Tabakindustrie schuld an Rassismus: Opfer von Rassismus rauchen [Junk Science]

Wer es schon immer geahnt hat, jetzt ist es amtlich: Marlboro, Pferd und cooler Reiter, Django, Staubmantel und Zigarre, die weiße-Mann-Werbung und Darstellung, sie produziert Rassismus, denn nur weiße Männer (mit und ohne Pferd) können Rassismus produzieren und rassistisch sein, und sie sind nur deshalb rassistisch, weil die Opfer von Rassismus anfangen zu rauchen, was wiederum die Kassen von Philip Morris füllt.

Wir verdanken diese Erkenntnis einem ganzen Rudel von Autoren um Urusla M. Read, die im wesentlichen am Kings College in London „kongregieren“. Dort treffen sie sich, um Daten zu analysieren und die Welt zu verbessern, wie es nur Pseudo-Wissenschaftler ohne Zweifel, aber mit einer linken Weltanschauung tun können. Wegen dieser Weltanschauung wissen sie, dass Ungleichheit, Sparpolitik, Terrorismus, zunehmende Migration, der Brexit, Donald Trump, nein, Trump haben die Autoren vergessen, zu Gesundheitsproblemen führen, die wiederum Rassismus im Schlepptau haben, vielleicht auch umgekehrt, so genau wissen die Autoren das auf Seite 3 ihres Werkes noch nicht.

Derart ideologische Überzeugungen sind für Linke in der Regel genug, um sich ans Werk zu machen, ans Datenwerk. Wozu soll man sich mit Fragen von Theorie und Hypothesenbildung beschäftigen, wozu sich wissenschaftstheoretische Probleme schaffen, etwa durch die Erkenntnis, dass man in der Regel jeden Humbug bestätigen kann? Die Methode der Wissenschaft sieht daher vor, Hypothesen zu bilden und sie der Möglichkeit des Scheiterns auszusetzen.

Bah, Humbug!

Am Kings College in London teilt man keine dieser, der eigenen Überzeugung hinderlichen Prämissen. Dort wissen acht angebliche Wissenschaftler ganz genau, wonach sie suchen: Rauchen führt zu Rassismus, oder war es umgekehrt? Ja, natürlich, es war umgekehrt, Rassismus führt zu Rauchen und zwar und vor allem bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 11 bis 13 Jahren bzw. 14 bis 16 Jahren. 6.643 von diesen Jugendlichen, haben die Autoren bis in ihre Schulen verfolgt und dort so lange bearbeitet, bis sie bereit waren, Fragen in einem quantitativen Fragebogen zu beantworten, Fragen wie: Bist Du schon einmal wegen Deiner Rasse, Hautfarbe oder Deinem Geburtsort schikaniert worden. oder hast Du Dich wegen Deiner Rasse, Hautfarbe oder Deinem Geburtsort schon einmal schlecht gefühlt?“

Wenn derartiger Fragenjunk keine zustimmenden Antworten mehr ergibt, dann wissen wir auch nicht weiter. Wie allgemein soll man noch fragen, wie umfassend und wie sehr soll man noch offen lassen, wonach man eigentlich fragt, um hohe Zustimmungsraten zu erhalten. Und dennoch finden die Autoren nur rund 15% – 20% zustimmende Antworten. Zu was auch immer, die Schüler zugestimmt haben.

Aber natürlich wissen Autoren wie Read und die ruhmlosen Sieben, dass mit dieser Frage eindeutig und ohne Zweifel Rassismus gemessen wird, also Viktimisierung durch Rassismus. Und natürlich gibt es keinerlei Zweifel daran, dass die 11 bis 13jährigen oder die 14 bis 16jährigen, die befragt wurden, genau das unter der Frage verstanden haben, was Read et al. fragen wollten: Bist Du Opfer von Rassismus geworden?

Zweifel hindern den Selbstbestätigungsprozess, und darum und um nichts anderes geht es doch: Rassismus führt zu Rauchen, Rassismus macht krankt. Und zwangsläufig: Milliardenschwere Tabakkonzerne stecken eigentlich hinter dem Rassismus… [Das ist unser Beitrag zu dieser Junk Science].

Read et al wissen schon, was bei der Befragung herauskommt. Deshalb haben sie komplett auf jeden Versuch verzichtet, eine theoretische Begründung für ihre Behauptung, dass Rassismus zu Rauchen führt, zu finden und deshalb diskutieren sie auch keinerlei methodische Probleme, die sich mit der quantitativen Befragung von Kindern und Jugendlichen und den dazu benutzten Maßen verbinden. Wozu? Sie wissen, dass das, was sie messen wollen, auch herauskommt. Wozu also methodischen Kinkerlitz diskutieren? Eben!

Also werfen wir die Antworten der Kinder und Jugendlichen darüber, ob sie einmal Opfer von Rassismus oder was auch immer geworden sind, mit einer Unzahl anderer Variablen, die ebenso ohne jeden Bezug auf eine Theorie auskommen, aber in der Regel von irgend jemand anderem auch schon einmal benutzt wurden, in ein Modell, eines, das odds-ratio ausgibt, also vermutlich ein „Logit-Modell“. Für diese Annahme sprechen auch die Wald-Tests, die im Kleingedruckten erwähnt werden und wohl gerechnet wurden.

