Propaganda für Arme: Deutschlandfunk macht Marketing für Amadeu-Antonio-Stiftung

1928 hat Edward Bernay ein Buch mit dem Titel „Propaganda“ veröffentlicht. Das Buch ist der Blueprint für das, was man heute, wegen der historischen Last des Begriffes “Propaganda”, Public Relation Management nennt, den gezielten Versuch, die öffentliche Stimmung zu beeinflussen, nicht mit Argumenten, sondern mit gezielten Angriffen auf Gefühl und Affekt, deshalb auch öffentliche Stimmung und nicht „öffentliche Meinung“.

Das Buch von Bernay ist bis heute ein Klassiker geblieben. Josef Goebbels hatte es ebenso in seinem Regal stehen wie viele derer, die heute versuchen, die öffentliche Stimmung in ihre Richtung zu kippen.

Stimmung machen, vielleicht auch kippen, wer weiß, will der Deutschlandfunk. „AfD will Demokratie-Vereinen Förderung entziehen“, so lautet die aufgebrachte Überschrift eines Beitrags, den man als Marketing für die Amadeu-Antonio-Stiftung bezeichnen muss, Marketing, das in der Tradition von Bernay steht, aber beileibe nicht so intelligent dargeboten ist wie die Propaganda, die Bernay in seinem Buch bebeispielt.

Der Beitrag des Deutschlandfunks hat keinen rationalen Gehalt. Er ist ausschließlich auf Affekt ausgelegt, zielt also auf die Magengrube, nicht das Gehirn derer, die ihn lesen sollen. Die Meldung, die der Deutschlandfunk unter die Leser bringen will, ist einfach:

Da gibt es gute Demokratie-Vereine, an anderer Stelle auch als zivilgesellschaftliche Organisationen bezeichnet, die versuchen, die Welt vor dem Bösen, dem anti-demokratischen bzw. dem, was sie dafür halten [unser Einschub], zu retten. Deshalb müssen diese Demokratie-Vereine gegen gewählte Parteien wie die AfD polemisieren und von Steuerzahlern finanziert werden, damit sie das tun können.

Das passt der bösen AfD und z.B. André Poggenburg, der „als Radikaler“ gilt, wie der Deutschlandfunk ohne Beleg behauptet, nicht. Deshalb will die AfD in Thüringen dem Verein „Miteinander e.V.“, den Geldhahn abdrehen, die AfD in Berlin will der Amadeu-Antonio-Stiftung den Geldhahn abdrehen, so der Deutschlandfunk.

236 Detailfragen, die z.B. die AfD in Thüringen zusammengetragen hat, um Licht in das Dunkel der Finanzierung eines Vereins wie „Miteinander e.V.“ zu bringen, gelten beim Deutschlandfunk als Alarmzeichen.

Da fragt man sich: Wofür?

In einer Demokratie sollte es selbstverständlich sein, dass diejenigen, die Steuergelder für eine bestimmte Aufgabe erhalten, die Verwendung dieser Steuergelder lückenlos nachweisen und auch den Nutzen belegen, den der Einsatz dieser Steuergelder hatte.

Der Nutzen der Demokratie-Vereine, das ist des Pudels Kern.

Ganz brachial bekommt man im Artikel des Deutschlandfunks untergeschoben, dass die Vereine, die der Deutschlandfunk als „Demokratie-Vereine“ bezeichnet, tatsächlich im Dienste der Demokratie stünden. Dass die Amadeu-Antonio-Stiftung oder Miteinander e.V., die zumindest im Bezug auf die AfD eine sehr seltsame Vorstellung vom „Miteinander“ haben, Vereine seien, die die Demokratie voranbrächten, deren Unterstützung daher wichtig und nützlich sei.

Woher nimmt man beim Deutschlandfunk diese Gewissheit?

Bislang gibt es nicht einmal die Spur eines Beleges dafür, dass die Amadeu-Antonio-Stiftung (AAS-Stiftung) einen angebbaren Nutzen hat, den man als demokratischen Nutzen ansehen kann. Es gibt nicht einen einzigen Hinweis darauf, dass der Verein Miteinander e.V. etwas Positives und Dauerhaftes für die Demokratie bewirkt hat. Im Gegenteil: Mit Blick auf Verein und Stiftung kann man feststellen, dass sie dazu beitragen, einen Graben auszuheben, der die Bevölkerung in zwei Lager teilt. Das ist mit Totalitarismus und mit Faschismus vereinbar, nicht aber mit Demokratie.

Im Marketingtext des Deutschlandfunks wird die Broschüre „Positionieren, konfrontieren, streiten: Handlungsempfehlungen zum Umgang mit der AfD“ der AAS-Stiftung hervorgehoben, die angeblich nicht durch Steuergelder finanziert wurde. Lassen wir letztere Behauptung einmal beiseite, dann ist diese Broschüre gerade ein Beleg für das, was wir oben geschrieben haben. Eine Demokratie lebt vom Diskurs, vom offenen Diskurs, davon, dass ALLE Gesellschaftsmitglieder miteinander reden können. Eine Organisation, die Handlungsempfehlungen herausgibt, weil die Herrschaften dieser Organisation der Ansicht sind, manche der Gesellschaftsmitglieder würden Grundvoraussetzungen des demokratischen Miteinanders nicht erfüllen, ist nicht nur ein Feind jeder Form von Demokratie, sie ist auch ein Beispiel für eine totalitäre Organisation, die sich das Recht nimmt, andere nicht nur in Gut und Böse einzuteilen, sondern auch noch darüber zu belehren, wie man mit den für böse Gehaltenen umzugehen hat. Die letzte Organisation, die derartigen Faschismus verbreitet hat, war die katholische Kirche.

Wir können bis hier also feststellen, dass die angeblichen Demokratie-Vereine bislang keinen Beleg dafür gebracht haben, dass sie einen Nutzen für die Demokratie erbringen. Aber man soll ja die Möglichkeit nicht ausschließen. Daher haben wir vier Fragen für den Deutschlandfunk, deren Beantwortung leicht sein sollte, wenn die positive Wirkung für die Demokratie z.B. der AAS-Stiftung belegt ist:

  • Welchen positiven Nutzen für die Demokratie haben die AAS-Stiftung oder der Verein Miteinander e.V. nachweisbar erbracht?
  • In welcher wissenschaftlichen Evaluation wird gezeigt, dass die AAS-Stiftung und der Verein Miteinander e.V. einen Nutzen für die Demokratie haben?
  • In welcher wissenschaftlichen Evaluation hat untersucht, ob die AAS-Stiftung oder der Verein Miteinander e.V. durch ihr Wirken der Demokratie keinen Schaden zufügen?
  • Wo gibt es eine Gegenüberstellung von Kosten und Nutzen von AAS-Stiftung und Miteinander e.V. für die Demokratie?

