Erinnern Sie sich noch an diesen Werb-Spot:
Der Spot, der Jaguar als ernstzunehmende Marke zerstört hat.
Der Absatz ging anschließend gegen Null, der verantwortliche CEO musste gehen und der BS, der hier Werbung geworden ist, wurde im Netz gnadenlos veralbert.
Seither versucht Jaguar seinen bis dato guten Namen wieder herzustellen.
Man sollte denken, Fiasko nach Fiasko hat die PR-Abteilungen in großen Unternehmen gelehrt, dass es dem mutwilligen Stecken des eigenen Kopfes in den Rachen eines Krokodils gleichkommt, wenn man den Verkauf eigener Produkte zum Verkauf ideologisch purifizierter Produkte transformieren will. Auch dem letzten Deppen in der PR-Abteilung, der sich rühmt, “die Öffentlichkeit” zu verstehen, sollte klar sein, dass dann, wenn man in ideologische Minenfelder wandert, einem früher oder später alles um die Ohren fliegt.
Und doch:
BMW / eigentlich ein Unternehmen, das Autos herstellt, aber offenkundig auch ein Unternehmen mit einem moralin-übersäuerten Management hat sich Tobias Rausch ausgesucht, um ein Exempel zu statuieren.
Tobias Rausch ist der demokratisch gewählte Präsident des Landtages Sachsen. Der Landtag Sachsen hat ihn mit der Mehrheit seiner demokratisch gewählten Mitglieder zum Präsidenten gewählt. Und BMW passt das nicht.
Obschon man bei BMW jede Aussage verweigert: „Die BMW Group äußert sich grundsätzlich nicht zu Kundenbeziehungen,“ sagt ein “Konzernsprecher” auf Anfrage von “Der Welt”, offenkundig einer der angesprochenen Deppen, ist jedem ersichtlich, dass sich das Unternehmen zu einer Kundenbeziehung sehr grundsätzlich geäußert hat, in dem es die Kundenbeziehung beendet hat.
Vielleicht sollte BMW mehr in eine rudimentäre logische Ausbildung derjenigen investieren, die für das Unternehmen sprechen, statt sich als bayerisch-moralischer Wanker [hier bietet sich ein englisches Wort an, das ich nicht übersetze, nur mit dem Schlachtruf britischer Fussballfans, der leider kaum mehr zu hören ist, erkläre: “Keir Starmer is a Wanker” – alles weitere liefert Ihnen der Dictionnary Ihrer Wahl] zu inszenieren.
Was passiert, wenn die Vertreter eines Unternehmens ein hohes moralisches Roß besteigen und auf den Pöbel, von dem sie ansonsten erwarten, dass er die Produkte des Unternehmens wortlos entgegennimmt, spucken, Gilette, Jaguar, Anheuser-Busch (Budwiser) konnten/können es an ihren Umsatzzahlen ablesen: Sie stürzen ab.
Und die Reaktionen auf BMW, auf ein Unternehmen, das den Spitznamen Baader-Meinhof-Wagen in den 1971er Jahren inne hatte, sie sind entsprechend.
BMW stellte u.a. das Fluchtauto, einen BMW 2002ti, mit dem Andreas Baader nach einem Banküberfall in Kassel das Weite suchte. In Tageszeitungen war schnell vom “Baader-Meinhof-Wagen “BMW”” zu lesen. Die Polizei widmete BMW-Fahrern in Kontrollen so viel Aufmerksamkeit, dass Aufkleber mit „Ich gehöre nicht zur Baader-Meinhof-Gruppe“ schnell die Runde unter BMW-Fahrern machten.
Zwei Fälle der jüngeren Geschichte von BMW-Fahrern, mit denen der Konzern keine Probleme hatte, machen derzeit im Netz die Runde:

Sie ergänzen eine illustre Runde von Kunden, mit denen man bei BMW offenkundig keine Probleme hatte, etwa:
Muammar al-Gaddafi, in dessen Besitz sich ein gepanzerter BMW der 7er-Reihe befunden hat. In seinen Spuren wandelt Abdelmadjid Tebboune, der Präsident Algeriens, der mit BMWs aus der 7er Reihe durch die verarmten Gebiete seiner Hauptstadt kutschiert wird. Oder Mohamed Ould Ghazouani der Präsident des bettelarmen Landes Mauretanien, aus dem die verarmte Bevölkerung übers Meer auf die kanarischen Inseln fliehen muss, um Auskommen zu finden. Er fährt einen gepanzerten BMW der 7er Reihe. Gleiches galt für Sheikh Hasina, die ehemalige Premierministerin von Bangladesh, die mit BMW standesgemäß und dem endemischen Ausmaß ihrer politischen Korruption entsprechend, durch Dhaka fuhr, bevor sie nach Indien geflohen ist, um einer Haftstrafe von 31 Jahren in Bangladesh wegen Korruption und einer Verurteilung zum Tode durch das Internationale Verbrechertribunal im November 2025 (das Urteil beruht auf rund 1.400 Toten, die Hasina zur Last gelegt wurden) zu entgehen.
Die illustre Kundenliste, mit der BMW nie ein Problem hatte, Kunden, von denen sich das Unternehmen bis heute nicht differenziert hat, ließe sich weiter fortsetzen. Aber wir enden an dieser Stelle, denn die Nachricht ist deutlich geworden: Bei BMW hat Ideologie den Verstand und das ökonomische Kalkül ersetzt, ob auf politisches Geheiß oder nicht, ob als prä-emptives Kriechen in den Allerwertesten von wem auch immer oder nicht, das mag dahingestellt sein.
Die Heuchelei eines UNTERNEHMENS, dessen Führung offenkundig den Pfad der guten Geister verlassen hat, ist bereits deutlich genug.
