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„Dogeza“ oder weltfremde Selbstüberschätzung: Japaner werden zum Vasallen der EU-Kommission modelliert

Schmarotzen an der Leistung anderer funktioniert heute per Gesetz.

Man erfindet eine Steuer, weil z.B. energieintensive Branchen innerhalb der EU, die mit der Herstellung von Stahl, Eisen, Aluminium, Zement oder Düngemittel befasst sind, hohe CO2-Emissionen, also als hoch von der EU bewertete CO2-Emissionen haben.
Damit schafft man Einnahmen aus dem Nichts, verteuert aber die Produktion in der EU und beschädigt die Wettbewerbsfähigkeit eigener Unternehmen, was wiederum in einem normalen Gehirn dazu führen muss, dass die Gewinne aus der CO2-Steuer mit den Verlusten bei erwirtschafteten Gütern und damit bei Steuereinnahmen verrechnet werden. Aber wir verfolgen derzeit EU-Gedankengänge, nicht das, was in einem normalen Gehirn geschieht.

In der EU wird nicht gegengerechnet.

Unternehmen, die an mehreren Standorten produzieren, werden, wenn an einem Standort die Produktion künstlich, wie gerade beschrieben, verteuert wird, die Produktion verlagern.

Man muss nicht Ökonomie studieren, um das zu wissen. Ein normales Gehirn ist zu diesem Gedanken …, aber lassen wir das.

Nun könnte man bei der EU umdenken und – weil die eigene Politik, die Erfindung einer Bereicherungsmaßnahme für die EU SCHADEN verursacht hat, umdenken – in einem normalen Gehirn würde ein solches Umdenken stattfinden, aber…

ABER: Die CO2-Steuer ist eine Glaubensabgabe. Sie ist intensiv ideologisiert. Sie abzuschaffen, das entspricht dem Ende von Halal bei Muslimen, etwas, das nur bestimmte Leute mit rationalem Denken und entsprechender Moral zuwege bringen.

Und je mehr man sich selbst als Heilsbringer der Welt inszeniert, wie die Leute in der EU-Kommission, die aus nicht nachvollziehbaren Gründen immer noch im Freien unterwegs sind, als Prophet der neuen CO2-Religion vermarktet hat, desto weniger kann man die vorhersehbaren SCHÄDEN der eigenen Politik dadurch amortisieren, dass man die Politik zurücknimmt.

Nein, man setzt noch einen drauf: CBAM – Carbon Border Adjustment Mechanism. Um die Verlagerung von Produktion ins Ausland zu reduzieren und den Nachteil der willkürlich als Steuern denjenigen aufgedrückt wurde, die produzieren, was die EU-Propheten als Teufelszeug abgekanzelt haben, wird eine weitere Steuer erfunden, eine, die dieses Mal all diejenigen Importeure trifft, die in Ländern sitzen, deren Regierung bislang keine Steuer auf CO2 erfunden haben, um ihre Wirtschaft zu zerstören und sich selbst heilig zu sprechen. Sie müssen nun bezahlen, was die heimische Wirtschaft auch bezahlen muss.

Wer seine Waren in ein Raub-Gebiet importiert, der muss damit rechnen, systematisch beraubt zu werden.

Und damit das Image der Wegelagerer, die sich in Brüssel, dem Euro-Hub der Diversität, eingenistet haben, nicht allzusehr leidet, deshalb gibt es Auftragsforscher, ob gekauft oder freiwillig andienend, das sei dahingestellt, die versuchen, die heilbringende Maßnahme der EU gutzuschreiben, aus von Steuerzahlern finanzierten Hallen heraus melden sie sich zu Wort, um Lobpreis über die EU-Propheten einer elenden, aber CO2-reduzierten Zukunft zu schütten.

Beaufils, Timothé, Joschka Wanner, and Leonie Wenz (2024). The potential of carbon border adjustments to foster climate cooperation.

Wie es in einer Pressemeldung des Potsdam Institut heißt, ist die im „Peer-Review-Verfahren von exter nen Fachleuten geprüfte Arbeit bereits auf der Webseite des Journal of the Association of Environmental and Resource Economists (JAERE) einsehbar und wird dort im November 2026 in der Print-Ausgabe veröffentlicht. Die Federführung lag beim Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK).“

Das Werk kann bei der angegebenen Zeitschrift aber nur dann „eingesehen“ werden, wenn man dafür bezahlt. Und, wir wissen ja nicht, ob sie bereit wären, für diesen Ladenhüter, für den man nach zwei Jahren endlich einen Abnehmer gefunden hat, zu bezahlen?

Wir sind es definitiv nicht und erzählen jetzt, warum: Wir haben den Krempel – unentgeltlich versteht sich – gelesen (siehe LINK)!

