Traumtänzer! 200.000 Euro vertanzen? Das BMBF macht es möglich

Aus der Reihe irgend etwas mit Bildung und Kultur und Flüchtlingen beantragen – das wird immer gefördert, präsentieren wir heute: BMBF-Förderung für die Erforschung von Tanz als Mittel kultureller Bildung,

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The Snout in the Trough

Mainz. Traumtänzer an den Universitäten Mainz, Marburg und Münster gehen davon aus, „dass sich künstlerische Bildung auf Kinder und ihre Lehr- und Lernumgebung positiv auswirkt“. Sie gehen davon aus „obwohl es international kaum Forschung dazu“ gibt, „ob dies auch auf künstlerische Bildung durch Tanz zutrifft“, wie sie sagen. Als Vortänzer muss man eben neue Schritte gehen, manchmal auch den dritten vor dem zweiten.

Einschub – Für alle, die auch ohne Wissen tanzen:

Um herauszufinden, welche – wenn überhaupt – „Potentiale Tanz im Hinblick auf die Förderung kultureller Bildung“ hat, werden „tanzspezifische Erhebungsinstrumente zur Erfassung tänzerischer Vermittlungskonzepte“ entwickelt. Einen „tanzspezifischen Selbstkonzepttest für Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren“ gibt es bereits.

Tanzkundige Sachbearbeiter im ansonsten tanzunkundigen Bundesministerium für Bildung und Forschung haben das tanzspezifische Anliegen der forschenden Tänzer aus Mainz, Marburg und Münster mit tanzfreundlichem Wohlwollen betrachtet und links, rechts, Wiegeschritt, eben einmal 200.000 Euro nur für die Mainzer Tänzer bereitgestellt. Da wir in tanzender Gleichberechtigung leben, muss man annehmen, dass die Tänzer aus Marburg und Münster ebenfalls mit 200.000 Euro die nächsten Schritte finanziert erhalten.

Warum auch nicht. Es ist doch tanz-unglaublich wichtig herauszufinden, ob Polka oder Dabke, Baladi, Halay, Limbo, Slow Waltz, Reel, Round Dance, Schuhplattler, Tamouré oder Zevensprong „Potentiale im Hinblick auf die Förderung kultureller Bildung“ haben. Immerhin lernt man beim Slow Walz viel über die englische Mentalität und der Dabka, sagt alles, über Syrien, so wie der Zevensprong einen ganz neuen Blick auf die Holländer eröffnet, fast so, wie der Schuhplattler dies für die Oberbayern tut.

200.000 Euro um herauszufinden, ob Kinder, die man Schuhplatteln lässt, sich anschließend der bayerischen Lebensweise verbunden fühlen, oder Jungen, die Dabke tanzen anschließend zum Islam konvertieren, sind sicher ein angemessener Preis, zumal tanzspezifische Überlegungen, die in tanzakribischer Recherche von speziellen Tanzkraten im Minsterium für tänzerische Bildung und tanzkulturelle Forschung in die Tanz-Erkenntnis gemündet sind, dass tanzspezifische Erhebungsinstrumente wichtig sind, Erhebungsinstrumente, die genutzt werden können, um tanzgerichtete Einstellungen, die wiederum in tanz-ideologischen Überzeugungssystemen gespeichert werden, aus denen tanzdetaillierte mikroanalytische Tanz-Erkenntnisse gewonnen werden können, wie die folgenden:

Herrenschritte:

1. Schritt mit rechts nach rechts.
2. Schritt mit links nach vorne und dann den Fuß voll belasten.
3. Den rechten Fuß voll belasten, den anderen dafür entlasten.
4. Einen Schritt mit links seitwärts nach links machen. Nun 2 Schläge warten. Hüfte bewegt sich aber.
5. Rechten Fuß rückwärts setzen und voll belasten.
6. Vorderen linken Fuß voll belasten.
7. Rechten Fuß seitwärts nach rechts setzen. 2 Schläge warten. Hüfte bewegt sich.

Nun geht es mit 2. weiter.
Damenschritte:

1. Schritt mit links nach links.
2. Schritt mit rechts nach hinten und dann den Fuß voll belasten.
3. Den linken Fuß voll belasten, den anderen dafür entlasten.
4. Einen Schritt mit rechts seitwärts nach rechts machen. Nun 2 Schläge warten, dabei die Hüfte laufen lassen.
5. Linken Fuß vorwärts setzen und voll belasten.
6. Hinteren rechten Fuß voll belasten.
7. Linken Fuß seitwärts nach links setzen. 2 Schläge warten. Hüfte bewegt sich.

Dann geht es mit 2. weiter.

Andererseits zementiert die tanzspezifische Betrachtung des tänzerischen Ausdrucks in tanz-tiefenanalytischer Intention die tanzgeforderte Trennung nach Tänzer-Geschlecht, wie sie oben dargelegt wurde, so dass in einem nächsten tanzorientierten Projekt untersucht werden soll, ob tanzspezifische Schritte, die nach Tänzer-Geschlecht getrennt sind, dazu führen, dass die tanzkulturelle Bildung von Kindern an durch Tanz verursachten überkommenen Rollentanzmodellen orientiert ist, was wiederum dazu führen müsste, dass die „tanzspezifischen Erhebungsinstrumente“ und die „tanzspezifischen Selbstkonzepttests“ entweder tänzerisch überarbeitet oder eliminiert werden müssten.

Das Folgeprojekt gibt es dann für 300.000 Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Moderne Tanzforschung (über eine spezifische Form tänzerisch vermittelter kultureller Bildung):

Korruption leben: 104,5 Millionen für 2.578 Projekte deutschlandweit

Demokratie leben! Politiker, deren Parteien im Bundestag vertreten sind, sind der Ansicht, in Deutschland wird nicht genug Demokratie gelebt. Deshalb sind sie angetreten, um nicht etwa die eigenen Defizite im Hinblick auf die Praktizierung von Demokratie zu beseitigen. Nein. Sie sind angetreten, ihr Volk zu mehr Demokratieleben zu erziehen.

BMFSFJ Demokratie leben

Manipulation per logischem Unsinn?

104,5 Millionen Euro lassen sich die Politiker das Projekt „Demokratie leben!“ kosten.
104,5 Millionen Euro, die eingesetzt werden, um 2.578 Projekte deutschlandweit zu finanzieren, die sich mit einem der folgenden Themen beschäftigen:

• Beratung und Betreuung ausländischer Flüchtlinge
• Bildungszentren
• Demokratie leben!
• Engagierte Stadt
• Frauen vor Gewalt schützen (Bundesverbände Berlin)
• Freiwilligenagenturen
• Jugend stärken im Quartier
• Jugendmigrationsdienste
• Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz
• Mehrgenerationenhäuser
• Menschen stärken Menschen

Es geht also darum, Menschen, außer Männern Themen nahe zu bringen, damit sie Demokratie leben können. Es geht nicht darum pro Projekt rund 3 Mitarbeiter, die ein Studienfach mit direktem Zugang zum Arbeitslosenmarkt belegt haben, zu versorgen, wie böse Zungen behaupten…

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The Snout in the Trough

Wer Demokratie leben will, der kann dies z.B. bei der Amadeu Antonio Stiftung im „Strukturfeld: Rechtsextremismus und Gender“ tun. Er kann auch bei der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus KIgA e.V. Demokratie leben oder gemeinsam mit dem „Violence Prevention Network e.V.“ den Strafvollzug deradikalisieren. Demokratie wird im Archiv der Jugendkulturen gelebt und bei der Aktion „Sühnezeichen Friedensdienste e.V.. Wo? Im Strukturfeld Kirche und Rechtsextremismus natürlich. Demokratie leben gegen das Vergessen kann man in der Online-Beratung, Thema: Rechtsextremismus- was sonst. Rechtsextremismusprävention und menschenrechtsorientierte Jugend(Kultur)arbeit kann man bei Cultures Interactive Verein zur Interkulturellen Bildung und Gewaltprävention e.V. demokratisch leben oder sich seine demokratischen Kompetenzen bei „Dialog macht Schule gGmbH“ stärken lassen, wohl nicht so sehr die Kenntnisse deutscher Grammatik. Demokratie wird schon im „frühkindlichen Bereich“ gelebt, und zwar mit dem Schwerpunkt Diversity und Antidiskriminierung, ein Projekt, das vom „Institut für Situationsansatz“ demokratisch gelebt wird, vermutlich durch die Problematisierung von Sexismus in frühkindlichem Gebrabbel. Eine interkulturelle Öffnung von Institutionen wird von Regionalen Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie e.V. gelebt, demokratisch versteht sich. Religiöse Vielfalt darf auch nicht fehlen, wenn es um das demokratische Leben, wie man es sich beim BMFSFJ vorstellt, geht: Ufuq e.V. ist für die politische Bildungsarbeit zu religiöser Vielfalt und Radikalisierungsprävention verantwortlich. Damit nicht genug, ALL INCLUDED lebt Demokratie für „sexuelle und geschlechtliche Vielfalt“. WIR HIER stellt fest, dass „Kein Platz für Muslimfeindlichkeit in Europa“ sei. Die Feststellung ist normativ demokratisch, nicht deskriptiv gemeint. Early Birds leben demokratische Frühprävention bei Kindern im Vorschulalter aus. Von Kindern im Vorschulalter ist bekanntlich bekannt, dass sie besonders anfällig sind für die einfachen Antworten von Rassismus und Sexismus. Sexuelle Vielfalt ist demokratisches Leben in der „Diversity Box“ – einem entsprechenden Projekt. Dissens will Handlungsfähigkeit vor Ort demokratisch leben. In welcher Hinsicht? Na: geschlechtliche und sexuelle Vielfalt. Was sonst? Interreligiöse Konfliktbearbeitung und Meditation ist demokratisches Leben bei „Breaking up“. Durch historisch-interkulturelles Lernen, will die Aktion Sühnezeichen e.V. die Anerkennung von Sinti und Roma fördern. Das Jüdische Forum will mit offenen Augen Rechtspopulismus und Rassismus entgegentreten und natürlich Vorurteile abbauen, in zwei getrennten Projekten. Demokratisches Leben mit der Engagement Crew besteht darin, sich einzubringen und Spuren zu hinterlassen und dabei Geschichte zu schreiben. Die Alte Feuerwache will Antiziganismus erkennen, benennen und ihm entgegentreten. Deutsch-jüdische Theatervorstellungen zu Shalom – Salam: wohin? sind ebenso demokratisches Leben wie die Genderreflektierte Rassimusprävention oder der Versuch von ACT Bewusstsein zu schaffen und Chancen zu sichern.

BMFSFJ Demokratie leben leben

Das ist nur ein winzig kleiner Teil der Demokratie, die in 2.578 Projekten deutschlandweit auf Kosten deutscher Steuerzahler gelebt wird.

Wenn Sie also Demokratie leben wollen, also von Demokratie leben leben wollen, dann wenden Sie sich mit einem phantasievollen Namen an das BMFSFJ. Achten Sie darauf, dass Sie von sich behaupten, entweder Rassismus, Anti-Ziganismus, Antisemitismus, Rechtsextremismus, Rechtspopulismus oder alles auf einmal bei Jugendlichen, Kindern, Säuglingen, Strafgefangenen oder wem auch immer bekämpfen zu wollen und die Förderung ist fast sicher. Es hilft, wenn Sie einen Förderverein gründen, in dem sich ein bekannter Wissenschaftler mit Parteibuch oder ein Abgeordneter im Deutschen Bundestag befindet, um die Förderwahrscheinlichkeit zu erhöhen.

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The Snout in the Trough

Nie war die Gelegenheit, sich dafür aushalten zu lassen, dass man Demokratie lebt, indem man andere bekämpft, besser als heute. Die Zeiten, in denen Demokratie positiv besetzt war, in denen nicht gegen alle gekämpft wurde, nicht alles bekämpft wurde, das den derzeit ideologisch Herrschenden nicht in die Enge ihrer jeweiligen Vorstellungswelten passt, sie sind vorbei. Heute gilt: Wer Demokratie tötet, lebt Demokratie, denn Vielfalt ist nicht Vielfalt, sondern nur bestimmte Vielfalt und Meinungen sind zwar frei, aber nur dann, wenn sie unserer entsprechen. Passen Sie sich an! Geben Sie abweichende Meinungen auf und reihen Sie sich ein, in die Polonäse derjenigen, die denken, Demokratie würde dadurch gelebt, dass andere bekämpft und alles, was man für falsch hält, beseitigt wird. Nur so ist sichergestellt, dass wir alle gemeinsam im Totalitarismus und der Langeweile gleichgeschalteter Ideen ankommen.

Bundesministerium wirbt Mitglieder für Gewerkschaften: Korruption leben!

Korruption wird in Deutschland immer offener betrieben.

