Deutschsein heißt, andere in ihrer Existenz zu vernichten – Evangelischer Rassismus an der Uni Bremen

Wir alle wissen ja, dass in Bremen die Uhren anders gehen. Abnormalitäten sind dort zu Normalitäten geworden. Schulen dienen nicht der Vermittlung von Wissen, sondern der Indoktrination und der Ausbildung zum funktionalen Analphabeten. Die Stadt hängt am Tropf des Länderfinanzausgleichs, d.h. Bremer leben auf Kosten von Bayern, Baden-Württemberger und Hessen. Die Arbeitslosenquote ist in Bremen so hoch wie sonst in keinem anderen Bundesland. Auch bei den Schulden ist Bremen Spitze: 32.284 Euro pro Bremer haben die Landesregierungen in den letzten Jahren angehäuft. Selbst Berlin, immerhin auf dem dritten Platz der Verschuldungshitliste kommt nur auf gut die Hälfte der Bremer pro-Kopf-Verschuldung (16.669). Platz 2 hat sich Hamburg gesichert, das seine Bürger mit 17.674 Euro pro Kopf verschuldet hat.

In Bremen gibt es also nur Superlative. Kein Wunder also, dass an der Bremer Universität der Rassismus blüht und gedeiht, dass dort evangelische Theologen öffentlich einem Rassismus huldigen dürfen, der selbst Alois Hudal Respekt abgenötigt hätte.

Nach dieser Vorrede übergeben wir das Wort an unseren Bremer Korrespondenten Dr. Dr. Marcus Ermler. Er hat uns dieses Mal mit einem Text versorgt, den wir mehrfach gelesen haben, ehe wir glauben konnten, dass der berichtete Rassismus wirklich und nicht etwa eine Realsatire oder gar Einbildung ist.

Seien Sie also gewarnt. Alles, was Sie lesen, ist wirklich, geht in Bremen.

“Stellen sie sich vor es gäbe einen Wissenschaftszweig, der behauptet, es gäbe eine jüdische Weltverschwörung, und seine Forschung zur Aufdeckung dieses globalen Machverhältnisses würde „Kritische Judenforschung“ heißen. Und stellen sie sich nun vor, Wissenschaftler dieses Forschungszweigs würden Dinge behaupten wie:

„Eine jüdische Welt ist für niemanden die beste aller Welten – auch nicht für Juden.“

Oder:

„Juden sind, Menschen, die sich nicht mit dem Weltjudentum auseinandersetzen müssen.“

Stellen sie sich weiter vor, die Wissenschaftler würden Judesein dabei so definieren:

„Judesein ist die Norm, „an der alles andere gemessen wird, und als Rest, das, was übrig bleibt, nachdem alles andere benannt wurde.“

Und das historische Wissen über dieses Gebiet würde folgendermaßen begründet:

„[…] [Arier] haben untereinander in Gesprächen ihr jeweiliges ‚spezielles’ Wisssen über Judesein ausgetauscht, das sie durch unmittelbares und scharfes Beobachten der Juden gewonnen haben. Es galt als ‚speziell’, weil diese Art Wissen nirgendwo ausführlich nachzulesen war. Sein Sinn bestand darin, Ariern zu helfen, in der jüdischen herrschenden Gesellschaft den Alltag zu bewältigen und zu überleben.“

Und diese Arier, als durch die Juden unterdrückte Minderheit, würden wie folgt umrissen:

„Arier sind Menschen, die „die gemeinsame, in vielen Variationen auftretende und ungleich erlebte Erfahrung [teilen], aufgrund körperlicher und kultureller Fremdzuschreibungen der jüdischen Dominanzgesellschaft als ‚anders’ und ‚unzugehörig’ definiert zu werden.“

Ihre Wissenschaft würden sie so definiern:

„Sie befassen sich mit der „Erforschung der historischen und sozialen Konstruktion von Judesein, ebenso wie den sie begleitenden Auswirkungen dieses Konstruktionsprozesses“

Und Vertreter ihres Forschungsgebiets würden Behauptungen in die Welt setzen, wie:

„Judesein [erscheint] in den Autobiografien nicht als abstrakte Kategorie, über die sich angenehm fabulieren lässt, sondern als vieldimensionale arische Gewalterfahrung.“

„Jude zu sein heißt, nie erlebt zu haben, von anderen nur aufgrund des Aussehens angespuckt, beleidigt, verachtet, lächerlich gemacht, übersehen, negiert und dadurch in der eigenen Existenz vernichtet zu werden.“

„Antisemitismus ist eine Unterdrückungsform, vermittels derer eine gesellschaftliche Gruppe (meist sich selbst als „Jude“ definierend) über andere Gruppen (die meist als „nicht-Jude“ fremdbestimmt werden) institutionalisierte Macht ausübt. Auf der Grundlage tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede erfindet die gewaltausübende Gruppe menschliche „Antisemiten“ und verabsolutiert und wertet sie. Damit legitimiert sie sowohl den Besitz von bzw. den Anspruch auf Privilegien als auch die Ausübung von Gewalt gegenüber den als „anders“ bzw. „minderwertig“ konstruierten Gruppen.“

Was würden sie über solch eine Wissenschaft denken? Halten sie das überhaupt für Wissenschaft?

Würden sie einem der Epigonen dieses Gebiets mit dem Vortrag „Am Ende des Weltjudentums? Grundlagen der Kritischen Judenforschung“ ein Forum an einer staatlichen Universität geben?

Ferner, wenn sie wüssten, dass er seinen Vortrag im Abstract folgendermaßen umreißt:

„Leben Sie in einem vorwiegend jüdischen Viertel? Hatten Sie je eine intime Beziehung mit einer jüdischen Person?

Jüdische Menschen stellen sich meist diese Fragen nicht, denn aus ihrer Sicht ist Judesein normal, gewöhnlich. Wenn jüdischen Menschen von einem „Nachbarn“ sprechen, wissen wir, dass dieser Jude ist – weil es unerwähnt bleibt.

