Gender-Trash-Ranking: Welche Universitäten Studenten meiden sollten

In Zeiten von Gender Mainstreaming, Frauenbevorzugung und Professorinnenprogramm ist es nicht einfach, eine Universität zu finden, an der man zumindest sicher sein kann, dass man nicht nichts lernt. Wir haben deshalb ein Maß entwickelt, um angehenden Studenten die Wahl einer Universität zu erleichtern, wobei wir uns eines Ausschlussverfahrens bedienen, das nur Universitäten berücksichtigt, an denen es Professuren für Gender Studies gibt und das auf dem Verhältnis zwischen Professuren für Gender Studies und Professuren für Wissenschaftstheorie und Logik basiert. Je größer das Missverhältnis zwischen beiden zu Gunsten der Gender Studies an einer Universität, desto größer der Trash, denn von einer Universität, die zwei, drei, vier oder gar fünf Professuren für Gender Studies in ihren Hallen duldet, kann man nicht annehmen, dass es noch rudimentäre Formen von Wissenschaftlichkeit und Erkenntnisinteresse gibt. 

Unser Ranking betrifft nur die Sozialwissenschaftlichen bzw. Geisteswissenschaftlichen Fakultäten oder Fachbereiche, in den Naturwissenschaften, der Medizin usw. mag es anders aussehen – wenngleich man befürchten muss, dass der Gender Trash auch schon die Mathematik oder die Physik oder die Ingenieurswissenschaft erreicht hat [Wer hier Genaues weiß, bitte bei uns melden. Wir wollen unser Ranking ständig verbessern).

Das Ranking stellt die Universitäten dar, für die wir von einem Studium im Bereich der Sozialwissenschaften abraten. Die Skala reicht von 0 bis 50. Je höher sich eine Universität auf der Skala findet, desto nachdrücklicher ist unsere Warnung an der entsprechenden Universität kein Fach im Bereich Sozialwissenschaften zu belegen.

Sciencefiles-Kriterien zur richtigen Universitätswahl (für Sozialwissenschaftler)

von Dr. habil. Heike Diefenbach und Michael Klein

In letzter Zeit häufen sich die Anfragen, in denen uns Studenten und Abiturienten, die sich mit dem Gedanken tragen, ihre Universität zu wechseln bzw. die ein Studium aufzunehmen wollen, fragen, nach welchen Kriterien sie die Universität auswählen sollen, an der sie ihr jeweiliges Fach (weiter)studieren wollen. Wir nehmen  diese Fragen zum Anlass, um eine zehn Punkte Liste mit Kriterien aufzustellen (und dadurch den Aufwand, der mit der Beantwortung  individueller Anfragen einher geht, zu reduzieren), mit denen es zumindest möglich ist, die  Universität und den  Fachbereich  auszuschließen, an der/dem mit geringer Wahrscheinlichkeit eine wissenschaftliche Ausbildung angeboten wird.

Sciencefiles-Kriterien zur richtigen Universitätswahl (für Sozialwissenschaftler)

Die folgenden Kriterien funktionieren als Ausschlusskriterien: je mehr der genannten Kriterien erfüllt sind, um so wahrscheinlicher ist es, dass Sie an einer Kaderschmiede und nicht an einer Universität landen würden, würden sie ein Studium an der entsprechenden Hochschule aufnehmen. Letzten Endes hängt die Qualität der Ausbildung an einer Universität nicht nur von der Ausstattung und der “Politik” der entsprechenden Universität, sondern vor allem von der Kompetenz und dem beruflichen Selbstverständnis des Lehrkörpers ab. Deshalb finden sich unter den folgenden Kriterien solche, die sich auf die Universität oder den Fachbereich im Allgemeinen anwenden lassen und solche, die sich auf den/die Lehrstuhlinhaber an einem bestimmten Fachbereich anwenden lassen.

