball und Frauenfussball in Konkurrenz zueinander ansetzt und die Einschaltzahlen vergleicht (und dann feststellt, dass auch Frauen lieber Fussball als Frauenfussball anschauen). Und weil die Nachfrage nach der Leistung „Frauenfussball“ geringer ist, als die Nachfrage nach der Leistung „Fussball“, deshalb verdienen Männer, die Fussball spielen, auch mehr als Frauen.

So einfach ist das.
Und es ist abermals ein Beleg dafür, dass die Eindrücke, die Menschen aus der Realität entnehmen, bestimmen, was sie denken, fühlen und wollen.
Das wollen Ideologen wie Schmollack, die Menschen gerne vorschreiben würden, was sie denken, fühlen oder wollen sollen, nicht einsehen oder sie können es nicht.

Die Grenze zwischen Ideologie und Wahnsinn, sie ist eben fließend.

Marsch für die Wissenschaft oder Abgesang für die Wissenschaft?

Am 22. April wollen in Berlin Wissenschaftler gegen Wissenschaftsfeindlichkeit demonstrieren, nein, „darauf aufmerksam machen, dass Wissenschaftsfeindlichkeit, von Leugnung des Klimawandels bis hin zum Rassismus, eine Bedrohung unserer offenen demokratischen Gesellschaft ist“.

march-fuer-wissenschaftIm „Mission Statement“ kann man lesen, dass der Marsch sich für „öffentlich geförderte Wissenschaft“ einsetzt, dafür, „dass die Politik und Gesellschaft ihre Entscheidungen wissensbasiert und im öffentlichen Interesse treffen“. „Wissenschaft und Forschung sind seit Jahrhunderten ein zentraler Bestandteil unserer Zivilisation. Unser Wohlstand verdankt sich den Ergebnissen der Arbeit von Forschenden, WissenschaftlerInnen und daraus erwachsenden Innovationen“. Und nicht zuletzt beruht „unser Wohlstand auf Wissenschaft, Forschung, Technologie und Ausbildung“. Wissenschaftsfeindlichkeit von „Leugnung des Klimawandels bis hin zum Rassismus“, so geht es weiter, sei eine „Bedrohung unserer offenen demokratischen Gesellschaft“. Populistische Forderungen und Aktionen würden diese Basis unserer modernen Lebensweise gefährden.

Der Geschmack, den diese Initiative hinterlässt, ist schal, ganz schal.

Wer wollte bestreiten, dass die großen Errungenschaften der Menschheit in Medizin und Naturwissenschaft, von Kerntechnik über Computerchips bis hin zu all den kleinen technologischen Schickschnacks, die uns täglich umgeben, eine Errungenschaften von Forschung sind, die auf wissenschaftlicher Grundlagenarbeit basiert. Niemand, der noch im Vollbesitz seiner geistigen Fähigkeiten ist, wird dies bestreiten. Quantentheorie, Relativitätstheorie, die Prädikatenlogik, sie alle sind Wegbereiter der Gesellschaft, in der wir heute leben, die „Basis unserer modernen Lebensweise“, von der die Wissenschaftsmarschierer schreiben.

Nur: Rassismus und Klimafeindlichkeit haben damit überhaupt nichts zu tun.

Rassismus ist eine ideologische Strömung, eine geistige Engstirnigkeit, die nicht zu den Werten passt, die z.B. Liberale wie wir als Grundlage gesellschaftlichen Miteinanders sehen. Aber Rassismus hat nichts mit wissenschaftlicher Erkenntnis zu tun. Gerade unter rassistischen Systemen wie z.B. dem Dritten Reich oder in der Sowjetunion Stalins haben Wissenschaften und wissenschaftlicher Fortschritt floriert. Kaum eine Zeit ist ergiebiger als Kriegszeiten, wenn es darum geht, den wissenschaftlichen Fortschritt zu befördern. Sprünge in der Forschung gehen häufig auf die Finanzierung durch Militärs zurück, die mit der Finanzierung letztlich keine altruistisch-humanitären Motive verfolgen. Das kann man gut oder schlecht finden, man kann es aber nicht in Abrede stellen. Insofern ist die Vermengung von Wissenschaftsfeindlichkeit mit Rassismus durch die Marschierer vom 22. April absurd.

Ebenso absurd ist es, Wissenschaftsfeindlichkeit ausgerechnet am Klimawandel festzumachen. Niemand – abgesehen von religiösen Spinnern, die auch bestreiten würden, dass die Erde ein ziemlich unwichtiger Planet in einer ebenso unwichtigen Galaxie ist, bestreitet, dass es Klimawandel gibt. Wer die Geschichte dieses Planeten kennt, wird die verschiedenen Klimaphasen, die die Erde durchlebt hat, kaum in Abrede stellen. Umstritten ist deshalb nicht die Tatsache eines Klimawandels an sich, sondern die Behauptung, der derzeitige Klimawandel ginge einzig und allein auf menschliches Wirken zurück.

framingDer menschengemachte Klimawandel ist nämlich alles andere als eine wissenschaftliche Tatsache. Er findet sich derzeit nur in Modellen und Simulationen und darin, dass Wetterereignisse im Einklang mit der eigenen Überzeugung, es gäbe einen Klimawandel, interpretiert werden. Das wiederum ist keine Wissenschaft, sondern wissenschaftlich eingefärbte Ideologie. Ginge es den Marschierern in Berlin tatsächlich um die Wissenschaft, sie würden sich bemühen, Kriterien aufzustellen, die es ermöglichen, dass sich Modelle des Klimawandels als falsch erweisen können. Überstünden die Modelle des Klimawandels einen echten Test, eine unabhängige Prüfung, wie das Sir Karl Raimund Popper genannt hat, dann könnte man von einer Bewährung ausgehen und mit mehr oder überhaupt mit Grundlage behaupten, dass Menschen einen Anteil am derzeitigen Klimawandel haben. Indes, in Menschen die alleinige Ursache eines Klimawandels zu sehen, ist in etwa so als würde man behaupten, der „wobble“ der Erde, also das leichte Schlingern der Erde, wenn sie sich um ihre eigene Achse dreht, sei der Tatsache geschuldet, dass die Erde mit viel zu vielen Menschen überbevölkert ist.

