Wenn sie nur endlich weg wären – Einblicke in eine morbide Religion
Man hat den Eindruck, dass Gletscher manchen ein Dorn im Auge sind. Ihre bloße Existenz ist ein Makel auf der reinen “Menschen-machen-Klimawandel”-Erzählung, denn die Geschichte vom verschwindenden Gletscher ist in die Jahre gekommen. Sie lockt niemanden mehr hinterm Ofen hervor. Nach so vielen Jahren, seit denen “die Gletscher” verschwinden, sind “die Gletscher” immer noch da. Eine Dramatisierung ist notwendig, um die Dinger endlich zu entsorgen:
Wir zitieren:
“Gletscher sind ein Teil der Bergromantik. Schon der Begriff hat Erregung im Gefolge, übt die Faszination von Einsamkeit, Höhe und sogar Schrecken …
Aber die Nachrichten sind für Gletscher dramatisch. Sie verschwinden.
Schweizer Bauern, die noch nicht alle in der Moderne angekommen sind, machen Tourismus dafür verantwortlich
[…]
Seit vielen Jahren wird die Bewegung der Gletscher genau beobachtet. Die Ergebnisse für das letzte Jahr sind gerade veröffentlicht worden. Sie zeigen, dass sich die Gletscher im Schweizer Kanton Bern zurückziehen, manche in einem alarmierenden Ausmaß.
[…]
Zum Beipiel … der Aletsch-Gletscher, der allein in den letzten 12 Monaten um rund 20 Meter zurückgegangen ist.”
Upps, da habe ich mich im Artikel geirrt. Das Zitat entstammt einem Beitrag, der 1911 in der Australischen “Catholic Press” veröffentlicht wurde. Der Beitrag, der den Titel “Schlechte Nachrichten für Gletscher” trägt, ist also mehr als 100 Jahre alt, hat das vermeintliche Gletschersterben schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts in alarmierenden Begriffen beschrieben.
Der unermüdliche Tony Heller hat diesen Beitrag aufgetan und veröffentlicht. Und wie es der Zufall so will, beschreiben die Totengräber der Schweizer Gletscher deren Rückzug an nahezu identischer Stelle und in fast identischen Worten. Nun aus dem richtigen Text der ARD-Tagesschau:
“Der Schwund des Eises zeige sich besonders an der vor rund 150 Jahren am Aletschgletscher erbauten Konkordia-Hütte, erklärt Feigenwinter und zeigt dabei auf eine Hütte in der Ferne, die hoch über dem Gletscher thront.
“Als die Hütte gebaut wurde, war sie ziemlich nah am Gletscher.” Mittlerweile sei der Gletscher so stark geschmolzen, dass der Zugang zur Hütte nur noch über eine lange Stahltreppe möglich sei.
Die Konkordiahütte, die als Zeuge des Eisschwunds bemüht wird, wurde 1877 gebaut, also 34 Jahre bevor die “schlechten Nachrichten für Gletscher”, die wir eingangs zitiert haben, veröffentlicht wurden. Die Hütte hat sich schnell als zu klein erwiesen und wurde 1898 und 1908 erweitert. Zu welchem Zeitpunkt ihres Baus die Hütte “ziemlich nah am Gletscher” war, ist eine Frage, die vermutlich nicht einmal “Cyrill Feigenwinter” beantworten kann, der im ARD-Text aus welchen Gründen auch immer, als “Experte” eingeführt wird, obschon er “eigentlich Schulleiter” ist, “seit August” aber “als Betriebswart… in der Hochalpinen Forschungsstation auf dem Jungfraujoch” arbeitet.
Vermutlich hätten diejenigen, die 1911 das Sterben der Gletscher, in alarmierenden Beiträgen beschrieben haben, auch darauf hingewiesen, dass man den Neubau der Konkordia-Hütte nunmehr über eine Eisentreppe erreichen muss, nachdem die ursprüngliche Hütte erheblich vergrößert und in ihrer Erreichbarkeit an die Bedürfnisse von Touristen angepasst wurde.
Eine kleine Episode, die den Unfug, der Klimaalarmismus ist und dessen Vertreter darunter leiden, dass es immer noch Gletscher gibt, auch im Jahre 115 nach Ankündigung ihres Verschwindens, als die Groteske entlarvt, die er nun einmal ist. Nachrichten von Dummen für Dumme, die dumm genug oder ideologisch verblödet genug sind, sie zu glauben bzw. glauben zu wollen, die Nachrichten enthielten irgend einen Wert.
Damit ist nicht gesagt, dass die Gletscher nicht zurückgehen. Damit ist festgestellt, dass die Gletscher in den Schweizer Alpen, dass viele Gletscher in den Schweizer Alpen seit mehr als einem Jahrhundert auf dem Rückzug sind, denn wir befinden uns in einer Zwischeneiszeit, und eine Zwischeneiszeit ist dadurch definiert, dass es wärmer wird und weil es wärmer wird, gibt es weniger Eis und das Eis, das es noch gibt, reicht nicht mehr so weit in die Täler wie es noch reichte, als es kälter war.
Eigentlich sollten wir uns über die Zeit freuen, in der wir leben. Schließlich müssen wir nicht zwei Drittel des Jahres durch Schnee stapfen und den Rest des Jahres durch Wasserlachen, die sich auf Permafrost gebildet haben, waten …

