NoHateSpeech: Anständige Denunzianten

Derzeit tobt der „Aufstand der Anständigen“, obwohl er noch „viel zu klein“ ist, wie Astrid Herbold in der ZEIT befindet. Der „Aufstand der Anständigen“, er ist noch zu klein angesichts der „verbalen Entgleisungen“, der „menschenverachtenden Kommentare“, „den Aufrufen zu Gewalt“, die sich auf „Facebook und Twitter und anderswo haufenweise finden“, wie Herbold weiß.

Ein vermeintliches Wissen, das man nur mit der Frage testen kann: Wo ist anderswo? Kann man anderswo spezifizieren oder ist anderswo irgendwo, das mit der Hoffnung bemüht wird, dass sich irgendwo schon ein, zwei oder ein Haufen von Hasskommentaren finden lassen?

NoHateNett

Wir alle sind nett!

Überhaupt ist der Haufen, nein sind die Haufen, der haufenweise sich findenden „verbalen Entgleisungen“ und „menschenverachtenden Kommentare“ so unscheinbar, dass nicht einmal diejenigen, die sie haufenweise sehen, ihre Anzahl und ihren Umfang beziffern können, geschweige denn, dass sie in der Lage wären, einen Querschnitt durch einen dieser Haufen z.B. in Form von einem oder zwei Beispielen zu zitieren.

Aber ganz bestimmt gibt es haufenweise verbale Entgleisungen und menschenverachtende Kommentare, Aufrufe zu Gewalt, immer anderswo gibt es sie, irgendwo eben. Und weil es anderswo und vor allem auf Facebook und Twitter haufenweise diese verbalen Entgleisungen und menschenverachtenden Kommentare gibt, deshalb gibt es die #NoHateSpeech-Kampagne, die europaweit stattfindet – als „Youth Campaign“ des „Council of Europe“.

Das Council of Europe wurde 1949 in London mit dem Londoner Vertrag ins Leben gerufen. Es hat nichts mit der EU zu tun, ist vielmehr eine weitere internationale Organisation, die von Steuerzahlern der 47 Mitgliedsstaaten des Councils finanziert wird, ein Hauptquartier in Straßburg hat und eine entsprechende Anzahl Beschäftigter, die regelmäßig auf sich aufmerksam machen müssen, damit man weiß, wofür die rund 500 Millionen Euro, die das Council of Europe jährlich verschlingt, benutzt werden. Das Council of Europe hat – 1949 war das noch so – eine Zweckbestimmung erfahren, und zwar in einem Statut. Dort heißt es in Artikel 1: “The aim of the Council of Europe is to achieve a greater unity between its members for the purpose of safeguarding and realising the ideals and principles which are their common heritage and facilitating their economic and social progress.” Es geht also darum, Einvernehmen zwischen den 47 Mitgliedsstaaten des Councils herzustellen. Das setzt voraus, dass man z.B. einen Grundstock an gemeinsamen Werten definiert, die von Mitgliedern des Council of Europe eingehalten werden müssen. In der Tat regelt Artikel 3: “Every member of the Council of Europe must accept the principles of the rule of law and of the enjoyment by all persons within its jurisdiction of human rights and fundamental freedoms, and collaborate sincerely and effectively in the realisation of the aim of the Council as specified in Chapter I.”.

Die Türkei, in der man sich derzeit so sehr bemüht, sowohl die Menschenrechte als auch fundamentale Freiheitsrechte und die Rechtssicherheit außer Kraft zu setzen, ist übrigens seit 1949 Mitglied im Council of Europe. Doch nicht der Verstoß gegen das gemeinsame Statut durch z.B. den Ausnahmezustand in der Türkei und das Reiseverbot für Wissenschaftler oder die Säuberung öffentlicher Institutionen von Kritikern des Regimes Erdogan ist Gegenstand des Council of Europe, nein, dort ist man der Ansicht, Hate Speech sei ein viel drängenderes Problem für den europäischen Frieden und das in Artikel 1 angegeben Ziel, die Prinzipien und Ideale des gemeinsamen Erbes, also z.B. die Meinungsfreiheit, zu sichern. Denn: Wie Astrid Herbold weiß, es gibt haufenweise Hate Speech und Aufrufe zur Gewalt irgendwo im Internet und vor allem bei Facebook und bei Twitter.

NoHateFrieden

Weltkrieg, offline

Facebook hat in der zweiten Hälfte des Jahres 2015 366 Mal Inhalte unzugänglich gemacht, die gegen § 130 StGB verstoßen, also als Volksverhetzung (das einzige, was man juristisch als Hate Speech ansehen kann) gewertet wurden – haufenweise, nämlich 366 Hasskommentare finden sich auf Facebook. Im ersten Halbjahr 2015 war es fast noch schlimmer: 188 entsprechende Inhalte hat Facebook unzugänglich gemacht. Derartige haufenweise vorgebrachten Hassreden sind im Hinblick auf die 27 Millionen Nutzer, die Facebook nach letzter veröffentlichter Zählung in Deutschland hat, natürlich ein Riesenproblem für die Völkerverständigung und den Frieden in Europa, und sie sind ein viel größeres Problem als die wenigen Verstöße gegen Freiheits- und Grundrechte in Mitgliedsstaat des Council of Europe: der Türkei zum Beispiel.

Entsprechend haben sich Offizielle, die immer vorne dabei sind, wenn es darum geht, die sprachliche Ordnung im Netz einzufordern [Das scheint einfacher zu sein, als Erdogan zur Einhaltung von Regeln des demokratischen Miteinanders aufzufordern], sofort auf die Gelegenheit gestürzt, die eigene intellektuelle Größe im Kampf gegen die haufenweise vorhandenen Hasskommentare unter Beweis zu stellen:

 

Und wer sich nun dennoch fragt, ob es nichts Wichtigeres gibt, als den Kampf gegen Hasskommentare, die haufenweise anderswo zu finden sind, wie Herbold weiß, z.B. die Einhaltung von Menschenrechten in der Türkei zu sichern, der missversteht die Größe der historischen Aufgabe, die der Kampf gegen Hasskommentare darstellt, denn wie der Soziologe Simon Teune, von dem in der Redaktion von ScienceFiles noch niemand je etwas gehört hat, weiß: „Die politischen Einstellungen vieler Deutscher waren immer schon ziemlich erschreckend … Mehr als ein Drittel will zum Beispiel Muslimen generell die Einwanderung nach Deutschland verwehren“.

Erschreckend. Erschreckend, zu was Sozialwissenschaftler heutzutage geworden sind. Das besagte Drittel ist im Gegensatz zu Simon Teune nicht davon überzeugt, dass Muslime ein generelles und unbedingtes Recht auf Einwanderung nach Deutschland haben und im Gegensatz zu Teune befindet sich dieses Drittel im Einklang mit der geltenden Rechtslage, die eine Einwanderung und damit einhergehend den Erwerb einer deutschen Staatsbürgerschaft nur unter bestimmten Voraussetzungen vorsieht. Insofern ist die Unkenntnis der deutschen Rechtslage bei Teune mindestens so erschreckend wie eine generelle Ablehnung aufgrund einer Religionszugehörigkeit.

Man sieht, die Kampagne für „Welfrieden Online“, die mit so herausragenden Slogans geführt wird, wie: „Wer das liest, ist nett“ oder „Hass ist keine Meinung“, sie dient zu allerlei Zwecken, dazu, dass man seine eigene Unkenntnis über das deutsche Rechtssystem herausposaunt und andere dafür strafen will, dafür, dass man sich als guter Mensch outen kann, durch Zugehörigkeit zur Gruppe der NoHateSpeecher und Ausgrenzung und Kriminalisierung der vermeintlichen HateSpeaker, und natürlich durch aktive Denunziation. Die darf offensichtlich heute nicht mehr fehlen, wenn es darum geht, ein guter Mensch zu sein und den Denunzianten, die sich regelmäßig als so nützlich für Terrorregime aller Art erwiesen haben, von der Inquisition bis zum Dritten Reich, nachzufolgen:

NoHateDenunziation

Screenshot von no-hate-speech.de


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Daten: Linksextremismus ist größere Gefahr für den Rechtsstaat als Rechtsextremismus

Bund und Länder haben gerade eine Zehn-Punkte-Erklärung verabschiedet, das das eine Zusammenarbeit bei Demokratieförderung und Prävention zwischen Bund und Ländern vorsieht. Die verstärkte Zusammenarbeit ist ein Ergebnis der neuen „Strategie der Bundesregierung zur Extremismusbekämpfung und Demokratieförderung“.

Strategie Extremismus BregWie immer, wenn die Bundesregierung beschließt, ihre Bürger zu erziehen und präventiv tätig zu werden, damit die Bürger auch nichts Falsches denken oder gar tun, ist die Strategie in erster Linie ein Plan dafür, Steuergelder unters vielköpfige Volk derer zu bringen, die nur zu gerne im Auftrag ihrer Regierung und finanziert von ihrer Regierung Richtiges unters Volk bringen und präventiv tätig sind – gegen Extremismus im vorliegenden Fall. 62,5 Millionen Euro lässt die Bundesregierung die Steuerzahler für die Prävention von Extremismus im Jahre 2016 aufbringen, 2015 waren es noch 46,5 Millionen Euro. Professionelle Bekämpfer des Bösen, wie die Amadeu-Antonio-Stiftung, wird der Geldsegen aus den Ministerien für alle außer Männer bzw. des Inneren freuen, sichert er doch die Aufgabe, die immer zahlreicher werdenden Mäuler im „Team“ der Stiftung zu stopfen.