Und weil dem so ist, deshalb ist der Marsch für Wissenschaft ein Abgesang auf die Wissenschaft, denn die Marschierer marschieren für ihre Überzeugung, nicht für die Wissenschaft. Sie sind der Überzeugung, es gebe einen (allein?) von Menschen gemachten Klimawandel. Sie sind der Überzeugung, Rassismus bedrohe die Grundlage von Wissenschaft. Sie sind der Überzeugung wissenschaftliche Erkenntnis schaffe unumkehrbare Fakten, eine Überzeugung, die schon Newton hatte, ganz zu schweigen von Sir William Thomson, Lord Kelvin, der sich im 19. Jahrhundert ganz sicher war, das Alter von Erde richtig berechnet zu haben. Nur: Er hatte in seiner Berechnung, die auf der Abkühlung heißer Planeten basierte, radioaktive Elemente übersehen, weil er sie schlicht noch nicht kannte.

Das zeigt, dass wissenschaftliche Erkenntnisse unter dem Damoklesschwert des ständigen Scheiterns stehen, denn auch Theorien, die noch so gut bewährt sind, können sich als falsch erweisen, wie z.B. die Gravitationstheorie Newtons, die von Einstein weitgehend widerlegt wurde. Wer demnach behauptet, wie die Wissenschaftsmarschierer dies tun „wissenschaftlich erwiesene Tatsachen“ wie der Klimawandel, würden durch wissenschaftsfeindliche Tendenzen in Frage gestellt, der entpuppt sich selbst als Feind der Wissenschaft, denn der menschliche Anteil zum Klimawandel – sein Ausmaß und seine Intensität – sind nicht erwiesen und der menschenverursachte Klimawandel entsprechend keine erwiesene Tatsache.

Überhaupt zeigen Wissenschaftler, die von erwiesenen Tatsachen schreiben, dass sie verlernt haben, das zu betreiben, was Wissenschaft eigentlich ausmacht: Zweifeln und Kritisieren. Sie sind stehen geblieben und haben sich mit einer Ideologie eingerichtet, die ihnen gefällt.

Liberalismus_coverDass die Marschierer keine Wissenschaftler sind, sondern Ideologen, die versuchen, den weit verbreiteten Irrtum auszunutzen, der Wissenschaft und wissenschaftliche Anwendungen in einen Topf wirft, zeigt sich auch am Binnen-I, das manchem Leser vielleicht oben schon aufgestoßen ist. Ginge es Ihnen wirklich um die Wissenschaft, sie hätten diesen ideologischen Unsinn unterlassen und sich nicht vor den Hohepriestern des Genderismus verbeugt, eine Verbeugung, durch die sie sich zudem der Lächerlichkeit preisgeben, denn: Man kann nicht einerseits dem Genderirrsinn anhängen und andererseits beklagen, dass die „Evolution geleugnet“ werde. Wie Ulrich Kutschera in seinem neuen Buch „Das Gender-Paradoxon“ gezeigt hat, basiert der Genderismus auf einer Ablehnung der Evolutionstheorie, derselbe Genderismus, den die Wissenschaftsmarschierer mit ihrem Binnen-I hofieren.

Der Marsch für die Wissenschaft scheint vor viel mehr ein Marketinggag der con gressa GmbH zu sein. Bei der con gressa GmbH verdient man Geld mit „Wissenschaftskommunikation“, mit der Entwicklung neuer Veranstaltungsformate (z.B. einen Marsch für Wissenschaft) mit der Organisation von Kongressen und mit PR-Beratung (für Klimaforscher?).

Vertretungsberechtigte Geschäftsführerinnen und inhaltlich verantwortlich gemäß § 6 MDStV für die con gresa GmbH sind: Susann Morgner, Dr. Christine Titel, Jörg Weiss“

Verantwortlich für die Seite der Berliner Marschierer ist:
March for Science Berlin
Susann Morgner
marchforscienceberlintwitter@gmail.com

Der Marsch für die Wissenschaft dient wohl eher den wirtschaftlichen Interessen derer, die befürchten, ein kritisches Klima, wie es z.B. in einer wirklichen Wissenschaft herrscht, würde den Geldsegen öffentlicher Forschung beenden, an dem sie zu hängen scheinen. Das macht dann auch das seltsame Interesse an öffentlich geförderter Wissenschaft gleich im ersten Satz des Mission Statements verständlich.

Wissenschaft oder Ideologie: Hygienemaßnahmen

Warum ist Erich von Däniken eher ein Wissenschaftler als viele, die auf Lehrstühlen für Gender Studies, aber auch für Medienwissenschaft, Soziologie, Politikwissenschaft, Kulturwissenschaft oder Pädagogik an Universitäten und Fachhochschulen sitzen?

Der gesammelte Däniken

Weil man die Ideen von Däniken und seine Aussagen über Besuche von Aliens auf der Erde prüfen kann bzw. Däniken sich bemüht, Belege für seine Behauptungen anzuführen, die man prüfen kann.

Bei vielen derjenigen, die Lehrstühle der genannten Fachbereiche besetzen und bei vielen, deren Fachbereich wir nicht direkt benannt haben, ist das nicht so. Sie verkünden und behaupten vieles, nutzen ihre Lehrstühle als Kanzel und predigen ihren Studenten das Heil.

Sie sind keine Wissenschaftler, sie sind Ideologen.

