Wenn Äpfel in Birnen-Staaten zuwandern: Diversität: Gefahr oder Stärke?

Die große Gleichheit, die in westlichen Staaten ausgerufen wurde und (außer Personen, die als „rechts“ etikettiert werden, weil sie von der großen Gleichheit nichts halten) auf alle gestülpt wird, die sich nicht wehren, wird nirgends so deutlich wie bei Zuwanderung. Befürworter von Zuwanderung behaupten, diejenigen, die zuwanderen, seien Menschen wie Du und ich, teilten dieselben Ziele, dieselben Handlungsmotive, dieselbe MENSCHLICHKEIT.

In der Tat: Es gibt eine Conditio Humana, eine grundlegende Prägung, die alle Menschen teilen.

Aber, besser: ABER, diese Conditio Humana wird überlagert vom Sozialen, wie es in der Sozialstruktur einer Gesellschaften seinen Niederschlag findet und mit diesem Sozialen, der jeweiligen und zwischen Kontinenten, Regionen, zuweilen auch Nationen verschiedenen sozialen Struktur der Gesellschaft VARIIERT die Sozialisation und als Ergebnis davon variieren Handlungserwartungen. Kultur beschreibt vor diesem Hintergrund nichts anderes als durch eine SPEZIFISCHE Sozialisation in einer unterschiedlichen sozialen Struktur geprägte VERHALTENSERWARTUNGEN, Verhaltenserwartungen, die von anderen an einem selbst und von einem selbst an andere herangetragen werden.

In manchen Gesellschaften ist es nicht denkbar, dass Kinder Heiratspartner GEGEN den Willen ihrer Eltern suchen. In anderen Gesellschaften gilt eine von Eltern arrangierte Ehe als etwas mittelalterliches, das mit dem Autonomiestreben von Individuen nicht vereinbar ist.

Manche sind der Ansicht, unterschiedliche Verhaltenserwartungen wie die beschriebenen, ließen sich über Werte, Überzeugungen, Einstellung messen und wieder andere haben unzählige Fragebatterien entwickelt, mit denen sie Werte, Normen, Überzeugungen, Einstellungen, wie auch immer sie das Komposit aus unterschiedlichen Fragen bezeichnen, messen zu können glauben, und vor allem: UMTERSCHIEDE zwischen aggregierten Werten, Normen, Überzeugungen, Einstellungen messen zu können glauben.

Geert Hofstede, Ronald Inglehart, Robert McCrae Shalom Schwartz, sie und viele andere tummeln sich seit langem in diesem Feld und vermessen es mit ihren „Fragebatterien“:

Hofstede, Geert, and Robert R. McCrae (2004) Personality and culture revisited: Linking traits and dimensions of culture. Cross-cultural research 38(1): 52-88.

Inglehart, Ronald (1977). The silent revolution: Changing values and political styles among Western publics. Princeton University Press..

McCrae, Robert R., and Antonio Terracciano (2005). „Personality profiles of cultures: aggregate personality traits. Journal of personality and social psychology 89(3): 407.

Schwartz, Shalom. (2006). A theory of cultural value orientations: Explication and applications. Comparative sociology 5(2-3): 137-182.

Nun ist die Frage, was diese Leute mit ihren vielen Fragebatterien tatsächlich messen, eine aus unserer Sicht nach wie vor offene Frage, egal, wie oft behauptet wird, Werte oder Programmierungen des Geistes würden damit gemessen. Auf der untersten Ebene des Anspruchs, den man an solche Forschung herantragen kann, messen sie alle individuelle Wahrnehmungen von Erwartungen, die an die jeweiligen Befragten herangetragen werden, wenn man so will, die individuelle Wahrnehmung der Einbindung in eine soziale Struktur, sowie die Erwartungen und Verpflichtungen, die damit einhergehen (vielleicht auch die Erwartungen, die Befragte bei denen, deren Fragen sie beantworten, vermuten).

Und genau auf diese Weise interpretieren wir das Ergebnis der folgenden Studie von Muthukrishna et al.:

Muthukrishna, Michael, Adrian V. Bell, Joseph Henrich, Cameron M. Curtin, Alexander Gedranovich, Jason McInerney, and Braden Thue (2020). Beyond Western, Educated, Industrial, Rich, and Democratic (WEIRD) psychology: Measuring and mapping scales of cultural and psychological distance. Psychological science 31(6): 678-701.

Muthukrishna et al. (2020) benutzen all die Skalen, die von Autoren, wie den oben genannten entwickelt wurden, um ein Maß für KULTURELLE DISTANZ zu basteln, ein Maß, das es ermöglichen soll, kulturelle Unterschiede nach Nationen zu sortieren. Sie gehen relativ rustikal mit den Daten aus zwei Wellen des World Value Survey um, reduzieren, wie es heute so üblich ist, Likert-skalierte Antworten von 5 Antwortmöglichkeiten auf 3 – mit dem einhergehenden Informationsverlust – und sind in ihrer Beschreibung kultureller Distanz auf die Fragen reduziert, die Aussagen-Batterien, die sich im World Value Survey finden, d.h. Unterschiede, die sich z.B. im Hinblick auf Strukturen kognitiver Verarbeitung und Fähigkeit ergeben, bleiben außen vor. Was verbleibt, sind Messungen persönlicher Autonomie, der Kooperationsbereitschaft, des Umgangs mit Unsicherheit, der Einbindung in familiäre „Machtstrukturen“ und der Bereitschaft zu Unterordnung und Gehorsam.