Selbstverständlich kommt dabei auch etwas heraus: Wenn Kinder und Jugendlichen angegeben haben, dass sie schon einmal geraucht haben, dann sagen dieselben auch häufig, dass sie schon einmal wegen Rasse, Hautfarbe, Sie wissen schon, schikaniert wurden oder sich wegen derselben schlecht gefühlt haben und das ist ja dasselbe, sich schlecht fühlen und schikaniert werden. Es gibt noch eine Unzahl anderer Zusammenhänge, z.B. wenn die Mutter raucht, dann rauchen die Kinder und Jugendlichen auch eher, als wenn die Mutter nicht raucht, oder wenn sie Black African oder Indian oder Pakistani sind oder nicht im Vereinigten Königreich geboren wurden, dann geben sie auch eher an, schon einmal geraucht zu haben und überhaupt, weibliche Kinder oder Jugendliche geben signifikant häufiger an, schon einmal geraucht zu haben (wenn die Kodierung der Autoren richtig ist) und noch so manches mehr. Dieses manche mehr, das vergessen wir. Stellen Sie sich vor, wir hätten es nie erwähnt, denn wir wollen ja nur zeigen, dass diejenigen, die sich wegen ihrer Rasse, Hautfarbe, Sie wissen schon, schon einmal schlecht gefühlt haben, was gleichbedeutend mit „deshalb schikaniert worden sind“, eher angeben schon einmal geraucht zu haben als diejenigen, die das nicht gefühlt haben bzw. schikaniert worden sind. Und das haben wir gezeigt. Ganz theorielos und hypothesenlos …

Kommen wir daher zu dem, was die Autoren aus ihren Ergebnissen machen wollen: Wer Opfer von Rassismus geworden ist, der wird dadurch gestresst und diese Stressreaktion, die führt dazu, dass er zu rauchen anfängt. Das schreiben die Autoren auf Seite 20 ihres beachtlich dummen Werkes. Daraus folgt für sie: Rassismus macht krank. Und wenn wir jetzt noch mit den Autoren annehmen, dass Stressoren im Leben nicht nur durch Rassismus bereitgestellt werden, dann können wir ihnen zustimmen, wenn sie behaupten, dass multiple Formen der Diskriminierung im Verlauf eines Lebens die Gesundheit negativ beeinträchtigen KÖNNEN. Ja, da KÖNNEN wir sicher zustimmen. Kommen somit zur Konklusion, zu dem einzigen, was den Autoren aus ihrem Modell, in das 14 Variablen und 41 Ausprägungen eingegangen sind, von denen sich 23 als statistisch signifikant erwiesen haben, erwähnenswert erscheint:

“These findings highlight the role of racism in sustaining health inequalities and the need to address racism as an important social determinant of health within ‘whole system’ approaches which include families, communities, health and social services, and the wider political and economic context. Failing to consider the impact of discrimination and disadvantage on health behaviours such as smoking, where the social gradient remains significant, means that preventive strategies are likely to widen inequalities in health”

Wenn jemand ein Beispiel für eine Studie sucht, die nicht nur Junk ist, sondern darüber hinaus in einer idealen Weise zeigt, wie Engstirnigkeit, ideologisch-geistige Selbstbeschränkung und völlige methodische Ahnungslosigkeit dazu führen, dass Junk produziert wird, die Studie von Read et al. sei jedem wärmstens empfohlen. Sie ist quasi Premium-Junk.

Das alles wäre schon schlimm genug, aber derart beseelte Gutmenschen, die ihre Daten dazu missbrauchen, ihre eigenen geistigen Beschränkungen auszuleben, lassen es ja in der Regel nicht damit sein Bewenden haben, dass Sie Junk produzieren. Sie wollen diesen Junk regelrecht ausschlachten, sich darin suhlen. Und so sagt „Seeromanie Harding“, der letztgenannte der neun Autoren: „Our findings have public health implications for improving community interventions and finding new ways to support and encourage people not to take up smoking at a young age. An important point here is that racism affects both physical and mental health outcomes”.

Wer noch einen Beleg dafür benötigt hat, dass sich die Autoren im freien geistigen Sinkflug befinden, hier ist er: Natürlich untersucht die Studie keinerlei Zusammenhang mit „physical and mental health outcomes“, der Gesundheitszustand der Befragten wird überhaupt nicht erfragt, muss er auch nicht, denn Harding und seine sieben Mitverschworenen, sie wissen dass es den Zusammenhang gibt. Sie brauchen keine Daten um zu schreiben, dass ihre Überzeugung zutrifft. Sie mühen sich nur deshalb mit Daten ab, weil man das so macht, und weil es besser aussieht, wenn man das, was man genau weiß, mit Daten verbinden kann.

Tyler Vigen weiß genau, dass die Luftfeuchtigkeit in King County Wyoming die Wahrscheinlichkeit, sich durch Sturz von einem hohen Ort (Hochhaus, Berg, Brücke) das Leben zu nehmen, beeinflusst. Fragen Sie uns nicht, wie er auf diesen Zusammenhang gekommen ist. Wie die acht angeblichen Wissenschaftler vom Kings College, weiß Vigen einfach, dass ein Zusammenhang zwischen der Luftfeuchtigkeit und der beschriebenen Art von Selbstmord besteht. Alle Programme, die sich in Zukunft mit der Verhinderung von Selbstmord beschäftigen, müssen entsprechend die Luftfeuchtigkeit in King County, Wyoming, in Rechnung stellen.

Und natürlich ist das alles die Schuld von Kapitalisten, von denen, die ihr Geld mit der Krankheit anderer verdienen. Nein, nicht Ärzte und Pfleger, die TABAKINDUSTRIE. Mensch! Die produzieren ihre Sargnägel doch nur, um Menschen krank zu machen. Und damit sie Menschen krank machen können, deshalb verbreiten sie Rassismus in ihrer Werbung, wohlwissend, dass die Opfer von Rassismus zu rauchen beginnen.

