„Was die Menschen begehren, lieben, und wovon sie Abneigung empfinden, hassen sie. So sind also Verlangen und Liebe dasselbe, außer daß Verlangen immer die Anwesenheit des Objekts bedeutet, Liebe dagegen gewöhnlich seine Abwesenheit. Ebenso bezeichnen wir mit Abneigung die Abwesenheit, mit Haß die Anwesenheit des Objekts.“
Das schreibt Thomas Hobbes im 6. Kapitel seines Leviathan. Hass gehört für ihn zu den „einfachen Leidenschaften“ und ist somit etwas, das Menschen HABEN, das Menschen ausmacht, zu Menschen gehört, nicht von Menschen zu trennen ist, wenn man sie nicht ihrer Menschlichkeit berauben will.
Wie das wohl bei den Leuten ankommt, die „Hass“ als etwas ganz Furchtbares ansehen, das man bekämpfen und ausrotten muss?
Nun ist Hobbes ein bedeutender Philosoph, aber natürlich nicht der einzige. Indes, Philosophen sind sich weitgehend darin einig, dass Hass die Anwesenheit eines Objektes voraussetzt, also etwas unmittelbar bei Konfrontation sich Einstellendes ist. Deutlich wird dies bei Thomas von Aquin, für den Hass das Mittel ist, um BÖSES zu erkennen. Hass wird von Bösem verursacht und Böses ist Gegenstand von Hass. Ohne Hass ist es in der Konzeption von Aquinas Menschen nicht möglich, das Böse zu erkennen.
Aristoteles gibt Hass einen Klassencharakter, sieht „Hassobjekte“ in Klassen, Gruppen oder Typen von Menschen (sein Beispiel sind Diebe). Die Idee, dass Hass eine gerechtfertigte Reaktion auf die Anwesenheit des „Schädlichen“ in der Welt ist, ist bei Aristoteles mehr oder weniger abstrahiert und als allgemeine, wenig handlungsrelevante Eigenschaft von Menschen gefasst. In krassem Gegensatz zu Ärger, in dem Aristoteles eine handlungstreibende Kraft sieht, die sich nicht abstrakt oder allgemein gegen Typen von Menschen richtet, sondern gegen konkrete Personen.
Hobbes nachfolgend setzt eine Art Psychologisierung von Menschen ein, vielleicht beginnend mit René Descartes, der Hass als Reaktion auf die Wahrnehmung eines schädlichen oder bösen Objekts ansieht, mit dem der Wunsch, dieses Objekt zu vermeiden einhergeht. Baruch Spinoza macht aus Hass einen Schmerz, der von einem externen Objekt verursacht wird, wobei das Objekt als bedrohlich für das eigene Wohlergehen wahrgenommen wird, woraus bei Spinoza der Wunsch entsteht, dieses bedrohliche Objekt zu beseitigen.
Wenn wir den kurzen Ausflug in die Philosophie an dieser Stelle abbrechen, dann deshalb, weil deutlich geworden sein sollte, dass EGAL ob Hass als Leidenschaft (Hobbes) oder als Ergebnis einer kognitiven Wahrnehmung von Bedrohung oder Bösem (Aristoteles, von Aquin) oder als Gefühl, das sich in Reaktion auf eine entsprechende Wahrnehmung von Bedrohung einstellt (Descartes, Spinzosa) konzipiert wird, etwas DEN MENSCHEN NOTWENDIG ZUGEHÖRIGES ist. Hass ist etwas, das einen GRUND, eine URSACHE voraussetzt. Hass fällt nicht einfach vom Himmel, er muss provoziert werden, durch das Böse (von Aquin) oder die Anwesenheit eines Objektes, das Hass auslöst (Hobbes) bzw. als bedrohlich wahrgenommen wird und deshalb mit Abwehrreaktionen einhergeht (Descartes, Spinoza).
Damit stehen so ziemlich alle Philosophen in krassem Gegensatz zu denen, die heute mit „Hass“ unterwegs sind, ihre Karrieren auf die Bekämpfung von „Hass“ gebaut haben, Hass hinter jedem Baum sehen und letztlich zu einer Essenz erklärt haben, die manchen Menschen, also allen Menschen, die sie nicht mögen (man könnte auch sagen: hassen) innewohnt, von der sie selbst aber vollkommen unbefleckt sind. Eine derart kindische Sicht auf Dinge ist in ihrer Absurdität kaum mehr zu steigern, hat dessen ungeachtet aber dazu geführt, dass wir allen Ernstes über „Hassrede“ diskutieren, ohne dass die URSACHE für diese „Hassrede“ und die normale menschliche Reaktion, die Hass in einer als Bedrohung wahrgenommenen Situation darstellt, auch nur entfernt berücksichtigt wird.
Wir leben nicht nur in einer Zeit, in der Infantilismus und ideologische Verblödung blühen, wir leben auch in einer Zeit, in der Menschen mit Verweis auf Menschenrechte grundlegende Bedürfnisse / Leidenschaften / Empfindungen, die ihnen aufgrund ihres Menschseins immanent sind, abgesprochen werden:
Die üblichen Verdächtigen, von NGOs über die Bundeszentrale für politische Bildung bis zu Amnesty International definieren Menschenrechte gewöhnlich als
„Rechte, die wir allein deshalb haben, weil wir Menschen sind. Sie werden uns nicht vom Staat verliehen und können daher auch nicht vom Staat genommen werden.“
Allein deshalb, weil wir Menschen sind, empfinden wir Hass: Denn es gibt Dinge, die böse sind, es gibt Personen, die böse sind, Personen, die einem schaden wollen, Personen, die als Bedrohung angesehen werden müssen, Personen, die Aversion und das Bedürfnis, sich ihnen zu entziehen oder sie loszuwerden, auslösen.
Hass gibt im einfachsten Fall Orientierung, dient dazu, die eigene Person zu charakterisieren und abzugrenzen und ist im extremsten Fall überlebenswichtig.
Hass ist ein Menschenrecht.
Nur Zombies würden das bestreiten.
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„Wenn wir unsere Feinde hassen, geben wir ihnen große Macht über unser Leben: Macht über unseren Schlaf, unseren Appetit, unsere Gesundheit und unsere Geistesruhe.“ – Andrew Carnegie
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Aber mir ist klar:
„Es gibt Menschen, für welche der Haß ein Bedürfnis ist, und da sie die Regierung nicht umstürzen können, sich damit trösten, daß sie, wohin sie gelangen können, überall Zwietracht und Uneinigkeit aussäen.“
– Napoleon I. Bonaparte
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– Napoleon I. Bonaparte
Die Hassbekämpfer hassen den Hass -also sich selbst.