Die Unterschiede zwischen Wissenschaft und Ideologie, zwischen Wissenschaftlern und Ideologen, sie sind schnell benannt:

  • Wissenschaftler suchen nach Erkenntnis.
    Ideologen sind der Überzeugung, bereits alle Erkenntnis zu besitzen.
  • Wissenschaftler bringen Studenten Methoden bei, die zur Erkenntnisgewinnung notwendig sind.
    Ideologen erwarten von Studenten, dass sie die Heilslehre, die ihnen im Studium verkündet wird, auswendig lernen und nacherzählen können.
  • Wissenschaftler sind bemüht, Wissenschaft als kumulativen Prozess zu betreiben.
    Ideologen benötigen keinen kumulativen Prozess, da sie sich im Besitz der Wahrheit wähnen.
  • Wissenschaftler schätzen Kritik, denn durch Kritik werden Schwächen der eigenen Argumentation und Theorie aufgedeckt und können beseitigt werden.
    Ideologen fürchten Kritik, denn Kritik ist Indikator dafür, dass es Menschen gibt, die die Heilslehre der Ideologen nicht auswendig gelernt und internalisiert haben.
  • Wissenschaftler sind an Menschen interessiert, die zu eigenständigen intellektuellen Leistungen in der Lage sind.
    Ideologen sind an Menschen interessiert, die sich anbiedern und einordnen wollen, aus Angst davor, eine eigene Meinung formulieren zu müssen.
  • Wissenschaftler formulieren Aussagen, die an der Wirklichkeit scheitern können.
    Ideologen formulieren metaphysische Behauptungen, die sie als Gewissheit ausgeben.
  • Wissenschaftler sprechen eine deskriptive Sprache, die der Verständigung und dem wissenschaftlichen Streit zuträglich ist.
    Ideologen sprechen eine evaluative Sprache, zu der sie Zustimmung erwarten.
  • Wissenschaftler wollen sich mit anderen verständigen.
    Ideologen wollen andere belehren.
  • Wissenschaftler teilen die Welt in Menschen, die etwas zum wissenschaftlichen Fortschritt beitragen und solche, die das nicht tun.
    Ideologen teilen die Welt in Freunde und Feinde.

Die List der Unterschiede zwischen Wissenschaft und Ideologie, zwischen Wissenschaftlern und Ideologen, sie könnte an dieser Stelle noch fortgesetzt werden. Wir wollen es jedoch bei diesen Unterschieden, die wir für die wichtigsten halten, belassen und uns der Frage widmen: Woran erkennt man, dass man es mit Ideologen, die sich an einer Hochschule eingeschlichen haben, zu tun hat?

damonisierung-der-anderen_coverDie Antwort auf diese Frage werden wir in einer kleinen Miniserie geben, die sich entlang des Beitrags: „Die Dämonisierung der Anderen und die Inszenierung von Kritik als Häresie – Eine Replik auf die Abwertung von wissenschaftlicher Kritik an der so genannten Rassismuskritik durch Rassismuskritiker“ (Band 5 unserer Blauen Reihe) von Dr. habil. Heike Diefenbach entwickelt.

Ziel der Miniserie ist es, die Kriterien herauszuarbeiten, anhand derer man eindeutig feststellen kann, dass derjenige, der sich als Wissenschaftler ausgibt, keiner, sondern ein Ideologe ist.

Der Inhalt in kurzer Zusammenfassung:

Ideologen sind nicht an Themen oder an Erkenntnis interessiert. Sie verwenden den Forschungsbereich, in dem sie sich tummeln, lediglich als Etikett, um Wissenschaftlichkeit vorzutäuschen. Dass sie nicht an Themen interessiert sind, zeigt sich daran, dass sie keinerlei inhaltliche Aussagen machen. Ihre Einlassungen haben alle einen evaluativen Charakter, weshalb man ihnen glauben kann oder eben nicht. So wie das bei Religionen der Fall ist, und Ideologie ist nichts anderes als eine Spielart von Religion (Thema in Teil 1).

Also weichen Ideologen inhaltlichen Diskussionen aus und versuchen, Kritik als solche zu diskreditieren.

Ideologen benutzen ein Freund-Feind-Schema, um von ihrer Unfähigkeit, inhaltlich zu argumentieren, abzulenken. Anstelle sich mit einer Thematik und mit Kritik auseinanderzusetzen, greifen sie diejenigen an, die Kritik äußern oder ihre Thematik wissenschaftlich und eben nicht ideologisch behandeln (Thema in Teil 2)

Weil Ideologen denken, sie wüssten bereits alles, ein Gedanke, den man nur haben kann, wenn Dummheit in ausreichendem Maße vorhanden ist, deshalb lernen sie nichts hinzu und sind entsprechend unfähig, wissenschaftliche Argumentationen und Diskussionen zu führen. Diese Unfähigkeit wird deutlich in geradezu erschreckenden Missverständnissen und Fehleinschätzungen über Grundbestände wissenschaftlicher Tätigkeit, seien sie inhaltlicher oder methodischer Art (Thema in Teil 3).

Schließlich sind Ideologen so in ihrer eigenen Welt gefangen, dass sie nicht anders können, als alle Informationen, die von außen in ihr Echochamber gelangen, vor dem Hintergrund ihrer Heilsvorstellung zu rahmen. Deshalb ist es möglich, Ideologen anhand ihrer eigenen Vorurteile bloßzustellen (Thema in Teil 4).

