Heise.de berichtet ohne ein Wort der Kritik über eine Studie, die angeblich zeigen soll, dass besonders viele ältere Frauen unter Supersharern von Desinformation sind, und schreckt nicht einmal davor zurück, die faschistoiden Schlussfolgerungen der Autoren zu präsentieren:
„Auf Basis der Ergebnisse schlagen die zwei Forscherinnen und ihr Kollege vor, im Kampf gegen „Fake News“ direkt bei den „Supersharern“ anzusetzen. Wären die in ihrer Studie identifizierten vor den US-Präsidentschaftswahlen suspendiert worden, wären auf dem Kurznachrichtendienst zwei Drittel weniger Links zu Desinformationen verbreitet worden.“
Wenig verwunderlich findet sich derselbe Junk im Focus, bei „Forschung und Wissen„, um nur einige der Desinformanten benennen.
Wie wurden die „Superspreader von FakeNews“ eigentlich BESTIMMT?
Das ist eine Frage, für die zunächst eine Antwort auf die Frage: Was ist Fake News erfordert, vor allem, wenn es um vermeintliche Fake News geht, die 2020 im US-Wahlkampf verbreitet worden sein soll.
Gehen wir der Reihe nach vor und lassen zunächst die Junk Studien Ersteller zu ihren verdienten Ehren kommen:
Baribi-Bartov, Sahar, Briony Swire-Thompson, and Nir Grinberg (2024). „Supersharers of fake news on Twitter. Science 38, no. 6699 (2024): 979-982.
Sahar Baribi Bartov,
Briony Swire-Thompson,
Nir Grinberg,
drei Schanden für ihre Zunft.
Wie immer, wenn man sich mit der Qualität einer Studie auseinandersetzt, deren Ergebnisse schon beim Lesen misstrauisch gemacht haben, schon wegen der Superlative „664.391 Twitter/X-Accounts“, „2.107 Superspreader“, von denen niemand weiß, was genau sie zum „Superspreader“ macht, sind die Probleme, die sich mit diesen „Ergebnissen“ verbinden, in den Supplementary Materials, in die unter normalen Umständen kaum jemand schaut, versteckt.
Die Ergebnisse sehen dann so aus:
Vermeintlich sehen sie hier, dass weiße, ältere Frauen, die nicht in Städten wohnen und Wähler der Republikaner sind, die meisten Fake News verbreiten, ein Ergebnis, wie von den US-Demofrauds bestellt. Und wer weiß, vielleicht haben sie es bestellt und finanziert…?
Das sind Ergebnisse dreier Logistischer Regressionen, eines pro Spalte, seltsame Ergebnisse, bei denen man sich fragt, ob die Autoren eigentlich mit logistischen Regressionen umgehen können…, eine Frage, die sich vor allem mit Blick auf die negativen Werte stellt.
Der zweite Grund, der wichtigere Grund dafür, dass diese ganzen Modelle JUNK sind, der Grund, der jede Interpretation aller Ergebnisse der drei angeblichen Wissenschaftler müsig macht, findet sich in der Antwort auf die Frage: Wie wurde eigentlich Fake News, die angeblich im US-Wahlkampf 2020, denn die Daten stammen aus diesem Kontext, verbreitet wurde, bestimmt?
Hier die Antwort, die wir aus den Supplementary Materials gefischt haben:
„We adopt a source-level definition of fake news defining it as news outlets with the trappings of legitimately produced news that lack the „editorial norms and processes for ensuring the accuracy and credibility of information“. Operationally, we relied on the manual labeling of sources conducted by Grinberg et al. and extended our list of sources by using NewsGuard’s more comprehensive and up-to-date ratings. NewsGuard is an organization that employs trained journalists and experienced editors to review and rate news sources regularly. NewsGuard’s list contained over 6,000 news sources in five different countries and their
methodology is described in full.“
Die Autoren sind also PR-Angestellte von Newsguard, einem der Faktenchecker, die sich im US-Wahlkampf unter anderem durch die Unterdrückung der Hunter Biden Laptop-Geschichte, die die New York Post veröffentlicht hat, einen Namen als Propagandist und Feind der Wahrheit gemacht haben. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere auch noch an die von Newsguard verbreitete Behauptung, es gebe den Hunter Biden Laptop nicht und die Geschichte, um den Hunter Biden Laptop sei eine Erfindung des russischen Geheimdienstes. Man muss nicht mehr über Newsguard wissen, um zu wissen, mit welcher Art von „FaktenChecker“ man es hier zu tun hat. Offenkundig einer, der wissentlich falsche Behauptungen als Wahrheit ausgibt, wenn es ideologisch opportun ist oder der als „Faktenchecker“ genau dafür bezahlt wird. Und ausgerechnet auf diesen Bereitsteller von systemkonformem Junk, dessen Mitarbeiter weltweit gegen die angebliche „Fake News“ vom Laborursprung von SARS-CoV-2 vorgegangen sind, die weltweit Informationen über die Nebenwirkungen von COVID-19 Shots als Fake News diskreditiert und unterdrückt haben, verlassen sich die Autoren. Das ist nicht mehr naiv oder fahrlässig, dass kann nur noch mit Absicht und bösem Willen, verpackt als politischer Aktivismus, vielleicht auch als Ergebnis ideologischer Verblödung erklärt werden.
Kämen Sahar Baribi Bartov, Briony Swire-Thompson, Nir Grinberg auch nur ansatzweise in die Nähe von Wissenschaft, sie würden ihre Ergebnisse nicht auf den Junk bauen, den Newsguard veröffentlicht, sich nicht zum Außendienstmitarbeiter dieser Verbrecher an der Wahrheit machen. Aber genau das tun sie. Und es ist noch schlimmer:
„We adopt a source-level definition of fake news defining it as news outlets with the trappings of legitimately produced news that lack the „editorial norms and processes for ensuring the accuracy and credibility of information“.“
Wer hätte gedacht, dass man im Jahre 2024 mit vermeintlich wissenschaftlichen Texten konfrontiert wird, deren Autoren auf Basis einer, man kann sie problematisch nennen, man kann auch offensiver formulieren und von einer eindeutig ideologisch zuordenbaren Grundlage der angeblichen Forschung sprechen, Fake Wissenschaft produzieren und diese Fake Wissenschaft zum Anlass nehmen, um Menschen ihre legitimen Freiheitsrechte streitig zu machen.
Und, ja, es ist ärgerlich, dass ein solcher Junk unkritisch verbreitet wird, nur deshalb, weil er denen, die ihn verbreiten, gerade ideologisch in den Kram passt und sie deshalb jede Verpflichtung, die sie als Berichtende gegenüber ihren Lesern haben, in den Wind schießen.