Es sei an dieser Stelle einmal darauf hingewiesen, dass die Bundesregierung über die Ministerien für Inneres und FSFJ Millionen von Euro an die Kämpfer für Demokratie und gegen Extremismus ausschüttet, ohne sich auch nur im mindestens dafür zu interessieren, ob die Millionen von Euros auch gut angelegt sind, ob mit ihnen auch nur ein Extremist davon abgehalten wird, Extremist zu sein oder zu werden. Eine Evaluation des Erfolgs der „Strategie der Bundesregierung zur Extremismusprävention und Demokratieförderung“ findet nicht statt. Es handelt sich bei der Strategie also weniger um eine Intervention mit dem Ziel, Extremismus zu verringern, als um eine Intervention mit dem Ziel, Extremismusbekämpfer zu finanzieren. Man kann die Strategie der Bundesregierung somit als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM) für die Legionen von Hochschulabsolventen ansehen, die nichts Brauchbares studiert haben und deshalb auf die staatliche Unterstützung in Programmen wie „Demokratie leben!“ oder „Zusammenhalt durch Teilhabe“ angewiesen sind.

Das macht auch die Ausrichtung dieser Programme deutlich. Derzeit ist auf dem Markt für Extremismusprävention ein Überangebot an guten Menschen, die Rechtsextremismus bekämpfen. Entsprechend kommt der Begriff Rechtsextremismus in der Strategie der Bundesregierung 37 Mal vor, während der Begriff Linksextremismus mit schlappen 3 Nennungen im selben Absatz ein Randdasein führt. Wer seine ABM in Extremismusbekämpfung durch die Ministerien des Innern oder für FSFJ finanziert haben will, der bekämpft besser Rechtsextremismus als Linksextremismus, die Förderchancen sind einfach besser.

Und was macht ein rationaler Akteur, der keine Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt hat und dessen finanzielles Überleben von der Gnade der Bundesregierung abhängig ist? Er bekämpft den Rechtsextremismus. Und so schafft die Bundesregierung ein Heer von Bekämpfern des Rechtsextremismus, deren wichtigstes Ansinnen natürlich darin besteht, die Wichtigkeit der eigenen Tätigkeit zu betonen und die Gefahr des Rechtsextremismus in schillernden Farben an die Wand zu malen. Auf diese Weise wird nicht nur ein Markt für Rechtsextremismus-ABM-Kräfte geschaffen, sondern auch die Bedeutung des Rechtsextremismus übertrieben. Leidtragender ist der Linksextremismus, der in der öffentlichen Wahrnehmung ein Schattendasein führt, obwohl sich Linksextremisten alle Mühe geben, als die Kriminellen, die sie nun einmal sind, zu erscheinen.

Umsonst.

Kaum jemand verweist darauf, dass Linksextremisten in den Jahren 2014 und 2015 für deutlich mehr Gewalttaten verantwortlich waren, als Rechtsextremisten. Allein 15 Mordversuche gehen in beiden Jahren auf ihr Konto. Rechtsextremisten bringen es nur auf 9. Auch bei Körperverletzungen haben Linksextremisten deutlich mehr zu bieten: 2.279 in den zwei Jahren gegenüber 2.077 von Rechtsextremisten begangene Körperverletzungen. Ob Brandstiftung, Raub, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte oder Landfriedensbruch, überall haben Linksextremisten deutlich die Nase vorne, bringen mehr Gewaltkriminalität zu Stande als Rechtsextremisten (siehe Abbildung).

LinksRechtsExtremismusGewalt

Umsonst.

Auf ganze drei Nennungen haben es Linksextremisten in der Strategie der Bundesregierung zur Extremismusprävention gebracht. Niemand scheint Linksextremisten als die Kriminellen, die sie sind, ernst zu nehmen, niemand Sozialarbeiter gegen Linksextreme mobilisieren zu wollen (vielleicht deshalb, weil die Schnittmenge zu groß ist). Egal, was Linksextreme tun, ob sie dreimal so viele Sachbeschädigungen ausführen als Rechtsextreme (7.079 gegenüber 2.387 für die Jahre 2014 und 2015), es nutzt nichts. Rechtsextremismus ist das Steckenpferd der Bundesregierung und ihrer beiden Ministerien. Rechtsextremismus ist das, was die Legionen von ABM-Kräften, die am Tropf der Bundesregierung hängen, bekämpfen wollen, und Rechtsextremismus ist entsprechend das, was zur größeren Gefahr aufgebaut wird. Egal, was Linksextremisten sich einfallen lassen, um als Kriminelle endlich wahrgenommen zu werden.

LinksRechtsExtremismusGesamt

Schuld am Misserfolg linksextremer Straftäter, in ihrem Bemühen, ABM-Kräften ein Auskommen zu verschaffen, ist u.a. die Kategorie der Propagandadelikte, die in allen Statistiken, in denen politisch motivierte Straftaten aufgeführt werden, die Waage zu Gunsten der Rechtsextremisten ausschlagen lässt. Es braucht nur einen Überzeugungstäter, der 5000 Hakenkreuze als Aufkleber verkauft, und schon haben die Rechtsextremen einen Vorteil von 5000 Straftaten (Verwenden von verfassungsfeindlichen Kennzeichen). Da muss man schon viele Autos in Berlin anzünden und Häuser zerstören, um diesen Vorsprung aufzuholen und was passiert, wenn man Köperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Brandstiftung im Rahmen einer Demo begeht, um in der Statistik mit Rechtsextremen gleichzuziehen? Es wird als schwerer Landfriedensbruch, als eine Straftat gezählt, nicht als drei. Kein Wunder, dass Linksextreme so unterschätzt werden.


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Häresie an Jammerlappen? Kann man die Amadeu-Antonio-Stiftung lächerlich machen?

Ein Lob an Achim Winter. Der ZDF-Mann und u.a. 3.35 Minuten-Satiriker des ZDF mit eigener Woche, er hat geschafft, was viele bislang nicht geschafft haben: Die Amadeu-Antonio-Stiftung ist „schwer getroffen“ (aber leider (noch) nicht versenkt).

„Schwer getroffen“ fühlt sich stellvertretend oder repräsentativ für die gesamte Stiftung deren Stiftungsrats-Vorsitzender Andreas Zick. Und verstört ist man bei der Stiftung und im Stiftungsrat der Stiftung, die weitgehend vom Bundesministerium für FSFJ ausgehalten wird, über Winters Woche von letzter Woche, in der sich Achim Winter der Hassrede widmet, jenem Bereich, in dem die Amadeu-Antonio-Stiftung so viel eigene Expertise hat und jenem Bereich, an dem die Stiftung so hervorragend verdient.

So sehr sind die Amadeus getroffen, dass sie vom ZDF verlangen, den Beitrag Winters aus der ZDF-Mediathek zu entfernen. Mit Meinungsfreiheit, so zeigt sich einmal mehr, hat man bei der Stiftung, deren Mitarbeiter nicht nur selbst Hasskommentare absetzen, von denen man sogar beim Bundesinnenministerium denkt, man müsse sich von ihnen distanzieren, sondern die die politisch falschen Hasskommentare anderer beseitigen will und zur Denunziation der Urheber aufruft, nicht allzu viel am Hut.

Wer bislang noch nicht gewusst hat, welch‘ Geistes Kind die Amadeus sind, der weiß es nun. Richtet sich Kritik an ihre Adresse, dann werden sie schnell zickig, schicken Andreas Zick, den Konflikforscher oder wahlweise Sozialpsychologen, den man bei der ZEIT so gerne zitiert, zu eben dieser ZEIT, um dort einen Brief abzugeben, den die Stiftung, nein der Stiftungsrat geschrieben hat, an einen anderen, nämlich den Fernsehrat geschrieben, um den Beitrag von Achim Winter, den die Stiftung seit kurzem auch auf Twitter verfolgt, aus der Mediathek des ZDF zu löschen. Derartige Begehren gab es schon einmal. Sie kommen, seltsamer Weise immer aus der linken Ecke des politischen Spektrums, wo man mit Meinungen, die nicht die eigenen sind, erhebliche Schwierigkeiten zu haben scheint.

So wie Andreas Zick, der darüber jammert, dass man die Stiftung, die so wichtige Arbeit leiste (wenn man auch nicht angeben kann, welchen Nutzen die Arbeit der Stiftung hat, egal: die Arbeit ist wichtig), lächerlich mache. Das meint der Mann im Ernst.

Und wir fragen:

Amadeu Antonio Satire

Humorfähig ist man bei der AA-Stiftung nur, bei politisch-korrekter, primitiver Schadenfreude

Kann man eine Stiftung lächerlich machen, die öffentlich zu Denunziation aufruft und das Netz überwachen will, damit auch niemand einen bösen Hasskommentar absetzt, also z.B. Polizisten als Schweine bezeichnet und dazu aufruft, die Schweine zu verletzen. Aber nein, da ist uns wieder etwas durcheinander gegangen. Das sind linke Hasskommentare. Die sind unbedenklich. Bedenklich sind nur Hasskommentare, die aus der rechten Ecke kommen, in denen Begriffe wie „Wir“ und „die“ vorkommen, wie Achim Winter genüsslich aus einer absurden Broschüre der Amedeu-Antonio-Stiftung und wohl aufgrund seiner ScienceFiles-Lektüre zitiert. Kann man eine solche Stiftung dadurch lächerlich machen, dass man die Tätigkeit der Stiftung als „Bespitzelung“ also als das benennt, was sie wirklich ist?