„Das Schmollen der Weiber“

Das Schmollen der Weiber, so hat Ludwig Börne im Jahr 1823 die Übernahme einer pauschalen Opferrolle genannt, mit der die Weiber versuchten, ihren Willen auch wider die besseren Argumenten oder die überhaupt vorhandenen Argumente rationaler Zeitgenossen durchzusetzen.

damonisierung-der-anderen_coverDr. habil. Heike Diefenbach hat das Buch von Börne ausgegraben als sie mit dem Text beschäftigt war, den wir heute als neuesten Zugang in der Blauen Reihe von ScienceFiles veröffentlichen: „Die Dämonisierung der Anderen und die Inszenierung von Kritik als Häresie. Eine Replik auf die Abwertung von wissenschaftlicher Kritik an der so genannten Rassismuskritik durch Rassismuskritiker.“

Der neue Text ist einerseits eine Fortschreibung, andererseits eine Reaktion. Er ist eine Fortschreibung des als Band 2 der Blauen Reihe erschienenen Textes „Rassismus und Rassismuskritik. Kritische Anmerkungen zum neuen Rassismusdiskurs in der deutschsprachigen Öffentlichkeit und Sozialwissenschaft“, in dem sich Dr. habil. Heike Diefenbach konstruktiv mit Rassismuskritik auseinandersetzt, um durch Kritik zu einer Verbesserung des derzeitigen Zustands der Rassismuskritik beizutragen. Derzeit ist Rassismuskritik nämlich wenig mehr als eine vor-wissenschaftliche Disziplin im Sinne von Thomas Kuhn, in der es noch keine epistemologische Basis gibt und deren Vertreter sich durch das auszeichnen, was man den methodischen Turm zu Babel nennen könnte, auf dem Wie-kommt-mir-die-Welt-vor-Einfältige, Weltverbesserungsbedürftige, Opportunisten, Spinner und Ideologen einen solchen Lärm veranstalten, dass die wenigen Versuche, Wissenschaft zu betreiben, von den wenigen, die außerhalb der Rassismuskritik eine wissenschaftliche Ausbildung erfahren haben, niedergeschrien werden.

Entsprechend musste man annehmen, dass ein Text wie „Rassismus und Rassismuskritik“, in dem ein Weg in die Normalwissenschaft gewiesen und gezeigt wird, wie man die vielen Scharlatane, die sich in der Rassismuskritik tummeln, nicht nur ausmachen, sondern auch loswerden kann, dazu führt, dass sich die Spreu der Ideologen vom Weizen der Wissenschaftler trennt.

Und so ist es auch gekommen.

Der Text hat eine weite Verbreitung gefunden, und er wird breit diskutiert, von denen, die Wissenschaftler sind und daran interessiert sind, Erkenntnis zu gewinnen und Wissenschaft zu betreiben.

Mit dem Text ist es Dr. habil. Heike Diefenbach auch gelungen, in das Echo-Chamber einzudringen, in dem die gedroschene Spreu versammelt ist. Nun war vorherzusehen, dass der Text für manche, die es bislang nur zur Spreu gebracht haben, die Möglichkeit der Metamorphose eröffnet, um von der Spreu zur Wissenschaft zu gelangen, um Wissenschaftler zu werden, so wie es vorherzusehen war, dass der harte Kern, um mit Imre Lakatos zu sprechen, der harte Kern jener Unbeirrbaren, die sich lieber eine blutige Stirn holen, als dass sie einsehen, dass sie eine Mauer nicht mit dem Kopf einschlagen können, auf den Text so reagieren würde, wie Weiber auf etwas reagieren, das ihre Opferrolle in Zweifel zieht: Mit Gift und Galle.

Und Mangels entsprechender Kompetenzen bleibt den Unintelligenten nur Beleidigung und Diffamierung und das Schmollen der Weiber.

Damit sind wir bei

  • facepalm-GodzillaInci Dirim,
  • Maria do Mar Castro Varela,
  • Alisha M. B. Heinemann,
  • Natascha Khakpour,
  • Doris Pokitsch und
  • Hannes Schweiger

die bis auf eine Ausnahme, Castro Varela hat eine Quotenprofessur an der Alice Solomon Fachhochschule Berlin, an der Universität Wien beschäftigt sind.

Sie haben das verfasst, was wir einen Rudeltext nennen, ein gemeinsames Pamphlet, in dem es vornehmlich darum geht, Dritte zu diffamieren, zu verleumden oder zu beleidigen und gegen alle Regeln und jede Ethik der Wissenschaft zu verstoßen. Der Zweck ihres Rudeltextes „Nichts als Ideologie? Eine Replik auf die Abwertung rassismuskrititscher Arbeitsweisen“ ist es, Kritiker an der Rassismuskritik zu dämonisieren. Dass der Text keinem anderen Zweck dient, das kann man leicht anhand der vielen Fehler und Unzulänglichkeiten darlegen, die Dr. habil. Heike Diefenbach in ihrer Replik aufzeigt und behandelt (im doppelten Sinne gemeint):

Die Rudelautoren, Dirim et al., haben keinerlei Interesse an einer inhaltlichen Auseinandersetzung, wie daran deutlich wird, dass sie auf kein einziges der Argumente eingehen, die Dr. habil. Heike Diefenbach gemacht hat, um Rassismuskritik zu einer Wissenschaft zu machen. Ihr Interesse besteht von der ersten bis zur letzten Seite darin, Kritik an der Rassismuskritik zur Häresie zu erklären. Kritiker werden ausgegrenzt und zu Feinden erklärt, die vom „wir“ derjenigen, die in die Religion der Rassismuskritik wie sie an der Universität Wien als Eucharistie-Feier mit Studenten zelebriert werden soll, abweichen. Die Systematik folgt dabei der Systematik, die die Amadeu-Antonio-Stiftung als Indikator für eine rechtsextreme Orientierung ansieht. Entsprechend haben wir es wohl mit Rechtsextremen zu tun (und wer würde an den Kriterien der Amadeu-Antonio-Stiftung zweifeln?).

Nun haben wir oben geschrieben, dass diejenigen Beleidigung und Diffamierung zum Mittel ihrer Wahl erklären, deren Intelligenz nicht ausreicht, um mit Argumenten auf Kritik zu reagieren. Als weitere Indizien dafür, dass diese Hypothese über die Ursache der Beleidigung und Diffamierung, die Dirim et al. als Mittel der Wahl ansehen, zutrifft, können die folgenden Punkte angeführt werden, die wir im Verlauf der nächsten Wochen mit den jeweiligen Stellen aus dem Text von Dr. habil. Heike Diefenbach unterfüttern werden.

