Alte faule Männer … Die Gesinnungsforschung ist wieder Junk Science geworden

Wie kommt man auf die Idee, die Frage, wer bei Rentnern, also bei Personen über 65 Jahren wie viel Hausarbeit macht zu untersuchen? Welche wissenschaftliche Erkenntnis kann man aus einer solchen Forschung gewinnen?

Keine. Und weil man keine wissenschaftliche Erkenntnis daraus gewinnen kann, deshalb ist es keine wissenschaftliche Forschung, sondern Gesinnungsforschung, mit der sich wissenschaftlicher Nachwuchs, im vorliegenden Fall der Doktorand Nicholas Adjei, dem man beim Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS) einen Doktortitel verschaffen will, hofft andienen zu können. Er versucht, die armen Frauen, die selbst im Alter noch mit der Hausarbeit von ihren Männern alleine gelassen werden, wie er suggerieren will, politisch-korrekt und vor allem verbal zu retten und sich damit einen Karrieredienst zu erweisen. Wenn Andienen, das Verbreiten von Langeweile und vollständige Phantasielosigkeit die Eigenschaften sind, die eine Karriere befördern, dann ist Adjei ein „high fligher“.

Hat er doch Folgendes entdeckt:

„Bei der Auswertung zeigte sich ein deutliches Bild. Während die Frauen im Schnitt etwa fünf Stunden mit Hausarbeit verbrachten, hielten sich die Männer zurück. Sie arbeiteten im Schnitt nur drei Stunden im Haushalt“, sagt Nicholas Adjei, Doktorand in der Abteilung Prävention und Evaluation am BIPS und Erstautor der Studie. „Bei der Art der Hausarbeit gibt es deutliche Unterschiede. Frauen beschäftigen sich im Schnitt fast 220 Minuten täglich mit Kochen, Einkaufen und Putzen – Männer dagegen nur knapp 90 Minuten. Bei Gartenarbeiten und handwerklichen Tätigkeiten zeigt sich ein umgekehrtes Bild. Hier sind Männer fast 70 Minuten täglich aktiv, Frauen dagegen nur knapp 40 Minuten.“

Der politische Andienschluss, von dem sich Adjei Brownie-Punkte erhofft, er lautet:

„Eine gleichmäßigere Verteilung aller Hausarbeiten auf Frau und Mann könnte also durchaus sinnvoll und fair sein.“

Es gibt vermeintliche Forschungen, die kann man mit einem einzigen Blick auf die Verteilung der verwendeten Variablen als Junk Science entlarven. Das, was aus dem Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in die wissenschaftliche Welt emittiert wird und die wissenschaftliche Luft belastet, es hat diese Qualität.

Jeder Leser wird uns sicherlich zustimmen, dass Arbeit dann, wenn man sie teilen kann, schneller erledigt ist. Weil zwei vergleichbare Arbeit schneller erledigt haben als einer kann man annehmen, dass in einem Einpersonenhaushalt die eine Person mehr Zeit für Kochen, Reinigen und Einkaufen (das zählt Adjei als Hausarbeit) aufwenden muss, als zwei Personen, die sich diese Arbeit teilen können. Einer reinigt, während der andere einkauft, beide kochen zusammen.

Zustimmung allenthalben?

Gut.

41,6% der Frauen im Sample von Adjei leben alleine, aber nur 18,2% der Männer. D.h. gut ein Viertel mehr Frauen als Männer muss die gesamte Arbeit alleine erledigen, weil ihr Mann schon verstorben ist oder sie aus anderen Gründen alleine sind. Entsprechend ist es kein Wunder, wenn Frauen insgesamt mehr Zeit für Kochen, Reinigen und Einkaufen aufwenden als Männer, weil viel mehr Frauen als Männer diese Tätigkeiten alleine erledigen müssen, weil sie nämlich alleine leben.

Damit ist das Ergebnis, das Adjei so großspurig verkündet und der Schluss, den er mit Blick auf die Fairness zu ziehen können glaubt, gerade geplatzt wie eine Seifenblase, so dass man die Frage, wie es sich denn mit der Lebensarbeitszeit im Hinblick auf Fairness verhält, gar nicht stellen muss. Die Frage, wie Hausarbeit zwischen zwei Partnern verteilt wird, hat übrigens gar nichts mit der Frage zu tun, ob eine gleiche Verteilung fair ist (Die Vorstellung, dass etwas, das gleichverteilt ist, damit automatisch fair verteilt wurde, ist an Dummheit kaum zu überbieten). Aber diese Feststellung überfordert Adjei vermutlich. Bei ihm reicht es allen Anscheins nach nur dazu, sich als Trittbrett-Genderlamentierer zu verdingen und viel Geld für keine Erkenntnis zu verschwenden.