Wir fragen weiter:
Kann man eine Stiftung, deren Vorsitzende sich die ersten Meriten im Feld als Mitarbeiter der Staatssicherheit verdient hat, dadurch lächerlich machen, dass man sagt. „Ich rufe jetzt mal bei Frau Kahane an … die ist für jeden Tipp dankbar“? Oder ist nicht etwa eine Stiftung, die das politisch-korrekte Reinheitsgebot im Internet durchsetzen will, per se schon lächerlich, wenn sie dies unter der Ägide einer Vorsitzenden tut, die bereits bewiesen hat, dass sie dann, wenn es darum geht, andere auszuhorchen und anzuschwärzen, mit den unterschiedlichsten Anbietern politischer Reinheit zusammenarbeitet, einmal mit dem Erich Mielke, einmal mit dem Heiko Maas?

Kurz: Man kann die Amadeu-Antonio-Stiftung nicht lächerlich machen. Sie ist es längst. Wäre sie es nicht längst, das Jammern, das nun wieder einsetzt, weil es jemand gewagt hat, die heilige Amadeu Stiftung zu kritisieren, die doch sakrosankt über jeder Kritik durch andersmenschliche wie Winter oder ScienceFiles steht, der Versuch, die eigene Stiftung jeder Kritik zu entziehen, sie würden ausreichen, die Stiftung lächerlich zu machen.

Amadeu Antonio ZEITDas Gespann Kahane und Zick leistet hier bessere Arbeit als jeder Satiriker sie leisten könnte. Z.B. dadurch, dass wohl Zick seine Beziehungen zur ZEIT, mit der die Stiftung auch in anderen Bereichen innig zusammenarbeitet, genutzt hat, um seinen Jammerbrief zu publizieren, jenen Jammerbrief, mit dem der kleine Zick vom Stiftungsrat zum großen ZDF-Fernsehrat gelaufen ist und nun will, dass der große Bruder den bösen Achim auch ganz doll verhaut. Als wäre dies nicht lächerlich und peinlich genug, setzen die Mannen bei der ZEIT in ihrem Beitrag noch einen obendrauf, wenn sie einmal mehr darauf hinweisen, dass böse Menschen in Berlin, die Tür zu den heiligen Hallen der Amadeu-Antonio-Stiftung mit Flugblätter beklebt haben, auf denen zu lesen stand: „Sie betreten den Überwachungsstaat“. Das ist natürlich Diffamierung. Es richtet sich gegen die Amadeu-Antonio-Stiftung und kommt von Rechten. Das reicht. Wie gesagt, Herkunft und Inhalt entscheiden darüber, ob etwas in der Welt der Zicks und Kahanes eine Diffamierung oder eine Hassrede ist, was uns wieder zu den Polizisten bringt, deren Verletzung von Linken gefeiert wird, und die als Abschaum bezeichnet werden.

Und natürlich darf auch die Geschichtsklitterung nicht fehlen: 19 Jahre sei Kahane gewesen, als sie von der Stasi angeworben wurde, so steht im Artikel der ZEIT zu lesen. Warum? Um die Schuld zu mildern. Denn 19Jährige sind noch dumm und anfällig für die Anwerbeversuche der Stasi. Das ist versuchte Manipulation der Leser, denn es gab in der DDR sehr viele 19jährige, die sich nicht von der Stasi haben anwerben lassen, die ihre nächsten Bekannten nicht für die Stasi ausspioniert haben und dafür keine kleinen Geschenke erhalten haben.

Dazu aus dem Gutachten von Dr. Helmut Müller-Enberg: „“Frau Kahane hatte zu Beginn der Kooperation [mit der Stasi] über ihr näheres Umfeld, Freunde und Studienkollegen zu berichten. Sie berichtete darüber nach den Niederschriften ihres Führungsoffiziers auch ‚belastend‘. Allerdings bemerkt der Führungsoffizier, dass Frau Kahane von Anfang an auch Sachverhalte ‚verschweigt‘. … Außerdem wirkt … Frau Kahane nach dem Eindruck aus den Akten altklug, insbesondere, was die Bewertung politischer Kader angeht“.

Außerdem wurde Kahane nicht angeworben. Das ist eine Lüge, denn Kahane hat sich, wie aus dem Gutachten von Müller-Enberg hervorgeht, freiwillig erboten, für die Stasi zu arbeiten. Und weil eine Lüge ungerne alleine bleibt, gibt es gleich noch eine zweite im Beitrag der ZEIT, dieses Mal in der Behauptung, ein Gutachten [das Gutachten von Müller-Enberg] habe festgestellt, dass Kahane als IM „keinem anderen Menschen geschadet“ hätte. Müller-Enberg stellt in seinem Gutachten ausdrücklich fest, dass „Informationen [an die Stasi]… per se das Risiko enthalten konnten, Dritte zu benachteiligen“. Und nachdem, was aus den Akten über die IM-Victoria bekannt ist, haben die Informationen tatsächlich geschadet:

“Fast 800 Seiten umfasst die IM-Akte “Victoria”, von denen die Birthler-Behörde gut 400 Seiten freigegeben hat. Enthalten sind mehr als 70 Informationen, die ausweislich der Akte von der Stasi-Zuträgerin stammen. IM “Victoria” berichtete ihrem Führungsoffizier über Bekannte, die sie im privaten Rahmen aushorchte – während einer Faschingsfeier, einer Hochzeit, eines Konzerts oder eines Stadtbummels.
Mit ihren Angaben belastete Kahane Dutzende Personen aus ihrem unmittelbaren Umfeld, darunter viele Künstler. Sie berichtete über einen ZDF-Reporter, mehrere Studenten von West-Berliner Universitäten und vor allem über in der DDR lebende Ausländer. Kahane führte Aufträge aus und erhielt von der Stasi kleinere Geschenke und Geld. In einem von IM “Victoria” stammenden Bericht heißt es 1976 über einen Kreis von Schriftstellern und Schauspielern: “Zu den Feinden der DDR gehören in erster Linie Klaus Brasch und Thomas Brasch.”

Dazu aus der Wikipedia:

“Nachdem Klaus Brasch, Sohn des ehemaligen stellvertretenden Kulturministers der DDR Horst Brasch, 1973 die Schauspielschule in Berlin beendet hatte, folgten Theaterengagements in Neustrelitz, Schwerin und Berlin. Er gehörte als Gast zum Ensemble der Volksbühne Berlin, spielte in Filmen der DEFA und des DDR-Fernsehens und galt als begabter junger Schauspieler. 1976 wurde er durch Anetta Kahane, die als inoffizieller Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit arbeitete, denunziert: „Zu den Feinden der DDR gehören in erster Linie Klaus Brasch und Thomas Brasch.“[1] Er starb kurz vor seinem 30. Geburtstag am 3. Februar 1980 an einem Cocktail aus Alkohol und Schmerztabletten.


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Gute Gründe für ein SPD Verbot

Für die öffentliche Meinungsbildung ist, wie das Bundesverfassungsgericht mehrfacht festgestellt hat, ein vielfältiges Angebot an Presseerzeugnissen ebenso wichtig wie die Pressefreiheit, die in Artikel 5 Abs. 1 Satz 2 des Grundgesetzes festgeschrieben ist. Die Aufrechterhaltung eines breiten (und natürlich vielfältigen) Angebots ist ein zentrales Motiv in vielen Urteilen des Bundesverfassungsgerichts, in denen u.a. die Rundfunkgebühren mit dem Verweis auf den entsprechenden Informations- und Bildungsauftrag öffentlicher Medien legitimiert werden. Dass auch private Medien, Zeitungen und Verlage, für die Aufrechterhaltung der Vielfalt, die für die Erzählung von der deutschen Demokratie so wichtig ist, von Bedeutung sind, ist eine Reaktion auf den Medienmogul …, nein, nicht Rupert Murdoch, sondern Alfred Hugenberg, dem vorgeworfen wird, mit seinem Medienimperium viele Deutsche so indoktriniert zu haben, dass sie zu Wählern von Hitler geworden sind.

BananenrepublikDiese Macht soll in Deutschland niemand mehr haben, so haben sich die Väter des Grundgesetzes gedacht. Deshalb haben sie die Freiheit der Presse in besonderer Form gewürdigt. Aus dem unscheinbaren Artikel 5, Absatz 1: „Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet“, ist zwischenzeitlich ein weitverzweigtes Regelungsimperium geworden, zu dem z.B. die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich gehört. Es ist hier, dass wir die SPD zum ersten Mal treffen, denn die SPD hat eine große Zahl von Medien in ihrem (Mit-)Eigentum. Tatsächlich finden sich viel mehr Medienunternehmen im (Mit-(Eigentum der SPD als Alfred Hugenberg und sein Konzern zu konzentrieren in der Lage waren. Wenn Hugenberg eine Gefahr für die Demokratie war, dann ist es die SPD mit ihrer Konzentration von Unternehmen im Medienbereich erst recht. Ein Grund, die SPD als Partei zu verbieten.

