Anschlag auf den Intellekt: Wird an der Universität Duisburg-Essen Unsinn gelehrt?

Nachdem wir gestern von der Ludwig-Maximilians-Universität die Kunde verdauen mussten, dass eine wissenschaftliche Angestellte denkt, Freiheit sei gefährlich und uns kaum von diesem intellektuellen Tiefschlag erholt haben, hat uns heute ein Beitrag aus der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie (KfZSS) getroffen.

Gut, dass René König schon vor Jahren verstorben ist. Wenn er mitbekäme, was aus seiner Kölner Zeitschrift geworden ist, dass sie zum Organ der Junk Science zu degenerieren scheint, es triebe ihn dahin, wo er jetzt ist.

KfzssFührungspositionen im Ehrenamt – ein weiterer Bereich der Benachteiligung von Frauen?, so ist das Corpus Delikti überschrieben, in dem versucht wird, die soziologische Forschung unter Anwendung statistischer Methoden und auch nach „Heckman-Korrektur“ noch statistisch signifikant in die Zeit zu versetzen, als die Erde noch von den grunzenden Lauten erfüllt wurde, die man heute in schriftlicher Form über sich ergehen lassen muss. Aneinanderreihungen von Worten, die vorgeben Sätze zu sein und dennoch nichts anderes als schriftliches Grunzen darstellen.

Marcel Erlinghagen, Belit Saka und Ina Steffentorweihen, alle von der Universität Duisburg-Essen, von der wir langsam eine bedenklich Häufung intellektueller Tiefschläge ausgehen sehen, statistisch signifikant auch nach Heckman-Korrektur, sie sind die Täter, die sich an Soziologie und statistischer Datenanalyse vergangen haben, in Probit-Regressionen, für die sie eigens eine „zentrale abhängige Variable“ konstruiert haben, „die den Wert ‚1‘ annimmt, wenn die Frage [ob der Befragte im Rahmen seines ehrenamtlichen Engagements eine Leitungs- oder Vorstandsposition“ innehat] mit Ja beantwortet wurde (ansonsten 0)“.

Die so konstruierte „zentrale abhängige Variable“ [ob es eine dezentrale abhängige Variable gibt und wenn ja, wie sie aussieht, das wissen wir leider nicht, weil es aus dem Text nicht hervorgeht…] dient dazu, die Frage zu beantworten, „ob es auch im Bereich unbezahlter, ehrenamtlicher Arbeit Hinweise auf eine Benachteiligung von Frauen gibt“.

Haben Sie bemerkt, wie Ihnen hier ein „auch“ untergeschoben wurde, durch die Autoren. Wir haben es bemerkt und hätten eigentlich an dieser Stelle die Lektüre schon beenden können, denn offensichtlich gehören die Autoren zu den Gläubigen, die denken, wenn sie eine Benachteiligung von Frauen in der Gesellschaft behaupten, dann würde ihnen dies die Tür zu öffentlicher Förderung öffnen. Das hat nun mit Wissenschaft nichts zu tun und wir sind ein Wissenschaftsblog.

Aber: Die drei aus Duisburg-Essen haben ihren Text in der KfZSS veröffentlicht und die hatte einmal etwas mit Wissenschaft zu tun. Also lesen wir weiter und klären zunächst einmal ein Missverständnis, auf das Dr. habil. Heike Diefenbach, wir denken, es war 1995, kann aber auch 1990 gewesen sein, erstmals in einem Text darauf hingewiesen hat, dass nämlich die deutsche Sprache zwischen Nachteil und Benachteiligung unterscheidet.

Einen Nachteil kann man haben, z.B. weil man als Kind von Eltern aus der Mittelschicht geboren wurde und deshalb ständig deren Vorstellungen einer erfolgreichen Bildungskarriere gerecht werden muss. Einen Nachteil kann man auch haben, wenn man als kleiner Mensch versucht mit großen Menschen im Basketball zu konkurrieren. Ein Nachteil hat aber nichts mit einer Benachteiligung zu tun, denn eine Benachteiligung wird einem Menschen aktiv von anderen Menschen zugefügt, um ihm eine schlechtere Ausgangsposition zu verschaffen. Wenn Jungen in deutschen Schulen nachweislich eine bessere Leistung erbringen müssen als Mädchen, um dieselbe Bewertung zu erhalten (Diefenbach, 2007), dann ist dies eine Benachteiligung. Wenn sich Autoren, die sinnvolle wissenschaftliche Beiträge an die KfZSS einreichen, in einem Band mit Erlinghagen, Saka und Steffentorweihen wiederfinden, dann ist dies eine besonders ärgerliche Form der Benachteiligung.

Auf eine verständliche Formel gebracht: Nachteile hat man, eine Benachteiligung wird einem zugefügt.

Diese einfache Formel ist für Erlinghagen, Saka und Steffentorweihen offensichtlich noch zu kompliziert, denn sie denken, wenn sie zeigen, dass Frauen seltener „eine Leitungsposition im Ehrenamt“ innehaben, dann zeige dies Benachteiligung. Das tut es nicht. Es zeigt, dass Frauen seltener „eine Leitungsposition im Ehrenamt“ innehaben.

Damit kommen wir zur nächsten intellektuellen Unfähigkeit der Autoren, die offensichtlich nicht in der Lage sind, deskriptive Daten als deskriptive Daten zu erkennen. Dass Ideologie sie an dieser einfachen Erkenntnis hindert, zeigt ihre Interpretation von Tabelle 1. Dort interpretieren sie den geringeren Anteil von Frauen „in Leitungspositionen im Ehrenamt“ als Benachteiligung, während sie den geringeren Anteil von Männern an Befragten, die in ihrer Stichprobe vorhanden sind, nicht als Benachteiligung der Männer im Zugang zur Stichprobe [Man kann es auch als Verzerrung ansehen] interpretieren.

Derartige ideologische Dummheit in einem wissenschaftlichen Artikel, die den Intellekt der Leser verärgern muss, ist höchst unerfreulich und der Grund, warum wir uns entschlossen haben, die KfZSS jetzt endgültig als der Verbreitung und in Verkehrbringung von Junk Science, also dem schlechten Fälschen oder Nachmachen wissenschaftlicher Erzeugnisse für schuldig zu erklären.

Die Stichprobe der drei Dusiburg-Essener umfasst übrigens 19.955 Personen, 57% davon sind weiblich – was die Frage aufwirft, wo diese massiv verzerrte Stichprobe gezogen wurde. Die Antwort: Die Daten stammen aus der dritten Welle des Freiwilligensurvey aus dem Jahre 2009, dessen Daten im Auftrag der Bundesregierung gesammelt wurden (für wen sonst?). Wir haben es hier also mit ideologisch motivierten und vermutlich auch verzerrten Daten zu tun, die von den drei aus Duisburg-Essen auch noch ideologisch interpretiert werden. Und die KfZSS druckt das.

junk_scienceDie Probit-Regressionen, wegen derer die „zentrale abhängige Variable“ konstruiert wurde, sie beinhalten eine Unmenge Variablen und erklären irgendwo um die 9% der Varianz, d.h. 81% der Varianz werden nicht erklärt [Die Autoren haben ein Pseudo R-Quadrat berechnet, was in manchen Kreisen als Garant dafür gilt, dass man seinen Wert nicht als erklärte Varianz interpretieren kann. Diese Ansicht ist falsch. Man kann es. Wer also bislang versucht hat, die Armseligkeit seiner Analysen hinter einem Pseudo R-Quadrat zu verstecken: Es funktioniert nicht.]. Ein schneller Blick über die Tabelle 2 des Textes, zeigt, dass die meisten unabhängigen Variablen keinen Erklärungsbeitrag zur Frage, „Leitungsposition: Ja oder nein?“ leisten.

Kürzen wir den ermüdenden Beitrag, der so zu Fuß ist, dass man bereits vom Lesen Muskelkater in den Füßen bekommt, ab und wenden uns der Diskussion der Ergebnisse zu.

Die Autoren haben gezeigt, dass Frauen in ihrer Stichprobe anteilig seltener in „Leitungspositionen im Ehrenamt“ zu finden sind und dass die Variable Geschlecht mit ihrer „zentralen abhängigen Variablen“ einen statistischen Zusammenhang von -0,091 aufweist. In der Probit Regression zeigt sich demnach, was wir schon wissen: Frauen sind seltener in „Leitungspositionen im Ehrenamt“ zu finden. Das ist beruhigend. Arbeitslose, Rentner, 25 bis 34jährige und 35 bis 44jährige haben wie Frauen eine geringere Wahrscheinlichkeit, eine „Leitungsposition im Ehrenamt“ inne zu haben.

