Akademisierter Lynchmob gegen gemeinsame Erklärung: Nachtreten von Links

Wäre Wilhelm Hopf, der Verleger des LIT-Verlags, nicht risikoavers, sondern das, was man mit Joseph Schumpeter einen Entrepreneur nennen kann, dann hätte er die Gelegenheit beim Schopfe gepackt, die sich ihm geboten hat, als eine Reihe von vermeintlichen Wissenschaftlern, die im LIT-Verlag publiziert haben oder Zeitschriften des LIT-Verlages herausgeben, offen gegen ihn und seine Unterschrift unter der Gemeinsamen Erklärung Stimmung gemacht haben. Die Chance bestand darin, alle Unterzeichner rauszuwerfen bzw. von weiteren Publikation beim LIT-Verlag auszuschließen und den LIT-Verlag neu zu definieren, neue, junge Wissenschaftler, solche mit Ideen, an die Stelle der ausgelaugten alten zu setzen, die schon eine simple Unterschrift unter zwei Sätzen so aus der Bahn werfen kann, dass sie hyperventilieren, wild assoziieren und mit verbalen Fackeln vor dem Verlagsgebäude von Hopf auftauchen.

Aber Wilhelm Hopf ist risikoavers. Deshalb hat er die Chance vertan, die sich ihm bot. Deshalb ist der LIT-Verlag immer noch die vertrocknete Version eines deutschen Mainstream-Verlags, in dem Ideenlose für Einfallslose publizieren und Zeitschriften herausgeben, in denen die Langeweile zum Programm ist.

Und weil Hopf die schlechteste aller Handlungsmöglichkeiten gewählt hat, weil er seine Unterschrift zurückgezogen und sich damit in die Notwendigkeit, fadenscheiniger Erklärungsversuche begeben hat, ist er nunmehr Freiwild, das alle jagen können, die sich entweder für gut halten, sich als gut inszenieren wollen, die signalisieren wollen, wie gut sie doch sind und die ansonsten, außer ihrer affektiven Zuordnung nichts zu bieten haben, keine Leistung, keine Kompetenz, kein Ereignis, das in ihrer Umwelt einen positiven Eindruck oder gar eine Veränderung zum Besseren, Effektiveren bewirkt hätte.

Berliner Heni: Fussball-WM 2006 ist schuld an AfD

Clemens Heni ist der bislang letzte, der im Tagesspiegel gegen Wilhelm Hopf nachtreten darf. Heni ist ScienceFiles Lesern dadurch bekannt, dass er in einem Anfall von Assoziations-Wahnsinn eine Verbindung zwischen der Fußball-WM 2006 in Deutschland, dem damit verbundenen „deutschnationalen Symbol“ und dem Aufstieg der AfD gut 10 Jahre später hergestellt hat. Heni, der im Tagesspiegel als Politikwissenschaftler und Direktor des Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA) verkauft wird, gehört zu denen, die wir als Extremismus-Unternehmer bezeichnen. Sie verdienen ihr Geld mit der Beschwörung politischer Katastrophen (selbstverständlich von rechts), mit dem Verkauf von Antidoten (selbstverständlich von links), der Verbreitung von Verschwörungstheorien und der Eigen-Inszenierung als Retter der nicht-rechten Welt.

Als solcher Messias der armen linken Leute ist Heni im Tagesspiegel angetreten, um eine Verschwörungstheorie ganz eigener Art zu verkünden, für deren Langform er in Marburg den Doktortitel verliehen bekommen hat. Doktortitel, die man früher als Doktorwürde bezeichnet hat, aber von Würde trauen sich nicht einmal mehr die Linken im Zusammenhang mit Doktortiteln zu sprechen, sind ein Beispiel für ein gefallenes Kulturgut. Früher waren sie in der Regel Indikator für eine besondere Leistung und entsprechende Kompetenzen des Titelinhabers, heute sind sie in den meisten Fällen (es gibt immer noch Ausnahmen) der Beleg dafür, dass der Inhaber genug Sitzfleisch hatte, um sich selbst durch die Langeweile zu schreiben, die seine Qualifikationsarbeit bei denen, die sie lesen müssen, verbreitet.