Die Fragen muss man beim Deutschlandfunk beantworten können, denn die dortigen Redakteure sind sich doch ganz sicher, dass AAS-Stiftung und Miteinander e.V. Demokratie-Vereine sind.

Schließlich kommt der Beitrag zu dem Punkt, um den es wirklich geht. Bei der AAS-Stiftung hat man Angst, dass sich in der CDU eine Mehrheit finden könnte, die eine Mittelvergabe an eine Extremismusklausel koppeln will. Was diese Extremismusklausel besagt, darüber lässt man beim Deutschlandfunk seine Leser natürlich im Dunkeln, denn dem schwarz-weiß-gemalten Bild der guten Demokratie-Vereine, die sich gegen den Rechtsextremismus stemmen, soll kein Grauton beigefügt werden, und die Aufklärung der Leser, dass eine Extremismusklausel nichts anderes ist als der Versuch sicherzustellen, dass Steuermittel, die dem Kampf für die Demokratie gewidmet sein sollen, nicht in die Hände von Extremisten gelangen, die die freiheitlich-demokratische Grundordnung unterwandern wollen, sie wäre ein solcher Grauton. Und offensichtlich hat man bei der Amadeu-Antonio-Stiftung Angst vor dem Ergebnis, das die Prüfung der Konformität aller angeblichen Kämpfer für die Demokratie mit den freiheitlich-demokratischen Grundlagen auf denen diese basiert, erbringen würde.

Denn diese Aufklärung sie weckt Zweifel: Zweifel daran, dass die Demokratie-Vereine tatsächlich so vorbehaltlos als Demokratie-Vereine bezeichnet werden können, wie dies beim Deutschlandfunk erfolgt. Am Ende sind die Demokratie-Vereine gar keine reinen und idealistischen Demokratie-Vereine sondern im besten Fall Vereinigungen von Gleichinteressierten, die ein Mittel gefunden haben, ein an sich wertloses Studium auf Kosten von Steuerzahlern in einen Lebensunterhalt umzuwandeln. Im schlimmsten Fall sind die sogenannten Demokratie-Vereine nicht nur Vereine, die von Steuergeldern leben, sondern Feinde der Demokratie, die versuchen, die Grundlagen des offenen Diskurses über alle möglichen Themen und den freien Zugang zum Markt der Ideen und zu Informationen zu beseitigen und das wiedereinzuführen, was das Ministerium für Staatssicherheit in der DDR so erfolgreich etabliert hatte: Ein Spitzelsystem, das dazu führt, dass kein öffentlicher Diskurs mehr stattfinden kann, weil eine Mehrzahl der Bürger der Ansicht ist, man müsse vorsichtig sein, was man in der Öffentlichkeit sagt.

Wie im Rahmen der Entwicklung der ersten deutschen Skala zur Messung von Kontrollüberzeugungen durch Dr. habil. Heike Diefenbach deutlich geworden ist, gibt es schon einen nicht unbeträchtlichen Teil der Bevölkerung, der in der Öffentlichkeit zurückhaltend und der Ansicht ist, dass man vorsichtig sein müsse, mit dem, was man sagt. Listen, die die AAS-Stiftung z.B. in einem Neue Rechte Wiki geführt hat, um die Bevölkerung in Gute und Böse zu teilen, sind eine Ursache dafür, dass das öffentliche Klima in Deutschland so vergiftet ist, dass eine beträchtliche Anzahl von Bürgern ihre Meinung nicht mehr öffentlich zum Ausdruck bringen will.

Dass der Deutschlandfunk von denen finanziert wird, die er zu manipulieren versucht, sei nur der Vollständigkeit halber angemerkt.

Wir wollen diesen Beitrag jedoch auf einem humoristischen Plateau beenden, auf das man nur mit AAS-Stiftung und Deutschlandfunk gelangen kann. Wird im Beitrag des Deutschlandfunks doch Anetta Kahane mit den folgenden Worten zitiert:

„Wann immer gegen den Geist und den Sinn des Grundgesetzes verstoßen wird, werden wir uns dagegen wehren.“

Das hat zu erheblicher Heiterkeit in der ScienceFiles-Redaktion geführt. Aber vielleicht sind wir ja einfach nur voreingenommen. Deshalb bitten wir unsere Leser, die AAS-Stiftung anzuschreiben und nach den vielen Publikationen zu fragen, mit denen die AAS-Stiftung gegen die Linksextremisten kämpft, die nicht nur im Verfassungsschutzbericht regelmäßig erwähnt werden, sondern Teil der Partei die LINKE sind.

Hier die eMail-Adresse:

info@amadeu-antonio-stiftung.de

Wer gerne mit Formularen kämpft:

http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/kontakt/

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Was ist der Nutzen der Flüchtlinge? Vom Grenznutzen der Verschwendung

„Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde“.

Das ist der Amtseid, den jeder Bundeskanzler zu Beginn seiner Amtszeit ablegen muss. So will es Artikel 56 des Grundgesetzes. Damit sind die Ziele des Wirkens eines Bundeskanzlers festgelegt, und die Bewertung der Leistungen eines Bundeskanzlers ist eine Frage von Nutzen und Schaden oder von Kosten und Nutzen.

Dass die Väter des Grundgesetzes diese Formel aufgenommen haben, ist sicher kein Zufall, denn im Gegensatz zu vielen, die heute gerne Wohltäter mit dem Geld anderer spielen wollen, waren sich die Väter des Grundgesetzes darüber im Klaren, dass Ressourcen begrenzt sind. Gerade im nach dem Zweiten Weltkrieg zerstörten Deutschland war dies offenkundig.

Dass nur verteilt werden kann, was erwirtschaftet wird, das wusste auch Ludwig Erhard sehr gut, weshalb er die Freie Marktwirtschaft propagiert und umgesetzt hat. Spätestens mit Karl Schiller haben dann Politiker im Allgemeinen und Wirtschaftspolitiker im Besonderen die Vorstellung entwickelt, dass man umverteilen und mehr verteilen könne, als erwirtschaftet wird, dass man die produktiven Teile der Bevölkerung dazu benutzen könnte, unproduktive zu finanzieren. Schmackhaft gemacht wurde die Umverteilung über die Einführung eines sozialen Gewissens, dessen Träger der Staat und die ihn tragenden Interessengruppen sein sollen.

