Das Elend der Almende: Wenn Soziologen die Lust verlieren

The Tragedy of the Commons“, das Elend der Almende, das Garrett Hardin 1968 beschrieben hat, besteht in aller Kürze zusammengefasst darin, dass immer mehr Menschen in immer kürzerer Zeit kollektive Güter zu Grunde richten, weil alle Angst haben, dass sie zu kurz kommen.

Das Elend der Almende gibt es auch in einer anderen Variante: Als Trittbrettfahrerproblem, das darin besteht, dass alle sich gütlich an einem kollektiven Gut tun wollen, aber keiner dafür Arbeit investieren will. Deshalb gehen gute Ideen, wenn sie von Institutionen und nicht von motivierten Einzelnen getragen werden, vor die Hunde. Deshalb sterben Projekte, die mit viel Aussicht auf Erfolg gestartet werden, langsame Tode, weil niemand etwas dafür tun will und man investieren müsste ohne sicher sein zu können, den daraus resultierenden Nutzen privilegiert für sich zu haben und nicht mit anderen (Trittbrettfahrern) teilen zu müssen.

Das Elend der Almende in der gerade dargestellten Form ist eine Beobachtung, die man auch unter Soziologen regelmäßig machen kann.

So hat man bei der Deutschen Gesellschaft für Soziologie einmal gehört, dass man mit der Zeit gehen und einen eigenes Blog, in dem Soziologen versuchen, mit ihrer menschlichen Umwelt in Kontakt zu treten, betreiben müsse. Die gute Idee wurde mit viele Elan in Angriff genommen, geriet schon nach kurzer Zeit in institutionelles Stottern, das nur durch das Herausdeuten von Blog-Autoren kurzzeitig behoben werden konnte und nun zum vollständigen Erliegen des „Soziologen-Blog“ geführt hat. Der letzte Eintrag stammt vom 18. Dezember 2017.

RIP- DGS-Blog. Dass man Arbeit investieren muss, um sich präsentieren zu können, hat den Soziologen niemand gesagt.

Auch die Abspaltung der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, die Akademie für Soziologie ist von den Problemen, die sich aus der Kombination von menschlicher Trägheit mit menschlichem Opportunismus ergeben, hart getroffen. Die Abspaltung war notwendig, um Soziologie vor den Genderfurien zu retten. Der Elan war da. Der Vorstand wurde gewählt, Pöstchen wurden vergeben und eine Webseite ins Leben gerufen, eine mit „aktuellen Meldungen“, um Außenwirkung und Transparenz und soziologisches Leben zu beweisen. Die letzte „aktuelle Meldung“ stammt aus dem März 2018.

Auch die Akademie der Soziologie scheint am Elend der Almende in seiner zweiten Variante verendet zu sein: Alle wollen sich im Glanz der neuen Idee, der Aufbruchsstimmung durch Abspaltung sonnen, ein Pöstchen ergattern und … ja, was dann? Nichts tun.

RIP – Akademie für Soziologie. Das Gastspiel dauerte nur ein Semester. Dass man Arbeit investieren muss, um etwas ans Laufen zu bringen, das hat man den Beteiligten wohl nicht gesagt. Sie haben – wie so oft – mimetische Isomorphie praktiziert, Anderer Ideen übernommen und dabei vergessen: Nicht nur von der Idee allein lebt der Soziologe: Er muss sie auch zu Papier bringen, sprich: Etwas tun, jenseits der Theorie der Handlung.

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Das Elend der Almende – Kommentare nur noch für registrierte Leser

Als Garrett Hardin seineTragedy of the Commons geschrieben hat, jenen Text, in dem er u.a. zeigt, warum die kollektive Nutzung von Gütern unweigerlich in die Katastrophe führt, da gab es noch kein Internet und keine Smartphones und keine Computer, die zum Haushaltsgerät geworden waren.


U.a. daran, dass das Elend der Kollektivgüter bis heute Elend geblieben ist, kann man zum einen sehen, dass die Entwicklung der menschlichen Rationalität mindestens in Stocken geraten ist, zum anderen, dass Hardin tatsächlich ein Gesetz sozialen Handelns, das bis heute gilt, aufgezeigt hat.