Heni ist kein Politikwissenschaftler, politischer Wissenschaftler, nein politischer Aktivist trifft es besser, denn Heni gehört zu denen, die ihre Mission mit Wissenschaft verbinden wollen, die ihre angebliche Erkenntnis als neue Heilslehre, an der die Welt genesen soll, verkaufen wollen. Das hat zwei Vorteile: Wenn man behauptet, auf der Seite der Guten zu stehen, fragen nur noch wenige nach den Argumenten und die, die dennoch fragen, die kann man versuchen, als Böse abzukanzeln, in der vergeblichen Hoffnung, damit alle Kritik im Keim erstickt zu haben. Im Genderismus kann man dieses Spiel fast täglich beobachten. Heni gehört in den Kreis der Genderisten. Er verkauft zwar Antisemitismus tut dies aber im „Kontext von Judith Butler“. Gleich und Gleich gesellt sich eben gerne.

Auch der Direktor Heni ist mehr oder minder eine Inszenierung, denn das Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA) macht mehr den Eindruck einer Patchwork-Veranstaltung, die außer einer (schlecht gemachten) Internetpräsenz wenig vorzuweisen hat. Ebenso wenig, wie der Verlag oder Selbstverlag „Edition Critic“, in dem Heni gezwungen ist, seine Schreibereien zu publizieren. Er hat es nicht einmal in den LIT-Verlag geschafft.

Damit sind wir wieder bei Wilhelm Hopf und dem Tritt, den Heni im Tagesspiegel ungefährdet dem am Boden Liegenden verpassen darf.

In seinen Studien zur Ethnomethodologie beschreibt Howard Garfinkel den Insassen einer Irrenanstalt, der denkt, er werde vom FBI verfolgt. Was die Beschreibung von Garfinkel so unangenehm macht, ist die Tatsache, dass der beschriebene Irre über die Fähigkeit verfügt, die belanglosesten Ereignisse, die geringsten Anlässe über eine Reihe von Assoziationen so aufzublasen, dass er sie in rationaler Weise als Beleg seiner Wahn-Vorstellung, er werde vom FBI verfolgt, ausgeben kann.

Die Unruhe, die bei normalen Menschen entsteht, wenn sie vorgeführt bekommen, wie schmal der Grat zwischen Normalität und Wahnsinn doch ist, sie hat bei Bertrand Russell zu der Feststellung geführt, dass ihn die Vorstellung, man könne den Irren, der sich für ein Rührei halte, nur deshalb verurteilen, weil er sich in der Minderheit befinde, beunruhige. Russell war niemand, der zur Hysterie geneigt hätte.

Die Unruhe von Russell sie hat uns begleitet, als wir die Abrechnung des nicht-LIT-Autoren Clemens Heni mit Wilhelm Hopf, dem Verleger des LIT-Verlags, gelesen haben. Die Assoziationskette von Heni, sie verläuft wie folgt:

Henning Eichberg, dem in Deutschland Kredit für die vermeintliche Erfindung des Begriffs „Ethnopluralismus“ und die Begründung der „Neuen Rechten“ gegeben wird, stecke hinter Versuchen, die Linke mit Ideen der neuen Rechten zu infiltrieren, um die Ideen der neuen Rechten salonfähig zu machen.

Henning Eichberg sei Mitbegründer der Grünen gewesen.
Henning Eichberg habe in SPD-Publikationen veröffentlicht.
Henning Eichberg habe auch für die PDS geworben.

All dies ist kein Wunder, denn Eichberg war, wie Alain de Benoist im Grunde ein Feind von Kapitalismus und Liberalismus und ein Freund des Sozialismus. Abermals gilt: Gleich und Gleich gesellt sich gern.

Nun ist für Heni die Nähe von Eichberg zu Grünen, SPD und PDS nicht Indiz dafür, dass das, was Grüne, SPD und PDS Mitglieder denken, mit dem, was Eichberg denkt, zumindest in Teilen kompatibel bzw. dass es in Teilen anschlussfähig ist, wie es in intellektuell heißt, sondern dafür, dass Eichberg, ein Man on a mission war: Mission Unterwanderung. Mission Verbreitung der Neuen Rechten. Eichberg, so will Heni seinen Lesern glaubhaft machen, sei ein geschulter rechter Kader, der versucht hat, die drei Parteien mit seinen Ideen zu unterwandern und „rechsextreme Ideologie als links zu verkaufen“.