Gut, dass es Forscher wie die vom Kings College gibt. Ohne sie, hätten wir keine derartig tiefschürfenden Erkenntnisse.

Welche deutschen “Qualitätsmedien” sind wohl die ersten, die diesen Junk in allem Ernst aufnehmen?

Read, Ursula M., Karamanos, Alexis, Silva, Maria Joao, Molaodi, Oarabile R., Enayat, Zinat E., Cassidy, Aidan, Cruickshank, J. Kennedy & Harding, Seeromanie (2018). The Influence of Racism on Cigarette Smoking: Longitudinal Study of Young People in a British Multiethnic Cohort.

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Klimawandel als Fake-News: Grönland-Eis schmilzt von unten

Wenn es darum geht, den Untergang der Erde, wie wir sie kennen, zu prognostizieren und auf menschlichen Einfluss, genannt Klimawandel, zurückzuführen, dann steht der Spiegel immer in erster Reihe: Schon 2012 wurde prognostiziert, dass als Folge der Erderwärmung (also dem, was menschengemachter Klimawandel sein soll), Grönland bald zur eisfreien Zone erklärt werden müsse. 2014 war es dann der Nordosten von Grönland, der „wegen der Erderwärmung“ vom Spiegel abgeschmolzen wurde.

Die „Qualitäts“journalisten des Spiegel sind aber beileibe nicht die einzigen, die den Einfluss von Menschen in einer Weise überschätzen, wie es ansonsten nur diejenigen tun, die meinen, Alien hätten nichts Besseres zu tun, als die Erde zu besuchen, um deren zurückgebliebenen Bewohnern technologische Nachhilfe zu erteilen. In der ZEIT werden Grönlands „schwimmende Geister“ besungen und die „dramatische Veränderung“ Grönlands, die natürlich auf den menschengemachten Klimawandel zurückgeführt wird, beklagt. Der Standard aus Österreich, dessen journalistische Standards kaum oder keine kritische/n Beiträge erlauben, wirft Politikern vor, das Erreichen des Pariser Klimaziels zu verhindern und deshalb am „langsamen Verlust des Eises in Grönland“ schuld zu sein. Wohin Grönlands schmelzender Eispanzer strömt, das fragt sich die FAZ und führt den dazu gehörigen Artikel ganz selbstverständlich in der Kategorie „Klimawandel“. Die Liste ließe sich beliebig erweitern. Die Zahl der Journalisten, die an den menschengemachten Klimawandel glauben, sie ist ungefähr so hoch wie die Zahl der Journalisten, die in den 1980er Jahren geglaubt haben, FCKW aus Kühlschränken schaffe ein Loch in der Ozonschicht der Erde. Wenn es darum geht, menschliche Einflüsse auf den Planeten zu überschätzen, stehen Journalisten immer in der ersten Reihe.

Wissenschaftler sind da schon vorsichtiger. Zurecht, wie sich wieder einmal zeigt, denn das Eis in Grönland, es schmilzt gar nicht wegen eines von Menschen verursachten Klimawandels. Das Eis in Grönland, es schmilzt weitgehend von unten, nicht von oben. Die Ursache für das Schmelzen ist Erdwärme, keine menschengemachte Erwärmung des Planeten.

Dieses Ergebnis hatte bereits eine Studie der NASA nahegelegt, in der die Veränderung der Gletscher Grönlands über einen langen Zeitraum untersucht wurden. Auch das Auffinden zweier neuer Seen, die im Norden von Grönland unter rund 460 Metern Eis begraben liegen, hat den Verdacht genährt, dass die Gletscher von unten abschmelzen. Die schnellere Bewegung des Jacobshavn Gletschers im gleichnamigen Tal, der seit 1998 abschmilzt und in jüngster Zeit Fahrt aufgenommen hat, so legten die Ergebnisse der NASA Studie nahe, kann auf Erdwärme zurückgeführt werden, die den Gletscher von unten abschmilzt, das dabei entstehende Wasser wirkt zudem als Gleitmittel, das die Bewegung des Gletschers in seiner Talfahrt beschleunigt.

Eine neue Studie, deren Ergebnis Soren Rysgaard, Jorgen Bendtsen, John Mortensen und Mikael K. Sejr alle entweder beim Arctic Research Center der Aarhus University oder dem Greenland Institute of Natural Resources angestellt, gestern in Scientific Reports veröffentlicht haben, belegt nun, was die Studie der NASA mehr oder minder nahegelegt hat: Der schnelle Verlust von Eismasse auf Grönland hat nichts mit menschengemachter Erderwärmung zu tun, er ist auf die Erdwärme, die die Gletscher von unten abschmilzt zurückzuführen.

10 Jahre lange haben die Forscher die Temperatur und den Salzgehalt im Fjord Young Sound untersucht. In Tiefen zwischen 200 und 340 Metern haben sie die Temperatur des Wassers über die Dauer von 10 Jahren gemessen und dabei festgestellt, dass die Erdwärme, die an einigen „Hotspots“ [Stellen, an denen die Wassertemperatur 60 Grad Celsius erreicht] entweicht, dazu führt, dass der angrenzende Gletscher von unten geschmolzen wird. Das dabei entstehende Wasser wirkt wie ein Gleitmittel und sorgt dafür, dass das Gletschereis sich schneller über Gelände ausbreiten kann und schneller ins Meer gelangt.

Für Rysgaard gibt es keinen Zweifel daran, dass die Erdwärme eine wesentliche Ursache des Verlusts an Eismasse in Grönland ist: „There is no doubt that the heat from the Earth’s interior affects the movement of the ice, and we expect that a similar heat seepage takes place below a major part of the ice cap in the north-eastern corner of Greenland”, sagt Rysgaard.

