Jahresausblick 2014

jahresrueckblick20132013 neigt sich seinem Ende zu, und die Medien sind voller Jahresrückblicke. Warum Journalisten ihre Leser, Zuhörer und Zuschauer am Ende des Jahres mit den selben Inhalten langweilen müssen, mit denen sie während des Jahres für Langeweile gesorgt haben, ist schwer nachvollziehbar, aber, that’s the way it is.

Wir werden uns diesem Trend zur akkumulierten Langeweile nicht anschließen und stattdessen die schöne Disziplin der Futurologie, der Zukunftsforschung neu beleben und auf der Grundlage vorhandener Theorien aus Ökonomie, Sozialpsychologie und Soziologie prognostizieren, was im Jahr 2014 zu erwarten ist.

Wie jede gute Prognose, so nutzt auch unsere Prognose die Erfahrungen der Vergangenheit und extrapoliert Trends, die wiederum theoretisch angereichert werden, und zwar in den Bereichen:

  • Gesundheit,
  • Soziales,
  • Familie und Beruf,
  • Bildung und Landwirtschaft,
  • Justiz,
  • Außenpolitik,

Gesundheit

AOK DietIm Jahr 2014 werden angesichts steigender Kosten der Gesetzlichen Krankenversicherung die Entlohnung der Ärzte, vor allem aber die Prävention von Krankheiten im Mittelpunkt stehen. Während die Gehälter der Ärzte schon deshalb steigen werden, weil sie ein staatlich garantiertes Monopol auf die Herstellung von Gesundheit haben, werden die Kranken bzw. die potentiell Kranken stärker in den Fokus von Krankenkassen, Gesundheitsberatern, Gesundheitscoaches, Gesundheitsaposteln und Gesundheitsfetischisten treten. Vor allem der Body Mass Index, der Alkoholkonsum, das Evergreen des Rauchens und die Kalorien, die ein Deutscher so zu sich nimmt, werden vorhersehbar die Meldungen beherrschen.

  • Body Mass Index: Die im Aggregat zunehmende Dicke der Deutschen wird zum Anlass genommen werden, um den Deutschen Diäten zu verordnen und ihnen vorzuschreiben, was sie zu essen und was sie nicht zu essen haben. Es wird eine vom Bundesgesundheitsministerium gesponserte Aktion geben, die Deutschen das Essen von z.B. gesunden Orangen aus deutschen Landen nahebringen will und sie davon abhalten will, ungesunde exotische Früchte oder andere fremdländische Dinge, die ein deutscher Magen nicht verträgt und die ihn unnötig blähen, zu essen.
  • Weil Appelle in der Regel nichts fruchten und der Finanzminister die Gelegenheit, ein paar Milliarden mehr in seinem Säckel zur freien Verschwendung zu haben, nicht an sich vorbeiziehen lassen will, wird es eine Kaloriensteuer geben, die ab 275 Kilokalorien einsetzt, damit es sich auch lohnt, und die Nahrungsmittel oberhalb dieses Grenzwertes verteuert.
  • smokers lostRauchen und Raucher werden weiter stigmatisiert. Zigarettenpackungen werden nur noch ohne Aufdruck angeboten, nicht weil es einen Unterschied macht, sondern weil es z.B. die Australier so machen und die WHO gesagt hat, es sei gut. Zigaretten werden sozial geächtet und nur noch unter dem Ladentisch verkauft. Raucher werden zu Randständigen der Gesellschaft.
  • Weil sich die Kampagnen gegen Rauchen langsam abnutzen, wird sich die Gutmenschen-Industrie nach neuen Möglichkeiten der ihr materiell nützlichen Verbreitung ihrer Wohltaten umsehen und den Alkohol entdecken, vor allem die Werbung für und den Preis von Alkohol. Erstere soll verboten, Letzterer erhöht werden.

Soziales

Da sich die Legalisierung von Ehen zwischen Homosexuellen und die Möglichkeit für homosexuelle Paare, Kinder zu adoptieren, wider Erwarten nicht positiv auf die demographische Entwicklung ausgewirkt hat, ist zu erwarten, dass weil es sich zwar in der Vergangenheit als wirkunsglos erwiesen hat, aber eine entsprechende Industrie darum herum gewachsen ist, weitere Anstrengungen unternommen werden, die Geburtenraten durch Kinderprämien und Vergünstigungen zu erhöhen und zudem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf noch besser zu gewährleisten.