Es sind Sätze wie der gerade zitierte, die Russell und uns schaudern machen. Die Wirkung von Ideologien beruht darauf, dass sie für glaubwürdig gehalten werden. Damit Hennig seine Ideologie als links verkaufen kann, muss sie von LINKEN für glaubwürdig gehalten werden. Wenn aber Linke eine Ideologie adaptieren, weil sie sie für glaubwürdig halten, was heißt das für die Ideologie? Ist sie dann Links oder ist sie das nicht?

Man kann nur dann der Ansicht sein, dass eine Ideologie, die von vielen Linken für links gehalten wird, nicht links ist, wenn man einen Essentialismus des wahren Linken verfolgt, einen Essentialismus, den nur Eingeweihte zu erblicken und zu durchschauen vermögen, Hohepriester des Sozialismus wie Heni zum Beispiel. Da ist es wieder, unseres und das Schaudern von Russell.

Doch zurück zur Assoziationskette.
Der Unterwanderer der Linken, Eichberg, nicht Eichstätt oder Eichmann, nein Eichberg, er hat im LIT-Verlag publiziert. Bücher wie: „Die historische Relativität der Sachen oder Gespenster im Zeughaus“ – ein Klassiker der Neuen Rechten, wenn es nach Heni geht.

Oder das hier:
Die Nase als Zeitmaß oder über das Zappeln des Körpers im Munde. In der Reihe: „Der menschliche Körper im Munde des deutschen Volkes“.
Wohl Ethnopluralismus in Reinkultur, wenn es nach Heni geht.

Oder das hier:
Die proletarische Freidenker-Bewegung: Geschichte, Theorie, Praxis
Wohl ein Buch über die gelebte Praxis in der Neuen Rechten

All diese Bücher habe Eichberg mit Bedacht im LIT-Verlag platziert. Wir zitieren die Erkenntnis von Clemens Heni:

„In den achtziger Jahren veröffentlichte der Lit Verlag diverse Schriften des neurechten Vordenkers Henning Eichberg, die von Hopf zum Teil mit Nachworten angepriesen wurden, etwa „Die Veränderung des Sports ist gesellschaftlich“ von 1986 oder „Körperkulturen und Identität. Versuche einer alternativen Aufmerksamkeit“ von 1989.“

Das zuerst genannte Buch ist ein Diskussionsband über die Arbeiten von Hennig Eichberg im Bereich der Sportpsychologie bzw. Sportsoziologie

Das dann erwähnte Buch handelt unter anderem vom Nutzen, den Massensportereignisse für den Macherhalt herrschender Gruppen abgeben, einen Nutzen, dem Eichberg nicht positiv gegenüber steht (er findet sich hier eher im Einklang mit Michel Foucault, den der Genderismus, vermutlich ohne mehr als 10 Seiten zu lesen, zu einem seiner Gurus erklärt hat). Was beides mit der Neuen Rechten zu tun haben soll, ist vermutlich nur Clemens Heni ersichtlich, aber immerhin erklärt sich hier seine Assoziation zwischen AfD und Fußballweltmeisterschaft. Russelsches Schaudern zum x-ten Mal.

Nun hat, wie Eichberg weiter schreibt, Götz Kubitschek in der Zeitschrift „Sezession“, die vom Verlag Antaios, dessen Verleger Kubitschek ist, herausgegeben wird, in einem Nachruf auf Eichberg geschrieben, dass Eichbergs Ideen für eine Generation der „jungen und rechten Intelligenz“ wichtig gewesen seien, wenngleich diese Generation von Eichberg ständig enttäuscht worden sei, weil Eichberg so sprunghaft gewesen und kein Interesse an der Ausarbeitung seiner Weltanschauung gehabt habe. Das zitiert Heni und merkt nichts dabei. Er merkt nicht, dass er Kubitschek gerade zur unangefochteten Autorität der Neuen Rechten erklärt, deren Urteil er, Heni, sich unterwirft. Er merkt nicht einmal, dass Kubitschek, die Autorität für Heni, den Dienst, den Eichberg der Neuen Rechten erwiesen hat, mit gemischten Gefühlen sieht.

