Eher beschränkte Politiker als gierige Banker: Staatliche Eingriffe sind Ursache der Finanzkrise

Die gierigen Banker, sie sind für viele ein wichtiges Feindbild, schon weil man ihnen viele Probleme der Welt aufladen kann: Die Griechenlandkrise, die Euro-Krise, die Niedrigzinspolitik der EZB, die hohen Steuern, die vielen Abgaben, alles scheint seinen Ausgangspunkt im Jahre 2007 und mit der beginnenden Finanzkrise zu haben.

Deutsche BonzenUnd wie einfach die Welt für mache doch ist: Die Zocker, so verkünden sie, das internationale Finanzkapital, die gierigen Banker, sie sind schuld daran, dass mit Steuergeldern Kreditinstitute gerettet und Verluste aufgefangen werden mussten. Der neoliberale Kapitalismus, er habe in der Finanzkrise nach 2007 sein hässliches Haupt erhoben und die Proletarier in den Sumpf von Insolvenz und Armut gezogen.

Was würden Globalisierungsgegner, Linke, Kapitalismusfeinde und alle, die ein Problem mit dem haben, was sie gerne “Neoliberalismus” nennen (als Ausdruck der Tatsache, dass sie überhaupt keine Ahnung haben, wogegen sie eigentlich sind, aber Freiheit und Märkte das sind die Dinge, denen man sich gerade hilflos ausgeliefert fühlt, als guter Untertan des Staates, und deshalb muss beides schlecht, neoliberal sein), wohl tun, wenn es die Finanzkrise nicht gegeben hätte? Sie müssten sie glatt erfinden.

Staaten und diejenigen, die als Politiker gerade das steuern wollen, von dem sie keine Ahnung haben, die Märkte, sie haben die Finanzkrise trefflich für sich ausgenutzt: reguliert, Steuern erhöht, verboten und gestrichen und neue Steuern eingeführt, und die Meute derjenigen, die auch keine Ahnung haben, sie hat begeistert geklatscht.

Und die ganze Zeit haben wir uns gefragt: Wo sind eigentlich die Ökonomen, die nicht nur darauf hinweisen, sondern nachweisen, dass nicht Märkte sondern staatliche Regulierung die Finanzkrise von 2007 und nachfolgenden Jahren verursacht hat?

Wo sich das Gros der entsprechenden Ökonomen versteckt, das wissen wir nicht, aber wir haben einen gefunden, der den Mut hat, den Mund aufzumachen und die wahren Gründe der Finanzkrise von 2007ff darzustellen: Dr. Stefan Hähnel von der Universität Bayreuth.

Hähnel hat nach den Ursachen der Finanzkrise gefahndet und ist bei staatlicher Steuerung wie dem “Community Reinvestment Act” angekommen. Letzterer hatte das Ziel, privaten Wohnungsbau und die Kreditvergabe zum Erwerb von Wohnung oder Haus anzukurbeln, und um dieses Ziel auch zu erreichen, wurde explizit von den US-amerikanischen Ökonomieamateuren in Kauf genommen, dass Kreditvergaben nicht mehr an eine ausreichende Bonitätsprüfung gekoppelt wurden. Entsprechend konnte fast jeder einen Kredit zum Kauf eines Hauses erhalten, egal, wie hoch sein eigenes Einkommen war. Die steigenden Hauspreise sie waren vielen Garantie für ein sinkendes Risiko. Die Bezeichnung “Subprime-Mortgage Krise”, also von Hypotheken, die an Personen vergeben wurden, die so wenig Einkommen hatten, dass eine Rückzahlung von Zins, geschweige den Tilgung unwahrscheinlich war, sie zeugt bis heute von dieser Praktik.

Um das entsprechende, bewusst eingegangene Risiko zu verteilen, zu diversifizieren, wie es so schön heißt, wurde eigens ein sekundärer Markt eingerichtet, an dem die Hypotheken in Bündel, die man Asset-Backed Securities (ABS) oder Residential Mortgage-Backed Securities (RMBS) genannt hat und die über internationale Finanzmärkte in alle Welt verteilt wurden, gehandelt werden konnten. So kommt es, dass die Deutsche Bank bis heute schlechte Kredite in ihrem Stahlschrank hortet und entsprechende Verluste einfährt.

Es waren somit politische Ziele, denen die Rationalität einer verantwortungsvollen Vergabe von Krediten und eines verantwortungsvollen Handels mit Hypotheken geopfert wurde.

Was ist davon in Medien, in deutschen Medien angekommen?

Nichts. Für deutsche Medien sind es bis heute die Banken, die gierigen Banker und somit ein Zerrbild, das direkt aus dem dritten Reich und in seiner entjudaisierten Variante übernommen wurde, die an der Finanzkrise schuld sind. Und das Allheilmittel, das landauf landab von Redakteuren gefordert wurde und wird, die von Ökonomie auch nicht viel mehr verstehen als die Politiker, denen sie nach dem Mund schreiben, es lautet: Mehr staatliche Kontrolle.

Hayek KnechtschaftWarum auch nicht? Machen wir doch den Bock zum Gärtner und hoffen, dass der Salat diese Saison überlebt oder wie Stefan Hähnel sagt: “Es entbehrt … nicht einer gewissen Ironie, wenn staatliche Eingriffe in das Marktgeschehen häufig die Grundlage für spätere Krisen bilden, die Bürger nach der Krise aber pauschal und ohne Kenntnis der zugrunde liegenden Probleme stärkere Eingriffe des Staates fordern”.

Wenn es im 21. Jahrhundert eine Religion gibt, dann ist dies der Glaube an den Staat. Dem Staat wird die Lebensführung überantwortet, er soll für die Sicherung von Rente und Gesundheit verantwortlich sein, soll dafür sorgen, dass Nahrungsmittel nur gesund und nicht schädlich sind, soll regulieren, was Bauern auf ihr Feld sprühen und die gierigen Banker an der Leine halten. Der Mythos vom guten und allwissenden und völlig interesselosen Staat, der schon Friedrich Hayek in seinem Road to Serfdom beschäftigt hat, ihm die stehen Vernunft und Realität hilflos gegenüber.

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