Artikel 21 des Grundgesetzes weist den Parteien eine Mitwirkung an der Meinungsbildung der Bevölkerung zu. Im Parteiengesetz (§1 Abs. 2), das die Vertreter der Parteien in eigener Sache beschlossen haben, ist aus der Mitwirkung bereits ein Einflussnehmen auf die öffentliche Meinung geworden:

“(2) Die Parteien wirken an der Bildung des politischen Willens des Volkes auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens mit, indem sie insbesondere auf die Gestaltung der öffentlichen Meinung Einfluß nehmen, die politische Bildung anregen und vertiefen …“ [der letzte Halbsatz ist übrigens die Begründung der Notwendigkeit politischer Vereine, Stiftungen genannt. Recht subtil – wenn es darum geht, die eigenen Interessen zu befördern, sind Parteienvertreter wirklich findig …]

Trotz allen Einflusses, den die Parteien auf die Meinungsbildung der Bevölkerung nach Ansicht der Parteienvertreter, die das Parteiengesetz ausgearbeitet und verabschiedet haben, nehmen sollen, steht im Parteiengesetz nichts davon, dass Parteien über Zeitungen, die auf ihrem Deckblatt den Begriff „überparteilich“ führen, den Versuch unternehmen sollen, die Leser der entsprechenden Zeitung über deren Parteilichkeit zu täuschen und in die Zustimmung zu bestimmten politischen Themen bzw. zur Wahl bestimmter Verhaltensweisen zu manipulieren.

Nebenbei bemerkt ist es ein Unding in einer Demokratie, in der angeblich alle Macht vom Volke ausgeht, eine Kaste von Parteiideologen zu installieren, deren Qualifikation keinerlei Kontrolle unterliegt und ihr die Aufgabe zuzuweisen, den Souverän, von dem alle Macht ausgeht, zu manipulieren.

Ungeachtet der Tatsache, dass selbst im Parteiengesetz kein Wort davon steht, dass Parteien Konsumenten von Medien über deren scheinbare Überparteilichkeit täuschen und zu bestimmten Einstellungen und Verhaltensweisen manipulieren sollen, geht die SPD diesen Weg. Als (Mit-)Eigentümer einer Vielzahl von Medientiteln in Rundfunk und Printmedien versucht die SPD, Einfluss auf die Einstellung und das Verhalten von Bürgern zu nehmen, ohne dass die entsprechenden Bürger das merken – wozu sonst sollte eine politische Partei Zeitungen, Radio- und Fernsehsender besitzen wollen? Das ist mit dem Grundgesetz, in dem großen Wert darauf legt, dass Bürger nicht manipuliert werden und sich eine freie Meinung bilden können, nicht zu vereinbaren. Ein weiterer Grund, die SPD zu verbieten.

Schließlich soll in Demokratien Gewaltenteilung herrschen, d.h. diejenigen, die Gesetze erlassen, sollen von denen, die Gesetze ausführen, getrennt sein. Dazu kommt, dass die Initiierung von Gesetzen nicht von denen vorgenommen werden darf, die letztlich Nutznießer von Gesetzen sind. Damit sollen mafiöse Strukturen verhindert werden, wie sie etwa darin bestehen, dass eine mächtige gesellschaftliche Gruppe, den eigenen Einfluss nutzt, um Gesetze zum eigenen Vorteil auf den Weg zu bringen, die den Rest der Gesellschaft schädigen, so wie dies z.B. beim Erneuerbaren Energiengesetz der Fall ist.

Rent Seeking SocietzGestern haben wir darüber berichtet, dass die Bund-Länder Kommission zur Medienkonvergenz, die sich am 25. März 2016 konstituiert hat und bei der es sich um ein Schattengremium handelt, von dem nur bekannt ist, dass „die Koordinierung auf Seiten des Bundes … bei Kultur- und Medienstaatsministerin Monika Grütters (CDU) liegt“, während die „rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) die Federführung für die Länder übernommen hat“.

Welche Personen mit welcher Qualifikation sich sonst noch in der Kommission finden, ist ein Geheimnis, das bislang noch der Lüftung harrt. Wie in Bananenrepubliken üblich, entscheidet ein graues Gremium über relevante Dinge des täglichen Lebens, wie z.B. das „Kartellrecht und die Vielfaltsicherung“ (übrigens unter Vorsitz des BMWi und Baden-Württembergs). Hinter beiden Begriffen versteckt sich abermals die angebliche Sorge um die Meinungsvielfalt in Deutschland, die man trefflich benutzen kann, um bestimmte gesellschaftliche Gruppen auf Kosten aller anderen zu bevorzugen.

Diesem Ziel dient derzeit die Prüfung, ob Ad-Blocker verboten werden sollen, weil das Geschäftsmodell von Verlagshäusern wie Springer oder Burda dadurch angeblich gefährdet ist. Komischerweise hat niemand nach einer staatlichen Regelung geschrien, als das Geschäftsmodell des Tante-Emma-Ladens durch Discounter und Supermärkte auf der grünen Wiese beseitigt wurde. Bei großen Verlagen ist das anders, was die oben dargelegte Bedeutung des Nepotismus und der Netzwerke zwischen in diesem Fall Politikern und Verlagsvertretern deutlich macht.

Nun will es der Zufall, dass sich viele der Medienunternehmen, die so sehr darunter leiden, dass Internetnutzer ihre Werbung nicht sehen wollen, im (Mit-)Eigentum der SPD befinden, so dass es zu der kuriosen Situation kommt, dass SPD-Vertreter in der Bund-Länder Kommission zur Medienkonvergenz darüber befinden, ob SPD-Unternehmen ein Marktvorteil dadurch verschafft werden soll, dass sie gegen Wettbewerber, die ihr Geschäftsmodell gefährden, geschützt werden. Da der Kollateralschaden eines Verbots von Ad-Blockern zum Schutz von SPD-Unternehmen darin besteht, Internetnutzern die Freiheit zu nehmen, darüber zu entscheiden, was sie auf ihrem Monitor sehen wollen und was nicht, ihnen also die persönliche Freiheit zu beschränken, zeigt sich die SPD nicht nur als Ansammlung von Opportunisten, die auf Kosten der Allgemeinheit eigene Vorteile verfolgen, sondern auch als Gefahr für die freiheitlich-demokratische Grundordnung, in der die persönliche Freiheit ein besonderes Gut darstellt. Ein weiterer Grund, die SPD zu verbieten, oder wie es in Artikel 21 des Grundgesetzes heißt:

“ 2) Parteien, die nach ihren Zielen oder nach dem Verhalten ihrer Anhänger darauf ausgehen, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen oder den Bestand der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden, sind verfassungswidrig“.


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Hier wird nicht geblockt! Bundesregierung prüft Freiheitsberaubung von Internetnutzern

Auf dem freien Markt herrscht Angebot und Nachfrage. Wer etwas anbietet, was niemand nachfragt, der hat Pech und wird insolvent. Es sei denn, er hat einen Staat, der den Kauf der nicht gewollten Leistung obligatorisch macht und für seine Bürger zur Pflicht erhebt.

Konsumentscheidungen von Bürgern sollen angeblich dem freien Willen unterliegen. Jeder Bürger soll konsumieren können, was angeboten und er sich leisten kann. Nun ja, es sei denn, er will sich eine Pistole kaufen oder frisst zu viel oder raucht und belastet dadurch die gesetzliche Krankenversicherung, in die er gezwungen wurden, weil der Gesundheitsmarkt kein freier Markt, sondern ein Lobbymarkt ist, auf dem sich die am besten bedienen können, die die Gesetzgebung beeinflussen: Apotheker, Hersteller von Medikamenten …

Nachdem die freie Konsumentscheidung von Bürgern, in den letzten Jahren einige Einschränkungen hat hinnehmen müssen, weil man Bürgern eben nicht zu viel frei wählen lassen darf, kommt nun der freie Konsumverzicht ins Visier der Regulanten.

Ursache dafür ist Werbung. Sie wissen schon, dieser Pop-Up-Blödsinn, den man weg-klickt, sofern man keinen Ad-Blocker installiert hat. Der Ad-Blocker, er ist eine freiheitsgewährende Maßnahme. Nicht nur, dass man die Internetseiten, auf die man seinen Browser schickt, frei wählen kann, man kann auch frei wählen, ob man beworben werden möchte oder nicht.

Das wiederum ist den deutschen Verlagen ein Dorn im Auge, jenen Printmedien, die schon unter dem Vorwurf, Lügenpresse zu sein, leiden und von Monat zu Monat weniger Leser finden, sie bringen auch immer weniger Online-Werbung an den Leser, denn: Der Ad-Blocker verbreitet sich. Er ist offensichtlich das, worauf die Internet-Welt gewartet hat. Auf einem freien Markt würde man sagen, dass die Nachfrage nach dem Ad-Blocker gezeigt hat, dass die Nachfrage nach unerwünschter und aufdringlicher Werbung kaum vorhanden ist. Entsprechend ist das Geschäftsmodell derer, die meinen, harmlosen Seitenbesuchern einen aufdringlichen Pop-Up-Mist auf den Monitor schicken zu müssen, gescheitert.

Das heißt, auf einem freien Markt wäre das Geschäftsmodell gescheitert.

Aber Deutschland hat keinen freien Markt. Deutschland hat ein politisches Gefallenssystem. Wer am lautesten jammert, wer Politikern am meisten Nutzen bringen oder auch Schaden zufügen kann, der hat gute Karten, selbst gescheiterte Marktmodelle auf Kosten der Allgemeinheit aufrecht erhalten zu können. Dass deutsche Banken unter den Augen der Kartellbehörde und alle zusammen, Kontoführungsgebühren erheben, ist eines dieser gescheiterten Marktmodelle. Dass deutscher Strom immer teurer wird, obwohl die Strompreise z.B. an der Pariser Strombörse fallen, ist auf ein am freien Markt chancenloses Geschäftsmodelle, das mit dem Erneuerbare Energien Gesetz gestützt wird, zurückzuführen.

