Studie belegt großes Misstrauen gegenüber öffentlich-rechtlichen Medien

Vor einiger Zeit haben wir von einer Junk-Studie berichtet, mit der Kim Otto von der Universität Würzburg versucht hat, Medien im Allgemeinen und die (öffentlich-rechtlichen) Medien im Besonderen als das darzustellen, was sie nach Ansicht derer, die von Lügenpresse reden, eben nicht sind: glaubwürdig. Das Vertrauen in Medien habe einen neuen Höchststand erreicht, so hat Otto aus Daten des Eurobarometers herausgelesen, etwa so, wie man aus dem Kaffeesatz die Zukunft herauslesen kann, denn Otto weiß so wenig wie alle anderen, die die entsprechenden Daten des Eurobarometer nutzen, was eigentlich gemessen wurde. (Wen unsere Besprechung der Legitimationsforschung aus Würzburg interessiert, der kann sie hier nachlesen).

Heute wird unsere damalige Kritik durch Ergebnisse, die YouGov veröffentlicht hat, bestätigt. 2000 Befragte haben Angaben zum Vertrauen in Institutionen, darunter öffentlich-rechtliche Medien gemacht. Das Ergebnis ist verheerend für öffentlich-rechtliche Medien: 28% der Befragten sind der Ansicht, dass öffentlich-rechtliche Medien sehr (4%) oder eher vertrauenswürdig (24%) sind, 31% der Befragten sind der Ansicht, dass öffentlich-rechtliche Medien eher nicht (19%) oder überhaupt nicht vertrauenswürdig sind (12%). Mehr Befragte sind also der Meinung, man könne der Berichterstattung wie sie in öffentlich-rechtlichen Medien erfolgt, nicht vertrauen als der Ansicht sind, man könne der Berichterstattung vertrauen und deutlich mehr Befragte beziehen hierbei die Extremposition „überhaupt nicht vertrauenswürdig“ (12%) als bereit sind, den öffentlich rechtlichen Medien zu attestieren, dass ihre Berichterstattung „sehr vertrauenswürdig“ sei (4%).

[Methodischer Einschub: 35% der 2000 von YouGov Befragten wollen sich weder für die eine noch die andere Seite entscheiden und antworten mit „teils, teils“. Teils/teils ist hier wohl als eher verunglückter Versuch eine Mittelkategorie einzuführen, zu werten; weder vertrauenswürdig noch nicht vertrauenswürdig wäre wohl die bessere Wahl gewesen, wenn man eine derart nichtssagende Kategorie einführen will, um Befragten die Möglichkeit zu geben, eine Frage zu beantworten, ohne eine relevante oder sinntragende Antwort zu geben.]

Dass man selbst derart miserable Ergebnisse für öffentlich-rechtliche Medien noch gutschreiben kann, beweisen die Mannen von Yougov mit dem Titel, den sie der Folie spendiert haben, die die Ergebnisse, die wir hier berichten, darstellt: „Öffentlich-rechtlichen Medien wird eher vertraut als der Bundesregierung“. So kann man ein Ergebnis auf den Kopf stellen und aus Misstrauen Vertrauen konstruieren. Tatsächlich vertrauen noch weniger Befragte der Bundesregierung (nämlich 5% sehr und 20% eher) als den öffentlich-rechtlichen Medien. Das ändert aber nichts daran, dass das Misstrauen gegenüber öffentlich-rechtlichen Medien überwiegt.

Mit einer weiteren Frage untersuchen die YouGover die Wahrnehmung der Berichterstattung von Medien, Hier erklären 30% der Befragten, dass sie der Aussage:

„Die klassischen Medien (z.B. Tageszeitungen, TV, Radio) berichten oft nicht über wichtige Ergebnisse, weil sie politisch korrekt sein wollen“

voll und ganz (11%) bzw. eher (19%) zustimmen, 18% stimmen der Aussage eher nicht zu und 5% stimmen ihr überhaupt nicht zu. 38% der Befragten, geben hier „teils/teils“ zur Antwort.

