Das Neue Jahr wird im Vereinigten Königreich mit großer Wahrscheinlichkeit eine Wahl zum House of Commons bringen, denn der letzte mögliche Wahltermin, Januar 2025, wäre wohl wegen Weihnachten nicht zu halten. Ergo laufen bereits die Vorbereitungen auf Hochtouren, und UK Reform ist die erste Partei, die aus den Startlöchern gekommen ist, mit einer Pressekonferenz, die aus unserer Sicht drei Punkte umfasst, die die Zukunft der Tory-Party besiegeln könnten:
1) Wohl im Mai 2024 wird in Wellingborough eine by-election / Nachwahl zum House of Commons abgehalten, wenn es bis dahin keine General Election gegeben hat. Für UK Reform hat mit Ben Habib ein politisches Schwergewicht und einer seine Kandidatur angekündigt, den fast jedes Kind im Vereinigten Königreich kennt. Die by-election in Wellingborough wird somit zum Lackmustest für die Chancen von UK Reform als Erbe der Tories.
Den Wahlkreis „Wellingborough“ gibt es seit 1918. Er war zunächst fest in der Hand von Labour, ab 1929 dann ein Wahlkreis, der zwischen Labour und den Conservatives ausgetauscht wurde, ehe ihn Peter Bone im Jahre 2005 für die Conservatives gesichert und zuletzt, 2019, mit 62,2% zu einem sicheren Sitz gemacht hat. Wenn es UK Reform gelingt, diesen Wahlkreis für sich zu entscheiden, dann ist das Ende der Tories erreicht.
2) Richard Tice hat den Tories den Fehdehandschuh vor die Füße geworfen.
UK Reform wird in jedem der 650 britischen Wahlkreise antreten. Zuletzt, 2019, hatte Nigel Farage mit Boris Johnson einen Deal dahingehend getroffen, dass Reform auf eigene Kandidaten in Wahlkreisen verzichtet, in denen die Conservatives eine gute Chance haben, den Sitz zu gewinnen. Der Deal beinhaltete natürlich die Zusage, den Brexit durchzuziehen und das UK zu einem eigenständigen, souveränen und für die eigene Sicherheit verantwortlichen Land mit Kontrolle über die eigenen Grenzen zu machen. Eine Zusage, die die Tories in nahezu jedem Punkt gebrochen haben.
Daher: Dieses Mal gibt es keinen Deal.
3) Richard Tice hat in einem Statement über die zukünftige Rolle von Nigel Farage in UK Reform den für uns bislang deutlichsten Hinweis darauf gegeben, dass Nigel Farage in die erste Reihe der britischen Politik zurückkehren wird, zwangsläufig als Kandidat für einen Sitz im House of Commons und als eine Art sekundierender Parteiführer, denn daran, dass Richard Tice UK Reform führt, wird sich sicher nichts ändern.
Was die Frage angeht, ob Nigel Farage in die Politik zurückkehren soll, so ist die Antwort im konservativen Lager, das nach wie vor mehrheitlich die Leserschaft des Telegraph bildet, eindeutig:
Eine vier-Fünftel-Mehrheit will Nigel Farage wieder in führender Rolle in der Politik sehen. Das ist nicht nur ein Hinweis darauf, dass die Stimmung unter konservativen Wählern an „desperation“, an Verzweiflung mit der bisher eigenen Partei grenzt. Es ist vor allem ein Hinweis auf das, was wir bei unseren Analysen der vergangenen by-elections / Nachwahlen zum britischen Unterhaus regelmäßig zeigen konnten: Dass Labour Nachwahlen gewinnt, hat seine Ursache nicht darin, dass Tory-Wähler zu Labour überlaufen. Es hat seine Ursache darin, dass Tory-Wähler zuhause bleiben, nicht zur Wahl gehen, während die Wähler von Labour ihrem Stall die Treue halten. Mit anderen Worten, die verärgerten Wähler der Tories sind in Wartestellung. Das kann man auch als der eigenen Partei eine letzte Chance geben, bezeichnen oder als Vorstufe eines „re-alignments“, das ehemalige Stammwähler einer Partei ihre Loyalität auf eine andere Partei übertragen sieht.
Diese Wähler sind die Zielgruppe, müssen die Zielgruppe von UK Reform sein.
Ob es Reform gelingt, sie anzusprechen, wird sich in Wellingborough zeigen.
Das Jahr wird spannend.
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Die Briten haben mich schon damals mit dem Brexit erstaunt, vielleicht erstaunen sie mich nochmal. Auch die schnellen Premierminister-Wechsel (Truss, May, Johnson) sind ja eigentlich ein Zeichen von demokratischer Kultur.