Judesein hat keinen spezifischen Inhalt, es markiert eine Leerstelle und kann – wenn überhaupt – nur negativ über das definiert werden, was es nicht ist: nicht exotisch, nicht sexuell, nicht „anders“.

Der Vortrag führt in die Forschungsrichtung, die sich mit der Norm Judesein befasst, ein erläutert ihre Bedeutung als Bestandteil antisemitischer Kritik. Ferner wird beschrieben, warum diese Forschung innerhalb der antideutschen Kritik anzusiedeln ist.“

Würden sie sich nun fragen, ob die uns Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit als Wissenschaft verkaufen? Würden sie sich an den Faschismus erinnert fühlen? Würden sie sich jetzt fragen, wer um alles in der Welt käme auf die Idee, solch esoterischen Wissenschaftsgauklern ein öffentliches und staatlich subventioniertes Podium zur Verfügung zu stellen, um ihren „rassistischen Kackscheiß“ (um einmal die linkstotalitäre Tonalität zu bedienen) herauszuposaunen?

Die Universität Bremen kam genau auf diese Idee. Sie ließ die evangelische Theologin Dr. Eske Wollrad (Promotion in afrikanisch amerikanischer feministischer Theologie), die als Geschäftsführerin des Bundesverbands Evangelische Frauen in Deutschland e.V arbeitet, einen öffentlicher Vortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe Diversity @ Uni Bremen: exzellent und chancengerecht?! zu m T h e m a „Am Ende der Weiß-heit? Grundlagen der Kritischen Weißseinsforschung“ halten. Obige Zitate finden sich bezogen auf die Kritische Weißseinforschung, dort dann auf „Weiße“ und „Nichtweiße“ bezogen, in ihrem Folienvortrag wieder (weiß und rassistisch sind laut Dr. Wollrad übrigens Synonyme):

„Eine rassistische Welt ist für niemanden die beste aller Welten – auch nicht für Weiße.“

„Weiße sind Menschen, die sich nicht mit Rassismus auseinandersetzen müssen.“

„Whiteness ist die Norm, „an der alles andere gemessen wird, und als Rest, das, was übrig bleibt, nachdem alles andere benannt wurde.“

„[…] seit der Zeit der Sklaverei haben [Schwarze] untereinander in Gesprächen ihr jeweiliges ‚spezielles’ Wisssen über Whiteness ausgetauscht, das sie durch unmittelbares und scharfes Beobachten der Weißen gewonnen haben. Es galt als ‚speziell’, weil diese Art Wissen nirgendwo ausführlich nachzulesen war. Sein Sinn bestand darin, Schwarzen zu helfen, in der weißen herrschenden Gesellschaft den Alltag zu bewältigen und zu überleben.“ (über historischen Wissen der Critical Whiteness Studies)
„People of Color sind Menschen, die „die gemeinsame, in vielen Variationen auftretende und ungleich erlebte Erfahrung [teilen], aufgrund körperlicher und kultureller Fremdzuschreibungen der Weißen Dominanzgesellschaft als ‚anders’ und ‚unzugehörig’
definiert zu werden.“

„Sie befassen sich mit der „Erforschung der historischen und sozialen Konstruktion von Whiteness, ebenso wie den sie begleitenden Auswirkungen dieses Konstruktionsprozesses“ (als Antwort auf die Frage, was Critical Whiteness Studies sind)

„Weißsein [erscheint] in den Autobiografien nicht als abstrakte Kategorie, über die sich angenehm fabulieren lässt, sondern als vieldimensionale Schwarze Gewalterfahrung.“

„Deutsch zu sein heißt, nie erlebt zu haben, von anderen nur aufgrund des Aussehens angespuckt, beleidigt, verachtet, lächerlich gemacht, übersehen, negiert und dadurch in der eigenen Existenz vernichtet zu werden.“ (über codiertes Weißsein)

„Rassismus ist eine Unterdrückungsform, vermittels derer eine gesellschaftliche Gruppe (meist sich selbst als „Weiß“ definierend) über andere Gruppen (die meist als „nicht-Weiß“ fremdbestimmt werden) institutionalisierte Macht ausübt. Auf der Grundlage tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede erfindet die gewaltausübende Gruppe menschliche „Rassen“ und verabsolutiert und wertet sie. Damit legitimiert sie sowohl den Besitz von bzw. den Anspruch auf Privilegien als auch die Ausübung von Gewalt gegenüber den als „anders“ bzw. „minderwertig“ konstruierten Gruppen.“

Und der Abstract ihre Vortrags sieht im Original wie folgt aus:

„Leben Sie in einem vorwiegend weißen Viertel? Hatten Sie je eine intime Beziehung mit einer Weißen Person?

Weiße Menschen stellen sich meist diese Fragen nicht, denn aus ihrer Sicht ist Weißsein normal, gewöhnlich. Wenn Weiße Menschen von einem „Nachbarn“ sprechen, wissen wir, dass dieser Weiß ist – weil es unerwähnt bleibt. Weißsein hat keinen spezifischen Inhalt, es markiert eine Leerstelle und kann – wenn überhaupt – nur negativ über das definiert werden, was es
nicht ist: nicht exotisch, nicht sexuell, nicht „anders“.

Der Vortrag führt in die Forschungsrichtung, die sich mit der Norm Weißsein befasst, ein erläutert ihre Bedeutung als Bestandteil antirassistischer Kritik. Ferner wird beschrieben,warum diese Forschung innerhalb der postkolonialen Kritik anzusiedeln ist.“

Getragen vom Irrwitz, der diesen Aussagen innewohnt, geht Dr. Wollrad noch weiter und wirft die Frage auf, ob ein Weißer überhaupt solch eine Forschung betreiben dürfe, da er ja als Hegemon im Gegensatz zu Nichtweißen nicht von Diskriminierung betroffen sei. Um im Bild der „Kritischen Judenforschung“ zu bleiben, hätte ein Joseph Goebbels ihr vermutlich geantwortet: Nein, natürlich nicht. Über das Weltjudentum dürfen auch nur die unterprivilegierten Arier und nicht das hegemoniale Finanzjudentum forschen.

