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Ein Land der psychisch Gestörten: RKI-Daten weisen rund 33% der Bevölkerung als psychisch krank aus

Falls Sie zu denen gehören, die sich fragen, wie so etwas möglich ist:

dann können wir Ihre Frage durch eine Hypothese auf Basis von Daten, die das RKI jährlich veröffentlicht, zu beantworten versuchen:

„Im Jahr 2024 erhielten in Deutschland 40,9 % der Erwachsenen eine Diagnose einer psychischen Störung in der ambulanten Versorgung. Bei Frauen lag der Anteil mit 44,3 % höher als bei Männern (36,8 %). Unter den Altersgruppen fiel die administrative Prävalenz psychischer Störungen bei den unter 30-Jährigen am geringsten (28,9 %) aus, in der Altersgruppe ab 80 Jahren am höchsten (51,2 %).“

Quelle: RKI

Die 40.9% beziehen sich auf in gesetzlichen Krankenkassen Versicherte, die mindestens 18 Jahre alt sind und eine ambulante Behandlung in Anspruch genommen haben, also auf rund 60,7 Millionen Deutsche. 40,9% davon konnten im Jahr 2024 mit einer Diagnose aufwarten, die eine psychische Störung zu Gegenstand hatte.

Quelle: RKI

Als psychische Störung gelten

„Veränderungen von Wahrnehmung, Denken, Fühlen und Verhalten, die mit Leid und Funktionseinschränkungen in wichtigen Lebensbereichen verbunden sind.“

Quelle: RKI

Bei all dem darf man nicht vergessen, dass psychische Störungen ein, wenn nicht der Wachstumsmarkt der Gesundheitsbranche sind, mit denen man noch gut Kasse machen kann. Aber selbst wenn die Werte inflationiert sind, was man annehmen muss, wenn man genauer betrachtet, was hier als „psychische Störung“ gezählt wurde, ist das Ergebnis doch zumindest bemerkenswert, denn von den 40,9% derjenigen, die 2024 eine ambulante Behandlung in Anspruch genommen haben und mit einer psychischen Störung diagnostiziert wurden, bleiben, wenn man auf die Gesamtbevölkerung hochrechnet, rund 33% übrig, immerhin gut 25 Millionen Bürger.

Krass.

Damit wir wissen, wovon wir reden: Hier die Top-Ten der Diagnosen psychischer Störung, die von F00 bis F99 im ICD10/11 zu finden sind (Quellen: Versorgungsatlas und Ärzteblatt)

  1. Affektive Störungen (F30–F39), insbesondere Depressionen (F32, F33, F34.1) — ca. 13–17 % (2023: ~16,7 % Depressionen). Bei weitem die häufigste Gruppe.
  2. Somatoforme Störungen (F45) — ca. 14 % (sehr häufig, Inzidenz ~567/10.000).
  3. Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen (F43) — ca. 7–8 % (stark zunehmend, hohe Inzidenz ~598/10.000).
  4. Angststörungen (F40–F41) — ca. 7–8 % (2023: ~7,9 %).
  5. Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen (F10–F19) — ca. 7–8 % (inkl. Alkohol, Tabak F17 etc.).
  6. Nichtorganische Schlafstörungen (F51) — mittlere Häufigkeit (Inzidenz ~56/10.000).
  7. Persönlichkeitsstörungen (F60–F69) — niedrige bis mittlere Häufigkeit (spezifische z. B. ~28/10.000 Inzidenz).
  8. Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen (F20–F29) — ca. 0,9–1,1 % (relativ stabil/niedrig).
  9. Organische Störungen (F00–F09, z. B. Demenzen F00–F03) — vor allem bei Älteren relevant, insgesamt niedriger Anteil.
  10. Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in Kindheit/Jugend (F90–F98) — relevant bei Jüngeren (z. B. Entwicklungsstörungen F80–F89 bei Kindern sehr häufig, bis ~17 %).

Wenn Sie in Zukunft den Marotten und offen ausgelebten Absonderlichkeiten von Mitgliedern der politischen Klasse zusehen, dann könnte die Erklärung, für das, was sie sehen, in dem zu finden sein, was wir gerade beschrieben haben.

