Wenig hilfreich: Videoausschnitt von Solinger Pressekonferenz vermittelt Gegenteil des tatsächlich Gesagten

Bei allem Ärger, den man aufgrund der Tatsache, dass sich wieder einer derjenigen, die als „Schutzsuchende“ bezeichnet werden, als einer entpuppt hat, vor dem man Schutz suchen muss, bei aller Ineffizienz, die die Polizei gerade in Solingen nach den Morden und auf der Suche nach dem Täter offenbart hat, sollte man dennoch versuchen, Fairness walten zu lassen.

Aus dem Zusammenhang gerissene Aussagen wie die folgende, nützen niemandem und schaffen vollkommen unnötig Nebenkriegsschauplätze, die vom eigentlichen politischen Versagen oder von einer mutwillig von Politikern geschaffenen Situation der Unsicherheit und damit von den eigentlich Verantwortlichen ablenken:

Mit diesem kurzen Ausschnitt soll suggeriert werden, Röhrl habe den Bürgern polizeilichen Schutz aufgekündigt und ihnen empfohlen, zuhause zu bleiben …

Tatsächlich hat Röhrl diese Aussage in einem Zusammenhang getätigt, an dessen Ende die gegenteilige Aussage steht, die Städte zu beleben, vor Ort zu sein, denn nach Ansicht von Röhrl sind Städte umso sicherer, je belebter sie sind, eine Aussage, die man durchaus kritisieren kann, aber das passiert nicht, weil versucht wird, mit Snippets, die dem Gesagten nicht gerecht werden, Stimmung zu machen, unnötiger Weise Stimmung zu machen und damit vom Relevanten, von den politisch Verantwortlichen abzulenken.

Die Aussage im Kontext:

Eine solche Tat mache betroffen, sagt Röhrl, auf die Frage, wie man sich als Bürger in Solingen nun verhalten solle. Sie werfe Fragen auf: Wie könne so etwas passieren? Kann so etwas wieder passieren? Als Antwort auf diese Fragen erzählt Röhrl von einer Gefahrenanalyse, die „die Polizei“ anstelle, davon, dass die Tat nach seiner Ansicht eine Einzeltat sei, die sich wieder ereignen könne, indes sei eine solche Wiederholung sehr unwahrscheinlich, denn gerade bergische Städte seien sehr sicher. Indes müsse jeder für sich entscheiden, ob ihm die Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen oder der öffentliche Personennahverkehr zu gefährlich sei (der Ausschnitt oben). Allerdings, stehe am Ende einer solchen Überlegung, dass man sich zuhause einschließen müsse, und das könne es ja auch nicht sein. Im Gegenteil würden Städte sicherer, wenn sie belebt seien, ergo: Nicht zuhause einschließen, sondern nach draußen gehen.

Das in Kurz, was Röhrl im Video oben sagt.
Man kann an vielen Stellen des Gesagten einhaken und Kritik üben, die z.B. Sicherheit nicht nur als Funktion der Anzahl von Personen definiert, sondern auch als Funktion der Sichtbarkeit der Polizei und des Wissens, dass Polizeibeamte nicht am Rande stehen werden, sondern, wenn notwendig, Ordnung durchsetzen werden und zudem den Eindruck vermitteln, dies auch physisch zu können.

Man kann sich auch daran stören, dass Röhrl die Frage letztlich nicht beantwortet, dass er versucht, niemandem auf die Füße zu treten.

Man kann darüber streiten, ob Attentate wie Solingen nach allem, was in der Vergangenheit an entsprechenden Straftaten gezählt wurde, noch als Einzeltaten angesehen werden können, aber eines kann man nicht, eine Aussage aus dem Kontext reißen und in ihr Gegenteil verkehren.

Das ist schäbig, und es spielt denen, die sich über vermeintliche „Desinformation“ ereifern, in die Hände.


 

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6Comments

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  1. 2
    Markus

    Ein falscher Kommentar eines Beamten und die Verbeamtung ist weg: sauteure Krankenversicherung bleibt dann und die “Rente” ist nur die Hälfte der Pension.

  2. 3
    Ingres

    Also, ich gehe schon nach draußen, aber nur 50 – 400 m zu den Supermärkten. Ansonsten gehe udn fahre ich in den Wald.
    Aber richtig sicher ist das da auch nicht. Zwar bin ich im Wald in 99% der Fälle alleine und sonst sind da auch höchstens Deutsche unterwegs, aber einmal war eine Gruppe Südländer mit einem komischen Auto da unterwegs.
    Die hatten angehalten und bastelten da irgendwie dran rum. Grüßten mich auch, was ich erwiderte.
    Wären die gefährlich gewesen, würde ich heute nicht mehr kommentieren. Vor Coriona war ich noch abends schwimmen. In der Gegend wurden durchaus Leute ausgeraubt und ich hatte immer kein gutes Gefühl, wenn mir auf dem Radweg eine Gruppe Neger entgegenkam oder an meiner Haustür auf den Bus warteten. Aber ist nie was passiert.

    Aber auf ein Fest oder einen Stadtbummel lasse ich mich nie mehr ein. Seit Corona ist ja auch Schwimmen und Fitness erledigt. Aber gibt ja noch Radfahren und Hantelbank.. Aber Schwimmen vermisse ich. Aber ein Abo während der nächsten Pandemie bringt es nicht mehr.

  3. 5
    Lars Beil

    Darf ich das jetrzt so verstehen, offiziell von einem politischen Organ innerhalb der Polizei, dass der gesellschaftkliche Vertrag von öffenticher Seite aufgekündigt ist? Das Gewaltmonopol ist der Exekutive vom Volke geliehen. Umkehrschluß könnte sein, es sich zurückzuholen. Ist es das, was die BRD-Politdarsteller wollen???

  4. 6
    Sandra Krass

    „…, dass der gesellschaftliche Vertrag von öffenticher Seite aufgekündigt ist? “

    Wenn dem so ist, so können und dürfen wir uns wieder bewaffnen.

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