Was für ein hanebüchener Unsinn soll uns hier als Wissenschaft verkauft werden? Wenn man den Vergleich mit der Rassenideologie der Nazis zieht, friert einem buchstäblich das Gesicht ein. Rassistische Stereotype wie „Am Weißsein wird alles gemessen“, „Weiße üben institutionalisierte Macht über Nichtweiße aus“, Weißsein ist schwarze Gewalterfahrung“, „Deutschsein heißt andere in ihrer Existenz zu vernichten“ oder „Weiße müssen sich nicht mit Rassismus auzeinandersetzen“ sind eine Fortführung der nazistischen Rassenkunde unter dem Namen „Critical Whiteness Studies“. Offenkundig haben all die Stunden Geschichtsunterricht über den Nationalsozialismus bei diesen Menschen nichts bewirkt. Es ist wirklich erschütternd; an der Universität Bremen allerdings
bereits „Wissenschaft“.

Andererseits sollten wir der Universität Bremen dafür dankbar sein, dass sie, wenn auch völlig unbeabsichtigt, solchen Wissenschaftsepigonen ein öffentliches Forum bietet und ihnen sogar ermöglicht ihre Ergüße online jedermann zum Abruf zur Verfügung zu stellen. So kann sich jeder selbst ein Bild davon machen, was heute an deutschen Universitäten als „Wissenschaft“ subventioniert und gefördert wird.

Nach Studie der Otto-Brenner-Stiftung: Medienmisstrauen gerechtfertigt

Absolution Teil X.

Wie viele angebliche Studien gibt es zwischenzeitlich, die einzig dazu erstellt wurden, öffentlich-rechtlichen Anstalten, deren Insassen für die Verbreitung von Sendeformaten bezahlt werden, Absolution zu erteilen und zu zeigen, dass doch und überhaupt die meisten und vor allem die Gebildeten und die nicht sozial deprivierten und die, die kein Schüler mehr sind und die, die nicht AfD-wählen und die, die mit der Demokratie zufrieden sind, mit den öffentlichen Medienanstalten zufrieden sind und sie für mehr oder weniger glaubwürdig halten, wir haben aufgehört zu zählen.

Dass es sich dabei nicht um Wissenschaft, sondern einzig und allein um Legitimationsforschung handelt, zeigt sich schon daran, dass nicht eine dieser angeblichen Studien die Frage gestellt hat, warum es in Deutschland eine nicht geringe Anzahl von Menschen gibt, die öffentlichen Anstalten und den Nachrichten, die sie verbreiten, nicht mehr glauben, ihnen nicht mehr vertrauen. Diese Frage ist der Rubikon, der Wissenschaftler von Legitimationsbeschaffern, die ihre Dienste meistbietend feilbieten, trennt.

Und gemessen an diesem Kriterium ist die neueste Studie, die ausgerechnet von den ARD Faktenfindern gerade gefeiert wird, keine Studie, sondern der neuerliche Versuch, diejenigen, die das, was öffentliche Anstalten verbreiten, nicht glaubwürdig finden, zu diskreditieren und zur Gefahr für die Demokratie zu stilisieren, die natürlich von der AfD ausgeht. Junk Science noch dazu.

Bezahlt hat dieses Mal die Otto-Brenner-Stiftung die Studie, die bestenfalls als verdünnter Aufguss der Mitte-Studien aus Leipzig angesehen werden kann, was angesichts der Personalunion der Studienautoren auch nicht verwunderlich ist. Die Autoren der Leipziger Mitte-Studien, die die Friedrich-Ebert-Stiftung finanziert, Oliver Decker, Johannes Kiess und der unverwüstliche Elmar Brähler, der auch im Jahre 27 nach der deutschen Einheit nicht einsehen will, dass er von empirischer Sozialforschung nichts versteht, sie haben dieses Mal noch Alexander Yendell an der Arbeit beteiligt. Herausgekommen ist derselbe Brei, der auch in Mitte-Studien verrührt wird. Nur wird dieses Mal nicht die Radikalisierung der gesellschaftlichen Mitte herbei geschrieben, dieses Mal wird das Internet in Bausch-und-Bogen zur Echokammer erklärt und eine Gefahr der Demokratie allein darin gesehen, dass Menschen ihre Informationen nicht mehr aus öffentlichen Anstalten beziehen, sondern es vorziehen, sich anderweitig zu informieren.

Wäre schon die Prämisse, dass öffentlich-rechtliche Medien-Anstalten für die deutsche Demokratie lebensnotwendig sind, nicht schon lächerlich genug, so setzen die Autoren dadurch, dass sie das Internet zur Echokammer erklären, noch eine Schippe Lächerlichkeit obendrauf und besonders lächerlich wird es dann, wenn diejenigen, die sich ausschließlich aus dem Internet informieren als Bewohner einer Echokammer verunglimpft werden, während die Autoren, die doch angeblich Wissenschaftler sein wollen, nicht davor zurückschrecken, öffentlich-rechtliche Medienangebote und solche, die von Tageszeitungen, die die Autoren für gut befunden haben, angeboten werden, als Nachrichten von Premiummedien zu bezeichnen.

Aber vielleicht haben Decker, Brähler und die beiden anderen ja gar nicht versucht, eine wissenschaftliche Studie zu schreiben. Vielleicht ist ihre Veröffentlichung ja eine Travestie auf Wissenschaft, eine Satire. Wäre dem so, es wäre beruhigend, dann müsste man nicht feststellen, dass die vier Autoren jede Form wissenschaftlicher Lauterkeit über Bord geworfen haben, um ihren Daten Gewalt antun zu können.