Ein SPD-geführtes Ministerium wirbt mit Steuergeldern auf einer Seite des Ministeriums junge Menschen als Mitglieder für Gewerkschaften an.
Ob das Ministerium eine Provision für jedes neue Gewerkschaftsmitglied erhält, das vermittelt wird, ist uns nicht bekannt.

Es gab einmal ein politisches Anstandsgebot, das Ministerien, die zumindest dem Schein nach Politik für alle Bürger betreiben sollen, davon abhält zur politischen Litfaßsäule der Partei zu werden, die gerade den Minister stellt.

CorruptDie Zeiten des politischen Anstands sind vorbei.

Ministerien unterstützen heute ganz offen Journalisten, damit sie genehme Artikel schreiben und platzierenMinisterien nutzen Steuergelder um Programme ins Leben zu rufen, deren Zweck darin besteht, den politischen Wettbewerb dahingehend zu beeinflussen, dass Agitation – derzeit gegen die AfD – finanziert wird, um zu verhindern, dass die AfD zum parlamentarischen Konkurrenten wird.

Die Wege, auf denen Deutschland immer mehr totalitär und immer weniger demokratisch wird, sie sind zahlreich und die meisten davon nehmen ihren Ausgang im Bundesministerium für FSFJ, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Bürger zum richtigen politischen Glauben zu erziehen, nicht mit dem Volksempfänger und auch nicht mit Hitlerjugend und Bund deutscher Mädel, nein, beim BMFSFJ geht man einen scheinbar subtileren Weg der Indoktrination.

Er heißt: Demokratie leben!
Demokratie leben ist ein Programm, in dem 104,5 Millionen Euro verheizt werden, vornehmlich dazu, all diejenigen zu unterhalten, die etwas studiert haben, für das es am freien Arbeitsmarkt keine Verwendung gibt: Evangelische Theologie, Gender Studies, Kulturwissenschaften die Menge der Studiengänge, die einen Eintritt in ministerielle Versorgungsseilschaften als einzige Verdienstmöglichkeit voraussetzen, es sind deren viele.

Demokratie leben hat nun eigens eine Webpage eingerichtet, um vorzugsweise junge Menschen in den Dienst an der richtigen Sache zu kanalisieren. Denn: Demokratie lebt „nicht von der schweigenden Mehrheit, sondern von denjenigen, die mitmachen, die sich jeden Tag einbringen“. Dieser Unsinn stammt von der derzeitigen Darstellerin im Ministeramt Schwesig, und man kann ihr nur entgegnen: wenn die Mehrheit nicht schweigen würde, zu all dem Unsinn, der von Politikern kommt, sondern sich „jeden Tag einbringen“ würde, wenn die Mehrheit nicht mit der Notwendigkeit konfrontiert wäre, jeden Werktag einer Arbeit nachzugehen, damit vom Lohn Steuer einbehalten werden kann, um die Politiker-Darsteller zu finanzieren, dann gäbe es vermutlich diese Darsteller, die Unsinn wie den oben zitierten, absondern, nicht.

Zum Glück für die Politik-Darsteller schweigt die Mehrheit – betroffen in der Regel.

Doch zurück zur richtigen Sache, die zu tun das BMFSFJ vornehmlich junge Menschen anregen will. Diese jungen Menschen müssen sich zunächst entscheiden, von wo aus sie etwas bewegen wollen (denn dass sie etwas bewegen werden, steht scheinbar außer Frage): Zur Wahl stehen drei Optionen: Von zuhause, draußen, in der Schule, an der Uni oder am Arbeitsplatz. Im nächsten Schritt stellt ist zu entscheiden, ob sie als Beweger eher ein „Alleindenker“ sind oder ein „Teamplayer“. Schließlich stellt sich noch die Frage, ob man regelmäßig, ab und zu oder nur einmalig etwas bewegen will.

Und wenn man die drei Fragen beantwortet hat, erhält man zur Belohnung mehr oder weniger sinnvolle Vorschläge dazu, wie man etwas bewegen kann. Es finden sich alle politisch-korrekten Tätigkeiten, und es findet sich eben die Mitgliederwerbung für die Gewerkschaften:

Dem DGB laufen die Mitglieder davon: Von den 9.768.373 Mitgliedern, die der DGB noch 1994 hatte, sind 2016 ganze 6.047.503 geblieben. Innerhalb von 23 Jahren hat sich die Mitgliederzahl um mehr als 1/3 (38%) verringert. Geht der Mitgliederschwund in dieser Geschwindigkeit weiter, dann steht der DGB im Jahre 2063 ohne Mitglieder da, und wer sollte dann die Funktionäre der Gewerkschaft finanzieren?

Also müssen neue Mitglieder her und das Bundesministerium für FSFJ hat sich offensichtlich bereit erklärt, die Mitgliederwerbung für den Gewerkschaftsbund zu übernehmen.

Wie die Mitgliederwerbeaktion des Ministeriums sich mit dem Neutralitätsgebot vereinbaren lässt, das Minister eigentlich dazu anhält, die Ministerien, deren Mitarbeiter sie zeitlich begrenzt ertragen müssen, nicht zu parteipolitischen Zwecken zu missbrauchen, ist eine Frage, die vielleicht das Bundesverfassungsgericht beantworten wird, falls dort ein entsprechender Antrag eingeht.


Hinweise für ScienceFiles?
Schreiben Sie uns.

37 Millionen Euro für … irgendwas – Bundesregierung ist in Geberlaune, mit dem Geld der Steuerzahler

„Forschungsfragen zu den Kohäsionskräften moderner Gesellschaften“ sind aus „Sicht der Bundesregierung … hochaktuell“. Das steht in Bundestagsdrucksache 18/11663. Weil Fragen nach den Kohäsionskräften moderner Gesellschaften hochaktuell sind, deshalb wurden im Haushalt des BMBF, in Einzelplan 30 unter Kapitel 3003 weitere 37 Millionen Euro eingeplant, um ein „Institut für gesellschaftlichen Zusammenhalt“ zu gründen.

Rent Seeking SocietzZusammenhalt ist deutsch für Kohäsion, und Kohäsion ist hochaktuell. Deshalb muss man ein Institut gründen, mit 37 Millionen Euro Steuergeldern aus Einzelplan 30, Kapitel 3003, in dem es eigentlich um die „Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschafts- und Innovationssystems“ geht. Damit die Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschafts- und Innovationssystems gesichert wird, investiert das BMBF 124 Millionen Euro in die Geistes- und Sozialwissenschaften, davon rund 92 Millionen Euro in „sozial- und geisteswissenschaftliche Forschung“.

Damit die Innovation und Wettbewerbsfähigkeit auch dem gesellschaftlichen Zusammenhalt, also der Kohäsion, der hochaktuellen Kohäsion zu Gute kommt, deshalb wurden noch einmal 37 Millionen Euro draufgesattelt, für das Institut für gesellschaftlichen Zusammenhalt, dass hochaktuelle Institut für gesellschaftlichen Zusammenhalt.

37 Millionen Euro. Was soll das zu gründende Institut mit den 37 Millionen Euro tun?
Wir beantworten diese Frage in einem Dialog mit einer Antwort der Bundesregierung auf die kleine Anfrage der Grünen:

ScienceFiles: Was soll das zu gründende Institut mit den 37 Millionen Euro tun?

Die Bundesregierung: „[D]iese Fragen interdisziplinär“ angehen.

ScienceFiles: Welche Fragen?

Die Bundesregierung: Die „Forschungsfragen zu den Kohäsionskräften moderner Gesellschaften“.

ScienceFiles: Die hochaktuellen Forschungsfragen, also. Aber: Welche Forschungsfragen sind das?

Die Bundesregierung: „Das BMBF plant ein Forschungsgespräch, das u.a. darauf abzielt, … relevante Forschungsfragen zu identifizieren“.

ScienceFiles: Die Bundesregierung hat demnach keine Vorstellung davon, wie die hochaktuellen Forschungsfragen, zu deren Erforschung 37 Millionen Euro ausgegeben werden sollen, lauten?

Die Bundesregierung: „Das BMBF plant ein Forschungsgespräch, das u.a. darauf abzielt, … relevante Forschungsfragen zu identifizieren“.

ScienceFiles: Wie ist das mit vorhandener Forschung, hat die Bundesregierung einen Überblick, ob die hochaktuellen Fragen, eben weil sie hochaktuell sind, vielleicht schon beforscht werden, so dass man die 37 Millionen nicht doppelt ausgeben muss?

Die Bundesregierung: „Das BMBF plant ein Forschungsgespräch, das u.a. darauf abzielt, auf der Grundlage bereits laufender Forschungsaktivitäten in Deutschland relevante Forschungsfragen zu identifizieren“.

ScienceFiles: Die Bundesregierung hat also keine Ahnung, ob es nicht bereits Forschung zu den hochaktuellen Fragen gesellschaftlicher Kohäsion gibt, die das hochaktuelle Institut für gesellschaftlichen Zusammenhalt erforschen soll, auch wenn niemand weiß, wie die Fragen, die hochaktuellen Fragen lauten?

Die Bundesregierung: „Das BMBF plant ein Forschungsgespräch, das u.a. darauf abzielt, auf der Grundlage bereits laufender Forschungsaktivitäten in Deutschland relevante Forschungsfragen zu identifizieren“.

ScienceFiles: Wir danken der Bundesregierung für dieses aufschlussreiche Gespräch, das gezeigt hat, dass die Bundesregierung 37 Millionen für die Gründung eines Institutes ausgibt, von dem sie (1) nicht weiß, was es tun soll und (2) nicht weiß, ob es notwendig ist.

Im Amtseid der Mitglieder der Bundesregierung steht etwas von Schaden abwenden, nicht von Schaden mehren – oder?

Was macht eigentlich der Bundesrechnungshof?


Hinweise für ScienceFiles?
Schreiben Sie uns.

Die Bundestags-Grünen fordern eine Quote für „beste Köpfe“

… in der Wissenschaft

Natürlich nicht in der Politik.

Haben Sie gedacht, die Grünen wären an „besten Ideen und Köpfen“ in der Politik interessiert?

Nein, die Grünen und ihr Anhängsel das Bündnis90, sie fordern eine Quote von 40% für Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, 40% für „beste Köpfe“ und „beste Ideen“, die sich nach Ansicht der Grünen automatisch einstellen, wenn man die besten Köpfe an Hochschulen bringt (falls jemand der Ansicht ist, man müsse die besten Köpfe auch durch beste Bezahlung dazu motivieren, ihre besten Ideen mit den schlechtesten Köpfen von Politik und Staat zu teilen, dann zeigt das nur, dass er ein hegemonialer, patriarchaler, egoistischer Neoliberaler ist).

Die 40% „beste Köpfe“ und „beste Idee“, das haben wir bislang vergessen anzufügen, das sind natürlich weibliche beste Köpfe mit besten weiblichen Ideen, Ideen, die sich in dem unglaublich fruchtbaren Feld der Geschlechterforschung niederschlagen, Ideen wie zum Beispiel … … ja, die Entwicklung geschlechtergerechten Bodenwischens oder Arbeiten zum Thema „Nachhaltiger Genderwald“oder sonstige Highlights, die sich nur dann einstellen, wenn die „besten Köpfe“ ihre „besten Ideen“ zu Papier bringen.

Nun haben die Grünen aus der Bundestagsfraktion, die es nach den nächsten Wahlen mit einiger Sicherheit nicht mehr geben wird, festgestellt, zu ihrem Schrecken festgestellt, dass „trotz ihres großen Erkenntnis- und Innovationspotenzials … keine gesicherten Förderstrukturen für Gender- und Geschlechterforschung“ vorhanden sind und dass Letztere bei Drittmittelförderung „oft das Nachsehen haben“.

Nicht erst an dieser Stelle haben wir herzhaft gelacht, ob des Bemühens der Grünen, die Gender- und Geschlechterforschung zum Opfer wohl patriarchalischer Vergabe von Drittmitteln zu erklären. Wenn Gender- und Geschlechterforschung einen Beitrag zur Gesellschaft des 20. und 21. Jahrhunderts gebracht hat, dann wohl den Mythos, das Fach und seine Vertreterinnen seien Opfer von magischen und dunklen Kräften, die ihr Fortkommen verhindern.

Tatsächlich ist es so, dass Drittmittel nach einem Auswahlprozess vergeben werden, bei dem z.B. von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die den größten Teil an Drittmitteln vergibt, Gutachten eingeholt werden, die den Erkenntnisgewinn und den wissenschaftlichen Wert der Projekte einschätzen, für die eine finanzielle Förderung beantragt wurde. Daher muss man daraus, dass die Gender- und Geschlechterforschung „oft das Nachsehen“ bei Drittmitteln hat, schließen, dass die entsprechenden Gutachten zu dem Ergebnis kommen, die beantragten Projekte erbrächten keinen Erkenntnisgewinn und haben keinen wissenschaftlichen Wert, der es rechtfertigen würde, Steuergelder dafür aufzuwenden. Im Gegensatz zu den Grünen, urteilen die Gutachter der DFG nämlich auf Basis von Kriterien und nicht auf Basis von Geschlecht.