Die Liste der Fehler im Text von Dirim et al., an dem sechs Autoren, zwei Herausgeber und ein Lektor gewurschtelt haben, sind ein herausragender Beleg dafür, dass die Genannten nicht in der Lage sind, eine wissenschaftliche Position zu füllen, denn: Es fehlen ihnen schlicht die dazu notwendigen Kenntnisse, kein Wunder, dass Dr. habil. Heike Diefenbach zu dem Schluss kommt, die Kritikfeindlichkeit der genannten Rassismuskritiker sei Ergebnis des Versuches, sich an Universitäten einzunisten und im „warm glow“ der Wissenschaft zu sonnen, obwohl man keinerlei Ahnung und Fähigkeiten zum Betreiben von Wissenschaft hat.

Die Liste der Mängel im 11 Seiten Text der sechs Autoren des Rudeltextes (Dirim et al.), sie ist beeindruckend:

  • boerne-schmollenEs wimmelt von unbelegten Behauptungen: Wissenschaftler zitieren und belegen Behauptungen, insbesondere dann, wenn sie behaupten, dass die Behauptungen, die sie vorbringen, von anderen vorgebracht worden wären.
  • Im Text finden sich eine Reihe von Beleidigungen und Diffamierungen und somit eine Textart, die in wissenschaftlichen Texten gänzlich unbekannt ist.
  • Die Autoren gefallen sich darin, unzählige Fehlschlüsse zu begehen. Häufig finden sich Fehlschlüsse ad auctoritatem und ad hominem. Ergänzt werden diese Fehlschlüsse durch die im Text allgegenwärtige petitio principi, ebenfalls ein logischer Fehler und abgerundet wird die Fehlerorgie, die als wissenschaftlicher Text verkauft werden soll, durch genetische Fehlschlüsse.
     
  • Dirim et al. sitzen einer Vielzahl von Irrungen und Wirrungen auf, die in der Wissenschaft schon vor Jahrzehnten, wenn nicht Jahrhunderten ausgeräumt wurden
    • Sie glauben, es gäbe in der Wissenschaft jemanden, der an absolute Objektivität glaube.
    • Sie glauben, es gäbe in der Wissenschaft jemanden, der verifizieren wolle.
    • Sie glauben, es gäbe in der Wissenschaft jemanden, der Werturteile verbieten wolle.
    • Mehr randständig zu dem, was Wissenschaft ist, als die Autoren es sind, kann man wirklich nicht sein.
  • Dirim et al. sind Anhänger einer Verschwörungstheorie, bei der sie sich von Feinden umstellt sehen, die ihre Rassismuskritik und die damit verbundene politische Korrektheit, wie sie schreiben, delegitimieren und in Misskredit bringen wollen. Wer genau die Bösen sind, die versuchen, das nicht legitimierte zu delegitimieren, ist ein Geheimnis, das nur im Kreise der Sektenmitglieder, denn um solche handelt es sich hier, gelüftet werden darf.
  • Schließlich zeichnen sich Dirim et al durch eine unglaubliche Hilflosigkeit und Unbedarftheit aus, die sich nicht nur darin äußert, dass sie das Ergebnis wissenschaftlicher Debatten, die vor mehreren Jahrzehnten beendet wurden, nicht kennen oder darin, dass sie Fehler über Fehler begehen. Nein, am deutlichsten zeigt sich ihre Unbedarftheit und Hilflosigkeit darin, dass es keinerlei positiven Teil gibt. An keiner Stelle kommen die Autoren auf die Idee, der Kritik mit Argumenten zu begegnen. An keiner Stelle kommt ihnen der Gedanke, man müsse, wenn man behauptet, eine Kritik sei unzutreffend, angeben, warum die Kritik nicht zutreffend ist.
  • Die Fähigkeiten von Dirim et al. beschränken sich darauf, zu unterstellen, zu behaupten, zu beleidigen und sich ansonsten als Opfer zu inszenieren.

Deshalb: Das Schmollen der Weiber.

Die oben genannten Facetten des Schmollens werden wir in den nächsten Wochen im Einzelnen beleuchten. Wer nicht so lange warten will, kann hier bereits den gesamten Text von Dr. habil. Heike Diefenbach lesen.

ARD: Sigmar Gabriel hat keine Vernunft, und er kann sie auch in Deutschland nicht finden

Gabriel in den USA. Auf der Suche nach Vernunft.“

ard-gabriel-ohne-vernunftDas schöne an prätentiösen Produzenten von Unsinn ist, dass sie in vielen Fällen gar nicht wissen, was sie da schreiben. Da überschreibt Michael Mair, ARD-Hauptstadtstudio, einen Beitrag mit „Gabriel in den USA. Auf der Suche nach Vernunft“, ganz offensichtlich, weil er auch zum dem isomorphen Haufen deutscher Journalisten gehört, die man wie Pawlows Hund so abgerichtet hat, dass ihnen im Zusammenhang mit Donald Trump nur Derogative einfallen, und stellt dadurch den neuen Außenminister, Sigmar Gabriel, bloß.

Gabriel, „erst seit kurzem im Amt“, wie Mair in seinem Beitrag betont, reist eigens in die USA: „Auf der Suche nach Vernunft“. Wenn ein Mensch an einen bestimmten Ort reist, um dort nach Vernunft zu suchen, dann ergeben daraus zwei logische Schlussfolgerungen:

  1. Da, wo er herkommt, kann er die Vernunft nicht finden.
  2. Er selbst hat keine Vernunft, denn hätte er sie, er müsste sie nicht suchen.

Eigentlich wollte Michael Mair nur Donald Trump beleidigen, implizit, denn zu sagen, dass er Trump für einen Menschen ohne Vernunft hält, das traut er sich nicht. Er suggeriert lieber, lässt andere schlussfolgern, was er nahe legt, wenn er mehrfachbetont, Gabriel brauche Verbündete um mäßigend auf Trump einzuwirken.