Und das nächste gescheiterte Geschäftsmodell, das über politische Gefallen von Politikern gerettet wird, die sich gerne in einem guten Licht in Medien dargestellt sehen, das ist das Werbemodell der Online-Zeitungen. Letztere jammern derzeit ganz furchtbar darüber, dass eine wesentliche Finanzierungssäule ihres Geschäftsmodells geraubt wurde, wie sie das formulieren, vom Ad-Blocker.

Also: Weil freie Nutzer des Internets sich keine fremde Werbung auf ihren eigenen Monitor schicken lassen wollen und entsprechende Versuche blocken, deshalb sehen Zeitungsverlage, allen voran Springer ihr Geschäftsmodell gefährdet.

RaeumungJa dann müssen Sie ihr Geschäftsmodell eben ändern, kann man als Vertreter einer freien Marktwirtschaft nur sagen. Aber genau das wollen oder können die Medienhäuser nicht. Statt sich Gedanken darüber zu machen, wie man Konsumenten dazu bewegen könnte, Werbung zu akzeptieren bzw. selbst nachzufragen, rufen die Medienhäuser nach ihren politischen Gefallensgebern, jenen, die als Politiker in den Veröffentlichungen der Medienhäuser in gutes oder schlechtes Licht gerückt werden können. Es könne nicht sein, dass Konsumenten die Macht haben, einfach selbst zu entscheiden, was sie auf ihrem Monitor, Smartphone oder Fernseher sehen wollen und was nicht.

Der Ad-Blocker muss verboten werden, so fordern es die Medienhäuser, die immer mehr zu Ewiggestrigen, die den Wandel in die Moderne verschlafen haben, werden. Und in der Bundesregierung haben die Medienhäuser einen willigen Vollstrecker der eigenen Forderung nach Freiheitsberaubung von Internetnutzern gefunden.

“Kartellrecht/Vielfaltsicherung
Ergänzend zum Zwischenbericht hat sich die Bund-Länder-Kommission zur Medienkonvergenz mit den Themen Mediaagenturen und Ad-Blocker befasst. Das Bestehen gesetzgeberischen Handlungsbedarfs bei Mediaagenturen soll weiter geprüft werden. Bezüglich der Thematik Ad-Blocker soll eine zeitnahe Prüfung durch Bund und Länder klären, ob im Hinblick auf die wirtschaftlichen Auswirkungen und damit verbundenen medienpolitischen Risiken gegebenenfalls eine gesetzliche Flankierung geboten ist.“

Bastiat_legalMan muss sich die Worte, mit denen der Versuch umschrieben wird, Internet-Netzern die Freiheit zu nehmen, Werbung zu blocken, auf der Zunge vergehen lassen: Der Ad-Blocker fällt also unter das Kartellrecht und steht im Widerspruch zur Vielfaltsicherung. Ein Verbot des Ad-Blockers wird als „gesetzliche Flankierung“ umschrieben und die Tatsache, dass mit diesem Verbot eine staatliche Regulierung in Kraft wäre, deren einziges Ziel darin besteht, den Umsatz von Medienhäusern zu erhöhen, wird als „wirtschaftliche Auswirkung“ bezeichnet, die zu „medienpolitischen Risiken“ führen könnte, wenn die gesetzliche Flankierung nicht erfolgt.

Mit anderen Worten, das Verbot des Ad-Blockers, das die Bund-Länder-Kommission dem Bundestag empfehlen wird auszusprechen, es wird damit begründet werden, dass der Ad-Blocker zu notleidenden Medienkonzernen führt, die ihre Angebote, also die Vielfalt, die darin besteht, denselben Bericht von dpa oder Reuters auf den Seiten von FAZ, Süddeutscher oder WELT zu bringen, nicht aufrecht erhalten können (medienpolitische Risiken), weshalb flankierende Maßnahmen notwendig sind (also ein Verbot des Ad-Blockers).

Dass die flankierende Maßnahme die Freiheit von Internetnutzern beseitigt, selbst zu entscheiden, ob sie Werbung sehen wollen oder nicht, ist ein Kollateralschaden, der angesichts der so wichtigen politischen Gefallen, die den regulativen Kniefall vor Medienhäusern verlangen, damit Politiker auch morgen noch mit dem Kukident-Lachen auf allen ersten und zweiten Seiten zu sehen sein können, belanglos ist.

Nun gibt es böse Zungen, die behaupten, dass das Geschäftsmodell der Online-Zeitungen auch ohne Ad-Blocker gescheitert ist. Die Pay-per-Click Zeitungen finden keine Nachfrage und die Zeitungen, die ihren Online-Content nur gegen Abo abgeben, keine Online-Leser. Es wäre somit an der Zeit, sich ein neues Konzept, eine neue Form von Journalismus zu überlegen, eine, die auch nachgefragt wird, kritischen Journalismus zum Beispiel, aber diese Möglichkeit ist offensichtlich ausgeschlossen.

 


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Morddrohungen?! Grüne Jugend schmollt

Sie haben es nicht leicht, die Nachwuchs-Grünen in Rheinland-Pfalz, die gerade geschafft haben, was ihrem Landesverband so gut wie nie gelingt: Sie waren in allen deutschen Medien präsent, hatten eine unglaubliche Publicity und haben eine Vielzahl von Deutschen dazu gebracht, sich mit den Nachwuchspolitikern in Grün in Verbindung zu setzen. Allein 25.853 (and counting)

Menschen, wie es im Amtsdeutsch der Grünen Jugend heißt, haben sich auf Facebook zum Vorschlag der Grünen Jugend, die deutschen Fahnen bei der Europameisterschaft „herunter zu nehmen“ und sich fahnenlos zu freuen (sofern das geht), geäußert.

Und genau das ist das Problem der Grünen Jugend: Bürgerkontakt. So war das nicht vorgesehen. Die sterile Welt des politischen Nachwuchses, sie sieht Bürgerkontakt nur dann vor, wenn der Kontakt für die Grüne Jugend auch positiv ist. Ist er aber nicht. Die meisten der 25.853 (and counting) Kommentatoren bringen nämlich ihre Wut und ihr Unverständnis über den Vorschlag der Grünen Jugend zum Ausdruck. Teilweise geschieht dies in beleidigender, teilweise in witziger Form, so, wie es halt auf Facebook zugeht.

„Frei nach Joschka Fischer….“liebe Grünen, mit Verlaub, ihr habt einen an der Waffel“

„Hm, dann müssten ja die Anhänger aller 24 EM-Teilnehmer Nazis sein. Verbreitet diese Aufforderung doch auch in Frankreich. Ich bin gespannt wie die Franzosen darauf reagieren. Und stellt doch gleich den Antrag Deutschland aufzulösen.”

„Gehirnlosigkeit in Grünen Köpfen. Was wollt ihr eigentlich noch alles vorschreiben?
Mir fällt nichts mehr ein, außer: Ihr kotzt nich an😡 Wer zum Geier wählt diese Partei eigentlich??????“

„man habt ihr ne Macke…aber für ne Schlagzeile hat’s ja erstmal gereicht…schwachsinnige Vollidioten😝wer Grün wählt hat nen IQ im einstelligen Bereich“

„LOL – Ihr Grünen habt sie echt nicht mehr alle. Wie dumm kann man nur sein um nicht mehr unterscheiden zu können zwischen Patriotismus und Nationalismus. Da haben aber ein paar von Euch Pappnasen ganz schön geschlafen im Geschichtsunterricht. So kann man natürlich seine Partei auch abschaffen… – und ganz nebenbei erwähnt: Steigbügelhalter für die AfD werden. Ich hatte ja noch nie eine gute Meinung über linkes Volk, aber jetzt schiesst ihr den Vogel doch vollends ab. Ich lach mich gerade total schlapp über Euch. So geil!“

Nun ist ein derartiges Feedback das, wovon jeder Sozialwissenschaftler, jeder Parteistratege oder jeder Marketing-Mensch, der immer noch händeringend nach einer Idee sucht, um sein „Customer-Relationship-Management“ vom Monolog zum Dialog zu überführen, träumt. Nicht so für die Grüne Jugend. Der politische Nachwuchs ganz in den Fußstapfen seiner großen Grünen Vorbilder … … … (fällt uns derzeit leider niemand ein), verbittet sich derartige Rückmeldungen, mehr noch, die Schmollanten aus Mainz fühlen sich in ihrem ursprünglichen Statement bestätigt, von Lernen also keine Spur:

wrong end of chainsawWir wünschen allen Fußballfans ein spannende und friedliche UEFA-Fußballeuropameisterschaft der Herren [Seximus in Grünen Weihnachtswünschen?]. Viele Menschen werden das Großereignis hoffentlich friedlich, weltoffen und entspannt erleben. Es war nie unsere Absicht Menschen unter Generalverdacht zu stellen. Die vielen Hasskommentare, die sexistischen Äußerungen und die Nazi-Propaganda unter unserem Facebook-Post zeigen, dass dieser „unverkrampfte“ Patriotismus doch nicht so harmlos daherkommt, wie es von manchen allzuoft behauptet wird. Mit dem Post haben wir ganz offensichtlich einen Nerv getroffen. Es zeigt, dass ein Diskurs über den sogenannten „Party-Patriotismus“ und dessen Folgen dringend notwendig ist. Selbstverständlich ist nicht jede Person, die Fußball schaut und feiert, nationalistisch. Doch insbesondere die Morddrohungen zeigen, dass es Menschen gibt, die unter dem Deckmantel des „Party-Patriotismus“ nationalistisches Gedankengut verbreiten und ganz offensichtlich ein Problem mit Meinungsfreiheit haben. Diesen mangelt es an Toleranz gegenüber anderen politischen Meinungen. Mehrere hunderte Kommentare sind beleidigend, Volksverhetzend oder konkrete Bedrohungen. Gegen diese werden wir selbstverständlich Strafanzeige stellen,“ kommentieren Jennifer Werthwein und Benjamin Buddendiek, Sprecher*innen der GRÜNEN JUGEND Rheinland-Pfalz, die Hasskommentare zum Party-Patriotismus.“