Da öffentlich-rechtliche Medien sich insbesondere durch politisch-korrekte Berichterstattung hervortun, mag das Misstrauen gegenüber öffentlich-rechtlichen Medien mit deren politischer Korrektheit zusammenhängen und damit, dass immer weniger Bürger von Medien belehrt, anstelle von informiert werden wollen.

Wer die Ergebnisse, die wir hier besprochen haben, nachvollziehen will, der muss das Material der entsprechenden YouGov-Umfrage hier anfordern.

Tagesschau: Öffentlich-rechtliche Verblödung

Der Tweet oben ist authentisch.
Er zeigt, dass die Tagesschau Personen beschäftigt, die zu dumm sind, um ihren Job zu tun, die eine Beleidigung für den Intellekt derer sind, die gezwungen sind, sich mit diesem Unsinn konfrontieren zu lassen, die gezwungen sind, diese Minderbemittelten auch noch über ihre Gebühren zu finanzieren.

Übrigens: Minderbemittelt ist nur dann eine Beleidigung, wenn minderbemittelt nicht begründet werden kann, wenn eine mindere Intellektuelle Begabung nicht Ursache für den Tweet oben ist.

Die folgenden Gründe machen es unausweichlich, die Verantwortlichen dieses Tweets als minderbemittelt anzusehen:

  1. Das Gender Pay Gap (ursprünglich „gender wage gap”) bezieht sich auf das Erwerbseinkommen
  2. Kinderarbeit ist in Deutschland verboten. Also können Vier- oder Fünfjährige kein Erwerbseinkommen beziehen.
  3. Das macht den Begriff „Gender Pay Gap“ zur Idiotie und im Analogieschluss denjenigen, der ihn benutzt zum: … Die Transferausgabe kann jeder selbst lösen (einfacher Syllogismus).
  4. Nähmen man die Tagesschau ernst und entsprechend an, dass das Gender Pay Gap im Alter von vier bis fünf Jahren beginnt, dann folgte daraus, dass Eltern diejenigen sind, die für das Gender Pay Gap in Deutschland verantwortlich sind.
  5. Darüber hinaus folgte daraus, dass Eltern ihre vier- und fünfjährigen Kinder zu Kinderarbeit, die man angesichts des geringen monatlichen Lohns nur als Sklavenarbeit bezeichnen kann, zwingen.
  6. Wer diese Schlüsse vermeiden will, der muss aus dem Tweet schließen, dass hier ein/e Minderbemittelte/r am Werk war.

Das Gender Pay Gap wurde einst eingeführt, um einen Sachverhalt zu bezeichnen, der der Erklärung bedarf, der aber als solcher kein Problem und schon gar keine Diskriminierung darstellt. Dann kamen Spinner des Weges und haben gedacht, „Gender Pay Gap“ sei ein Problem, und zwar deshalb, weil sie der Ansicht sind, dass immer dann, wenn Frauen weniger verdienen als Männer Diskriminierung im Spiel sein müsse. Die ganze Genderisten-Bewegung basiert auf einer derartigen Pathologisierung harmloser Begriffe, die, weil sie nicht verstanden werden, missbraucht und für die eigenen Zwecke verbogen werden. Im Fall vom Gender Pay Gap führt das dazu, dass jede Helga meint, ein Gehaltsunterschied stelle eine Diskriminierung dar. Dass die Verblödung an diesem Punkt nicht aufhört, zeigt der Tweet der Tagesschau, den man – aus Mangel an Kategorien – nur noch als Tweet eines Minderbemittelten bezeichnen kann.

Gehaltsunterschiede, wie die 21% Gender Pay Gap, die von Genderisten, die gerne mit Begriffen hantieren, die sie nicht verstehen, als Beleg für Diskriminierung angesehen werden, sind dazu gedacht, erklärt zu werden. Erst wenn man die 21% Gehaltsunterschiede nicht erklären kann, kann man sich fragen, ob eine Diskriminierung vorliegt. Wie die Dinge nun aber so liegen, wie sie liegen, kann man die 21% erklären, denn Männer machen

  • mehr Überstunden;
  • arbeiten länger und mehr;
  • arbeiten in Branchen, in denen höhere Löhne bezahlt werden (also nicht beim Staat);
  • haben mehr Berufserfahrung
  • haben mehr Humankapital
    Usw.
    als Frauen.