Reicht auch für’s Erste.

All die genannten Dimensionen werden von Mutukrishna (kennen Sie dieses Verlangen, indische Namen auszuschreiben …?) et al. zu einem über alle 170.247 Befragten aggregierten „kulturellen Einheitsmaß“ verwurstet, das gegen die USA und CHINA standardisiert wird, und zwar als Maß für die kulturelle Distanz der Befragten aus einem der jeweils verbleibenden 79 Länder zu den USA bzw. CHINA.

Was sich ergibt, ist ein interessantes Ergebnis:

Dunklere Blautöne geben zunehmende Distanz zum jeweiligen Referenzland, oben sind das die USA, unten ist es China, an. Während sich die größte KULTURELLE Distanz zu den USA in arabischen Ländern und asiatischen Ländern findet, zeigen im großen und ganzen westliche und Afrikanische Länder die größte Distanz zu China.

In der folgenden Abbildung sind die kulturellen Distanzen zu den USA und CHINA gemeinsam abgetragen:

Die meisten westlichen Länder klumpen in relativer kultureller Nähe zu den USA und relativer kultureller Distanz zu China, während sich die meisten arabischen Länder in etwa gleicher kultureller Entfernung zu beiden befinden. Leider sind die beiden Axen nicht gleich skaliert, was den Vergleich etwas erschwert …

Wie auch immer, die Ergebnisse, wie sie auf Basis der Antworten von gut 170.000 Befragten errechnet wurden, ergeben ein in Hinblick auf hohe persönliche Autonomie, hohe Kooperationsbereitschaft, eine über die Familie hinausgehende moralische Verantwortlichkeit, die Ablehnung von Unterordnung und Gehorsam bei gleichzeitig hoher Bewertung eines demokratischen Regierungssystems EINMALIGES CLUSTER von Ländern: WEIRD. Befragte aus „Western (Westlichen), Educated (Gebildeten), Industrialized (Industrialisiserten), Rich (Reichen) and Democratic (demokratischen) Countries (Ländern)“ unterscheiden sich grundlegend von Befragten aus anderen Ländern.

Befragte aus WEIRD-Ländern scheinen einen gemeinsamen, sie von Befragten aus anderen Ländern distanzierenden kulturellen Bestand zu teilen, einer, auf dem Verhaltenserwartungen an sich und andere formuliert werden, die grundlegend von denen verschieden sind, die Befragte aus anderen Ländern formulieren:

„Together, these results suggest that WEIRD nations are truly psychological outliers in some objective sense, as has been recently argued (Schulz et al., 2019). „

Vor diesem Hintergrund kann man die Frage, ob Diversität eine Gefahr oder eine Stärke ist, recht eindeutig beantworten. Insofern eine große Zahl von Personen in WEIRD-Länder zuwandert, die ANDERE Verhaltenserwartungen mitbringen, sind kulturelle Konflikte vorhersehbar, was an sich kein Problem wäre, wenn eine vergleichbare Bereitschaft, kulturelle Unterschiede zu akzeptieren, in beiden Gruppen vorhanden wäre. Indes zeigen Ergebnisse wie die, die Muthukrishna et al. (2020) veröffentlicht haben, dass die Toleranz anderer kulturell bedingter Erwartungen und Verhaltensweisen etwas ist, das sich vor allem in WEIRD Ländern findet. Insofern sind die Konflikte, die vorhersehbar sind, wenn eine große Zahl kulturfremder Personen in WEIRD Ländern einwandern, vorprogrammiert, und die wohl einzige Form, sie gewaltfrei zu lösen, besteht in einer Anpassung der Bewohner von WEIRD Ländern an das, von Zuwanderern als unverhandelbar mitgebracht und ihnen vorgesetzt wird.

Ergebnisse wie die von Muthukrishna basieren auf aggregierten Maßen, Maßen, die über viele Befragte gemittelt wurden, hinter denen sich erhebliche Unterschiede verbergen, die von Personen, die zu den kulturellen Grundlagen, die in WEIRD-Ländern mehrheitlich geteilt werden, passen und Personen, die überhaupt nicht dazu passen reichen.

Eine verantwortliche Migrationspolitik würde sicherstellen, dass eine kulturelle Passung zwischen Zuwanderern und autochthoner Bevölkerung durch INTEGRATION der Zuwanderer sichergestellt ist, denn alles andere führt zwangsläufig zu Konflikten, die aufgrund fehlender Ambiguitätstoleranz bei manchen Zuwanderern kaum anders als gewaltsam gelöst werden können.


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