Sie behaupten von sich, sie wüssten am besten, wie das Geld, das von anderen erwirtschaftet wird, eingesetzt und dazu verwendet werden müsse, den Nutzen für ALLE zu mehren. Nur war der Nutzen für alle nie ein Nutzen für ALLE, er war immer ein Nutzen für Bestimmte, für Begünstigte, für Netzwerke, für Nutznießer, für diejenigen, die auf Kosten anderer leben wollen. Man sollte denken, dass jedem der Unsinn hinter der Umverteilung offenkundig ist. Wem genommen wird, der wird kaum der Ansicht sein, dass dadurch sein Nutzen gemehrt wird, schließlich hat er nun weniger als er ohne Umverteilung hätte. Noch ein Grund, warum beständig an Solidarität, soziales Gewissen oder soziale Verantwortung appelliert wird: Wem genommen wird, der soll dieses Nehmen als eine Form sozialer Verpflichtung ansehen und im besten Fall in eine Handlung seines sozialen Gewissens umdeuten, im schlimmsten Fall wissen, dass er dann, wenn er sich wehrt, die Einheitsfront derer gegen sich hat, die immer gerne nehmen, ohne selbst etwas zu geben.

Heutige Politiker haben davon, dass Ressourcen und die Motivation von Leistungswilligen begrenzt sind, keine Vorstellung mehr. Sie geben das Geld der Steuerzahler mit vollen Händen aus, bewilligen sich und ihrer Klientel die ein oder andere Million im Vorbeigehen und erfinden immer neue Steuern oder Gründe zur Erhöhung bereits vorhandener Steuern, um ihre immer größer werdende Gier zu sättigen. Denn, so besagt es bereits die Deprivations-Sättigungs-Hypothese, die George C. Homans in den 1960er Jahren formuliert hat und die zwischenzeitlich als sehr gut bestätigt angesehen werden kann: „Je häufiger eine Person in der jüngsten Vergangenheit eine bestimmte Belohnung erhalten hat, desto weniger wertvoll wird für sie jede weitere Einheit dieser Belohnung“ (zitiert nach Opp und Wippler 2002: 134).

Ludwig Erhard war noch klar, dass eine Marktwirtschaft nur dann auf Dauer funktioniert, wenn staatliche Eingriffe in den Markt die Ausnahme darstellen und die Erfolge unternehmerischer Tätigkeit nicht in großem Umfang über Steuern auf Letztere und den Lohn derjenigen, die an ihr beteiligt sind, abgeschöpft und „umverteilt“ werden.

Selbst Karl Schiller hat noch gewusst, dass man es mit der Umverteilung und der steuerlichen Belastung nicht übertreiben darf, weil ab einem bestimmten Punkt mit jedem Prozentpunkt an Steuer die Wahrscheinlichkeit steigt, dass die Geschröpften die Bereitschaft verlässt, sich von ihrem Staat ausnehmen zu lassen. Dieser Erkenntnis sind seine SPD-Nachfolger ebenso verlustig gegangen wie den Nachfolgern von Ludwig Erhard in den Parteien der Union jegliches Verständnis dafür, was eine freie Marktwirtschaft auszeichnet.

Vielmehr begreifen heutige Politdarsteller die Wirtschaft als Goldesel und die Steuereinnahmen als Füllhörner, deren unbegrenzte Ressourcen sie ohne Zögern und mit vollen Händen an ihre Getreuen, an Nutznießer und zum Zwecke der eigenen moralischen Purifikation ausgeben können.

Damit sind wir zurück bei der Eingangsfrage: Was ist der Nutzen von mehr als einer Million Flüchtlinge für die Allgemeinheit?

Die Antwort auf diese Frage ist nicht so einfach, wie die Antwort auf die Frage nach den Kosten, denn Kosten entstehen für deren Unterkunft und Verpflegung, für deren Behandlung, Schulkosten für die Kinder der Flüchtlinge, Kosten für Zahlungen in die Sozialversicherungen, für Integrations- und Deutschkurse, Mehrkosten für die Bereitstellung öffentlicher Sicherheit, Kosten für Weiterbildungs- und Qualifikationsmaßnahmen, für Verwaltungsgerichtsverfahren, für die Finanzierung all derer, die die Dienstleistungen, die nun so wichtig sind, bereitstellen, Deutschkurse, Kochkurse, Gesundheitskurse, Rechtsbeihilfe, die Unterkunft bereitstellen, Sozialarbeiter abstellen und vieles mehr. Die Quellen, aus denen sich Kosten speisen, sie scheinen unerschöpflich …

Diesen Kosten stehen keine unmittelbar erkennbaren Nutzen gegenüber. Hoffnungen, die Zuwanderer wären Facharbeiter haben sich ebenso zerschlagen, wie der Mythos des gebildeten Flüchtlings. Die Rigidität des deutschen Arbeitsmarktes, die von Gewerkschaften gehütet wird und Millionen Hartz-IV-Empfänger daran hindert, einen Arbeitsplatz zu finden, sie macht auch für Flüchtlinge, die im Durchschnitt schlechter qualifiziert sind als das bereits vorhandene Heer der Arbeitslosen keine Ausnahme. Die Mehrzahl der Flüchtlinge wird in Hartz-IV verbleiben und hat wenig Aussicht auf Integration in den Arbeitsmarkt. Auch die übliche Keynesianische Rabulistik, nach der die vielen Investitionen in Flüchtlinge zu einem späteren Zeitpunkt in einen immensen Gewinn umschlagen, erweist sich einmal mehr als Unsinn, schon weil die Investitionen jetzt aufgebracht werden müssen und für alternative Projekte, die mehr Aussicht auf Gewinn haben, nicht vorhanden sind. Ressourcen sind eben beschränkt. Daran ändert auch der Keynesianismus nichts.

Die Bilanz aus Kosten und Nutzen fällt somit eindeutig zu Gunsten der Kosten und gegen den Nutzen aus und man fragt sich, wie diese Bilanz mit dem Amtseid des Bundeskanzlers vereinbar ist.

Die Antwort folgt auf dem Fuß.
Die Deprivations-Sättigungs-Hypothese, die besagt, dass Politiker mit jedem Steuereuro, den sie verschwenden, aus dieser Verschwendung weniger Genugtuung und Wert entnehmen können, verweist darauf, dass der abnehmende (psychologische) Grenznutzen der Verschwendung durch eine neue Qualität ersetzt werden muss, eine neue Form der Genugtuung, des unmittelbaren Nutzens aus Verschwendung, durch einen psychologischen Nutzen.

