Durchschnittlicher IQ bei Studenten seit 1949 von 120 auf 102 gesunken
Die Geschichte eines Niedergangs.
Wenn man Dinge gemein macht, dann reduziert sich ihr Wert.
Eines dieser psychologischen Grundgesetze menschlicher Existenz, das zudem einen handfesten Effekt hat:
Wenn man Dinge, sagen wir Ausbildungsgänge, Berufe oder Bildungswege gemein macht, dann wird die Qualität von Ausbildung und Ausgebildetem geringer.
Ein klassischer Zusammenhang, der den Niedergang vieler Gesellschaften erklärt und der dazu geführt hat, dass Hochschulen verramscht sind.
Die Hallen, aus denen einst Studenten kamen, die stolz verkündeten, sie hätten bei Professor Albert, Dahrendorf, Popper, Kaase, Pauli oder Schelsky studiert, sind zu Auswurf-Anstalten geworden, aus denen Studenten kommen, die besser verschweigen, von wem sie verbildet wurden.
Ein Ergebnis, das einem eindeutigen und gerade in einer Studie belegten Effekt geschuldet ist: Studenten werden dümmer. Studenten sind keine positive Selektion aus der Bevölkerung mehr, keine Gruppe besonders talentierter und INTELLIGENTER Personen. Sie sind bestenfalls IQ-Durchschnitt, unterscheiden sich nicht von der Gesamtbevölkerung, ein Faktum, das mache Professoren bereits in den 1990er Jahren angesprochen haben. Manche erinnern sich vielleicht an die Klagen über die Erstsemester, die immer geringere Kompetenzen aus der Schule mit an die Hochschule bringen.
Der Niedergang der Hochschulen, ihre Verramschung, hat klare angebbare Ursache und erhebliche Konsequenzen: (1) Arbeitgeber können bei Stellenbesetzungen nicht mehr davon ausgehen, dass ein Hochschulabschluss eine Grundkompetent und Überlegenheit des Inhabers gegenüber Nicht-Absolventen dokumentiert; (2) Studenten, die ein Studium beginnen, können nicht mehr davon ausgehen, der Bildungselite anzugehören, denn sie gehören zum Bildungsdurchschnitt; der (3) Mythos der gebildeten Studenten ist grundlegend und umfassend zerstört.
Bevor wir uns den Ursachen zuwenden, die Studie, die belegt, was viele von uns, die sich mit dem “Output” von Hochschulen befassen, seit Jahren vor ihren eigenen Augen sich abspielen sehen:
Uttl, Violo und Gibson sammeln Ergebnisse für Studenten im Grundstudium, heute im “Bachelor-Studium” die der Wechsler Adult Intelligence Scale (WAIS) – einem umfassenden Test kognitiver Fähigkeiten (vom Test sprachlichen Wissens: Begriffsbildung, Gemeinsamkeiten, Wortschatz, allgemeines Wissen, über nichtsprachliches schlussfolgerndes Denken und räumliches Denken, Test von Arbeitsgedächtnis und Aufmerksamkeit, bis zum Tempo visueller Verarbeitung) – ausgesetzt wurden.
Uttl et al. (2024) führen eine Meta-Analyse von Studien durch, die Ergebnisse aus dem WAIS-Test veröffentlicht haben, die Studenten im Grundstudium als Testpersonen hatten: 106 Studien (102 aus den USA und 4 aus Kanada) können die Autoren identifizieren, Studien, die den Zeitraum von 1939 bis 2022 abdecken und an denen 9.902 Studenten teilgenommen haben. Und das Ergebnis, das Uttl et al. (2024) auf dieser Basis errechnen, das sieht so aus:
Dargestellt ist der durchschnittliche IQ der Studenten, die im jeweiligen Jahr am WAIS-Test teilgenommen haben. Deutlich zu sehen: Der durchschnittliche IQ von Studenten geht zurück, um rund 0,2 Punkte pro Jahr (-.173 US, -.183 US und Kanada).
Vom Ausgangs-IQ von 120 sind noch knapp 102 IQ-Punkte geblieben. Mit anderen Worten: Studenten unterscheiden sich nicht mehr von der Gesamtbevölkerung. Sie sind, mit Blick auf Intelligenz keine selegierte, sich nach oben von der Gesamtbevölkerung unterscheidende Gruppe.
Das sind dramatische Ergebnisse, die die Verramschung von Hochschulbildung deutlich zum Ausdruck bringen und eine einfache Erklärung haben: Wenn man Hochschulzugang öffnet und Hochschulen mit Absolventen sekundärer Bildung überschüttet, dann muss zwangsläufig der durchschnittliche IQ der dort ankommenden Studenten sinken. IQ ist ein auf 100 normiertess Maß, das einer Normalverteilung folgt:
Mit anderen Worten: Die Ergebnisse, die Uttl et al. (2024) für die USA (und Kanada) berichten, sind auf Deutschland übertragbar, hier eher noch dramatischer, denn der Anteil eines Schülerjahrgangs, der ein Studium aufnimmt, liegt mittlerweile bei knapp 60%
Quelle: Destatis, Erstsemesteranteil unter allen Absolventen eines Schuljahres;
Dass mit einer derartigen Flut von Studienanfängern zwangsläufig nicht nur ein Influx von Personen verbunden ist, die aus vielen Gründen (IQ ist einer davon) nicht studierfähig sind, dass Hochschulen zwangsläufig die Ansprüche an ihre eigene Ausbildung senken müssen, um dem Studentenheer und der geringeren Kompetenz, die es im Durschnitt mitbringt, Rechnung zu tragen, ist ebenfalls selbst-evident.
