Rollenmodell „Mann“ – Rent a Teacherman und anderer Unsinn

In Bremen gibt es seit fünf Jahren ein Projekt „Rent a Teacherman“, das der Erziehungswissenschaftler Christoph Fantini ins Leben gerufen hat: Männliche Lehramtsstudenten werden an männerlose Grundschulen vermietet. Denn: Bremer Grundschulen sind männerfreie Zonen. Das ist schlecht, fehlten den Jungen doch dadurch die männlichen Rollenmodelle.

Rollenmodell.
Rolle.
Soziale Rolle.
Kaum ein Begriff ist seit dem Aufkommen des Feminismus so derangiert und entkernt worden, wie der Begriff der sozialen Rolle. Wie so oft, wenn Begriffe „populär“ werden, wird nur der Begriff, aber nicht die Bedeutung populär. Und so kommt es, dass viele über etwas reden, aber nur wenige eine Idee davon haben, wovon sie eigentlich reden.

Sir Ralf Dahrendorf kommt das Verdienst zu, den Begriff der sozialen Rollen (das soziale, ohne das der Begriff „Rolle“ nur als solche rückwärts einen Sinn macht, wird in der Regel vergessen) in Deutschland gebrauchsfähig gemacht zu haben. Hier seine Bestimmung dessen, was „soziale Rolle“ beschreibt:

„Von den beiden Begriffen der Position und der Rolle ist der der Rolle bei weitem der wichtigere: die Unterscheidung beider ist dennoch nützlich. Während Positionen nur Orte in Bezugsfeldern bezeichnen, gibt die Rolle uns die Art der Beziehung zwischen den Trägern von Positionen und denen anderer Positionen desselben Feldes an. Soziale Rollen bezeichnen Ansprüche der Gesellschaft an die Träger von Positionen, die von zweierlei Art sein können: einmal Ansprüche an das Verhalten der Träger von Positionen (Rollenverhalten), zum anderen Ansprüche an sein Aussehen und seinen Charakter (Rollenattribute). […] Obwohl die soziale Rolle, die zu einer Position gehört, uns nicht verraten kann, wie ein Träger dieser Position sich tatsächlich verhält, wissen wir doch, wenn wir mit der Gesellschaft, die diese Rolle definiert, vertraut sind, was von ihrem Spieler erwartet wird. Soziale Rollen sind Bündel von Erwartungen, die sich in einer gegebenen Gesellschaft an das Verhalten der Träger von Positionen knüpfen.“

Grundschullehrer ist also eine Position.
Der individuelle Mensch, der die Position füllt, übernimmt die Rolle, die mit dieser Position verbunden ist.
Die Rolle wird von Erwartungen an sein Verhalten und seinen Charakter usw. bestimmt, ist also eine soziale Rolle.

Welche Erwartungen werden an einen Grundschullehrer gestellt?
Dass er Kindern Rechnen, Schreiben und Lesen beibringt.
Dass er in Rechnen, Schreiben und Lesen selbst kompetent ist.
Dass er sein Augenmerk auf den Erfolg aller seiner Schüler legt.

Irgendwie kommt Geschlecht nicht vor.
Geschlecht kommt nur dann vor, wenn man denkt, dass es für die Erwartungen an die Performanz einer Person in der Rolle eines Grundschullehrers einen Unterschied macht, ob diese Person weiblich oder männlich ist.

Das legt natürlich den Verdacht nahe, dass manche Zeitgenossen, die so fixiert auf Geschlecht sind, der Ansicht sind, dass es eine biologische Determinierung von Fähigkeiten gibt. Andere nennen das Sexismus.

Die Rettung vor dieser Art des Biologismus soll durch den Begriff „Rollenmodell“ erreicht werden.
Ein Grundschullehrer soll ein Rollenmodell für seine Schüler sein.

Von Albert Bandura stammt das Konzept des Modelllernens.

Kinder und Jugendliche lernen am Modell, imitieren, was ihnen Bezugspersonen vorleben.
Was kann man vom Rollenmodell „Grundschullehrer“ übernehmen?
Welches seiner Verhalten kann man übernehmen?
Offensichtlich kann man als Grundschüler von einer Person in ihrer Rolle als Grundschullehrer übernehmen, wie man die Position des Grundschullehrers ausfüllt. Sonst nichts.
Mit anderen Worten: Diejenigen, die von Grundschullehrern erwarten, ein Rollenmodell für ihre Schüler zu sein, sehen
Grundschullehrer nicht in der Position „Grundschullehrer“ und nicht in der sozialen Rolle „Grundschullehrer“, sondern als etwas anderes. Z.B. als Angehöriger eines Geschlechts.

Insofern behaupten sie, dass Grundschullehrer „Rollenmodell“ für ihre Grundschüler im Hinblick auf das Verhalten einer Person, der die soziale Rolle eines Mannes oder einer Frau zugewiesen wird, sind. Sie sind also der Ansicht, dass sich Schüler ausgerechnet Grundschullehrer aussuchen, um die Rollenerwartungen und die Erwartungen an Charakter und Eigenschaften dessen, der sich als Mann darstellt, zu erlernen.

Das, mit Verlaub, ist ziemlicher Unsinn. Jeder Winnetou-Film ist besser geeignet, die Rolle „Mann“ zu vermitteln als der männliche Pauker mit der hohen Stirn, der in der Grundschule gelandet ist, weil er es nicht zum Gymnasium geschafft hat. Tatsächlich ist die Erwartung, dass Lehrer für Schüler in der Regel Anti-Rollenbilder sind, die ihnen vermitteln, wie sie nicht sein wollen, begründeter als die Erwartung, Schüler würden ausgerechnet Grundschullehrer als Rollenmodell wählen.

Wie kommt es zu dieser Überschätzung von Rolle und Position?

Durch Inkompetenz, Unverständnis, Phantasie und Manie.
Dem Bericht des Spiegel, in dem es um „die Männer“ geht, die an Grundschulen „vermietet“ werden, nicht etwa um die Lehrer, haben wir die Aussagen, die direkt oder indirekt von Christoph Fantini stammen, dem Verleiher von „Männern“, entnommen und zusammengestellt:

„Viele Kinder würden in der Kita und der Grundschule nicht auf einen einzigen Mann treffen. ‚Dadurch entstehen sehr stereotype Bilder in ihren Köpfen: Männer sind stark und machen was mit Maschinen. Frauen sind schlau. Deshalb können sie studieren und Lehrerin werden“, sagt Fahini.

