
Eine solche „Studie“ hat die EU gerade präsentiert und auf so mancher Seite hat die entsprechende „Studie“ bereits Widerhall gefunden. Die EU-Kommission vermarktet die vermeintliche Studie wie folgt:
Digital Agenda: Bringing more women into EU digital sector would bring €9 billion annual GDP boost, EU study shows
Und natürlich ist der vermeintliche Nutzen von 9 Milliarden Euro, den die vermeintliche Studie vorhersagt, und zwar für den Fall, dass „more women“ im digitalen Bereich, also im Bereich von Informations- und Kommunikationstechnologien arbeiten, die Grundlage dafür, dass besonders studiengeile die „Studien-Ergebnisse“ zum Anlass nehmen, um eine „Frauenquote“ zu fordern, um die 9 Milliarden Euro auch zu ernten, jährlich versteht sich.
Nun also, hat Iclaves ausgerechnet, dass dann, wenn „more women“ im Sektor der Informations- und Kommunikationstechnologien arbeiten würden, 9 Milliarden Euro mehr umgesetzt werden würden. Und alle haben dieses Ergebnis der „Studie“ so hingenommen, und kaum jemand hat sich gefragt, wie kommt man eigentlich auf ein derartiges Ergebnis?
Nun, in der Executive Summary, die die EU-Kommission wohl zur Grundlage ihrer Pressemeldung und aller nachfolgender Forderungen nach Frauenquote und …, der übliche Unsinn halt, genutzt hat, steht Folgendes:
„Meanwhile economic arguments for increased female participation in the sector abound. If women held digital jobs as frequently as men, the gain for the European GDP each year would be around 9 bn EUR (this translates into 1.3 times Malta’s GDP!)“3.
Einmal davon abgesehen, dass hier eine unbelegte Behauptung als Gemeingut verkauft werden soll, so als gäbe es auch nur ein einziges ökonomisches Argument, das eine Frauenquote stützen würde, einmal davon abgesehen, dass hier die Malteser diskriminiert und als Loser dargestellt werden, die man mit ein paar Frauen mehr im Informations- und Kommunikationstechnologie-Sektor in den Schatten stellen kann, ist das Wichtigste am zitierten Absatz die 3 am Ende des Absatzes. Die 3 verweist auf eine Fussnote, in der man Folgendes findet:
„Data elaborated for this study based on the European Labour Force Survey (2011). For a detailed description of the methodology used please refer to the section “Description of the Problem” of this document.“
Aber was ist von dieser Rechnung zu halten?
Zunächst ist es immer wieder verblüffend, wie fixiert die Frauenförderer auf Männer sind. Wenn rund 20% der männlichen IKT-Studenten im IKT-Sektor arbeiten, dann ist das Gottes Gesetz. Rund 20% ist die göttliche Zahl, die es für Frauen zu erreichen gilt. Zu einem anderen Gedanken sind die Frauenförderer nicht fähig, ihr Gehirn ist auf Geschlechtsteile und auf eine Gleichheit programmiert, so dass man wohl langsam, aber sicher von einer geistigen Fehlfunktion ausgehen muss. Denn: wenn man 8% der männlichen Absolventen eines IKT-Studiums, die nicht im IKT-Sektor arbeiten, dazu bringen könnte, im IKT-Sektor zu arbeiten, die 9 Milliarden wären auch das rechnerische Ergebnis, und man hätte es ganz ohne weibliche IKT-Studenten erreicht, könnte die 8% mehr weiblichen Studenten, die es nach dem Studium vorziehen, nicht zu arbeiten als Männer, also in ihrer Arbeitslosigkeit belassen.
Aber die Rechnung geht nur auf, wenn man davon ausgeht, dass alle IKT-Studenten gleich gut sind, dass man den einen nehmen kann und mit dem anderen ersetzen, dass man ein paar weibliche Studenten dazu tut und die entsprechenden weiblichen IKT-Studenten sich gar nicht auf die durchschnittliche Produktivität im IKT-Sektor auswirken, weder positiv noch negativ. Und die Rechnung geht nur dann auf, wenn man vergisst, dass der Abzug von 115.000 weiblichen oder männlichen IKT-Studenten aus anderen Bereichen der Wirtschaft dort Kosten verursacht, was wiederum die 9 Milliarden Euro deutlich abschmelzen dürfte, auf was auch immer. Tatsächlich haben die 9 Milliarden mehr, die man im IKT-Sektor umsetzen könnte, also gar nichts mit Frauen zu tun. Tatsächlich erweist sich die gesamte hanebüchene Rechnung als absurder Unsinn, von dem man sich als normaler Mensch fragen muss, wie man darauf kommen kann. Und tatsächlich basiert die Berechnung auf der Prämisse, dass weibliche IKT-Studenten in anderen Wirtschaftsbereichen als dem IKT-Sektor nichts zur Produktivität beitragen und deshalb problemlos abgezogen werden können.
Eigentlich kann die EU-Kommission nichts gegen diesen Vorschlag einzuwenden haben. Er enstpricht völlig der Argumentation, wie sie die EU-Kommissare derzeit benutzen, um z.B. eine Frauenquote im IKT-Sektor zu fordern. Zudem hätte der Vorschlag eine Reihe von Wohltaten für die Bürger, die über die finanzielle Einsparung hinausgehen. Man würde in Zukunft nicht nur von unsinnigen „Studien“ verschont bleiben, die Geld kosten und die Intelligenz jeden Normalbürgers beleidigen, man bliebe darüber hinaus von den EU-Kommissaren verschont, deren Intelligenz offensichtlich nicht das Maß eines Normalbürgers erreicht, und die sich nicht scheuen, hanebüchene Forderungen auf die Grundlage unsinniger „Studien“ zu stellen.
