Merkel: Erfolgsjahr 2016 – Wir sind wieder wer!

Die Neujahrsansprache, die sich Angela Merkel nicht zu halten traut!

Liebe Immerschondagewesene,

liebe Neudazugekommene,

2016, das 11 Jahr meiner Regentschaft, liegt hinter uns.

2016 war ein gutes, ein sehr gutes Jahr für Deutschland.
Deutschland ist wieder auf der Weltkarte zu finden.

Wir sind wieder wer.

Meine, unsere erfolgreiche Politik, die Politik des Bundeskanzlers und seiner Regierung, sie hat die Neo-Wichtigkeit Deutschlands erst ermöglicht.

2016 ist das Jahr der Flüchtlinge!

neujahrsansprache-merkelUnsere, meine Flüchtlingspolitik hat es ermöglicht, dass viele neu dazugekommen sind. Die Neo-Wichtigkeit von Deutschland, sie ist auch oder gerade ein Ergebnis dieser innovativen und vorausschauenden Flüchtlingspolitik.
Vorbei ist die Zeit, in der wir mit Hoffen oder Bangen den Verlautbarungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gelauscht haben, nur um zu erfahren, dass es in Deutschland wieder keinen Terroranschlag gegeben hat.

Terroristen verüben ihre Anschläge ausschließlich in wichtigen Nationen: In den USA, in Russland, im Vereinigten Königreich, ja selbst in Frankreich. Das sind nicht nur die Sieger des Zweiten Weltkrieges. Es sind auch die wichtigen Nationen dieser Erde. Es sind die Nationen, die ihre Wichtigkeit mit Terroranschlägen dokumentieren können.

Unsere Flüchtlingspolitik hat Deutschland in den Reigen der wichtigen Nationen katapultiert.

Wir sind wieder wer.

Kein Terrorist macht mehr einen Bogen um Deutschland. Wir haben die Wartezeit verkürzt und neben den vielen Kriegsflüchtlingen auch den Terroristen die Gelegenheit gegeben, nach Deutschland zu kommen, uns als wichtige Nation wahrzunehmen. Der Erfolg unserer Flüchtlingspolitik ist gut belegt: Berlin, Ansbach, Würzburg … die Stätten des nationalen Triumphes. Das Blut der Opfer zeigt die neue Wichtigkeit Deutschlands.

Wir sind wieder wer, selbst Terroristen kommen daran nicht mehr vorbei.

Auch in der Europäischen Union sind wir unangefochten die Nummer 1.

Wie lange haben wir uns den politischen Sonderwünschen der Briten ausgeliefert? Wie viele Sitzungen im Ministerrat hat das Veto eines David Cameron zum Scheitern verurteilt? Mit dem BREXIT hat das ein Ende.

Wir sind die Briten los. Das Ergebnis der Volksabstimmung in Großbritannien ist ein Erfolg für die deutsche Außenpolitik, für unsere unnachgiebige Haltung, wenn es darum ging, deutsche Prinzipien und deutsche Regelungen, deutschen Kollektivismus in der EU durchzusetzen, in der Sozialpolitik, in der Politik der Gleichstellung, in der Politik der Umverteilung und in vielen anderen Bereichen können wir nun, da der neoliberale britische Bremsklotz beseitigt ist, schalten und walten wie wir wollen, denn: Wer zahlt, bestimmt, und wir bezahlen.

Wir sind eben wer.

Der Aufkauf der Europäischen Union ist uns durch die Verwirklichung ökonomischer Prinzipien, die als „rationale Blasen“ bekannt sind, möglich. Es ist an dieser Stelle notwendig, dem Kollegen Draghi zu danken. Ohne seine Beihilfe wäre es nicht möglich, die größte Umverteilung in der Geschichte der Menschheit, von denen, die Geld besitzen, zu uns, durchzuführen. Die niedrige Zinspolitik der EZB, sie erlaubt es uns nicht nur, Staatsschulden zu keinerlei Kosten abzubauen und Ihnen, liebe Dagebliebene, zu erzählen, wir schrieben schwarze Zahlen im Haushalt. Die niedrige Zinspolitik der EZB, sie ist ein geniales Mittel, um Geld umzuverteilen, das auf Privatkonten geparkt ist, ohne dass man das Geld gesetzlich enteignen muss. Wir lassen es einfach weniger werden, vernichten es an der Quelle, entziehen es denen, die es verdient haben, ohne es anzurühren und können gleichzeitig nach Lust und Laune neugedrucktes Geld z.B. nach Griechenland transferieren, um den dortigen Sozialisten bei der Zerstörung des griechischen Staates zu helfen. Ohne unsere weitsichtige Finanzpolitik wäre eine Umverteilung in dieser Größenordnung nicht möglich.