Aber so ist das in Assoziationsketten, die Assoziation wird von einem Stimulus auslöst. Gibt es noch andere, dann werden diese übersehen oder ignoriert. Und so kommt es, dass Heni nicht nur meint, die Fußballweltmeisterschaft 2006 und die Schwarz-Rot-Goldenen Fahnen, die er als deutschnationale Symbolik ansieht (er will zwar Politikwissenschaftler sein, kennt aber offensichtlich die Bedeutung des Begriffs „deutschnational“ nicht, nicht einmal den Hang zum Kaiser, der damit verbunden ist (nicht zu Franz Beckenbauer!)) sei die Ursache der Wirkung AfD, die mit 10 Jahren Verspätung eingetreten ist. Er meint auch, dass ein Verleger, der in den 1980er Jahren Bücher eines Autoren, Henning Eichberg, verlegt hat, der auch in Publikationen der SPD, der Grünen und der PDS zu finden ist, 28 Jahre später mit einer Unterschrift unter einer Gemeinsamen Erklärung zeige, dass die Strategie, des 2017 verstorbenen Eichbergs, die Linke mit Ideen der Neuen Rechten zu unterwandern, aufgegangen sei und dies, obwohl Hopf, der Verleger vom LIT-Verlag gar kein Linker ist, was ihn für Heni zu einem Rechten im Geiste macht.

Russell schaudert und wir fragen uns, ob wir dem Irren aus der Erzählung Garfinkels mit unserer Assoziation Unrecht tun.


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Vorabdruck: Ulrich Kutschera – “Das Gender-Paradoxon”

Das Jahr 2016 bringt nicht nur neue Steuern, Abgaben und neue Bußgelder, es bringt auch Food for Thought in der Form eines neuen Buches von Ulrich Kutschera, das im LIT-Verlag erscheinen wird und den Titel “Das Gender-Paradoxon” trägt.

Und auch wenn wir nicht in allem mit dem Autor übereinstimmen, schon weil wir die starke individuelle Variation unter Menschen, auch oder gerade innerhalb der Gruppen von Männern bzw. Frauen für relevanter halten als Unterschiede zwischen den beiden Gruppen ( oder im Hinblick auf die “vernünftigen Sachargumente der deutschen Frauenbewegung” oder die beiden “Menschentypen”), so sind wir dennoch der Ansicht, das neue Buch von Ulrich Kutschera ist ein wichtiger Beitrag zur Ent-Genderung der Wissenschaft.

Wer wissen will, was es mit John Money auf sich hat, das Schicksal von Bruce Reimer, dem vielleicht ersten Todesopfer der Gender-Ideologie nachvollziehen will, wer wissen will, worin die Verbindung zwischen Bruce Reimer und dem Bildunsplan in Baden-Württemberg zu sehen ist, wer den religiösen Ursprung und die religiösen Grundlagen der Gender Ideologie entdecken will, wer fundiert über Unterschiede informiert werden will, die sich aus XX bzw. XY-Chromosomenpaaren ableiten lassen, und wer die “Gender-Ideologie in allen ihren Facetten” inklusive einiger “Erfahrungsberichte des Autors” beleuchtet haben will, der darf auf das neue Buch von Ulrich Kutschera gespannt sein.

Wir veröffentlichen an dieser Stelle mit der Genehmigung des Autors einen kleinen Teaser, der dazu gedacht ist, die Zeit bis zur verspäteten Bescherung durch den LIT-Verlag zu überbrücken:

13297-0 Genderparadoxon Kutschera“Seit der Veröffentlichung meines Bestsellers Tatsache Evolution. Was Darwin nicht wissen konnte (Februar 2009) werde ich regelmäßig von Journalisten kontaktiert mit der Bitte, mich nicht nur mit dem Kreationismus, d. h. den auf Realwelt-Phänomene übertragenen biblischen Schöpfungsglauben, sondern auch mit der GenderIdeologie öffentlich auseinanderzusetzen. Die Grundgedanken dieser Geschlechter-Weltanschauung“ lassen sich wie folgt verdeutlichen.

Im November 2014, nur wenige Tage nach dem 100. Todestag des Urvaters der modernen „Sex-Forschung“, August Weismann (Freiburg i. Br.), ist in dessen Bundesland Baden-Württemberg ein sogenannter „Entwurf zum Bildungsplan 2015“ der Stuttgarter Landesregierung bekanntgeworden. Nach Veröffentlichung dieses Dokuments gab es bundesweit Proteste – warum?