Anders formuliert: Dass Männer 21% ,mehr verdienen als Frauen, hat nichts mit Diskriminierung zu tun, überhaupt nichts. Es ist das Ergebnis von Meritokratie.

Über die Studie, aus der die Tagesschau ihre Erkenntnisse haben will, ist bislang noch wenig bekannt, aber das hindert diejenigen, die Journalisten sein wollen, nicht daran, schon einmal die eigene Phantasie spielen zu lassen und einen derartigen Unsinn in die Welt zu posaunen, den man wirklich nur über mentale Defekte erklären kann.

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles

Zuschauer verschaukeln: SWR sucht Strohmann für vorgefertigte Meinung

Die neue Sendung des SWR trägt den Titel „Mal ehrlich“.

In der neuen Sendung des SWR sollen Bürger „mit ihren Sorgen und Meinungen, Erfahrungen und Wünschen im Zentrum stehen“.

Der SWR will diese Sendung seinen Zuschauern als Einblick in die Welt der normalen Menschen mit ihren Sorgen und Nöten verkaufen.

Hinter dieser Fassade steckt jedoch eine perfide Form von Täuschung, denn beim SWR wird gezielt nach Statisten gesucht, die vorgegebene Meinungen gegen ein Honorar vertreten.

Die folgende Suchmeldung wurde uns anonym zugespielt.

Sie zeigt, wie man bei öffentlich-rechtlichen Sendern versucht, Zuschauer zu verschaukeln oder pfälzischer ausgedrückt: zu verarschen, indem ihnen vorgegaukelt wird, das, was sie sehen, wären authentische Erfahrungen, Sorgen und Nöte von Menschen, die sich in ihrer Sorge an den SWR gewendet haben. Tatsächlich handelt es sich um bezahlte Statisten, die sich zu einem vorgegeben Thema gemeldet haben und gegen Bezahlung eine vorgegebene Meinung vertreten.

Widerlich!

Hier der Suchtext:

“Wir suchen für ein neues SWR-TV-Format eine/einen Alleinerziehenden, der sagt, dass sie/er aufgrund der Kindererziehung oder -ausbildung kein Geld für die Rente hat. Und mit Schrecken an die eigene Rente denkt. Bedingung: Die Person muss aus Rheinland-Pfalz oder Baden-Württemberg kommen. Sie bekommen 150€ für Ihre Meinung und wir übernehmen Ihre Anreise nach Mannheim zur Sendung.

Hintergrundinfos zur Sendung:
Am 06. September startet mit „mal ehrlich…“ eine neue Gesprächssendung beim SWR, in der Bürgerinnen und Bürger mit ihren Sorgen, ihren Meinungen, Erfahrungen und Wünsche[n] im Zentrum stehen. In jeder Sendung, die 60 Minuten dauert und aus Mannheim gesendet wird, soll ein aktuelles und relevantes Thema behandelt werden. Hier werden die Bürger, Zuschauer und Betroffene vornehmlich zu Wort kommen, um ihre Erfahrungen, Probleme und Forderungen zum jeweiligen Thema zu benennen. Politiker und Experten sind zwar auch eingeladen, stehen hier aber eher Rede und Antwort. Die erste Sendung am 06.09.2017 soll sich mit der Frage befassen: „…macht meine Rente mich arm?“, das Thema, das die SPD für den kommenden Bundestagswahlkampf auserkoren hat. Kontakt: Beate Zimmermann b.zimmermann@encanto.tv 0221.925785-34″

Meinungsmache bei der ARD – Heute: BREXIT zurückdrehen

Journalismus besteht u.a. daraus, aus einer Flut von Informationen, diejenigen herauszufischen, die relevant, interessant und bedeutsam sind. Weil dem so ist, kann man anhand der Berichte, die sich in Medien finden, leicht feststellen, was den dort Arbeitenden relevant, interessant und bedeutsam vorkommt. Deshalb kann man auch feststellen, dass bei der ARD Journalisten beschäftigt sind, die eine geistige Fixierung aufweisen, wie man sie in Organisationen wie der Scientology Church oder in revolutionären Zellen vermutet.