      1. Nimmt die Universität/der Fachbereich an einem Ranking teil oder wird ein Ranking mit fadenscheiniger Begründung, wie z.B. man wolle sich nicht gegen andere Universitäten/Fachbereiche ausspielen lassen, abgelehnt?
        Wissenschaft lebt von Ideenkonkurrenz und Kritik durch andere, d.h. Wissenschaft lebt vom Vergleich. Wer den Vergleich seiner Leistungen mit den Leistungen anderer scheut, hat die Grundlagen von Wissenschaft nicht verstanden und kann sie entsprechend auch nicht vermitteln.
      2. Gibt es an der Universität/dem Fachbereich eine Methodenausbildung?
        Wissenschaft besteht weitgehend im Anwenden einer wissenschaftlichen Methode, deren Ziel wiederum darin besteht, die erzielten Ergebnisse für andere nachvollziehbar und überprüfbar zu machen. Wer keine systematische und umfassende Ausbildung in quantitativen und qualitativen Methoden anbietet, unterbindet Nachvollziehbarkeit und Überprüfbarkeit und hat die Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens nicht verstanden.
      3. Hat die Universität oder Hochschule, an der Sie studieren wollen, erklärt, dass sie nur Forschung zulassen werde, die dem Frieden verpflichtet sei und dass sie sich auf zivile Zwecke konzentrieren wolle? Nähere Informationen zur sogenannten “Zivilklausel”.
        Wenn ja, dann meiden Sie diese Universität. Den allermeisten Forschungen ist ihre zukünftige militärische Nutzung nicht anzusehen. Wer denkt, er könne in die Zukunft blicken oder erkennen, dass ein bestimmtes Forschungsvorhaben in militärischer Anwendung resultiert, überschätzt damit seine eigenen Fähigkeiten in geradezu monströser Weise und signalisiert damit, dass er nicht intelligent genug ist, um Wissenschaft zu betreiben bzw. wissenschaftlich zu arbeiten. An solchen Universitäten oder Hochschulen gibt es keine Erkenntnis zu gewinnen.
      4. Geben Lehrstuhlinhaber auf ihren privaten Seiten oder in ihrem Lebenslauf eine Verbindung zu politischen Parteien oder Gruppierungen an (sitzen Sie  z.B. im wissenschaftlichen Beirat von Attac oder verlinken auf ideologische Vereiningungen z.B. unter der Überschrift “Links zu äußerst lesenswerten Web-Seiten” auf entsprechende Gruppierungen)?

        Wer auf ideologische Gruppierungen verlinkt oder seine Nähe zu den entsprechenden Gruppierungen so wichtig findet, dass er sie auf seiner professionellen Seite publik macht, kann keine wissenschaftliche Ausbildung vermitteln, denn Wissenschaft ist das Gegenteil von Ideologie. Wissenschaft erfordert es, regelmäßig genau die Grundlagen in Frage zu stellen, die Ideologien als ihr innerstes Heiligtum ansehen und daher nicht anrühren werden. Lehrstuhlinhaber mit erklärter Nähe zu ideologischen Gruppierungen sind entsprechend mit hoher Wahrscheinlichkeit ungeeignet, um wissenschaftliches Arbeiten zu vermitteln.