Umverteilung, liebe Steuerzahler, Umverteilung ist die Grundlage unserer Gesellschaft.

Wir haben auch im Jahr 2016 erfolgreich daran gearbeitet, unseren Spitzenplatz hinter Dänemark als das Land, das seinen Bürgern am wenigsten von dem Geld belässt, das sie selbst verdient haben, zu behaupten. Abermals ist es uns gelungen, durch ein weitverzweigtes Netz von direkten Steuern, indirekten Steuern und kaum mehr überschaubaren Abgaben dafür zu sorgen, dass der größere Teil dessen, was Arbeiter und Angestellte verdienen, in den Taschen des Staates landet.

Die erfolgreiche Steuerpolitik, die wir auch 2016 betrieben haben, sie hat es ermöglicht, das Personal des öffentlichen Dienstes weiter zu steigern und die Marke von 6 Millionen Beschäftigten zu nehmen.

Auch die Personalpolitik des Bundes sie zeigt: Wir sind wieder wer.

Damit die Erfolge in Außen-, Finanz- und Steuerpolitik möglich sind, benötigen wir den richtigen Bürger, benötigen wir Steuerzahler und Nachwuchs an Steuerzahlern. Wir haben auch 2016 in Kooperation mit den Kultusministern der Bundesländern dafür gesorgt, dass Bildung nicht mehr an Leistung und Inhalten gemessen wird, sondern an der Übereinstimmung mit ideologischen Vorgaben, die wir Kompetenzen nennen.

Bundesländer wie Baden-Württemberg haben eine Vorreiterrolle, wenn es darum geht, Schüler von unnützem Faktenwissen zu entwöhnen, ihnen Schreiben, Lesen und Rechnen nur mehr rudimentär zu vermitteln. Wichtiger sind Teamfähigkeit, nachhaltiges Leben und das Wissen um sexuelle Orientierungen. Nur die Abwesenheit von formaler Bildung erlaubt Kindern und Jugendlichen, frisch, fröhlich, frei und unbelastet von irgendwelchen Zweifeln, die regelmäßig ein Ergebnis von Wissen sind, den Lebensweg zu wählen, den wir für sie vorgesehen haben: Einen gesunden, sportlich aktiven, beruflich engagierten, solidarischen und altruistischen Lebensweg, der es uns erlaubt, das Steuerniveau zu halten und es den Jugendlichen und dann jungen Erwachsenen erlaubt, uns, dem Staat, das zu geben, was der Staat so notwendig braucht: neue Steuerzahler.

Die Bereinigung der Lehrpläne der Schulen von unnützen Lehrinhalten war ein Schritt auf dem Weg zum glücklichen und ignoranten Bürger. Die Beseitigung wissenschaftlicher Traditionen war ein weiterer Schritt. Die Gleichstellungspolitik, die wir auch im Jahre 2016 erfolgreich weitergeführt haben, ist hier besonders wichtig, ersetzt sie doch kaltes, weiß-männliches Denken durch warme, unikolorierte weibliche Intuition, Wissen durch Einbildung, Rationalität durch Affekt und Leistung durch Position. Nur so ist eine Gesellschaft der Gleichen, Gleichgefügigen möglich. Und es sind die Gleichgefügigen, die Steuerzahler aus Überzeugung, die wir benötigen, diejenigen, die geben ohne zu fragen wofür. Diejenigen, die arbeiten ohne zu fragen wozu.

2016 war ein erfolgreiches Jahr.

Auch für die Sportpolitik, den Fußball. Die Mannschaft ist bis ins Halbfinale vorgedrungen und unter meinen wachsamen Augen gegen Frankreich ausgeschieden. Der Beitrag dieser Niederlage zur europäischen Völkerverständigung, zur weiteren Aussöhnung mit dem Erbfeind und zur Freude der Portugiesen, die wahrlich wenig Grund haben, sich zu freuen, zeigt: Wir Deutsche sind die wahren Altruisten. Wir geben. Wir verzichten auf Erfolg, wenn es anderen nutzt.