Denn: Bei der ARD gibt es einige besonders eindimensionale Exemplare der Gattung Journalist; eine Art Realitätsverweigerer, Leute, die mit den Füßen aufstampfen, wenn etwas nicht nach ihrer Vorstellung geht und Leute, die vollkommen unfähig sind, zu lernen; Leute also, denen die Grundfähigkeiten, die den Menschen nach Ansicht von Immanuel Kant auszeichnen, fehlen: Empathie und Lernfähigkeit.

Und so stellt die ARD einmal wieder die Frage nach dem BREXIT.
Offensichtlich hängt das Herz der dortigen Redakteure ganz besonders daran, den BREXIT und somit die Entscheidung einer Mehrheit von Briten zurückzudrehen. So sehr hängt das Herz der ARD daran, dass sie im Meer der politischen Fische, die in Großbritannien nach der Wahl an den Scheiben der Fernseher vorbeischwimmen und „blubb“, machen, ausgerechnet die beiden kleinsten Fische heraussucht, die man finden kann:

GE2017 UK.jpg

Tim Farron, Chef der seit gestern Nick Clegglosen (Sie erinnern sich vielleicht an den ehemaligen Vize-Premierminister im ersten Kabinett von Dave, David Cameron – er hat den Wiedereinzug ins Parlament verpasst) Fraktion der Liberal-Democrats im britischen Unterhaus fordert, so weiß die ARD, die Verhandlungen für einen EU-Austritt auf Eis zu legen und will sogar ein neues BREXIT-Referendum abhalten. Farron ist ein Politiker, wie man ihn mag, bei der ARD. Er lässt sich perfekt nutzen, um den Konsumenten der ARD eine britische Welt vorzuführen, die es nur in Marginalien gibt.

Und weil ein Farron zu wenig ist, um den Konsumenten der ARD darüber hinweg zu täuschen, dass die Tories mit 318 Sitzen und 13,6 Millionen Wählerstimmen die stärkste Fraktion im Unterhaus stellen, es also kein In Frage stellen des BREXIT geben wird, deshalb wird ausgerechnet Nicola Sturgeon von der Scottisch Nationalist Party, die bei der gestrigen Wahl von 56 auf 35 Mandate geschrumpft wurden, als weiterer Unterstützer der Position, die die ARD gerne mehrheitsfähig machen will, dargestellt.

Sturgeon und Fallon können für ihre Positionen die Unterstützung von rund 10.4% der britischen Wähler reklamieren. Sie sind zwei Randfiguren, deren Stimme gerade noch vernommen, aber nicht gehört wird. Entsprechend wird sich die Hoffnung der ARD-Fixierten, auch dieses Mal nicht erfüllen. Es wird kein Zurück hinter den BREXIT geben, und es wird auch keinen soft-BREXIT geben, denn, was in Deutschland verschwiegen wird oder unbekannt ist, einer der offensivsten Vertreter und Befürworter eines harten BREXIT ist der von Teilen der deutschen Linken – vermutlich in einer Mischung aus Ignoranz und Ahnungslosigkeit – gefeierte Jeremy Corbyn – komischerweise ist das der ARD keine Meldung wert…

Die Situation im Britischen Unterhaus sieht also wie folgt aus:
Für BREXIT: 590
Gegen BREXIT: 48
Nicht zuordenbar: 12
Es scheint, als würde die ARD die falschen Prioritäten in ihrer Berichterstattung setzen.