Beginnen wir mit dem, was die Faktenfinder der ARD, die Fakten nicht einmal finden würden, wenn man sie ihnen auf die Augen nageln würde, zum Ende ihres Jubelbeitrags über den Junk aus der Otto-Brenner-Stiftung schreiben:

“Die Ergebnisse bestätigen”, so der Geschäftsführer der Otto Brenner Stiftung, Jupp Legrand, “dass es hinsichtlich der Vertrauens- und Glaubwürdigkeitskrise der Medien trotz eines weiterhin hohen Zuspruchs vieler Menschen keine Entwarnung geben kann und darf”.
Großes Vertrauen bleibe zwar stabil und hoch, aber auch tiefes Misstrauen steige kontinuierlich an. Legrand warnte vor den Folgen für die Demokratie, wenn “ein relevanter Teil der Bevölkerung weder durch gemeinsame Werte und Überzeugungen, noch durch die Teilhabe an einer gemeinsamen Öffentlichkeit für die Gesellschaft erreichbar” sei.“

Die ganzen Folgen, die hier beschrieben werden, entstehen einzig daraus, dass die vier Autoren sich entschlossen haben, jene 12,4% (299) Befragte, die von sich sagen, dass sie Informationen ausschließlich aus dem Internet beziehen, als Bewohner einer Echokammer anzusehen und zu stigmatisieren. Denn merke: Du sollst das öffentlich-rechtliche Angebot nicht ausschlagen. Denn das öffentlich-rechtliche Angebot ist gut, während das Angebot im Internet des Teufels und verderblich ist.

Nicht nur, dass die vier Autoren diese lächerliche Stigmatisierung von Internet-Nutzern vornehmen, die letztlich nur etwas über das Verhältnis der Autoren zu modernen Medien aussagt, sie versuchen die Leser darüber hinweg zu täuschen, dass sie Artefakte interpretieren:

„Es finden sich mehr Angehörige der jüngeren Jahrgänge, weniger der mittleren Jahrgänge und kaum Ältere. Das begründet zum Teil auch den ebenfalls zu findenden höheren Anteil an Berufstätigen und Schüler*innen in der Echokammer (gegenüber Rentner*innen). Teilweise kann damit ebenfalls der geringere Anteil an Menschen mit Studium oder Abitur erklärt werden, denn der Anteil der Schüler*innen führt zu einer großen Gruppe von Menschen ohne Schulabschluss. Trotzdem fällt insgesamt der Anteil mittlerer Bildung gegenüber niedrigen und hohen formalen Abschlüssen auf. Entsprechend sind auch Angehörige unterer Einkommensgruppen in der Echokammer überrepräsentiert.“

Wie die Daten der vier Autoren zeigen, sind unter den ausschließlichen Internetnutzern mehr Berufstätige, mehr Schüler und Studenten, mehr Arbeitslose und kaum Rentner als unter denen, die andere Medien ausschließlich oder zusätzlich zum Internet nutzen. Die Gruppe der Rentner ist übrigens die Gruppe, in der die öffentlich-rechtlichen Anstalten ihre größte Anhängerschar rekrutieren. Da Schüler und Studenten qua definitionem noch in Ausbildung sind und die Autoren ausgerechnet Spaltenprozent interpretieren, also die Gruppe der Internetnutzer als Basis benutzen, sind alle Aussagen zu Ausbildung und Einkommen Unsinn, denn die Daten sind rechtszensiert und es ist nicht bekannt, welchen Schulabschluss die Schüler und welches Einkommen die Schüler und Studenten zum Abschluss ihrer Ausbildung erzielen. Hätte man reliable Angaben machen wollen, hätte man die Schüler und Studenten herausrechnen müssen.

Das ist nicht der einzige Lapsus, den die vier Autoren begehen. Der nächste Lapsus, den wir auf Anhieb und ohne Suche gefunden haben, ist ein noch größerer Lapsus und er zeigt, dass es in der vermeintlichen Studie nicht darum geht, Ergebnisse oder noch besser: Erklärungen zu liefern, sondern darum, bestimmte Ergebnisse zu liefern.

Die folgende Abbildung findet sich auf Seite 25 der vermeintlichen Studie.

Eine kleine Aufstellung der Fehler:

  • Wenn die Parteipräferenz abgetragen wurde, dann zeigt die Abbildung nicht, wie Menschen wählen, die mangelndes Vertrauen in die Medien haben, sondern welche Parteipräferenz sie haben. Die Parteipräferenz hat mit der Wahlentscheidung zum Leidwesen der meisten Wahlforscher kaum mehr etwas gemein.
  • Mangelndes Vertrauen wurde nicht gefragt. Es wurde gefragt, wer öffentlich-rechtliche Medien für nicht glaubwürdig hält. Glaubwürdigkeit von und Vertrauen in öffentlich-rechtliche Medien sind unterschiedliche Konzepte.
  • Das nicht gefragte Vertrauen zudem als mangelndes Vertrauen zu bezeichnen, zeigt die ideologische Ausrichtung der Autoren, ihre Bewertung der Tatsache, dass eine Gruppe von Befragten öffentlich-rechtliche Medien für nicht glaubwürdig hält. Darin kann man nur dann einen Mangel sehen, wenn man öffentlich-rechtliche Medien zum Olymp der Information stilisieren will.

Es ist schon erstaunlich und verweist darauf, dass die Leipziger Mitte-Studierer ihre Ergebnisse im Akkord und ohne große Sorgfalt produzieren, dass man mit drei Angaben drei falsche Angaben machen kann.
Ob dahinter Schludrigkeit oder der Versuch steckt, Daten zu manipulieren, ist letztlich egal, denn es zeigt in jedem Fall, dass die Studie der Otto-Brenner-Stiftung keinen Pfifferling wert ist.

Sehr deutlich wird dies auch, wenn man die Abbildung, wie wir das getan haben, einmal in Fallzahlen übersetzt und zeigt, wie viele Befragte hier Pate gestanden haben, um ein Ergebnis zu produzieren, das man nicht anders als belanglos bezeichnen kann.