Was man, wenn man in ideologischer Verblendung schwelgt, in der man vollständig vergessen kann (oder es erst gar nicht weiß), dass man, um eine Leitungsposition in einem Verein oder einer Partei oder in einer Kirche einzunehmen (das sind weitgehend die ehrenamtlichen Tätigkeiten, die berücksichtigt sind), sich erstens bereiterklären muss, diese Position mit ihrer Verantwortung zu übernehmen und zweitens in der Regel auch in diese Position gewählt werden muss, was man aus diesem deskriptiven Befunden machen kann, dass zeigen die Autoren unter der Überschrift „Zusammenfassung und Diskussion“.

Ihre Analyse, so behaupten sie steif und fest, habe „eine Benachteiligung von Frauen hinsichtlich der Übernahme ehrenamtlicher Leitungsfunktionen“ gezeigt. Sie behaupten das unter völliger Ignoranz ihrer Daten und Ergebnisse. Wir fragen uns deshalb, ob es an deutschen Hochschulen eine Art Verdummungsvirus gibt, der dazu führt, dass man deskriptive Zusammenhänge ausschließlich normativ wahrnehmen kann. Unseren Verdacht, dass dieser Gehirnzellen zersetzende und neuronale Prozesse störende oder hemmende Virus in einem Zusammenhang zum Genderismus steht, konnten wir bislang nicht prüfen – aber es erscheint uns als plausible Arbeitshypothese.

Und nun zum besten Teil des Beitrags der zeigt, wie man seiner Phantasie freien Lauf lassen kann und die Frage aufwirft, warum die Autoren nicht nur ihre Zusammenfassung und Diskussion veröffentlicht haben, denn was sie hier erzählen hat mit den Daten und ihren Ergebnissen sowieso nichts zu tun.

Prof Facepalm“Denkbar wäre nämlich darüber hinaus, dass Führungspositionen in Ehrenämtern von jenen Personen übernommen werden, die auch im Erwerbsleben solche herausgehobenen Positionen bekleiden (Spill-over-Effekt). Hier scheinen Männer durch ihre Überrepräsentanz in den Führungsetagen in Unternehmen bevorteilt zu sein, weil sie ihre schon geübte und vertraute Rolle aus dem Erwerbsleben in den Bereich des Ehrenamts übertragen können. Nicht zuletzt deutet die nur für Frauen nachweisbare verringerte Wahrscheinlichkeit, beim Einstieg in die ehrenamtliche Tätigkeit sofort eine Führungsaufgabe zu übernehmen, auf mögliche strukturelle und ideologische Barrieren hin. Frauen müssen sich insofern auch im Ehrenamt erst einmal „beweisen“ oder „bewähren“, während Männern eine Führungsaufgabe sofort zugetraut wird.“

Haben die Autoren geprüft, ob männliche Ehrenamtliche in Leitungsposition auch eine Leitungsfunktion in einem Unternehmen oder einer Verwaltung bekleiden? Nein. Haben Sie geprüft, ob es überhaupt – außer ihnen – in Vereinen oder bei Kirchen jemanden gibt, der die Frage, mit wem eine Leitungsposition besetzt werden soll, mit einem Blick zwischen die Beine beantwortet? Nein. Was die Autoren hier verlautbaren, ist vermutlich das Ergebnis ihrer Tagträume. Wissenschaft ist es nicht. Was es in der KfZSS zu suchen hat? Wir wissen es nicht.

Und weiter geht es:

“Jedoch ist als weitere Begründung durchaus denkbar, dass die seltenere Übernahme von ehrenamtlichen Leitungsfunktionen durch Frauen nicht (allein) auf strukturelle Diskriminierung „von außen“ zurückzuführen ist, sondern zu einem mehr oder weniger großen Teil auch durch einen freiwilligen Verzicht von Frauen auf Führungspositionen erklärt werden könnte; hierbei wäre dann auch die Problematik der Vereinbarkeit von Familie und Beruf einerseits und leitendem Ehrenamt andererseits zu berücksichtigen“

Agin Junk scienceSelbstverständlich teilt jeder den Fetisch der Autoren, der offensichtlich in der Bekleidung einer Leitungsfunktion Status und Wichtigkeit erblickt. Nun, manche Menschen sind auf das stolz, was sie geleistet haben und benötigen keine Position, um aus der Position das abzuleiten, was sie selbst nicht leisten konnten. Aber natürlich ist das bei Frauen ausgeschlossen. Wie irre diese Annahme der Autoren ist, zeigt sich daran, dass in ihren probit-Modellen auch nach Heckman-Korrektur keinerlei Zusammenhang zwischen Kinderbesitz und Leitungsposition vorhanden ist, vor allem kein negativer, d.h. es ist für die Frage der Leitungsposition vollkommen unerheblich, ob Kinder vorhanden sind oder nicht.

Aber Daten müssen eben da zurückstehen, wo die Ideologie einbricht.
Wir wissen jetzt nicht, ob Junk Science, wie der Beitrag von Erlinghagen, Saka und Steffentorweihen, das ist, was man aus Dusiburg-Essen generell zu erwarten hat, ob es der Ausdruck dessen ist, was man in Duisburg-Essen lernt oder einfach nur ein Zeichen dafür, dass die KfZSS mittlerweile Illiteraten beschäftigt, um eine Peer-Review durchzuführen, in jedem Fall würden wir, wären wir in der misslichen Lage, Soziologie an der Universität Duisburg-Essen zu studieren zu müssen, ernsthaft über einen Wechsel des Studienortes nachdenken.

Duisburg-Essen tut dem Intellekt nämlich offensichtlich nicht gut.


Aus gegebenem Anlass weisen wir an dieser Stelle darauf hin, dass die Texte von ScienceFiles unser geistiges Eigentum darstellen. Entsprechend erwarten wir bei Übernahme von Textteilen einen Verweis auf ScienceFiles.

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Dummheit erster Ordnung: Gender Pay Gap

Derzeit scheinen Argumentationshilfen Konjunktur zu haben. Nun ja, eigentlich sind die meisten der vermeintlichen Argumentationshilfen, keine Argumentationshilfen, sondern bestenfalls Jammer- oder Beleidigungshilfen. Deshalb und weil wir den Begriff „Gender Pay Gap“ nun wirklich nicht mehr hören können, haben wir uns entschlossen, eine kurze und prägnante Argumentationshilfe für all diejenigen zu schreiben, die es ebenfalls nicht mehr ertragen können, mit dem Unsinn des Gender Pay Gaps belästigt zu werden. Abgesehen davon, wollen wir hier einmal darstellen, wie eine richtige Argumentationshilfe aussieht.

Ausgangspunkt für den Mythos vom Gender Pay Gap ist ein Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen. Vergleicht man den Durchschnitt der Stundenlöhne aller Männer und aller Frauen, dann zeigt sich, dass die Stundenlöhne, die Männer verdienen, irgendwo zwischen 21% und 23% höher sind.

Hier treffen wir die Dummheit erster Ordnung, die darin besteht, dass besonders schlichte Gemüter, diese ungleiche Verteilung nicht nur als Problem, sondern als Beleg für die Diskriminierung von Frauen ansehen.

Wissenschaftlich gesprochen erklären sie damit das, was zu erklären ist, die ungleiche Verteilung zwischen Männern und Frauen, mit dem, was zu zeigen wäre, denn ob eine ungleiche Verteilung überhaupt ein Problem ist, das man beheben oder beklagen muss, geschweigen denn ein Ergebnis von Diskriminierung, ist eine empirische Frage, die man erst untersuchen muss.

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Will man untersuchen, ob eine ungleiche Verteilung eine Diskriminierung darstellt, dann muss man untersuchen, ob man die ungleiche Verteilung nicht mit anderen Variablen erklären kann. Es liegt nahe, Verdienstunterschiede mit Unterschieden in der Anstrengung, der Kompetenz, der Arbeitszeit, der Arbeitserfahrung und vielem anderen zu erklären und tatsächlich kann der Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen vollständig damit erklärt werden, dass Männer öfter in Branchen arbeiten, in denen höhere Stundenlöhne gezahlt werden, öfter Überstunden machen, in der Regel mehr Kompetenz aufweisen, über mehr Arbeitserfahrung verfügen usw. als Frauen. Wir haben dies schon vor nunmehr fünf Jahren in einem der ersten Beiträge für ScienceFiles gezeigt.