Der Verlust an Eismasse in Grönland ist demnach nicht auf menschlichen Einfluss zurückzuführen. Die Erde kann das ganz alleine.

Dazu:
Inconvenient Study: Heat loss from the Earth triggers ice sheet slide towards the sea, auf JunkScience.Com.
und:
Greenland Ice Melt Geothermal not Man-made auf Plate Climatology

Rysgaard, Soren, Bendtsen, Jorgen, Mortensen, John & Sejr, Mikael K. (2018). High geothermal heat flux in close proximity to the Northeast Greenland Ice Stream. Scientific Reports.

Wer ist ScienceFiles? Nemesis der Junk Science

In unserem beruflichen Alltag sind wir regelmäßig mit Akademikern oder angehenden Akademikern konfrontiert, die verlernt oder nie gelernt haben, was die Grundlagen wissenschaftlicher Arbeit ausmacht: Recherche, zur Kenntnisnahme des Forschungsstands, methodische Versiertheit im Umgang mit Daten und mit Literatur und – last but not least: Wissen, dass Wissenschaft der Gewinnung von Erkenntnis dient. Wissenschaft ist kein Vehikel, das von Steuerzahlern finanziert wird, damit sich Möchtegern-Forscher bei denen, die sie für die politischen Herren über Drittmittel halten, andienen können. Wissenschaft ist kein Vehikel, das benutzt werden kann, um Legitimität für Ideologen zu beschaffen, Wissenschaft ist kein Mittel, das man benutzen kann, um auf Kosten der Steuerzahler seinen Hobbies zu frönen, und Wissenschaft ist schon gar kein Vehikel, das die Rechtfertigng dafür bereitstellen kann, dass man bürgerliche Freiheiten beschneidet, wie dies die Gender Studies und andere Sozialisten so gerne tun würden, die an Hochschulen installiert wurden.

Der Rubikon zwischen Wissenschaft und Metaphysik, in der gewählten Sprache von Karl Raimund Popper, bzw. Junk Science in unserer zeitgenössischen Anpassung, ist leicht auszumachen. Diejenigen, die ins Lager der Junk Science gehören, wissen nichts von wissenschaftlichen Methoden, nichts von wissenschaftlichen Standards, legen die Stirn in tiefe Falten, wenn man sie mit der Frage nach dem Nutzen dessen, was sie tun, konfrontiert, sind schnell bei der Hand, Kritik als ideologisch, von rechts oder neoliberal zu denunzieren und reagieren äußert empfindlich, wenn man sie darauf hinweist, dass ihre Tätigkeit, deren Nutzen sie in der Regel nicht benennen können, von Steuerzahlern finanziert werden muss, Steuerzahlern, die häufig nicht das Privileg haben, nach 9 Uhr am Arbeitsplatz erscheinen zu können, dort ein paar Stunden in behaglicher Wärme vor einem Computer zuzubringen, sich mit Kollegen zu unterhalten, sich Tee zu kochen, sich mit anderen Kollegen zu unterhalten und schließlich nach Hause zu fahren, um sich von den Strapazen des Tages zu erholen.

Und so hat uns heute eine Nachricht von Dirk Gansefort erreicht. Gansefort ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Prävention und Evaluation, Fachgruppe Sozialepidemiologie des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie und offensichtlich auf uns aufmerksam geworden, weil wir gestern eine Arbeit aus dem BIPS, wie die Herrschaften ihr Institut „liebevoll-infantil“ abkürzen, geschreddert haben, weil es sich um eine ideologisch verquaste Studie handelt, die der Anbiederung dient, keinen erkennbaren wissenschaftlichen Nutzen hat und darüber hinaus einen grundlegenden Fehler beinhaltet, den man nicht einmal von einem Studenten im ersten Semester erwarten würde. Auf Grundlage dieser Kritik, die jeder, der denken kann, einfach auf Basis der gemachten Aussagen nachvollziehen kann, haben wir die Studie als Junk Science eingeordnet [Bislang haben wir das British Medical Journal nicht aufgefordert, den Beitrag zurückzuziehen oder Retraction Watch auf die Fehler im Beitrag aufmerksam gemacht … ].

Heute also hat sich Herr Gansefort bei uns gemeldet, und zwar damit:

“Guten Tag, ich bin heute auf Ihre Website aufmerksam geworden und frage mich, wer denn hier genau schreibt und mit welcher Expertise Sie die Artikel kritisch beurteilen? Es scheint, dass Sie von dem, was Sie hier schreiben wenig Verständnis haben und es eher auf ideologischen Grundsätzen bzw. Ablehnungen beruht als auf wissenschaftlicher Expertise bzw. Evidenz. Haben Sie vielleicht auch selber Forschung betrieben, die Ihre Expertise nachweist? Wenn ja, hätte ich Interesse an dieser Arbeit. Mit freundlichen Grüßen, Dirk Gansefort”

Woran erkennt man, dass Herr Gansefort kein Wissenschaftler ist?

Es wäre leicht möglich, unserer Kritik zu begegnen, in dem man zeigt, wo sie nicht zutrifft. Ein Wissenschaftlter täte das. Gansefort tut es nicht.

Offensichtlich kann er es nicht.

Statt dessen will er suggerieren, dass Kritik an dem BIPS-Pamphlet nur dann möglich sei, wenn sie von ihm namentlich bekannten Autoren durchgeführt wird. Ein Wissenschaftler tut das nicht, denn Wissenschaftler begehen keine Fehlschlüsse ad auctoritatem. Wissenschaftler wissen, dass die Gültigkeit eines Arguments nicht davon abhängt, wer es vorbringt, sondern davon, ob es zutriftt oder nicht, ob es mit der Realität übereinstimmt oder nicht.