Es ist eine jener Modellrechnungen, wie sie nur „Ökonomen“ erstellen können, die sich in ihrer mathematischen Modellwelt so gut eingerichtet haben, dass sie vor lauter Gleichungen vergessen haben, dass da draußen eine Welt zu finden ist, die nicht nach Gleichungen funktioniert, weshalb es zuweilen sinnvoll ist, „to touch ground“, auf dem Boden anzukommen und sich zu fragen, ob man sich gerade ins Nirvana modelliert hat. Die Leute aus dem PIK tun das nicht. Sie werden offenkundig dafür bezahlt, dass sie Einhörner in mit rosaroten Wolken behangene Himmel reiten und  Hurra dazu schreien.

Von wem?
Wissen wir nicht.
Aber wir wissen, dass die Autoren versuchen, die oben beschriebenen Schmarotz-Direktiven der EU in ein besseres Licht zu stellen und quasi zu einem Vorbild für die Welt, einer Weltreligion zu machen:

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich andere Länder, Handelspartner der EU, deren Unternehmen, sofern sie mit Stahl, Eisen, Aluminium, Zement, Düngemittel oder Strom handeln, nun von EU-CO2-Wegelagerei betroffen sind, ebenfalls den Vorwand beim Schopfe greifen, um sich selbst zum regierenden Wegelagerer, der Teile der eigenen Wirtschaft bestiehlt, zu erklären? Eine dieser Fragestellungen, von denen manche der Ansicht sind, sie seien auch nur entfernt Wissenschaft. Natürlich schreiben die Autoren nicht von „Wegelagerei“, sie schreiben von „extracting CBAM rent from trade“. Das klingt besser, beschreibt aber dasselbe: Wegelagerei durch Regierungen.

SciFi-Supt

Um herauszufinden, ob es unter den Handelspartnern der EU Länder gibt, deren Regierungen denselben Anreiz empfinden, die eigene Wirtschaft für eine Religion zu opfern, modellieren die drei oben genannten Helden. Sie modellieren ökonomische und sie modellieren agenten-basierte Modelle auf Grundlage vorhandener Handelsbziehungen zwischen den Staaten bzw. Staatenbündnissen, die in ihrem Datensatz vorhanden sind. 43 Länder sind angeblich in ihrem Datensatz vorhanden, 56 Sektoren der jeweiligen nationalen Wirtschaft sollen sie abdecken. In den Analysen finden sich indes nur 14 Länder. Wohin die anderen der 43 Länder verschwunden sind, das ist uns nicht bekannt. Bekannt ist uns dagegen das erste Ergebnis der Gleichungen, die die Autoren mit großer Akribie entwickeln. Es sieht so aus:

Was Sie hier sehen, ist, dass sich das tatsächliche Einkommen u.a. der EU („Real income“ -wie auch immer es berechnet worden sein soll), durch das European Emission Trading Scheme (ETS) erheblicher reduziert wird als durch CBAM, die Maßnahme, die verhindern soll, dass Unternehmen abwandern, also der EU Einnahmen aus ihrer erfundenen Steuern entgehen. Die Einführung von CBAM in das Modell sorgt dafür, dass die verlorene CO2-Steuer UND der durch Verlagerung der Produktion reduzierte Umsatz weniger reduziert werden, aber immer noch reduziert werden. Die CO2-Besteuerung der EU ist, wie man es dreht und wendet, eine Selbstschädigung der EU und im Wesentlichen eine Maßnahme zur Beschädigung der heimischen Wirtschaft, die sich auch nachträglich nicht heilen lässt.

Aber das interessiert die Autoren nicht. Sie wollen wissen, ob andere Regierungen dazu „angereizt“ werden könnten, die eigene Wirtschaft mit ähnlich erfundenen Steuern zu beschädigen, wie es die EU getan hat. Und dazu „modellieren“ sie agenten-basierte Modelle, die unter der Annahme, dass die Annahme, die zu der Annahme geführt hat, die wiederum der ersten Annahme von rechts, gleich neben der dritten Annahme von links vorausgeht, damit zu rechnen ist, dass andere Staaten es den Wegelagerern der EU gleichtun.