Es gibt also kein Diskriminierung von Frauen beim Verdienst. Was diejenigen nicht interessiert, die durch Dummheit zweiter Ordnung ausgezeichnet sind. Sie setzen nicht nur eine Äquivalenz zwischen einer ungleichen Verteilung und Diskriminierung, sie fabulieren zudem, wie sie dies bereits bei der Diskriminierung, die sie nie empirisch belegt haben, sondern lediglich erfunden haben, weil sie unbedingt wollen, dass Frauen diskriminiert werden, getan haben, eine Erklärung für die Diskriminierung, die sich wiederum dadurch auszeichnet, dass man sie empirisch nicht messen kann und dass sie voraussetzt, was sie erst zeigen soll.

Entsprechend wird behauptet, dass Berufe, die überwiegend von Frauen ausgeübt werden, weniger gesellschaftliche Achtung (was für die Dummen zweiter Ordnung in weniger Stundenlohn niederschlägt) entgegen gebracht wird als Berufen, die überwiegend von Männern ausgeübt werden. Es wird behauptet, dass Geschlechtsrollen die Ursache allen Übels seien, weil Frauen in Kinderjahren zur Wahl eines schlechter bezahlten Jobs erzogen würden. Schließlich wird behauptet, dass Arbeitgeber Vorlieben für eine bestimmte Art von Mitarbeitern hätten, die nun einmal nicht Frauen sind. All diese Pseudoerklärungen auf Basis von Dummheit zweiter Ordnung, setzen voraus, was sie erklären sollten: Die Existenz der Lohndiskriminierung von Frauen.

Nun gibt es aber keine – wie oben gezeigt wurde.

Auf Basis dieser Analyse ist es nun möglich, diejenigen, die behaupten, es gäbe ein Gender Pay Gap argumentativ zu zerlegen. Dazu ist es zunächst einmal notwendig festzustellen, ob es sich bei dem Gegenüber um eines mit Dummheit erster oder zweiter Ordnung handelt.

Dummheit erster Ordnung, die darin besteht, eine ungleiche Verteilung als Diskriminierung zu behaupten, begegnet man am besten dadurch, dass man die Belege für die angebliche Diskriminierung einfordert:

Woran erkennt man, dass eine ungleiche Verteilung eine Diskriminierung darstellt?

Was unterscheidet den durchschnittlich höheren Stundenlohn den Männer gegenüber Frauen beziehen, von dem durchschnittlich höheren Stundenlohn, den IT-Spezialisten gegenüber Maurern beziehen?

Wenn nun auf die höhere Kompetenz der IT-Spezialisten hingewiesen wird, kann man genüsslich darauf verweisen, dass es keinen Grund gibt anzunehmen, dies sei bei dem durchschnittlich höheren Stundenlohn von Männern nicht auch die Erklärung. Tatsächlich, so mag man anfügen, zeigen eine Reihe von Analysen, dass die höhere Kompetenz von vollzeiterwerbstätigen Männern sich gegenüber der geringeren Kompetenz von teilzeiterwerbstätigen Frauen in der Höhe des Lohnes niederschlägt.

Dummheit zweiter Ordnung

Wenn das Gegenüber nicht nur eine ungleiche Verteilung als Diskriminierung ausgibt, sondern die entsprechende Diskriminierung auch gleich mit allerlei Phantasiegebilden erklären will, dann hat man es mit Dummheit zweiter Ordnung zu tun. Hier hilft nur, die Befallenen mit Gewalt auf den Boden der Realität zu stellen:

facepalm-GodzillaWenn alle Frauen durch Geschlechtsrollen dazu erzogen werden, Frauenberufe zu wählen, wie erklärt man dann die Frauen, die dennoch IT-Berufe wählen? Wie beseitigt man den Widersprich, dass Geschlechtsrollen, die flächendeckend anerzogen worden sein sollen, nur punktuell wirken? Wenn Frauen, die IT-Berufe ergreifen, als Beispiel für Frauen gewertet werden, die nicht mit traditionellen Rollenbildern erzogen wurden, wie kann man dann die Frauen, die mit traditionellen Rollenbildern erzogen wurden und dennoch einen IT-Beruf gewählt haben, erklären?

Wie misst man, dass die Gesellschaft Berufen, die Frauen ausüben, eine geringere Achtung entgegen bringen? Hier kommt mit Sicherheit die Antwort: Am Stundenlohn, der für Frauen geringer ist. Prima. Darauf reagiert man mit der Feststellung, dass der geringere Stundenlohn bereits der Indikator für das Gender Pay Gap war. Entsprechend kann er nicht auch der Indikator für die geringere gesellschaftliche Achtung sein.

Die Behauptung, dass Arbeitgeber Frauen bei Einstellungsgesprächen diskriminieren und lieber Männer einstellen, ist die einzige Behauptung, die einen direkten Bezug zu Verhalten in der Realität herstellt. Sicher wird man eine solche Behauptung nur aufstellen, wenn man entsprechende Belege vorliegen hat, also genau angeben kann, welche(r) Arbeitgeber welche Frau(en) bei Einstellungsgesprächen diskriminiert hat/haben.

Und weil aus einem Einzelfall kein durchschnittlicher Verdienstunterschied wird, müssen diejenigen, die hier auf der Stufe von Dummheit zweiter Ordnung fabulieren, noch erklären, wie es aus wenigen Einzelfällen zu systematischen Unterschieden zwischen Millionen von Männern und Frauen kommen kann. Sicher soll nicht behauptet werden, dass alle Arbeitgeber Frauen diskriminieren.

Wer das Glück hat, auf ein Gegenüber zu stoßen, das behaupten will, dass Arbeitgeber Frauen generell diskriminieren, also auf ein Gegenüber, das sich auf der Stufe von Dummheit dritter Ordnung befindet, der kann darauf hinweisen, dass es schwierig sein dürfte, eine flächendeckende Diskriminierung unter der Herrschaft von Tarifverträgen durchzuführen, es sei denn, Tarifverträge sind per se Instrumente zur Diskriminierung von Frauen, dadurch z.B. das gleiche Stundenlöhne für eine bestimmte Arbeit festgesetzt werden. Es bietet sich auch der Hinweis darauf an, dass rund 5 Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst tätig sind und notwendig, wenn Diskriminierung flächendeckend ist, von ihrem Arbeitgeber, also dem Staat und seinen Institutionen, diskriminiert werden. Wenn dem aber so ist, wie kann man von einem Staat, der selbst diskriminiert, erwarten, dass er seine eigene Praxis durch entsprechende Gesetze beendet?

Und so weiter.

Leider findet sich nie jemand, der mit uns über Hirngespinste wie das Gender Pay Gap diskutieren will.

Mit uns wollen Genderisten einfach nicht reden. Nicht einmal die Fragen, die wir seit Jahren stellen, um Genderisten die Gelegenheit zu geben, ihre Wissenschaftlichkeit, die wir ihnen aufgrund unseres Wissenschaftsverständnisses absprechen (siehe unser Grundsatzprogramm), uns zum Trotz, unter Beweis zu stellen, können sie beantworten.


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Der nächste Amoklauf kommt bestimmt: Jungenkrise als Ursache?

Walter Hollstein hat sich in einem Kommentar im Tagesspiegel zu Wort gemeldet. Amokäufe, wie der in München [von dem man sich mittlerweile fragen muss, ob ein Amoklauf mit einem Jahr Planung noch als solcher eingeordnet werden kann], so argumentiert er, seien das Ergebnis von jungen Männern „mit Problemen“, die „häufig in therapeutischer Behandlung, sozial schlecht integriert, einsam, mit dem PC als bestem Freund“ seien, Gewaltspiele dürfen nicht fehlen, Gewaltfantasien nimmt Hollstein zusätzlich an und natürlich die schlechte Berufschance aufgrund „mieser Schulkarriere“, sie vervollständigt die Zutatenliste. Woher Hollstein seine intime Kenntnis von Amokläufern hat, ist übrigens sein Geheimnis.

Die so beschriebenen Amokläufer, sie sind für Hollstein die Spitze eines Eisberges, des Eisberges der Jungenkrise. Im Vergleich zu Mädchen: Mehr Jungen als Täter in der Kriminalstatistik, ein höherer Anteil von Jungen an Förderschulen, mehr Jungen als Klienten in Erziehungsberatungsstellen, schlechtere Schulleistungen, mehr Suizidtote, so die Diagnose von Walter Hollstein.

Und die Behandlung: „Wenn wir weitere Katastrophen verhindern wollen, müssen wir uns überlegen, wie wir unseren Jungen neue Ziele, konstruktive Wege und ein anderes Männerbild vermitteln können.“

Schade, kann man da nur sagen.

Schade, dass Walter Hollstein dem Reiz nicht widerstehen kann, den Amoklauf von München zu instrumentalisieren.

Schade, dass er einen individualistischen Fehlschluss begeht und ein Einzelereignis mit gesellschaftlichen Problemen in Verbindung bringt, die damit nichts gemein haben.