Ich fürchte allerdings, dass gewisse “Kräfte” sehr fest im Sattel sitzen und an vielen Hebeln nachjustieren können. Ein Prinz Philip hatte trotz hohen Alters und wenig hoch-akademischer Bildung einen guten Blick für Schrott-Science oder er hatte gute Ratgeber, der Nachfolger und seine Consort Q. hingegen… . Siehe Links unten. Der letzte deutsche Kaiser hat bis zu 6 mal am Tag seine Uniform gewechselt, vermutlich, in dem verzweifelten Versuch, das darzustellen, was er nicht war, nicht hatte und nicht konnte und was ihm in den Händen zerrann. Ich glaube, ein gewisser Brite ist da ganz ähnlich, auch wenn er seinen altmodischen Stil als klassische Mode zu verkaufen sucht. Prinz Philip im Pinguin-Gehrock und Zylinder – nehme ich ab. Bei C. nehme ich das nicht ab, irgendwas passt da nicht.
Auch GBNews ist so eine wunderbare Entwicklung, der Sender wächst und liefert doch guten Journalismus ab.
Gleichzeitig sieht man, dass die eher unerwartete Berufung von David Cameron ins Sunak-Kabinett wohl doch auf diesen Kräften beruht, die “Dave” den Weg zurück an die Macht ebnen wollen, entweder “Dave” ist wie “Angie” ein Teflon-Typ oder da schwimmen die Felle davon.
Bei aller Analyse muss man natürlich immer voraussetzen, dass es bei der Wahl mit rechten Dingen zugeht. Ich vermute, dass Tories und Labour eh keine echten Konkurrenten sind sondern sich nach Absprache in schöner Regelmäßigkeit in der Landesführung abwechseln. In diesem Fall stellt sich die Frage, ob sie fähig sind, einen echten Konkurrenten abzuwehren. Die Antwort hängt vermutlich auch damit zusammen, wer in den USA der nächste Präsident wird
…“Tory-Wähler zuhause bleiben, nicht zur Wahl gehen,“
Der Preis für Gleichgültigkeit gegenüber der Politik ist, von üblem Pack regiert zu werden! Das wusste schon alte Plato
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Die Briten haben mich schon damals mit dem Brexit erstaunt, vielleicht erstaunen sie mich nochmal. Auch die schnellen Premierminister-Wechsel (Truss, May, Johnson) sind ja eigentlich ein Zeichen von demokratischer Kultur.
Ich fürchte allerdings, dass gewisse “Kräfte” sehr fest im Sattel sitzen und an vielen Hebeln nachjustieren können. Ein Prinz Philip hatte trotz hohen Alters und wenig hoch-akademischer Bildung einen guten Blick für Schrott-Science oder er hatte gute Ratgeber, der Nachfolger und seine Consort Q. hingegen… . Siehe Links unten. Der letzte deutsche Kaiser hat bis zu 6 mal am Tag seine Uniform gewechselt, vermutlich, in dem verzweifelten Versuch, das darzustellen, was er nicht war, nicht hatte und nicht konnte und was ihm in den Händen zerrann. Ich glaube, ein gewisser Brite ist da ganz ähnlich, auch wenn er seinen altmodischen Stil als klassische Mode zu verkaufen sucht. Prinz Philip im Pinguin-Gehrock und Zylinder – nehme ich ab. Bei C. nehme ich das nicht ab, irgendwas passt da nicht.
Auch GBNews ist so eine wunderbare Entwicklung, der Sender wächst und liefert doch guten Journalismus ab.
Gleichzeitig sieht man, dass die eher unerwartete Berufung von David Cameron ins Sunak-Kabinett wohl doch auf diesen Kräften beruht, die “Dave” den Weg zurück an die Macht ebnen wollen, entweder “Dave” ist wie “Angie” ein Teflon-Typ oder da schwimmen die Felle davon.
Although Prince Phillip withdrew his support for the WWF when they began to campaign against global warming (Booker 2017), Attenborough had no such epiphany and became a high-profile WWF ‘Ambassador’ in 2015.
Quelle: https://polarbearscience.com/2022/01/26/sir-david-attenborough-the-royal-family-and-their-ties-to-the-wwf-and-wef/
und:
https://www.telegraph.co.uk/news/2017/08/05/time-prince-philip-wrote-praise-views-global-warming-marked/
Bei aller Analyse muss man natürlich immer voraussetzen, dass es bei der Wahl mit rechten Dingen zugeht. Ich vermute, dass Tories und Labour eh keine echten Konkurrenten sind sondern sich nach Absprache in schöner Regelmäßigkeit in der Landesführung abwechseln. In diesem Fall stellt sich die Frage, ob sie fähig sind, einen echten Konkurrenten abzuwehren. Die Antwort hängt vermutlich auch damit zusammen, wer in den USA der nächste Präsident wird
…“Tory-Wähler zuhause bleiben, nicht zur Wahl gehen,“
Der Preis für Gleichgültigkeit gegenüber der Politik ist, von üblem Pack regiert zu werden! Das wusste schon alte Plato