Wenn man die Zunahme von Diabetes über die letzten Jahrzehnte verfolgt (von einer Prävalenz von rund 5% 1998 zu einer von rund 11% 2024), dann könnte man zu dem Schluss kommen, dass Diabetes eine Krankheit ist, die von vielen in Kauf genommen wird, quasi als ärgerliche Begleiterscheinung eines Lebensstils, den sie nicht zu ändern bereit sind.
Diabetes scheint als Krankheit, die man dann, wenn sie einem in Beschlag nimmt, mit ab und an einem Insulinshot bekämpft, nicht wirklich ernst genommen zu werden, eher als eine Art „Kavalierskrankheit“ angesehen zu werden.
Indes, Diabetes mellitus, eine chronische Erkrankung, die ihren Ausdruck zunächst in erhöhten Blutzuckerwerten, dann in einer Schädigung von Nieren (Nephropatie), Nerven (Polyneuropathie) und einem breiten Spektrum von Herz-Kreislauferkrankungen findet, hat jährlich für Tausende in Deutschland eine ganz andere, lebensverändernde Konsequenz: Amputation – Amputation von vornehmlich Fuß oder Bein.
Ursache ist eine Polyneuropathie, die außer Kontrolle gerät, etwa, weil sich eine Infektion hinzugesellt und beides zusammen irreversible Durchblutungsstörungen – bekannt als diabetisches Fußsyndrom – zur Folge haben – und irreversible Durchblutungsstörungen haben ihren Endpunkt in Amputation, eine lebensverändernde Maßnahmen, die zudem mit hohen Kosten verbunden ist.
Eine Amputation verursacht im ersten Jahr Kosten für Operation, Rehabilitation und Prothese von rund 80.000 Euro. In den Nachfolgejahren fallen Kosten für Langzeitpflege in Höhe von rund 60.000 Euro pro Jahr an.
2023 gab es in Deutschland 8.048 so genannte von Diabetes verursachte Major-Amputationen, das sind Amputationen oberhalb des Knöchels, 5.925 bei Männern, 2.123 bei Frauen. Amputationen nehmen mit dem Alter zu, sie steigen, wenn der sozioökonomische Status sinkt, in der Deprivation endet, und ihre Zahl ist über die letzten Jahre weitgehend stabil geblieben,. Amputationen betreffen rund 11 unter 100.000 und sind somit deutlich häufiger als die Zahl derer, die (angeblich) an COVID-19 versterben (ca. 3 unter 100.000).
Die Häufigkeit einer Diabetes-bedingten Amputation ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Seit 2015 finden sich jedoch konstant ostdeutsche Bundesländer an der Spitze des Amputationsfeldes, ergänzt um das Saarland, Schleswig-Holstein und Bremen:
Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Bundes
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