Zwei logische Schlüsse drängen sich auf: Fahini ist eine Frau, oder Fahini hat nicht studiert. Die Bewertung der Aussage von Fahini ist sehr einfach: Grober Unfug. Rollenbilder werden über Beobachtung, nicht über nicht Beobachtung gewonnen. Und wie Kinder aus der Abwesenheit von Männern in der Grundschule und der Kita schließen sollen, dass Männer etwas mit Maschinen machen und wie sie – wider ihre eigene Anschauung – aus der Beobachtung von weiblichen Grundschullehrern schließen sollen, dass „Frauen schlau“ sind, sind nur zwei Fragen, die man auf Basis einer derart unsinnigen Aussage, wie der von Fahini stellen muss. Tatsächlich sagt die Aussage viel über Fahinis Stereotype „richtige Männer machen etwas mit Maschinen“, „richtige Frauen haben keine Ahnung von Technik“, als dass sie etwas über Grundschüler aussagen würde. Sie belegt einfach nur die vollkommene Unkenntnis, mit der das Konzept der sozialen Rolle im Gehirn von Fahini behandelt wird.

Weil es noch nicht reicht, Faihin zum Zweiten:

„Auch deshalb sind männliche Lehrkräfte nach Ansicht von Fahini so wichtig. Sie sind nicht nur Rollenvorbilder für die Jungen, sondern auch Vertrauenspersonen – mit denen sie über Sexualität sprechen können oder durch die sie sich auf Klassenfahrten aufgehoben fühlen“.

Offensichtlich herrscht im Rollenbild von Fahini erhebliche Konfusion. Denn seine Erwartungen an die Position „Grundschullehrer“ umfasst nicht nur die Vermittlung von Wissen, sondern auch den Aufbau einer Vertrauensbeziehung zu allen Schülern desselben Geschlechts und Gespräche über Sexualität. Kann man Manie noch deutlicher zum Ausdruck bringen?

Männliche Grundschullehrer sind also deshalb notwendig, weil an deutschen Grundschulen eine Sexualisierung stattgefunden hat, als deren Ergebnis Geschlecht von Schüler und Lehrkraft relevant geworden ist. Nicht mehr das Vermitteln von Wissen ist Aufgabe von Grundschullehrern, sondern das mit Überlegungen im Hinblick auf Geschlecht und Sexualität konfundierte Vermitteln von was auch immer. Daraus muss man dann wohl den Schluss ziehen, dass die Variable Geschlecht in Grundschulen eine Prominenz erreicht hat, die man nur als ungesund bezeichnen kann. Nicht mehr die erfolgreiche Vermittlung von Lerninhalten durch Lehrer an Schüler steht im Zentrum, sondern, ja was eigentlich? Über Sexualität sprechen? Sich aufgehoben fühlen? Die Präsentation von Geschlecht als Variable, die im Leben von Relevanz ist, obwohl kaum etwas über weniger Relevanz im täglichen Leben verfügt als Geschlecht?

Zu welcher Antwort auch immer man kommen wird, normal ist es nicht, dass bereits in Grundschulen die Vermittlung von Inhalten an das Geschlecht von Lehrern und Schülern gekoppelt ist – es ist manisch. Man sieht, wohin Jahrzehnte des Feminismus geführt haben. Die Abnormalität beginnt bereits in Kindergärten und Grundschulen, in denen eine Vermittlung von Wissen ohne Konfundierung mit Lehrer- oder Schülergeschlecht nicht mehr möglich zu sein scheint.

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Neo-Orientalismus im Bundestag – Ressourcenverschwendung im Extrem

Vorrede: Ressourcen sind begrenzt. Die Ressourcen, die man für eine Sache einsetzt, stehen nicht mehr für eine andere Sache zur Verfügung. Wenn man also Ressourcen für eine unwichtige Sache verschwendet, dann fehlen die entsprechenden Ressourcen, um eine wichtige Sache anzugehen.

Erving Goffman hat wie kein Anderer das Soziale als Schauspiel beschrieben und durchschaut. Wir alle spielen Theater ist die deutsche Übersetzung seines Klassikers, der mit „The Presentation of Self in Everyday Life“ einen wesentlich besseren Titel trägt: Die Selbstdarstellung im täglichen Leben, wäre ein sinnvollerer Titel gewesen.

Das tägliche Leben, es besteht aus der täglichen Inszenierung von sozialen Rollen, aus der Errichtung einer Fassade vor oder hinter der die dramatische Gestaltung der Selbstinszenierung erfolgen kann, es besteht aus Ausdruckkontrolle und Idealisierung und vor allem aus dem Versuch, glaubwürdig zu erscheinen.

Gutmenschen, also Menschen, die als „gute Menschen“ erscheinen wollen, denen es wichtig ist, sich als das zu inszenieren, was sie für einen guten Menschen halten, sie haben es heute schwer. Gerade noch haben sie in einer modernen Variante des Orientalismus des 18. und 19. Jahrhunderts, die man als Neo-Orientalismus bezeichnen kann, Flüchtlinge als Form kleiner schwarzer Kinder, um die man sich kümmern muss, idealisiert, da haben sich die idealen Flüchtlinge, die zu Millionen nach Deutschland kommen, als gar nicht ideal, sondern als menschlich entpuppt. Sie haben andere Bedürfnisse als von den Gutmenschen für sie vorgesehen, sie bringen andere kulturelle Traditionen mit, sie haben andere Wertvorstellungen, in denen weder Homosexualität einen Platz hat noch eine öffentliche Exposition von Sexualität, sie sind zuweilen gar kriminell und mögen die deutsche Küche nicht. Wenn Gutmenschen auf die Realität treffen, dann passiert, was immer passiert: Ihre Idealisierung zerfällt zu Staub, ihre Inszenierung als Gutmensch ist entsprechend in Gefahr, ihre mühsam errichtete Fassade, sie bröckelt.

Da wiederum die Inszenierung als Gutmensch nicht um ihrer selbst willen, sondern deshalb erfolgt, weil die eigen Persönlichkeit davon abhängt, bringen die undankbaren Flüchtlinge, die sich als normale Menschen entpuppen, nicht nur die Fassade der Gutmenschen-Darstellung, sondern die ganze Persönlichkeit des Gutmenschen in Gefahr.

Folglich muss ein neues Feld her, auf dem sie sich als Gutmenschen dramatisieren können. Sie benötigen eine neue Gruppe, derer man sich bemächtigen kann, die man idealisieren kann, der man sich überlegen fühlen kann und auf deren Rücken man sich gut fühlen und als gut inszenieren kann. Die entsprechende Gruppe darf nicht zahlreich sein, sonst besteht zum einen die Gefahr, dass die Idealisierung durch Konfrontation mit dem real existierenden edlen Wilden in sich zusammenfällt, zum anderen lebt die ganze Dramaturgie, das ganze Signalisieren der eigenen Gutheit, das virtue signalling, und somit die Inszenierung der eigenen Persönlichkeit davon, dass das für die Gutheit ausgewählte Objekt, sich nicht als etwas anderes entpuppt als es zu sein hat.

Da Flüchtlinge, undankbare kleine Braune, die sie sind, sich als normale Menschen erwiesen haben, haben sich die Gutmenschen auf eine Gruppe zurückbesonnen, die ihnen schon einmal als Objekt gedient hat: Homosexuelle.

