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Nichtangriffspakt

In seinem Buch “Mein Kampf” hat Adolf Hitler keinen Hehl aus seiner Abneigung gegenüber dem “Marxismus” – ein Begriff der darin mehr als 200 Mal vorkommt – und dem Judentum gemacht.

In der öffentlichen Kommunikation seiner Partei wurde daraus der Bolschewismus und bald darauf die “jüdisch-bolschewistische Weltverschwörung”. Zu sagen, Hitler sei kein Freund von Kommunisten gewesen, ist eine Untertreibung.

In den offiziellen Verlautbarungen der KomIntern, der Kommunistischen Internationale die mehr oder minder das Sprachrohr von Josef Stalin außerhalb der Sowjetunion war, galt der Kampf gegen den Faschismus, der Antifaschismus als sine qua non der kommunistischen Existenz, wobei Faschismus nicht bei rechten Parteien sein Ende nahm, der Kampf vielmehr die “Sozialfaschisten” der SPD mit umfasste.

Zu sagen, Stalin sei kein Freund von Nationalsozialisten gewesen, ist eine Untertreibung.

Dessen ungeachtet reiste Joachim Ribbentrop nach Moskau um am 28. September 1939 den “Deutsch-Sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrag” zu unterzeichnen, die Sequel zum Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffspakt, besser bekannt unter der Bezeichnung Hitler-Stalin-Pakt, vom 23. August 1939.

Quelle: HistDoc-Net

Der Vertrag ist ein eindrückliches Dokument für den von Nationalsozialisten und Kommunisten geteilten Glauben, dass man Ideologie mobilisieren, quasi jeden Tag aufs Neue an aktuelle Feindbilder und Vorgaben anpassen könne, ein klassischer Beleg dafür, dass im Kommunismus und im Nationalsozialismus kein Platz für Individuen war, lediglich ein Platzhalter für Objekte staatlicher Launen vorgesehen war.

Der Hitler-Stalin-Pakt – ist er eigentlich noch Gegenstand des Geschichtsunterrichts?-, wurde zu meiner Zeit als eine Art “das-war-halt-so”-Zeitgeschichte behandelt, eine Kröte, die man nicht wirklich mit rationalen Enzymen zerlegen kann. Indes, die Gemeinsamkeiten der beiden totalitären Systeme waren in vielerlei Hinsicht so groß, jenseits dessen, was als PR für die Massen gestreut wurde, dass die Einigung zwischen beiden nicht wirklich verwunderlich ist.

Beide, sowohl Kommunisten als auch Nationalsozialisten haben die Diktatur mit einem umfassenden Alleinvertretungsanspruch, der jede Opposition unterdrückt und beseitigt, zu ihrem Regierungssystem gemacht. Keiner musste Widerstand, ob der plötzlichen Kurskorrektur von Opposition erwarten.

Beide, sowohl Stalin als auch Hitler strukturierten ihr Denken in Blöcken, in Räumen und letztlich in Gewalt, drei Variablen, die Ziele und Mittel definieren und über eine der Zweck heligt die Mittel Relation miteinander verbunden sind. Wenn man X erreichen will, dann muss man die dazu notwendigen Mittel einsetzen. Mittel, die ausgeschlossen sind, gibt es nicht. Mittel, die dem, was gestern Mittel war, widersprechen, sind genauso legitim, wie Mittel, die dem Mittel von gestern entsprechen.

Insofern hatten beide etwas von dem Pakt, das über die geheimen Zusatzprotokolle, in denen im Wesentlichen Polen zwischen beiden aufgeteilt wurde, hinausging:

Die jeweilige Presse beeilte sich, regimegetreue Meldungen zu veröffentlichen und die Kehrwende in der gegenseitigen Aversion an die Objekte der jeweiligen Regierung durchzureichen. Deutsche Zeitungen feierten den Pakt als “genialen Schachzug des Führers”, die KomIntern gab an alle Mitgliedsstaaten die Anweisung heraus den “imperialistischen Krieg der Westmächte nicht mehr als Antifaschismus” zu unterstützen.

Der am 23. August 1939 vereinbarte Nichtangriffspakt hatte in seinem Geheimprotokoll die Aufteilung Polens festgelegt. Der am 28. September 1939 geschlossene “Deutsch-Sowjetische Grenz- und Freundschaftsvertrag” war dazu da, die Beute zu verteilen, denn die polnische Armee war zusammengebrochen, Polen als Staat hatte zu existieren aufgehört.

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