Wer Prozentwerte auf Basis von einem, drei, vier, sieben oder 10 Befragten ausweist, der hat seine Reputation als Sozialforscher verspielt und ist entsprechend nicht mehr ernst zu nehmen. Damit ist die angebliche Studie der Otto-Brenner-Stiftung, eine Junk Studie und endgültig ein Fall für den Papierkorb.

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Wer bezahlt bestimmt! “Gutachter”: Der Münchner Amokläufer war ein Rechter!

Zwei Bemerkungen vorweg:

(1)
Es gehört zu den schlechten Angewohnheiten, die jeden Stil vermissen lassen und die mit wissenschaftlicher Lauterkeit überhaupt nicht vereinbar sind, dass in Deutschland seit einiger Zeit die öffentliche Meinung mit Studien beeinflusst werden soll, die „exklusiv“ bestimmten Zeitungen bekannt sind, die noch nicht veröffentlicht sind und deren wissenschaftlicher Wert daher nicht geprüft werden kann. Man muss annehmen, dass die Hoffnung der Verantwortlichen ist, den öffentlichen Diskurs in ihrem Sinne zu beeinflussen, bevor es möglich ist, die vermeintliche Studie, die angeblich belegt, was behauptet wird, zu prüfen und zu analysieren, ob die medialen Behauptungen durch die vermeintliche Studie überhaupt gestützt werden.

Das, wie gesagt, ist mindestens schlechter Stil und wenn es im Einverständnis mit den angeblichen Wissenschaftlern erfolgt, die die Studie zu verantworten haben, dann ist es zudem ein Verstoß gegen die wissenschaftliche Lauterkeit und leicht als Versuch zu identifizieren, sich selbst durch in der Regel politisch korrekte Inhalte am Zeitgeist anzubiedern, sich zu produzieren und ins Rampenlicht der Öffentlichkeit zu befördern.

(2)
Irgendwie gibt es in Deutschland eine Clique von Leuten, deren ganzes Wohl und Wehe davon abhängt, dass sie Tote oder Opfer zuschreiben können. Wir erinnern uns noch an eine eher groteske Diskussion, die Dr. habil. Heike Diefenbach mit einem Aktivisten aus dem Bereich der LSBusw führen musste, der partout darauf bestehen wollte, dass sich LSBusw. häufiger selbst umbringen als andere Menschen. Dass die Forschung dies in keiner Weise bestätigt und die daraus folgende Tatsache, dass Homosexuelle sich nicht häufiger das Leben nehmen als andere Menschen eigentlich ein Grund zur Freude ist, hat den entsprechenden Aktivisten nicht versöhnt. Er wollte Tote sehen und zählen, vermutlich, um sie im politischen Kampf einzusetzen, dem politischen Kampf, der um Steuermittel geführt wird (Dr. habil. Heike Diefenbach spricht hier von shielding corpses, eine Variante der human shields).

Mit Toten oder Opfern, die ideologischen Überzeugungstätern anheim fallen, ist es ebenso. Eine Clique von Leuten kann nicht ruhen, bis sie die entsprechenden Opfer zugeordnet hat und darauf verweisen kann, dass Rechte aber zwei Opfer mehr zu verzeichnen haben als Linke. Auch dieses makabre Schauspiel dient der Beschaffung von Munition, die sich einsetzen lässt, um z.B. die Notwendigkeit eigener Finanzierung aus Geldern der Steuerzahler zu begründen, wobei natürlich der Kampf gegen die rechte Gefahr der zu finanzierende Gegenstand ist.

Eines jener grotesken Schauspiele kann man derzeit in München bewundern.

Dort hat die Süddeutsche Zeitung aus einem Gutachten berichtet, das erst am Freitag veröffentlicht wird. Das Gutachten wurde von der „Fachstelle für Demokratie der Stadt München“ in Auftrag gegeben. Die Fachstelle, so kann man hier bereits feststellen, hat zu viel Geld, so viel, dass sie es aus dem Fenster werfen kann.

Gegenstand des vermeintlichen Gutachtens ist der Amoklauf von David S., wie David Sonboly in deutschen Medien immer noch heißt, in dessen Verlauf Sonboly u.a. neun Menschen im Münchner OEZ ermordet hat. Die Frage, die die Fachstelle begutachten lassen wollte, ist nicht etwa die Frage, wie man derartige Amokläufe verhindern oder was man aus dem Münchner Amoklauf lernen kann. Es ist auch nicht die Frage, ob man durch welche Vorkehrungen auch immer den Amoklauf hätte verhindern können. Und es ist schon gar nicht die Frage, welche Konsequenzen der Amoklauf für alle, die durch ihn viktimisiert wurden, hat. Nein, Opfer sind nicht das, was die Fachstelle für Demokratie interessiert. Prävention ist es auch nicht. Die Fachstelle für Demokratie der Stadt München verschwendet ihr Geld lieber dafür zu klären, ob der Täter ein rechts motivierter Täter war, ob seine politische Einstellung eine rechte Einstellung war.

Um diese Frage deren ausstehende Antwort in Deutschland bereits Millionen um den Schlaf gebracht haben dürfte, zu beantworten, hat die Fachstelle in München eine mindestens fünfstellige Summe eingesetzt und gleich drei Gutachter beauftragt, die lebenswichtige, ja für Münchens Bestand bedeutende Frage zu klären.

Bei den Gutachtern handelt es sich um gute Bekannte.

  • Matthias Quent: Er leitet das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft und ist ein Angestellter der Amadeu-Antonio-Stiftung
  • Christoph Kopke: Er ist seit kurzem Professor für Politikwissenschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin und war jahrelang als Mitarbeiter im Zentrum für jüdische Studien Berlin Brandenburg beschäftigt.
  • Florian Hartleb ist derzeit noch ein Einzelkämpfer, der sich in Kemper-Manier als Publizist für Fragen von Rechtspopulismus usw. durchschlägt und es in den Dunstkreis der Bertelsmann-Stiftung geschafft hat.