Homosexuelle sind optimal, wenn man sich als guter Mensch inszenieren will. Man erklärt, dass Homosexuelle nicht benachteiligt werden dürfen. Kämpft dafür, dass sie nicht diskriminiert werden. Macht sie zu einer idealen Lebensform, einer von der heterosexuellen Mehrheit unterdrückten Lebensform, in der sich nicht etwa Männer in Leder mit einem Hang zu Sado-Masochismus treffen oder Männer, die ihre finanzielle Position ausnutzen, um sich mit Crystal-Meth auszurüsten und Strichjungen zu kaufen, oder Frauen, die ihre Faszination und gleichzeitige Angst vor Männlichkeit hat eine Psychose entwickeln lassen, nein, Homosexuelle sind rein wie kleine Kinder. Sie haben kein erhöhtes Aids-Risiko, sind mindestens genau so gute Eltern wie heterosexuelle Eltern und in jeder Hinsicht die überlegene Lebensform, schon weil sie wie die Kindlein sind – jedenfalls in der Idealisierung derer, die sich auf dem Rücken von Homosexuellen ausleben.

[Ein Aspekt homosexueller Kultur:]

Homosexuelle sind auch deshalb optimal, weil es kaum welche von ihnen gibt, und die, die es gibt, die sich in der Öffentlichkeit als homosexuell inszenieren, sie werden als Ikonen eines Befreiungskampfes aufgebaut, der dieses Mal keine unterdrückten Minderheiten zum Gegenstand hat, die in stattlicher Anzahl vorhanden sind, wie z.B. die Palästinenser, die um staatliche Anerkennung kämpfen, sondern eine so kleine Minderheit, dass man sie einerseits mit der Lupe suchen muss, um sie zu finden, andererseits die Gefahr reduziert ist, dass sie sich als normale Menschen erweisen, die von der Idealisierung von Homosexualität, auf der die öffentliche Diskussion basiert, abweichen.

Um die Idealisierung auf die Spitze zu treiben, unterstellen die Kämpfer für die Gleichberechtigung von Homosexuellen Letzteren, dieselbe Spießigkeit, die sie selbst auszeichnet, eine Spießigkeit, die das eigene Leben in die Obhut des Staates und den rechtlichen Schutz seiner Gesetze legen will, eine Spießigkeit, für die Partnerschaft so gefährlich und bedrohlich ist, dass man sie nur eingeht, wenn klar ist, welche Rechte und Pflichten damit einhergehen. Selbstverständlich wollen Homosexuelle nichts lieber als heiraten, um zu zeigen, dass sie zwar anders, aber nicht zu anders sind.

So sehen es die Gutmenschen und so kommt es, dass der Bundestag über die Ehe für Alle abstimmen wird, dass er seine Ressourcen einsetzen wird, um ein Recht zu schaffen, von dem, wenn man annimmt, dass der Anteil der Homosexuellen, die heiraten werden, dem Anteil der Verheirateten in der Bevölkerung entspricht, gerade einmal 0,23% der Haushalte in Deutschland etwas haben werden.

Wie das Statistische Bundesamt heute mitgeteilt hat, gibt es rund 94.000 homosexuelle Partnerschaften. Gemessen an den 24.099.000 Haushalten, in denen zwei oder mehr Personen zusammenleben, macht dies einen Anteil von 0,4%. Rund 61% der Deutschen im Alter von 27 bis 59 Jahre sind verheiratet. Unterstellt man Homosexuellen dasselbe Heiratsverhalten, dann stimmt der Bundestag über Rechte ab, die von 0.23% der deutschen Haushalte wahrgenommen werden.

[Noch ein Aspekt homosexueller Kultur:]

Dieser Irrelevanz homosexueller Ehen im gesellschaftlichen Kontext steht die Nützlichkeit von Homosexualität für Virtue Signalling gegenüber. Kein anderes Thema hat es in den letzten Wochen und Monaten geschafft, die Phantasie derer, die in Medien und Politik sitzen, so zu beflügeln, wie Homosexualität, jene Verhaltensweise, von der die meisten nicht mehr wissen als sie in ihrer Phantasie sich auszumalen, im Stande sind. Wobei diese Phantasie in den meisten Fällen kein gutes Licht auf den Charakter der Phantasten werfen wird. Homosexualität, die Vorstellung vom edlen Schwulen, sie steht somit in einer direkten Reihe mit dem Orientalismus, jener Bewegung, die Deutschland schon einmal im Griff hatte, damals mit Blick auf die arabischen Staaten, die die Phantasie mancher Deutscher in einer Weise beflügelt haben, die umgekehrt reziprok zu den Kenntnissen besagter Deutscher von arabischen Ländern stand.

Aber, wie schon mit Blick auf die Flüchtlinge festgestellt, es geht nicht darum, die Realität zu beschreiben. Es geht darum, sich als Gutmensch zu inszenieren, eine dramatische Darstellung zu liefern, die zeigt, man ist der Samariter, auf den selbst die Bibel umsonst gewartet hat. Die Realität stört dabei nur. Sie stört den Neo-Orientalismus und die von ihm versprochene Möglichkeit, der eigenen Phantasie Flügel zu verleihen, die Grenzen überwindet, Grenzen der Moral, Grenzen des guten Geschmacks, des pfleglichen und verantwortungsvollen Umgangs mit Ressourcen …

P.S.
Wenn Homosexuelle zusammenleben wollen und sich ihrer nicht sicher sind, so dass sie eine rechtliche Sicherheit benötigen, steht ihnen jederzeit die Möglichkeit zur Verfügung, einen privatrechtlichen Vertrag mit einander abzuschließen. Es gibt keinerlei Notwendigkeit, homosexuelle Partnerschaften per Zugang zur Ehe unter den Schutz des Grundgesetzes und nachfolgend in den Genuss der damit verbundenen steuerlichen Vorteile, staatlichen Subventionen und sonstigen finanziellen Zuwendungen kommen zu lassen. Wenn es um Gerechtigkeit geht, bestünde der sinnvollere Weg darin, die Privilegierung von Lebensentwürfen abzubauen, anstatt den privilegierten Lebensentwürfen neue hinzuzufügen, denn: auch finanzielle Ressourcen sind begrenzt. Die Staatsknete kommt nicht aus der Steckdose, sie muss erwirtschaftet werden, von denen, die nach wie vor dumm genug sind, ein Erwerbs- und kein Transferleben zu leben.

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[Zugabe: Ein weiterer Aspekt homosexueller Kultur:]

Infantiler Machbarkeitsglaube: Komm’ wir wechseln das Geschlecht

“Nichts ist unmöglich” – so warb einst Toyota.

nothing is impossible 2Und manche scheinen diesen Marketing-Spruch ernst zu nehmen, und zwar in einer Weise, die in einen Machbarkeitsglauben mündet, der Wissenschaftler, die sich mit Moden und Trends in einer Gesellschaft, die sich mit den Prämissen beschäftigen, auf denen die soziale Inszenierung von Persönlichkeit basiert, eigentlich faszinieren müsste.