Damit wären wir wieder bei der Frage, warum Gansefort unserer Kritik nicht mit Argumenten begegnet, wenn er sie schon für falsch zu halten scheint. Abermals müssen wir feststellen, dass er es wohl nicht kann, man kann Junk eben nicht verteidigen.

Schließlich will er suggerieren, dass unsere Kritik auf ideologischer Grundlage basiere, was wirklich ärmlich ist, denn die Frage, ob in einer Studie, die angeblich wissenschaftlich ist, Variablen, von denen das Ergebnis abhängt, kontrolliert wurden oder nicht, hat nichts mit Ideologie, aber viel mit wissenschaftlichem Können zu tun, das im vorliegenden Fall nicht vorhanden ist. Wenn man Behauptungen über die Fairness der Verteilung von Hausarbeit zwischen weiblichen und männlichen Rentnern aufstellen will, meint, man sei dazu befugt, dann muss man zumindest sicherstellen, dass man nicht Kartoffeln mit Blindschleichen vergleicht, dann muss man wissenschaftliche Mindeststandards einhalten. Das ist bei der von uns kritisierten Studie nicht der Fall, wie jeder hier nachlesen kann.

Warum also schreibt uns Herr Gansefort? Warum begeht er Fehlschlüsse, ist unanständig und suggeriert hier hätten sich dunkle Mächte verschworen, Mächte ohne Expertise mit nur einem Ziel, das BIPS, Gansefort und Adjei zu zerstören?

Entweder Gansefort hat zuviel öffentlich-rechtliche Nachrichten gesehen oder er ist affektiv überlastet ob der Öffentlichkeit, die Junk Science plötzlich dadurch erfährt, dass wir sie bloßstellen. Was auch immer die Ursache sein mag, fest steht, wir haben klare und nachvollziehbare Argumente, Argumente, die man kritisieren könnte, wären sie nicht fundiert, sondern falsch, vorgetragen, um unsere Einordnung der Studie als Junk zu belegen. Gansefort ist uns mit Unterstellungen und Fehlschlüssen begegnet.

Auf welcher Seite die wissenschaftliche Expertise zu finden ist, ist somit offensichtlich, und es ist immer noch so, dass die Gültigkeit von Kritik unabhängig von der Person dessen ist, der die Kritik vorbringt . Dass die nicht vorhandene Expertise auch mit einem Unvermögen der Recherche einhergeht, wird deutlich, wenn man bedenkt, dass wir nicht mehr tun können, als unsere Grundsätze in ein Grundsatzprogramm zu packen und zu veröffentlichen, nicht mehr tun können, als im Internet bekannt zu sein, wie bunte Hunde. Letztlich wüsste Gansefort, wer wir sind, hätter er nur entfernt das in Sicht, was Wissenschaft ist. Offensichtlich hat er noch nie vom Who is Who in der Wissenschaft gehört, so dass wir uns fragen, auf Grundlage welcher Expertise er sich traut, bei uns nachzufragen. 

Wenn das nicht reicht, um auch Herrn Gansefort eine Sternstunde geistiger Klarheit, vielleicht eher eine Sternminute, zu verpassen, dann … nun ja, man kann uns beauftragen: Wir recherchieren, stellen zusammen, bewerten und beurteilen wissenschaftliche Arbeiten, schreiben Gutachten und empfehlen Texte zur Veröffentlichung in wissenschaftlichen Zeitschriften. Und den Text von Nicholas Adjei, den hätten wir mit Sicherheit nicht empfohlen.

Wir empfehlen dem wissenschaftlichen Mitarbeiter des BIPS somit, sich in wissenschaftlichen Quellen kundig zu machen, mit wem er es zu tun hat und sich dann wieder an uns zu wenden, wenn er die Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens, die unter anderem darin bestehen, Fehlschlüsse zu erkennen und vor allem nicht selbst zu begehen, bewältigt hat.

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Alte faule Männer … Die Gesinnungsforschung ist wieder Junk Science geworden

Wie kommt man auf die Idee, die Frage, wer bei Rentnern, also bei Personen über 65 Jahren wie viel Hausarbeit macht zu untersuchen? Welche wissenschaftliche Erkenntnis kann man aus einer solchen Forschung gewinnen?

Keine. Und weil man keine wissenschaftliche Erkenntnis daraus gewinnen kann, deshalb ist es keine wissenschaftliche Forschung, sondern Gesinnungsforschung, mit der sich wissenschaftlicher Nachwuchs, im vorliegenden Fall der Doktorand Nicholas Adjei, dem man beim Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS) einen Doktortitel verschaffen will, hofft andienen zu können. Er versucht, die armen Frauen, die selbst im Alter noch mit der Hausarbeit von ihren Männern alleine gelassen werden, wie er suggerieren will, politisch-korrekt und vor allem verbal zu retten und sich damit einen Karrieredienst zu erweisen. Wenn Andienen, das Verbreiten von Langeweile und vollständige Phantasielosigkeit die Eigenschaften sind, die eine Karriere befördern, dann ist Adjei ein „high fligher“.