Und diese drei haben die für München so wichtige Fragestellung, der die ARD entsprechend einen langen Bericht widmet, beantwortet.

David Sonboly sei politisch (rechts) motiviert gewesen, er war ein Rechtsterrorist.

Nun, da wir wissen, dass David Sonboly ein rechts motivierter Täter war, können wir wieder ruhig schlafen. Die Opfer werden aus ihren Gräbern auferstehen, die Verletzten ihre Verletzungen vergessen, die Angehörigen freudig die Kunde hören und die Fachstelle für Demokratie in München, sie wird am Freitag, wenn das angebliche Gutachten tatsächlich veröffentlicht wird, von ganz selbstgewichtigen Menschen bevölkert werden, denn: Sie haben etwas bewegt. Sie haben die Welt verändert. David S. war ein Rechtsterrorist. Klasse!

Makaber oder gar verantwortungslos?
In jedem Fall haarig, wenn man das Wenige, was bislang vom „Gutachten“ bekannt ist, in Rechnung stellt:

Obwohl die Eltern von David Sonboly. iranischer Nationalität sind, gilt Sonboly den Gutachtern als Ausländerfeind, der München vor Überfremdung sichern will. Er habe beweisen wollen, „ein echter Deutscher“ zu sein.

Aussagen wie diese muss man sich merken, um sie in Seminaren verwenden zu können, handelt es sich doch um Aussagen, die man nicht widerlegen kann, um Tautologien, die in der Wissenschaft nichts zu suchen haben, denn Wissenschaftler wollen wissen, ob der Hahn durch sein Gekrähe das Wetter vorhersagen kann. Sie sind nicht mit Sätzen wie: Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist“, zufrieden. Bei der Fachstelle für Demokratie in München scheint das anders zu sein, so lange die politisch motivierten Schlussfolgerungen des Gutachtens mit dem Auftragsziel übereinstimmen.

Dass David Sonboly keinerlei Verbindung zu terroristischen Organisationen hatte, dass er ein Einzelkämpfer war, der keinerlei institutionelle Unterstützung hatte, dass er alles in Eigenarbeit geleistet hat, das ändert nichts daran, dass er den Gutachtern als Terrorist gilt. Sie führen extra eine neue Kategorie für ihn ein, den einsamen, wölfischen Rechtsterroristen. Nicht einmal das Fehlen jeglicher Verbindung zu rechtsextremistischen Gruppen kann Sonboly vor dieser Einschätzung retten. Er ist ein Rechtsterrorist. Dass Terrorismus dadurch definiert ist, dauerhaft auf das öffentliche Leben einen Effekt auszuüben, um u.a. Regierungen dazu zu zwingen, die Ziele, die Terroristen verfolgen, umzusetzen, dass Terrorismus deshalb per definitionem ein auf Dauer angelegtes und Organisation voraussetzendes Unternehmen ist, das schießen die Gutachter einfach so in den Wind. Wen kümmert es, dass damit mehr als 75 Jahre sozialwissenschaftliche Forschung vom Tisch gewischt werden. Wenn es darum geht, David Sonboly. als Rechtsterroristen zu stempeln, dann ist die wissenschaftliche Forschung eher hinderlich.

Und so wissen wir jetzt, dass David Sonboly keines der Kriterien erfüllt, die man der Einordnung einer Tat als rechtsextremistisch motiviert oder als Ergebnis terroristischer Planung zu Grunde legt, aber dennoch wird seine Tat rechtsextremistisch motiviert und Rechtsterrorismus konstruiert und aufgebauscht.

Es lebe der Wahnsinn, der etwas und sein Gegenteil in gleicher Weise für gegeben hält. Nieder mit dem Satz der Identität, der behauptet, etwas könne nicht gleichzeitig es selbst und sein Gegenteil sein. Wenn es darum geht, Steuerzahlers Mittel zu verprassen, dann sind Logik, Anstand und Lauterkeit nur hinderlich.

So liest man in der ARD, dass einer der drei Gutachter den folgenden Unsinn von sich gegeben hätte: „Dass S. keine Verbindung zu rechtsextremen Gruppen pflegte, sei kein Beleg, dass er kein Terrorist sei“. Der logische Stellenwert dieses Satzes wird am besten deutlich, wenn man ihn umformt und schreibt, dass die Tatsache, dass der Gutachter keine Verbindung zur Mensa hat kein Beleg dafür ist, dass er kein Idiot ist.

Aber wir alle fühlen uns jetzt besser, nun, da wir wissen, dass David Sonboly ein Rechtsterrorist gewesen sein soll, dass seine tat rechtsextremistisch motiviert gewesen sein soll – oder? Und während wir uns besser fühlen, bedienen sich die Mitglieder der nepotistischen Strukturen, deren Leben dem verbalen Kampf gegen den Rechtsextremismus gewidmet ist, weiterhin aus Steuergeldern.

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Die Medien sind am Erfolg der AfD schuld … Unsinn per Regression und Granger-Analyse

„Hätten die Medien mehrere Wochen lang gar nicht über die AfD berichtet, wären die Umfragewerte unseren Berechnungen zufolge fünf Punkte niedriger“, so Lehrstuhlinhaber Professor Simon Hegelich. „Wird viel über die AfD berichtet, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass ihre Umfragewerte steigen.“

Auf den Text von Buzzfeed, der die oben zitierte Einleitung trägt, sind wir über den Blog von Hajo Funke aufmerksam geworden. Funke ist emeritierter Professor der Politikwissenschaft, der sich zeitlebens nicht unbedingt durch statistische Kenntnisse ausgezeichnet hat. Deshalb sei ihm Verziehen, wenn er voller Begeisterung über das Ergebnis der Analyse von „Lehrstuhlinhaber Simon Hegelich“ berichtet. Der Lehrstuhl, den Hegelich mehr besetzt als innehat, er steht an der Hochschule für Politik in München, also eigentlich an der Technischen Universität München.