Schade, dass er so tut, als wäre die Diagnose, mehr Jungen in der Kriminalstatistik, mehr Jungen auf Förderschulen, schlechtere Schulleistungen, mehr Suizidtote, ein individuelles Problem der jeweiligen Jungen und nicht ein hausgemachtes Systemproblem, der Genderista.

Schade, dass er den Jungen, die er aus der Krise retten will, einen Bärendienst erweist, wenn er nahelegt, dass ihr Männerbild die Ursache von Amokläufen wie dem in München sei.

Und besonders schade, dass er all denen in die Hände spielt, die Amokläufe wie den in München nutzen wollen, um brachiale Kausalisierungen zu verbreiten, die Zusammenhänge zwischen Fahrradschläuchen, öffentlichen Verkehrsmitteln, Gewaltspielen und dem Erscheinen von Hui Buh zwischen dem Schusswechsel mit der Polizei herstellen wollen.

Das haben die Jungen nicht verdient, und Walter Hollstein sollte es besser wissen.

Er sollte wissen, dass die Kriminalstatistik seit Menschen Gedenken mehr Jungen als Täter ausweist als Mädchen. Das hat einerseits kulturelle Gründe, z.B. den, dass Jungen sich vor anderen beweisen müssen und einem Gangleben zugänglicher waren als Mädchen (das operative Wort hier ist: waren, denn der Anteil der Mädchen unter Tatverdächtigen steigt seit Jahren steil an). Und es hat Gründe der Visibilität und der Polizeipraxis, die dazu führen, dass wiederkehrend die selben Jungen als Täter ermittelt werden.

Hollstein sollte darüber hinaus wissen, dass Jungen nicht freiwillig auf Förderschulen gehen, sondern auf Förderschulen abgeschoben werden, meist unter dem Vorwand einer sozial-emotionalen Störung, worunter sich alles verbergen kann, was einem Lehrer so einfällt, um einen missliebigen Jungen loszuwerden.

Er sollte wissen, dass Schulnoten von Lehrern vergeben werden und entsprechend nicht unbedingt die Leistung von Jungen widerspiegeln. Tatsächlich zeigen entsprechende Studien, dass Mädchen selbst bei schlechterer Leistung bessere Noten erhalten als Jungen. Immerhin ist er Herausgeber des Sammelbandes „Soziale Arbeit mit Jungen und Männern, in dem Dr. habil. Heike Diefenbach entsprechende Ergebnisse veröffentlicht hat:

Hier ein Auszug: Soziale Arbeit mit Jungen und Maennern„Berechnet man weiter die Anteile von Jungen und Mädchen, die gemessen an den erreichten Punktzahlen im Mathematiktest [in PISA] über- oder unterbewertet sind [also keine korrespondierenden Noten erhalten], so zeigt sich, dass der Anteil derer, die bei der Benotung unterbewertet wurden, unter den Jungen deutlich größer ist als unter Mädchen (26,9% vs. 19,7%), während der Anteil derer, die der erreichten Punktezahl entsprechend benotet (19,8% vs. 22,5%) oder überbewertet (53,3% vs. 57,8%) wurden, unter Mädchen größer ist als unter Jungen.“ (104)

Diefenbach, Heike (2007). Die schulische Bildung von Jungen und jungen Männern in Deutschland. In: Hollstein, Walter & Matzner, Michael (Hrsg.). Soziale Arbeit mit Jungen und Männern. München: Reinhardt, S.101-115.

Er sollte vieles besser wissen und entsprechend deutlich benennen, dass die Indikatoren, die er für eine Jungenkrise anführt, die Konsequenz eines jungenfeindlichen Klimas sind, das Mädchenförderung zum Heil erhoben hat, an dem die Welt genesen soll.

Nun hat all das, was man als Jungenkrise beschreiben kann, überhaupt nichts mit dem Amoklauf in München zu tun und auch nichts mit dem Selbstmordattentat in Ansbach. Auch das sollte Walter Hollstein wissen, so wie er wissen sollte, dass nicht ein Männerbild, das Hollstein zwar nicht benennen kann, das aber – in was auch immer – geändert werden muss, für Handlungen verantwortlich ist, sondern Handlungsoptionen und entsprechende –gelegenheiten. Niemand handelt sprengt sich in die Luft, weil er sich für Rambo hält, so wie niemand um sich schießt, weil er die Förderschule besucht oder sozial schlecht integriert ist.

Demgegenüber haben Jungen erhebliche Nachteile in der deutschen Gesellschaft, und zwar deshalb, weil ihnen eine Genderista im Weg steht, die Mädchenförderung auf Basis von Jungenbenachteiligung durchsetzt. Das hat mit Amokläufen überhaupt nichts zu tun.

Auch das sollte Walter Hollstein wissen.

Aus welchem Grund begeht er also einen individualistischen Fehlschluss? Und warum ist ihm so daran gelegen, die Genderista aus ihrer Verantwortung dafür, dass vielen Jungen die Biographie zerstört wird, zu entlassen?


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Sind alle Mitarbeiter der Heinrich-Böll-Stiftung dumm? Ein Erklärungsversuch

Alle Heteros sind homophob“, so schreibt Fabian Goldmann auf den Internetseiten der von Steuerzahlern finanzierten Heinrich-Böll-Stiftung und produziert damit eine jener Aussagen, bei denen man, werden sie getroffen, schon weiß, dass man es sich bei dem, der sie trifft, um niemanden handeln kann, der übermäßig intelligent ist. Wäre er es, die Problematik von Allaussagen, sie wäre ihm geläufig.

  • Logik f dummiesAlle Mainzer sind Narren.
  • Alle Staaten haben einen Präsidenten
  • Alle Kartoffelkäfer leben im Acker.
  • Alle Mitarbeiter der Heinrich-Böll-Stiftung sind dumm.

Bereits eine Beobachtung des Gegenteils des Behaupteten, sie reicht, um die Falschheit des Behaupteten darzulegen. Ein nicht-dummer Mitarbeiter der Heinrich-Böll-Stiftung, ein Kartoffelkäfer im Supermarkt, ein König und ein nicht närrischer Mainzer, sie reichen aus, um die entsprechende Allaussage als Unsinn zu entlarven.

Warum macht man sie trotzdem?

Man will ein Gesetz aufstellen: Alle Körper fallen zu Boden, ein Gesetz, das man testen kann, indem man z-B. auf der ISS einen Körper, z.B. eine Zahnpastatube fallen lässt und beobachtet, wie die Tube nicht zu Boden fällt. Das will Fabian Goldmann aber nicht.

Man ist eine autoritäre Persönlichkeit, die keinerlei Ausnahme von ihrer dogmatischen Regel zulässt, und entsprechend ist man entweder nicht an der Realität, sondern an deren Travestie interessiert, oder dumm.

Fabian Goldmann ist … entscheiden Sie selbst:

“Heterosexuelle sind homophob. Nein, nicht nur jene 25 Prozent, die laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage Homosexualität für „unmoralisch“ halten. Auch nicht nur die 40 Prozent, die es „ekelhaft“ finden, wenn sich Schwule und Lesben in der Öffentlichkeit küssen. Nein, alle Heteros sind homophob. Alle! Und das nicht nur, weil sie in einer homophoben Gesellschaft aufwachsen. Heteros sind homophob, weil sie Heteros sind. Oder besser: Weil sie zu Heteros gemacht wurden.“

Fabian Goldmann hat seine eigene Idee des falschen Bewusstseins. Alle Heterosexuellen haben ein falsches Bewusstsein. Ihnen wurde eingeredet, dass Heterosexuellsein prima ist und alles andere un-prima. Dabei ist Heterosexualität, wie Goldmann ganz sicher weiß, „ein kulturelles Konzept, das erst durch die Abwertung gleichgeschlechtlicher Liebe, Sex und Zuneigung entstanden ist“.