Sie haben Schwierigkeiten, andere Länder zu finden, die einen entsprechenden Anreiz sehen könnten und enden letztlich bei Japan, Südkorea und Taiwan, alle drei nicht gerade Schwergewichte, wenn es um den Handel mit der EU geht. Und wie sie zu diesen drei Ländern gelangen, das ist eines dieser Beispiele, bei denen man nicht weiß, ob man über die Welt voller fliegender Elephanten, die man sich ausmalen kann, lachen oder weinen soll:

 

Vorweg: Die graphische Darstellung der Ergebnisse sieht so aus:

Das sind keine Ergebnisse von existierenden Daten, sondern die Ergebnisse eines Szenarios, das unter Modellannahmen formuliert wurde und diese Modellanahmen haben in den Fällen von Japan, Südkorea und Taiwan dazu geführt, dass sich die Regierungen der drei Länder nach Ansicht der PIK-Autoren mit der EU gemein machen und nun ihrerseits die eigene Wirtschaft, in den Bereichen Stahl, Eisen, Aluminium, Zement, Dünger und Strom drangsalieren und beschädigen.

Wie es dazu kommt, das übersetzen wir nun aus der entsprechenden Arbeit zur allgemeinen Belustigung:

Japan (JPN) in der lustigen Abbildung oben, Japan hat zunächst erhebliche Verluste wegen CBAM, der neuen von der EU erfundenen Steuer. „Erheblich“ ist in Modellen und in diesem Modell besonders, RELATIV und meint in diesem Fall, dass die Differenz zwischen den erwarteten und den tatsächlichen Kosten größer als in anderen Ländern ist. Eine Aussage, die keine Basis in der Realität hat, wie wir gleich zeigen.

Das AGENTEN-BASIERTE Modell in Kürze:

  1. Die EU besteuert.
  2. Japan reagiert nicht.
  3. Die Kosten für Japan sind höher als erwartet.
  4. Die Kosten sind höher als erwartet, weil Südkorea und Taiwan es der EU gleich getan haben [haben sie natürlich nicht, aber im Modell haben sie das…].
  5. Taiwan und Südkorea sind wichtige Handelspartner für Japan.
  6. Deshalb führt Japan die EU CO2-Besteuerung EIGENER UNTERNEHMEN auch in Japan ein, um (1) andere Handelspartner, die keine CO2-Besteuerung vornehmen, zu bestrafen, mit diesen de facto Zöllen Reibach machen zu können und (2) mit Südkorea und Taiwan gleichzuziehen.

Das ganze in langatmig:

„For instance, in the first step of the process, Japan suffers negligible income losses due to the EU CBAM (time step 1, black cross). Because the introduction of an ETS on domestic emissions is costly, Japan initially decides not to respond to the EU CBAM (step 2, orange cross). However, at the beginning of the second step, the real income loss seems much larger than anticipated for Japan (step 2, black cross). The mismatch between Japanese expectations and actual outcomes derives from the other countries’ simultaneous decisions. In the first step, both Korea and Taiwan expect a large gain from applying the EU ETS and EU CBAM. Because both countries are major trade partners to Japan, they can extract a substantial fiscal rent from their trade with Japan covered by the CBAM (black dots in step 2 for Japan and Korea). This CBAM rent extraction translates into major losses for Japan (black dot step 2), which could be limited if Japan were to collect the fiscal revenue from the carbon tax domestically. This is eventually what happens in the third step: now that the Japanese main trade partners are in the coalition, the decision space for Japan yields opposite expectations than in the previous step, such that Japan eventually decides to join the coalition (black dot, step 3).“

Dogeza; By AsanagiOwn work, CC0, Link

Das Lustige an diesem Hirngespinst: EU CBAM gilt nur für Stahl, Eisen, Aluminium, Zement, Düngemittel und Strom. Die entsprechenden Ausfuhren aus Japan, Südkorea und Taiwan in die EU:

Die Autoren dieses lächerlichen wissenschaftlichen Beitrags sind also der Ansicht, die Regierungen in Südkorea und Taiwan würden wegen 1% bzw. 0,6% ihrer Exporte eine Steuer einführen, die ihre Unternehmen auf breiter Front schädigt, um der wichtigen EU zu willen zu sein und Japan würde wegen 0,5% seiner Gesamtexporte und dem Druck der beiden Vorreiter aus Südkorea und Taiwan „Dogeza“ (der japanische Kotau) vor der großen EU-Kommission  machen?

Wie weltfremd und in seiner Modellwelt verirrt kann man eigentlich sein?

In Kurz:

Weil die EU-Kommission eine Steuer erfunden hat, die die eigene Wirtschaft beschädigt und eine neue dazu gepackt hat, die ausländische Unternehmen beschädigen soll, sofern sie noch in die EU liefern, deshalb erwarten die Autoren dieser erstaunlichen Modellierung, dass Südkorea und Taiwan und nachfolgend Japan dieselbe Steuer erfinden werden, um ihre eigenen Unternehmen und ausländische Unternehmen, die in die drei Länder exportierten, zu schädigen und von der EU einen Brownie Point zu erhalten.

Es ist ein Kult, einer voller Irrer.


 

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