Hat er doch Folgendes entdeckt:

„Bei der Auswertung zeigte sich ein deutliches Bild. Während die Frauen im Schnitt etwa fünf Stunden mit Hausarbeit verbrachten, hielten sich die Männer zurück. Sie arbeiteten im Schnitt nur drei Stunden im Haushalt“, sagt Nicholas Adjei, Doktorand in der Abteilung Prävention und Evaluation am BIPS und Erstautor der Studie. „Bei der Art der Hausarbeit gibt es deutliche Unterschiede. Frauen beschäftigen sich im Schnitt fast 220 Minuten täglich mit Kochen, Einkaufen und Putzen – Männer dagegen nur knapp 90 Minuten. Bei Gartenarbeiten und handwerklichen Tätigkeiten zeigt sich ein umgekehrtes Bild. Hier sind Männer fast 70 Minuten täglich aktiv, Frauen dagegen nur knapp 40 Minuten.“

Der politische Andienschluss, von dem sich Adjei Brownie-Punkte erhofft, er lautet:

„Eine gleichmäßigere Verteilung aller Hausarbeiten auf Frau und Mann könnte also durchaus sinnvoll und fair sein.“

Es gibt vermeintliche Forschungen, die kann man mit einem einzigen Blick auf die Verteilung der verwendeten Variablen als Junk Science entlarven. Das, was aus dem Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in die wissenschaftliche Welt emittiert wird und die wissenschaftliche Luft belastet, es hat diese Qualität.

Jeder Leser wird uns sicherlich zustimmen, dass Arbeit dann, wenn man sie teilen kann, schneller erledigt ist. Weil zwei vergleichbare Arbeit schneller erledigt haben als einer kann man annehmen, dass in einem Einpersonenhaushalt die eine Person mehr Zeit für Kochen, Reinigen und Einkaufen (das zählt Adjei als Hausarbeit) aufwenden muss, als zwei Personen, die sich diese Arbeit teilen können. Einer reinigt, während der andere einkauft, beide kochen zusammen.

Zustimmung allenthalben?

Gut.

41,6% der Frauen im Sample von Adjei leben alleine, aber nur 18,2% der Männer. D.h. gut ein Viertel mehr Frauen als Männer muss die gesamte Arbeit alleine erledigen, weil ihr Mann schon verstorben ist oder sie aus anderen Gründen alleine sind. Entsprechend ist es kein Wunder, wenn Frauen insgesamt mehr Zeit für Kochen, Reinigen und Einkaufen aufwenden als Männer, weil viel mehr Frauen als Männer diese Tätigkeiten alleine erledigen müssen, weil sie nämlich alleine leben.

Damit ist das Ergebnis, das Adjei so großspurig verkündet und der Schluss, den er mit Blick auf die Fairness zu ziehen können glaubt, gerade geplatzt wie eine Seifenblase, so dass man die Frage, wie es sich denn mit der Lebensarbeitszeit im Hinblick auf Fairness verhält, gar nicht stellen muss. Die Frage, wie Hausarbeit zwischen zwei Partnern verteilt wird, hat übrigens gar nichts mit der Frage zu tun, ob eine gleiche Verteilung fair ist (Die Vorstellung, dass etwas, das gleichverteilt ist, damit automatisch fair verteilt wurde, ist an Dummheit kaum zu überbieten). Aber diese Feststellung überfordert Adjei vermutlich. Bei ihm reicht es allen Anscheins nach nur dazu, sich als Trittbrett-Genderlamentierer zu verdingen und viel Geld für keine Erkenntnis zu verschwenden.

Wie lebt man eigentlich in dem Bewusstsein, Geld von Steuerzahlern zu verschwenden, um sich anzudienen? Wie steht es hier mit der Fairness? Ist es fair, Steuergeld für sinnlose Forschung zu verschwenden, für das normale Bürger zuweilen in Nachtschicht arbeiten müssen oder für das sie Tätigkeiten ausführen müssen, die dazu führen, dass Adjei sie nicht mehr befragen kann, weil sie nämlich bereits und infolge eines anstrengenden Arbeitslebens verstorben sind. Kann man es rechtfertigen, Junk wie den von Adjei auf dem Rücken dieser Menschen zu finanzieren?

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Vom Anti-Feminismus reaktionärer sogenannter Feministen

von Dr. habil. Heike Diefenbach

Unter der Überschrift „Von gekauften Wissenschaftlern und Junk Science in the Making“ haben wir am 9. Januar von einer Werbe-Maßnahme des BMBF berichtet, durch die das Ministerium einer Million Euro Steuergelder verprasst, um unter dem programmatischen Titel „REVERSE“ ein überkommenes Bild vom hilflosen Weibchen, das prinzipiell unfähig ist, im Wettbewerb der Kompetenzen zu bestehen und deshalb vom Staat künstlich auf Stellen gehievt werden muss (warum, bleibt ein Geheimnis), zu propagieren und jeden, der weniger reaktionär (d.h. nach dem Duden „an nicht mehr zeitgemäßen [politischen] Verhältnissen festhaltend) ist, als „anti-feministisch“ einzustufen.

Der Anspruch auf Wissenschaftlichkeit ist schon angesichts des rein politischen Kontextes von REVERSE lächerlich. Aber REVERSE ist auch gesellschaftspolitisch schwerlich anders denn als lächerlich zu bezeichen, denn im Tollhaus, für das man das BMBF halten muss und in dem sich anscheinend eine ganze Reihe der Frauen, die von den durch dieses reaktionäre Frauenbild begründeten Bevorteilungsmaßnahmen profitiert haben, bei (mindestens) freier Kost und Logis einquartiert haben, wirft man verzweifelt mit Vokabeln um sich, die zu benutzen man sich angewöhnt hat, die aber meist weniger benutzt als vielmehr missbraucht werden. Das beginnt bereits bei den Begriffen „Feminismus“ und „Anti-Feminismus“, die wir uns an dieser Stelle (einmal mehr) etwas näher betrachten wollen.