Leider führt das Bemühen, Derogation mit Suggestion zu kombinieren, zum sprachlichen Fiasko und Michael Mair attestiert dem deutschen Außenminister nicht nur, dass er keinerlei Vernunft hat, er stellt auch klar, dass Gabriel in Deutschland keine Vernunft finden kann [nur Pack], deshalb muss reist er in die USA.

Hoffen wir, dass Sigmar Gabriel in den USA die Vernunft findet, die ihm fehlt und die er in Deutschland nicht finden kann.

Grassierende Trump-Phobie: Die Welt, 1984 und Fake-Kausalitäten

Zufall oder Kausalität“, so fragt ein Redakteur der Welt, von dem wir einmal nicht annehmen wollen, dass er den Text von AP/AFP/sara einfach nur wörtlich übernommen hat, eher scheinheilig und unbedarft, denn die Antwort steht für ihn, der nicht weiß, dass es neben Zufall und Kausalität noch die Korrelation gibt, berets fest:

„Mit den unbelegbaren und falschen Behauptungen rund um die Amtseinführung von US-Präsident Donald Trump beflügelt das Weiße Haus offenbar die Verkäufe von George Orwells Klassiker ‚1984‘. Bis Dienstagmittag fand sich der dystopische Roman über einen totalitären Überwachungsstaat, in dem Fakten durch Neusprech unterdrückt und verzerrt werden, in den Top fünf der Bücher-Hitliste bei Amazon.com“

Eine kleine Übung in primitiver Manipulationstechnik:

  1. Behauptet wird von der Welt eine Kausalität. Mit Trump steigen die Verkaufszahlen von „1984“, und zwar deshalb, weil manche in ihrer Ignoranz denken, Neusprech sei das zentrale Thema von „1984“.
  2. Behaupten kann man auch, dass die Nachfrage deshalb steigt, weil vielen US-Amerikanern durch die Demonstrationen gegen Trump deutlich geworden ist, wie knapp sie einer Meinungsdiktatur, wie sie in 1984 dargestellt wird, entgangen sind.

Beide Behauptungen sind logisch äquivalent, und beide Behauptungen können nichts als die Plausibilität, die sich einstellt, wenn man ideologisch versucht, Korrelationen zu Kausalitäten zu machen, als Indiz für ihre Richtigkeit reklamieren. Wer Trump nicht mag, der wir zu 1) tendieren. Wer ihm wohlgesonnen ist, zu 2). Wer Wissenschaftler ist, wird den Kopf schütteln ob dieses gewaltsamen Versuchs, die Vernunft zu übertölpeln.

amazon-movers-shakersBehauptet wird mit der Kausalität auch eine Entwicklung, denn: In der Nachfolge von Trumps Inauguration und wegen dieser, sei die Nachfrage nach 1984 gestiegen. Deshalb sind die ganzen Meldungen, die sich auf die Bestseller-Liste von Amazon beziehen, die aktuelle Verkaufszahlen enthält, Unsinn, denn ein diskretes Datum gibt keinerlei Auskunft über eine Entwicklung. Wer eine Entwicklung nachzeichnen will, der muss mindestens zwei Zeitpunkte vergleichen, so wie wir das tun auf Basis der Movers und Shakers-Liste, die Amazon ebenfalls erstellt. Darin sind die Bücher, deren Verkaufszahlen sich in den letzten Tagen, Wochen, Monaten, Jahren, verändert haben, für den Fall aufgelistet, dass die Verkaufszahlen massiv gestiegen sind.

Und in dieser Liste finden wir, mit einem Zuwachs von 45.032% das Buch „House Industries: The Process Is the Inspiration“ auf Platz 1 Das Buch ist von Verkaufsrang 145.772 auf Verkaufsrang 323 emporgeschossen.

An zweiter Stelle findet sich ein Buch über das Meer, „The Sea around us“, das ein populärwissenschaftliches Buch ist. Es ist von Verkaufsrang 58.424 auf Verkaufsrang 148 gestiegen, ein Zuwachs in den Verkaufszahlen von 33.375%.

An dritter Stelle findet sich das Buch „Control Girl: Lessons on Surrendering Your Burden of Control from Seven Women in the Bible”, eines jeder Ratgeberbücher, die dem naiven Gemüt ein glückliches Leben versprechen.

Erst an 9. Stelle der Movers und Shakers findet sich „1984“ von George Orwell. Das Buch, das sich immer unter den Büchern findet, die einen hohen Verkaufsrang haben, ist von 575 auf Verkaufsrang 27 gestiegen, der Verkauf hat somit um 2.049% zugelegt.

Warum ist der geringere Verkaufszuwachs von 1984 so viel interessanter als der weit höhere Zuwachs der drei oben genannten Bücher?

Die Antwort ist einfach.

evil-gnomeWenn man auf der Suche nach etwas Negativem ist, das man mit einem gerüttelten Maß an Rabulistik Donald Trump und seiner Administration anlasten kann, weil man in Deutschland dann, wenn man das tut, Brownie-Points bekommt, die z.B. die Welt mit dramatisch sinkender Auflage dringend nötig hat, am besten in Form einer Förderung durch die Bundesregierung in hard cash, dann wird man auch etwas Entsprechendes finden. Das Gefundene steht zwar in keinerlei belegbarem Zusammenhang zu dem, was behauptet wird, aber das macht nichts, denn die Naiven, die gerne Schlechtes von Trump glauben wollen, sie interessieren sich nicht für Fakten und gehen jeder noch so fadenscheinigen Korrelation, die als Kausalität missrepräsentiert wird, auf den Leim. Ob Journalisten absichtlich versuchen, Stimmung zu machen und Fake-Kausalitäten zu vertreiben oder Opfer ihrer eigenen ideologischen Verblendung und daraus resultierenden intellektuellen Unfähigkeit sind, ist eine Frage, die derzeit wohl nur AP/AFP/sara beantworten kann.

