Seit Wochen gibt es ein Trommelfeuer nach dem nächsten gegen Kandidaten, Funktionsträger und Mitglieder der AfD, die mit Russland in Verbindung gebracht werden, angebliche Rechstextremisten beschäftigen, vor Gericht wegen vermeintlicher Verwendung verfassungsfeindlicher Parolen oder wegen Volskverhetzung geschleift werden, von einem linksextremen Mob aus Shistream-Medien zwangsgebührenfinaziert einer Ausspionierungs- oder Zersetzungskampagne unterzogen werden, die es in demokratischen Staaten nicht gibt, und vieles mehr.
Die Frage, die sich mit dieser Kampagne verbindet ist nun: Hat sie der AfD geschadet? Ist das Wahlergebnis der AfD bei den Kommunalwahlen in Thüringen geringer ausgefallen als es hätte ausfallen können, weil z.B. Wähler der AfD zuhause geblieben sind?
Die Frage kann zwar auf Grundlage von Aggregatdaten nicht abschließend beantwortet werden, aber man kann Indizien sammeln, die es erlauben, die Wahrscheinlichkeit eines Schadens für die AfD zu bestimmen.
Wir haben dies auf Grundlage der Wahlbeteiligung getan.
Die folgende Abbildung zeigt den Zusammenhang, der zwischen den Ergebnissen der im Bundestag vertretenen Parteien und der Wahlbeteiligung in den Landkreisen und Kreisfreien Städten Thüringens besteht. Letztlich gibt es nur drei Parteien, für die sich ein Zusammenhang zwischen dem Stimmenanteil und der Wahlbeteiligung finden lässt:
Die AfD, die LINKE und die CDU.
Dabei gilt:
eine höhere Wahlbeteiligung kommt der CDU zugute und steht mit einem geringeren Stimmanteile bei AfD und LINKE in Zusammenhang.
Der Zusammenhang ist für die LINKE doppelt so stark wie für die AfD;
Jeder Punkt in der Abbildung oben entspricht dem Stimmenanteil einer Partei in einem Landkreis oder einer Kreisfreien Stadt. Die unterschiedlichen Farben der Punkte geben die jeweilige Partei an. Wir haben drei Trendlinien ergänzt, die für CDU, AfD und LINKE zeigen, in welchem Zusammenhang die Wahlbeteiligung mit dem Stimmenanteil steht. Die Ergebnisse in ausführlich:
Eine steigende Wahlbeteiligung hat tendenziell (r =.18) einen höheren Stimmenanteil für die CDU zur Folge;
Eine geringere Wahlbeteiligung geht tendenziell (r =-,19) mit einem geringeren Stimmenanteil für die AfD und ziemlich sicher (r = -.32) mit einem geringeren Stimmanteil der LINKE einher.
Für alle anderen Parteien ergibt sich kein Zusammenhang zwischen Wahlbeteiligung und Stimmenanteil
Man kann dieses Ergebnis als Hinweis darauf interpretieren, dass es der CDU gelungen ist, Wähler zu mobilisieren, während Wähler der AfD und vor allem der LINKE zuhause geblieben zu sein scheinen. Das ist eine tentative Argumentation, die eine Überprüfung auf Individualebene erfordert.
Das es vor allem der LINKE nicht gelungen ist, ihre Wähler zu mobilisieren, könnte zudem darauf verweisen, dass Kampagnen, die gegen den politischen Gegner gefahren werden, ein zweischneidiges Schwert sind, insofern sie eigene Wähler, die eine andere Auffassung vom Umgang mit dem politischen Gegner haben, von einer Wahl abschrecken können, eine Idee, die diejenigen, die seit Monaten gegen die AfD trommeln, in keiner Weise zu denken in der Lage zu sein scheinen. Dafür, dass die Kampagne gegen die AfD nach hinten losgegangen ist, spricht auch das miserable Abschneiden von Grünen und FDP. Beide Parteien sind landesweit nicht über 4% hinausgekommen. Wenn die Kampagne gegen die AfD überhaupt einen Schaden verursacht hat, dann bestenfalls bei den Wählern, die sich überlegt haben, die CDU durch die AfD zu ersetzen … Wie auch immer, es finden sich kaum Belege dafür, dass die Kampagne gegen die AfD der AfD tatsächlich geschadet hat.
Eine weitere interessante Beobachtung lässt sich den Daten entnehmen. Das thüringische Wahlrecht gibt Wählern drei Stimmen, die sie entweder hinter einem Kandidaten kumulieren können, über drei Kandidaten verteilen können, wobei sie auch Wähler unterschiedlicher Listen ihre drei Stimmen geben können. Vergibt ein Wähler lediglich eine Listenstimme, wählt also z.B. die CDU und keinen ihrer Kandidaten, dann erhalten die ersten drei Kandidaten der CDU-Liste jeweils eine Personenstimme.
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Teilt man nun die abgegebenen Stimmen durch die Wahlberechtigten, dann erhält man ein Maß dafür, wie viele Wähler von ihrem Wahlrecht in persönlicher Weise Gebrauch machen, in dem sie konkrete Personen und nicht Parteien wählen. Je weiter das Verhältnis aus abgegebenen Stimmen und Wahlberechtigten sich von 3 in Richtung 0 entfernt, um so intensiver haben Wähler eine persönliche Wahl durch Stimmen für konkrete Kandidaten und nicht Listen getroffen. Korreliert man nun das Verhältnis zwischen abgegebenen Stimmen / Wahlberechtigten mit den Stimmenanteilen der Parteien, dann erhält man ein Maß dafür, bei welchen Parteien die Wähler Personen und bei welchen sie Parteien wählen.
Und siehe da, die Trennlinie verläuft zwischen CDU und AfD auf der einen Seite, für beide Parteien machen die Wähler häufiger von der Möglichkeit, konkrete Personen zu wählen Gebrauch, und Grünen und FDP auf der anderen Seite. Bei Grünen und FDP werden KEINE konkreten Personen, sondern es wird die Liste, die Partei gewählt. Eine interessante Beobachtung, die sich vermutlich erklärt, wenn man einen genaueren Blick auf die jeweiligen Kandidaten wirft.
Offenkundig sind die Wähler von AfD und CDU in Thüringen nicht nur mit den Personen auf den jeweiligen Listen vertraut, sie sind auch die politisch informierteren Wähler, während bei FDP und Grünen die Personen offenkundig keinerlei Rolle spielen, vielmehr die Ideologie, für die die Partei steht, gewählt zu werden scheint, was im Rahmen einer Kommunalwahl eine weitgehend verfehlte Art der Stimmabgabe ist, wie sie tendenziell nur Leute vornehmen können, die in der lokalen Gemeinschaft, in der sie wahlberechtigt sind, nicht gut integriert sind.
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„wie sie tendenziell nur Leute vornehmen können, die in der lokalen Gemeinschaft, in der sie wahlberechtigt sind, nicht gut integriert sind.“
Also die Studenten…
Kumulieren und Panaschieren. Kostet Zeit, kostet Gehrinschmalz, man muss zählen, muss man überhaupt wissen. Einfach nur Partei wählen ist einfacher, für das gute Gefühl und die Haltung reicht das. Wobei die Wahl Grün oft einfach nur gegen AfD ist.
„wie sie tendenziell nur Leute vornehmen können, die in der lokalen Gemeinschaft, in der sie wahlberechtigt sind, nicht gut integriert sind.“
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