ScienceFiles-Brief: Die Realität schlägt zurück – Mehr Hausarbeit für Männer = weniger Sex

Die Herstellung einer heilen und zufriedenen Genderwelt durch die gleichmäßige Aufteilung von Hausarbeit unter Partnern in einer heterosexuellen Beziehung, ein Eckpunkt der staatsfeministischen Agenda, hat einen herben Schlag erlitten: Je mehr Männer an Hausarbeit partizipieren, die traditionell von Frauen verrichtet wird, desto seltener ist Sex in den entsprechenden Beziehungen.

VillagemachomanDieses Ergebnis, zu dem Sabino Kornrich, Julie Brines und Katrina Leupp auf Basis des U.S. National Survey of Families and Households gelangt sind, macht die Anstrengungen der Staatsfeministen, die traditionelle Rollenteilung in heterosexuellen Paaren zu beseitigen und durch eine “egalitäre” Rollenteilung zu ersetzen, die männliche wie weibliche Partner in gleichem Umfang z.B. waschen, putzen, einkaufen, bügeln sieht, und vor allem den damit verbundenen Anspruch, Paarbeziehungen auf neue Höhen der Zufriedenheit zu heben, zur Makulatur. Vielmehr bewahrheitet sich, was Pepper Schwartz bereits 1995 geschrieben hat:

“egalitarianism in committed heterosexual adult relationships is associated with occasional boredom and a ‘sibling-like’ tonality that undermines sexual desire” (Schwartz, 1995, S.2).

Offensichtlich hat die Häufigkeit des sexuellen Austausches in Beziehungen etwas mit der sexuellen Attraktivität der Partner füreinander zu tun und diese sexuelle Attraktivität ist im Rahmen einer traditionellen Arbeits- und Rollenteilung in deutlich höherem Umfang vorhanden als in einer egalitären Arbeits- und Rollenteilung. Dies zeigen die Ergebnisse von Kornrich, Brinies und Leupp in geradezu dramatischem Ausmaß:

Our findings suggest the importance of gender display for sexual frequency in heterosexual marriage: couples where men participate more in core tasks – work typically done by women – report lower sexual frequency. Similarly, couples where men participate more in non-core, traditionally masculine tasks report higher sexual frequency, suggesting the importance of gender-typed participation” (42).

Das Spielen der Geschlechtsrollen durch die Partner trägt also in einer heterosexuellen Beziehung in einem erheblichen Ausmaß zur gegenseitigen sexuellen Attraktivität bei. Demgemäß ist der Windel wickelnde Papa ebenso unattraktiv wie die nicht putzende Emanze, was wiederum eine Erklärung dafür liefern könnte, warum Befürworter des Staatsfeminismus eine gewisse Deprivation zu verspüren scheinen, aber das ist ein anderes Thema.

Mehr zur Hausarbeit auf SciencFiles:
Hausarbeit macht unglücklich

Und noch ein Link:

Macho Man by Village People

Literatur:

Kornrich, Sabino, Brines, Julie & Leupp, Katrina (2013). Egalitarianism, Housework, and Sexual Frequency in Marriage. American Sociological Review 78(1): 26-50.

Schwartz, Pepper (1995). Love Between Equals: How Peer Marriage Really Works. New York: Free Press.

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12 Responses to ScienceFiles-Brief: Die Realität schlägt zurück – Mehr Hausarbeit für Männer = weniger Sex

  1. Hans Alef says:

    Wenn ich jetzt hier etwas schreibe, wird das dann wieder gelöscht, im Namen der Freiheit und Liberalismus ?

  2. heureka47 says:

    Der wahrhaft erwachsene, ganze, heile, Mensch kann problemlos auf körperlich-geschlechtliche Vereinigung verzichten. Ohne in “sexuellen Notstand” zu geraten; ohne nachteilige gesundheitliche Folgen. Weil der wahrhaft erwachsene, ganze, heile, Mensch nichts abwehren, unterdrücken, verdrängen, abspalten muß (was krank macht!!), sondern alles im Seelenfrieden gelassen annehmen kann.

    Daß die Mehrheit der Menschen der zivilisierten Gesellschaft dies nicht kann, ist eines der vielen Symptome der “Kollektiven (Zivilisations-)Neurose” – die in jedem Einzelfall – und jederzeit – grundlegend heilbar ist.

  3. blechtrommler says:

    Was heißt denn: “…schlägt zurück”? Das ist doch der Sinn von “Genderismus”
    Rein gegenstandsmäßig hat der hier – …science…, nichts zu suchen?

  4. blechtrommler says:

    …zunehmend wohl alle “Wissenschaften” bald nicht mehr.

  5. T.R.E.Lentze says:

    Es hat bisher keine wissenschaftliche Studie gegeben, deren Ergebnis mich weniger überrascht hätte als diese – abgesehen vielleicht von wissenschaftlichen Studien, die beweisen, daß ein reichlicher Genuß von fetten und süßen Speisen dick macht.

    Dennoch gibt es ernstzunehmende Wissenschaftler, die das o.a. Ergebnis sehr wohl überraschen müßte, oder die es vielleicht sogar für unseriös halten. Ich denke da an Christoph Kucklick, der minutiös aufgezeigt hat, daß die Misogynie in scharfer Ausprägung bereits kurz vor 1800 begonnen hat. Um dies zu belegen, hat er eine Reihe von z.T. nahezu vergessenen Werken ausgegraben.