Die lustigste Stelle im Antrag der Grünen findet sich jedoch in einem anderen Absatz, in dem es heißt:

BT Gruene beste koepfe“Geschlechterforschung analysiert Geschlechter- und Machtverhältnisse. Sie ist ein Wissensgebiet, unter dessen Dach sich unterschiedliche theoretische Denkschulen und Herangehensweisen zusammenfinden. Sie nutzt Ansätze und Methoden verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen, d.h. sie arbeitet inter- oder transdisziplinär. Diese Zugänge machen sie produktiv und erkenntnisreich, sowohl in der Grundlagenforschung als auch für die Gesellschaft insgesamt und speziell bei der Bewältigung drängender großer Herausforderungen.“

Ok. Bitte beruhigen Sie sich wieder. Nicht, dass wir es nicht verstehen würden. Wir hatten auch Mühe, vor Lachen nicht unter den Tisch zu rutschen und uns wieder zu beruhigen… Also: Geschlechterforschung analysiert Geschlechter- und Machtverhältnisse. Das hat natürlich die Geschlechterforschung erfunden. Nicht etwa, dass es eine wissenschaftliche Tradition von mehreren Jahrhunderten gibt, die sich mit Machtstrukturen beschäftigt hat. Zugegeben, Geschlechts als Variable wird seit erst ca. 100 Jahren im Rahmen der Soziologie berücksichtigt. Die Notwendigkeit für Geschlechterstudien ist also dringlich, um produktiv und erkenntnisreich zu sein.

Und dann ist die Geschlechterforschung für die Grünen eine Meta-Wissenschaft, ein Dach über vielen theoretischen Denkschulen, die alle ihr Zuhause im Hafen der Geschlechterforschung gefunden haben, woraus man schließen muss, dass die Geschlechterforschung keine eigenständige Theoriebildung hervorgebracht hat. Sie ist, das folgt direkt aus diesem Antrag der Grünen, überflüssig. Damit bestätigen die Grünen einen Schluss, zu dem Dr. habil. Heike Diefenbach schon vor einigen Jahren gekommen ist: Wir brauchen keine Gender- oder Geschlechterforschung oder wie auch immer dieser Versuch des Rent Seekings genannt wird.

Gender- und Geschlechterforschung, so behaupten die Grünen, habe einen Beitrag zur Grundlagenforschung geleistet. Wer außer dem rosa Bleistift etwas weiß, der möge sich bei uns melden. Da wir uns schon seit Jahren fragen, welche Erkenntnisse die Gender Studies vorzuweisen haben, welche Methoden sie genau verwenden und auf welcher Epistemologie sie basieren, so sehr, dass wir Vertretern der Gender Studies eine Liste mit entsprechenden Fragen geschickt haben, die sie offensichtlich vor so große Probleme stellt, dass die Beantwortung nunmehr rund 3 Jahre in Anspruch nimmt, sind wir gerade an den Ergebnissen der Gender-Grundlagenforschung interessiert. Vielleicht hat ja auch der ein oder andere Leser Lust, an die Abgeordneten der Grünen über Abgeordneten-Watch eine entsprechende Anfrage mit unseren Fragen zu stellen.

Und dass die Gender- und Geschlechterforschung Methoden verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen nutzen würden, ist auch eine Mär, über die man nur herzhaft lachen kann. Tatsächlich ist die einzige „Methode“, die es je in die Gender- oder … und? Geschlechterforschung geschafft hat, die qualitative Erhebung von Daten, sofern überhaupt Daten erhoben werden, was in der Regel nicht der Fall ist. Bei den qualitativen Methoden, die angewendet werden, handelt es zumeist um Experteninterviews oder andere Formen der qualitativen Interviews, die regelmäßig in eine Erzählung verwoben werden, in der der vermeintliche Wissenschaftler aus dem Bereich der Geschlechterforschung berichtet, was er glaubt, herausgefunden zu haben. Dass selbst qualitative Methoden seit den Arbeiten von Philip Mayring die Willkürlichkeit und Zufälligkeit ihrer Ergebnisse zumindest zu überwinden versuchen, ist bislang in der Gender- oder Geschlechterforschung nicht angekommen.

Enter-The-VoidTatsächlich gibt es keinerlei originäre Forschung, die einen Anspruch auf neue Erkenntnis erheben kann und der Geschlechter- oder Genderforschung zuordenbar wäre. Das ist auch kein Wunder, denn Gender oder/und Geschlechterforschung, wie sie im Rahmen von Gender Studies betrieben wird, ist keine Wissenschaft, sondern eine politische Religion, der die Aufgabe zukommt, die Opferrolle von Frauen zu verkünden und Arbeitsplätze für all diejenigen, die nichts Anständiges gelernt haben und deshalb ideologische Propaganda betreiben müssen, zu schaffen. Deshalb und vielleicht weil einige Bundestagsabgeordnete der Grünen versuchen, sich eine Anstellung zu sichern, nachdem sie aus dem Bundestag gewählt wurden, fordern sie ein „Forschungsprogramm vom Bundesministerium für Bildung und Forschun“, Gegenstand: Geschlechterforschung. Zudem soll ein Förderschwerpunkt „Frauen- und Geschlechterforschung“ eingerichtet werden, mit dem Ziel, Letztere an Hochschulen zu etablieren und Hochschulen damit noch weiter vom Ziel, Erkenntnis zu gewinnen, zu entfremden. Dabei ist die systematische Frauenbevorzugung längst institutionalisiert, z.B. im Professorinnenprogramm. Schließlich soll auch ein Nachwuchsprogramm aufgelegt werden, um die Zukunft der Gender- und Geschlechterforschung zu sichern.

Noch nie hat es ein angebliches wissenschaftliches Fach gegeben, das so wenig an Erkenntnis vorzuweisen hatte, wie die Gender- und/oder Geschlechterforschung, dessen Vertreter es deshalb notwendig hatten, bei der Politik darum zu betteln, doch per Gesetz an Hochschulen installiert zu werden. Bislang haben wissenschaftliche Fächer ihre Nützlichkeit für Wissenschaft und Erkenntnisgewinn immer von sich aus unter Beweis gestellt und damit die wissenschaftliche Gemeinschaft überzeugt. Aber offensichtlich sind die Erkenntnisse, die in Gender- und Geschlechterforschung gewonnen werden, nicht mitteilbar, so wie der Wert von nachhaltigem Genderwald es nicht ist.

Und offensichtlich haben die Gender- und Geschlechterforscher, die es in Deutschland gibt (berechtigte) Zukunftsangst und brauchen deshalb die Unterstützung ihrer parlamentarischen Lobbygruppe aus Grünen und Bündnis90 um auch in den nächsten Jahrzehnten noch ihre Erkenntnisse, die bestenfalls Neuerfindungen von Rädern, schlimmstenfalls ideologische Propaganda darstellen, an Hochschulen verbreiten und dem Steuerzahler dafür auf der Tasche liegen zu können.

Das Positive, das man daraus nehmen kann, lautet: Scheinbar geht die Angst um, unter Genderisten und scheinbar steht ihnen das Wasser bis zum Hals, anders ist die Torschlusspanik nicht zu erklären.

Früchte des Neids in der ARD: Hetzjagd auf Reiche eröffnet

Vier Feststellungen zu Beginn:

(1)
paritaetischer-wohlfahrtsrentseekerWohlfahrtsverbände im Allgemeinen und der Paritätische Wohlfahrtsverband im Besonderen sind Verbände, in denen alle diejenigen organisiert sind, die ihr Geld damit verdienen, sich um diejenigen zu kümmern, die sie sozial unter sich selbst ansiedeln, vermeintlich Arme, Arbeitslose, einfache Arbeiter, Alleinerziehende usw., eben die Randständigen moderner Gesellschaften. Alle, die mit paritätischer Wohlfahrt beschäftigt sind, die Sozialarbeiter wie die Funktionäre, verdienen dadurch, dass sie sich z.B. um Arme kümmern, weit mehr, als diese Armen und haben entsprechend auch höhere Renten als diese Armen.
Einer dieser Besserverdienenden ist Rolf Rosenbrock, der Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, dessen Einkommen ein Mehrfaches der Einkommen der Armen sein dürfte, um die sein Verband sich zu kümmern behauptet.

(2)
Wir haben uns gefragt, wer nach den Rechten, den Homophoben, den Hasskommentierern und den Antis (Antifeministen, Antigenderisten, Anti-Migranten usw.) als nächstes zum Public Enemy erklärt und zur Hetzjagd in Deutschland freigegeben wird. Die Antwort ist einfach: Reiche natürlich. Was wäre gerade in einem Wahljahr besser als die Hetzjagd auf Reiche zu eröffnen und zu versuchen, auf einer Neidwelle aus Wählerstimmen zu surfen?

(3) In Deutschland werden Menschen gezwungen, in eine gesetzliche Rentenversicherung 18,7% ihres monatilchen Bruttoeinkommens einzubezahlen. 

(4)
Über das Schindluder, das nicht nur in Deutschland mit der Berechnung der relativen Armut getrieben wird, haben wir schon ausführlich geschrieben. Nachzulesen hier.

Soweit so gut.
Nun ein paar Daten.

  • Lebenserwartung für Männer: 78,18 Jahre
  • Lebenserwartung für Frauen: 83,06 Jahre
  • Lebenserwartung für Männer mit einem Einkommen, das 60% des Nettoäquivalenzeinkommens oder weniger beträgt, die entsprechend einer Definition der EU somit als „relativ arm“ gelten: 70,1 Jahre
  • Lebenserwartung für als realtiv arm definierte Frauen: 76,9 Jahre
  • Lebenserwartung aller anderen Männer: 80,9 Jahre
  • Lebenserwartung aller anderen Frauen: 85,3 Jahre

Was ist wohl die Schlagzeile, die Ben Bolz und Tina Soliman auf der Grundlage dieser Daten zusammenschustern?

Reiche leben bis zu zehn Jahre länger“.

Nicht etwa, Frauen leben durchgängig länger als Männer, nein, Reiche leben länger als Arme. Die Ideologisierung der Republik ist im vollen Gange. Der Neidwahlkampf wird an allen Fronten vorbereitet und besonders nützlich sind dann, wenn es darum geht, gesellschaftlichen Neid zu schüren, Wohlfahrtsverbände und allen voran, Frontmann und paritätischer Spitzenverdiener Rolf Rosenbrock. Rosenbrock hat das Halali zur Hetzjagd auf Reiche nicht geblasen, sondern gesprochen:

“Die armen Menschen, die ihr Leben lang Beiträge zur Rentenversicherung bezahlt haben und dann im Durchschnitt vielleicht noch vier oder fünf Jahre die Rente genießen können, finanzieren im Grunde genommen die Rente der Wohlhabenderen, länger Lebenden mit. Und das ist, wenn man genau hinguckt, natürlich ein sozialpolitischer Skandal erster Güte.“

Ob das den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllt, wollen wir Staatsanwälte entscheiden lassen. Wer will, kann ja eine entsprechende Strafanzeige gegen Rosenbrock erstatten.

Warum?
Darum:
Die Gründe für die höhere Lebenserwartung der Reichen liegen, wie selbst die ARD Schreiber in ihrem Text anmerken, in unterschiedlichen Lebensstilen. Relativ arme Männer maximieren durch ihren Lebensstil, ihre Essgewohnheiten und die Berufe, die sie ausüben, die Chance, vorzeitig zu sterben. Sie sterben mit 70,1 Jahren um 10 Jahre früher als reiche Männer und um 15,3 Jahre früher als reiche Frauen, bei denen man in der Mehrzahl wohl von Frauen reicher Männer sprechen müsste.

Government helpRelativ arme Männer und reiche Männer bezahlen 18,7% ihres Nettoeinkommens in die Gesetzliche Rentenversicherung ein. Würden die relativ armen Männer diese 18.7% ihres Lohnes behalten, sie wären keine relativ armen Männer mehr. Sie werden erst zu relativ armen Männern, nachdem der Staat sich eines großen Teils ihres Einkommens bemächtigt hat, so dass sie unter die 60%-Schwelle des Nettoäquivalenzeinkommens sinken können.

Sagen wir, ein relativ armer Mann hat ein monatliches Einkommen von 1800 Euro. Entsprechend zahlt er monatlich 336,60 Euro in die Gesetzliche Rentenversicherung; 4.039,20 Euro im Jahr. Ein reicher Mann mit einem monatlichen Einkommen von, sagen wir, 10.000 Euro zahlt monatlich 1.870 Euro in die Gesetzliche Rentenversicherung, 22.440 Euro im Jahr.