Nun gibt es, und das will ich gar nicht verheimlichen, selbst in Deutschland noch Zweifler. Anhänger rationalistischer Irrlehren und überkommener Prinzipien wie Gerechtigkeit und Meritokratie, die u.a. nicht damit einverstanden sind, dass Deutschland das erfolgreichste System zur Rekrutierung politischen Nachwuchses installiert hat: Einfach dadurch, dass Parteien zu tragenden Säulen des Staates erklärt wurden und seither von Steuerzahlern mit mehreren 100 Millionen Euro jährlich gefördert werden. Das erlaubt es uns Politikern, Nachwuchs selbst dann zu rekrutieren, wenn die Anzahl der Mitglieder der Parteien zurückgeht. Und das tut sie in erheblichem Umfang. Aber an Nachwuchspolitikern die ihr Leben mangels Alternativen dem einen Ziel, in Deutschland lebende Menschen zum richtigen Leben zu erziehen und dadurch glücklich zu machen, verschrieben haben, besteht kein Mangel. Das verdanken wir der Parteienfinanzierung, die ohne die erfolgreiche Steuerpolitik der letzten Jahre nicht möglich gewesen wäre.

All jene, die an gewachsenen Strukturen und Versorgungsnetzwerken rütteln wollen, sind Neider etablierter Strukturen. Falsche Hasser, denen wir heute mit entsprechenden Kampagnen begegnen. Bereits in Schulen werden Schüler zum richtigen Hass erzogen, werden ihnen die Ideale des richtigen Hasses auf alle, die vom vorgegeben Pfad abweichen, anerzogen. Ohne die Bildungspolitik und die Kooperation mit den Ländern, die wir 2016 ausgebaut haben, wäre dies nicht möglich.

2016 war ein gutes Jahr!

Auch im Kampf um die Hearts und Minds der Internet-Nutzer, jenes Neulandes, in dem jeder bislang unbeaufsichtigt seine Meinung sagen konnte, sind wir 2016 ein großes Stück weiter gekommen. Wir haben die Erosion öffentlich-rechtlicher Indoktrination, den Versuch, die öffentlich-rechtlichen Lücken in der Berichterstattung durch die Verbreitung unaufbereiterter und unkontrolierter Information zu schließen, gestoppt. Besonders Heiko Maas hat sich im Kampf gegen die bedingungslose Meinungsfreiheit verdient gemacht. Gemeinsam mit ihm, werden wir 2017 ein Wahrheitsministerium auf den Weg bringen, das die Freiheit der Meinung, die wir vorgeben, schützen und alle Abweichungen als Hass verfolgen wird. Denn: Ignoranz ist Stärke.

Leider hat das Jahr 2016 auch eine große Enttäuschung für mich und unser Land gebracht: Der Friedensnobelpreis wurde an Juan Manuel Santos und nicht an mich vergeben. Dabei hat Santos Flüchtlinge geschaffen, Menschen der Farc aus Kolumbien vertrieben. Wir haben Flüchtlingen ein neues Zuhause gegeben. Das Nobelpreis-Komitee hat diese Offensichtlichkeit offensichtlich übersehen.

Von Rückschlägen – wie diesem – lassen wir uns jedoch nicht entmutigen.

Auch 2017 werden wir alles daran setzen, den Friedensnobelpreis, um jeden Preis, zu erhalten und die erfolgreiche Politik des Jahres 2016 fortzuführen. Zu diesem Zweck haben wir den Bundeshaushalt 2017 um 9 Milliarden Euro üppiger gestaltet und auf 325,5 Milliarden Euro erhöht. Auch 2017 werden sich in Deutschland Steuern Zahlende also brüsten können, von ihrem Verdienst weniger zu behalten als sie abgeben dürfen. Auch 2017 werden wir wieder ein Heer von Menschen rekrutieren, um den Kampf um den richtigen Bürger, dessen Gesinnung und Lebensführung den Vorgaben entspricht, zu führen. Auch 2017 wird die Bedeutung Deutschlands in Terrorakten und –anschlägen, von denen wir einige auch verhindern werden, damit die Hysterie in der Bevölkerung ungebrochen bleibt, dokumentiert werden.

Wir sind wieder wer.

Das habe ich auch Donald Trump , dem nächsten Präsidenten der USA, am Telefon gesagt. Ich habe ihm angeboten, sich unseren Werten, unserer erfolgreichen Politik anzuschließen und quasi als unser und nicht Putins Juniorpartner die Welt am deutschen Wesen genesen zu lassen.

Denn: Wir sind wieder wer!