München war einmal ein ernstzunehmender Standort für Politikwissenschaft…

Hegelich hat das getan, was man Datencrunching nennt. Zunächst hat er bei Google Trends die Häufigkeit von Suchen nach „AfD“ in Google News gesammelt, dann die Umfrageergebnisse von Emnid, Forschungsgruppe Wahlen, GMS, Infratest dimap, Forsa, Insa, YouGov und Allensbach zusammengetragen und alles miteinander vermengt. Den Datensalat hat er dann mit dem Besteck der Regression auf lineare Bestandteile durchsucht und mit einer Granger-Analyse so lange herumgewerkelt, bis herauskam, dass sich die Anzahl der Häufigkeit von Suchen in Google News, in denen der Begriff „AfD“ vorkommt, in 4 oder 5 oder 6 Wochen auf den Umfragewert der AfD niederschlägt.

Ja.

Muss man dazu eigentlich noch etwas sagen, um den Unsinn dahinter deutlich zu machen?

Müssen wir wirklich „Warum-Fragen“ stellen?

Warum dauert es 4, 5 oder 6 Wochen bis Hans F, der nach der AfD gesucht hat, endlich von INSA befragt wird und sagen kann, dass er die AfD wählt? Wieso dauert es 6 Wochen, bis Hans B., der auch nach der AfD in Google News gesucht hat, sagen kann, dass er nicht die AfD wählt? Was macht Hans D., der nach der AfD gesucht hat und überhaupt nicht , von keinem der Umfrageinstitute befragt wird?

Die Dummheit, die sich in angeblichen wissenschaftlichen Analysen bahnbricht, ist nicht mehr auszuhalten.

Norwegian Crude Oil kills! Source Proof

Tyler Vigen hat eine Kunst daraus gemacht zu zeigen, dass man jeden Unsinn korrelieren kann und hätte er Lust, eine Granger-Analyse zu berechnen, wir haben keinen Zweifel, dass er problemlos nicht nur zeigen könnte, dass der jährliche Käsekonsum mit der Anzahl derer korreliert, die sich in ihrem Betttuch so verstricken, dass sie ersticken, sondern dass der Käsekonsum die Ursache der Betttoten durch Ersticken ist. Oder, passender für Hegelich ist die hohe Korrelation zwischen der Anzahl von Raketenstarts weltweit und der Anzahl der Doktortitel, die an Soziologen verliehen werden. Je höher erstere, desto höher zweitere. Die Raketenstarts, so wird eine Granger-Analyse zweifellos zeigen, sind kausal für die Anzahl der promovierten Soziologen. Schließlich gibt es einen fast perfekten Zusammenhang zwischen dem jährlichen Mozzarella-Konsum und der Anzahl der Ingenieure, die im Bereich Tiefbau promoviert werden. Offenkundig würde eine Granger-Analyse zeigen, dass mit der Zahl der promovierten Tiefbau-Ingenieure der Konsum von Mozzarella wächst.

Die Beispiele zeigen, dass man fast jeden Unsinn mit Korrelationsanalysen finden kann. Dass dem so ist, daran ändert auch die Granger-Analyse nichts, denn die Verwendung einer Granger-Analyse oder einer Korrelationsanalyse oder einer Regression macht nur dann Sinn, wenn der, der die statistischen Methoden bedient, eine theoretisch formulierte und mit Argumenten gestützte Vorstellung davon hat, warum der von ihm gemessene Zusammenhang besteht. Man nennt diese Vorstellung auch Hypothese.

Also zurück zum Warum.
Warum hat die Suche nach der AfD in Google in 4, 5 oder 6 Wochen zum Ergebnis, dass die Häufigkeit der Antwort „AfD“, die die Forschungsgruppe Wahlen erhält, höher ist als noch zwei Wochen zuvor bzw. niedriger?

Und wie kommt man von der Suche nach „AfD“ in Google News und vom Anteil, den die AfD bei Infratest Dimap in der Umfrage von 19. September erhalten hat, noch einmal zu der Behauptung, dass es einen kausalen Effekt zwischen dem AfD-Erfolg bei der Bundestagswahl und Medienberichten gibt? 

Wann immer wir in einem Post geschrieben haben, dass die Junk Science, die wir gerade auseinander genommen haben, so großer Junk ist, dass es kaum vorstellbar ist, dass es noch größeren Junk gibt, sind wir falsifiziert worden. Die Menge an Junk, die an deutschen Hochschulen produziert wird, sie ist nicht übersehbar, nicht verständlich und nicht entschuldbar.

Wie erklärt man den in diesem Fall von Hegelich produzierten Junk?

Entweder Hegelich ist ein Datenfuzzy, der vor lauter Korrelation und Granger-Analyse vergisst, dass man einen Zweck, einen Grund, eine Antwort auf die Frage „Warum“ benötigt, wenn man den Zusammenhang, den man gefunden hat, erklären will. In diesem Fall wäre die Analyse von Hegelich das Ergebnis einer defizitären Ausbildung, in deren Verlauf es möglich ist, statistische Methoden zu erlernen, ohne zu wissen, warum und wozu.

Oder Hegelich ist ein Opportunist, einer, der versucht, Öffentlichkeit für sich zu schaffen und bekannt zu werden. Was wäre dazu besser geeignet, als diejenigen in Deutschland, die schon beim Anblick einer harmlosen Regressionsgleichung Fracksausen bekommen und mit Begriffen wie „Granger-Analyse“ zum ehrfurchtsvollen Verstummen gebracht werden können, an der Nase durch die Manege zu führen, um sich selbst als großen Statistiker zu inszenieren, der die Wahrheit über den AfD-Erfolg verbreitet hat?