Der gemeine Politiker gewinnt seine Befriedigung nicht mehr aus der immer größer werdenden Verschwendung von Steuergeldern, sondern aus der Verschwendung der Steuergelder für immer absurdere psychologische Nutzen, die der eigenen moralischen Erhöhung dienen sollen. Minister verschwenden Steuergelder um sich zu einem Umwelthelden zu erklären, der im Alleingang die Schöpfung rettet und die Strompreise der Bevölkerung in die Höhe treibt. Andere Minister sehen sich als Reinkarnation von Josef Stalin und finanzieren großangelegte ideologische Säuberungsaktionen. Und die Bundeskanzlerin sieht sich als neuer Oscar Schindler. Sie rettet nicht Juden vor den Nazis, sondern Flüchtlinge vor dem Krieg. Die Kosten dieser Rettungsaktion trägt, hier unterscheidet sich Merkel von Oscar Schindler, nicht die Bundeskanzlerin, die Kosten werden sozialisiert und allen aufgebürdet. Die imaginierte moralische Überlegenheit, die einzige Währung, aus der Politiker noch Genugtuung ziehen zu können scheinen, sie muss den Bundesbürgern Milliarden wert sein und wenn sie sich damit nicht abfinden können, dann hat Daniel Stelter im Cicero, einem Magazin, das politischer Kultur verpflichtet sein will, den folgenden Vorschlag:

„Humanitäre Hilfe bedeutet nichts anderes, als seine Ersparnisse dazu zu nutzen, anderen zu helfen. Davon kann und sollte man sich keinen Nutzen versprechen.“

Was Stelter vergisst, nicht die Ersparnisse der Bundeskanzlerin werden hier ausgegeben. Bundesbürger, Steuerzahler werden ohne gefragt zu werden, dazu verpflichtet, ihr Gehalt und ihre Ersparnisse auszugeben. Als Gegenleistung erhalten sie die Möglichkeit, sich mit ihrer Bundeskanzlerin gut zu fühlen, moralisch überlegen in der Armut, die ihnen droht. Das Minusgeschäft, das viele Milliarden Euro verschlingen wird, wird also durch einen Appell an die Humanität zu legitimieren versucht.

Derartige Appelle sind jedoch ein zweischneidiges Schwert, denn Appelle an die Humanität sind nicht auf Flüchtlinge beschränkt, sie erstrecken sich auch auf Alte, die in Armut leben, auf Männer in Obdachlosenasylen, auf diejenigen in der eigenen Bevölkerung, die in Not sind, diejenigen, deren Ersparnisse von der EZB und der Bundeskanzlerin beseitigt werden und die nicht wissen, wovon sie im Alter leben sollen, diejenigen, die die Rechnung bezahlen müssen, die das moralische Glücksgefühl, das manche sich einbilden zu haben, beschert hat. Denn: Ressourcen sind begrenzt. Die Kosten, die an einer Stelle des Haushalts entstehen, müssen an einer anderen Stelle des Haushalts aufgebracht werden, durch Steuererhöhungen, Abstriche bei bisherigen Leistungen, durch eine Vernachlässigung der Infrastruktur … Aber natürlich muss uns die moralische Selbsterhöhung, die durch Umverteilung erst ermöglicht wird, das wert sein.

Opp., Karl Dieter & Wippler, Reinhard (2002). George Caspar Homans. In: Käsler, Dirk (Hrsg.). Klassiker der Soziologie. Von Talcott Parsons bis Pierre Bourdieu. München: Beck, S.130-151.

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Den Seinen nimmt’s der Staat im Schlaf: Stromkosten 2017

Wer das Pech hat, in Deutschland zu wohnen, zahlt dafür. Nicht nur das Steuerniveau als solches ist europäische Spitze, auch die Strompreise, die Privathaushalten in Deutschland abverlangt werden, sind europäische Spitze. Und im Jahr 2017 hat es Deutschland endlich geschafft, mit den Dänen, die bislang die höchsten Strompreise zahlen mussten, gleichzuziehen: 30,5 Cent pro Kilowattstunde kostet der Strom in beiden Ländern.

Wie sehr deutsche Verbraucher beim Strom geschröpft werden, wird dann deutlich, wenn man die Stromkosten international vergleicht (siehe die Abbildung). Wir haben uns bei Eurostat Daten für die Stromkosten inklusive Steuern pro Kilowattstunde für Privathaushalte besorgt und einen Teil der Daten in die folgende Abbildung übertragen.

Strom ist in Deutschland und Dänemark rund dreimal so teuer wie in der Türkei und Bulgarien, rund doppelt so teuer wie in Frankreich und im Vereinigten Königreich und gut ein Drittel teurer als im Durchschnitt aller 28 EU-Länder.

Während Deutsche schlafen und die Heizung summt, während der elektronische Wecker und der Kühlschrank Strom verbrauchen, läuft der Zähler beim Finanzamt, freut sich dort ein Finanzbeamter darüber, dass man Deutsche auch im Schlaf schröpfen kann.

Dabei hat die Gier des deutschen Staates, wie man der folgenden Abbildung entnehmen kann, stetig zugenommen. Der Preis für Strom, er ist seit 2007 kontinuierlich gestiegen und hat 2017 das Niveau von Dänemark erreicht. Dass Strompreise nicht nur steigen, sondern auch fallen können, zeigen die Beispiele der Niederlande, des Vereinigten Königreichs und der Türkei. Dort sind Strompreise in den letzten Jahren gefallen, dort gibt es auch Wettbewerb zwischen Anbietern.

Wettbewerb zwischen Anbietern gibt es auch in Deutschland, aber beschränkt auf lediglich 18,5% des Strompreises. Die 18.5% stellen den Anteil der Stromkosten dar, der für Strombeschaffung notwendig ist. Weitere 25,2% der Stromkosten sind Netzentgelte, die von der staatlichen Regulierungsbehörde festgesetzt werden bzw. Kosten für Abrechnung, Messung und Messstellenbetrieb – nichts also, worum es heftigen Preiswettbewerb geben kann. Diesen 43,7% des Strompreises stehen 56,3% Steuern und Abgaben gegenüber, darunter sind die Umsatzsteuer mit 16% und die EEG-Umlage mit 24,3% die bedeutendsten Kostenfaktoren.

