Endet mit King Charles III. die britische Monarchie?

Die Erwartungen an King Charles III. waren gering.

Als Prince of Wales hat sich Charles über Jahrzehnte einen Namen als Kämpfer gegen die Fiktion eines von Menschen gemachten Klimawandels gemacht und seine Nähe zu Organisationen wie dem World Economic Forum hat nicht gerade dazu beigetragen, das Vertrauen von Briten in ihn zu erhöhen.

Indes: Mit einer Krönung als King Charles III. begann ein neues Spiel: Charles III. gelobte, sich aus tagespolitischem und ideologischem Unfug herauszuhalten und seine Hingabe an die Klimawandel-Erzählung zumindest nicht mehr öffentlich auszuleben. Wie es scheint, hat er den Islam als Substitut gefunden, um die damit freigewordene Zeit zu füllen, denn seither findet sich Charles III. u.a. in Moscheen ein und ist emsig bemüht, Muslime zu befreunden. Und in dieser selbstgewählten Rolle hat er am 17. Februar, dem letzten Tag, BEVOR für Christen die Fastenzeit beginnt, Muslimen einen schönen Ramadan gewünscht.

Das, an sich, mag man tolerieren, vor dem Hintergrund, dass King Charles III. immerhin das Oberhaupt des Vereinigten Königreichs ist, und somit auch Oberhaupt einer wachsenden muslimischen Gemeinde. Indes: Er ist nicht nur Staatschef, er ist zudem das Oberhaupt der Anglikanischen Kirche.

1531 hat sich Henry VIII. zum „Supreme Leader“ der englischen Kirche erklärt, 1534 wurde seine Rolle in eine Gesetz (Act of Supremacy) geschrieben und vom House of Parliament verabschiedet. Bis heute ist der britische Monarch, Supreme Governor of the Church of England. ernennt Bischöfe und Erzbischöfe, muss selbst Mitglied der „Church of England“ sein und schwört anlässlich seiner Krönung den Eid, den Fortbestand der Church of England zu sichern und zu verteidigen. Entsprechend trägt er in seiner Rolle als Supreme Governor of the Church of England zudem den Titel „Defender of the Faith“ [Verteidiger des Glaubens].

Charles III. muss also, bei allem, was er tut, die Interessen der Church of England an die erste Stelle setzen, sich als deren Fürsprecher, Unterstützer und Verteidiger zeigen, darf nicht einmal entfernt den Eindruck erwecken, auf ihn sei in seiner Rolle nicht 100% Verlass.

Aber genau diesen Eindruck hat er erweckt, denn er hat es abgelehnt, in diesem Jahr eine Osterbotschaft für Christen zu veröffentlichen. Um fair zu sein, es gibt keine Tradition für royale Osterbotschaften, wie es sie für Weihnachtsbotschaften gibt. Queen Elizabeth II hat nur selten Osterbotschaften verbreitet, aber King Charles III. hat es im vergangenen Jahr getan:

Dieses Jahr ist es ihm also zu viel, eine solche, eher unaufwendig erscheinende Botschaft zu veröffentlichen, in der er sich direkt an Christen und diejenigen, deren „Supreme Governor“ er ist, wendet.

Ein selten deutlicher Ausweis fehlenden Fingerspitzengefühls, fehlender „Nase“ für gesellschaftliche Stimung oder schlimmer, ein Beleg dafür, dass das Oberhauopt der anglikanischen Kirche zum Islam übergelaufen ist, wie es manche bereits auf Grund seiner Performances in der Vergangenheit vermuten.

Und natürlich hat diese königliche Fehleinschätzung, die immer mehr Briten als royalen Mittelfinger interpretieren, dazu geführt, dass all die Zweifel, die Charles bereits vor seiner Krönung entgegengebracht wurden, all die Vermutungen, es nicht mit „königlichem Material“ zu tun zu haben, neu belebt wurden, wie z.B. in dem folgenden Kommentar auf X, der repräsentativ für den Ärger ist, den sich King Charles III mit seinem Verzicht auf eine Osterbotschaft nach vorheriger Ramadanbotschaft zugezogen hat:

Im Text zum Video steht (unsere Übersetzung):

„Das hat es in Windsor Castle in 1000 Jahren nicht gegeben: Der muslimische Gebetsruf hallt durch St George’s Hall. 360 muslimische Gäste. Das erste Fastenbrechen in der Geschichte der State Apartments von Windsor Castle.

