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Marktversagen: Die allwissenden Retter der Erde

In Deutschland tummeln sich immer mehr Allwissende: Aktivisten, die ganz genau wissen, wer böse und wer gut ist, solche, die immer ganz genau wissen, was für andere gut und richtig ist, solche, die ganz genau wissen, welche gesellschaftlichen Prozesse für welche sozialen Schieflagen verantwortlich sind, wie man ihnen begegnet und wie man sie nachhaltig (was sonst) beseitigen kann und natürlich haben diese vom Allwissen gefüllten Aktivisten auch den Stein der Bildung gefunden und wissen ganz genau, womit man Schüler indoktrinieren muss, damit sie ein gutes Leben führen – wobei ihnen der Gedanke, ob das, was sie für ein gutes Leben halten auch von den entsprechenden Schülern als gutes Leben angesehen wird, völlig fremd zu sein scheint.

Ein Grund, warum die allwissenden Aktivisten die Rolle des Retters der Erde und der nächsten Generationen für sich reklamieren, ist das regelmäßig von Ihnen beklagte Marktversagen. Würde man die Welt sich selbst überlassen, andere Menschen nach eigenen Gutdünken entscheiden lassen, es wäre eine Katastrophe, so wissen die allwissenden Aktivisten. Nur durch ihren Eingriff in den Markt, in die Freiheit anderer, nach eigenem Urteil zu handeln, könne Schlimmstes verhindert und die Welt in ein blühendes Paradies verwandelt werden.

Entsprechend ist es einmal mehr an der Zeit, dem Märchen von Marktversagen die Realität des Staatsversagens gegenüber zu stellen (Der folgende Text ist schon vor einigen Jahren auf ScienceFiles erschienen und zwischenzeitlich in zwei Schulbüchern abgedruckt. Es besteht also noch Hoffnung im Kampf um die „hearts and minds“ von Schülern.).

Prinzipiell kann man vier Gründe unterscheiden, die von Regulierern vorgebracht werden, wenn sie einen Markteingriff mit Marktversagen begründen wollen:

Prinzipiell kann man jedem der Gründe, die Markteingriffe wegen Marktversagens begründen sollen, mit einem Verweis auf Staatsversagen, das besonders bei Eingriffen wegen Marktversagen endemisch ist, begegnen:

Die Darstellung zeigt, dass staatliche Interventionen in Märkte dem Versuch gleichen, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben, wobei sicher ist, dass der Beltzebub als Kur vorgesehen ist und weniger sicher ist, ob es überhaupt einen Teufel gegeben hat. Da sich staatliche Interventionen immer an irgendwelchen Interessen ausrichten und diese Interessen notwendiger Weise partikulare Interessen sein müssen, wäre es höchst verwunderlich, wenn durch einen staatlichen Eingriff, der ein Marktversagen heilen will, etwas produziert würde, was dem Gemeinwohl förderlich ist. Wer das glaubt, der glaubt vermutlich auch an den Weihnachtsmann.

 

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