Müssten Deutsche nicht diejenigen bezuschussen, die Windkrafträder in die Landschaft stellen, dann wäre der Strompreis in Deutschland auf dem Niveau von Portugal, bei 22,9 Cent anstelle von 30,5 Cent pro Kilowattstunde. Aber sie müssen die Windräder finanzieren und neben Steuern und EEG-Umlage noch eine Konzessionsabgabe von 6,0% [Die Konzessionsabgabe ist eine Abgabe, die Privatkunden dafür bezahlen, dass Stromtrassen über öffentliches Eigentum verlaufen, das sie über ihre Steuern finanziert haben] und eine Stromsteuer (doppelt besteuert rechnet sich besser – für den Staat), von 7,2% entrichten. Insgesamt summieren sich die Steuern, Abgaben und Umlagen, die der Staat allen seinen Privathaushalten auferlegt, weil er mit den Erlösen Gutes tun will, auf 56,3% des Strompreises. Damit sind die Fragen, warum Strom in Deutschland so teuer ist und wer am Strom verdient, beantwortet.

Und während in Deutschland Rentner, die ein Leben lang gearbeitet haben, nur um im Alter von einer kleinen, oftmals zu kleinen Rente zu leben, hohe Steuern auf Strom zahlen müssen, damit ihnen nicht zu warm wird, gibt es im Vereinigten Königreich, in dem die Stromkosten für Privathaushalte sowieso um gut 50% geringer sind als in Deutschland das Warm Home Discount Scheme, mit dem die Stromkosten für Rentner und Haushalte mit geringen Einkommen um weitere £140, also gut 157 Euro im Jahr gesenkt werden können. Aber natürlich gibt es im Vereinigten Königreich auch keine EEG-Umlage und andere wichtige Dinge, die sichern, dass heutige Generationen leiden, damit spätere Generationen ohne Strom dastehen.

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Fremdwort Transparenz: Wer finanziert eigentlich die Diakonie

Seit die Kreisdiakoniestelle Sonneberg festgestellt hat, dass das Menschenbild der Diakonie und das der AfD so unterschiedlich sind, dass die Diakonie nicht einmal Spenden von AfD-Bundestagsabgeordneten annehmen will, erreichen uns eine Vielzahl von Vorschlägen, wie man die Diakonie aus der misslichen Lage befreien kann, Zuschüsse aus Steuergeldern zu erhalten, an denen AfD-Mitglieder und AfD-Wähler als Steuerzahler beteiligt sind. Um dieses Problem zu lösen, muss man natürlich wissen, wie die Diakonie finanziert wird. Wie immer, wenn man bei Organisationen, die am Tropf der Steuerzahler hängen, nach der Herkunft und dem Verbleib der Mittel fragt, trifft man auf wenige kaum etwas aussagende Zahlen und ansonsten auf eine Mauer des Verschweigens.

Doch dazu später.
Zunächst wollen wir noch ein paar Gedanken zu den Prämissen veröffentlichen, auf denen die Diakonie Spendengelder zurückweist, weil sie von einem Menschen aus der AfD stammen. Die Prämissen sind erschreckend und man muss sich in der Zusammenschau fragen, ob es überhaupt noch sinnvoll ist, eine Organisation zu finanzieren, deren Verantwortliche ein Weltbild haben, das man nur als totalitär bezeichnen kann.

Denn:

Wenn die Verantwortlichen der Diakonie zwei fünfzig Euro Scheine als Spende zurückweisen, weil sie das Menschenbild des Spenders nicht teilen, dann müssen sie der Ansicht sein, der Spender sei ein durch und durch verderbter Mensch, eine Art Re-Inkarnation des Bösen, der diese Qualität an die Euroscheine, die er berührt, weitergibt, so dass die Spendenkasse der Diakonie durch die 50-Euro-Scheine aus einer AfD-Hand verunreinigt wird. Daraus folgen zwei Konsequenzen: Zum einen müssen die Evangelikalen der Ansicht sein, Menschen wären wesenhaft böse oder gut, eine Ansicht, die man als normaler Mensch nicht haben kann. Zum anderen können sie in ihrer Spendenkasse nur noch Geld geklärter Herkunft sammeln, was bedeutet, dass sie die politische Affiliation von Spendern erheben müssen, um eine Inkubation der Spendenkasse zu vermeiden. Können Sie diese Inkubation nicht sicher vermeiden, müssen sie alle ihre Spenden zurückgeben, denn die Inkubation eines Geldscheines mit AfD reicht aus, um die gesamten Spenden unbrauchbar zu machen.

Als zweite Prämisse müssen die Evangelikalen der Ansicht sein, dass die Welt ihrer Gedanken, sofern man von Gedanken sprechen kann, also die Welt, in der sie sich ihre diakonisches Menschenbild einbilden und das AfD-Menschenbild verurteilen, wichtiger ist als die Realität, also die Realität von alten Menschen, die Essbares in Tafeln in Berlin nachfragen, weil sie nach einem Arbeitsleben so wenig Rente erhalten, dass sie im Gegensatz zu Flüchtlingen, ihre Grundbedürfnisse nicht aus den staatlichen Zahlungen decken können. Das erinnert fatal an die Compassionate Society in Yes Minister, einer englischen Comedy-Serie mit Tiefgang, in der es um ein Krankenhaus geht, das voll ausgestattet ist und dessen Verwaltung bis auf den letzten Platz besetzt ist. Allerdings gibt es weder Ärzte noch Patienten. Die Verwaltung verwaltet ein leeres Krankenhaus und ist damit vollauf beschäftigt. Diese Übertreibung aus den 1970er Jahren ist in Berlin bei der dortigen Diakonie Realität. Dort entscheiden Bürokraten, die vermutlich noch nie an der Essensausgabe oder dem Herankarren von Material beteiligt waren, über die Bedürfnisse derer, deren Wohl ihnen angeblich so am Herzen liegt hinweg und gegen deren Interessen. Und warum? Weil sie ihre Hirngespinste über die Realität stellen.