Deutschlandfunk: Alle Ossis sind Rechtsextreme

Ein Meisterstück gruppenbezogener Menschfeindlichkeit, das der Deutschlandfunk schon vor einigen Tagen veröffentlicht hat, ist uns heute auf den Schreibtisch gekommen. Es stammt aus der Feder von Christoph Richter, der sich offensichtlich intellektuell und kompetent genug fühlt, um alle Ossis für rechtsextrem zu erklären.

Weil sein Text wirklich ein hervorragendes Beispiel eines Journalisten ist, der von nichts eine Ahnung haben, aber dennoch Aussagen in einer Unbekümmertheit und Reichweite trifft, die die Leser ob ihrer Falschheit atemlos zurücklassen, nehmen wir uns seinen Text absatzweise vor.

junk_scienceAbsatz 1:
„Kaum war die Studie des Göttinger Instituts für Demokratieforschung zum Rechtsextremismus in Ostdeutschland verbreitet – mit dem Tenor: Der Rechtsextremismus hat ein ostdeutsches Gesicht – da waren die Abwiegler, die Relativierer zur Stelle. Es folgten die üblichen politischen Reaktionen: Nicht alle Ostdeutschen sind rechtsextrem, heißt es. Der Westen solle sich hüten, jetzt mit dem Zeigefinger auf die Ostdeutschen zu zeigen, als seien sie Schmuddelkinder, als würden in den Neuen Bundesländern permanent Flüchtlingsunterkünfte brennen.“

Die Prämisse des Absatzes lautet: Die Studie des Göttinger Instituts für Demokratieforschung verkündet die Wahrheit über die Ostdeutschen. Sie sind alle rechtsextrem. Rechtsextremismus ist ein ostdeutsches Phänomen. Das behauptet Richter allen Ernstes (dazu kommen wir noch). Weil die Wahrheitsstudie aus Göttingen sofort „Abwiegler“ und „Relativierer“ auf den Plan gerufen hat, die darauf hingewiesen haben, dass „[n]icht alle Ostdeutschen rechtsextrem“ sind, muss man logisch schließen, dass Richter der Überzeugung ist, „Alle Ostdeutschen sind rechtsextrem“. Wäre er nicht dieser Überzeugung, er würde diejenigen, die darauf hinweisen, dass nicht alle Ostdeutschen rechtsextrem sind, nicht als Abwiegler und Relativierer bezeichnen. Richter relativiert nichts. Seine Überzeugung ist apodiktisch: Alle Ostdeutschen sind rechtsextrem. Und der Deutschlandfunk stellt Richter ein Forum bereit, um seinen Extremismus über die Ostdeutschen zu verbreiten. Denn Aussagen, die eine ganze Gruppe (die Ostdeutschen) abwerten, stellen „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ dar. Wenn es Richter nicht glaubt, er kann es bei der Amadeu-Antonio-Stiftung oder bei Andreas Zick, dem Spiritus Mentor der AAS-Stiftung nachlesen. Apodiktische Aussagen wie „alle Ostdeutschen sind rechtsextrem“, sind übrigens das Kennzeichen dummer Menschen. Intelligente Menschen wissen, dass die Wahrscheinlichkeit dafür, dass Allaussagen sich als falsch erweisen, sehr hoch ist, sehr sehr hoch. Deshalb würden wir nie behaupten, kein Mitarbeiter des Deutschlandfunks ist willens oder in der Lage, seinen Job als Journalist zu machen. Wir würden zunächst von „manchen“ sprechen.

Nächster Absatz.
„Nein, das ist nicht so. Hat auch keiner gesagt. Aber man will auch denen, die sich sofort wie Ritter für die Ostdeutschen in die Bresche schlugen, vor Augen halten, dass der Alltagsrassismus im Osten sehr verbreitet ist, auf fruchtbaren Boden fällt.“

Das „hat auch keiner gesagt“, bezieht sich auf den Konjunktiv, „als würden in Ostdeutschland permanent Flüchtlingsunterkünfte brennen“. Immerhin ist Richter bereit, zuzugestehen, dass unser aller Eindruck, nachdem in Ostdeutschland nicht ständig Flüchtlingsunterkünfte brennen, richtig ist. Allerdings ändert das nichts an seiner apodiktischen Aussage, nach der alle Ostdeutschen rechtsextrem sind. Alltagsrassismus, nennt er den Rechtsextremismus nun. Und wer anderer Ansicht ist, als Herr Richter, der ist ein Ritter, der sich für die Ostdeutschen in die Bresche schlägt. Wir (und der Duden) dachten bislang, dass man für andere in die Bresche springt. Aber das ist Deutsch. Beim Deutschlandfunkt gilt eben ein anderes, sagen wir ein falsches Deutsch.