Gehen beide in Rente, dann erhält der relativ arme Mann eine monatliche Rente von 1.347 Euro, während der reiche Mann eine Rente von monatlich 1.851 Euro erhält. Wir sind dabei von 45 Rentenpunkten ausgegangen, also von einem 45jährigen Erwerbsleben ohne Unterbrechung. Der reiche Mann wird zum Ende seiner Zahlverpflichtungen gegenüber der Gesetzlichen Rentenversicherung rund 650.000 Euro in die Rentenversicherung eingezahlt haben. Die 650.000 Euro reichen aus, um ihm über 29 Jahre seine 1.851 Euro Rente auszubezahlen. Bei Renteneintritt mit 65 Jahren kann unser reicher Mann somit bis ins Alter von 94 Jahren aus den eigenen Beiträgen leben. Leider beträgt seine Lebenserwartung nur 80,9 Jahre, so dass er 14 Jahre verschenkt bzw. den reichen Frauen schenkt, die ihn überleben.

Der relativ arme Mann hat zum Ende seines Arbeitslebens rund 118.000 Euro in die Gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt. Damit kann er 7,25 Jahre seinen eigenen Rentenbezug finanzieren, also vom Eintritt im Alter von 65 Jahren bis zum Alter von 72,25 Jahren. Bis dahin ist er aber tot, denn seine durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 70,1 Jahre. 

Wer trotz dieser Zusammenhänge zur Hetzjagd auf Reiche bläst, der ist entweder ahnungslos oder boshaft oder einer, der daran verdient, dass „arme Menschen“ von Steuerzahlern finanziert, paternalisiert werden.

Nachtrag

Einige Schlaumeier, die Argumente nur dann verstehen können, wenn sie keinen Transfer enthalten und entsprechend über dem Inhalt das Argument übersehen, haben darauf hingewiesen, dass es eine Beitragsbemessungsgrenze gibt. Umso besser. Unser Reicher ist somit nicht so reich wie in unserem Beispiel, sondern nur ein relativ Reicher, der entsprechend der Beitragsbemessungsgrenze 63.500 Euro im Jahr verdient. Die monatliche Rente, die er, um in den Worten von Rosenbrock zu sprechen, genießen kann, beträgt 1.851 Euro. In 45 Jahren hat er rund 490.000 Euro in die Rentenkasse einbezahlt und davon kann er 21,8 Jahre leben. Geht er mit 45 Jahren in Rente, dann hat er seine eigene Rente bis zum Alter von 86,8 Jahren finanziert. Gestorben ist er als durchschnittlicher Reicher aber schon im Alter von 78,18 Jahren. 

Dass ein „relativ Armer“ kaum die Chance hat, wenn er ein Mann ist, 45 Rentenpunkte zu erzielen, ist uns auch klar. Gehen wir also von 35 Rentenpunkten aus. Unser relativ armer Mann erhält nun 1.101 Euro Rente, er hat rund 138.000 Euro Beitrag entrichtet und kann seine eigene Rente damit gut 10 Jahre finanzieren. Er geht mit 65 in Rente und stirbt im Durchschnitt mit 70,1 Jahren, macht einen Überhang von 5 Jahren. 

Die Aussage ist immer noch dieselbe: Reiche, die in die Gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, finanzieren damit ihre eigene Rente und nicht die der relativ armen Männer. 

 

Ein Volk der Gestörten: „Sie sind süchtig, sie müssen in eine Therapie!“

Das Verwunderliche an der Moderne ist, dass es noch Menschen gibt, die tatsächlich der Meinung sind, sie seien gesund, nicht krank, nicht gestört, nicht süchtig, nicht abhängig, nichts, einfach nur nichts. Diese Menschen, die nicht begriffen haben, dass es integraler Bestandteil eines modernen Menschen ist, etwas an der Krankheitsfront vorweisen zu können, sie sind ein Ärgernis, gegen das etwas getan werden muss.

Also werden munter Krankheiten, Störungen und Süchte erfunden, die man bereits feststellen kann, wenn man ein halbes Semester in Psychologie studiert oder im Selbststudium einen Therapieberuf ergriffen hat und vom Bundesministerium für Gesundheit finanziert wird: Spielsucht, Händewaschsucht, Onlinespielsucht, Sexsucht, Internetsucht, Handysucht, Kaffeesucht, Zigarettensucht, Fitnesssucht, Schwätzsucht …

erste-hilfe-internetsuchtDer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wie einfach es ist, mit einer als Scherz gedachten Sucht, wie der Internetsucht, eine Sucht zu erfinden, die bei Politikern so sehr ankommt, dass sie Steuergelder zu Fördergeldern erklären und mit beiden Händen aus dem Fenster werfen, sieht man am Beispiel des Universitätsklinikums Tübingen. Dort hat man schon früh das Geschäft erkannt, das sich hinter der Internetsucht verbirgt, jener Sucht, die man allesgläubigen Politikern, die von wenig bis gar nichts eine Ahnung haben, so leicht unterschieben kann. Nachdem mit STICA, der Studie zur Internet- und Computersucht, bereits vom Bundesministerium für Bildung und Forschung Steuergelder eingeworben, wie das so schön heißt, werden konnten, finanziert das Bundesministerium für Gesundheit eine vom Universitätsklinikum Tübingen betriebene Online-Seite, die der Bekämpfung von Online-Sucht, von Internetsucht gewidmet ist. Wenn es darum geht, an Steuergelder zu kommen, macht man in Tübingen auch vor einem Widerspruch nicht halt, und warum soll man nicht Internetsucht mit Internetangeboten bekämpfen, Spielsucht mit Spielen, Alkoholsucht mit Alkohol, Rauschgiftsucht mit Heroin?

Eben!
Wenn es um Steuergelder geht, ist jedes Mittel recht, um an Steuergelder zu kommen.

Und so wird die erst unlängst erfundene Internetsucht auf der neuen Webseite groß inszeniert, zu einem Problem stilisiert, das furchtbare Folgen für den Süchtigen hat, der doch tatsächlich das Internet seiner Familie vorzieht. Unvorstellbar. Kern der neuen Webseite ist ein Onlinetest, mit dem jeder feststellen kann, ob er internetsüchtig ist, und zwar auf Grundlage von 14 Fragen, die jedem Sozialforscher ob der in ihnen dokumentierten Ahnungslosigkeit die Tränen in die Augen treiben, nicht Tränen der Trauer übrigens, sondern Tränen des Zorns, eine Ambivalenz, auf die wir noch zurückkommen werden.

Die 14 Fragen dienen dazu, nahezu jeden, der sie beantwortet, zum Internetabhängigen zu erklären und anschließend seinem eigentlichen Zweck zuzuführen: als Hilfesuchender zum willigen Opfer zu werden, an dem sich die Hilfe Anbietenden, die man praktischer Weise gleich auf der Homepage finden kann, eine goldene Nase verdienen.

Testen wir, ob Sie vom Internet abhängig sind, so wie das das Universitätsklinikum Tübingen finanziert vom Bundesministerium für Gesundheit tut. Wir haben den Test der Uniklinik originalgetreu übernommen, versehen ihn mit unseren methodischen Anmerkungen (oder Vernichtungen) und geben Ihnen die Möglichkeit, ihre Sucht zu erkennen, denn süchtig, das können wir Ihnen schon vor dem Test sagen, sind sie alle. Dafür sorgt der Test. Wer tatsächlich nicht süchtig ist, soll sich bei uns melden. Wir stellen ihn dann als Anomalie aus.

Und so geht’s: Für jede der folgenden Fragen stehen die Alternativen: nie, selten, manchmal, häufig und sehr häufig zur Verfügung.

dilbert-internet-addiction

Je nachdem, wie Sie die jeweilige Frage beantworten, geben Sie sich für die Antwort „nie“ immer einen Punkt, für die Antwort „selten“ immer zwei Punkte, für die Antwort „manchmal“ immer drei Punkte, für die Antwort „häufig“ immer vier Punkte, für die Antwort „sehr häufig“ immer fünf Punkte. Addieren Sie die Punkte für alle 14 Fragen und wir sagen Ihnen unten und in Übereinstimmung mit dem Universitätsklinikum Tübingen, dass Sie süchtig sind.

Los geht’s:

(1) „Fällt es Ihnen schwer, eine Internetsitzung zu beenden, wenn Sie online sind.“

[Methodische Anmerkung: (1) die Sprache ist schon verräterisch, denn Sitzungen haben u.a. Politiker oder die Kunden von Psychiatern; (2) verstößt die Frage gegen das Gebot, eindeutige Fragen zu stellen. Da man z.B. dann, wenn man im Internet das Spiel zwischen dem BVB und Leverkusen verfolgt, eher Schwierigkeiten haben wird, die „Internetsitzung“ zu beenden als dies der Fall ist, wenn man eine Plenarsitzung im Bundestag verfolgt, ist die Frage nutzlos].

(2) „Setzen Sie ihre Internetsitzung fort, obwohl Sie gerade offline gehen wollten?“

[Methodische Anmerkung: Die generalisierte Form der Frage ist insofern Unsinn, als es fast jedem schon einmal passiert ist, dass er offline gehen wollte und dann hat sich etwas ergeben, was ihn seine Absicht hat vergessen lassen, z.B. hat er eine wichtige eMail erhalten usw.]

(3) „Sagen Ihnen andere (Freunde Familie, Bekannte), Sie sollten das Internet weniger häufig nutzen?“

[Methodisch Anmerkung: Andere mit ihren Interessen sind kein Indikator für ein problematisches Verhalten bei denjenigen, die befragt werden.]

(4) „Nutzen Sie lieber das Internet, anstatt mit anderen Zeit zu verbringen?

[Methodische Anmerkung:Hier werden Menschen pathologisiert, die es vorziehen, für sich zu sein.]

(5) „Hatten Sie Mühe sich zu konzentrieren bzw. sind Sie wegen Ihrer Internetnutzung unausgeschlafen?“
[Doppelter Stimulus; Eine der Todsünden der empirischen Sozialforschung. Es besteht keine Möglichkeit herauszufinden, worauf sich die Antwort bezieht, auf die Mühe sich zu konzentrieren, die wohl jeder schon einmal hatte oder auf die Unausgeschlafenheit wegen der Internetnutzung.]

(6) Denken Sie an das Internet, obwohl Sie nicht online sind?

[Das hat sicher jeder schon einmal getan. Die schwammige Formulierung soll dazu dienen, die Wahrscheinlichkeit für die Antwortkategorien „manchmal“, „häufig“ und „sehr häufig“ zu erhöhen.]

(7) Sehnen Sie sich nach der nächsten Internetsitzung?

[Abermals ist die schwammige Formulierung dazu gedacht, die Wahrscheinlichkeit der Nennung von „manchmal“, „häufig“ oder „sehr häufig“ zu erhöhen.]

(8) Denken Sie darüber nach, das Internet weniger häufig zu nutzen?
(9) Haben Sie erfolglos versucht, weniger Zeit im Internet zu verbringen?

[Dass jemand versucht hat, weniger Zeit im Internet zu verbringen, ist kein Kriterium für eine Sucht, denn es gibt eine Myriade von Gründen dafür: Augenprobleme, Stromkosten …]

(10) Beeilen Sie sich mit ihren täglichen Verpflichtungen, um früher online gehen zu können?

[Selbst wenn das der Fall sein sollte, wäre es kein Problem, das auf eine Sucht hinweist. Es soll Menschen geben, die Dinge aus Freude tun und deshalb die täglichen Verpflichtungen schnell hinter sich bringen wollen, wobei das Adjektiv „schnell“ keinerlei Anlass zu dem Glauben gibt, dass mit „schnell“ auch „schlecht“ einhergeht.]

(11) Vernachlässigen Sie ihre täglichen Verpflichtungen (Studium, Arbeit, Freunde, Familie], weil sie lieber online gehen?
[Dass man Verpflichtungen, z.B. Kunden oder dem Studium gegenüber, an manchen Tagen vernachlässigt, ist sicher kein Grund, auf eine Sucht zu schließen, denn es soll Menschen geben, die es sich leisten können, Verpflichtungen heute und zu Gunsten einer Vorliebe, die sie vielleicht haben, zu vernachlässigen. Die Pathologisierung dieses Verhaltens ist pathologisch.]

(12) Gehen Sie online, wenn Sie sich bedrückt fühlen?

rent-seeking-gordon-tullock-paperback-cover-art[Suggestive Frage, die das Online gehen als Mittel, um Bedrückung zu beseitigen, pathologisiert. Dieselbe Frage würde den Tübinger Verantwortlichen für diesen Blödsinn, der als Compulsive Internet-use Scale bekannt ist, nicht im Zusammenhang mit Familien einfallen: „Sprechen Sie mit ihren Eltern, wenn Sie sich bedrückt fühlen?“ Dass nur bestimmte Verhaltensweisen pathologisiert werden sollen, macht die Intention und die normative Grundhaltung hinter der Pathologisierung sehr deutlich oder wie Faust sagt: Am Gelde hängt, zum Gelde drängt doch alles …]

(13) „Nutzen Sie das Internet, um Ihren Sorgen zu entfliehen oder sich von negativen Gefühlen zu befreien?“

[Abermals ein doppelter Stimulus; ansonsten wie (12).]