Aus dem Nichts prasseln Morddrohungen und Hasskommentare und natürlich sexistische Äußerungen auf die Grüne Jugend, die doch gar nichts getan hat, nieder: Wir haben die ersten 1000 Kommentare gelesen und nichts davon gefunden. Statt dessen finden wir zum Teil rüde Kommentare, die zeigen, wie sehr die Wertvorstellung dessen, der den Kommentar hinterlassen hat, durch den Vorschlag der Grünen Jugend, die Deutschland-Fahnen doch am besten zuhause zu lassen, verletzt wurde. Das würde intelligenten Menschen zu denken geben. Sie würden sich überlegen, ob sie mit ihrer Forderung vielleicht zu weit gegangen sind, ob sie vielleicht einen Fehler gemacht haben – zumindest einen strategischen Fehler.

GarfinkelAnders die Grüne Jugend. Sie qualifizieren sich bereits jetzt zum Politiker, insofern sie dieselbe geistige Enge teilen, die Meldungen aus der Außenwelt nur dann zu akzeptieren bereit ist, wenn sie dem, was im Kopf bereits an Vorstellung vorhanden ist, entsprechen. Damit wird weitgehend jede Möglichkeit, die Welt, wie sie ist, zur Kenntnis zu nehmen, ausgeschlossen, und vor allem wir ausgeschlossen, dass die Grüne Jugend lernt, lernt, dass sie mit ihrem dummen Vorschlag zu weit gegangen ist, dass sie tatsächlich an tiefliegenden Wertbeständen gerührt hat, deren Verletzung zu heftigen Reaktionen führt. Ethnomethodologische Forschung, die u.a. Harold Garfinkel durchgeführt hat, hat in vielen Bereichen gezeigt, wie mächtig die Wirkung ist, die von unhinterfragten Werten ausgeht und das Feiern mit Deutschland-Fahne bei der Europameisterschaft, an dem niemand außer der Grünen Jugend etwas Verwerfliches gefunden hat, es ist ein solcher unhinterfragter Wert, der genau dann zu heftigen Reaktionen führt, wenn er angesprochen, thematisiert und am Ende noch beseitigt werden soll.

Dies alles hätte die Grüne Jugend lernen können, wenn sie sich nicht in die Schmollecke verzogen hätte. Statt dessen geben sie den Uneinsichtigen, das störrische Kind, das die Konsequenzen der eigen Handlungen nicht tragen will und jetzt zu Papa Anwalt läuft, um sich von Papa Anwalt aus der Patsche holen zu lassen und zumindest einen formalen Sieg davon tragen zu können.

Man ist als älterer Mensch geneigt, Kindern nachzusehen, wenn sie übers Ziel hinausschießen. Wenn sich die Kinder dann aber gerieren wie die Grüne Jugend in Rheinland-Pfalz, lernresistent und patzig, dann kann man sich diese Nachsicht nicht leisten, dann muss man durchgreifen und die beste Art durchzugreifen, besteht nach wie vor darin, den Kindern das Taschengeld zu streichen und die Nachwuchsorganisation der Grünen in Rheinland-Pfalz von der Liste der von Steuerzahlern zu finanzierenden Institutionen zu entfernen.


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Steuermittelverschwendungssucht, Unsinnsucht, Opportunismussucht …

Anbiederungssucht, Papiervernichtungssucht, Schwallsucht …

Fehlt eine Sucht? Erfinden Sie die fehlende Sucht, und schicken Sie den neuen Suchtvorschlag an den Deutschen Bundestag, zu Händen des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung. Behaupten Sie, ihre Sucht habe etwas mit neuen Technologien zu tun.

Und beteiligen Sie sich an der Steuermittelverschwendungssucht. Die Steuermittelverschwendungssucht ist durch das Internet geradezu explodiert: Viele Opportunisten sehen für sich die Möglichkeit, Steuergelder zu kassieren, und zwar dafür, dass sie behaupten, das Internet wirke sich negativ auf XY aus, führe zu einer entsprechenden Online-Sucht.

InternetsuchtfolgenDie Erfindung der jeweiligen Online-Sucht ist letztlich nichts anderes als ein Indikator der Steuermittelverschwendungssucht, deren Prävalenz von den Autoren des vorliegenden Beitrags auf 50% geschätzt wird. 50% aller über Steuermittel finanzierter sogenannter Studien, sind ein Ergebnis von Steuermittelverschwendungssucht, denn die angeblichen Studien sind das Papier nicht wert, auf das sie gedruckt sind. Dies zeigt, dass Steuermittelverschwendungssucht regelmäßig mit einer Reihe von Ko-Morbiditäten einhergeht: Papierverschwendungssucht hat zur Folge, dass wenig bis kein Inhalt über Seiten gestreckt wird, so dass man auf Seite 62 einer Studie zu „neuen elektronischen Medien und Suchterverhalten“ liest:

“Im Gegensatz zu Onlinespielsucht ist die Sucht nach sozialen Netzwerken (Social-Network-Sucht) bislang wenig erforscht. Wölfling et al. (2015, S.102f) führen verschiedene jüngere Studien an, in denen die Sucht nach sozialen Netzwerken als eigenständige Variante der Internetsucht hervorgehoben wird.“

Auf Seite 11 der nämliche Studie war zu lesen:

Die Sucht nach sozialen Netzwerken (Social-Network-Sucht) ist bislang wenig erforscht. In verschiedenen Studien wird ein Bedarf angezeigt, die Social-Network-Sucht als eigenständige Variante der Internetsucht hervorzuheben …“

Papierverschwendungssucht in Tateinheit mit Schwallsucht und Unsinnsucht. Erstere zeigt sich darin, dass wiederholt dasselbe in nur leicht modifizierter Form geschrieben wird, Letztere findet darin ihren Ausdruck, dass der Schreiber mehrfach Unsinn schreibt, ganz so, als sei seine Steuerverschwendungssucht nicht auf Opportunitätssucht oder Anbiederungssucht zurückzuführen, also nicht darauf, dass er eine Gelegenheit wittert, um Kasse auf Kosten von Steuerzahlern zu machen, sondern darauf, dass er tatsächlich und im wahrsten Sinne des Wortes unsinnsüchtig und steuermittelverschwendungssüchtig ist.

Ein Blick in den Katalog der Symptome, die für die Beschreibung einer entsprechenden Mode-Sucht herangezogen werden, erhärtet den Befund: So wird z.B. Internetsucht als gegeben angesehen, wenn der vermeintlich Süchtige, sich aus dem sozialen Leben zurückzieht und lieber mit seinem Computer zu Gange ist als mit seinen Bekannten. Der so Süchtige verliert die Kontrolle über sein Leben, das nunmehr vom Computer bestimmt wird. Er kann sich ein Leben ohne das Internet nicht mehr vorstellen, weiß aber, dass seine Sucht eine Sucht ist und versucht deshalb, die Sucht zu verbergen.

iNTERNETSUCHTÄhnlich der Steuermittelverschwendungssüchtige: Die Verschwendung von Steuergeldern wird zum zentralen Motiv seines Daseins. Einst ein vielversprechender Student mit akademischer Zukunft oder ein normaler Mensch mit Zukunft auf dem Arbeitsmarkt, wählt der Steuermittelverschwendungssüchtige einen Weg ins Abseits: als Politiker verschwendet er Steuermittel im großen Umfang, nach Lust und Laune und offenbart damit die Ko-Morbidität zwischen Steuermittelverschwendungssucht, Narzissmus und Infantilismus. Als gescheiterter Akademiker verfasst er so genannte Studien, in denen er seine Unsinnsucht auslebt und seine Steuermittelverschwendungssucht noch verstärken kann. Hier vernichtet er Papier, verliert jeden Bezug zur wissenschaftlichen Realität, schwallt lieber in Text, als dass er sich mit Kollegen austauscht. Er zieht sich mehr und mehr aus wissenschaftlichen Kontexten zurück, wird immer mehr zum Abhängigen der Politiker, die ihn finanzieren, und verliert schließlich jede Verbindung zur Wirklichkeit. Er ist nun ein 100%iger Verschwender von Steuermitteln und versucht, die Tatsache der Verschwendung durch viele Worte auf vielen Seiten Paper zu verschleiern. Im Ergebnis produziert er Unsinn, er vernichtet Papier und frönt seiner Schwallsucht.