Die Genehmigung dafür hat Charles III. direkt erteilt.
Dafür gibt es keine Osterbotschaft von ihm.

Schaut genau hin, was der Supreme Governor der Church of England tut.
Er hat 1993 arabisch gelernt, um den Koran lesen zu können und uns erzählt, Islam könne uns die Art lehren, in einer spirituellen Welt zu leben, die das Christentum verloren hat. Er hat den Islam als größte Schatztruhe für akkumuliertes (spirituelles) Wissen bezeichnet. Er hat sich geweigert, Salman Rushdie, der vom Iran zu jemandem erklärt wurde, den zu ermorden es Pflicht für Muslime ist, zu unterstützen, sich vielmehr 2010 mit dem Mann getroffen, der einen Protest gegen Salman Rushdie organisiert hat. Er hat ein Beratergremium von 12 „Weisen“ etabliert, die ihn in Fragen des Islam und seiner Kultur beraten sollen. Die Treffen sind geheim.
1996 hat er mehr muslimische Lehrer an Schulen gefordert, erklärt, dass wir von muslimischen Lehrern unterrichtet werden müssten, um mit unseren Herzen lernen zu können.

[…]

Nachdem 52 Menschen bei einem islamistischen Terroranschlag in London ihr Leben verloren haben, hat er den Islam verteidigt, behauptet, der Anschlag habe nichts mit wahrem Glauben zu tun.

[…]

Er hat zahllose muslimische Länder besucht, weigert sich bis heute, Israel zu besuchen. Er will Verteidiger von Glauben, nicht „des“ Glaubens sein.

Im Februar 2026, einen Tag vor Beginn der Fastenzeit veröffentlicht er eine Ramadan-Botschaft an Muslime. Kein Satz zu den Tausenden nigerianischen Christen, die von Muslimen ermordet wurden, mindestens 7000 in 2025, mindestens 125.000 seit 2009.

[…]

By Roger Harris – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:King%27s_Speech_2024.jpg, CC BY 3.0, Link

Der Ärger, der in diesem Post zum Ausdruck kommt, ist das eigentlich Relevante. Man muss die Inhalte nicht teilen, um zu verstehen, dass sich viele Briten, Mitglieder der anglikanischen Kirche, bislang Monarchisten, von King Charles III. verraten fühlen.

Der Ärger, den sich Charles III. zugezogen hat, kommt zu einer Zeit, in der der Fortbestand der Monarchie ohnehin in Frage gestellt ist: Zu tief sind viele Royals vom ehemaligen Prince Andrew in den Epstein-Sumpf gezogen worden, zu viel scheint den Royals über das Treiben des royalen Sohnes, Bruder und Prinzen bekannt gewesen zu sein.

Die Zeichen stehen für die britische Monarchie auf Sturm, und ausgerechnet jetzt, in einer solchen Situation, vergällt King Charles III. diejenigen, die er braucht, um seinen königlichen Hintern retten zu können.

Ein Meisterstück an Fehleinschätzung und Ignoranz.

Es könnte von Keir Starmer stammen …


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6Comments

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  1. 3
    leopold

    Dazu passt dieser „offene Brief“ eines Bischofs an Charles. Er kritisiert den Verfall der christlichen Werte im Königreich und seinen Institutionen. Und auch er ahnt, wohin das führen wird.
    „…Das Problem, das vor uns liegt, ist keine Nostalgie. Es ist die Zivilisation. Entferne das Christentum aus der Geschichte Großbritanniens und du erschaffst keine neutrale Gesellschaft – du schaffst ein moralisches Vakuum. Und die Geschichte lehrt uns, dass moralische Vakuums nie lange leer bleiben…“

    https://openletter.earth/a-bishops-appeal-to-the-crown-an-open-letter-to-hm-king-charles-iii-322b25cb

  2. 4
    fisial

    Das Königshaus hat über die Jahrhunderte so viel Dreck am stecken und hat so viel Elend, Tod, Ausbeutung von Kulturen und Länder gebracht — wundert mich dass die Nachkommen nicht vor Gericht gezogen wurden wegen Verbrechen an die Menschheit.

  3. 5
    Mario Bernkopf

    Ich möchte gerne Prince Philip zitieren, der seinen Sohn Charles (nachgewiesen) als „twelve bore asshole“ bezeichnet hat. Hierbei handelt es sich um ein historisches Zitat, und keine Beleidigung meinerseits.

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