Das Elend der Kollektivgüter es ist u.a. die Folge von Egomanie gepaart mit dem Trieb, auf Kosten von anderen und unter Nutzung von Angeboten, die umsonst sind, die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Und weil diejenigen, die versuchen, als Kollektivgut-Schmarotzer durchs Leben zu gehen, letztlich dazu führen, dass Kollektivgüter entweder im Bestand gefährdert oder vor derartigen Übergriffen geschützt werden müssen, deshalb werden Kollektivgüter häufig zu Clubgütern gemacht, in deren Genuss nur noch die Mitglieder dieses Clubs kommen.

Restricted area commentatorsGenau so verhält es sich mit der Kommentarfunktion auf ScienceFiles.
Wir haben nun rund fünfeinhalb Jahre lang Erfahrung mit der Kommentarfunktion gesammelt und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir nur noch registrierten Nutzern das Kommentieren ermöglichen.

Das hat eine Reihe von Gründen.

So haben wir keine Lust mehr, von linken Umsonstkonsumenten (wie Bernd) beschimpft zu werden, die vor lauter Unfähigkeit, die eigenen Bedürfnisse aufzuschieben, der Ansicht zu sein scheinen, dass andere ihre kostenlosen Angebote rund um die Uhr und jeden Tag der Woche und des Monats vorhalten müssen, damit sie ihren dünnen Gedanken, ihren Ideologischen Phantasien, ihrem Hasses und ihrem unbändigen Konsumbedürfnis freien Lauf lassen können. Schon erstaunlich, dass gerade die linken Gegner des Marktes so konsumgeil sind, dass sie nicht einmal in der Lage sind, sich ein paar Stunden zu beherrschen …

Außerdem haben wir keine Lust mehr auf Kommentatoren, die sich, weil sie sich auf ScienceFiles intellektuell nicht durchsetzen können und mit ihren Pseudo-Argumenten baden gehen, in anderen Blogs ausweinen und uns unter dem Mantel der Anonymität und in der irrigen Annahme, wir würden das nicht mitbekommen, verleumden.

Darüber hinaus häufen sich in letzter Zeit die Versuche, ScienceFiles durch Kommentare zu diskreditieren, in denen unter der Hand auf Seiten, auf denen der Holocaust geleugnet wird oder andere Seiten mit Inhalten, die in Deutschland strafbar sind, verlinkt wird. Für unsere Gegner wäre ein entsprechender Link ein gefundenes Fressen, insofern wissen wir nicht, ob die entsprechenden Kommentare von linksextremen Agent Provocateur oder rechtsextremen Spinnern abgesetzt werden, wir wissen nur, dass diejenigen, die es tun, viel Zeit haben.

Viel Zeit haben auch die vielen Kommentatoren, die versuchen, ScienceFiles als Plattform für ihre privaten oder die Kriege zu benutzen, für deren Verbreitung sie von Dritten bezahlt werden. Wir haben einfach keine Lust mehr, pro Tag unzählige Kommentare von Autoren mit ständig wechselnder IP zu löschen, die unsere Posts zum Anlass nehmen, um uns die neueste Warhheit über Israels IDV oder Palästinas Hamas unterjubeln oder einfach nur auf ihre eigene Seite verlinken wollen, ohne einen Beitrag zu unserem Text oder einer Diskussion darüber zu leisten.

Deshalb machen wir das Kommentieren auf ScienceFiles zu einem Clubgut.
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Wir bringen den registrierten Kommentatoren also das Vertrauen entgegen, dass Sie die Möglichkeiten, unmoderierter Kommentare nicht ausnutzen werden.

Aber, wie sagt schon Lenin: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Wir werden Stichproben machen und zeitweise mitlesen, und wer trotz Registrierung meint, er könne die normalen Formen von Anstand und Höflichkeit verlassen und uns Links unterjubeln, die uns in Schwierigkeiten bringen können, der ist raus – und zwar endgültig.

Es ist schade, dass wir zu diesem Mittel greifen müssen. Aber die linken Konsummenschen, die denken, die Welt sei nur geschaffen worden, um ihren Konsum zu befriedigen, von anderen geschaffen, versteht sich und all diejenigen, die die beträchtliche Reichweite von ScienceFiles für ihre ideologischen Zwecke missbrauchen wollen, lassen uns keine andere Wahl.

Nachtrag:

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