Wie plump der Manipulationsversuch ist, zeigt sich deutlich, wenn man die verbleibenden Bücher mit einer entsprechenden ideologischen Komponente versieht und mit der Inauguration von Trump in Verbindung bringt.

Am stärksten zugelegt hat der Verkauf von „House Industries“, einem Buch, das sich um Hausdesign rankt:

A standard-bearer of American design since 1993, House Industries answers the burning question, “Where do you find inspiration?” with this illustrative collection of helpful lessons, stories, and case studies that demonstrate how to transform obsessive curiosity into personally satisfying and successful work.

Etwas Ideologie und ein wenig Phantasie und schon wird daraus die Feststellung, dass die Administration Trumps den US-Amerikanischen Häuslebauer und –besitzern wieder Mut auf eine bessere Zukunft macht. Die Aussicht auf Prosperität führt dazu, dass sie ein Buch nachfragen, in dem Vorschläge darüber, wie man seine Prosperität und seinen sozialen Status angemessen deutlich machen kann, zu finden sind.

Oder:

Mit Trump ist das Interesse an Fakten und wissenschaftlicher Forschung zurückgekehrt: US-Amerikaner wollen sich wieder ein eigenes Bild über ihre Umwelt machen und sich nicht auf das verlassen, was Klimakatastrophen-Wissenschaftler ihnen erzählen. Das erklärt die starke Zunahme der Verkaufszahlen von „The sea around us“.

Oder: Nehmen wir den Aufsteiger auf Platz 6, die Acid Watcher Diet:

acid-watcher-diet“Do you suffer from abdominal bloating; a chronic, nagging cough or sore throat; postnasal drip; a feeling of a lump in the back of your throat; allergies; or shortness of breath?

If so, odds are that you are experiencing acid reflux without recognizing its silent symptoms, which can lead to serious long-term health problems, including esophageal cancer. “

Angesichts von Gift und Galle, die al jene gespuckt haben, denen das Ergebnis der US-Wahl sauer aufgestoßen ist, scheint es angebracht, den Versuch zu unternehmen, nunmehr die eigene Magensäure zu regulieren und im nächsten Schritt vielleicht das zu akzeptieren, was Trump ins Weiße Haus gebracht hat, den so genannten Wählerwillen. Von Verkaufsrang 25.121 auf 221 ist der Säure-Klassiker gestiegen. Ein Beleg dafür, dass viele derjenigen, die Trump mit Hass, Gift und Galle begegnet sind, zwischenzeitlich an den Folgen, ihrer unregulierten Magensäure leiden.

Natürlich berichten Mainstream-Medien in Deutschland nur davon, dass „1984“ im Absatz etwas zugelegt hat. Und die Wahlentscheidung und das ideologische Lager der Naiven und Dummen vorherzusagen, die die angebotene Kausalität fressen und weitererzählen, ist kein Problem – leider, denn wo Ideologie einsetzt, da hört das Denken auf.

Nebenbei bemerkt, die Partei und das System, gegen das sich 1984 von Orwell richtet, sie fanden sich als Orwell geschrieben hat, im Osten und hatten den Kommunismus oder den Sozialismus auf ihre Fahnen geschrieben. Aber bei manchen Journalisten scheint die Bildung nur dazu ausreichen, negative Konnotationen mit dem zusammenzupacken, was sie nicht mögen.


Hinweise für ScienceFiles?
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Wissenschafts-Verlags-Wucherer

Über den Wucher, den die notleidenden Verlage mit wissenschaftlichen Texten betreiben, wollten wir schon immer einen kleinen Post schreiben. Und gerade ärgern wir uns wieder einmal über Springer, den deutschen Verlagswucherer, dessen Internet-Angebot so benutzerfeindlich ist.

Wir haben uns schon in der Vergangenheit über den Wissenschafts-Wucherer Springer-Verlag geärgert, aber heute hat der Verlag den Vogel abgeschossen, und zwar damit:

wissenschaftswucher

35,94 britische Pfund, rund 42 Euro verlangt der Springer-Verlag für einen Text von fünf läppischen Seiten und einen Text zweifelhafter Qualität, denn Texte aus dem Bereich „Controlling“ sind schon deshalb zweifelhaft, weil die Leerformeln im Text und die Nominalkonstruktionen sehr viel Platz einnehmen. 

Zum Wuchertext gibt es keinerlei Information, keinerlei Abstract, nichts, was einem die Katze im Sack zumindest im Hinblick auf die Farbe des Fells bekannt machen könnte. Kurz: Wissenschaftswucher, bei dem der Anbieter versucht, eine Marktposition auszunutzen, die Nachfrage nach seinem Angebot unelastisch und ihn selbst zum Monopolisten macht. 

Und das ausgerechnet bei Texten aus der Betriebswirtschaftslehre und aus dem Controlling, in dem sinnentleerte Formulierungen wie „ergebniszielorientiert“ die Regel und nicht etwa die Ausnahme sind.

[Übrigens, für alle Studenten, die meinen, man müsste den Text unbedingt kaufen, damit man ihn zitieren kann: Im Controlling wie in weiten Teilen der BWL gilt: Kennst Du einen, Kennst Du alle. Man muss den Text also nicht lesen, um eine ungefähre Vorstellung von dem Geschwall zu haben, das sich darin findet. Vermeintlich wissenschaftliche Texte, die Fragen in der Überschrift führen, muss man generell nicht lesen.]

Gibt es wirklich jemanden, der bereit ist, für fünf Seiten, auf denen sich die Autoren selbst fragen und selbst Antworten geben, 42 Euro zu bezahlen?

Wenn ja, hier geht es zu unserem Spendenkonto. Da ist das Geld besser angelegt.

 

 

Deutschland 2016: Unter manisch oder bösartig Dummen

So, wir hatten jetzt alle viel Spaß mit den Nazi-Codes, die sich überall finden lassen. Da wir ein Wissenschaftsblog sind, wollen wir nunmehr zur Arbeit schreiten und die Systematik, die Struktur hinter der manischen oder bösartigen Dummheit derer darstellen, die meinen HH 88 müsse mehr bedeuten als HH 88.