Dies bringt uns zum einen, zur Diakonie und deren Tätigkeit und zum anderen zu der Feststellung, dass egal, welche der beiden Prämissen zutreffen sollte, man nicht davon ausgehen kann, es mit normalen Menschen zu tun zu haben, schon gar nicht mit Menschen, die den nun folgenden salbungsvollen Humbug, aus der Selbstbeschreibung der Diakonie auch nur ansatzweise umsetzen:

„Die Diakonie ist die soziale Arbeit der evangelischen Kirchen. Nah bei den Menschen zu sein, die Hilfe und Unterstützung benötigen, ist für die Diakonie ein zentrales Anliegen. Damit dies gelingt, engagieren sich mehr als eine Million Menschen, zum Beispiel in diakonischen Einrichtungen, in Gremien und Mitgliedsverbänden oder den Kirchengemeinden.“

Die Diakonie der evangelischen Kirche ist ein großer Sozialdienstleister, ein Unternehmen mit einem intermediären Status zwischen Unternehmen und staatlicher Institution. Die Diakonie gilt als Wohlfahrtsverband und wird bei öffentlichen Ausschreibungen bevorzugt. Sie tritt in vielen Bereichen als Dienstleister auf, so z.B. in der Altenhilfe, der Behindertenhilfe, der Familienhilfe, der Kinder- und Jugendhilfe und der Krankenhilfe. Die Diakonie tritt in diesen Bereichen als Träger öffentlicher Programme auf und führt z.B. Projekte in den folgenden Bereichen durch:

„– Initiative »Jedes Kind ist gleich viel wert«: Online-Petition gegen Kinderarmut der Diakonie Deutschland
gemeinsam mit weiteren Verbänden und der nationalen Armutskonferenz (https://weact.campact.de/p/kinderarmutbekaempfen)
– Politische Begleitung der Reformvorhaben in der Pflege: Pflegestärkungsgesetz III
– Kritische Begleitung der Reform des Unterhaltsvorschusses
– Aktivitäten und Fachtag zum Prostitutionsschutzgesetz und zur Umsetzung der Menschenhandelsrichtlinie“

Oder:

„Flüchtlingskinder in Deutschland – Zugänge ermöglichen und sichern
Flüchtlingskinder haben die gleichen Rechte wie alle anderen in Deutschland lebenden Kinder. Ihre Lebensrealität ist aber oft eine andere. Zugänge zu Bildungs-,Sozial- und Fürsorgeleistungen werden ihnen erschwert. Kirche und Diakonie als Träger von Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen halten zahlreiche Angebote vor, die sich auch oder explizit an Flüchtlinge richten, die als Familie, als Teilfamilie oder als unbegleitete Minderjährige in Deutschland Zuflucht gefunden haben. Die Einrichtungen und Dienste sind mit den traumatisierenden Auswirkungen von Flucht ebenso konfrontiert wie mit gesetzlichen und/oder verwaltungsrechtlichen Hürden. Im Rahmen des Projekts wurde eine Handreichung erstellt, die den Trägern der Kinder- und Jugendhilfe Orientierung und Handlungsanleitung zu den Möglichkeiten des deutschen Kinder- und Jugendhilferechts bei der Arbeit mit minderjährigen Flüchtlingen und ihren Familien bietet.

Arbeitslosigkeit und Gesundheit
Arbeitslosigkeit hat negative Folgen für die Gesundheit der betroffenen Personen. Untersuchungen belegen, dass Arbeitslosigkeit eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit bewirkt. Gesundheitliche Einschränkungen wiederum erschweren die Vermittlung in den Arbeitsmarkt. Die Zielgruppe, die den größten Handlungsbedarf hat, wird mit den bestehenden Präventionsmaßnahmen im Gesundheitssystem kaum erreicht. Das Projekt zielt darauf ab, die Sprachfähigkeit der Diakonie beim Thema Arbeitslosigkeit und Gesundheit herzustellen, um auf verschiedenen Ebenen für eine Verbesserung der Unterstützungsmöglichkeiten von Betroffenen einzutreten. Dazu soll ein politisches Positionspapier erstellt werden. Es wurde ein Strukturmodell entwickelt, das für die abschließende Textfassung auch grafisch dargestellt werden soll. Konkrete Schritte für eine beispielhafte Umsetzung des Modells sollen unter Berücksichtigung der Finanzierungsfrage identifiziert werden.

Neben solchen Leistungen betreibt die Diakonie u.a. 2.755 Wohnheime für Alte und 392 „Angebote der stationären Krankenhilfe“. Die Darstellungen entstammen dem Jahresbericht 2016 der Diakonie Deutschland, einem Jahresbericht, der weitgehend auf die Darstellung der Finanzierung der Diakonie verzichtet, was angesichts der angekündigten Transparenzinitiative der evangelischen Kirche verwunderlich ist:

„Für das Diakonische Werk der EKD hat die Diakonische Konferenz 2005 in Rummelsberg beschlossen, die Jahresabschlüsse zukünftig im Internet zu veröffentlichen.

Hierdurch soll mehr Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit erreicht werden in Bezug auf die Verwendung von Spendengeldern. Ebenso ist dies ein Beitrag, das Vertrauen in gemeinwohlorientiert handelnde Organisationen zu stärken.“

Diese Ankündigung hat den folgenden Niederschlag im Jahresbericht 2016 der Diakonie gefunden. Wir geben den Abschnitt 3 in voller Läng und genau so, wie er sich im Jahresbericht findet, wieder.

Darstellung der Lage des EWDE

3.1 Vermögenslage
( …)
3.3 Finanz- und Liquiditätslage
( …)
Insgesamt schließt das Geschäftsjahr 2016 mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 14.785,28 € ab. Auf das Werk Diakonie Deutschland – Evangelischer Bundesverband entfallen davon 1,1 Mio. €. Das Jahresergebnis entspricht dem geplanten Jahresüberschuss in Höhe von 1,0 Mio. € laut Wirtschaftsplan 2016.
( … )

Diese geradezu lächerliche Darstellung der Finanzierung und ihrer Quellen ist angesichts der Tatsache, dass die Diakonie weitgehend mit öffentlichen Geldern, also mit Steuergeldern hantiert, eine Frechheit, die man den Verantwortlichen, die offensichtlich keinerlei Interesse daran haben, der Öffentlichkeit lückenlos nachzuweisen, wofür Steuermittel verwendet werden, um die Ohren schlagen sollte. Gerade die evangelische Kirche steht immer in erster Front, wenn es darum geht, von Unternehmen Transparenz zu fordern. Vielleicht sollte die Diakonie sich an den Standards der Transparenz orientieren, die in den International Accounting Standards für Unternehmen niedergelegt sind.

Der oben dargestellte Text wird durch den folgenden Auszug aus der Bilanz ergänzt, aus dem abermals das Bemühen, zu Verschleiern dem Betrachter entgegenspringt.

Quelle: Jahresbericht 2016 der Diakonie

Die linke Seite der Bilanz ist weitgehend irrelevant, da sie sich nur auf den Dachverband bezieht und die Landesverbände auslässt. Dies ist zwar auch für die rechte Seite der Fall, aber die angegebenen Prozentwerte sind verallgemeinerbar. Die Finanzierung der Diakonie, ob Bundes- oder Landesverband dürfte nicht von der angegebenen Verteilung der Finanzierungsquellen abweichen. Demnach stammen 72% der Finanzmittel der Diakonie aus Zuschüssen.