Damit auch der letzte bemerket, welchem Unsinn er möglicherweise aufgesessen ist, vielleicht bemerkt es sogar Hajo Funke, hier unsere Analyse, die zeigt, dass der FC Bayern schuld am Wahlerfolg der AfD ist. Die Suche nach „FC Bayern“ korreliert mit der Suche nach „AfD“ (r = -.35). Mit einer Granger-Analyse können wir zeigen, dass mit einem Lag von 3 Tagen nach der Berichterstattung über den FC Bayern, die Suchen nach der AfD steigen. Um es in den Worten von Simon Hegelich zu formulieren: Die Berichterstattung über den FC Bayern führt nach drei Tagen zu einer hohen Berichterstattung über die AFD, die, eine Erkenntnis, die wir auch Hegelich verdanken, mehr AfD-Prozente in den Umfragen von FGW, Infratest Dimap, Allensbach usw. zur Folge hat.

Also Ihr Medien: Es gibt kein Entrinnen. Berichtet Ihr über die AfD, dann kommt dies der AfD zugute, berichtet Ihr über den FC Bayern, dann kommt das auch der AfD zugute. Bedankt Euch bei Simon Hegelich. Von dem stammt dieser Junk.

Granger-Kausalität ist eine bestimmte Form der Kausalität, die in Zeitreihenanalysen benutzt wird. Die Idee der Granger-Kausalität ist einfach: Eine Variable X ist Granger-kausal für Y, wenn Y besser über die vergangenen Werte von X und Y vorhergesagt werden kann als über die vergangenen Werte von Y alleine.

Die Idee basiert auf mehreren Voraussetzungen:

  • Nur vorausgehende Werte von X können kausal für Y sein.
  • X muss sich exogen zu Y verhalten, d.h. X für sich darf nicht Granger kausal für Y sein.
  • X und Y müssen statistisch unabhängig voneinander sein. D.h. X darf für Y nicht Granger-kausal sein und Y nicht für X.

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Die Welt der wissenschaftlichen Zeitschriften ist schon lange nicht mehr in Ordnung. Behauptete Peer Reviews finden nicht statt. So ziemlich jeder Junk, der eingereicht wird, wird auch veröffentlicht (es sei denn, er wird bei Rationality and Society eingereicht und Dr. habil. Heike Diefenbach ist der Gutachter). Veröffentlichte Artikel müssen zurückgezogen werden, weil sich herausstellt, dass die Autoren ihre Daten gefälscht haben, dass Sie Ergebnisse erfunden haben oder so schlampig gearbeitet haben, dass es dem ersten, der den Text wirklich ließt, auffallen muss.

Wer Beispiele für veröffentlichten Junk sucht, der kann bei uns nach Junk-Science suchen oder bei New Real Peer Review schmökern.

Kurz: Der Haussegen bei wissenschaftlichen Verlagen hängt ziemlich schief, was sie nicht davon abschreckt, horrende Preise, für die von ihnen verlegten Artikel zu verlangen.

Aber weil das alles noch nicht reicht, kommt nun Pravin Bolshete und veröffentlicht Texte wie den folgenden, den wir von Retraction Watch übersetzt haben:

„Aufgrund meiner Arbeitsüberlastung bin ich nicht in der Lage, ein wissenschaftliches Paper, einen wissenschaftlichen Artikel zu schreiben. Diesen benötige ich aber, um promovieren zu können. Einer meiner Kollegen hat mir den Tipp gegeben, mich an Sie zu wenden, in der Hoffnung, dass Ihre Zeitschrift mir helfen kann. Ich würde mich freuen, wenn Sie mich als Ko-Autor eines beliebigen Fachartikels im Bereich der Medizin ergänzen könnten oder wenn sie jemanden benennen könnten, der den entsprechenden Artikel für mich schreiben kann und mir bei der Veröffentlichung weiterer Artikel behilflich ist.“

Diese oder eine ähnliche Anfrage hat Bolschete an vornehmlich medizinische Zeitschriften verschickt, die auf Beall‘s Liste der „predatory publishers“ verzeichnet sind. 117 der angeschriebenen Verleger oder Zeitschriften haben ihm geantwortet, 63 (53,8%) davon in einer wie Bolschete fand, unethischen Weise. 19 Verleger waren damit einverstanden, Bolschete als Autor eines Artikels zu ergänzen, 10 Verleger boten an, ihm einen Artikel zu schreiben, Veröffentlichung inbegriffen.

Eine Antwort, die Bolschete von einem Verlag erhalten hat, verwies darauf, dass zwei Autoren, die einen Text eingereicht haben, die Gebühren, die bezahlt werden müssen, um den Text veröffentlicht zu sehen, nicht aufbringen könnten. Zahle Bolschete $300, dann sei er Mitautor des entsprechenden Artikels.

Welcher Leser hat Bedarf an einer Veröffentlichung? $300 beim richtigen Verlag und Sie sind Autor z.B. eines medizinische Papers ohne auch nur die geringste Anstrengung, ohne den geringsten Aufwand.

Empörend.

Vielleicht auch nicht.

Professoren u.a. in den Wirtschaftswissenschaften sind dafür bekannt, sich frank und frei studentischer Arbeiten zu bedienen, sofern sich darin Ideen finden, die ihnen interessant vorkommen und diese dann unter eigenen Namen zu veröffentlichen. Andere lassen ihre wissenschaftlichen Mitarbeiter Artikel schreiben, denen sie dann namentlich vorstehen, ohne auch nur einen Strich am Artikel getan zu haben. Diese Art von Frondiensten sind an deutschen Hochschulen normal, und sie sind nur eine Haaresbreite von den Praktiken entfernt, die Bolschete in seinem neuesten Coup offengelegt hat.

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Haben Sie Lust auf Auseinandersetzung oder steht bei Ihnen eher der Frust durch Auseinandersetzungen im Vordergrund? Der individuelle Umgang mit Konfliktsituationen ist ein Feld, das in Deutschland nicht beforscht wird. Dr. habil. Heike Diefenbach ändert dies zur Zeit. Sie haben die einmalige Gelegenheit, daran mitzuwirken. Nehmen Sie an unserer Primärforschung teil. Wirken Sie mit an der Erstellung einer Skala zur Messung von Konfliktorientierung.   Zur Teilnahme geht es hier.
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