Und weiter geht es:
„So ist es immer wieder höchst irritierend, zu beobachten, mit welcher Nonchalance auf den Straßen in Magdeburg, Dresden oder Schwerin von Asylanten, Kanaken, gar von Fidschis gesprochen wird. Warum kleiden sich ostdeutsche junge Männer gern mit der neuesten Kollektion von Thor Steinar – einem bekannten Neonazi-Label? Warum tragen beispielsweise die Mitarbeiter eines Magdeburger Wurstimbiss T-Shirts auf denen in Frakturschrift Dönerjäger steht? Soll wohl ein Scherz sein, ist aber nicht lustig. Ganz im Gegenteil.“

Fidschis, Dönerjäger und Thor Steinar in Madgedurg, Dresen oder Schwerin sind für Richter die Insignien eines ostdeutschlandweiten Rechtsextremismus. Die Thor Steinar Litanei kommt regelmäßig als Indikator für rechts, was erstaunlich ist, wenn man bedenkt, dass der Eigentümer von Thor Steinar seit 2008 das Unternehmen Al-Zarooni Tureva mit Sitz in Dubai ist, oder wie es bei Wikipedia heißt: „Am 4. November 2008 wurde die MediaTex GmbH an die Al Zarooni Tureva mit Sitz in Dubai verkauft. Seitdem wird die Marke von mehreren Neonazi-Gruppen boykottiert.“

Fidschis ist übrigens die Bezeichnung für Vietnamesen, die in der DDR gängig war, denn in der DDR gab es etliche Migranten aus sozialistischen Bruderländern. Das weiß Herr Richter auch nicht (wenn man den Ostdeutschen hier etwas vorwerfen kann, dann ihre sozialistische Unbildung, die Fidji und Vietnam verwechseln lässt). Die Marke aus Dubai, die DDR-Bezeichnung für Vietnamesen und ein t-Shirt mit dem Aufdruck „Dönerjäger“ sind für Christoph Richter der Beleg dafür, dass es in Ostdeutschland eine „Überhöhung des Eigenen“ gibt, wie er im nächsten Absatz schreibt. Nun wissen wir, wie es zu derart unsäglichen Artikeln, wie dem von Richter beim Deutschlandfunk kommt. Diese Artikel stellen eine Überhöhung des Eigenen dar. Richter ist tatsächlich der Ansicht, er sei nicht nur kompetent, sondern auch intellektuell in der Lage, etwas über Rechtsextremismus in Ostdeutschland zu schreiben. Derartige Überhöhungen eigener Fähigkeiten müssen notwendig ins Unheil führen. Und so kommt es auch:

„An diesen Beispielen kommt die “Überhöhung des Eigenen”, wie die Forscher in der Studie ausführen, deutlich zum Ausdruck. Sie sagen: Der Rechtsextremismus ist ein Erbe der DDR, wo es keine Migranten gab, weshalb die Ostdeutschen mit Fremden nicht klar kommen beziehungsweise für extreme Tendenzen anfällig sind: Kein gerade neuer Befund, eine allseits bekannte Zustandsbeschreibung. Die x-te Studie zum Thema.”