(14) „Fühlen Sie sich ruhelos, frustriert oder gereizt, weil sie das Internet nicht nutzen können?“

[Wir erinnern uns an den Tag, an dem unser Provider technische Probleme hatte und wir nicht ins Internet gekommen sind. Dort haben ScienceFiles und Kundenmails gewartet, und ja, wir waren ruhelos und gereizt, aber mit Sicherheit nicht internetsüchtig.]

Geschafft.
Damit haben Sie den Mumpitz-Fragebogen „Internetsucht“, wie er vom Universitätsklinikum Tübingen im Internet vertrieben wird und vom Bundesministerium für Gesundheit finanziert wird, um die Hälfte der Bevölkerung zu Internetsüchtigen zu erklären, in Therapie bringen und auf diese Weise ein Heer von Therapeuten aus den Beiträgen der Krankenversicherten finanzieren zu können, hinter sich gebracht.

Der Beleg dafür, dass sie Internetsüchtig sind, wird nun umgehend geliefert.

Beim Universitätsklinikum Tübingen gelten Sie als internetsüchtig, wenn Sie mehr als 34 Punkte erreicht haben.

Sie haben 35 von 70 Punkten erreicht (50%)
• Laut CIUS-Fragebogen gehören Sie zu denjenigen Usern, die das Internet abhängig nutzen. Wir empfehlen Ihnen, eine Beratung aufzusuchen. Im persönlichen Gespräch können Sie sich Ihre Situation genauer anschauen und gemeinsam mit Ihrer Beraterin/Ihrem Berater über geeignete Lösungsmöglichkeiten nachdenken. In unserer Adress-Datenbank finden Sie Hilfsangebote in Ihrer Nähe.

Mehr als 34 Punkte zu erreichen, das ist problemlos möglich, wenn sie 7 der 14 Fragen mit „selten“ beantworten (macht 14 Punkte) und 7 Fragen mit „manchmal“ (macht 21 Punkte). Internetsucht liegt also schon dann vor, wenn man selten oder manchmal die Indikatoren erfüllt. Trüge man dieselben Kriterien an richtige Süchte heran, dann wäre süchtig, wer selten in Kneipen geht und dort manchmal ein Bier trinkt, wobei er selten die Kneipe der Familie vorzieht und manchmal schon gedacht hat, es wäre besser, nicht in die Kneipe zu gehen, was selten dazu geführt hat, dass er seine Kneipensitzung erfolglos vorzeitig beenden wollte und manchmal dazu, dass er in der Kneipe geblieben ist, obwohl er gehen wollte, was wiederum selten oder manchmal von seiner Familie bemängelt wurde oder von seinen Freunden, sofern sie nicht mit ihm in der Kneipe saßen. Selten war unser Kneipengänger bedrückt und manchmal hat er seine Sorgen in Alkohol ertränkt, manchmal auch gegen den Rat seiner Familie und selten hat seine Arbeit darunter gelitten, aber egal, er ist süchtig. Jedenfalls nach den Maßstäben, die die Unversitätsklinik Tübingen anlegt, um so viel wie möglich Menschen zu Internetsüchtigen erklären und an Dritte vermitteln zu können.

Ob das Universitätsklinikum Tübingen für jeden angeblichen Internetsüchtigen, den sie an das Projekt Drahtseil der inneren Mission des diakonischen Werks in Leipzig oder die AWO Jugend- und Drogenberatung Gelnhausen-Schlüchtern vermittelt, eine Provision erhält, wissen wir nicht.


Hinweise für ScienceFiles?
Schreiben Sie uns.

„Achtung [[r]echter] Hinterhalt!“ – wie Jugendschutz.net Jugendliche zu manipulieren versucht

Gesellschaftliche Normalität in Deutschland 2017: Erwerbstätige zahlen Steuern. Aus den gezahlten Steuern werden Institutionen finanziert, die versuchen, im Einklang mit dem, was Parteien und staatliche Kommissionen oder Institutionen oder Ministerien für richtig halten, die Öffentlichkeit zu beeinflussen. Kurz: Erwerbstätige arbeiten dafür, von staatlichen Stellen erzogen und eines Besseren belehrt zu werden.

Früher waren Steuern dazu da, staatliche Dienstleistungen zu finanzieren, z.B. die Sicherung von Freiheit und Eigentum. Heute sind die Steuern dazu da, ein Heer von Missionaren zu unterhalten, dessen Ziel darin besteht, die bestehende Ordnung gegen alle Ideen zu schützen, die dieser Ordnung gefährlich werden können.

Jugendschutz.net ist eine der Organisationen, die ohne die Steuergelder der Erwerbstätigen, die üppig vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Kommission für Jugendschutzmedien der Landesmedienanstalten, der obersten Landesjugendbehörden, vertreten durch das Ministerium für Jugend, Integration und Verbraucherschutz des Landes Rheinland-Pfalz als federführende Stelle, der Bundeszentrale für politische Bildung, der Europäischen Union und dem Medienkompetenz Forum Südwest bereitgestellt werden, nicht bestehen würden.

Und da Jugendschutz-Netz von Parteipolitikern über Ministerien und von Landesmedienanstalten finanziert wird, deshalb wundert es nicht, dass Jugendschutz.net die Interessen von Mainstream-Parteien und Mainstream-Medien vertritt.

achtung-hinterhalt-1„Achtung Hinterhalt!“, so die Überschrift einer Broschüre, die angeblich auf Erkenntnissen basieren soll, die man bei Jugendschutz.net aus der Analyse von 612 Postings und 540 Kommentaren, die über eine Woche gesammelt wurden, gewonnen haben will. Postings und Kommentare auf Internetseiten rechtsextremer Gruppen natürlich. Welche Internetseiten von Jugendschutz.net wie analysiert wurden, wie die Postings und die Kommentare, die analysiert wurden, ausgewählt wurden, mit welchem Ziel und zu welchem Zweck sie ausgewählt wurden, das sind alles Fragen, deren Antworten von Jugendschutz.net gegeben werden würden, wäre man bei Jugendschutz.net an seriöser wissenschaftlicher Arbeit interessiert und nicht daran, Jugendliche zu manipulieren. Entsprechend soll mit dem Verweis auf die vielen Kommentare und Postings der Eindruck der gründlichen Analyse erweckt werden:

Manipulation 1: Vorspiegeln einer großen Basis von Beobachtungen, aus der Schlüsse gezogen werden, ohne dass die Basis dargestellt, beschrieben oder deren Auswahlkriterien dargelegt würden. Ziel: Seriös erscheinen.

Die angebliche Analyse, die auf Basis von 612 Postings und 540 Kommentaren, die nicht weiter spezifiziert werden können, erfolgt sein soll, führt zur ersten Erkenntnis: Nachrichten aus seriösen Quellen stünden auf den analysierten Internetseiten, (welche es auch immer gewesen sein mögen, es muss reichen, dass man bei Jugendschutz.net behauptet, die Internetseiten seien rechtsextrem oder würden überhaupt existieren), immer neben Verweisen auf „sogenannte alternative Medien. Sie stammten aus einem rechtsextremen Umfeld und verbreiteten bewusst „Falschmeldungen und Lügen, um gegen bestimmte Gruppen zu hetzen“. So wie es da steht, wäre es mit ein wenig Modifikation auch auf Jugendschutz.net zutreffend, verbreitet Jugendschutz.net doch bewusst „Falschmeldungen und Lügen, um gegen bestimmte Gruppen zu hetzen“, z.B. dadurch, dass alternative Medien generell und ohne Einschränkung in ein „rechtsextremes Umfeld“ gerückt werden.

Jugenschutz.net behauptet also auf Grundlage einer Analyse, von der wir nicht wissen, was, wozu und wie analysiert wurde (bzw. ob es sie überhaupt gibt), dass das, wovon wir nicht wissen, wozu und wie es analysiert wurde, seriöse Medien nutze, um auf alternative Medien, als solche in einem rechtsextremen Umfeld zu verlinken. Was alternative Medien sind? Und was ein rechtsextremes Umfeld auszeichnet? Niemand weiß es, und Jugendschutz.net verrät es auch mit Absicht, wie wir meinen, nicht, geht es den Betreibern von Jugendschutz.net doch darum, alternative Medien aus dem Internet in Gänze zu diffamieren und für Jugendliche in ein „rechtsextremes Umfeld“ und den „seriösen Medien“ gegenüber zu stellen. Die seriösen Medien, das sind natürlich ARD und ZDF, schließlich finanzieren ARD und ZDF über die Landesmedienanstalten Jugenschutz.net.

Manipulation 2: Nicht belegte Behauptungen aus unbekannten angeblichen Forschungen werden genutzt, um eine ganze Gruppe von Medien, die sich dadurch auszeichnen, dass sie keine öffentlich-rechtlichen Medien sind, zu diffamieren.

Für Jugendschutz.net sind übrigens reißerische Überschriften ein Indikator dafür, dass man es mit nicht-seriösen Medien zu tun hat, also Überschriften wie „Achtung Hinterhalt!“…

Weiter geht es mit dem Schwarz-Weiß Bild, das von Steuerzahlern finanziert wird und benutzt werden soll, um Jugendliche zu manipulieren.

“Nicht selten werden Beiträge eingeleitet mit Slogans wie ‚Das verschweigt die Lügenpresse‘. Das Ziel dahinter: Zweifel säen an der Glaubwürdigkeit seriöser Quellen und gleichzeitig eigene Angebote und ‚alternative Medien‘ als diejenigen promoten, die ‚endlich die Wahrheit verbreiten‘“

Die Primitivität dieser versuchten Manipulation ist eigentlich eine Beleidigung für den Intellekt. Aber seit in Hamburg Abiturnoten geschönt werden, sind wir nicht mehr so sicher, dass Jugendlichen in der Lage sind, derartige Manipulationsversuche zu erkennen und sie ins Leere laufen zu lassen.

Beginnen wir mit den wilden Behauptungen und freien Erfindungen von Jugendschutz.net:

achtung-hinterhalt-2Überschriften wie „Das verschweigt die Lügenpresse“ sind nicht per se falsch, wie dies Jugendschutz.net glauben machen will. Ob die Überschriften, es handelt sich dabei nicht um Slogans, zutreffen, ist eine empirische Frage, die man prüfen muss. Daran hat Jugenschutz.net natürlich kein Interesse, schon weil die Finanzierung von Jugenschutz.net von den Medien kommt, die als Lügenpresse bezeichnet werden.

Das Ziel hinter entsprechenden Überschriften kann man nur wissen, wenn man die Urheber der entsprechenden Überschriften zu ihren Zielen befragt hat. Aus einer Überschrift wie „Achtung Hinterhalt“ kann man Ziele nicht herauslesen, sondern nur vermuten. Die Behauptung, es ginge mit Überschriften wie: „Das verschweigt die Lügenpresse“ darum, „Zweifel an der Glaubwürdigkeit seriöser Quellen“ zu verbreiten, ist daher ein Fehlschluss, denn die Ziele können auch darin bestehen, über eine falsche Berichterstattung Aufklärung zu betreiben.

Damit sind wir am Kern des Problems, denn Jugendlichen soll durch Jugendschutz.net eingehämmert werden, dass es seriöse Medien gibt, also ZDF und ARD, die Jugendschutz.net finanzieren und dass diesen unseriöse Medien, alternative Medien in Gänze, gegenüberstehen, die versuchen, mit Begriffen wie Lügenpresse völlig unberechtigte Zweifel an der Glaubwürdigkeit der immer richtigen Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Medien zu schüren. Derartigen Unfug kennt man eigentlich nur aus der DDR, in der die Partei immer Recht hatte oder aus dem Dritten Reich, in dem die Wahrheit über den Volksempfänger verkündet wurde. Kurz: Die Gegenüberstellung von seriösen, immer glaubwürdigen und vollkommen fehlerfreien öffentlich-rechtlichen Medien und fiesen, auf rechtsextreme Seiten lockende und mit Begriffen wie „Lügenpresse“ agierenden alternativen Medien ist gelebter Faschismus, von Steuerzahlern und GEZ-Gebührenentrichtern bezahlter, gelebter Faschismus.

Manipulation 3: Falsche Verallgemeinerungen und falsche Kontrastgruppen sollen genutzt werden, um das Reich des Bösen von der Berichterstattung der Guten zu unterscheiden, wobei alles, was nicht öffentlich-rechtlich ist, dem Reich des Bösen zugeordnet wird und der Begriff „Lügenpresse“ als generell unberechtigt dargestellt werden soll.