Vertreter der Gender-Ideologie wollten für alle Schulen und Fächer vorschreiben, dass die Schüler von nun an „gendersensibel“ erzogen werden. Man plante, z. B. Achtklässler (ca. 14 Jahre alt, mitten in der Pubertät) im Biologieunterricht zu fragen, ob sie wirklich „heterosexuell seien oder sein wollen“. Weiterhin sollte vermittelt werden, dass die „Heteronormalität“, d. h. die Tatsache, dass etwa
95 % aller Männer und Frauen über einen evolutionär verankerten, dem anderen Geschlecht zugewandten „Fortpflanzungstrieb“ verfügen, als konservativ-reaktionäre Weltanschauung zu gelten habe. Die Vater/Mutter-Kind-Familie sei überholt, während eine homoerotische Neigung als frei wählbarer Life Style propagiert wurde. Proteste aus ganz Deutschland haben dann bald dazu geführt, dass der Ministerpräsident Baden-Württembergs, der hinter diesen genderistischen Irrlehren stand, seinen Vorschlag zurückgezogen hat.

Da ich mich, unabhängig von diesem Vorfall, im „WeismannJahr 2014“ u. a. im Fachjournal Nature mit dem Darwinischen Feminismus auseinandergesetzt hatte, begann ich mit der systematischen Sichtung meiner Aufzeichnungen zum Gender-Thema.

Der Text baut auf der 4. Auflage meines Lehrbuchs Evolutionsbiologie (2015) auf und stellt eine Erweiterung der dort zusammengetragenen Sachverhalte dar. Er kann mit acht runden „Sex/Gender-Geburtstagen“ in Verbindung gebracht werden:

1. Vor 150 Jahren (1865) wurde die deutsche Frauenbewegung gegründet, die mit vernünftigen Sachargumenten der damaligen Diskriminierung des weiblichen Teils der deutschen Bevölkerung entgegengetreten ist. Im selben Jahr hat der deutsche Biologe Julius Sachs (1832–1897) ein Lehrbuch verfasst, in welchem eine erste SexGender-Definition niedergeschrieben war.

2. Vor 70 Jahren (1945) wurde auf der Gründungsversammlung der Vereinten Nationen (UN) in San Francisco/Kalifornien (USA) die Gleichberechtigung von Mann und Frau festgeschrieben, die dann 1958 im Grundgesetz verankert worden ist.

3. Vor 60 Jahren (1955) hat der US-Psychologe und Erziehungswissenschaftler John Money (1921–2006) die aus Zwitter (Hermaphroditen)-Studien abgeleitete „Gender-Theorie“ formuliert, welche besagt, dass Menschen als geschlechtsneutrale Unisex-Wesen geboren werden und erst später eine erzieherische Prägung in männliche bzw. weibliche Richtung erfahren.

4. Vor 50 Jahren (1965) ist Bruce (David) Reimer in Kanada als eineiiger Zwillingsbruder zur Welt gekommen. Der Junge wurde zum „Beweis“ der Gender-These als Säugling kastriert und zu einem Mädchen
umgestaltet – der gepeinigte Kastrat beging 2004 Selbstmord.

5. Vor 30 Jahren (1985) ist ein Artikel „Sex and Gender“ in der Serie Annual Review of Psychology erschienen, wo diese Begriffe präzise
definiert worden sind, mit Kritik an der feministischen Gleichmacher-Ideologie. Im selben Jahr hat John Money in einem Fachbeitrag dargelegt, dass der biblische Schöpfer ein Hermaphrodit sei („manwoman God“), d. h. seine Lehre hat vermutlich auch eine religiöse Komponente.

6. Vor 20 Jahren (1995) ist auf der Pekinger Weltfrauenkonferenz (Beijing, China) die „Gender-Agenda“ beschlossen worden (Macht-Gleichstellung von Mann und Frau). Diese auf Moneys Geschlechter-Dogmatik basierende Lehre ist daraufhin unter dem Pseudonym „Gender Mainstreaming“ (GM) von der damaligen rot/grünen Bundesregierung als verbindliche Leitlinie umgesetzt worden. Das Doppelwort GM wird oft fälschlicherweise mit „Frauenförderung bzw. Gleichberechtigung“ übersetzt. Dahinter verbirgt sich jedoch ein radikal-feministisches Umerziehungsprogramm, basierend auf dem
Moneyistischen Glaubenssatz, das Geschlecht des Menschen sei nicht primär biologisch bestimmt, sondern gesellschaftlich-sozial konstruiert und daher form- und wandelbar. Diese Sicht ist mit dem
biblischen Kreationismus geistesverwandt.