Tut er aber nicht, vermutlich deshalb, weil die meisten Stellenbesetzer auf entsprechenden Positionen in Soziologie, Kulturwissenschaft und Zeitgeschichte so sehr mit der Inszenierung der eigenen Wissenschaftlichkeit beschäftigt sind, dass sie gar keine Zeit mehr dafür haben, sich einer Fragestellung zu widmen.

Mit dem Machbarkeitsglauben geht ein Konstruktivismus einher, der selbst Pyrrho, den alten Skeptiker, aus der Fassung gebracht hätte, erstreckt sich die neue Form der Konstruktion, doch auf alles und jeden und spart selbst die Realität nicht aus. Wem die Realität nicht passt, der konstruiert sich eine neue Realität.

Was früher als Geisteskrankheit galt, als Indiz dafür, dass jemand nicht mehr alle Tassen im Schrank hat, es ist heute an Hochschulen institutionalisiert, wo Lehrstuhlbesetzer verkünden, dass anything goes: Nichts ist mehr sicher und alles ist möglich, denn alles ist konstruiert, vom Geschlecht angefangen über die Wahrnehmung bis hin zur Realität. Vergessen sind die alten Empiriker, die noch wussten, dass die Realität z.B. durch Sprache beschrieben wird, aber nicht durch Sprache verändert oder gar geschaffen werden kann.

Hume treatiseDer Unverstand seiner Zeitgenossen hat David Hume dazu getrieben, Rosen zu züchten und Philosophie, Philosophie sein zu lassen. Angesichts des im radikalen Konstruktivismus gesammelten Unverstands moderner Zeiten ist nicht auszuschließen, dass Hume zu militanteren Mitteln greifen würde, müsste er mit ansehen, wie das, was er in seiner Untersuchung über den menschlichen Verstand gezeigt hat, in sein Gegenteil verkehrt und behauptet wird, der menschliche Verstand schreibe die Wirklichkeit vor, gehe der Realität vor.

Der neue Konstruktivismus, man könnte ihn auch als neue Überheblichkeit bezeichnen, wäre da nicht die mit ihm einhergehende Naivität und Unkenntnis, die z.B. in seinen Teilbereichen der Gender Studies oder dessen, wozu die Wissenssoziologie verkommen ist, vorhanden ist, jene Unkenntnis, die alles erfrieren lässt, was man gerade noch als Bezeichnung auf den Lippen hatte.

Nein, der neue Machbarkeitsglaube, er geht mit einer Unkenntnis einher, die nur noch durch die zugehörige Infantilität und Flucht vor der Realität übertroffen wird.

Die neuen Konstrukteure, sie müssen vor der Realität fliehen, denn die Realität bringt diese unangenehmen Fakten mit sich, Fakten, die einfach sind, völlig unkonstruierbar und da: So kann man konstruieren so lange man will, aber Tod und Verstümmelung, sie gehen nicht weg. Deshalb darf über Tod in der Welt der infantilen Machbarkeits-Konstrukteure nicht gesprochen werden und über Verstümmelung nur hinter vorgehaltener politischer Korrektheit, die den Verstümmelten, dem ein Arm fehlt, dann zum zu unrecht aufgrund fehlender Fähigkeiten von Ableisten Diskriminierten stempelt, der natürlich genau so Weltmeister im Boxen werden kann, wie jeder, der mit zwei Armen unterwegs ist.

nothing is impossible 1Die Infantilität, die diese Konstrukteure anleitet, sie führt dazu, dass sie die ersten sind, die Behinderte verspotten und diskriminieren, dadurch, dass sie sich weigern, Behinderte als Menschen anzuerkennen, die bestimmte Fähigkeiten eben nicht haben (andere dagegen schon). Man kann nun einmal einen fehlenden Arm nicht herbei-konstruieren.

Die Gefahr, die von den infantilen Konstrukteure ausgeht, sie ergibt sich gerade aus der Realitätsverweigerung, die mit dem Konstruktionseifer einhergeht, denn in der Welt der Konstruktionseiferer gibt es keine negativen Folgen, keine negativen Ereignisse, die mit dem verbunden sein können, was den Konstrukteuren wichtig ist.

In ihrer Welt gibt es Schönheitsoperationen. Dass Schönheitsoperationen, der Versuch, die eigene Person (und mit ihr die Persönlichkeit) als optimal zu konstruieren, regelmäßig in einem bemitleidenswerten und eine neue Hässlichkeit konstituierenden Plastik-Mutanten resultieren, der der Vorstellungswelt von HP Lovecraft oder von Hieronymus Bosch entsprungen sein könnte, das kommt in der Welt derer, die sich von dem chirurgischen Eingriff Äußerlichkeiten versprechen, die selbst dann, wenn sie eintreten würden, vom vorhandenen Intellekt ad absurdum geführt würden, nicht vor.

In der Welt der infantilen Konstrukteure gibt es sexuelle Orientierung und Homosexualität ohne Risiken und Nebenwirkungen, Die sexuelle Befreiung der 1970er sie findet unter Ignorierung von HIV/AIDS, meldepflichtigen Geschlechtskrankheiten und sonstigen übertragbaren Unappetitlichkeiten statt. Letztere kommen nur in der Realität vor. Die Konstruktion der Realität sie ist fun, XXL-fun, an dem man sich im wahrsten Sinne des Wortes totlachen kann.

Schließlich gibt es in der Welt der infantilen Konstrukteure nur das, was man will. Was man will, ist oft nicht, was man hat. Selbst im Hinblick auf die eigene Persönlichkeit, die eigene Person, ist oft Defizitäres zu berichten. Und wo früher Menschen mit ihren körperlichen oder psychischen Defiziten leben mussten oder zu leben gelernt haben, wo sie sich dem Leben gestellt haben, da herrscht heute der Fluchtinstinkt vor, der die Fluchtrichtung gleich vorgibt, hin in die schöne neue Welt der umfangreichen Machbarkeit, in der selbst Personen, die sich einbilden, ihre weibliche Psyche sei in einem männlichen Körper gefangen oder umgekehrt, die denken, ihre männliche Psychologie habe ein weibliches Gefängnis gefunden, an ihrer Misere etwas ändern können: per Geschlechtsumwandlung.

Man nehme ein paar Hormone, blocke andere Hormone und schon wird aus dem eingebildeten Mann im weiblichen Körper ein eingebildeter Mann im männlichen Körper bzw. aus der eingebildeten Frau im männlichen Körper eine eingebildete Frau im weiblichen Körper. So jedenfalls ist es in der eingebildeten Welt der realitätsflüchtenden Konstrukteure, des “nichts ist unmöglich”.

In der Realität, vor der die Konstrukteure flüchten, ist es jedoch anders. In dieser Realität verändert die Aufnahme von Testosteron und das Blocken von Östrogen, oder umgekehrt, die Chemie des Gehirns, und vermutlich ist die Chemie des Gehirns nicht alles, was verändert wird. Wer sagt denjenigen, die ihr biologisches Geschlecht an ihre Einbildung anpassen wollen, dass sie nach der Veränderung noch derselbe Mensch sind? Es ist ein weiterer Beleg für die Infantilität der Konstrukteure, dass ihnen solche Fragen nicht einmal in den Sinn kommen, nicht einmal dann, wenn Forschungsergebnisse wie die von Dr. Siegfried Kasper und Dr. Rupert Lanzenberger (sowie neun weitere Mitautoren), die im Wandel befindliche Transsexuelle beobachtet und untersucht haben, dies nahelegen.