Die Struktur hat zwei Ebenen, eine kognitive und eine logische.

Um einen Nazi-Code zu erkennen, muss man danach suchen.

Choice Values FramesWahrnehmung passiert nicht einfach so. Wir gehen nicht durch die Welt und die Dinge in der Welt drängen sich in unsere Wahrnehmung. Menschen wählen aktiv aus, d.h. sie suchen sich aus dem Meer der Informationen, die sie täglich umgeben, diejenigen aus, die ihnen etwas sagen. Wer also Nazi-Codes findet, der sucht nach Nazi-Codes. Das HH 88 ist dem Eimsbütteler nicht einfach so erschienen, er hat gezielt danach gesucht. In seinem Gehirn gibt es eine Schublade, einen Frame mit Nazi-Codes, die er offensichtlich alle parat hat.

Wer sich derart intensiv mit einem so abseitigen Thema wie Nazi-Codes auseinandersetzt, der muss entweder denken, er können daraus einen Nutzen ziehen oder verrückt sein. Ein Nutzen kann sich in Form von anbiedernder Unterordnung unter das, was als Staatsmacht wahrgenommen wird, einstellen, er kann sich einfach dadurch einstellen, dass es als befriedigend empfunden wird, Anderen aus der Anonymität heraus geschadet zu haben oder er kann sich daraus ergeben, dass der Nazi-Code-Spezialist in der kleinen sozialen Gruppe, in der er sich bewegt, durch das Anschwärzen von angeblichen Nazis einen Statusgewinn erzielt, etwa in der Weise, wie der entsprechende Statusgewinn am Beispiel der „Gang“ von Frederic M. Trasher beschrieben wurde.

Alle genannten Motive stellen niedere Motive dar, denn Ziel ist es, einen eigenen Nutzen aus einem anderen verursachten Schaden zu gewinnen.

Die Verrückten unter denen, die überall Nazi-Codes sehen, zeichnen sich genau dadurch aus, dass sie überall Nazi-Codes sehen und wahrnehmen. Sie sind auf Nazi-Codes geeicht und können gar nichts anderes mehr wahrnehmen als Nazi-Codes. Sie sind kaum mehr zu einem normalen Leben fähig und müssten eigentlich in ein Irrenhaus überstellt werden.

Zusammenfassend:
Um einen Nazi-Code zu erkennen, muss man (1) einen Nazi-Code bereits im Kopf haben und (2) die wahrnehmbare Welt nach Nazi-Codes durchsuchen (oder wie bemerkt man sonst das Nummernschild eines Feuerwehrautos auf einem Kinderkarussell?). Letzteres kann manisch erfolgen oder dem Motiv folgen, sich selbst einen Nutzen durch das Entdecken von Nazi-Codes zu verschaffen. Die Grenze zwischen Manie und Nutzen ist fließend, schon weil die Motive, die hinter dem Versuch, sich einen Nutzen zu verschaffen, stehen, in dem man vermeintliche Nazi-Codes meldet, allesamt niedere Motive sind.

Der logische Fehlschluss hinter den Nazi-Codes

Nach unserer Ansicht ist der Fehlschluss der Bejahung des Konsequens der Fehlschluss, der in Deutschland am weitesten verbreitet ist. Er liegt vor, wenn man von einer Wirkung auf die Ursache zurückschließt, so als bestünde zwischen beiden eine Äquivalenz.

Logik fuer DummiesDas Schulbeispiel beschreibt die nasse Straße, die nicht den Schluss zulässt, dass es geregnet hat, weil es noch andere Möglichkeiten gibt, um eine Straße zu befeuchten.

Die Menge der möglichen Ursachen verhält sich also nicht äquivalent zur Menge der Wirkungen. 

Wenn Nazis also tatsächlich Codes benutzen wie z.B. HH 88, dann kann man daraus, dass man einem Kennzeichen HH 88 gegenübersteht, nicht schließen, dass es sich um einen Nazi-Code handelt, denn nicht jedes HH 88 ist ein Nazicode.

Oder:
Manche HH 88 sind Nazi-Code.
Das Auto hat HH 88 im Kennzeichen.
Das Auto hat einen Nazi-Code.

Das ist ein klassischer Fehlschluss.

Damit es auch der Letzte versteht, hier ein paar Beispiele, die auf den begriffsstutzigen Teil der Bevölkerung zugeschnitten sind.

Fehlschluss:
Manche Massenmörder waren linke Politiker.
X ist ein Massenmörder.
X ist ein linker Politiker.

Fehlschluss:
Manche Wissenschaftler finden sich an Universitäten
Genderisten sind an Universitäten.
Genderisten sind Wissenschaftler.

Fehlschluss:
Wenn man mit einem Maschinengewehr auf einen Menschen schießt, dann ist der Mensch tot.
Ein Mensch ist tot.
Es wurde mit einem Maschinengewehr auf ihn geschossen.

Fehlschluss:
Wenn Nazis mit einander kommunizieren, dann benutzen sie einen Geheimcode.
Xsf21 ist ein Geheimcode.
Nazis müssen kommuniziert haben.

Fehlschluss:
Manche Politiker haben ihre Doktorarbeit selbst geschrieben.
Politiker X hat einen Doktortitel.
Politiker X hat seine Doktorarbeit selbst geschrieben.

Fehlschluss:
Manche Kinder kümmern sich im Alter um ihre Eltern.
X hat Kinder.
Die Kinder von X kümmern sich im Alter um ihn.

Wer demnach behauptet, er habe HH 88 eindeutig als einen Nazi-Code identifiziert, zeigt zum einen, dass er entweder von niedrigen Motiven geleitet oder irrsinnig ist und zum anderen, dass er nicht zum logischen Denken in der Lage ist. Wie man es dreht und wendet, es kommt immer ein kognitiv beeinträchtigter Zeitgenosse dabei heraus.


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