Und weil Faschismus ohne Esoterik nicht zu haben ist, gibt es auch bei Jugendschutz.net den entsprechenden Spritzer Esoterik:

“Während die Autorinnen und Autoren manipulierender Nachrichtenseiten ihre wahre Motivation meist verschleiern, werden in Kommentaren unverhohlen menschenverachtende Parolen geäußert …“

deutsche-volkserziehung-1937Abermals wird nur behauptet und nichts belegt. Dieses Mal haben sich die „Autorinnen und Autoren“ von Jugendschutz.net aber in den Kopf der „Autorinnen und Autoren“ von ihnen als rechtsextrem behaupteter Seiten gebohrt und im Gewirr der Neuronen, die wahre Motivation gefunden. Die Großinquisitoren des Jugendschutzes verfügen also über Erkenntnismöglichkeiten, die dem normalen mit nur sieben Sinnen begabten Menschen verschlossen bleiben: Sie können die wahre Motivation erkennen. Vermutlich handelt es sich bei diesem achten Sinn der Jugendschützer um den Un- oder den Wahnsinn. Dieser Wahnsinn macht auch nicht davor halt, einen Zusammenhang zwischen Autoren eines Beitrags und Kommentatoren zu schmieden, der verräterisch ist, denn: die wahre Motivation der Autoren erschließt sich den Jugendschützern daraus, dass Kommentare nicht zensiert werden, dass „drastische Sprachwahl“ [gemeint sind vermutlich Ausdrücke wie Pack, die Politiker pflegen, aber die Mehrheit der Bevölkerung ablehnt] geduldet wird. Das würden Jugendschützer natürlich nie tun. Sie würden „drastische Sprachwahl“ unterbinden, und sie würden alle Kommentare zensieren, die nicht ihrer Vorstellung von richtigen Kommentaren entsprechend. Denn: Sie haben keinerlei Konzept von Meinungsfreiheit, nur eines von Manipulation gepaart mit dem entsprechenden Quantum an missionarischem Eifer, das man an den Tag legen muss, um auch weiterhin von den Auftraggebern, für die man die Konkurrenz diskreditiert, finanziert zu werden.

Manipulation 4: Jugendlichen soll vorgegaukelt werden, Jugendschutz.net könnte die wahre Motivation erkennen und insofern als Hohepriester auftreten, der das Internetschrifttum auf Vereinbarkeit mit der Bibel der politischen Korrektheit prüft. Religiöse Floskeln werden als Argumente ausgegeben.

Insofern „Achtung Hinterhalt!“ selbstreferentiell gemeint ist, ist es ein guter Titel für die Broschüre mit dem Ziel, Jugendliche ganz offen zu manipulieren. Aufgrund dieser Offenheit benötigen wir keinerlei achten Sinn, um festzustellen, dass die Motivation hinter „Achtung Hinterhalt“, darin besteht, den Auftraggebern gefällig zu sein und Jugendliche zu manipulieren.

FlüchtlingsAufenthaltsGewinnler: Der Steuertopf als Beute

Die wichtigste Aufgabe der politischen Opposition besteht darin, die Regierung zu kontrollieren, darin, für Transparenz des Regierungshandelns und Aufklärung z.B. über den Verbleib von Steuergeldern zu sorgen.

Ohne die AfD würde es in Landesparlamenten an Transparenz und Aufklärung darüber mangeln, wie Steuergelder verwendet, besser: verschleudert werden. Und ohne die AfD wäre es nicht möglich, die unglaubliche Menge von Nutznießerorganisationen zu identifizieren (leider ist der Begriff des Schmarotzers ja in Ungnade gefallen. Tatsächlich beschreibt er eine Existenz, deren Streben darauf gerichtet ist, sich von dem zu ernähren, was andere erwirtschaften. Insofern wäre er durchaus sinnvoll), deren einziges Streben darin besteht, Geld aus öffentlichen Töpfen zu erhalten. Denn diese Organisationen, sie leben von Steuergeldern. Ohne Steuergelder gäbe es sie nicht oder nicht in der üppigen Form, die sie derzeit angenommen haben.

Um an das Geld der Steuerzahler zu gelangen, bedarf es eines Anlasses. Der Anlass muss es Politiker erlauben, Steuergelder für das, was man als guten Zweck verkaufen kann, auszugeben und den Organisationen, die darauf gewartet haben, wie der Bandwurm im Verdauungstrakt auf die Speisereste, die Möglichkeit, sich in den Besitz eines Teils der Steuergelder zu bringen. Letzteres erfolg durch einen entsprechenden Antrag, einen Antrag auf die Bewilligung von Fördergeldern durch ein Bundes- oder ein Landesministerium, die Bundes- oder eine Landesregierung.

In dieser Weise wurden in den letzten Jahren Steuergelder für die Gleichstellung von Frauen verschleudert. Nachdem der Hype abgeklungen war, wurden Steuergelder für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben und all den anderen eingebildeten Formen sexueller Orientierung verschwendet. Nachdem auch dieser Hype für die entsprechenden Organisationen immer weniger Ertrag erbracht hat, ist es nun entweder die Bekämpfung von Rechtsextremismus oder Rassismus oder die Flüchtlingsarbeit, die das finanzielle Überleben all der vielen Nutznießerorganisationen sichert.

Dass es möglich ist, sich einen Eindruck über die Verbreitung dieser Nutznießerorganisationen zu machen, über deren schiere, erschreckende Zahl und dass es möglich ist, die hanebüchenen Antragsgegenstände, die im vorliegenden Fall allesamt der Flüchtlingsarbeit gewidmet sind, zu sehen, das verdanken wir André Barth, Abgeordneter der AfD im Sächsischen Landtag. Er hat eine kleine Anfrage gestellt und darin unter anderem danach gefragt, (1) welche Antragsteller im Haushaltsjahr 2015/2016 versucht haben, mit welchen Anträgen an den Labsal sächsischer Steuermittel zu gelangen und (2) welche Antragsteller im Haushaltsjahr 2015/2016 mit ihrem entsprechenden Versuch erfolgreich waren.

Die Logik von Landeshaushalten und die Form der Fragestellung haben zur Folge, dass zum ersten Punkt eine Liste von gestellten Anträgen erstellt wurde, von denen nicht klar ist, ob sie bewilligt und im Haushalt von 2016/2017 enthalten sind. Und sie haben zur Folge, dass die Anträge der im Haushaltsjahr 2015/2016 mit Steuermitteln beglückten Antragsteller nicht aus dem selben Haushaltsjahr stammen müssen. Kurz: Die im folgenden präsentierten Auszüge aus der Antwort der Landesregierung auf die Anfrage des Abgeordneten Barth geben die Realität nur in Teilen wider. Die Realität ist noch viel schlimmer.

sachsen-integrative-massnahmen-1Behandeln wir zunächst die Anträge, die im Haushaltsjahr 2015/2016 gestellt wurden, um an die Landesmittel, die zur Integration, Förderung usw. von Flüchtlingen bereit gestellt wurden, zu gelangen. Da in Sachsen 2017 Wahlen anstehen und die Landesregierung durch Ereignisse in Sachsen eine schlechte Presse hatte, sind die Mittel, die für Integration usw. von Flüchtlingen bereit gestellt wurden, üppig, sehr üppig. Das spiegelt sich in der Zahl derer wieder, die versuchen, an die entsprechenden Mittel zu gelangen.

483 Organisationen, Vereine und Gesellschaften versuchen im Haushaltsjahr 2015/2016 an die Steuergelder sächsischer Steuerzahler zu gelangen, um damit vorgeblich Flüchtlingen etwas Gutes zu tun. Als besonders erfolgversprechend für dieses Ansinnen werden von den Antragstellern offensichtlich Begriffe wie „Integration“ und „Partizipation“ angesehen. Sie fehlen in kaum einem Antrag. „Willkommensbündnis“, „Anlaufstelle“, „Kommunikation“ und „Begegnung“ sind neben „Implementierung“, „Koordinierung“ und „Planung“ weitere Begriffe, die die Erfolgswahrscheinlichkeit des Bemühens, an Steuergelder zu gelangen, nach Ansicht der Antragsteller zu steigern scheinen. Auch sie finden sich in einer auffallenden Häufigkeit. Insgesamt dürsten die Antragsteller nach 29.175.494,52 Euro aus Steuermitteln. Alles, um Flüchtlinge zu integrieren, ihnen eine Anlaufstelle zu bieten, sie zur Partizipation anzuhalten (an was auch immer) und ihnen zu begegnen.

Es ist vollkommen ausgeschlossen, dass die gestellten Anträge auch nur kursorisch geprüft werden können, so dass man die Hypothese vertreten kann, dass diejenigen Organisationen mit Fördergeldern rechnen können, deren Mitarbeiter in der Landesregierung und ihren Ministerien persönliche Bekanntschaften pflegen. Man kann darüber hinaus die Hypothese aufstellen, dass die Flüchtlinge in vielen Fällen nur einen Vorwand darstellen, um Steuergelder für die Erfüllung des eigentlichen Zwecks einer Organisation zu erhalten. Schließlich kann man aufgrund der Tatsache, dass die Sächsische Aufbaubank prüft, ob die bewilligten Maßnahmen auch sachgerecht durchgeführt wurden, davon ausgehen, dass die entsprechende Prüfung auf Grundlage von Kontoauszügen und Rechnungen erfolgt, nicht jedoch im Hinblick darauf, ob die Maßnahme zur Integration, Partizipation, Beteiligung, Kommunikation, Begegnung, Planung, Implementierung auch nur ansatzweise einen Nutzen für Steuerzahler und Flüchtlinge erbracht hat. Das reicht bereits, um festzustellen, dass es der Landesregierung nicht darum geht, Flüchtlinge zu integrieren, sondern darum eine hohe Euro-Zahl nachweisen zu können, die zeigen soll, wie viel die Landesregierung für Flüchtlinge und deren Integration tut. Je mehr Steuergelder verschwendet werden, umso besser. So will es die entsprechende Logik.

Dass diese Behauptung richtig ist, zeigt sich an einem ersten Ergebnis, das wir bei unserer Inhaltsanalyse der 483 Anträge auf Steuergelder gegen die Behauptung der Flüchtlingshilfe als erschreckendstes Ergebnis erhalten haben. Die Integration von Flüchtlingen oder Migranten in die Aufnahmegesellschaft ist nicht erst seitdem Syrer nach Deutschland fliehen, ein Thema. Tatsächlich gab es erste wissenschaftliche Arbeiten zu „Polish Peasants“ bereits Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Frage, was zur Integration von Migranten in eine Aufnahmegesellschaft beiträgt, ist dabei regelmäßig mit zwei Worten beantwortet worden: ein Arbeitsplatz. Wer als Migrant in eine Gesellschaft kommt, dort eine Arbeit findet und derselben regelmäßig nachgeht, ist schnell und effektiv integriert.

Entsprechend würde man erwarten, dass eine Landesregierung, der es darum geht, Flüchtlinge so schnell wie nur möglich zu integrieren, vor allem Mittel bereitstellt, die der Weiterbildung, Ausbildung, der Arbeitsplatzsuche und der Aufnahme einer Arbeit förderlich sind. Diese Annahme erweist sich schnell als falsch: Unter den 483 Anträgen, die 2015/2016 gestellt wurden, um Flüchtlingen angeblich zu helfen, und im Gegenzug Steuergelder einzustreichen, finden sich mit viel gutem Willen genau 11 Anträge, deren Ziel man mit viel gutem Willen als Ziel ansehen kann, das auf das Humankapital der Flüchtlinge zielt und letztere in die Lage versetzen soll, einen Arbeitsplatz zu finden und ihren Unterhalt aus eigener Kraft zu erwirtschaften, so z.B. das Projekt „Ausbildung von Flüchtlingen in den Bereichen handwerkliche Fähigkeiten und regenerative Energietechnik mit vorgelagertem Deutschkurs“, das von power4africa e.V. aus Dresden angeboten wird. Das Projekt ist eine Ausnahme. Wie gesagt: 11 von 483 (2,3%).

Im Haushaltsjahr 2015/2016 wurden 218 Projekte bewilligt und Steuergelder in Höhe von 6.837.818,49 Euro ausgegeben. hier sieht es nicht anders aus. Keines der 218 Projekte richtet sich explizit auf das Humankapital der Flüchtlinge und soll dazu beitragen, deren Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern.

sachsen-integrative-massnahmen-2Das ist nicht nur ein Armutszeugnis, das ist ein Beleg dafür, dass es bei der Vergabe von Mitteln, die angeblich den Flüchtlingen zu Gute kommen, die ihre Chancen in Deutschland Fuß zu fassen, erhöhen sollen, nicht um die Flüchtlinge und deren Chancen geht, sondern um das wirtschaftliche Überleben der Antragsteller, die nur am Steuertropf überlebensfähig sind.

Entsprechend finden wir unter den Antragstellern Organisationen, deren bisherige Finanzquelle aus der Mode gekommen ist und die sich nun nach neuen, sprudelnden Steuerquellen umsehen müssen. Das gilt zum Beispiel für diejenigen, die ihr wirtschaftliches Überleben an die Konjunktur der Themen „Frauen“ oder „Homosexuelle und Anderssexuelle“ geknüpft haben. Sie müssen nun, da die Mittel im Zusammenhang mit Flüchtlingen verteilt werden, ihre Ladenhüter als neue und auf Flüchtlinge zugeschnittene Ladenhüter anpreisen.