RealitaetsverlustTranssexuelle auf dem Weg von einem Mann zu einer Frau zeigen ein reduziertes Niveau von SERT. Transsexuelle auf dem Weg von einer Frau zu einem Mann zeigen ein erhöhtes Niveau des Proteins SERT. SERT ist für die Aufnahme von Serotonin zuständig. SERT ist für erhöhte Resilienz, ein reduziertes Risiko für Stresssymptome und eine geringere Anfälligkeit für Depression und mentale Störungen verantwortlich. Transsexuelle verändern also nicht nur ihr biologisches Geschlecht, sondern auch ihre Gehirn-Chemie (und was sie sonst noch in ihrem Gehirn verändern, ist eine offene Frage). Im Ergebnis sind Transexuelle, die biologisch zum Mann geworden sind, weniger anfällig für Depression, mentale Störungen und resilienter gegenüber ihrer Umwelt, währen Transsexuelle, die nun biologisch zur Frau geworden sind, eher depressiv werden und mentale Störungen entwickeln, als dies vor ihrer Geschlechtsumwandlung der Fall war.

Infantiler Machbarkeitsglaube kennt nur Veränderungen zum Besseren. Er ist bar jeglicher Kenntnis unerwünschter und unbeabsichtigter Folgen und stampf mit dem Fuß gegen die Realität auf, in der diese Unanehmlichkeiten gegeben sind, eine Welt, in der Homosexuelle häufiger an HIV/AIDS erkranken und sterben als Heterosexuelle und eine Welt, in der Depressionen und mentale Störungen bei Frauen häufiger sind als bei Männern. Und das sind nur zwei der Risiken und Nebenwirkungen, die das Leben so mit sich bringt und von den infantile Konstrukteure nichts wissen bzw. dies sie nicht würden wahrhaben wollen, wären sie ihnen bekannt.

Kranz, Georg S. et al. (2015). High-Dose Testosterone Increases Serotonin Transporter Binding in Transgender People. Biological Psychiatry 78(8): 525-533.

Die dubiosen Genderisten: Sabine Hark und Paula Villa haben Statusängste

Wen wundert es, dass Genderisten wie Sabine Hark und Paula Villa, die es beide auf irgend eine Weise geschafft haben, je einen Lehrstuhl in Berlin und München zu besetzen, die Flucht nach vorne antreten?

Offensichtlich bläst den Genderisten der Wind ins Gesicht und sie sehen sich genötigt, “das dubiose Gender”, wie sie es nennen, zu erklären, wie sie meinen, und die Gender Studies gegen die Attacken aus der “bürgerlichen Presse” zu verteidigen, einen Begriff, den man seit dem Kommunistischen Manifest eigentlich in abnehmender Häufigkeit zu lesen gewohnt ist, und der die Gender Studies, die Hark und Villa für sich reklamieren, bereits zu Anfang eines Textes, der sie als Wissenschaft darstellen will, als Ideologie, als sozialistische Ideologie identifiziert.

Ausgerechnet im bürgerlichen Tagesspiegel haben Hark und Villa ihr “dubioses Gender” verbreitet.

Der Beitrag beginnt mit dem üblichen Palaver über die Diffamierungen, denen sich die Gender Studies ausgesetzt sehen, was übersetzt meint: Es gibt auf der einen Seite immer mehr Menschen in Deutschland, die die Frage nach dem Wert und dem Nutzen in Relation zu den Kosten der Gender Studies stellen und auf der anderen Seite Genderisten, die genau diese Fragen nicht beantworten können.

Nach diesem üblichen Palaver, das man mit Erving Goffman als Inszenierung der Opferrolle erklären kann, also als Abwehr berechtigter Kritik durch das, was Genderisten offensichtlich als einzige Reaktionsform kennen: Sich aufgebracht aufblustern und empört bereits die Berechtigung von Frage und Kritik an ihrer heiligen Lehre abwehren, folgt ein dubiose Heilslehre über das dubiose Gender.

Denn eine Heilslehre, eine Ideologie und eben keine Wissenschaft muss es sein, wenn Genderisten nun schon seit Jahren nicht in der Lage sind, auch nur eine der Frage, die z.B. wir gestellt haben, zu beantworten oder auch nur einen belastbaren Befund vorzulegen, der zeigt, dass Genderisten den Anspruch, Wissenschaft zu sein, zu Recht erheben.

Goffman TheaterStatt also die erkenntnistheoretischen Grundlagen darzustellen, statt Ergebnisse aufzufahren, die belegen, dass Gender Studies zu Recht an Universitäten und auf Kosten von Steuerzahlern unterhalten werden (was Gender Studies zu einer zweiten Form der staatlich reglementierten Unterhaltszahlung an vornehmlich Frauen macht), statt also das Credo aufzusagen, das Wissenschaftler im Hinblick auf ihre Methode, den harten Kern ihres Fachs, wie Imre Lakatos es genannt hat, im Schlaf aufsagen können (sollten), statt die Ergebnisse zu präsentieren, die Gender Studies erzielt haben, statt dessen üben sich Hark und Villa in einer primitiven Form von umständlichem Geschwätz, das ärgerlich machen muss, ärgerlich, weil sie damit dokumentieren, dass sie für sich Überlegenheit in Anspruch nehmen und die Welt um sich herum und vor allem die Kritiker der Gender Studies nur als Untermenschen, die die heilige Lehre des Genderismus nicht verstehen, ansehen können.

Zunächst zu den Einsichten zu Gender, die wir Hark und Villa, die, das kann man nicht oft genug betonen, auf Kosten von Steuerzahlern Positionen an Universitäten besetzen, verdanken. Wir analysieren diese Einsichten nach dem Vorbild von Karl Raimund Popper, der in einem Beitrag das prätentiöse Geschwätz von Jürgen Habermas als die dünngeistigen Leerformeln entlarvt hat, die es nun einmal darstellt.

