Die Herstellung einer heilen und zufriedenen Genderwelt durch die gleichmäßige Aufteilung von Hausarbeit unter Partnern in einer heterosexuellen Beziehung, ein Eckpunkt der staatsfeministischen Agenda, hat einen herben Schlag erlitten: Je mehr Männer an Hausarbeit partizipieren, die traditionell von Frauen verrichtet wird, desto seltener ist Sex in den entsprechenden Beziehungen.
„egalitarianism in committed heterosexual adult relationships is associated with occasional boredom and a ’sibling-like‘ tonality that undermines sexual desire“ (Schwartz, 1995, S.2).
Offensichtlich hat die Häufigkeit des sexuellen Austausches in Beziehungen etwas mit der sexuellen Attraktivität der Partner füreinander zu tun und diese sexuelle Attraktivität ist im Rahmen einer traditionellen Arbeits- und Rollenteilung in deutlich höherem Umfang vorhanden als in einer egalitären Arbeits- und Rollenteilung. Dies zeigen die Ergebnisse von Kornrich, Brinies und Leupp in geradezu dramatischem Ausmaß:
Our findings suggest the importance of gender display for sexual frequency in heterosexual marriage: couples where men participate more in core tasks – work typically done by women – report lower sexual frequency. Similarly, couples where men participate more in non-core, traditionally masculine tasks report higher sexual frequency, suggesting the importance of gender-typed participation“ (42).
Das Spielen der Geschlechtsrollen durch die Partner trägt also in einer heterosexuellen Beziehung in einem erheblichen Ausmaß zur gegenseitigen sexuellen Attraktivität bei. Demgemäß ist der Windel wickelnde Papa ebenso unattraktiv wie die nicht putzende Emanze, was wiederum eine Erklärung dafür liefern könnte, warum Befürworter des Staatsfeminismus eine gewisse Deprivation zu verspüren scheinen, aber das ist ein anderes Thema.
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Und noch ein Link:
Literatur:
Kornrich, Sabino, Brines, Julie & Leupp, Katrina (2013). Egalitarianism, Housework, and Sexual Frequency in Marriage. American Sociological Review 78(1): 26-50.
Schwartz, Pepper (1995). Love Between Equals: How Peer Marriage Really Works. New York: Free Press.