Am Ende steht dann ein Bericht, wie der unter BT-Drucksache 18/8604 veröffentlichte, der auf vielen Seiten nichts oder wenig sagt, und eine neue Sucht offenkundig werden lässt, die sich als förderlich für Steuermittelverschwendungssucht zeigt, die Suchterfindungssucht. Und so erfinden die Steuermittelverschwendungssüchtigen Michaela Evers-Wölk und Michael Opielka in ihrem Bericht für den Deutschen Bundestag und unter Anleitung von Patricia Lips, Vorsitzende, Dr. Philipp Lengsfeld, Berichterstatter, René Röspel, Berichterstatter, Ralph Lenkert, Berichterstatter und Harald Ebner, Berichterstatter, Unmengen neuer Süchte, darunter, neben den bereits erfundenen:

  • Allgemeine Internetsucht
  • Onlinespielsucht

die folgenden:

  • Soziale Netzwerksucht,
  • Facebook-Sucht,
  • Twitter-Tweet-Sucht,
  • WhatsAppSucht,
  • Chatsucht,
  • Onlinekommunikationssucht,
  • Onlinesexsucht,
  • Onlinekaufsucht,
  • Onlineglücksspielsucht,

Angsichts dieser Vielzahl neu erfundener Süchte halten wir die Suchterfindungssucht für eines der größten Probleme, das Steuerzahler derzeit haben. Denn: Die Suchterfindungssucht ist eine Untersucht der Steuerverschwendungssucht, die offensichtlich mit der Profilierungs-, Opportunismus- und Anbiederungssucht einhergeht und dazu führt, dass die Unsinn- und Schwallsucht sich immer mehr Raum nimmt, um nicht nur der eigenen Papiervernichtungssucht zu frönen, sondern der Steuerzahlerschädigungssucht, die letztlich hinter all den Süchten steht, zuarbeitet.

Bei so vielen Abhängigen, die süchtig nach öffentlichen Aufträgen sind und entsprechend alles schreiben würden, um ihre Sucht nach Steuermitteln zu befriedigen, ist es kein Wunder, dass der Eindruck, Teile Deutschlands seien im offenen Vollzug, sich zur Gewissheit verdichtet.


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Schröpfen für das höhere Ganze: Das kann man nur mit Deutschen machen

Was gibt es nicht alles für Wenden in Deutschland. Manche werden sich noch an die Kohlsche Wende und deren Politik nach 1983 erinnern. Aktuell gibt es eine Klimawende und eine Energiewende. Eigentlich sind Wenden ja Umkehrungen, die dazu führen, dass man den Weg, den man bislang gegangen ist, wieder zurückgeht. Was vor diesem Hintergrund von einer Energiewende zu halten ist (zurück in die Höhle und zum Holzfeuer?), das kann jeder für sich selbst entscheiden.

Die deutsche Energiewende kommt in Form von unansehnlichen Windkraft-Monstern, giftiger Solartechnik und aromatischer Gülle-Verstromung. Kohlendioxid freisetzende Kohle, entsprechendes Gas und natürlich die schrecklich saubere Nuklearenergie, sie müssen weichen – und das hat seinen Preis.

Am besten den Strom selbst produzieren.

6.345 Cent pro Kilowattstunde: So hoch ist der Preis für jeden privaten Verbraucher von Strom – für die Energiewende. Bei einem durchschnittlichen pro-Kopf Verbrauch von 6.160 Kilowattstunden pro Jahr sind das Mehrkosten von durchschnittlich 391,40 Euro pro Kopf und Jahr. Stattlich, aber angeblich notwendig, denn einerseits geht es darum, das große Gute zu finanzieren, das hehre Ziel, die Erde auch für Generationen, die nach 2871 ggf. geboren werden, noch lebenswert zu hinterlassen, andererseits geht es um das zweite große Gute, nämlich diejenigen zu finanzieren, üppig zu finanzieren, die sich im Schweiße ihres Angesichts dafür krummlegen, dass auch 2871 noch Kinder mit lachenden Gesichtern über deutsche Wiesen stolpern können.

Um dies zu gewährleisten, haben sich die Politiker, die immer sehr freigiebig sind, wenn sie das Geld anderer verteilen können, ein System einfallen lassen, das man an Hinterlist und Fiesheit kaum überbieten kann und das sicherstellt, dass Steuerzahler in jedem Fall die Zeche bezahlen.

Fangen wir mit der EPEX, der European Power Exchange in Paris an. Dort kann man Strom verkaufen. Die Preise schwanken stark zwischen 0,67 ct/kWh am frühen Sonntagmorgen und 4 ct/kWh am späten Mittwochmorgen. Im Wochendurchschnitt gibt es Strom für 2,5 ct/kWh zu kaufen.

Die Erneuerbare Energien Umlage, die jeder private Stromverbraucher in Deutschland zu entrichten hat, beläuft sich bereits auf 6,345 ct/kWh, d.h. allein das, was Deutsche bezahlen müssen, um die Energiewende zu finanzieren, ist schon um 152% mehr als der Strompreis an der Strombörse in Paris. Und das Witzige ist, damit haben sie noch keine einzige Kilowattstunde gekauft.

Mit der EEG-Umlage, die Steuerzahlern abgezwackt wird, finanzieren die privaten Stromverbraucher horrende Preise für die alternativ erzeugte Energie, z.B.

  • 15,4 ct/kWh für Strom, der in Offshore-Windanlagen erzeugt wurde. Der Preis wird in § 50 EEG garantiert. Der garantierte Abnahmepreis für offshore produzierte Windenergie liegt 445% über dem Preis, zu dem man Strom an der EPEX kaufen kann. Die 445% Mehrkosten tragen die privaten Steuerverbraucher.
  • 9,23ct/kWh für Strom aus Solarenergie, garantiert in § 51 EEG. Der Preis liegt 269% über dem durchschnittlichen Strompreis an der EPEX.
  • 8,9 ct/kWh für Strom aus Windenergie, der an Land erzeugt wurde. § 49 EEG regelt die entsprechende Höhe. Der garantierte Abnahmepreis liegt 256% über dem Strompreis an der EPEX.

Deutsche Stromverbraucher sind also dazu verdammt, Strom zu weit höheren Preise zu kaufen als es notwendig ist. Aber sie können sich damit trösten, dass sie dabei mithelfen, die Erde auch im Jahr 2871 noch mit den Geschrei von Kindern zu erschüttern.

Aber es kommt noch besser. Erzeuger alternativer Energie können ihren Strom direkt an der EPEX vermarkten. Natürlich erhalten sie dann den Marktpreis, der deutlich geringer ist als der Abnahmepreis, der ihnen im EEG garantiert wird, 445% geringer im Fall von offshore erzeugter Windenergie. Aber das macht nichts. § 34 EEG ist überschrieben mit „Marktprämie“. Wer direkt vermarktet, der wird dafür belohnt, und zwar dadurch, dass die Steuerzahler dazu verpflichtet werden, die Differenz zwischen dem Marktpreis an der EPEX und dem garantierten Abnahmepreis über die EEG-Umlage zu tragen.

windkraftgegenerDas Perfide an dem ganzen System besteht nun darin, dass die Erzeuger erneuerbarer Energien den Strommarkt mit ihrem Strom überschwemmen, was dazu führt, dass der Preis, der an der EPEX für Strom zu erzielen ist, sinkt. Die Differenz, die die Steuerzahler in Deutschland über die EEG-Umlage auszugleichen haben, wird entsprechend immer größer, was zu dem absurden Zustand führt, dass die EEG-Umlage steigt, der Strom für private Verbraucher in Deutschland immer teurer wird obwohl der Strom an Strombörsen immer billiger wird.

Wie man einen derartige Wirtschaft nennt, wissen wir nicht. Es ist mit Sicherheit keine Marktwirtschaft. Am ehesten eignet sich der Begriff der geplanten Schröpfwirtschaft oder des Strompreiswuchers, der auf der einen Seite Strompreisgewinnler sieht und auf der anderen Seite Geschröpfte. Aber denken Sie, geschröpft, wie Sie nun einmal sind, an die Kinder, die 2871 durch von Windrädern gesäumte Alleen springen und alles wird besser erträglich – oder?


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Ungerechtigkeit in Deutschland – Der neue Klassenkampf

Gestern haben wir dargelegt, dass sich westliche Parteiensysteme derzeit wandeln. Es gibt eine neue Konfliktlinie, die zwischen denen verläuft, die Mehrwert produzieren und denen, die den produzierten Mehrwert verbrauchen. Um die Dimensionen dieser neuen Konfliktlinie, die man pointiert auch als neuen Klassenkampf zwischen Produktivkräften und der unproduktiven Mittelschicht bezeichnen könnte, deutlich zu machen, bringen wir in losen Abständen Beispiele für den neuen Gerechtigkeitskonflikt, der sich nicht nur in Deutschland findet.

Beginnen wir heute mit Andreas Büttner, einem Gas- und Wasserinstallateur in Berlin, dessen Namen wir erfunden haben. Die Ausbildung zum Anlagenmechaniker, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, sie dauert dreieinhalb Jahre. Die nachfolgende Tätigkeit ist eine verantwortungsvolle Tätigkeit, denn niemand will, dass ihm die neu installierte Heizungsanlage um die Ohren fliegt. Gleichzeitig ist der Nutzen der Ausbildung zum Anlagenmechaniker schnell zu sehen und zu spüren, vor allem im Winter.