    Dennoch sieht er es als bewiesen an, daß es zwischen Männern und Frauen keine psychischen Unterschiede gebet:

    Wann immer Wissenschaftler ausgezogen sind, grundlegende Differenzen zwischen den Geschlechtern zu finden, sind sie mit leeren Händen wiedergekehrt. Alle Versuche, Verhaltensunterschiede biologisch festzumachen, sind gescheitert, und auch die jüngsten Anstrengungen der »Neurosexisten«, ewiges Weib und ewigen Mann in den Hirnen zu finden, sind in einem Fiasko aus Widersprüchen und Unklarheiten gescheitert.

    Siehe Näheres dazu in diesen Eintrag von mir. Ob man demgegenüber meine eigene Erklärung für die Geschlechter-Differenz annimmt (die ich dort nur angedeutet habe), muß ich natürlich dem Leser überlassen. Es bleibt jedenfalls das Rätsel, daß selbst gut recherchierende Fachleute die Tatsache der Geschlechter-Differenz leugnen. Da liegt offenbar eine ideologische Barriere vor.

  6. Alexander Roslin says:

    Kucklick ist kein Fachmann für Geschlecht, er ist Kulturwissenschaftler. Leider ist es in den Geistewissenschaften Mode geworden, menschliches Verhalten als soziokulturell konstruiert anzusehen, seine biologische Basis wird konsequent geleugnet.

    Anzuerkennen, dass der Mensch ganz fundamental ein Säugetier ist, dass sein Verhalten von Instinkten beeinflusst wird, die es zwar nicht mehr determinieren, aber immer noch disponieren, ist ihnen denkunmöglich.

    Beschränkte das doch die Hoffnung, einen neuen Menschen zu schaffen durch soziokulturelle Intervention, eine Hoffnung, die bei vielen Areligiösen zum sinnstiftenden Lebensinhalt geworden ist, zum Religionsersatz.

    Eine solche “Demütigung”, die Anerkenntnis der Beschränktheit seiner Gestaltungsmacht, erträgt der moderne Demiurg nicht.

    Die, die die öffentliche Rede über Geschlecht beherrschen, gehören allesamt dem antibiologistischen = antirealistischen = antiwissenschaftlichen Lager an, das empiriefrei drauflosschwadroniert.

    Es ist zum Haare raufen.

    Ein Klima, in dem eine Judith Butler und ihr wirres Geschreibsel Kultstatus erlangen können, in dem Leute wie Kucklick, die von der Biologie des Menschen, die eben auch seine Psyche umfasst, sein Gehirn, so viel wissen wie Albertus Magnus von Kängurus, zu Experten in Sachen “Geschlecht”, pardon, GENDER, mutieren.

    Weil sie der Illusion der grenzenlosen Manipulierbarkeit, Formbarkeit und damit Machbarkeit des “Neuen Menschen” Nahrung geben.

    Wenn der erst geschaffen ist, ja, dann bricht es aus, das Paradies auf Erden, die klassenlose Gesellschaft des Ewigen Friedens, die Erlösungshoffnung der Säkularreligiösen.

    Nachdem der Marxismus-Leninismus (vorübergehend) dieses Erlösungsbedürfnis nicht mehr befriedigen kann durch seine welthistorische Pleite, ist der Geschlechtersozialismus als Surrogat adaptiert worden und nun das neue linke Großprojekt.

    Das zudem noch mehrheitsfähig ist bei Konservativen, die an ihren Weiße-Ritter-Instinkten gepackt werden (“DU SOLLST FRAUEN SCHÜTZEN UND VERSORGEN, DU, STARKER MANN; DENN ACH; DAS WEIB IST SCHWACH!”).

    So leben wir denn in einer feministisch-femizentrischen Gesellschaft, die die Bedürfnisse von Frauen umtanzt wie das Goldene Kalb.

    Die Linken sind feministisch (geschlechtersozialistisch, das “Proletariat” der Geschlechterklassenkampfgeschichte, DIE FRAUEN, muss befreit und an die Macht gebracht werden, koste es, was es wolle), die Rechten femizentrisch (“DU SOLLST usw.”, s.o.).

    Darum gibt es kaum nennenswerte Opposition gegen den Geschlechtersozialismus.

    Von links sowieso nicht, aber auch nicht von rechts.

    Schönes Beispiel ist GB.

    David Cameron ist “feministischer” = femizentrischer als Tony Blair, macht genau dort weiter, wo Labour aufhören musste.

  7. Pingback: Die Realität schlägt zurück – Mehr Hausarbeit für Männer = weniger Sex | Heinrichplatz TV

  8. Alexander Roslin says:

    Wer etwas über die biologische-evolutionsgeschichtliche Einordnung und Formung der Menschen als Männer und Frauen erfahen will, der lese das meiner Ansicht nach beste Buch zu dem Thema, das gegenwärtig greifbar ist: David Geary: Male – Female.

    http://www.amazon.de/Male-Female-Evolution-Human-Differences/dp/1433806827/ref=dp_ob_title_bk

  9. Gerd says:

    Alter Hut: Männer die Hausarbeit machen, also “der Neue Mann”, sind in der Beta-Rolle. Als Versorger geschätzt, als Sexualobjekt verachtet.

    Frauen wollen Alphas (im Bett). Und Alphas putzen nicht die Küche, sondern setzen dort allenfalls ein paar Dübel.

  10. Hans Alef says:

    Gerd, das ist eine zu simple Betrachtung. Auch ein Alpha Mann kann Windeln wechseln. Typisch deutsche ideologische Betrachtung, statt einer mehr pragmatischen angelsächsischen Sicht. Was ist denn für einen Alpha Mann natürlicher: Mit seinem Sohn im Wald ein Hütte bauen oder an einem Schreibtisch “Karriere” machen bis zum Infarkt, um danach von der Frau entsorgt zu werden ?

    Men who change diapers, change the world
    http://happysahd.com/Trailer.html

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