sinus-studie“Der Rechtsextremismus als solcher ist ein Erbe der DDR, wo es keine Migranten gab, weshalb die Ostdeutschen mit Fremden nicht klar kommen …“ Das muss man sich nach rund 60 Jahren westdeutscher Rechtsextremismus-Forschung, bei der schon Ende der 1970er Jahre verkündet wurde, dass 5 Millionen WESTDEUTSCHE ihren Führer wiederhaben wollten, auf der Zunge zergehen lassen, vor allem, weil Westdeutsche, die mangels ostdeutscher Beschuldigter, so lange die DDR in situ war, der einzige Gegenstand der Forschung für westdeutsche Rechtsextremismuskundige waren: Westdeutschland mit seinen vielen Gastarbeitern, die damals als Ursache für den westdeutschen Rechtsextremismus angegeben wurden; Westdeutscher Rechtsextremismus schien den damals Forschenden gerade ein Ergebnis davon zu sein, dass es „Migranten gab“, mit denen Westdeutsche nicht klar kamen.

Aber wir lernen von Christoph Richter, dass es den westdeutschen Rechtsextremismus nie gegeben hat. Denn der Rechtsextremismus, er ist ein DDR-Erbe. Und es gibt Rechtsextremismus nur dort, wo man keine Fremden kennt, in Ostdeutschland. X-Studien, von denen Richter keine einzige nennen kann, haben dies angeblich gezeigt. Wir tendieren mit x Studien dazu, apodiktische Aussagen als Ergebnis einer Geisteskrankheit zu betrachten, auch ohne Quellenangabe.

Warum schreibt ein angeblicher Journalist wie Christoph Richter einen derartigen Blödsinn? Warum gibt ein Sender, der von Steuerzahlern, auch von ostdeutschen Steuerzahlern finanziert wird, Richter ein Forum, um für alle sichtbar zu machen, dass er das hat, was Milton Rokeach ein „closed mind“ genannt hat?

Die Antwort kommt im nächsten Absatz:
„Was es jetzt braucht, ist ein umfassendes Integrationsprogramm für die Ostdeutschen. Insbesondere auf dem platten Land fühlen sich die Ossis abgehängt, vergessen. Die Bahn, die Sparkasse, die Post, die Polizei, der Bäcker: Alle haben sich zurückgezogen. Gemeinden werden durch Gebietsreformen zu gesichtslosen Stadtgebilden, mit denen sich kaum einer identifizieren kann. Das Ergebnis: Der Politikverdruss greift um sich. Die Menschen öffnen sich den Extremisten, die da kommen und sagen, wir sind jetzt die Kümmerer.“

Die Ossis sollen für die offizielle Kümmer-Industrie als Behandlungsmasse erschlossen werden. Platt ausgedrückt könnte man sagen: Der Verdacht liegt nahe, dass der Deutschlandfunk oder Mitarbeiter des Deutschlandfunks von Vertretern der Kümmer-Industrie geschmiert wurden, um ihnen das ostdeutsche El-Dorado zu erschließen. Projekte, Maßnahmen, Aktionen, Schulungen, Tagungen, Selbsthilfegruppen, Studien, Interviews, Crash-Kurse und Workshops, das Herz der Kümmer-Industriellen es schlägt höher bei dem Gedanken, man könne alle Ostdeutschen zur Behandlungsmasse erklären, die man vom DDR-Erbe Rechtsextremismus entwöhnen müsse. Die Entnazifizierung nach dem Zweiten Weltkrieg, sie ist Peanuts dagegen.

„Die Bahn, die Sparkasse, die Post, die Polizei, der Bäcker“, sie sich übrigens auch im Westen vom Land zurückgezogen. Aber das ist Richter nicht der Erwähnung wert. Er ist auf der Suche nach Dingen, die seine Überzeugung bestätigen und seinen Hass auf Ostdeutsche begründen können. Die Frage, ob denn der behauptete Einfluss, der erdachte Zusammenhang überhaupt vorhanden ist, sie interessiert ihn nicht. Er pickt ihm Passendes, nicht Korrektes. Er sucht nach Bestätigung, nicht nach Begründung. Er kommt gar nicht auf die Idee, seine angeblichen Einsichten einer Prüfung zu unterziehen. Er will nicht wissen. Er will diskreditieren!