7. Vor zehn Jahren (2005) wurde entdeckt, dass sich Mann und Frau, wie die Säugerarten Schimpanse/Mensch, um ca. 1,5 % genetisch voneinander unterscheiden. Dieser „große Erbgut-Unterschied“ basiert auf einer evolutionär herausgebildeten Geschlechter-Verschiedenheit (Sexual-Dimorphismus), die wiederum auf die unterschiedlichen Größen und Funktionen der Geschlechtszellen (XY- bzw. XX-Gameten) zurückgeführt werden kann (Anisogamie). Diese gravierenden Mann-Frau-Unterschiede resultierten 2005 in der Konsolidierung der bereits 1993 eingeführen geschlechtergerechten Tier- bzw. Menschen-Forschung, die international als Gender-Biomedizin (GB) bezeichnet wird.

8. Vor einem Jahr (2014) wurde die GB als neue, der soziologisch begründeten GM-Ideologie (Moneyismus) entgegen gerichtete Wissenschaftsdisziplin auf internationaler Ebene etabliert.

In diesem Fachbuch, das stellenweise den Charakter einer Fakten- bzw. Textesammlung zeigt, wird zunächst dargelegt, was Biologen seit ca. 1735 unter „Sex“ verstehen, und dass dieses Wort von Erziehungs- bzw. Sozialwissenschaftlern im Sinne von „erotische Akte“ verwendet wird. In verschiedenen Kapiteln wird die Entwicklung der Gender-Ideologie in all ihren Facetten beleuchtet, wobei auch Erlebnisberichte des Autors aufgenommen worden sind. Das Buch ist als Nachfolge-Titel meiner Monographie Design-Fehler in der Natur konzipiert und steht daher in der bewährten Tradition der LIT-Serie “Naturwissenschaft und Glaube“.

Die in diesem Text zusammengetragenen Fakten, Theorien und Modelle sind weder religiös noch politisch motiviert (ich bin ein ungläubiger Nichtwähler und Kriegsdienstverweigerer). Wie in meinen Büchern zur Pflanzenphysiologie und Evolutionsbiologie wurden sämtliche Aussagen mit soliden Quellen belegt.”

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Ist Gott männlich oder weiblich? Gender-Harmonie in Gott (keine Satire)

Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis Genderisten Gott endecken und versuchen, Gott zwischen die Beine zu blicken, sofern er welche hat – was ja, aufgrund mangelnder empirischer Daten gar nicht so sicher ist.

untitledNun hat sich Barbara Fincke-Melke die mühselige Aufgabe gesetzt, das wahre Geschlecht von Gott zu entdecken, und das ganze in Buchform gebracht und tatsächlich einen Verleger, nämlich den LIT-Verlag in Berlin/Münster dafür gefunden.

Was die Leser erwartet, ist eine Reise in das wissenschaftliche Rotlichtmilieu, eine Reise in die Geschlechtlichkeit von Gott:

“Ist Gott männlich? Oder doch auch weiblich? Die Studie will zeigen, dass eine Gender-Harmonie in Gott zu finden ist, zugleich aber auch eine die Kategorien des Geschlechtes übersteigende Transzendenz.”

Was uns immer wieder erstaunt, ist die Begrenztheit des Denkens von Genderisten. Gott muss ein Geschlecht haben! Das steht fest. Er muss entweder ein Mann oder eine Fraus sein oder beides. Vermutlich muss Gott auch schwul oder lesbisch sein, vielleicht ist er auch asexuell, aber er hat ein Geschlecht. Das ist die Grundlage. Darüber hinaus gibt es vielleicht noch ein wenig Transzendenz, aber nur auf Basis primärer Geschlechtsteile, nicht anders. Denn: Gott sprach nicht: Es werde Licht. Am Anfang war auch nicht das Wort, nein, Gott sprach: Was bin ich denn mal für ein Geschlecht, und am Anfang war entsprechend das Geschlechtsteil.

Wie gut, dass wir Genderisten haben, die derart bornierte Fragen wie die nach dem Geschlecht von Gott stellen. Was uns angeht, wir werden Animisten oder hängen Azathoth an, dem Gott, der in seinem Wahnsinn im Dunkeln nagt.

Und während wir Azathoth anhängen kommt Barbara Fincke-Melke des Weges und fragt: “Was hat Euer Gott denn für ein Geschlecht? Meiner ist männlich und weiblich und transzendent, aber in jedem Fall geschlechtlich! Und Eurer?”

Unserer hat gerade seinen Wahnsinn aufgegeben, denn der ist nichts mehr, das ihn von Menschen unterscheidet.

