Das Solarfeld Erlasee, auch unter der Bezeichnung Solarstrompark “Gut Erlasee” bekannt, galt 2006 bei Inbetriebnahme als größte Photovoltaik-Anlage weltweit. 1.464 sogenannte Solon-Mover, auf denen jeweils 12 Solarmodule dem Zug der Sonne folgten, insgesamt 17.600 Solarmodule bedeckten eine Fläche von rund 85 Hektar (85.000 Quadratmeter) nahe Arnstein im Main-Spessart Kreis. 11,4 MWp sollte die Anlage an Nennleistung liefern, die von der Solon SAG Solarstrom und E.ON errichtet wurde.
20 Jahre lang wurde die Anlage von Steuerzahlern über einen garantierten Preis von 40,6ct/KWh finanziert, die 20 Jahre sind 2026 zuende gegangen. Deshalb sieht es im Solaropark Erlasee derzeit so aus:
Obschon die Solarpanel noch mindestens fünf, wenn nicht 10 Jahre lang oberhalb der Grenze von 80% Restleistung liegen und somit “angeblich” noch rentabel betrieben werden können, haben sich die Betreiber des Solarparks entschlossen, ihr örtliches Engagement in Solarenergie zu beenden.
Die Posse ist geradezu ein klassisches Beispiel für das Rent Seeking (wenige profitieren an vielen), die Raubrittermentalität, das Ausrauben von Steuerzahlern im Rahmen dessen, was als Energiewende bezeichnet wird. Bei allem, was ich jetzt an Kosten zusammentrage, muss berücksichtigt werden, dass dieselben Steuerzahler, die gezwungen sind, Solarparks wie den Solarpark Erlasee zu subventionieren, nicht nur die eklatante Differenz zwischen dem Abnahmepreis, der den Betreibern im Erneuerbare Energiengesetz GARANTIERT wird und dem Marktpreis zahlen müssen, sondern darüber hinaus, wegen unzuverlässiger Stromerzeugung, wie sie in Solar- und Winparks betrieben wird, die höchsten Strompreise in Europa entrichten müssen, also gleich zweimal ausgenommen werden.
Ab 2006 wurde den Betreibern des Solarparks Erlasee für jede Kilowattstunde Strom, die sie liefern, ein Preis von 40,6ct garantiert. Im ersten Betriebsjahr belaufen sich die Einnahmen, die mit der Anlage realisiert werden konnten, für die rund 14 GWh Stunden, wenn man die durchschnittliche Anzahl von Sonnenstunden für die geographische Lage der Anlage zugrunde legt, gelieferten Strom, auf 5,7 Millionen Euro. Bis 2026 ist die realisierbare Leistung gesunken, liegt bei rund 12,3 GWh, der Erlös ist auf 5 Millionen Euro geschrumpft. Insgesamt liegt der Erlös aus Stromverkäufen für die 20 Jahre Betrieb, die die Anlage gesehen hat, bei gut 106 Millionen Euro, Geld, das Steuerzahlern entwendet wurde, um eine Anlage zu finanzieren, die auch nach 20 Jahren Subvention nicht rentabel wäre, müsste man den Strom zu Marktpreisen verkaufen.
Wir haben auf Basis der Jahresmarktpreise an der Strombörse die Differenz zwischen den durch die Betreiber realisierten Erlösen und den Erlösen berechnet, die sie hätten, wenn sie den erzeugten Strom hätten zu Marktpreisen verkaufen müssen.
Die Berechnung der Erlöse basiert auf auf Basis von Sonnenstunden geschätzten Betriebsstunden, Jahresmarktpreisen und garantierten Preisen und berücksichtigt Wartungs- und Reparatur-Ausfallzeiten. Die Differenz zwischen den 102 Millionen Euro Ertrag und den 14 Millionen Euro, die der erzeugte Strom am Strommarkt wert gewesen ist, haben Steuerzahler getragen: 88 Millionen Euro wurden Steuerzahlern geraubt, um eine UNRENTABLE Anlage für deren Betreiber rentabel zu machen. Eine Anlage, die nach Wegfall der Preisgarantie durch das Erneuerbare Energiengesetz vollkommen unrentabel geworden ist.