Wie konnte es soweit kommen?
Das Verhängnis nimmt seinen Anfang mit Abbildungen wie dieser:
Ab ca. 2000 hat die Weltbank Abbildungen wie diese, die einen positiven Zusammenhang zwischen dem Anteil der Studenten und dem Bruttosozialprodukt zeigen, popularisiert. Interessanterweise saßen viele derer, die eine Korrelation für eine Kausalität ansehen und in diesem Fall nicht in der Lage waren, die Scheinkorrelation hinter dieser Abbildung zu erkennen: Reiche Länder haben mehr Geld für Bildung, geben mehr Geld für Bildung aus und haben entsprechend einen höheren Anteil an Studenten als arme Länder wie Äthiopien oder der Kongo, in Wissenschafts-“Räten”.
Der deutsche Wissenschaftsrat hat dem Hochschul-Bildungssystem im Jahre 2006 den folgenden Schlag in Form einer “Empfehlung” versetzt:
“Ziel muss es sein, 35 % eines Altersjahrgangs zu einem Studienabschluss zu führen. Dementsprechend sollten Studienberechtigten-, Anfänger- und Absolventenanteile weiter steigen.”
Begründet wurde diese willkürlichen Zahlgebung mit einem – sie ahnen es schon – absehbaren Mangel an “FACHKRÄFTEN”, damit, dass die Wissensgesellschaft mehr hochgebildete Arbeitskräfte verlangt, damit, dass der Pool der Talente in Deustchland nicht ausgeschöpft werde und schließlich und implizit in allem Genannten enthalten, mit den positiven Effekten auf die Produktivität und das Sozialprodukt und den Wirtschaftsstandort Deutschland.
Aus den 35% im “Rat”schlag des Wissenschaftsrats wurden schnell 40%, denn man muss ja die Abbrecherquote berücksichtigen und aus den 40% sind mittlerweile rund 60% Studienanfänger geworden, um die gesetzte Zahl von 40% Absolventen (knapp) zu erreichen. Ergebnis einer idiotischen Bildungspolitik, wie sie nicht nur Deutschland, sondern mit Deutschland die meisten einstigen Bildungsnationen heimgesucht hat.
Auf dem Dresdner Bildungsgipfel im Oktober des Jahres 2008 vereinbarten Bund und Länder als gemeinsammes Ziel die Studienanfängerquote auf 40 Prozent eines Jahrgangs zu steigern. Der Wahnsinn wurde zur “Qualifizierungsinitiative”, der Spruch: „40 Prozent sollen studieren“ wurde zur offiziellen deutschen Losung.
Die Finanzen wurden ab 2007 im Hochschuplakt 2020, später dann im “Zukunftsvertrag “Studium und Lehre stärken” geregelt. Wenn es um Unfug geht, kann die EU nicht fehlen. Das Ziel der EU besteht darin, 45% der 25- bis 34-Jährigen bis 2030 mit einem HochschulABSCHLUSS zu versorgen.
Und während Polit-Darsteller der Ansicht sind, man könnte Kreativität bestellen, Innovation planen und Intelligenz einfach per Hochschule anerziehen, sieht die Realität einen kontinuierlichen Rückgang des durchschnittlichen IQs derer, die Hochschulen besuchen.
Wie oben bereits angesprochen, sind die Ergebnisse aus den USA direkt auf Deutschland übertragbar, einfach deshalb, weil die Logik in Deutschland keine andere ist: Wenn Studenten einst eine per IQ selegierte positive Auswahl aus der Gesellschaft waren, dann können sie das in dem Maße nicht mehr sein, in dem die Auswahl normalisiert, die Zahl der Studenten erhöht, die Anforderungen an den IQ damit zwangsläufig reduziert werden.
Es gibt zudem einige Hinweise darauf, dass dieselben Ergebnisse auch für Deutschland zu finden wären, wenn man vergleichbare Daten hätte oder auch nur erheben wollte:
Rechnet man die Ergebnisse deutscher Schüler, dem Ausgangsmaterial für Studenten für die PISA-Tests mit der Rindermann-Formel von 6,67 PISA-Punkte ≈ 1 IQ-Punk um, dann ergibt sich für deutsche Schüler ein durchschnittlicher IQ von 97,4 für den letzten PISA-Test des Jahres 2022.
Diverse Schulleistungsstudien aus Deutschland, die LAU- und ELEMENT-Studien aus Hamburg und Berlin zeigen deutliche Rückgänge in Leistung und IQ bei Schülern. D.h. Nicht nur wird in Deutschland über den eklatant hohen Anteil der Studienanfänger unter Absolventen sichergestellt, dass Studium verramscht, das Schüler-Ausgangsmaterial ist über die Jahre konsistent schlechter geworden.
Man nennt das eine Bildungskatastrophe.
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Die Dozenten wollen forschen und müssen aber Unmengen an Studis und Hausarbeiten betreuen.
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