Denn merke: Am Anfang war die Gleichgeschlechtlichkeit. Homosexualität ist aller Anfang und Heterosexualität ist der Einfall des Bösen, der Kultur, die so des Weges kommt und den homosexuellen Frieden stört. Diese Kultur, sie kommt als Kirche im 13. Jahrhundert daher oder als Psychiater 600 Jahre später, so weiß Goldmann, und sie stigmatisieren gleichgeschlechtliche Sexualpraktiken und erklären die Heterosexualität zur Normalität, zur normalen Zweiteilung obwohl diese Zweiteilung doch eine „kulturelle und soziale, keine biologische ist“.

scully facepalmDie Zweiteilung, von der Goldmann hier fabuliert, es ist die Zweiteilung in Mann und Frau. Diese Zweiteilung ist nach seiner Ansicht, ein kultureller Machtakt, denn es gibt diese Zweiteilung nicht. Es gibt nur Männer und Männer und … hm, Nicht-Männer und Nicht-Männer, diese anderen eben, die das homosexuelle Paradies der Männer durch ihre Anwesenheit zerstören. Alles machen sie kaputt, diese anderen, diese Nicht-Männer, denn sie ermöglichen es der katholischen Kirche im 13. Jahrhundert eine Zweiteilung, Heterosexualität genannt, einzuführen. Gäbe es diese anderen nicht, die katholische Kirche wäre nie auf die Idee gekommen, die Zweiteilung der Geschlechter einzuführen und die Gott gegebene und ursprüngliche homosexuelle Eintracht der Männer zu zerstören. Aber dummerweise gibt es diese anderen, diese Nicht-Männer, diese Frauen und das Patriarchat der katholischen Kirche des 13. Jahrhunderts, vom homosexuellen Ideal entfremdete Männer also, sie haben die Existenz der Nicht-Männer genutzt und die Heterosexualität erfunden, kulturell konstruiert.

Ob Goldmanns Text als Sexismus durchgeht? Wir wissen es nicht. Ob er ob seines immanenten Frauenhasses als HateSpeech gewertet wird? Wir wissen es nicht.

Was wir wissen ist, dass Intelligenz zugegebener Maßen ein kulturelles Konstrukt ist, denn Intelligenz gibt es nicht wirklich. Intelligenz ist eine latente Variable, die man in Bezug auf bestimmte Ereignisse und Begebenheiten in der Wirklichkeit zu fassen versucht. Wenn jemand mehrfach hintereinander mit dem Kopf gegen eine Wand läuft, weil er denkt, die Wand gibt nach, dann hat er offensichtlich etwas am Kopf und kann nicht als intelligent bezeichnet werden. Wenn jemand meint, bei jeder unpassenden Gelegenheit könne er eine Verbindung zwischen Computerspielen und Gewalt herstellen, dann kann er nicht intelligent sein, schon weil er seine Zuhörer oder Leser unterschätzt. Und wenn jemand nicht merkt, dass eine kulturelle Konstruktion eine empirische Grundlage benötigt, dass man also für die kulturelle Konstruktion von Heterosexualität die entsprechende Beobachtung von Heterosexualität benötigt, dann kann dieser jemand nicht intelligent sein. Wenn dieser jemand, in unserem Fall Fabian Goldmann, dann noch weiter geht und behauptet, die kulturelle Konstruktion von Heterosexualität basiere auf keiner empirischen Entsprechung, die kulturelle Konstruktion von Homosexualität dagegen auf der einen, reinen Wahrheit des homosexuellen Ursprungs des Menschengeschlechts, dann kann man nicht anders als festzustellen, dass dieser Fabian Goldmann nicht mehr alle Tassen im Schrank hat. Aber das sind natürlich kulturelle Konstruktionen, Tassen, Schränke …

P.S.

Wenn jemand denkt, Unsinn, wie der von Fabian Goldmann, sei für ihn irrelevant, dann können wir dies einerseits verstehen, andererseits aber nicht umhin festzustellen, dass dem nicht so ist, denn Sie, Herr Jemand, Sie finanzieren mit ihren Steuern die Heinrich-Böll-Stiftung, die den entsprechenden Unsinn veröffentlicht.


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Von Ideologen dominiert: An der TU-Dortmund ist Wikipedia-Nutzung verboten

Ist heute der Tag der Erinnerung?

Manche Dinge brauchen eben ihre Zeit…

Es ist schon ein paar Jahre her, da haben wir gemeinsam mit Arne Hoffmann einen Offenen Brief geschrieben, in dem wir auf die ideologische Unterwanderung der Wikipedia hinweisen.

Der Brief, er ist heute so aktuell wie damals.

wikipedia-de-sEin paar Jahre später, hält die Erkenntnis, dass es sich bei der deutschen Wikipedia um ein ideologisches Machwerk handelt, das u.a. von linken Genderista unterlaufen ist, die es für ihre Zwecke missbrauchen, auch in der deutschen Wissenschaft Einzug.

An der deutschen Wissenschaft kann man Theorien der Adaption von Innovationen, z.B. die Diffusionstheorie von Everett Rogers deutlich machen. Letztere unterscheidet Phasen der Adaption. Um eine Innovation, ein neues Produkt, eine neue Erkenntnis übernehmen zu können, muss man (1) von seiner Existenz wissen, (2) von der positiven Wirkung der Innovation überzeugt sind (oder von der Richtigkeit der neuen Erkenntnis), (3) eine Entscheidung treffen, die Innovation zu nutzen bzw. sich die neue Erkenntnis zu eigen zu machen, (4) die Entscheidung umsetzen und (5) sich mit der Umsetzung von der Nützlichkeit der Innovation bzw. der neuen Erkenntnis überzeugen.

Menschen sind bekanntlich unterschiedlich.

wikipedia-en-s

Manche sind mutig, andere feige. Manche sind offen, andere eher an tradierten Rollen orientiert. Manche suchen Wissen, manche fürchten es eher usw. Da Wissenschaftler auch Menschen sind, gilt dies auch für Wissenschaftler, so dass sich die mutigen, offenen und an Erkenntnis Interessierten unter Ihnen, zu First Movern qualifizieren, die bestimmte neue Erkenntnisse oder Innovationen aufnehmen, noch bevor andere überhaupt Kenntnis davon oder den Mut gefasst haben, sich das Neue zu eigen zu machen.

  • Walter Krämer ist ein solcher First Mover.
  • Walter Krämer ist Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik an der Fakultät für Statistik der TU-Dortmund.
  • Und Walter Krämer warnt vor der Benutzung der deutschen Wikipedia.
  • Er warnt nicht nur davor, er spricht ein Nutzungsverbot der deutschen Wikipedia für Abschlussarbeiten aus, die bei ihm erstellt werden. Wer in seiner Abschlussarbeit bei Krämer die deutsche Wikipedia zitiert, ist raus.

Warum?

Na weil die deutsche Wikipedia anders als die englische Wikipedia von Ideologen dominiert wird.

Arne Hoffmann und wir haben es schon vor Jahren gesagt.

Nun ist es auch in der Wissenschaft angekommen.

Mal sehen, wie lange es dauert, bis es sich an andere Universitäten herumgesprochen hat.
Gut Ding will eben Weile haben, aber die Zeit hat noch alle ideologischen Projekte beendet.

TU Dortmund Kraemer Wikipedia


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Das Letzte: Anti-Feminismus hat zu BREXIT geführt

Ein „feministischer Zwischenruf“ hat unsere Mailbox gefunden, gleich dreimal. Danke für den Hinweis!

Vielleicht auch kein Dank, denn der feministische Zwischenruf, den eine Heide Oestreich im Gunda-Werner Institut der von Steuerzahlern ausgehaltenen Heinrich-Böll-Stiftung hat erschallen lassen, er ist das bislang Dümmste, was wir zum BREXIT gelesen haben und das will einiges heißen.

Summer in Britain.jpg„Es wird kalt in England, mitten im Sommer“, so schreibt die Heide Oestreich, die im Sommer noch nie in England gewesen zu sein scheint und darüber hinaus nicht weiß, dass England nur ein Teil des Vereinigten Königreichs ist. Es gibt noch Wales, Nordirland und die Schotten. Aber es wird nur kalt in England (Wales heute: 16 Grad, bewölkt, mitten im Sommer, angenehme Temperatur).

Warum wird es nur in England kalt? Na wegen des BREXITs. Der BREXIT wirkt sich auf die Temperaturen in England aus (Ob beim MET-Office schon der BREXIT-Faktor in die Wettervorhersage eingerechnet wird? … würde die Vorhersage vermutlich auch nicht verlässlicher machen).

Wir waren beim „Warum“. Das Warum der Kälte, der BREXIT, und das Warum des BREXIT, das letztlich das Warum für die Kälte ist (denn hier herrscht Transitivität), es findet sich im Anti-Feminismus. im stotternden EU-Motor. Die EU, so schreibt die Heide, die EU war der Motor der Frauenpolitik: Frauenpolitik und Gender Mainstreaming, sie haben nur wegen der EU ihren Weg nach England gefunden.