Wie lebt man eigentlich in dem Bewusstsein, Geld von Steuerzahlern zu verschwenden, um sich anzudienen? Wie steht es hier mit der Fairness? Ist es fair, Steuergeld für sinnlose Forschung zu verschwenden, für das normale Bürger zuweilen in Nachtschicht arbeiten müssen oder für das sie Tätigkeiten ausführen müssen, die dazu führen, dass Adjei sie nicht mehr befragen kann, weil sie nämlich bereits und infolge eines anstrengenden Arbeitslebens verstorben sind. Kann man es rechtfertigen, Junk wie den von Adjei auf dem Rücken dieser Menschen zu finanzieren?

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ScienceFiles-Brief: Die Realität schlägt zurück – Mehr Hausarbeit für Männer = weniger Sex

Die Herstellung einer heilen und zufriedenen Genderwelt durch die gleichmäßige Aufteilung von Hausarbeit unter Partnern in einer heterosexuellen Beziehung, ein Eckpunkt der staatsfeministischen Agenda, hat einen herben Schlag erlitten: Je mehr Männer an Hausarbeit partizipieren, die traditionell von Frauen verrichtet wird, desto seltener ist Sex in den entsprechenden Beziehungen.

VillagemachomanDieses Ergebnis, zu dem Sabino Kornrich, Julie Brines und Katrina Leupp auf Basis des U.S. National Survey of Families and Households gelangt sind, macht die Anstrengungen der Staatsfeministen, die traditionelle Rollenteilung in heterosexuellen Paaren zu beseitigen und durch eine “egalitäre” Rollenteilung zu ersetzen, die männliche wie weibliche Partner in gleichem Umfang z.B. waschen, putzen, einkaufen, bügeln sieht, und vor allem den damit verbundenen Anspruch, Paarbeziehungen auf neue Höhen der Zufriedenheit zu heben, zur Makulatur. Vielmehr bewahrheitet sich, was Pepper Schwartz bereits 1995 geschrieben hat:

“egalitarianism in committed heterosexual adult relationships is associated with occasional boredom and a ‘sibling-like’ tonality that undermines sexual desire” (Schwartz, 1995, S.2).

Offensichtlich hat die Häufigkeit des sexuellen Austausches in Beziehungen etwas mit der sexuellen Attraktivität der Partner füreinander zu tun und diese sexuelle Attraktivität ist im Rahmen einer traditionellen Arbeits- und Rollenteilung in deutlich höherem Umfang vorhanden als in einer egalitären Arbeits- und Rollenteilung. Dies zeigen die Ergebnisse von Kornrich, Brinies und Leupp in geradezu dramatischem Ausmaß:

Our findings suggest the importance of gender display for sexual frequency in heterosexual marriage: couples where men participate more in core tasks – work typically done by women – report lower sexual frequency. Similarly, couples where men participate more in non-core, traditionally masculine tasks report higher sexual frequency, suggesting the importance of gender-typed participation” (42).

Das Spielen der Geschlechtsrollen durch die Partner trägt also in einer heterosexuellen Beziehung in einem erheblichen Ausmaß zur gegenseitigen sexuellen Attraktivität bei. Demgemäß ist der Windel wickelnde Papa ebenso unattraktiv wie die nicht putzende Emanze, was wiederum eine Erklärung dafür liefern könnte, warum Befürworter des Staatsfeminismus eine gewisse Deprivation zu verspüren scheinen, aber das ist ein anderes Thema.

Mehr zur Hausarbeit auf SciencFiles:
Hausarbeit macht unglücklich

Und noch ein Link:

Macho Man by Village People

Literatur:

Kornrich, Sabino, Brines, Julie & Leupp, Katrina (2013). Egalitarianism, Housework, and Sexual Frequency in Marriage. American Sociological Review 78(1): 26-50.

Schwartz, Pepper (1995). Love Between Equals: How Peer Marriage Really Works. New York: Free Press.

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