In diesem Sinne wünsche ich allen Nieweggewesenen und allen Neudazugekommenen ein frohes und erfolgreiches Neues Jahr: Füllen Sie die Kassen der Finanzämter und produzieren Sie neue Steuerzahler!

14 popelige Prozent: Schwächster Sieger aller Zeiten bleibt regierender Bürgermeister

SSAZ (Schwächster Sieger aller Zeiten) so wird Michael Müller, Spitzenkandidat der SPD in Berlin und verantwortlich für einen Absturz der SPD auf 21,6% bei den abgegebenen Zweitstimmen, in die Geschichte eingehen – jedenfalls dann, wenn sich die Interpretation der Wahlen durchsetzt, die derzeit durch die Medien geht.

Das wirft eine generelle Frage auf: Wie bestimmt man den Wahlsieger?
Es gibt eine Reihe von Varianten, die je nachdem, wie es gerade in den Kram passt, benutzt werden.

Die absolute Variante

Wahlsieger ist die Partei, die den größten Anteil der Stimmen erringen kann. Ein Vergleich zu vorherigen Wahlen finden nicht statt. Gemessen an diesem Ergebnis, ist die SPD mit ihren 21,6% der abgegebenen Stimmen Wahlsieger in Berlin.

Nun wird die statische Variante nicht immer angewendet. Bei der Landtagswahl 2011 in Baden-Württemberg wurde sie z.B. nicht angewendet. Die CDU, die mit 39% der Stimmen und mit Abstand stärkste Partei geworden war, wurde entsprechend ausgebotet und eine Koalition aus Grünen (24,2%) und SPD (23,1%), die zusammen 47,2% der gültigen Wählerstimmen aufweisen konnte, zum Wahlsieger erklärt. Maßgeblich dafür war, die Erklärung der Grünen zum Wahlsieger.

Die relative Variante

Die Grünen sind 2011 in Baden-Württemberg zum Wahlsieger erklärt worden, weil sie im Vergleich zur Landtagswahl 2006 einen Zugewinn von 12,5% vorweisen konnten. Bei der relativen Variante erfolgt die Identifikation des Wahlsiegers somit aus dem Vergleich der aktuellen mit der letzten Landtagswahl.

Auf Basis der relativen Variante gibt es einen eindeutigen Wahlsieger in Berlin: Die AfD mit einem Zugewinn von 14,2%.

Und dann gibt es noch die demokratietheoretische Variante, die man benutzen würde, wäre man an der Demokratie und nicht daran interessiert, sich in eine begehrte Position zu hieven, auf der man auf Kosten der Steuerzahler dann regieren kann. Die demokratietheoretische Variante, sie interessiert sich für die Unterstützung, die ein politisches System in der Bevölkerung hat. Entsprechend ist der Anteil der Nichtwähler bei der dieser Variante ein starker Indikator für de Legitimation des politischen Systems.

wahl-berlin-korrekt

In dieser Form der demokratietheoretischen Variante gibt es zwei eindeutige Wahlsieger, denn das politische System von Berlin hat im Vergleich zu 2011 an Legitimation gewonnen: Weniger Wähler sind der Wahl ferngeblieben. Dass mehr Wähler zur Wahl gegangen sind, ist weitgehend der AfD zu verdanken, die der zweite Wahlsieger ist. Dies wird besonders deutlich, wenn man die nominalen Wählerwanderungen zwischen den beiden Wahlen zum Abgeordnetenhaus von Berlin aus den Jahren 2011 und 2016 vergleicht. Das Lager der Nichtwähler ist zwischen beiden Wahlen um 159.464 Wähler geringer geworden und die Anzahl der ungültigen Stimmen hat sich im Vergleich der Wahlen von 2011 und 2016 um 3.552 Stimmen verringert. Die Liste der nominalen Wahlverlierer wird von der SPD angeführt und sieht wie folgt aus:

  • SPD: -101.399 Stimmen
  • CDU: -83.199 Stimmen
  • Grüne: -18.268 Stimmen
  • Sonstige: -9.651 Stimmen

Die Liste der Wahlgewinner sieht wie folgt aus:

  • AfD +230.303 Stimmen
  • FDP: +88.589 Stimmen
  • Die LINKE: +72.288 Stimmen

Politiker, denen es nicht nur darum geht, ein Ämtchen zu ergattern und sich ein gutes Auskommen zu verschaffen, würden diese erheblichen Verlagerungen der Wählergunst zur Kenntnis und vor allem Ernst nehmen.