 

Das schreiben Hark und Villa Das ist unsere Übersetzung 
Gender meint zunächst eine Grenzziehung, nämlich die Unterscheidung in Männer und Frauen. Es gibt Männer und Frauen.
Angesiedelt wird diese Differenz [zwischen Männern und Frauen] an einem historisch beweglichen, immer jedoch bestimmten Ort: dem des Körpers. Männer und Frauen unterscheiden sich aufgrund bestimmter Merkmale.
Wurde die Frau im 19. Jahrhundert auf ihre Gebärmutter festgelegt, so sind es aktuell wahlweise das Gehirn, die Hormone oder auch die Chromosomen, die vorgeblich die Wahrheit des Geschlechts in sich tragen. Keine andere Leitdifferenz der Gegenwart ist derat eng an ein biologisches Verständnis geknüpft. Manche behaupten, dass es einen biologischen Unterschied zwischen Männern und Frauen gibt.
Doch selbst wenn der Geschlechterunterschied sich anatomisch oder hormonell dingfest machen ließe, so ist es doch höchst erkenntnisreich, sich mit der Geschichte dieser Tatsache zu befassen. Wir geben zu, es gibt einen biologischen Unterschied zwischen Männern und Frauen. Wir behaupten, es ist interessant, diesen biologischen Unterschied im Zeitverlauf zu untersuchen. Wir können allerdings nicht sagen, warum es interessant ist und welcher Nutzen damit verbunden ist.
Anders als davon auszugehen, dass es ‘Männer’ und ‘Frauen’ aufgrund ihrer unterstellten genetischen oder hormonellen Ausstattung, ihrer Hoden und Eierstöcke, an und für sich gibt, erforschen die Gender Studies zum Beispiel die historisch konstituierte, kulturell und bisweilen juristisch geregelte sowie subjektiv interpretierte und angeeignete Bedeutung des Geschlechtsunterschieds. Gender Studies pfeiffen auf die Erkenntnisse der Naturwissenschaften und wischen alle Belege dafür, dass Männer ein XY und Frauen ein XX Chromosomenpaar haben, vom Tisch. Statt dessen behaupten Gender Studies, dass soziale und juristische und subjektive Interpretationen, nach der Marke: “Welches Geschlecht möchtens denn haben?” oder “Sie sind ab sofort ein Mann!” oder “Der sieht aus wie ein Mann, der muss ein Mann sein” gibt, die das biologische Geschlecht überlagern.
Es wird also üblicherweise davon ausgegangen [in den Gender Studies], dass es Materialitäten (etwa Strukturen des Gehirns, Anatonomie, Chromosomen, Hormone) gibt, die bei Männern und Frauen wahrscheinlich häufiger oder seltener vorkommen. Zugleich wird aber eben auch davon ausgegangen, dass diese Materialitäten mit sozialen Umständen und Erfahrungen interagieren. Es gibt Unterschiede zwischen Männern und Frauen und Männer und Frauen spielen soziale Rollen.

 

Kurz, wir verdanken den Gender Studies die Einsicht, dass es Männer und Frauen gibt, dass die Bezeichnungen “Mann” und “Frau” auf Materialitäten rekurriert, z.B. einen biologischen Unterschied, der sich bei der Fortpflanzung als vorteilhaft erwiesen hat und dass Männer und Frauen sich ansonsten sozialer Rollen bedienen oder soziale Rollen spielen, sich inszenieren.

Ja.

Homo sociologicusDiese Erkenntnis verdanken wir den Gender Studies, das behaupten Hark und Villa, und damit zeigen sie, dass die sozialwissenschaftliche Forschung der letzten Jahrzehnte, Jahrhunderte spurlos an ihnen vorbeigegangen ist. Schon Ralf Dahrendorf hat auf die Kann-, Muss- und Soll-Erwartungen, die entsprechende Rollen im sozialen Leben konstituieren, hingewiesen, in den 1960er Jahren und seine Erkenntnisse mit Arbeiten US-amerikanischer Soziologen belegt, die in den 1940er und 1950er Jahren geforscht haben (u.a. Robert K. Merton und Neal Gross, Ward S. Mason und Alexander W. McEachern) und sich vor allem dadurch ausgezeichnet haben, dass sie ihre Erkenntniswelt nicht auf den angeblich nicht vorhandenen, aber doch für Gender Studies konstitutiven Unterschied zwischen Männern und Frauen beschränkt haben.

Wir stellen in Rechnung, dass die Qualität der Ausbildung an deutschen Hochschulen in den letzten Jahrzehnten massiv gelitten hat. Wir stellen in Rechnung, dass Selbstverständlichkeiten, die noch in den 1980er Jahren gelehrt wurden, aus dem Curriculum verschwunden sind, dass Methoden und Wissenschaftstheorie kein fester Bestandteil der Lehre mehr sind, ebenso wenig wie es die Kenntnis der Klassiker eines Faches oder seiner Grundbegriffe ist. Und wir stellen in Rechnung, dass mit der Verschulung von Hochschulen, mit der Einführung von Bachelorstudiengängen, die Oberflächlichkeit herrscht und Lehrstuhlbesetzer wie Hark und Villa, die von sich behaupten, Soziologen zu sein, nur noch rudimentäre Vorstellungen vom erreichten Erkenntnisstand des Faches haben und in voller Überzeugung das soziologische Rad neu erfinden, mit dem Generationen von Soziologen vor ihnen bereits Fahrzeuge betrieben haben. Sie sind insofern als Überzeugungstäter entschuldigt, aber dies kann nicht dazu führen, dass man die Ignoranten in ihrer Ignoranz verharren lässt.

Zwar sollte man über das, was Lehrstuhlbesetzer wie Hark und Villa heute als ihre neue Erkenntnis präsentieren, herzlich lachen, aber es ist nicht zum Lachen, denn Gender Studies sind eine Ideologie, die auf der Überzeugung ihrer Vertreter basiert, dass man die Weltgeschichte durch die Einteilung der sozialen Welt in Männlein und Weiblein erklären kann, Genderisten sind Phantasten, die das Wirken geheimer Mächte annehmen, die sie Patriarchat nennen und den Männlein zuschreiben. Genderisten sind Sexisten, denn sie finden nichts dabei, zu behaupten, dass die Gruppen von Männern und Frauen homogen sind, dass es mehr Unterschiede zwischen beiden Gruppen als innerhalb beider Gruppen gibt, dass man die Männer und die Frauen über einen Kamm scheren kann. Und wie alle sozialistischen Ideologen, so sind Genderisten auch Brunnenvergifter, denn die Verkündung ihres Gender-Heils funktioniert nur, wenn die Welt in antagonistische Gruppen eingeteilt wird, in böse Männer und unschuldige oder dämliche weibliche Opfer.

Und was dem ganzen Hokuspokus die Krone aufsetzt, ist das, was Hark und Villa allen Ernstes als Erklärung dafür angeben wollen, dass Genderisten der Wind ins Gesicht bläst, dass sich tatsächlich diejenigen, die den Gender-Zirkus bezahlen, fragen, was sie da bezahlen und welchen Nutzen dieser Zirkus für die Gesellschaft bringt. Das führen Hark und Villa auf “verbreitete Statusangst”, “Angst vor der Feminisierung” und “Angst vor Uneindeutigkeit” zurück.

Zentrum GspaderbornKann man derart weltfremd sein, dass man tatsächlich denkt, Kritik an Gender Studies, die jeden Beleg ihrer Wissenschaftlichkeit nach wie vor schuldig bleiben, habe etwas mit Statusangst zu tun? Kann man eine derartige Überzeugung haben, wenn man nicht zudem ein Sendungsbewusstsein zur Feminisierung hat? Nein. Es ist immerhin ein Novum für die Wissenschaft, dass angebliche Wissenschaftler die Kritik ihrer Kollegen als Diffamierung aus Statusangst diffamieren. Es ist in hohem Maße lächerlich und nur denkbar für Personen, die keinerlei Idee davon haben, was Wissenschaft ist und welche Rolle die Idee der Kritik in der Wissenschaft spielt.