  • 2014 werden neue Programme zum Ausbau von Kindertagesstätten aufgelegt werden, quasi als Beschäftigungsmaßnahme für minder qualifiziertes pädagogisches Personal. Versuche, den Ausbau von Kindertagesstätten und die damit einhergehende Einstellungswelle als KITA-ABM zu diskreditieren, werden erfolgreich abgewehrt werden, ebenso wie die Versuche, den Erzieher-Beruf, wie dies in anderen Ländern, z.B. im Vereinigten Königreich die Regel ist, an ein Studium zumindest anzubinden.
  • Besondere Anreize zur Kinderproduktion werden durch ein um 10 Euro erhöhtes Kindergeld, den landesweit freien Eintritt für Familien in öffentliche Einrichtungen und Museen sowie einen “Baby’s Day” sowie einen Ausbau der Beratungsangebote für potentielle Eltern in Schulen und Kindergärten gesetzt (Stichwort Schul- und Kita-Sozialarbeit).

Familie und Beruf

Dass Deutsche sich nicht fortpflanzen, liegt an der schlechten Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Diesen Mythos werden deutsche Politiker auch 2014 nicht aufgeben, und entsprechend werden sie weiter in die Unternehmensfreiheit eingreifen.

  • Unternehmen mit mehr als 10 Mitarbeitern werden gesetzlich zur Einrichtung eines Unternehmenskindergartens verpflichtet. In Familienunternehmen kann die Ehefrau des Eigentümers die Leitung des Kindergartens übernehmen.
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    Gilt nicht für ScienceFiles

  • Ein Arbeitszeitflexibilisierungsgesetz wird Unternehmen dazu zwingen, ihre Arbeitszeiten den Öffnungszeiten öffentlicher Kindergärten und Kindertagesstätten anzupassen. Alles weitere regeln nachgeordnete Verordnungen.
  • Wer seine Familie und seine Freizeit nicht mit seinem Beruf vereinbaren kann, hat nach dem neu geregelten Arbeitsrecht Anspruch auf Freistellung bei vollem Lohnausgleich. Ausgenommen sind öffentliche Institutionen.
  • Hausarbeit ist als Erwerbsarbeit anzuerkennen und wird aus der Rentenkasse mit dem geltenden Mindestlohn der Pflegebranche von 9 Euro pro Stunde vergütet. Reparaturen an Haus bzw. Wohnung, Verschönerungen oder bauliche Verbesserungen gelten nicht als Hausarbeit.

Bildung und Landwirtschaft

Die EU-Kommission hat bereits angekündigt, dass die Subventionierung der Landwirtschaft reduziert werden muss. Entsprechend müssen Landwirte vielleicht mit Einbußen rechnen. Darüber hinaus wird die EU in der Harmonisierung der Bildung voranschreiten und dafür sorgen, dass Bildung nicht mehr Bildung, sondern Kompetenz heißt.

  • Vor allem soziale Kompetenzen werden zunehmend als “Bildung” gewertet. Entsprechend wird die EU die Förderung sozialer Kompetenzen harmonisieren und 1,5 Milliarden Euro dafür bereitstellen, dass eine Gruppe aus von der EU-Kommission bestimmten Wissenschaftlern, die aus den bei der EU akkreditierten Institutionen entnommen werden, sich Gedanken darüber macht, was eigentlich soziale Kompetenzen sind.
  • ErntehelferBis geklärt ist, was soziale Kompetenzen sind, werden ad-hoc-Programme gefördert, die die soziale Kompetenz von Studenten fördern sollen. Erste Programme werden in der Landwirtschaft angesiedelt sein. Um den Landwirten die Einkommenseinbußen schmackhaft zu machen, werden durch den Einsatz von Studenten in der Ernte die Lohnkosten, die normalerweise für Erntehelfer entstehen, beseitigt.
  • Europaweit wird eine Quote von 40 % Genderprofessuren an Universitäten eingeführt. Genderprofessoren und ihre Studenten sind von der Teilnahme an Programmen zur Erntehilfe freigestellt.

Justiz

Die Justiz steht im Zeichen des gesellschaftlichen Wandels, den vor allem Genderisten herbeiphantasieren. Da die SPD an der Großen Koalition beteiligt ist, sind die Bedingungen dafür, Phantasien in Gesetze zu gießen, gut.