Was hat man sich unter Zuschüssen vorzustellen?
Zuschüsse sind Gelder, die von öffentlichen Stellen, von Ministerien, Kommunen oder Landesämtern vergeben werden, damit die Diakonie z.B. ein Projekt im Bereich „Jugendhilfe“ oder im Bereich der Flüchtlingshilfe durchführen kann. Die Materialien, die dazu notwendig sind, sowie die Gebäude sind ebenfalls über Zuschüsse finanziert, wie in der Regel auch die Angebote der „stationären Krankenpflege“. Letztere werden oder wurden in der Regel über Investitionsprogramme oder Investitionsförderprogramme des Bundes und der Länder für Krankenhäuser oder Beratungsstellen oder ambulante Dienste finanziert. Die evangelischen Landeskirchen finanzieren traditionell die Geschäftsstellen der Landesverbände der Diakonie, d.h. rund 1%-2% der Mittel, die in der evangelischen Diakonie verwendet werden, stammen aus Eigenmitteln der evangelischen Kirche.

Rund 70% des Haushalts der Diakonie aus dem Jahr 2016 wurde also aus öffentlichen Kassen finanziert. Weitere 17%, die als Umsatzerträge ausgewiesen sind, stellen Gewinne aus dem Betrieb von z.B. Krankenhäusern oder Altenheimen dar. Der Betrieb wird gegenüber den Kranken- bzw. Renten- oder Pflergekassen abgerechnet. Abermals hängt die Diakonie damit am öffentlichen Tropf. Finanzerträge, also Einnahmen daraus, dass öffentliche Mittel im Zeitraum zwischen Einzahlung und Verwendung bei z.B. Banken angelegt werden, machen 4% der Einnahmen der Diakonie aus, nur 1% stammt aus Spenden. Kein Wunder also, dass man bei der Diakonie glaubt, auf das Geld von Spendern verzichten zu können und sich auf ein moralisch hohes Ross setzen zu können glaubt, von dem aus man AfD-Abgeordnete als moralische Untermenschen anzusehen scheint: Rund 91% der Finanzierung der Diakonie kommt auf dem einen oder anderen Weg aus Sozialabgaben oder Steuerzahlungen der Bundesbürger. Die 1% Spenden, die bei der Diakonie eingehen, scheinen den Bürokraten daher verzichtbar.

Die Darstellung macht deutlich, dass die Diakonie ein Dienstleister von Bund und Ländern ist, der fast vollständig auf die öffentlichen Aufträge angewiesen ist. Dabei werden sogenannte Projekte (vor allem im Bereich der Flüchtlingsarbeit) immer wichtiger. 37% der Mittel wurden 2016 für „Projekte“ ausgegeben, mehr als jeweils für Material und Personal. Das ist sehr erstaunlich, wenn man bedenkt, dass die Diakonie Krankenhäuser und Altenheime betreibt. Vielleicht ist es ein Indiz dafür, dass man bei der Diakonie die Schwerpunkte der eigenen Tätigkeit falsch setzt und sich zu sehr als politisch-korrektes Sprachrohr im Bereich der Volkserziehung andient. Dass man in Berlin glaubt, man müsse weltanschauliche Diskriminierung betreiben und gegen den Artikel 3 Absatz 3 des Grundgesetzes verstoßen, spricht sicherlich für diese Hypothese.

Da die AfD 12,6% der Stimmen bei der letzten Bundestagswahl erhalten hat und die Diakonie keine Geldmittel annehmen will, die von Mitgliedern oder Wählern der AfD verschmutzt sind, wäre es demnach sinnvoll, quasi als geldpolitische Hygiene-Maßnahme, die rund 90% des Haushaltes der Diakonie, die auf Steuermittel oder Sozialabgaben zurückgehen, generell um 12,6% zu kürzen, um das weltanschauliche Seelenheil der Evangelikalen zu gewährleisten.

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“Frauen zahlen drauf”: Missionarischer Eifer (Tagesschau) trifft ideologischen Blödsinn (Antidiskriminierungsstelle)

Sorry, wir haben lange nach einer Überschrift gesucht, in der keine Bewertung vorkommt. Aber angesichts dessen, was Sandra Stalinski bei der ARD ungestraft als Journalismus abliefern kann und angesichts dessen, was Christine Lüders ungestraft als Pressemeldung verbreiten darf und angesichts der Tatsache, dass es nun schon Studien gibt, in deren Kontext die Mitarbeiter der 2HM & Associates GmbH von der Antidiskriminierungsstelle dafür bezahlt werden, dass sie durch die Friseurgeschäfte in Mainz, Schwalbach am Taunus, Rüsselsheim, Dresden, Radebeul und Weinböhla tingeln, um Material zu sammeln, auf dessen Grundlage Stalinski und Lüders – in gesammeltem und nicht unbeträchtlichem Unverstand vereint – eine weitere Benachteiligung von Frauen wie Marktschreier in die Welt derer, die an derartigem Unsinn nun wirklich kein Interesse haben, plärren, fällt uns nichts anderes als die Bezeichnung „Blödsinn“ ein oder das, was uns einfällt, ist nicht schreibbar.

Aus dem Gender-Pricing Junk der ADS: Seite 61

Das muss man sich einmal im Bild vorstellen: Da laufen angebliche Sozialforscher von Friseurgeschäft zu Friseurgeschäft und erheben den Preis für Kurz- und Langhaarschnitt, beobachten Kurz- und Langhaarschnitte und kommen dann zu dem für sie wahrscheinlich überraschenden Ergebnis, dass die Preise für Frauen höher sind als für Männer, denn, so haben sie in qualitativen Experteninterviews erfahren, der Kurzhaarschnitt für Frauen nimmt im Durchschnitt 45 Minuten in Anspruch, während Männer nach 30 Minuten abgefertigt sind. Zudem sind Männer einfacher zu bedienen als Frauen, auch ein Faktor in der Preiskalkulation.

12,50 Euro zahlen Frauen im Durchschnitt mehr als Männer, so klagt die antidiskriminierende Lüders. Im Durchschnitt von Mainz, Schwalbach am Taunus, Rüsselsheim, Dresden, Radebeul und Weinböhla, denn nur dort wurden die Friseur-Geschäfte auf „Gender Pricing“, wie der neueste Irrsinn aus dem Hause Gender Studies heißt, untersucht. Rechnet man den Aufpreis in die Mehrzeit um, dann ergibt sich eine zeitlicher Mehraufwand von 50% für einen durchschnittlichen Kurzhaarschnitt von Frauen, der sich jedoch nur in rund 30% höheren Preisen niederschlägt, wie man der ADS-Studie aus den oben genannten Ortschaften entnehmen kann: Seite 121, Tabelle 19.