Wie stellen sich Genderisten eigentlich wissenschaftlichen Fortschritt vor, wenn nicht durch Kritik, dadurch, dass gezeigt wird, das bislang für richtig gehaltene Theorien falsch sind? Die Gemeinsamkeit der Genderisten mit den Päpsten des Mittelalters, die partout nicht durch Fernrohre sehen und die Erde nicht an den Rand einer eher unbedeutenden Galaxie gerückt sehen wollten, drängen sich auf. Nicht durch Zufall, denn Genderismus ist eine Religion, die an Universitäten entsprechend nichts zu suchen hat. Es stellt sich also lediglich die Frage, wie lange es noch dauert, bis die entsprechende Austreibung der Genderisten aus der Wissenschaft stattfindet.

Zudem kann den Unsinn mit der Statusangst nur jemand äußern, der selbst massive Statusangst hat (denn ein normaler Wissenschaftler kommt angesichts von Kritik nicht auf die Idee, die Kritiker zu beschimpfen, er kommt auf die Idee, seine eigene Theorie zu überprüfen). Die Statusangst der Gnderisten speist sich daraus, dass die Blender der Gender Studies, die von sich behaupten, sie seien Wissenschaftler, nun Rede und Antwort über den Sinn und den Nutzen ihres Daseins stehen sollen. Sie haben Angst vor einem zutiefst demokratischen Prozess in der von ihnen so heftig geforderten “polyperspektivischen Gesellschaft”, als dessen Ergebnis sie als das erkennbar werden, was sie tatsächlich sind, Nutznießer an der Wissenschaft und Nutznießer der Ignoranz, mit der der Verbreitung von Gender Studies Lehrstühlen begegnet,und die entsprechende ideologische Inkubation der Wissenschaften geduldet wurde.

Doch damit ist nun Schluss.

Zusammenfassend kann man zum Text von Hark und Villa nur sagen: Und das ist alles? Alles, was die große Verteidigung in einer Tageszeitung umfasst, ist die Erkenntnis, dass es Männer und Frauen und soziale Rollen gibt? Das soll Steuerzahlern gegenüber, als Rechtfertigung dafür ausgegeben werden, dass Millionen von Steuermitteln in den Unterhalt von Gender Studierten gesteckt werden? Ein ärmlicheres Manifest einer Ideologie, die sich gerne als Wissenschaft ausgeben würde, haben wir bislang nicht gesehen.

Weiter zum Thema mit Hadmut Danisch.

Es männert: von emanzipatorischer Männlichkeit

Man kann sich kaum noch vor Männlichkeiten retten. Überall “männert” es. Man eilt vom Männerkongress zur Männertagung, zur internationalen Männerkonferenz und man kann sich vor Männerforen kaum mehr retten. Fast, dass man denken könnte, es herrscht ein wahre Mannes-Phobie, eine eher irritierende Entwicklung, wenn man bedenkt, dass Männlichkeit noch vor kurzem in der Krise war und die Angry White Men zu den Prügelknaben des Jahrhunderts stilisisert werden sollen (Nebenbei bemerkt, wer angesichts des Gleichstellungs-Unsinns, der täglich auf uns einprasselt, kein angry white (or black) men ist, der hat aufgehört zu leben).

Die Entdeckung des Mannes durch politische Vereine und Regierungen lässt nichts Gutes vermuten, hat noch bevor man sich näher damit befasst hat den Stallgeruch der Manipulation und des Versuchs, die so vielfältigen Männlichkeiten, die es angeblich gibt, auf eine einzige Männlichkeit, eine staatsdienliche Männlichkeit, wie man sie nennen könnte, zu reduzieren. Kurz: Das Rollenangebot “Männlichkeit”, wie man mit Ralf Dahrendorf sagen könnte, umfasst vielleicht eine Reihe von Kann-Rollen, aber unter diesen Kann-Rollen gibt es genau eine, die zur Muss-Rolle bestimmt werden soll.

Den Anfang dabei macht das Gunda-Werner-Institut, das sich seit Jahren bemüht hat,  Steuergelder einem eigennützigen Verwendungszweck zuzuführen.

Dieses Gunda-Werner-Institut veranstaltet gemeinsam mit dem Forum Männer, einem vom Gunda-Werner-Institut finanzierten Satelliten, die Tagung: “Männlichkeiten zwischen Hegemonie und Vielfalt – Welche? Für wen? Wozu?“.

Dabei geht es offensichtlich um mehrere Männlichkeiten, die zwischen Hegemonie und Vielfalt lavieren, wobei es schwierig ist, sich die entsprechenden Männlichkeiten dabei vorzustellen, wie sie hegemoniale Männlichkeiten und vielfältige Männlichkeiten sind bzw. irgend etwas dazwischen, von dem man wiederum nicht weiß, was es sein könnte, denn: Hegemonie und Vielfalt sind keine Pole desselben Kontinuums. Das Gegenteil von Hegemonie wäre wohl Schwäche oder Hilflosigkeit, während das Gegenteil von Vielfalt in der Homogenität oder Gleichheit zu suchen wäre. Kurz: der Tagungstitel ist Unsinn.

Und weil selten etwas Besseres nachkommt, geht es mit Unsinn weiter:

“Die Tagung «Männlichkeiten zwischen Hegemonie und Vielfalt» nimmt die Fülle männlicher Lebensentwürfe in den Blick, die sich im Spannungsfeld zwischen hegemonialer männlicher Monokultur und parallelkulturellen Konstruktionen von Männlichkeiten entwickelt hat. Gefragt wird, wo und wie welche Bilder von Männlichkeiten (re)konstruiert werden, welche Männlichkeiten für wen und wozu Sinn machen und wo Potenzial für Veränderung und emanzipatorische Entwürfe von Männlichkeiten liegen.”

Es gibt also ein Spannungsfeld zwischen “hegemonialer männlicher Monokultur” und “parallelkulturellen Konstruktionen von Männlichkeit”. Da die Eigenschaft von Parallelen darin besteht, dass sie sich zu keinem Zeitpunkt schneiden, fragt man sich unwillkürlich, wo, wenn hegemoniale männliche Monokulturen und prarallelkulturelle Konstruktionen von Männlichkeit sich nie treffen, die Spannungen herkommen? Die Antwort ist eine Wiederholung und lautet einmal mehr: Unsinn (Der Unsinn erinnert an eine studentische Klausur, die die Aufgabe enthielt, eine Gerade in ein Koordinatenkreuz einzuzeichnen. Aus der Geraden, in der entsprechenden Klausur, wurde eine Kurve, dieser Irrtum ist vermutlich demselben Unverständnis der eigenen Sprache geschuldet).