Die EU, sie hat all die Wohltaten der Frauenpolitik und des Gender Mainstreamings zu verantworten. Aber der EU-Motor des Gender Mainstreamings, er stottert, und deshalb, so meint Oestreich, die auf ihrer eigenen Insel lebt, eine gender gemainstreamte Fraueninsel im roten See, auf die nur wenig Kunde gelangt, außer der Kunde des stotternden EU-Motors., deshalb kam der BREXIT. Und nach dem BREXIT wird es nun kalt in England. Die englischen Frauen, sie werden schon sehen, was sie von der Wahl für den BREXIT, die sie in gleicher Menge getroffen haben, wie die englischen Männer (zu dumm), haben: Kein Gender Mainstreaming und keine Frauenpolitik mehr. Hätte doch der EU-Motor nur nicht gestottert, so Oestreich, es hätte den BREXIT nicht gegeben.

Sie lebt eben auf der gemainstreamten Fraueninsel im roten See, auf der nicht viel Kunde von außen eintrifft. Abgesehen davon, dass Frauenpolitik und Gender Mainstreaming bei der Entscheidung für oder gegen den BREXIT gar keine Rolle gespielt haben. Hätte beides eine Rolle gespielt, die Mehrheit für Leave wäre noch größer geworden. Und angesichts solcher Behauptungen wie der, BREXIT sei letztlich ein Ergebnis eines stotternden EU-Motors, also von Anti-Feminismus muss man sich fragen, wie wirr man sein muss, um auf diesen wirklich abstrusen Zusammenhang zu kommen: Was rauchen die da eigentlich auf dieser Fraueninsel?

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The Snout in the Trough

Oder kann sich Oestereich nicht damit abfinden, dass Frauenpolitik und Gender Mainstreaming durch sind. Niemand interessiert sich mehr für diesen Unsinn (außer vielleicht dafür, wie man seine Folgen reduziert und ihn abschafft). Schon gar nicht in England (von Wales ganz zu schweigen). Und wenn die EU nun mit rund 12 Milliarden Euro jährlich weniger auskommen muss, wird sich auch bei der EU kaum mehr jemand finden, der das knappe Geld in die Finanzierung von Frauencafés in Potsdam investieren will. Knappe Mittel, stotternde Finanzierung, Arbeitslosigkeit droht, denn: Was macht man als jemand, der nur Gender Mainstreaming kann, etwas, mit dem man so gar nichts anfangen kann. Was macht man, wenn die künstliche Nachfrage, die die EU über Jahre geschaffen hat, nicht mehr finanziert wird und entsprechend und ganz schlicht entfällt?

Man lernt etwas Richtiges, aber das machen meist nur Männer. Man macht auf Familie und auf Ganztagsmutter, vielleicht auch auf Halbtagserwerb, aber dazu muss man bereit sein, zu arbeiten, was in vielen Fällen den Einsatz von vollkommen un-gemainstreamten Händen erfordert.

Das ist für Oestereich keine Option, unterstellt sich doch englischen Frauen, dass für diese „ein Halbtagsjob mit Kindern völlig in Ordnung [sei]. Die finanzielle Abhängigkeit von ihrem Gatten … für sie pure Liebe [sei] – alles andere ein Experiment mit ungewissem Ausgang“.

Spätestens nach diesem Satz kann man feststellen, dass Heide Oestereich überhaupt keine Ahnung davon hat, was auf der Insel, die wir hier das Vereinigte Königreich und eben nicht England nennen, für die durchschnittliche Frau normal ist. Nur soviel: Die Mama, für die die Fortpflanzung der Hauptlebenszweck und Legitimation für den Abschied vom Arbeitsmarkt ist, sie ist eine westdeutsche Erscheinung. Außerhalb von Westdeutschland findet man sie nur vereinzelt. Jenseits des Kanals eher spärlich, weil die üppige finanzielle Subventionierung aus den Kassen des Staatsfeminsimus‘, die Fortpflanzung zum Beruf macht, hier nicht vorhanden ist. Und weil dem so ist, trauert kaum jemand im Vereinigten Königreich darüber, dass das EU Gender Mainstreaming ein Ende hat.


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Gesinnungs-Prostitution: Bundesforum gegen Männer soll Stimmung machen

Die Europäische Kommission hat ein Modell entwickelt, das Christopher Snowdon liebevoll auseinander genommen hat: Die EU-Kommission finanziert Organisationen, die keinerlei Mehrwert für die Gesellschaft erfüllen und nahezu vollständig in ihrem finanziellen Überleben von Brüssel abhängig sind. Im Gegenzug machen die entsprechenden Organisationen dann Stimmung für die Europäische Kommission, versuchen vor Ort auf Landesregierungen einzuwirken und eventuelle Widerstände gegen Vorhaben der EU-Kommission im Keim zu ersticken. Im Zusammenhang mit diesen Organisationen kann man von nationalen EU-Booten sprechen.

Bundesforum_Maenner_gross1Das System der EU-Boote hat auch in Deutschland Schule gemacht. Das Bundesministerium für FSFJ finanziert eine Unzahl von Organisationen, deren einziger Daseinszweck im Verfassen sinnloser Studien, im Abhalten sinnloser Netzwerktreffen, im Kampf gegen dies und das oder im Trommeln für die Politik des BMFSFJ besteht. Letztere Funktion macht die entsprechenden Organisationen zu nützlichen U-Booten, die man in die politische Schlacht schicken kann.

Da ist zum Beispiel das Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern, das zum Ladenhüter zu werden droht, weil sich selbst unter den langsamsten der Denker in Parlamenten herumgesprochen hat, dass es gar keine Ungerechtigkeit zwischen Frauen und Männern im Hinblick auf Löhne gibt. Was es gibt sind Lohnunterschiede, die sich über ein Mehr an Erfahrung, Arbeitszeit, Kompetenz, Motivation und Qualifikation bei Männern erklären lassen. Wir haben das hinreichend getan, so dass wir es an dieser Stelle nicht wiederholen müssen.

Weil das Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern ins Stocken geraten ist und droht, an der Rationalität und der Realität zu scheitern, ganz einfach, weil es Dinge behauptet, die es nicht gibt, deshalb hat das BMFSFJ jetzt wohl seine Claqueure in Stellung gebracht und einen Offenen Brief an Bundeskanzlerin Merkel und alle Abgeordneten des Bundestages schreiben lassen, in dem für das Gesetz geworben wird.

Zu den Claqueuren zählen z.B. das Bundesforum gegen Männer, dessen Männerpolitik darin besteht, sich zu entmannen, um den Deutschen Frauenrat kopieren zu können. Und just jener Frauenrat, ohne den das Bundesforum gegen Männer sich nichts zu tun traut, ist auch mit von der Partie.

Professional spongerBeide, weder das Bundesforum gegen Männer noch den Deutschen Frauenrat, gäbe es ohne die Finanzierung aus dem Bundesministerium für FSFJ. So wird der Frauenrat allein im Jahre 2016 mit 634.000 Euro aus Steuermitteln unterhalten. Wir hoch die Unterhaltskosten für das Bundesforum gegen Männer sind, kann man aus deutschen Quellen leider nur ungenau auf mehrere 100.000 Euro rekonstruieren. Da das Bundesforum gegen Männer ein Outsourcing-Unternehmen des BMFSFJ ist (mit einer dreijährigen „Anschubfinanzierung“ in ungenannter Höhe und das bei einer Organisation, die für mehr Transparenz bei Löhnen streiten will), kann man jedoch davon ausgehen, dass es das Bundesforum ohne die Finanzierung aus dem Hause der Erfinder der Entgeltlücke nicht gäbe.

Gäbe es Strukturen wie diese, die von einem Ministerium finanzierte Organisationen für ein vom Ministerium eingebrachtes Gesetz bei Abgeordneten und Bundeskanzler Werbung machen sieht, und zwar unter dem Deckmantel der Eigenständigkeit z.B. in Ägypten, dann nähme man es als Beleg für die Korruption des dortigen Machthabers Abd al-Fattah as-Sisi.

Dieselbe Form von Korruption in Deutschland geht vermutlich als zivilgesellschaftliches Engagement durch und genau das macht das Ausmaß des moralischen Verfalls deutlich, der durch Organisationen wie das Bundesforum gegen Männer oder den Frauenrat in Deutschland mit verschuldet wurde, Organisationen, die keinerlei positiven Zweck erfüllen und keinerlei Mehrwert bereitstellen. Im Gegenteil, sie verbrauchen Steuergelder, leben auf Kosten derjenigen, die ihre hohe Steuerlast mit Altersarmut bezahlen werden und sind willfährige U-Boote im Dienste der sie finanzierenden Herren. Von Lohnsklaven in diesem Zusammenhang zu sprechend, verbietet sich von selbst.

Gesinnungs-Prostitution ist wohl der angebrachtere Begriff.

Wie viele Rentner wohl aus der Altersarmut kämen, wenn man all diejenigen, die völlig unproduktiv auf Kosten von Steuerzahlern leben, einer sinnvollen Arbeit zuführen würde?


