„Monitor-Recherchen“, wenn es einen Begriff bei der ARD gibt, der UNS triggert, dann „Monitor-Recherchen“, ein unvereinbares Paar, denn selbst wenn man bei Monitor recherchieren würde, käme am Ende heraus, was auch ohne vermeintliche Recherche herausgekommen wäre.
Anders sind Beiträge wie dieser nicht zu erklären:
„Für die EU ist in der Migrationsfrage der Kampf gegen Schleuserkriminalität entscheidend. Doch was macht jemanden zum Schleuser? Monitor-Recherchen zeigen, dass offenbar oft Flüchtlinge im Gefängnis landen, weil sie anderen helfen.“
Das Ergebnis von „Monitor-Recherchen“ ist gerade erschienen und kann in einem Satz zusammengefasst werden: Schlepper, die als solche verurteilt und in griechischen Gefängnissen sitzen, sind keine Schlepper, sondern Flüchtlinge, die anderen Flüchtlingen bei der Flucht geholfen haben, denn, so belehren und Straatmann, Pollmeier und Laghai, ein Schlepper, sei laut „einem Übereinkommen der Vereinten Nationen“, „wer ‚vorsätzlich und zur unmittelbaren oder mittelbaren Erlangung eines finanziellen oder sonstigen materiellen Vorteils‘ handelt“.
Und weil ein Schlepper, um einen finanziellen Vorteil zu erlangen, schleppt, deshalb ist Ahmed A., der in einem griechischen Gefängnis darbt, weil ihn „griechische Behörden“ als „mutmaßlichen Schlepper“ verhaftet haben, der ein Boot „teils gesteuert“, teils „sich um den Motor gekümmert“ habe, kein Schlepper, sonderne in Flüchtling, der anderen Flüchtlingen geholfen hat.
Und den Beleg dafür, dass Ahmed A. ein Flüchtling und kein Schlepper ist, den liefert die RECHERCHE von Monitor:
„Nach Recherchen des ARD-Politikmagazins Monitor und einer internationalen Recherchekooperation mit „Lighthouse Reports“ und anderen Medien waren die Ägypter allerdings selbst Flüchtende und hatten offenbar keine finanziellen Vorteile. Die Familie von Ahmed A., einem der angeklagten Ägypter, berichtet Monitor, dass sie 4.500 Euro für die Flucht zahlen mussten. Die Recherchen zeigen, dass andere Überlebende ähnliche Beträge zahlten.“
Die Leute bei Monitor merken wirklich überhaupt nichts mehr.
Machen wir sie daher auf den eklatanten Widerspruch, den sie unabsichtlich und unter Zerstörung ihrer eigenen Sache formulieren, aufmerksam, und zwar mit der Definition für Flüchtling, wie sie der UN High Commissioner for Refugees (UNHCR) auf seiner Seite, jedem, der sie lesen will, präsentiert:
„Refugees are people who have fled war, violence, conflict or persecution and have crossed an international border to find safety in another country.
They often have had to flee with little more than the clothes on their back, leaving behind homes, possessions, jobs and loved ones.
[…]
The 1951 Refugee Convention is a key legal document and defines a refugee as: ’someone who is unable or unwilling to return to their country of origin owing to a well-founded fear of being persecuted for reasons of race, religion, nationality, membership of a particular social group, or political opinion.'“
- Flüchtling ist somit jemand, der vor Krieg, Gewalt, Konflikt oder Verfolgung flieht;
- zu diesem Zweck eine internationale Grenze überwunden hat;
- in der Regel gezwungen ist, mit nicht viel mehr als der Kleidung auf dem Leib zu fliehen, unter Zurücklassung von Haus, Besitz , Job und Familie;
- der aufgrund einer begründeten Angst, weil ihm Verfolgung wegen seiner Rasse, Religion, Nationalität, seiner Mitgliedschaft in einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe oder seiner politischen Meinung droht, nicht in sein Heimatland zurückkehren will oder kann.
Die Helden von der Monitor-Recherche haben die Familie von Ahmad A., die sich allesamt im nach wie vor nicht von Krieg, Gewalt oder Konflikt gebeutelten Ägypten aufhalten, aufgespürt und den Familienmitgliedern die Information, dass die vermeintlichen Flüchtlinge 4.500 Euro bezahlen, um eine Überfahrt nach Griechenland oder Italien zu ergattern, entrissen.
Was die Monitoristen aufgetan haben, ist eine alte Tradition in weiten Teilen Afrikas, die überflüssigen Söhne in der Hoffnung, sie finden Arbeit, Einkommen und überweisen Letzteres in großen Teilen zurück, auf den Weg zu bringen, um sie sich zum einen als Esser und Unruhestifter vom Hals zu schaffen und zum anderen mit der Hoffnung loszuschicken, dass sie doch zu etwas nütze sein könnten. Denn ebenso sicher wie die Existenz dieser Tradition ist, ist auch das Wissen, dass dann, wenn der dritt- oder viertgeborene Sohn jemand gewesen wäre, der ein gutes Einkommen in Ägypten erwirtschaftet, ihn niemand auf den Weg nach Europa geschickt und ihm niemand die Überfahrt finanziert hätte.
Afrikaner nutzen derzeit die Dummheit europäischer Gutmenschen aus, die einen Flüchtling nicht von einem Wirtschaftsmigranten unterscheiden können, nicht einmal, wenn man ihnen das Wort Wirtschaftflüchtling auf ein Papier schreibt und dieses Papier mit einem Nagel an ihrem Brett vor dem Kopf befestigt.
Deshalb sind Monitor-Recherchen so überflüssig.
Selbst wenn die Monitoristen eine Information finden, beharren sie auf ihrer Ideologie.
Schlepper = Schleuser
Übrigens ist der Beitrag der ARD ein klassisches Beispiel für eine reductio ad absurdum.