So finden wir in der Liste der beantragten Projekte die folgenden Anträge:

  • CSD Dresden e.V. will eine sichere Erstunterkunft für homosexuelle Flüchtlinge schaffen. 134.000 Euro soll es die sächsischen Steuerzahler kosten.
  • Die Deutsch-Asiatische Gesellschaft in Leipzig will eine „Begegnungsstätte für Frauen und deren Kinder aller Religionen, die als Flüchtling und Migranten in die Region kommen“ schaffen. 16.100 Euro vom Steuerzahler sind dazu notwendig.
  • Frauenkultur e.V. aus Leipzig hat sein Angebot auf „vor allem junge Menschen“ erweitert, denen die Möglichkeit gegeben werden soll, sich kennenzulernen und „kulturelle und gesellschaftliche Wissensvermittlung diskursiv, austauschend und nachwirkend“ zu erleben oder zu erdulden. Die Steuerzahler sollen das mit 39.757,66 Euro finanzieren.
  • Die Bürgerinitiative Chemnitzer City e.V. will ein „Frauenbegegnungsprojekt für Mütter aus Flüchtlings-/Migrantenfamilien zur Integration und gleichberechtigten Partizipation dieser Frauen am gesellschaftlichen Leben“ anbieten. Kosten für die Steuerzahler: 10.035 Euro.
  • Der Lesben- und Schwulenverband Sachsen will, „lesbische, schwule, bisexuelle, transgender und intersexuelle Flüchtlinge“ betreuen, wobei auch immer. Kosten für die Steuerzahler: 32.077 Euro.
  • Ufuk – für eine Bildung und Integration e.V. wünscht sich 10.640 Euro von sächsischen Steuerzahlern um Frauen mit Migrationshintergrund „zusammenbringen“ zu können.
  • Der Deutsch-russische Künstlerverein „Inspiration Sachsen“ will für nur 4.200 Euro ein „Zusammentreffen von Frauen mit Migrationshintergrund mit engagierten deutschen Frauen“ ermöglichen.
  • Das Frauen- und Mädchengesundheitszentrum MEDEA e.V. aus Dresden will, wenig überraschend ein „interkulturelles Gesundheitsprojekt für Frauen und Mädchen“ durchführen. Kosten: läppische 143.633,05 Euro.
  • Die Antidiskriminierungsstelle Sachsen sieht die Gelegenheit, um 156.150,29 außerplanmäßige Steuereuro einzuheimsen, um damit Flüchtlingen den „wohnortnahen Zugang zu qualifizierter Unterstützung in Diskriminierungsfällen“ zu sichern.
  • Frauen für Frauen e.V. aus Dresden, wollen „Maßnahmen zur Verbesserung der Integration und Partizipation von Frauen mit Migrantionshintergrund“ durchführen. Kosten: 60.140,82 Euro, aufzubringen durch sächsische Steuerzahler.
  • Und, safe the best for last: ZUMBA in Plauen bieten Mädchentanz für, na?, Richtig: „Mädchen mit Migrationshintergrund“ an: 11.988 Euro der Steuerzahler sollen vertanzt werden.

Neben den alten Bekannten im Förderwesen, also den eingetragenen Vereinen, die ohne Geld der Steuerzahler schnell aus dem Vereinsregister verschwinden würden, gibt es noch die Meta-Nutznießer, deren Angebot sich nicht an Flüchtlinge richtet, sondern darauf, diejenigen, die sich vielleicht einmal mit Flüchtlingen beschäftigen, zu qualifizieren, auszubilden, zu rekrutieren oder eine Fachkonferenz durchzuführen. Fachkonferenzen sind überhaupt sehr beliebt. Hier einige Beispiele aus dieser Gruppe derjenigen, die nach Steuergeldern dürsten:

  • Rent Seeking SocietzTreibhaus e.V. aus Döbeln will ehrenamtliche Engagierte erst aktivieren und dann vernetzen. 52.008 Euro und 40 Cents kostet der Spaß die Steuerzahler.
  • Das Kulturbüro Sachsen bietet ein „Projekt“ an, dessen Ziel darin besteht, die „Organisationen, die Hilfe für Flüchtlinge anbieten“ zu unterstützen: 44.842,23 Euro soll das Projekt die Steuerzahler in Sachsen kosten.
  • Die Evangelische Hochschule in Dresden will die Flüchtlingssozialarbeit wissenschaftlich begleiten, wohin auch immer: 220.356,44 Euro kostet der Begleitservice die sächsischen Steuerzahler.
  • Das Zentrum für Forschung; Weiterbildung und Beratung aus Dresden will einen Fachtag ausrichten, der sich „primär an die professionellen Akteure richtet, welche für die Gestaltung und Durchführung der Flüchtlingssozialarbeit in Sachsen zuständig sind“. 21.589,05 Euro kostet der Fachtag die sächsischen Steuerzahler.
  • Gleich eine Fachkonferenz schwebt dem Zentrum für Europäische und Orientalische Kultur e.V. aus Leipzig vor. 16.300 Euro soll die Fachkonferenz kosten.
  • Für 56.181,75 Euro aus Steuerzahlers Taschen will das Netzwerk für Kinder- und Jugendarbeit e.V. aus Bischofswerda zivilgesellschaftliche Akteure zusammenführen.
  • Sprachwerk e.V. aus Geithain will Arbeitsmaterial für Ehrenamtliche entwickeln. Kosten: 15.150 Steuereuro.
  • Das Institut Beratung, Begleitung und Bildung e.V. aus Pirna will gemeinsam mit Vereinen und Behörden Handlungsempfehlungen entwickeln, die „die interkulturelle Arbeit vor Ort“ stärken sollen. 112.000 Euro sollen die Steuerzahler in Sachsen dafür berappen.
  • Ehrenamtlich engagierte Frauen will die Kirchliche Frauenarbeit der Ev.-Luther-. Landeskirche in Dresden einem Bildungsangebot unterziehen, um deren interkulturelle und soziale Kompetenzen zu stärken. 77.869 Euro kostet das kirchliche Bemühen.

Natürlich haben auch die Professionen der sozial- und psychologisch Engagierten die Flüchtlinge als Grube entdeckt, in der man zwar nicht Gold, aber doch üppige Unterstützung in Form von Steuergeld schürfen kann.

  • Das BootgGmbH Sozialpsychiatrisches Zentrum, Leipzig: 1.092.513,95 Euro für ein „Angebot an Integrationsmöglichkeiten und psychologischer Beratung von seelisch belasteten erwachsenen Menschen mit Migrationshintergrund“
  • Caktus e.V.: 253.296,65 Euro für die „psychologische und soziale Beratung von Flüchtlingen in Sachsen“
  • Mosaik Leipzig e.V.: 547.781,77 Euro für ein „psychosoziales Zentrum für Flüchtlinge in Sachsen“

Wenn es um die Psyche geht, dann wird geklotzt, nicht gekleckert.

Schließlich gibt es die opportunistischen Antragssteller, die Flüchtlinge als Chance sehen, das, was man sowieso tut, nunmehr als Leistung für Flüchtlinge zu deklarieren und durch Steuerzahler finanzieren zu lassen.

  • von Arnim_„Gemeinsames musizieren, Theater spielen und sich künstlerisch betätigen … unter fachkundiger Anleitung“ (Stadt Riesa): 180.000 Euro.
  • Erarbeitung und öffentliche Aufführung des Theaterstücks „Werther“ mit Migranten (die wohl zum Selbstmord getrieben werden sollen?): 5.000 Euro.
  • DIPETOS Welt der Clowns will gleich zweimal „interaktive Kommunikation zwischen verschiedenen Kulturen“ herstellen: Einmal für 33.526,96 Euro, einmal für 8.080 Euro.
  • Das Zusammenleben e.V. aus Freital will einen Gottesdienst ausrichten: 19.323,35 Euro kostet der Gottesdienst (inkl. Mehrwertsteuer).
  • Outlaw gGmbH sieht die Flüchtlinge als Chance für, … , die Kita, Förderung, integrative Maßnahmen, Willkommen von Kindern usw. gibt es für 318.399,87 Euro; 414.808,32 Euro und für 816.985,24 Euro.
  • 7.200 Euro für ein Willkommensvideo (Verband binationaler Familien und Partnerschaften iaf e.V., Leipzig).
  • Willkommenskultur beim Bürgerverein Kolonnadenviertel e.V. in Leipzig ist für 28.198,02 Steuereuro zu haben.
  • Fahrradausbildung für Migranten auf einem Verkehrsübungsplatz (Verkehrswacht Dresden e.V.): 47.614 Euro.
  • Interkulturelle Woche (Das Zusammenleben e.V., Freital): 48.594 Euro.
  • Einheimische und Migranten arbeiten gemeinsam an deutsch-russischen Kulturprojekten (Deutsch-Russisches-Kulturinstitut e.V.): 43.627,52 Euro.
  • Schwim- und Lernkurs für Flüchtlingskinder (Schwimmteam Erzgebirge): 135.600 Euro.
  • Gemeinsame Entwicklung eines integrativen Schätz- und Wissensspiel (Deutsches SPIELEmuseum e.V., Chemnitz): 77,748,22 Euro.
  • Keramikzirkel für Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund (Kunstverein terra rossa e.V.): 22.946 Euro.
  • Organisation von Nachtsportangeboten für Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren mit und ohne Migrantionshintergrund (Stadtsportbund Dresden e.V.): 62.716 Euro.
  • Migrantentreffpunkt „Freundschaftsbänder – Fremde werden Freunde“ (Spiel-Spaß-Kindertreff e.V. Familienzentrum Plauen): 27.779 Euro.
  • Anlaufstelle für fussballbegeisterte Jugendliche und Männer [kein Tippfehler] im Alter von 16 bis 35 Jahren (Vogtländischer Fußballclub Plauen e.V.): 10.000 Euro.
  • “Internationaler Garten, in welchem Geflüchtete, Migranten und Deutsche gemeinsam und gleichberechtigt Obst und Gemüse anbauen, sich kennen lernen, zusammen Sport machen und Feste feiern können“ (Buntes Meißen- Bündnis für Zivilcourage e.V.): 47.110 Euro.
  • „Gemeinsames Malen mit Kindern von Flüchtlingsfamilien“ (PALAIS SOMMER gemeinnützige UG, Dresden): 258.842 Euro.
  • „Musikfestival für kulturelle Integration“ (PALAIS SOMMER gemeinnützige UG, Dresden): 846.500 Euro.
  • “Planung und Durchführung eines regelmäßigen Filmprojekts auf großer Leinwand speziell mit und von Geflüchteten (cine/divers, Dresden): 16.590 Euro
  • “Kunstprojekt, um Flüchtlingen berufliche und kommunikative Fähigkeiten zu vermitteln“ (Stewart Tunnicliff, Leipzig Writers e.V.): 8.375 Euro.

Flüchtlinge eignen sich, so muss man nach dieser Zusammenstellung feststellen, trefflich, um instrumentalisiert und zum Steuergeldbeschaffer umfunktioniert zu werden. Alles, was man irgendwie mit Integration, Partizipation, Kennenlernen und Flüchtlingen in Verbindung bringen kann, vom Malen, über das Schwimmen, das Spielen, Filmemachen, das Begegnen und Tanzen und natürlich: Unterstützen und Begleiten, wird genutzt, um den Griff in den Steuertopf zu bewerkstelligen.

Als Gordon Tullock vor mehreren Jahrzehnten sein Buch „Rent Seeking Society“ geschrieben hat, da hat er zwar beschrieben, wie Organisationen und gesellschaftliche Gruppen versuchen, von dem zu leben, was andere erwirtschaften. Das Ausmaß, das diese Nutznießerindustrie zwischenzeitlich in Sachsen (und nicht nur in Sachsen) angenommen hat, dürfte ihn jedoch ebenso überraschen, wie es Hans Herbert von Arnim überraschen dürfte, der vor ebenfalls einigen Jahrzehnten den Staat als Beute der Parteien beschrieben hat. Offensichtlich sind die Parteien dabei, die Beute unter sich und ihren Gesinnungsgenossen aufzuteilen.

Insofern sind Flüchtlinge ein Geschenk des Himmels für all die Nutznießerorganisationen, die ohne Flüchtlinge um das nackte Überleben kämpfen würden.

Das Bild, das man auf Basis einer Analyse der Bewilligung von Maßnahmen, die Flüchtlinge zum Vorwand haben, erhält, weicht nicht sonderlich von dem oben gezeichneten Bild ab. Es ist das Bild von Nutznießung im großen Stil, in so großem Stil, dass der gute alte Begriff des Schmarotzens sich doch immer wieder von selbst aufdrängt. Aber so lange der produktiv arbeitende Teil der Bevölkerung keine Anstalten macht, gegen die freigiebige Verwendung der von ihm erwirtschafteten Steuern zu opponieren, so lange wird man die aufgezeigten Praktiken wohl als Beispiel für FlüchtlingsAufnahmeGewinnler bezeichnen müssen, an dem sich auf absehbare Zeit auch nichts ändern wird.