Und dem Unsinn folgen die Fragen: Wir haben eine Vielzahl von Männlichkeiten und dennoch keine Emanzipation, denn trotz der vielen Männlichkeiten muss erst ausgelotet, ja gefragt werden, wo das Potential für emanzipatorische Entwürfe liegt. Unter emanzipatorischen Entwürfen ist vermutlich das zu verstehen, was man beim Gunda-Werner-Institut und beim Mitveranstalter, dem vom Gunda-Werner-Institut ausgehaltenen Forum Männer als emanzipatorische Männlichkeit ansieht.

Machen wir uns auf die Suche nach der richtigen, emanzipatorischen Männlichkeit.

Das Forum Männer, also der Satellit des Gunda-Werner-Instituts ist ein Gründungsmitglied des Bundesforums “Männer”, jenes Vereins, der die Befreiung der Männer dadurch anstrebt, dass er Männer auf 32 Arbeitsstunden pro Woche festlegen und ihnen Windeln wickeln für die freigewordene Zeit verordnen will. Dieses instrumentelle Bundesforum Männer, dass die Rolle der Nichtregierungs-Organisation spielt, obwohl per Anschubfinanzierung vom Bundesministerium für FSFJ ausgehalten, weist auf seiner Webpage auf die internationale Männerkonferenz zum Thema “Männerpolitik – Beiträge zur Gleichstellung der Geschlechter” hin, die am 6. und 7. Oktober in Wien stattfindet und vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Österreichs und dem Bundesministerium für FSFJ finanziert wird.

Und wenn sich die Männlichkeiten-Vielfalt, die auf der Tagung beim Gunda-Werner-Institut bereits zur richtigen Männlichkeit verdichtet wurde, mit der Männerpolitik trifft, dann kommt Folgendes dabei heraus:

“Erwerbsarbeit war und ist für viele Männer immer noch der zentrale identitätsstiftende Bezugspunkt. Männeremanzipation führt heraus aus diesem einengenden Männlichkeitsverständnis. Ein zeitgemäßes Rollenbild ermöglicht es Männern, neue Lebensfelder für ein ganzheitlicheres Leben zu entdecken und zu erleben. Das Interesse an den Lebensfeldern Familie und Eigenwelt kommt von den Männern selbst. Kommen Männer dadurch in Balance, dient das dem Wohle aller, insbesondere auch dem partnerschaftlichen Rollenverständnis.”

Das emanzipatorische Potential der Vielfalt der Männlichkeiten, das auf der Tagung des Gunda-Werner-Instituts gesucht werden soll, das Programm der internationalen Männerkonferenz hat es bereits gefunden: Es besteht darin, zunächst einmal die Identitätsstiftung über Arbeit als Männlichkeitsentwurf auszuschließen. Hat man diese Ausprägung der Vielfalt von Männlichkeit, die nicht-moderne und von zu wenig Interesse am Lebensfeld Familie geprägte Version, aus der Vielfalt der Männlichkeiten ausgeschlossen, dann ist der Weg frei für ein ganzheitliches Leben, das Männer in Balance bringt (mit was auch immer), dem Wohle aller dient, insbesondere dem partnerschaftlichen Rollenverständnis und vor allem, und ganz wichtig, das ganzheitlich ist.

Amen.

Die Vielfalt, vor die sich der moderne Mann und die moderne Frau gestellt sehen, das emanzipatorische Potential neuer Männlichkeit und vermutlich auch neuer Weiblichkeit besteht darin, geboren zu werden, zu arbeiten, sich fortzupflanzen, dem Staat als Füller der Sozialkassen dienlich zu sein und wenn es möglich ist, nicht als Pflegefall zu sterben. Es ist schon erstaunlich, was heutzutage als Emanzipation durchgeht.

Zur Erinnerung:

“Emanzipation (lat.) ‘aus der Hand herauswachsen’, Freilassung, Verselbständigung, Befreiung aus einem Zustand der Abhängigkeit … Ausgehend von dem berühmten, von I. Kant geprägten Begriff von Aufklärung als ‘Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit’ (‘Unmündigkeit’ ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen), meint Emanzipation die Befreiung des Menschen von sozialen Strukturverhältnissen, die, weil vom Menschen noch unbegriffen, Unmündigkeit erhalten” (Hillmann, 1994: 178).

Die emanzipatorische Männlichkeit, die uns das BMFSFJ und sein Satellit das Bundesforum Männer in trauter Eintracht mit dem Gunda-Werner-Institut und seinem Satelliten dem Forum Männer verkaufen wollen, hat mit einer Befreiung des Menschen von sozialen Strukturverhältnissen überhaupt nichts zu tun. Im Gegenteil: Der männliche Mensch der propagiert werden soll, begibt sich freiwillig in die Abhängigkeit sozialer Strukturverhältnisse. Er geht eine Beziehung ein, in welcher Form auch immer, sucht nach der legalen Weihe dieser Beziehung auf dem Standesamt, geht weiter Verpflichtungen ein, indem er Kinder in die Welt setzt und ist am Ende so sehr im Netz sozialer Strukturen verwoben, dass ihm eine emanzipatorische Männlichkeit nur als Vorstellung in der Midlife-Crisis bleibt.

Denn: eine emanzipatorische Männlichkeit macht sich frei vom Zustand der Abhängigkeit, und zwar dadurch, dass sich die entsprechenden männlichen Menschen ihres Verstandes ohne Leitung durch einen Dritten bedienen. Kurz: Sie entscheiden selbst, welche Form von Männlichkeit sie leben wollen, welche Form von Leben sie leben wollen und welche Verantwortung sie in ihrem Leben übernehmen wollen. Emanzipation setzt Freiheit vom Gunda-Werner-Institut und vom BMFSFJ voraus, denn beiden und ihren foralen-Vasallen geht es darum, Wahlfreiheit für Männer einzuschränken und die “Befreiung aus dem Zustand der Abhängigkeit” zu verhindern.

Das nämlich ist der Horror dieser Institute: Männer, die tatsächlich ihre Männlichkeit leben und sich nicht auf staatlich und kulturell vorgegebene Lebensweisen einlassen. Die als Wanderburschen durch die Welt ziehen, ohne sich zu binden, und die ihr Leben nach ihrer Fasson leben, voll emanzipiert und ohne sich in familiäre oder gesellschaftliche Abhängigkeiten zu begeben.

Wie so oft zeigt sich, dass Begriffe, hier emanzipatorische Männlichkeit, von Seelenanglern als Köder ausgelegt werden, in der Hoffnung, dass möglichst viele anbeißen und ihrem selbstbestimmten Leben damit ein Ende bereiten.

Und zum Abschluss: Anschauungsmaterial, Anschauungsmaterial zur Vielfalt der Männlichkeiten, wie sie beim Forum Männer herrscht (alle Bilder stammen von der Webpage des Forums Männer). Wem dies ein attraktives Angebot ist, dem ist nicht mehr zu helfen.

Die neue Männlichkeit:

Forum Maenner IForum Maenner IIForum Maenner III

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