Und dann kommt der letzte Absatz in diesem Marketing-Artikel für die Kümmer-Industrie, deren Masche darin besteht, Probleme zu erfinden, die erfundenen Probleme groß zu reden und dann Horden von Kümmerern lozuschicken, um die Probleme nicht nur flächendeckend zu verbreiten, sondern auch die Notwendigkeit dafür zu demonstrieren, dass man sich kümmert, denn: Die Probleme sind nun flächendeckend. Früher hat man das Schmarotzen genannt, heute ist es Einsatz für die Zivilgesellschaft.

Damit ist der Richter aber noch nicht am Ende.
Einen hat er noch:

„Die Landeszentralen für politische Bildung haben an dieser Stelle komplett versagt. Weshalb man jetzt auch kein weiteres Programm für Weltoffenheit und Toleranz braucht. Sondern eine groß angelegte Offensive für ein lebendiges Miteinander in der Provinz. Indem die Schulen vor Ort erhalten und nicht geschlossen werden, indem der Bus öfter als zweimal am Tag fährt. Egal ob in Tröglitz, Anklam oder Heidenau. Und da sind alle Kommunal-, und Landespolitiker gefragt, aber auch der Bund: Um aus leb- und gesichtslosen Ortschaften, aus strukturschwachen Regionen lebendige und bunte Zentren zu machen. Nur so können letztlich blühende Landschaften auch in den Herzen der Ostdeutschen entstehen.“

Wussten Sie, dass die Landeszentralen für Politische Bildung in Ostdeutschen gegründet wurden, um die Ossis vom DDR-Rechtsextremismus zu entwöhnen und sie an Fremde zu gewöhnen?

Wir auch nicht.
Savage chicken CatsScheinbar hat Richter seine ureigene Vorstellung vom Zweck der Landeszentralen für Politische Bildung. Sie sind nach seiner Ansicht Mittel zur Indoktrination. Agenten, die das, was die Richters Deutschlands für richtig halten, denen, die sich auf dem ostdeutschen Land verkrochen haben, in die Köpfe hämmern, denn das Volk ist eine tumbe Masse, die darauf wartet, von den Richtern der Welt geschröpft, beschimpft und dann behandelt zu werden, vor allem in den strukturschwachen Regionen.

Tatsächlich gibt es keinerlei Untersuchung, in der sich jemand gefragt hätte, welche Wirkung Landeszentralen für Politische Bildung überhaupt haben, sofern sie eine haben. Deshalb gibt es auch nicht einmal den Funken eines Beleges für das, was Richter hier so apodiktisch feststellt, dass Landeszentralen „komplett versagt“ hätten, und zwar im Hinblick auf eine Aufgabe, die sie gar nicht haben.

Wenn man also etwas feststellen muss, dann dass die Auswahlprozesse beim Deutschlandfunk komplett versagt haben. Dass Personen wie Richter ein Platz eingeräumt wird, an dem sie ihre Unkenntnis und ihre nicht vorhandene Kompetenz anderen apodiktisch als Wahrheit verkaufen können, ist eines der größten Versagen der öffentlich-rechtlichen Medienlandschaft, deren Aufgabe die Verbreitung von zuverlässiger Information, nicht von FakeNews ist und auch nicht die Belehrung oder Erziehung ihrer Konsumenten.

Die Studie aus Göttingen, die Richter zum Aufhänger nimmt, ist eine Junk Studie, wie wir hier und hier begründet haben. Sie ist zudem eine Studie, bei der man über kurz oder lang den Verdacht bekommt, dass nicht alle Interviews geführt wurden, wie die Autoren es behaupten. Aber es ist eine Studie, die Vorurteile, die bei Christoph Richter so tief eingegraben sind, dass sie keiner Veränderung zugeführt werden können, bestätigt. Deshalb findet er die Studie gut und nicht etwa, weil er über Urteilsvermögen verfügen würde, das es ihm erlaubt, die entsprechende Studie aus Göttingen nach wissenschaftlichen Kriterien zu beurteilen. Hätte er dieses Urteilsvermögen, er würde sich in der Öffentlichkeit nicht positiv auf diese Junk Studie beziehen.


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