Wir haben für die Betriebszeit der letzten 20 Jahre den realisierbaren Gewinn durch diese Anlage für per EEG garantierte Preise den Marktpreisen in den 20 zurückliegenden Jahren gegenübergestellt. Die Bilanz sieht so aus:
Wie sehr kann man Steuerzahler eigentliche ausnehmen, ehe sich Widerstand regt?
Die ursprüngliche Begründung für Subventionen, wenn sie von Regierungen ausgereicht werden, besteht in der Regel darin, dass man einer neuen Technologie unter die Arme greifen wolle, bis sie dann auf eigenen Füßen stehe, ohne Subventionen rentbal sei. Bei Solarenergie ging es ganz offenkundig NIE darum, eine Technologie in den Bereich der Rentabilität zu bringen, denn von diesem Bereich ist Solarenergie auch nach 20 Jahren Förderung weit entfernt. Ersetzte man die alte, durch eine moderne Solaranlage mit dem rund 7fachen an Nennleistung, so bliebe bei Stromverkauf zu Markpreisen nach wie vor ein Verlust. Der Solarpark ist nach wie vor unrentabel und nur dann zum Geschäft zu machen, wenn man wieder Steuerzahler ausnimmt:
Der errechnete Verlust von 24 Millionen Euro bei einer Betriebszeit von 20 Jahren bis 2046 basiert auf den folgenden Annahmen:
- Investition 52,5 Mio. € (750 €/kWp)
- Start-Ertrag 77 GWh/a, Effizienzverlust 0,4 %/a
- Marktwert Solar 4,50 ct/kWh, leicht fallend auf 3,80 ct
- Betrieb und Wartung + Versicherung: Start bei 0,82 Mio. €/a, +2,2 % Inflation
- Pacht 0,24 Mio. €/a, bei ebenfalls +2,2% Inflation
- Kosten für Direktvermarktung 0,20 ct/kWh
- Wechselrichter-Tausch 2,8 Mio. € (2038), Rückbau 2,0 Mio. € (2046)
- Zinsen sind nicht berücksichtigt.
Es wird niemanden wundern zu hören, dass auch ein Weiterbetrieb der Anlage, deren Solarzellen noch mindestens 5, wenn nicht 10 Jahre oberhalb von 80% Restleistung liegen, ohne Alimentierung durch Steuerzahler nicht nur UNRENTABEL, sondern ein Verlustgeschäft ist. Müssen die Betreiber ihren Strom zu Marktpreisen verkaufen, dann reduziert sich ihr Gewinn und nach weiteren 10 Jahren von 14 Millionen Euro auf eine Million Euro, d.h. die Betreiber stehen letztlich ohne Gewinn da.
Ein ideologisches Geschäftsmodell, das allein durch Millionen Euro, die Steuerzahlern geraubt werden, zusätzlich zu den hohen Strompreisen, die sie für diesen ideologischen Unsinn bezahlen müssen, aufrechterhalten wird und sofort in sich zusammenbricht, wenn Konkurrenz auf der Bildfläche erscheint und deutlich macht, wie sehr dieses Geschäftsmodell auf ideologischen Sand gebaut ist.
Wer wissen will, warum die Betreiber nach 20 Jahren, die sie den Steuerzahlern auf der Tasche gelegen haben, die Reißleine gezogen haben, dem sei die folgende Abbildung, die das Ergebnis oben verdeutlich, empfohlen. Deutlich zu sehen ist, wie ein Weiterbetrieb der Anlage nach Auslaufen der Preisgarantie durch das EEG den bis 2026 generierten Gewinn aufgefressen hätte:
Wer außer Profiteuren der ideologischen Verblödung von inepten Polit-Darstellern betreibt ein solches Geschäftsmodell?