Was macht eigentlich der Sächsische Landesrechnungshof?


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Korruption, Nepotismus und Profit: Der Kampf gegen Rechts in Nordrhein-Westfalen

Der Alte Mann vom gleichnamigen Blog hat uns wieder mit Material versorgt: Ein Beitrag aus den Dürener Nachrichten. 70.000 Euro für das Bündnis gegen Rechts, so ist der Beitrag überschrieben. 70.000 Euro, die von der Landesregierung in Nordrhein-Westfalen, der rot-grünen Landesregierung, nach Düren an den dortigen Verein „Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt“ überwiesen werden, damit der seinen Kampf gegen den Rechtsextremismus, Rassismus und die Gewalt auch gut finanziert führen kann.

Kampf_gegen_Rechts.jpgDie Geschichte aus Düren ist eine Geschichte, die sich landesweit und nicht nur in Nordrhein-Westfalen wiederholt. Landesmittel, also Steuergelder, in der Höhe von in der Regel mehreren Millionen Euro, werden von der Landesregierung mit einer bestimmten ideologischen Färbung, in NRW rot-grün, bereitgestellt, um die ideologische Färbung, die gewöhnlich als rechts order rechtsextrem oder rassistisch bezeichnet wird, bekämpfen zu lassen – wie auch immer. Das Geld wird an lokale Bündnisse und Vereine weitergereicht. Die machen dann. Irgendetwas, so wie das Dürener Bündnis.

Auch die Dürener vom Bündnis, die machen bestimmt etwas, mit den 70.000 Euro. Nur was? Und machen sie auch etwas Sinnvolles?

Die zweite Frage kann man nicht vor der ersten Frage beantworten, und die erste Frage kann man nicht beantworten, weil die Dürener, vom Bündnis gegen …, Sie wissen schon, selbst nicht wissen, was sie mit dem Geld anfangen sollen. Deshalb planen sie, den schwarzen Peter, der mit den 70.000 Euro kommt, weiterzureichen und suchen zu diesen Zweck „jemand aus dem Bereich Sozialarbeit/-pädagogik, der über rechte Tendenzen im Kreis recherchiert und Maßnahmen dagegen entwickeln soll“. Wollen wir hoffen, dass dieser „jemand aus dem Bereich Sozialarbeit/-pädagogik“ auch etwas findet, was man dann bemaßnahmen kann.

Die Entwicklung von Maßnahmen ist weitgehend gefahrlos, alles geht, Hauptsache, die Maßnahme ist gegen Rechts. Eine Evaluation der Verwendung der Steuergelder, der 70.000 Euro, durch die Landesregierung findet mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht statt, und wenn doch eine Evaluation stattfinden sollte, dann vermutlich in einer Weise, die jedem, der von wissenschaftlichen Evaluationen auch nur rudimentäre Ahnung hat, das kalten Grausen verschaffen wird. So werden in der Regel diejenigen, die Projekte mit Steuergeldern durchgeführt haben, gefragt, ob sie der Ansicht sind, dass die Projekte erfolgreich und effektiv waren. Wenig überraschend sind diejenigen, die die Projekte durchgeführt haben, regelmäßig der Meinung, dass die Projekte, die sie durchgeführt haben, erfolgreich und effektiv waren. Da niemand fragt, woran man den Erfolg misst und wie sich die Effizienz in der Realität niedergeschlagen hat, hat es mit dieser Erfolgsmeldung regelmäßig sein Bewenden. Das alles hat natürlich nichts mit Evaluation zu tun. Aber es soll ja auch nicht evaluiert werden, ob die Maßnahmen gegen Rechts oder Rechtsextremismus oder Rassismus auch erfolgreich gewesen sind, nein, es soll Geld ausgeteilt werden, das dem Netzwerk der ideologisch Gleichen zu Gute kommt, im vorliegenden Fall dem Dürener Bündnis gegen alles Rechte.

Stellen wir doch einmal die Frage, die niemand stellt: Wie kommt die Landesregierung auf das Dürener Bündnis als Empfänger von 70.000 Euro? Welche Erfolge kann das Bündnis vorweisen?

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Nun, Erfolge im Kampf gegen Rechts werden auf der Seite des Bündnisses, das sich mit „praxisnaher Arbeit“ z.B. in Schulen befassen will und an Schulen Seminare zu Demokratie und Menschenrechten durchführt, von denen niemand weiß, ob der, der sie durchführt, dazu qualifiziert ist und ob die, die ihnen unterzogen werden, einen Nutzen oder einen Schaden von ihrer Teilnahme haben (richtig: weil es niemand evaluiert), Erfolge werden keine berichtet. Dafür werden die Mitglieder des Bündnisses säuberlich aufgelistet, darunter:

  • B 90/Die Grünen Kreisverband
  • B 90/Die Grünen Ortsverband Düren
  • B 90/Die Grünen Ortsverband Inden
  • B 90/Die Grünen Ortsverband Nideggen
  • B 90/Die Grünen Ortsverband Nörvenich
  • B 90/Die Grünen Ortsverband Kreuzau
  • B 90/Die Grünen Ortsverband Titz
  • B 90/Die Grünen Ortsverband Jülich
  • B 90/Die Grünen Ortsverband Linnich
  • B 90/Die Grünen Ortsverband Vettweiß
  • B 90/Die Grünen Ortsverband Langerwehe

Und:

  • SPD Distrikt Düren Mitte
  • SPD Distrikt Jülich Mitte
  • SPD Ortsverein Aldenhoven
  • SPD Ortsverein Düren-Mitte-West
  • SPD Ortsverein Jülich
  • SPD-Ortsverein Kreuzau
  • SPD-Ortsverein Linnich
  • SPD-Ortsverein Merzenich
  • SPD-Ortsverein Nörvenich
  • SPD-Unterbezirk Düren-Mitte
  • SPD-Stadtverband Düren

Damit dürfte klar sein, wieso die Landesregierung auf das Bündnis aus Düren als Empfänger für die 70.000 Euro kommt. Die Landesregierung aus SPD und Bündnis90/Grüne finanziert die eigenen lokalen Gliederungen über die Landesmittel. Das ist schlicht Korruption: Steuermittel werden von einer Landesregierung zweckentfremdet, um die eigenen Parteigliederungen zu finanzieren. Früher war das ein Grund zum Rücktritt. Heute ist es die Normalität. Der Kampf gegen Rechts hat den Nepotismus, die Selbstbedienung an Steuergeldern und die Umleitung der Steuergelder aus den Taschen der Steuerzahler in die Taschen der Parteisoldaten und –organisationen, zu ganz neuer Blüte geführt, und er rührt am Kern der Demokratie, denn wenn politische Amtsinhaber Steuergelder benutzen, um den ideologischen Gegner zu bekämpfen, dann ist die Demokratie der Korruption gewichen.

Mit den Landesmitteln wird jedoch nicht nur Korruption vorangetrieben, es werden auch notleidende Künstler unterstützt, denen über die Aktion „Engel der Kulturen“, die so ziemlich alles zu sein scheint, was das Dürener Bündnis gegen Rechts und so weiter bislang vorzuweisen hat, ein Auskommen verschafft wird. Natürlich soll mit dem „Engel der Kulturen“ kein Profit gemacht werden. Nein:

“Die kreative Beschäftigung mit dem Symbol Engel der Kulturen erlaubt es jungen Menschen aller Altersstufen, eigene Assoziationen, Wünsche, Hoffnungen, aber auch Befürchtungen in Wort und Bild zum Ausdruck zu bringen, die sie mit kultureller Vielfalt und der weltweiten Globalisierung in Zusammenhang bringen.“

Der Engel der Kulturen ist aber nicht nur ein Symbol:

“Im Symbol bilden Stern, Halbmond und Kreuz mit ihren Konturen im Innenkreis einen Engel. In seiner kreisförmigen Anordnung wird deutlich: keine Gruppe kann herausgelöst werden, ohne dass erkennbar alle anderen mit beschädigt werden. Und so wird ein Engel, der in den drei abrahamischen Religionen [Christentum, Islam, Judaismus] immer wieder vorkommt als Beschützer und Botschafter zwischen verschiedenen Welten, zu einem Verkündiger dieser Grundüberzeugung:“

Das Symbol kann z.B. als Form von Schülern mit Sand gefüllt und im Pausenhof hinterlassen werden. Es ist auch möglich, das Symbol zu erwerben:

  • engel-der-kulturenals 50-Cent Münze als Brosche oder Kette für 10 Euro,
  • als zweiteiliger Engel der Kulturen (reines Silber) für 150 Euro,
  • als Anhänger (Durchmesser 3cm) für 45 Euro,
  • als Anhänger, 925er Silber poliert (Durchmesser: 3,5cm) mit Öse für 59 Euro;
  • als Anhänger, 925er Silber poliert (Durchmesser: 4cm) mit Öse für 68 Euro;
  • als Wandobjekt (Größe und Preis auf Anfrage);
  • als didaktisches Hilfsmittel (Holz-Puzzle, 2 Teile) für 20, 35 oder 40 Euro;
  • als didaktisches Hilfsmittel (Holz-Puzzle, 24 Teile) für 50 Euro

Alle Preise sind ohne Versandkosten.

Was gemeint ist, wenn vom Kampf gegen Rechts die Rede ist, kann am Beispiel des Dürener Bündnisses gegen … also wie folgt zusammengefasst werden:

Die Landesregierung überweist 70.000 Euro an das Dürener Bündnis, das von ihren lokalen Parteigliederungen mitgetragen wird. Das Dürener Bündnis schreibt eine Stelle aus. Die Aufgabe des Stellenhinhabers besteht darin, den größten Teil der 70.000 Euro zu verbrauchen und etwas zu finden, was man als Rechts darstellen kann und gegen das man Maßnahmen ergreifen kann, welche auch immer. Der Rest des Geldes wird in die Aktion „Engel der Kulturen“ gesteckt, die dazu dient, den Umsatz von Carmen Dietrich und Gregor Merten, die den Kampf gegen Rechts mit dem Kampf um den eigenen Unterhalt verbunden haben, anzukurbeln. Damit auch keine Zweifel bestehen, wem der Umsatz aus der Aktion „Engel der Kulturen“ zusteht, gibt es unter „Urheberrecht“ auf der Seite der beiden Raubengel der Kulturen folgendes zu lesen:

Bei Engel der Kulturen® handelt es sich um ein Kunstwerk, das von uns – Carmen Dietrich und Gregor Merten, beide bildende Künstler – 2007 gemeinsam geschaffen wurde. Seit 2008 bringen wir es – in verschiedene Performances/ Kunstaktionen umgesetzt – breit in die Öffentlichkeit ein.

Dieses Kunstwerk unterliegt dem Urheberrecht, d.h. wir als Künstler entscheiden selbst, ob und wie das Kunstwerk vervielfältigt, verbreitet, ausgestellt wird und in welcher Umsetzung es öffentlich zugänglich gemacht wird.

Wir haben darüber hinaus den Begriff Engel der Kulturen® als Wortmarke in Deutschland (Markennummer 30 2010 075 216) und das Symbol Engel der Kulturen® europaweit als Bildmarke (Markennummer 30 2011 027 888) schützen lassen.

Kampf gegen Rechts ist also: Korruption, Nepotismus und Profit und ganz nebenbei dürfte es sich bei der Art und Weise, in der Steuergelder eingesetzt werden, um über Umwegen den Umsatz von Carmen Dietrich und Gregor Merten anzukurbeln, um einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht handeln. Aber das zu entscheiden, ist nicht unsere Aufgabe. Vielleicht hat ja einer der vielen Rechtsanwälte, die bei uns mitlesen, Lust, sich der Sache anzunehmen.

Vehikel des Rent Seeking, also des sich Verschaffens von finanziellen Mitteln auf Kosten der Allgemeinheit, wie der Kampf gegen Rechts, sind Formen von Korruption und Korruption, hier als Form der Privilegierung bestimmter ideologischer Ansichten oder – formaler – bestimmter Ideologieanbieter, sie ist regelmäßig das, was Demokratien zum Scheitern bringt. Insofern stellt der Kampf gegen Rechts, der im Namen der Demokratie geführt wird, sicher, dass das, was verteidigt werden soll, nämlich die Demokratie, maximalen Schaden erleidet. Das kann eine unbeabsichtigte Folge der dargestellten Selbstbereicherung und Korruption sein, es kann auch eine Absicht dahinter stehen, nämlich die Absicht, den deutschen demokratischen Versuch durch eine Neuauflage linker Parteidiktatur zu beenden.


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