Wem das alles noch nicht reicht, der kann sich bei Barbara Fincke-Melke auch längst überwunden geglaubte Kenntnisse über das Leben im Paläolithikum holen. Das Paläolithikum, das ist die Altsteinzeit, die irgendwann so um den 1. April im Jahre 2,5 Millionen vor Christus beginnt und bis zum 31. September 20.000 oder 12.000 vor Christus, so genau wollen wir uns da nicht festlegen, reicht. Von dieser Zeit erzählt uns Barbara Fincke-Melke:

“Die erste Großepoche der Geschichte, das Matriarchat, wird hier hinsichtlich der paläolithischen Venusstatuetten und der weiblich-göttlichen Größen der Bibel in verdichteter Form beleuchtet.”

Als die Altsteinzeit am 1. April 2,5 Millionen Jahre vor Christus feierlich eröffnet wurde, da wurde sie durch einen Matriarchen eröffnet, Coumba Sidibé mit Namen. Die feierliche Eröffnung, von der Fragmente überliefert sind (in Form paläolithischer Venusstatuetten), die Barbara Fincke-Melke vorliegen müssen, denn sie wird sich ja wohl kaum auf den mystischen Unsinn von Jakob Bachofen (Das Mutterrecht) beziehen, haben bei ihr zu der Phantasie geführt, dass die Altsteinzeit ein Matriarchat war.

paleolitic age

Werkzeuge aus dem Paläolithikum

Wie auch immer, es ist schon erstaunlich, was man in 25000 Jahre alte Kalksteinbrocken alles hineinlesen kann. So sind die “paläolithischen Venusstatuetten” als Kinderspielzeug, natürlich als Fruchtbarkeitssymbols und nun als Beleg für das Matriarchat gedeutet worden (vielleicht sind die Statuetten auch ein Beleg für die Existenz paläolitischer Pornographie, wie Dr. habil. Heike Diefenbach gerade probeweise vorschlägt…).

Man sieht halt immer, was man sehen will. Und im 21. Jahrhundert sehen ziemlich viele, wo sie gehen und stehen, Geschlechtsteile. Und diese Phantasie oder Einbildung ist für viele ein solcher Schock, dass sie wild zu spekulieren und fabulieren beginnen und den Menschen im Paläolithikum die unglaublichsten Dinge andichten. Die sind ja lange tot und können sich nicht mehr wehren.

Und wenn Barabara Fincke-Melke, in ihrer Begeisterung für Geschlechtsteile schon einmal beim Phantasieren ist, dann wird natürlich auch das Patriarchat bemüht, jenes Patriarchat, das nach ihrer Ansicht das Matriarchat “verdrängt hat” und jenes Patriarchat, von dem – man kann es nicht oft genug wiederholen – Dr. habil. Heike Diefenbach gezeigt hat, dass es es nie gegeben hat, denn: Das Patriarchat, das ist das Ergebnis der feuchten Träume, die andere vor Barbara Fincke-Melke geträumt haben, Friedrich Engels zum Beispiel.

Wir stehen übrigens an der Schwelle zu einer neuen globalen Epoche, für alle die, die es noch nicht bemerkt haben, an der Schwelle zu einer Epoche, “in der erstmals auch eine genderbezogen harmonische Trinität entfaltet werden kann”. Ja, eine genderbezogene harmonische Trinität. Trinität, das sind drei – oder? Männlich, weiblich und … sächlich, Ja, Gott ist Gott und männlich, wenn er will, und weiblich, wenn es nicht anders geht und sächlich, wenn er die Nase von diesem ganzen Gendermist voll hat.

Gott hat es gut.

Und wir empfehlen unseren Lesern, sofern sie sich nicht überaus intensiv dafür interessieren, was Gott zwischen den Beinen hat, das Buch von Barbara Fincke-Melke nicht zu kaufen und auch nicht zu lesen. Den Grünen empfehlen wir, sich um die Umweltverschmutzung und Umweltschädigung zu kümmern, die durch Bücher wie das von Fincke-Melke verursacht werden, denn zum Herstellen von Papier müssen Bäume sterben. Was für ein sinnloser Tod im vorliegenden Fall.

Und Psychiarter möchten wir auf die verheerenden Folgen für die Psyche und die psychische Gesundheit hinweisen, die es hat, wenn man Kinder stundenlang auf sado-masochistische Rituale, die an halbnackten Männern vollzogen werden, blicken lässt.

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