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Futurologie: Das bringt 2016

Selbstverständlich haben wir bei ScienceFiles auch einen Futurologen, einen Zukunftsforscher, der sein Ohr am Gras der Zeit hat und Letzteres wachsen hört. Wir haben ihn gebeten, zum Ende von 2015 doch vorherzusagen, welche Trends und Ereignisse die Sozialwissenschaften und angrenzende Wissenschaften im Jahr 2016 prägen bzw. heimsuchen werden.

crystal ballHier seine Prognosen (geordnet nach Fachbereichen), an denen wir ihn messen werden.

Historiker (Geschichtswissenschaften)

Nachdem sich Historiker jahrelang einer öffentlichen Ignoranz erfreuen konnten, stehen die Zeichen im Jahr 2016 auf Sturm, nein, auf Streit. Wie beim letzten Historikerstreit, so ist Herr Schickelgruber auch der Anlass für den neuerlichen Historikerstreit. Ist sein “Mein Kampf” nun das schlechteste und boshafteste Buch, das je geschrieben wurde, oder gebührt der Titel “furchtbarstes Werk aller Zeiten (fuWaZ) Lenins “Was tun” bzw. Stalins “Über die Opposition”?

Kulturwissenschaft

Die Kulturwissenschaften sehen 2016 einem Jahr der Wahrheit entgegen, einem Jahr, in dem auch der letzte Kulturwissenschaftler erkennen wird, dass das Ausleihen, manche sagen auch Stibitzen von Methoden, Theorien und Fragestellungen aus anderen Fachbereichen keine Grundlage ist, auf der sich ein eigenständiger Fachbereich bauen lässt.

Kriminologie

Kriminologen werden sich im Jahr 2016 verstärkt mit white collar crime und mit Kulturwissenschaftlern beschäftigen.

Betriebswirtschaftslehre

Es ist immer schwierig, für die Betriebswissenschaften oder BWL, wie sie liebevoll abgekürzt werden, eine Prognose zu machen. Zu diffus ist das Fach, zu selbstreferentiell die Tautologien, auf denen das Fach baut. Soviel sich derzeit sagen lässt, wird auch im Jahre 2016 die Diskussion darüber, ob die Nachfrage nach den Produkten eines Unternehmens wichtiger für den Unternehmenserfolg ist als die Höhe der Ausgaben für Marketing, viel Raum einnehmen. Wie all die Jahre zuvor, wird die Diskussion damit enden, dass sich die Marketing-Fraktion gegenüber der Nachfrage-Fraktion behauptet. Zudem stehen die Zeichen gut für die Schaffung eines neuen Marketing-Controllings, das ergebnis-zielorientiert darauf hinsteuern wird, dass die Nachfrage-Fraktion durch ihre Veröffentlichungen keinen Zwist mehr unter BWLern auslöst.

Psychologie

Psychologen werden sich 2016 verstärkt um Betriebswirte kümmern, ergebniszielorientiert versteht sich und vor dem Hintergrund, dass der DSM-VI um eine weitere Störung, nämlich die Schwall-Sucht ergänzt werden soll. Die Schwall-Sucht wiederum scheint unter Betriebswirten endemisch zu sein.

Volkswirtschaftslehre

2016 ist für die Volkswirtschaft das Jahr der Dilemmata. Da ist zunächst das Keynes-Dilemma, das die VWL nun schon seit den 1930er Jahren plagt: Wenn der Staat 10 Millionen ausgibt, und damit einen Wachstumsschub von 8 Millionen auslöst, dann macht der Staat 2 Millionen Verlust. Der Realwelt Verlust steht im Gegensatz zu den Voraussagen von Keynes. Ein existenzielles Dilemma. Auch das nächste Dilemma ist existenziell: Modelle, die auf Schätzungen aufbauen, resultieren in Schätzungen und nicht in Wahrheit, dieses auch als naives-Induktionsproblem der Willkür bezeichnete Dilemma hängt auch 2016 wie ein Damoklesschwert über den Vorhersagen der führenden VWL-Auguren – nicht, dass es sie hindern würde, vorherzusagen, was politisch-korrekt ist und wofür sie bezahlt werden.