Auf diese Seite hat Sandra Stalinski, die es schafft, selbst das intellektuelle Niveau der Tagesschau-Redaktion zu senken, natürlich nie geschaut. Wozu auch? Wenn man einen angeblichen Missstand anprangern will, der sich in der eigenen Phantasie gerade eingestellt hat, dann stören Fakten nur, Fakten wie die, dass Männer rund 25,7% mehr für Schuhreparaturen bezahlen müssen als Frauen, im Durchschnitt, in Mainz, Schwalbach am Taunus, Rüsselsheim, Dresden, Radebeul und Weinböhla. Ganz zu schweigen von einem Preisaufschlag von 193,2% für Datingportale und 100% für Diskotheken.

Selber ADS-Junk 60 Seiten weiter

Derartige Ergebnisse passen jedoch nicht in den ideologischen Feldzug, den Lüders und Stalinski führen wollen. Also werden sie unterschlagen. Denn würde man sie nicht unterschlagen, dann wäre aus der ganzen schönen Junk Studie, die die ADS mit viel Geld der Steuerzahler finanziert hat GAR NICHTS herausgekommen. Schon bei den Produkten, die untersucht wurden, hat sich gezeigt, dass es kein „Gender Pricing“ gibt und bei den Dienstleistungen zeigt sich, dass je nach Dienstleistung Männer oder Frauen stärker zur Kasse gebeten werden.

So ist das in einem Markt. Es gibt einen Anbieter, der Waren zu einem bestimmten Preis anbietet und es gibt Nachfrager, die die entsprechende Leistung bezahlen wollen oder eben nicht. Niemand zwingt Frauen dazu, Friseurleistungen in Anspruch zu nehmen und dafür zu bezahlen. So wenig wie jemand Männer zwingt, zum Schuhmacher zu gehen, um Schuhe reparieren zu lassen oder sich bei Datingportalen einzufinden und einen Zuschlag von 193% im Vergleich zu Frauen zu bezahlen.

Was also stört die beiden geistigen Tiefflieger der ADS und der ARD daran, dass es einen Markt gibt, auf dem Preisgestaltung eine unternehmerische Freiheit ist und die Nachfrage nach Leistungen eine andere Freiheit. Genau das stört sie. Sie wollen einen Sozialismus durchsetzen, der Preise diktiert. Ein Haarschnitt 50 Euro, 20 für die Steuer und 30 für die Unkosten. Eine Schuhreparatur 30 Euro. Wenn Sie nicht Sozialismus durchsetzen wollen, dann bleibt nur die Annahme, dass Lüders und Stalinski abgrundtief dumm oder bösartig sind. Für beide Annahmen gibt es Belege.

So empfiehlt Lüders „insbesondere dem Reinigungs- und Friseurgewerbe, Dienstleistungen eher nach der konkreten Art der Leistung und nicht pauschal nach dem Geschlecht anzubieten“. Aber genau das machen die Unternehmen doch. Hat Lüders die Studie, die sie anführt, nicht gelesen? Nun, wir geben gerne Nachhilfe. Seite 123: Die Reinigung einer Bluse ist teurer als die Reinigung eines Hemdes, weil Hemden automatisch gebügelt werden können und Blusen in der Regel von Hand gebügelt werden müssen. Seite 122: Friseurdienstleistungen, hier: Kurz- oder Langhaarschnitt sind für Frauen deshalb teurer als für Männer, weil ein höherer Beratungsaufwand, mehr Arbeitszeit, ergo mehr Arbeitsaufwand anfällt.

Wir finden es ja gut, dass die Antidiskriminierungsstelle gegen Diskriminierung vorgehen will. Aber es gibt auch sinnvolle Diskriminierung in Form von Ausschlusskriterien. So sollte man in Zukunft darauf achten, dass nicht unabhängig von Können, Information und Intelligenz Pressemeldungen, –erklärungen und –verlautbarungen bei der ADS erstellt und verbreitet werden.

Und dann ist da noch Stalinski.
Nachdem sie das Bild der Jammerfrau, die aufgrund einer Benachteiligung durch fiese Friseurgeschäfts-Inhaber*_innen gezwungen ist, mehr Geld auszugeben als ein beliebiger Mann, setzt sie noch einen drauf und konstruiert die doppelte Opferrolle: „Besonders pikant wird die Tatsache, wenn man bedenkt, dass Frauen im Schnitt auch weniger verdienen als Männer. Der so genannte Gender Pay Gap lag 2016 bei 21 Prozent.“

Die Tatsache, dass „Frauen draufzahlen“, eine Tatsache, die selbst in dem Junk, den die ADS als Expertise verkaufen will, nur gegeben ist, wenn man die oben genannten Bereiche, in denen Männer „draufzahlen“ unterschlägt, ist also keine Tatsache, sondern das Ergebnis einer Unterschlagung. Die Unterschlagung wird ergänzt durch die uralte und nun wirklich ausreichend als Lüge identifizierte Behauptung vom 21% Gender Pay Gap. Wie selbst das Statistische Bundesamt trotz allen Druckes von politischer Seite zugesteht, gibt es keinen Gender Pay Gap von 21%. Das Statistische Bundesamt rechnet den angeblichen Gap auf 7-8% herunter, aber selbst dieses Gap ist eine Fabrikation, wie wir schon mehrfach dargelegt haben. Es gibt kein Gender Pay Gap, es gibt nur Männer, die durchschnittlich mehr, länger und produktiver arbeiten als Frauen und deshalb mehr verdienen. Und so wie es keine Benachteiligung von Frauen beim Lohn gibt, so gibt es auch keine Benachteiligung von Frauen bei Dienstleistungen, denn wer mehr Aufwand verursacht, der muss in einer freien Marktwirtschaft auch mehr dafür bezahlen.

Stalinski belügt also die Leser der Tagesschau mit ihren Hirngespinsten entweder weil sie dumm ist oder weil sie bösartig ist. Eine andere Alternative fällt uns nicht ein. Aber vielleicht kennt ja einer der Leser eine Alternative.

Letztlich ist Stalinski selbst das beste Beispiel dafür, dass Frauen in Deutschland nicht benachteiligt, sondern bevorzugt werden oder können Sie sich auch nur ein Medium vorstellen, das Stalinski beschäftigen würde, wenn der Arbeitsmarkt ein freier und nicht Frauen bevorzugender Arbeitsmarkt wäre?

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles

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