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Von der Leyen, Kinder + Bundeswehr = Selbstherrlichkeit + kindgerechte Ignoranz

Sogenannte moderne Gesellschaften widmen sich mit Inbrunst der Erziehung ihres Nachwuchses. Nichts wird dem Zufall überlassen. Alles ist genau vorherbestimmt. Die Erziehung zur Selbständigkeit, sie ist minutiös und kindgerecht geplant, von der ersten Minute in der Kindertagesstätte bis zur letzten Minute vor dem Schulabgang. Denn: Kinder müssen mit dem Rüstzeug versehen werden, das es ihnen nach Ansicht der sie versehenden Bildungsplaner ermöglich, sich in der Gesellschaft kompetent und so zu bewegen, wie es die entsprechenden Bildungsplaner für richtig halten bzw. gerne hätten: Man könnte diese Form der Erziehung als Prokrustesbett der Erziehung zur Selbständigkeit bezeichnen.

Und natürlich stehen die individuellen Erfahrungen der Kinder, steht die „Selbständigkeit des Lernens“, wie sie in der Reformpädagogik betont wird, um Vordergrund aller Bemühungen. Stünde die Selbstständigkeit des Lernen nicht im Vordergrund, man müsste die Schüler nicht anleiten, ihnen nicht vorgeben, woran sie ihre Selbständigkeit erproben sollen – oder?

Bundeswehr G36

Hallo Kinder: Keine Waffe: Sehhilfe!

Bei so viel Erziehung zur Selbständigkeit [Es gibt immer noch welche, die bei dieser Wortfolge nicht in lautes Lachen ausbrechen – testen Sie es an sich, ob sie den haarsträubenden Widerspruch bemerken!] bei so viel Bereitstellung von Erfahrungsräumen, in denen sich die Schüler dann anhand von Leitfragen oder bestimmten Aufgaben selbst zum Erkunden aufmachen dürfen, ist gewährleistet, dass kein Schüler eine Schule verlässt, der unvorbereitet auf die Realität trifft, der nicht den Kanon, der gesellschaftlich vorgesehenen Verhaltensweisen aus dem ff beherrscht, weil er ihn selbständig unter Anleitung entdeckt, erkundet und internalisiert hat.

Und doch gibt es gelegentliche Einsprengsel der ungefilterten Realität, Einsprengsel, die das gesamte pädagogische Konzept der geleiteten, pädagogisch wertvollen Ignoranz zum Einsturz bringen. Einsprengsel wie vor kurzem, in Stetten, beim Tag der Bundeswehr, in der Kaserne, in Stetten, als nach Angaben der ARD „Friedensaktivisten“ Bilder von Kindern gemacht haben, die die Kinder „beim Umgang mit Waffen der Typen G36 und P8 sowie bei einer Einweisung an einer Maschinenpistole des Typs MP7“ zeigen.

Waffen! Unglaublich. Waffen in einer Kaserne! Noch unglaublicher. Kinder, die am Tag der Bundeswehr mit ihren Erziehungsberechtigten in Kasernen gelassen werden und dort auf Waffen treffen, in einer Kaserne, in der ansonsten nur Rührei gebraten und Kuchen gebacken wird, auf Waffen, denen Erziehungsberechtigte und Kinder gleichermassen falsch gegenüberstehen [Man kann Erziehungsberechtigte eben keine Sekunde aus den Augen lassen. Die nehmen sich einfach das Recht, ihr Kind Waffen vom „Typ G36 und P8“ anfassen zu lassen.]. Doppelt unfassbar und so gar nicht kindgerecht. Derartige Einbrüche der Realität, die sich gerade dadurch auszeichnet, dass Kasernen die Orte sind, in denen man Soldaten mit Waffen findet, sind im pädagogisch modernen Deutschland nicht vorgesehen. Am Ende wird ein Kind, weil es eine Pistole P8 gesehen hat, noch zum Massenmörder, meldet sich, nach Anblick eines G36 bei den Kurden im Irak zum freiwilligen Wehrdienst an?

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Fussballfans, auf dem Weg ins Stadion

Das darf nicht sein. Deshalb hat sich Verteidigungsminister-Laiendarstellerin Ursula von der Leyen, die auf das G36 schon deshalb nicht gut zu sprechen ist, weil sie mit ihren Entscheidungen gerade dafür gesorgt hat, dass deutsche Steuerzahler eine sehr teure G36-Zeche zahlen müssen, abermals zu einer ihrer gefürchteten Entscheidungen genötigt gesehen:

Im O-Ton:

“Um so etwas [Kinder, die „Waffen der Typen G36 und P8“ anfassen] in Zukunft von vornherein auszuschließen, habe ich entschieden, dass auf künftigen Tagen der Bundeswehr keine Handwaffen zum Anfassen mehr präsentiert werden“.

Derartiges selbstherrliches [Gendergerechte Formulierung ist wohl selbstdämliches] Gerede von Polit-Darstellern hat man seit Ludwig dem XIV vermisst. Wie gut, dass es von der Leyen gibt, die weitreichende Entscheidungen trifft, deren Heuchelgehalt auf einer Skala von 1 bis 100 irgendwo zwischen 98 und 99 anzusiedeln ist. Was passiert, wenn beim nächsten Tag der Bundeswehr „Friedensaktivisten“ ein Kind beim Besteigen eines Fennek oder in der Nähe eines Tigers fotografieren? Es ist nicht auszudenken. Bis zu diesem neuerlichen Einbruch der Realität in die kindgerechte Welt der geleiteten, pädagogisch wertvollen Ignoranz, können wir beruhigt durchatmen und uns an dem Irrglauben erfreuen, dass sich bei Kindern wieder der Eindruck durchsetzt, in Kasernen der Bundeswehr gebe es keine Waffen, dafür viele junge Menschen, die lustig und vergnügt durch die Gegend hoppeln und sich mit verschiedenen gesellschaftlichen nützlichen Aktivitäten, wie dem Füllen von Sandsäcken beschäftigen. Waffen und Krieg als furchtbare, ja höchst schreckliche Begebenheiten der von weißen Männern verrohten Welt, dürfen den Panzer der kingerechten Ignoranz nicht vor dem 18. Lebensjahr durchbrechen. Nein, halt! Man kann bereits ab 16 bei der Bundeswehr anheuern. Also nicht vor 16.


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Geschlechtergerechtes Bodenwischen: Bundesministerium fördert MINT-Gender-Unsinn

Hinter den Förderkennzeichen 01FP1419 und 01FP1421 versteckt sich wieder einmal die Verschwendung von Steuergeldern durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Wie viel Steuergelder verschwendet wurden, haben wir nicht erfragt, es reicht an dieser Stelle festzustellen, dass die Transparenz in Deutschland nicht einmal soweit reicht, die Ver(sch)wendung von Steuergeldern lückenlos nachzuweisen. Der Umgang mit fremder Menschen Geld ist offensichtlich mit keinerlei zusätzlicher Verpflichtung oder gar Sorgfalt verbunden. Ministeriale gerieren sich, wie es ihnen gefällt, und geben das Geld der Steuerzahler aus, wie es ihnen beliebt. Das wird in Deutschland als Demokratie bezeichnet.

Die Früchte von 01FP1419 und 01FP1421, sie sind nunmehr als Sammelband zu bestaunen, als Sammelband mit dem Titel „Vielfalt geschlechtergerechten Unterrichts – Ideen und konkrete Umsetzungsbeispiele für Sekundarstufen“. Herausgegeben haben das Buch, dessen Titel bereits schlimme Befürchtungen weckt, Marita Kampshoff und Claudia Wiepcke. Ziel das Sammelbandes ist es: „das Interesse von Mädchen und Jungen für einen MINT-Beruf zu wecken“ bzw. die „Förderung einer geschlechtergerechten MINT-Berufsorientierung“.

Die „Förderung einer geschlechtergerechten MINT-Berufsorientierung“ sie soll mit eigens und auf Kosten der Steuerzahlern entwickelten Unterrichtsmaterialien erfolgen (dazu unten mehr) und mit dem „von den Herausgeberinnen entwickelten Dreischritt … von Konstruktion, Rekonstruktion und Dekonstruktion“.