Ein Gas- und Wasserinstallateur, der eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker hinter sich gebracht hat, verdient im Durchschnitt 2.480 Euro. Davon bleiben ihm nach Abzug von Steuern und Abgaben 1.641,45 Euro (Unser Anlagenmechaniker ist 31 Jahre alt und ledig). Rund 840 Euro werden Büttner abgezogen: 232 Euro Rentenversicherung, von denen er im Alter wenig haben wird (weil die Rentenversicherung eine negative Rendite für ihn erwirtschaftet), 209 Euro Krankenversicherung, mit denen er u.a. die Mitversicherung von Müttern und Kindern finanziert, und 308 Euro Lohnsteuer, die genutzt werden, um staatliche Bedienstete zu finanzieren.

Fritz Markus (fiktiver Name) ist ein solcher staatlicher Bediensteter. Er ist Hochschulabsolvent und wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer Berliner Hochschule und verdient als lediger, 31-Jähriger rund 3.243,92 Euro brutto. Davon bleiben ihm nach Abzug der Steuern 1.971,79 Euro netto. Markus, der Hochschuldozent, verdient 331 Euro und somit 20% mehr als der Gas- und Wasserinstallateur Büttner, von dem wir bereits wissen, welcher Nutzen durch seine Tätigkeit entsteht.

Welcher Nutzen entsteht nun durch die Tätigkeit von Markus der an seiner Hochschule Seminare wie das folgende, bei dem es sich um ein Seminar handelt, das tatsächlich stattgefunden hat, hält?

weisse maenner„Die Geschichte der europäischen Ideen wurde von weißen Männern geschrieben. In ihr drückt sich nicht nur eine Abwertung und die Rechtfertigung der Unterdrückung von Frauen und Nichteuropäer*innen aus, sondern vor allem auch ein spezifisches Selbstbild, das untrennbar mit dem jeweiligen Begriff von Politik und Wissenschaft verbunden ist; der europäische Mann versteht sich als Einziger, der zu beidem wirklich fähig ist. So scheinen Politik und Wissenschaft wie für den europäischen Mann gemacht – und umgekehrt. Das Bild, das weiße Männer von sich selber gezeichnet haben, diente somit immer der Legitimation ihrer Herrschaft, von der Antike bis heute. Eine besondere Wendung erfuhr es während der Aufklärung: hier entwickelte sich die Vorstellung bürgerlicher autonomer Subjektivität, welche in ihrer Abstraktheit zunächst sowohl universell wie auch geschlechtslos erscheint. Die in der modernen Subjektvorstellung enthaltene männliche und weiße Norm bleibt durch diesen Schein verdeckt und unthematisiert – vielfach noch heute. Das Seminar will diese unsichtbare Norm europäischer Männlichkeit zum Thema machen. Dazu sollen ideengeschichtliche Texte von Platon bis Nietzsche auf die in ihnen enthaltenen Männlichkeits- und Europakonstruktionen hin gelesen und befragt werden, um die Wandlungen und Kontinuitäten dieser Selbstbilder herauszuarbeiten. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Epoche der Aufklärung. Ebenso sollen auch postkoloniale und feministische Kritiken dieser Vorstellungen behandelt werden. Ein gleichzeitiger oder bereits abgeschlossener Besuch der Vorlesung ‚Politische Ideengeschichte‘ wird für eine gewinnbringende Teilnahme am Seminar empfohlen.“

Nach der Diktion, die sich unter Ideologen an Hochschulen durchgesetzt hat, handelt es sich bei Gas- und Wasserinstallateur Büttner um einen Bildungsfernen, denn er hat lediglich den Abschluss einer Hauptschule vorzuweisen. Dagegen ist Markus ein Bildungsnaher, der von Hochschulen aus eine intellektuelle Überlegenheit gegenüber Bürgern wie Büttner, die, wenn sie aus deren Sicht falsch wählen von akademisierten Beleidigern, zu Wutbürgern oder bösartigen Kleinbürgern erklärt werden, empfindet.

Wer von beiden, Büttner oder Markus produziert einen größeren gesellschaftlichen Nutzen? Wer von beiden wäre verzichtbar? Wer von beiden hat eigentlich keinerlei Grund, auf den jeweils anderen herunterzuschauen? Und wer von beiden, lebt prekär? Das sind Fragen an unsere Leser und Fragen, die sich auf den Gerechtigkeitskonflikt, der die Basis des neuen Klassenkampfes ist, beziehen.

Der neue Klassenkampf, er kann am Beispiel von Büttner und Markus personifiziert werden, denn Ersterer verdient nicht nur weniger als Letzterer, er zahlt auch Steuern, die genutzt werden, um Letzteren zu finanzieren. Der Nutzen der geringer entgoltenen Tätigkeit von Büttner ist – gemessen an allen denkbaren Größen – größer als der Nutzen der Tätigkeit von Markus. Dennoch wird das höhere Gehalt von Letzterem über die Steuern von Ersterem finanziert. Ist das gerecht? Deshalb gibt es einen neuen Klassenkampf in Deutschland, der sich in den letzten Wahlergebnissen niedergeschlagen hat.

Die Einkommensdaten stammen von Lohnspiegel.de bzw. aus den Gehaltstabellen für den öffentlichen Dienst des Landes Berlin.


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Breite Manipulation der Öffentlichkeit: EU bezahlt Wahl-Animateure

Es ist noch gar nicht lange her, da haben wir über eine Analyse von Christopher Snowdon berichtet. Eine Analyse, die es in sich hat, zeigt sich doch, was man als korrupten europäischen Ringtausch bezeichnen könnte. Er geht wie folgt:

Die EU wird von Steuerzahlern finanziert.

Voraussetzung dafür ist, dass die meisten Europäer denken, die EU würde ihnen einen Nutzen bringen

Damit das auch so bleibt, nimmt die EU-Kommission einen Teil des Geldes der Steuerzahler und betreibt Marketing in eigener Sache.

Die EU-Kommission finanziert eine Vielzahl von Organisationen, deren Aufgabe darin besteht, die EU und die EU-Kommission in den Mitgliedsländern der EU positiv darzustellen, damit die Europäer der Ansicht sind, die EU würde ihnen einen Nutzen bringen.

euro puppetsWir nennen dies eine offene Form der Meinungskorruption, eine besonders perfide Form des Nudgings, denn natürlich will man bei der EU-Kommission nur das Beste für die Europäer und damit sie auch wissen, dass die EU und ihre Kommission das Beste sind, das sie für ihr Steuergeld bekommen können, sollen die Europäer von Organisationen, die die EU-Kommission zu 100% finanziert, die also Niederlassungen der EU-Kommission sind, davon überzeugt werden, dass die EU das Beste ist, was sie für ihr Steuergeld haben können. Und weil die EU-Kommission aus bescheidenen Kommissaren besteht, die nicht dabei beobachtet werden wollen, wie sie Gutes tun, finanzieren sie Satellitenorganisationen, um mit dem Geld der Steuerzahler und im Auftrag der EU Gutes zu tun.

Man kann die entsprechenden Organisationen als Entsprechung zu den Animateuren beim Club Med ansehen. Letztere versuchen, diejenigen, die einen Urlaub im Club Med gebucht haben, davon zu überzeugen, dass das eine gute Wahl war, Erstere versuchen, die Europäer davon zu überzeugen, dass die Steuergelder, die man ihnen abzieht, um sie nach Brüssel zu überweisen, dort sehr gut angelegt sind. Fehlt bloß der Strand …

Die Kollegen von Guido Fawkes haben eine dieser Niederlassungen der EU-Kommission, eine jener Organisationen, die ein eigenständiges Dasein vortäuscht und doch in der Regel zu 100% der EU-Kommission gehört, ausfindig gemacht, die dazu instrumentalisiert wird, britischen Wählern vorzugaukeln, eine unabhängige Organisation habe, völlig frei von eigenen Interessen, gute Gründe gefunden, um in der Europäischen Union zu bleiben.

Das Wilfred Martens Centre for European Studies, ein Tochterunternehmen der EU-Kommission, in das die EU-Kommission das Kapital einbringt, hat ein Video gemacht, in dem 10 gute Gründe zu sehen sein sollen, die den Verbleib Großbritanniens in der EU quasi zur Pflicht machen.

eu-flagDas Wilfred Martens Centre for European Studies wurde im Jahr 2014 mit 4,2 Millionen Euro von der EU gefördert und lebt somit zu gut 85% auf Rechnung der EU-Kommission, also vom Geld der Europäischen Steuerzahler. Dass das Wilfred Martens Centre im Gegenzug für die Europäische Kommission Stimmung macht und dafür sorgen will, dass die Briten von der Notwendigkeit, in der EU zu verbleiben und weiterhin Steuergelder nach Brüssel zu überweisen, aus denen dann auch das Wilfred Martens Centre finanziert werden kann, überzeugt werden, ist irgendwie so verständlich, wie Korruption als solche verständlich ist. Viele, die die Gelegenheit haben, sich aus den Taschen anderer zu bedienen, tun das sehr bereitwillig, und warum sollen die EU, die EU-Kommission oder das Wilfred Martens Centre hier eine Ausnahme machen. Bislang jedenfalls gibt es keinen Aufschrei, der die Korruption der EU-Kommission und ihrer Animateure in den Niederlassungen der EU-Kommission zum Gegenstand hat. Warum also jetzt aufhören, wo es die ganze Zeit so gut funktioniert hat und ein so lukratives Geschäft ist?


 

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