Indes, solche Daten sind natürlich nicht dazu gedacht, auf die übertragen zu werden, die sie am deutlichsten zu repräsentieren scheinen, sondern dazu, normale Bürger zu diskreditieren. Wie, das können Sie der folgenden Ankündigung einer Ringvorlesung „Demokratie trifft Medizin“ der UniversitätsMedizin Halle entnehmen, die unter dem Titel „Freiheit und Verrücktheit“ am gestrigen Tag, dem 22. Juni 2026  stattgefunden hat (Wir danken einem Leser für diesen Hinweis):

  • Ungewissheit, Hirngesundheit und Demokratie
    Referent: Prof. Dr. med. Hans-Jochen Heinze, Ärztlicher Direktor der UMMD
    Unter dem Leitmotiv „Bist du verrückt?“ zeigt Prof. Heinze, wie gesellschaftliche Ungewissheit, ökonomische Belastungen und die Zunahme psychischer Störungen – laut RKI betreffen diese bereits 40 % der Menschen in Sachsen-Anhalt – demokratische Strukturen gefährden. Sein Fazit: Bestmögliche Medizin braucht Demokratie – und Demokratie braucht psychisch gesunde Bürger.Quelle

Ich werfe einmal in den Ring, dass Demokratie vor allem psychisch gesunde Polit-Darsteller benötigt, denn ein psychisch Kranker kann mit seinem Kreuz weit weniger Schaden anrichten, als psychisch Gestörte in Bundes- oder Landtagen anzurichten vermögen. Nun findet die Veranstaltung in Sachsen-Anhalt statt. In Sachsen-Anhalt finden am 9. September Landtagswahlen statt. Die Umfragen, die es bislang gibt, weisen auf ein Debakel der Blockparteien hin:

Man könnte vor diesem Hintergrund die These entwickeln, dass – da man die Partei nicht kaputtschreiben kann – von geneigter Seite nun ein neuer Weg beschritten wird und die AfD als Partei der psychisch Gestörten inszeniert werden soll, was man natürlich nur tun kann, wenn man ignoriert, dass auf Basis von Aggregatdaten keine Schlüsse auf individuelles Verhalten gezogen werden können, was Hans-Jochen Heinze offenbar in seinem Vortrag getan hat, denn ansonsten hat es keinen Sinn, ein individuelles Wahlverhalten mit aggregierten Daten zur psychischen Gesundheit in Verbindung zu bringen. Für die, die es interessiert: Es handelt sich dabei um einen klassischen ökologischen Fehlschluss.

Jenseits davon ist bekannt, dass in Sachsen-Anhalt der Bevölkerungsanteil alter Menschen vergleichsweise hoch ist, man müsste entsprechend altersstandardisierte Daten betrachten, was Heinze offenkundig nicht getan hat, denn er berichtet die unstandardisierten Gesamtzahlen, die man von der Homepage des RKI ablesen kann.

Quelle. RKI

Indes: Bei altersstandardisierter Darstellung kann Sachsen-Anhalt seine Führungsposition nur bei Männern behaupten, muss sich bei Frauen aber Berlin geschlagen geben (Dr. habil. Heike Diefenbach hat auf Anhieb Berlin als Hort der psychisch Gestörten orakelt):

„Die Reihenfolge der Bundesländer unterschied sich zwischen den beobachteten und den altersstandardisierten Werten. Altersstandardisiert lagen die administrativen Prävalenzen psychischer Störungen bei Frauen in Berlin am höchsten und in Nordrhein-Westfalen am niedrigsten. Bei Männern hatte Sachsen-Anhalt den höchsten und Bayern den niedrigsten Wert.“

Quelle: RKI

Und hier ist dann der Punkt, an dem man eine Verbindung benötigt, eine Art Visualisierung oder eine Theorie, die zwischen der Beobachtung eines hohen Anteils psychisch Gestörter in Deutschland und einer bestimmten Art von Verhalten vermittelt. Die Eingangssequenz vom Bundesparteitag der LINKEN, repetetives Wiederholen sinnloser Floskeln passt in den Bereich des obzessiv-zwanghaften Verhaltens, also der Zwangsstörungen. Wir haben somit einen Hinweis auf eine Agglomeration psychisch Gestörter bei der LINKE, wir haben keinerlei Hinweis darauf, dass der Anteil von Wählern mit diagnostizierter psychischer Störung unter Wählern der AfD höher ist als unter Wählern anderer Parteien.


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