1. Feminismus im Oxford Dictionary und REVERSE

Im Oxford Dictionary wird „feminism“ definiert als „[t]he advocacy of women’s rights on the ground of the equality of the sexes”.

In dieser Definition wird vorausgesetzt, dass es eine “Gleichheit” der Geschlechter gebe, wobei offen bleibt, worin diese Gleichheit bestehen soll. Der Verweis auf „women’s rights“ legt aber nahe, dass diese Gleichheit als eine rechtliche anzusehen ist. Diese rechtliche Gleichheit von Männern und Frauen ist in Deutschland aber schon seit Langem durch das Grundgesetz gewährleistet, und die Kriminologie hat in den letzten Jahrzehnten keinerlei Hinweise auf eine Diskriminierung von Frauen vor Gericht bzw. in oder bei der Rechtsprechung ergeben (wenn überhaupt, dann eher im Gegenteil).

Wenn man die postulierte, aber nicht näher definierte „Gleichheit“ nicht als eine rechtliche Gleichheit interpretieren möchte, stellt sich die Frage: als was sonst? Gleichstellung von Männern und Frauen im Sinn von Ergebnisgleichheit kann logischerweise nicht mit „equality of the sexes“ gemeint sein, denn sie wird ja als Basis („ground“) für die Rechte von Frauen bezeichnet, aber nicht als Basis für die Rechte von Männern. Das macht nur dann Sinn, wenn man davon ausgeht, dass prinzipiell, quasi kraft Weiblichkeit, alle Frauen alle vorstellbaren Nachteile in jeder vorstellbaren Hinsicht gegenüber Männern haben, was völlig unplausibel ist und jeder Alltagserfahrung widerspricht. Wenn diese extreme Vermutung aber ausgeschlossen ist, dann muss man feststellen, dass die Gleichheit der Geschlechter die Zuweisung von Rechten (nur) an Frauen logisch ausschließt, denn entweder die Geschlechter sind gleich/werden gleich behandelt oder eben nicht.

Der Anti-Feminist, den REVERSE dingfest machen möchte, wäre, wenn man die Definition von „Feminismus“ im Oxford Dictionary zugrundelegt, also jemand, der sich dagegen wendet, dass Frauen bevorteilt werden, ihnen Sonderrechte zugestehen will, vermutlich, weil er meint, Frauen seien keine inferioren Wesen, sondern Männer und Frauen seien tatsächlich mit gleichen Fähigkeiten oder mit gleichen Rechten ausgestattet, so dass eine Bevorteilung nicht notwendig ist, sondern als Ausdruck von Vorteilsnahme oder von Verachtung von Frauen gelten muss.

2. Feminismus im Dictionary von Merriam-Webster und REVERSE

Im Dictionary von Merriam-Webster wird „Feminismus“ definiert als:

1: the theory of the political, economic, and social equality of the sexes
2: organized activity on behalf of women’s rights and interests

Legt man die erste Definition zugrunde, so verfehlt REVERSE das Thema, denn dann müsste es Inhalt der Maßnahme sein, die Theorie von der (Existenz? Wünschbarkeit? der) politischen, ökonomischen und sozialen Gleichheit der Geschlechter (in welcher Hinsicht?) zu begründen. Sollte die Theorie auf ihre Entsprechung zur Realität hin geprüft werden, würde dies selbstverständlich die Betrachtung all der gesellschaftlichen Bereiche beinhalten müssen, in denen Männer Nachteile haben, und es müssten all die Maßnahmen aufgearbeitet werden, durch die Männer diskriminiert werden, wie z.B. das Professorinnen-Programm. Diejenigen, die sich für die Diskriminierung von Männern einsetzen oder ihren Nachteilen gleichgültig gegenüberstehen, müssten dann als Anti-Feministen bezeichnet werden, denn „Feminismus“ soll sich ja auf die Gleichheit der Geschlechter beziehen. Dies alles ist offentsichtlich nicht das, was durch REVERSE propagiert werden soll. Vor diesem Hintergrund kann man vielleicht vermuten, dass seltsamerweise „Anti-Feministen“, auch im Sprachgebrauch von REVERSE, diejenigen sein müssen, die der ersten Definition von „Feminismus“ im Dictionary von Merriam-Webster etwas abgewinnen können, also in irgendeiner Form die Gleichheit der Geschlechter postulieren oder propagieren und nicht die Bevorteilung von Frauen bzw. die Gleichgültigkeit gegenüber Nachteilen von Männern.

Legt man die zweite Definition zugrunde, so muss man erstens die Prämisse teilen, dass Frauen (als solche) dieselben Rechte hätten oder haben sollten und dass sie alle dieselben Interessen haben. Zumindest was Letzteres betrifft, kann man diese Definition getrost vergessen, weil es von vornherein absurd ist, abzustreiten, dass es eine Vielfalt von Interessen verschiedener Menschen gibt, und statt dessen anzunehmen, dass die Interessen von Menschen durch ein einziges biologisches Merkmal gleichgeschaltet oder auch nur dominiert werden. REVERSE hat offensichtlich Sinn für das Absurde, und es scheint Teil einer „organisierten Aktivität“ zu sein, aber nur einer Aktivität im Hinblick auf die Interessen von Mittelschichtsfrauen im besten Fall und im schlechtesten Fall auf die Interessen derer, die durch die Bevorteilung von Mittelschichtsfrauen selbst nutznießen. Ein „Anti-Feminist“ ist für REVERSE dann jemand, der der Nutznießung an Steuergeldern durch Mittelschichtsfrauen mindestens skeptisch gegenübersteht. Dann steht zu erwarten, dass den reaktionären REVERSElern der bei weitem größte Teil der Menschheit als „anti-feministisch“ gelten wird, denn derselbe gehört nicht zur Mittelschicht oder ist nicht weiblich und ist daher von der Nutznießung ausgeschlossen.