Gender Studies T ShirtEs ist Zeit, sich daran zu erinnern, dass Gender Studies, und das Sammelband-Machwerk ist den Gender Studies zuzuordnen, keine Wissenschaft, sondern Geschwätz sind. Wir warten nun seit mehr als zwei Jahren darauf, dass die angeblichen Gender-WissenschaftlerInnen die einfachsten Fragen nach ihrem Erkenntnisinteresse, ihrer Methode und ihren wissenschaftlichen Standards beantworten. Bislang umsonst, was seinen Grund darin hat, dass Gender Studies im Wesentlichen einen aufgeblasenenWortpopanz darstellen, bei dem hochtrabende Begriffe genutzt werden, um die letzte Trivialität zu verschleiern und Wissenschaftlichkeit zu gaukeln.

Deutlich wird dies am so immens wichtigen Konzept der „Intersektionalität“. Es füllt Bände, hat eine Vielzahl von Bäumen auf dem Gewissen. Legionen von Genderisten können sich seitenweise zu Intersektionalität auslassen und darüber schreiben, dass Menschen mehr als eine Eigenschaft haben, also nicht nur dumm sind, sondern auch hässlich, zum Beispiel. Das ist Intersektionalität!

Der für den Sammelband eigens entwickelte „Dreischritt“ von Konstruktion, Rekonstruktion und Dekonstruktion ist ein weiteres Beispiel für die aufgeblasenen Begriffe und Konzepte, mit denen Genderisten die Ärmlichkeit der eigenen Gedanken zu verschleiern suchen.

Stellen Sie sich vor, Sie nehmen eine Kaffetasse und werfen diese Kaffeetasse mit Schmackes auf den Boden. Die Kaffeetasse zerspringt in tausend Teile. Die Kaffeetasse, die zuvor erstellt wurde und auf diese Weise eine „Materialität“, wie das bei Genderisten heißt, erhalten hat, die zudem mit einem Symbolgehalt durch die Bezeichnung „Kaffeetasse“ und immanenten Diskriminierungsstrukturen, denn Tee wird eindeutig diskriminiert, versehen wurde, mit drei Worten: die konstruiert wurde, sie wurde also mit Schmackes dekonstruiert. Nun nehmen Sie ein Tube Uhu und rekonstruieren aus den vielen Scherben die einstige Kaffeetasse. Dabei kommt natürlich nicht mehr die ursprüngliche Kaffeetasse heraus, sondern etwas ganz anderes. Deshalb müssen Sie überlegen, was man nun mit der Kaffeetasse, die zwar rekonstruiert ist, so gut es möglich war, aber immer noch an der Dekonstruktion leidet, die sie mit Schmackes vorgenommen haben, machen kann. Vielleicht finden Sie jemanden, der dumm genug ist, die rekonstruierte Kaffeetasse, die von Uhu zusammengehalten wird, zu kaufen, als Kunstgegenstand zum Beispiel. In Ministerien soll man unter den dort sitzenden Politikern entsprechend Freigiebige finden, die sich selbst sprachlichen Popanz als Wissenschaft unterschieden lassen und ihn finanzieren: 01FP1419 und 01FP1421, Sie wissen schon.

Die De-, Re- und Konstruktion, sie dient der „Förderung einer geschlechtergerechten MINT-Berufsorientierung“, und zwar in der Schule. Wie das geht, beschreiben Anina Mischau, Kati Bohnet und Sascha Martinovic für Schüler der Jahrgangsstufen 7/8 anhand des Bodenwischens. 3 Unterrichtsstunden, insgesamt 135 Minuten sollen dafür geopfert werden, Geschlechterrollen und geschlechterbezogene Arbeitsteilung zu erlernen. Mit den Unterrichtsmaterialien soll bei den Schülern ein Verständnis dafür initiiert werden, dass „historisch gewachsene und noch heute wirksame Ursachen ungleicher Geschlechterverhältnisse in der Mathematik u.a. auch mit geschlechtsstereotypen Zuschreibungen von Tätigkeitsberufen und Fähigkeiten in Verbindung gebracht werden können“ (37).

Um diese Zuschreibungen aufzudecken, wird die Placemat-Methode benutzt. Die komplexe Methode hat eine der Autorinnen in einer eigens von ihr erstellten Grafik dargestellt, die wir hier wiedergeben.

Placemat

Wir hoffen, unsere Leser sind nicht von der Neuheit, der Placemat-Darstellung und deren Komplexität erschlagen und schon so dekonstruiert, dass sie unserer Rekonstruktion dessen, was Schüler heute in der 7/8 Jahrgangsstufe an Unsinn zugemutet wird, nicht mehr verfolgen können. Die Placemat-Methode besteht übrigens darin, vier Schüler vor die in der Abbildung konstruierte „Placemat“ zu setzen und sie ihre Gedanken dazu, wie man die folgende Aufgabe lösen kann, mit der die Stereotype in der Mathematik aufgedeckt werden sollen, aufschreiben zu lassen.

Die Aufgabe lautet:

BodenwischenWelche Fläche wischt ein Mann in seinem Leben? (Kati Bohnet hat eine bildliche Darstellung fabriziert, um diese Frage zu visualisieren). Überlege zunächst still für Dich, wie Du an diese Frage herangehen möchtest. Welche Informationen brauchst Du, um die Frage beantworten zu können. Schreibe Deine Gedanken und Ideen still in das Feld vor Dir“ (die Placemat).

Das also ist die Methode, mit der „dem Fachkräftemangel“ im MINT-Bereich entgegengewirkt werden soll. Es ist die Methode „zur Förderung einer geschlechtergerechten MINT-Berufsorientierung von Mädchen und Jungen“. Und es ist die Methode, die die Steuerzahler sehr viel Geld gekostet hat: 01FP1419 und 01FP1421. Wie viel war bislang nicht zu rekonstruieren. Wir dekonstruieren die Kosten daher als zu hoch und schätzen sie auf eine Summe im sechsstelligen Bereich.

Wie viele Schüler studieren wohl mit einer höheren Wahrscheinlichkeit ein MINT-Fach, wenn ihnen ein derartiger Stuss in der Schule zugemutet wird? Wie viele Schüler werden wohl für eine „geschlechtergerechte Berufsorientierung“ sensibilisiert, wenn sie bemerken, wie krude und, mit Verlaub: dämlich, sie manipuliert werden sollen. Und wie armselig ist das, was Genderisten in ihrem Kopf zu denken im Stande sind: Warum soll die Fläche des gewischten Bodens geschätzt werden? Warum nicht die tägliche Wegstrecke zum Arbeitsplatz, die BEIDE Eltern zurücklegen? Warum nicht der Anteil des Einkommens, den BEIDE Elternteile erwirtschaften? Warum nicht das Verhältnis zwischen Arbeitszeit und Rentenzeit, für beide Elternteile.

Man weiß gar nicht, worüber man mehr betroffen sein soll: Über die Primitivität der Gedanken von Genderisten, über die Dummheit, die sie auf Grundlage ihrer eigenen Primitivität Schülern des Jahrgangs 7/8 unterstellen oder darüber, dass es tatsächlich Beamte gibt, die von Steuerzahlern bezahlt werden, um einen effizienten Einsatz von Steuergeldern zu gewährleisten, die einen solchen Unsinn mit Steuergeldern finanzieren.

Wir können uns das Ganze nur so rekonstruieren, dass die Konstruktion „formale Bildung“ bei manchen zu der unbegründeten Gewissheit geführt hat, dass mit einem formalen Bildungstitel auch Intelligenz und Bildung einhergehen. Entsprechend kann man die Vergabe von Steuermitteln für solche Sammelbände nur als entweder Beleg dafür dekonstruieren, dass die Beamten dem schönen Schein, der von Bildungstiteln ausgeht und der sich in einer Konstruktion aus Titel und Bildung niederschlägt, auf den Leim gehen oder darüber, dass sich sinnloses Geplapper, das sich über viele Seiten erstreckt, bestens als Arbeitsnachweis für Beamte geeignet ist, die – wann immer sie gefragt werden, was sie mit dem Geld der Steuerzahler getan haben – auf Regale voller Bücher sinnlosen Inhalts verweisen können. Dies führt zu der Rekonstruktion der Geschehnisse derart, dass die Konstruktion darüber, wie Steuergelder zu verwenden sind, bei Beamten keinerlei Kriterien von Effizienz, Effektivität, Qualität und Kompetenz umfasst. Vielmehr lässt sich die Verwendung von Steuergeldern insbesondere im „geschlechtersensiblen Bereich“ als Verschwendung de- und rekonstruieren.


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Geballter deutscher Geschlechterirrsin in 2:30 Minuten

Das Wort zum Samstag von Steffen Königer von der AfD-Fraktion im Landtag Brandenburg.

Deutschland 2016 – oder das, was Genderisten gerne daraus machen würden.

Erinnert sich eigentlich noch jemand an die Schildbürger? Die sind, verglichen mit Genderisten, die Standartenträger der Rationalität.

Viel Spaß!