  • Eine Reformierung des Strafgesetzbuches wird den Paragraphen 211 (Mord) abschaffen, sofern die Tötung von Ehemännern durch Ehefrauen betroffen ist. Wird ein Ehemann von seiner Ehefrau getötet, so wird generell angenommen, dass die Ehefrau einem Ehemartyrium unterlegen war und entsprechend in Notwehr (§32 StGB) gehandelt hat.
  • Bundesverfassungsgericht_RichterrobenDas Bundesverfassungsgericht wird mit gutem Beispiel vorangehen und die Diskriminierung, die darin besteht, dass ein Sitz am Verfassungsgericht mit zumindest rudimentären Kompetenzen und Laien-Wissen im Bereich der Juristerei verbunden ist, beenden. An die Stelle von Kompetenzen und Wissen treten Quoten für Frauen, Schwule, Migranten, Legastheniker, Veganer, Übergewichtige, entdoktorte Politiker und Studienabbrecher.

Außenpolitik,

Als Konsequent aus den Erfahrungen des Jahres 2013 entfällt die deutsche Außenpolitik im Jahre 2014 ersatzlos. An die Stelle einer deutschen wird eine europäische Außenpolitik treten.

  • Die EZB wird den Leitzins auf -0,5% absenken und Banken dafür belohnen, dass sie sich Geld von der EZB leihen, um es dann gewinnbringend im Interbankenhandel mit den USA und China einzusetzen.
  • Der Euro wird durch die EU-Verordnung 12/14 “Der Euro ist sicher”, gesichert.
  • Die Börsen werden durch flächendeckende Transaktionssteuern, die den Handel an kontinentaleuropäischen Börsen zum Erliegen bringen, beruhigt und unter Kontrolle gebracht.
  • Der neue Basel V Akkord wird das Herstellen und die Beteiligung an Preisblasen unter Strafe stellen (Geldstrafe oder Freiheitsentzug)
  • Die EU wird eine eigene schnelle Eingreiftruppe aufstellen, deren erste Aktion darin besteht, die Straßenschlachten in Hamburg, die sich auch 2014 um das “Kulturzentrum Rote Flora” entwickeln, einzudämmen.
  • Bayerische Pläne der Unabhängigkeit werden vor dem Europäischen Gerichtshof zerschmettert.

Soweit unser Ausblick auf 2014.

Wir wünschen vor diesem Hintergrund allen Lesern von ScienceFiles einen guten Rutsch nach 2014 und trotzdem alles Gute für das Neue Jahr.

2014-Happy-New-Year

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3 Responses to Jahresausblick 2014

  1. Shag says:

    Schöner Artikel. Da kann uns ja nur noch aufwärts gehen. Kleine Anmerkung. Unter dem Punkt Gesundheit ist doch wohl 2014 gemeint und nicht 2013.Oder irre ich da?

  2. BRD-AKUT says:

    “…vor allem die Werbung für und den Preis von Alkohol. Erstere soll verboten, Letzterer erhöht werden.”

    Wäre ja nicht das Schlechteste. Vielleicht würden ja DANN endlich die deutschen Steuerzahler mal zur Besinnung kommen. Wenn man ihnen an die blauen Pillen will…

  3. karstenmende says:

    Zum Thema “Alkohol” ging das Jahr schon gut los. Nachdem ich diesen Artikel hier gelesen habe, bin ich, hellhörig wie ich nun mal bin, beim Sendersuchlaufes meines Arbeitsradios, beim Deutschlandfunk hängengeblieben, als es dort um Alkohol ging. Ich dachte so bei mir: ‘Der erste Volltreffer von “scienencefiles.org”! Na dann, Frohes Neues… 😉 !’ Da haben die RADIOMAINSTREAMER PAR EXELLENCE sich über den Alkoholkonsum in Polen ausgelassen und durch die damit verbundenen (leider tragischen) Konsequenzen auf den Straßenverkehr. Da soll es wohl eine Zunahme gegeben haben. Möglich! Aber anstatt die Ursachen des zunehmenden Alkoholkonsums zu beleuchten, hat man sich dort ausschließlich mit Strafen und Verboten beschäftigt. Ich wünsche der EU (von der derartige Aktionismen mit größter Wahrscheinlichkeit ausgehen) jedenfalls vie Spaß dabei den Polen ihren Wodka abstreitig zu machen. Die sollten sich dazu vielleicht einmal mit Herrn Gorbatschow unterhalten, wie es ihm damit in Rußland ergangen ist.

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