3. Feminismus im Cambridge Dictionary und REVERSE

Im Cambridge Dictionary wird „feminism“ definiert als:

“the belief that women should be allowed the same rights, power, and opportunities as men and be treated in the same way, or the set of activities intended to achievethis state”.

Legt man diese Definition zugrunde, so ist REVERSE entweder schlicht überflüssig, den Frauen haben bereits dieselben Rechte, dieselbe Macht und dieselben Gelegenheiten wie Männer. Oder REVESE müsste wieder die vielen Nachteile von und Diskriminierungen gegen Männer dokumentieren, denn Bestand der Definition ist ja, dass Frauen genauso behandelt werden sollen wie Männer ¬– und eben nicht als kraft Weiblichkeit minderbemittelte und daher konkurrenzunfähige Wesen dargestellt und eben deshalb bevorteilt werden sollen. REVERSE müsste auf der Grundlage dieser Definition Vorschläge darüber machen, welche Aktivitäten entwickelt werden könnten, um jeweilige Nachteile von Frauen und von Männern zu beheben. Weil REVERSE offensichtlich nicht an der Behebung von Nachteilen von Männern gegenüber Frauen interessiert ist, sind die „Anti-Feministen“, die sie dingfest machen wollen, sie selbst.

4. Feminismus im Duden und REVERSE

Im Duden wird (gesellschaftspolitischer) Feminismus definiert als

„Richtung der traditionellen Rollenverteilung, die, von den Bedürfnissen der Frau ausgehend, eine grundlegende Veränderung der gesellschaftlichen Normen (z.B. der traditionellen Rollenverteilung) und der patriarchalischen Kultur anstrebt“.

In dieser Definition wird – wie im Dictionary von Merriam-Webster – die absurde Vorstellung, dass menschliche Interessen für Angehörige desselben biologischen Geschlechtes dieselben seien, als ein definitorisches Merkmal von „Feminismus“ festgehalten. Mindestens ebenso absurd ist die Rede von „der Frau“ in der Einzahl, so als würde der Duden von der Annahme ausgehen, dass es entweder nur eine einzige Frau auf der Erde gebe, was ziemlich unplausibel ist, oder davon, dass alle auf der Erde real existierenden Frauen im Grunde eine einzige seien, vielleicht in der Form, dass sie ohne Ausnahme Klone einer historischen Eva sind, was die Frage nach der Präsenz von Extra-Terrestrischen auf der Erde vor vielen Jahrtausenden in einem ganz neuen Licht erscheinen lässt.

Weiterhin wird als ein definitorisches Merkmal von „Feminismus“ festgehalten, dass er auf dem reaktionären Kampfbegriff „patriarchalisch“ aufbaut, der keine empirische Entsprechung hat, denn das Mindeste, was zum sogenannten Patriarchat festgehalten werden muss, ist, dass es aktuell in der westlichen Welt keines gibt, weshalb es auch keines zu bekämpfen gibt. Tatsächlich wird dieser Kampfbegriff sogar von Frauen, die als prominente Vertreteterinnen „des“ Feminismus gelten und sich selbst entsprechend verorten, wie Maria Mies, als ein bloßer „Kampfbegriff“ bezeichnet, was die Frage aufwirft, ob diese Feministinnen nicht tatsächlich Anti-Feministinnen gemäß des Duden sind.

Jedenfalls kann festgehalten werden, dass der Duden „Feminismus“ mit Verweis auf die Vorstellung von „der“ Frau in der Einzahl, auf die Vorstellung von durch das biologische Geschlecht determinierten Interessen und der Verwendung von überholten Kampfbegriffen als eine Don Quichotterie (wenn nicht als Vorstufe zum Wahnsinn) ausweist.

Wenn es im Großen und Ganzen diese Definition aus dem Duden ist, auf die REVERSE aufbaut, dann kann man hieraus ableiten, dass eine Million Steuergelder für irgendwelche Don Quichotterien ausgegeben werden bzw. für Kämpfe gegen nur in der Vorstellung einiger Personen, die (deshalb) als gesellschaftliche Abweichler bezeichnet werden könnten, existieren, eine Million Steuergelder einer besseren Verwendung zugeführt werden würden, wenn sie als das berühmt-berüchtigte Geld zum Anzünden von Zigaretten verwendet würden. Anti-Feministen sind dann diejenigen, die sich gegen die sinnlose Verprassung von Steuergeldern wenden.

Man muss immerhin zugestehen, dass der Titel der Maßnahme, REVERSE, noch am ehesten zur Definition von „Feminismus“ im Duden passt, sollen hier doch längst überwundene Klischees von der angeblich massenhaften Existenz „traditoneller Rollenbilder“, vom „Patriarchat“ und von kraft Weiblichkeit wettbewerbsunfähigen Frauen wiederbelebt werden, vielleicht, um mit der Bevorteilungspolitik von Mittelschichtsfrauen auf den hype aufzusetzen, der derzeit alles Untote umgibt. Möglicherweise kann REVERSE doch noch in ein erfolgreiches Unternehmen transferiert werden, wenn es sich bei seiner Erzählung an den Bucherfolgen von Patricia Rosemoor und Marc Paoletti mit „The Last Vampire“ oder „The Vampire Agent“ oder von Denise Verrico mit den „Annals of the Immortyls“ orientiert.

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