      5. Besteht die Selbstdarstellung des Lehrstuhlinhabers aus viel Privatem? Inszeniert er sich als Musiker, Kumpel von Studenten, verweist er auf die Anzahl seiner Kinder, sein privates Lebensarrangement oder seine sonstigen privaten Aktivitäten?
        Wenn ja, dann meiden Sie diesen Lehrstuhlinhaber, denn er ist nicht in der Lage oder nicht willens, sein Privatleben von seinem Beruf zu trennen. Ihm fehlt der Berufsethos. Ihm fehlt die Erkenntnis, dass Wissenschaft mit Erkenntnis zu tun hat und dass die Suche nach Antworten auf wissenschaftliche Fragestellungen völlig unabhängig von dem ist, was er in seinem Privatleben wichtig findet. Zudem zeigt ein solcher Lehrstuhlinhaber, dass er ganz offensichtlich “Leistungen”, die im Privaten erbracht wurden, für sein Berufsleben relevant findet. Dies sind keine guten Voraussetzungen für die Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte.
      6. Besteht eine Ähnlichkeit zwischen den Themen, die ein Lehrstuhlinhaber mit seinen Publikationen abdeckt und den Themen, die er in der Lehre anbietet oder anbieten muss? Hat z.B. ein Lehrstuhlinhaber einen Lehrstuhl für soziale Ungleichheit und Geschlecht, auf seiner Publikationsliste finden sich aber fast ausschließlich Arbeiten, die sich mit Gender, Frauenbewegung und dergleichen befassen?
        Wenn ja, dann meiden Sie den entsprechenden Lehrstuhl, denn er dient als Feigenblatt für die Vermittlung der ideologischen Inhalte, die den Lehrstuhlinhaber eigentlich interessieren und die nichts oder nur am Rande etwas mit z.B. sozialer Ungleichheit zu tun haben.
      7. Gibt es einen Lehrstuhl, ein An-Institut oder ein Modul, das sich mit “Gender” oder entsprechenden Themen des Feminismus befasst?
        Wenn ja, dann meiden Sie diese Universität/diesen Fachbereich, denn Feminismus und Gender hat nichts mit Wissenschaft zu tun, es handelt sich in der Regel um Ideologien, und Personen, die sich zu diesen Ideologien bekennen, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit ungeeignet, wissenschaftliche Grundlagen zu vermitteln.
      8. Welche Qualifikationsarbeit hat ein Lehrstuhlinhaber erstellt, um seine Zulassung als potentieller Lehrstuhlinhaber sicher zu stellen? Hat die Qualifikationsarbeit etwas mit den Themen zu tun, die er in der Lehre anbieten muss? Ist der Lehrstuhlinhaber ein ehemaliger Praktiker, der den Lehrstuhl als Seiteneinsteiger errungen hat?
        Letzteres ist kein alleinstehendes Ausschlusskriterium, aber in der Regel ein guter Näherungswert im Hinblick auf die Qualifikation des Lehrstuhlinhabers. Um sicher zu gehen, dass man dem Lehrstuhlinhaber nicht unrecht tut, sollte es mit Kriterium 2 kombiniert werden, d.h. es sollte überprüft werden, ob der Lehrstuhlinhaber eine Methodenausbildung hat oder anbietet, denn, wie gesagt, nur wer wissenschafliche Methoden kennt und beherrscht, kann anderen vermitteln, worin wissenschaftliches Arbeiten besteht. Ansonsten gilt, dass das Thema der Qualifikationsarbeit zumindest in einem entfernten Zusammenhang mit dem stehen sollte, was der Lehrstuhlinhaber in der Lehre abzudecken hat.
      9. Wie lang ist die Liste der Kandidaten, die bei einem Lehrstuhlinhaber promovieren, und finden sich Indizien dafür, dass der Lehrstuhlinhaber eine “Gefälligkeitsbetreuung” anbietet?
        Je länger die Liste von Doktoranden, je enger der Themenbereich, der von den entsprechenden Doktoranden bearbeitet wird  und je größer die Anzahl von außer-universitären Doktoranden, also z.B. Politiker, Ministerinnen oder Gewerkschaftsfunktionäre, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass der entsprechende Lehrstuhlinhaber ideologisch motivierte Gefälligkeitsbetreuungen anbietet. Die Betreuung einer Dissertation ist, wenn sie richtig gemacht wird, aufwändig, was die Anzahl der zugleich zu betreuenden Doktoranden auf nur sehr wenige begrenzt. Die Erstellung einer Dissertation ist eine aufwändige Arbeit für den Doktoranden, was es ausschließt, dass Personen, die eine öffentliche Position z.B. als Funktionär oder als Ministerin bekleiden, sich ausreichend mit ihrer Dissertation befassen können. Beides zusammen sowie ein sehr enger Themenbereich, den die verschiedensten Doktoranden abdecken, sind Indizien dafür, dass der entsprechende Lehrstuhlinhaber Gefälligkeitsbetreuung ausführt und entsprechend nicht die wissenschaftliche Leistung, die im Zuge einer Dissertation erbracht wurde, sondern z.B. die ideologische Nähe zu seiner eigenen Position bewertet.
      10. Fertigt der Lehrstuhlinhaber so genannte Expertisen für politische Verbände, politische Vereinigungen, politische Stiftungen oder Gewerkschaften an oder betreut er die Anfertigung solcher “Expertisen”?
        Wenn ja, dann meiden Sie diesen Lehrstuhl, denn man kann nicht zwei Herren gleichzeitig dienen: Politische Vereinigungen haben eine bestimmte Sicht auf die Welt, eine Ideologie. Expertisen für die Inhaber einer bestimmten Ideologie werden entsprechend deren Ideologie nicht hinterfragen – im Gegenteil. Wissenschaftliches Arbeiten erfordert es aber, die eigenen Grundlagen zu hinterfragen, es erfordert Fragestellungen, die neue Einsichten bringen und die notwendig, zu Ergebnissen führen, die der Ideologie bestimmter politischer Vereinigungen widersprechen. Lehrstuhlinhaber, die Expertisen für politische Vereinigungen erstellen, verzichten normalerweise bewusst darauf, Grundlagen zu hinterfragen und Fragen zu stellen, die zu neuen Erkenntnissen führen. Sie willigen ein, eine bestimmte Sicht auf die Welt zu kolportieren und mit einem wissenschaftlichen Stempel zu versehen und sind entsprechend keine Wissenschaftler, sondern Ideologen, von denen nicht zu erwarten ist, dass sie die Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens an ihre Studenten weitergeben.

        Scientific Progress

Ausgerüstet mit diesen Kriterien, sollte es Ihnen nun möglich sein, die Universität/die Hochschule/den Fachbereich zu identifizieren, an der/dem Sie mit Ihrer Absicht, wissenschaftliche Grundlagen, wissenschaftliche Methoden und wissenschaftliches Arbeiten zu lernen, am besten aufgehoben sind, oder es sollte doch zumindest möglich sein, das Schlimmste zu verhindern.

Unsere Kriterien basieren natürlich auf der Prämisse, dass Sie die wissenschaftliche Methode erlernen wollen und dass Sie nicht nach einer Möglichkeit suchen, sich in ein bestehendes ideologisches Netzwerk einzukaufen. Wir haben also eine langfristige Perspektive, denn wie die Erfahrung zeigt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die schlimmsten ideologischen Auswüchse aus dem universitären Raum ausgeschieden werden und sei es nur, um durch andere ersetzt zu werden. In jedem Fall ist die Investition in Zugehörigkeit zu einem ideologischen Netzwerk kein zukunftsträchtiges Unterfangen. Dagegen ist eine angebbare Qualifikation langfristig und in vielen Bereichen ein kulturelles Kapital, auf das man (auf)bauen kann.

©Sciencefiles, 2012

Bildnachweis:
Exzellente Lehre
ScienceProgress

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