Gender Studies

Gender Studies, die aufgrund des vorhandenen kognitiven und inhaltlichen Vakuums nicht nur der Fachvertreter Gefahr laufen, zu implodieren, werden durch einen sensationellen Fund am Leben erhalten: Auf den Sklavenmärkten des alten Roms gab es ein Gender Pay Gap. Für männliche Sklaven wurde im Durchschnitt 23% mehr bezahlt (unbereinigt und ohne Berücksichtigung der Verwendungsweise) als für weibliche Sklaven. Um diese historisch monumentale Ungerechtigkeit zu beseitigen, wird die Einrichtung eines Opferfonds gefordert, aus dem die Hinterbliebenen, die sich vornehmlich an der Humboldt und der Freien Universität in Berlin auf und im Umkreis von Gender-Lehrstühlen finden, lebenslang entschädigt werden sollen.

Politikwissenschaft

Die Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft wird sich pre-emptiv auflösen, um einer Machtergreifung durch Mitarbeiter des Wissenschaftszentrums Berlin zuvorzukommen. Die deutsche Gesellschaft für Politikwissenschaft soll sich nach bislang unbestätigten Berichten von Insidern bereits aufgelöst haben, wenn nicht, dann wird sie sich im Laufe des Jahres 2016 auflösen, wegen fehlender öffentlicher Anerkennung und Wirkung.

Historiker

Historiker streiten 2016 darüber, ob Machtübernahmen von Büchern ausgelöst werden oder ob staatlich finanzierte Institutionen notwendig sind, um Machtübernahmen zu initiieren.

Qualitative Sozialforschung

Im Bereich der qualitativen Sozialforschung bahnt sich ein Methodenstreit an. Grund ist die neuentwickelnde Methode der sich selbstbefragenden Fallstudie, bei der ein Forscher seine eigene Theorie durch die Befragung von sich selbst validiert. Der Hinweis des renommierten Sozialforschers Günter Einzelfall, der sich selbst zur Methode der Selbstbefragung befragt hat und zu dem Schluss gekommen ist, dass er sich aufgrund sozialer Erwünschtheit nicht trauen kann, wird zu erheblichen Konflikten führen.

Quantiative Sozial- und Umfrageforschung

Quantitative Umfrageforscher stehen 2016 vor zwei grundlegenden Problemen: (1) Ist eine zufällig gezogene Stichprobe, die zufällig nur 1000 Männer im Alter von 25 bis 35 Jahren umfasst, repräsentativ für die deutsche Gesellschaft oder müssen zur Herstellung von Repräsentativität ältere Männer hinzugewichtet werden?
(2) Der Chef von Forsa hat auf dem Münchner Oktoberfest bei einem Losverkäufer 1000 Lose gekauft. Darunter war kein Hauptgewinn. Hat die Betrugsklage des Forsa-Chefs vor dem Amtsgericht München Aussicht auf Erfolg?

Kriminologie

Kriminologen werden sich 2016 um Losverkäufer auf dem Münchner Oktoberfest kümmern.

Jura

Juristen stehen 2016 vor einem Berg von Problemen. Das neben der Festsetzung eines arbeitslosen Grundeinkommens von 4000 Euro netto für Juristen über die Neufassung des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes wichtigste Problem besteht in der Frage, ob ein straffälliger Anwalt, der einen Meineid begangen hat, um die tatsächliche Unschuld seines Mandanten auch zu beweisen, selbst belangt werden kann und wenn ja, weswegen.

Kriminologie und Psychologie

Kriminologen und Psychologen werden sich 2016 verstärkt um Juristen kümmern.

Liberaler Paternalismus

auch: Cass Sunsteinianismus. Cass Sunsteinianer haben entdeckt, dass der Grund dafür, dass Menschen suboptimale Entscheidungen in ihrem Leben treffen, darin zu finden ist, dass Menschen frei entscheiden können. Entsprechend steht 2016 im Zeichen der Unterordnung der Bürger unter die Entscheidungshilfe des Staates. Dem Grundsatz des paternalistischen Liberalismus entsprechend können Bürger wählen, ob sie sich unter staatliche Handlungsaufsicht begeben oder unter staatlicher Handlungsaufsicht verbleiben wollen. Es soll ja niemand gezwungen werden!

Soziologie

Auf dem 38. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, der 2016 in Bamberg stattfinden soll, bahnt sich Ärger an: Die Fraktion der Wut-Soziologen, Problem-Soziologen, auch pegida-Soziologen (postenlos, entrechtet, geringverdienend, illusionslos, demotiviert, alternativlos) genannt, die aus bestenfalls zeitlich befristeten Halbstellen-Inhabern in prekären Lebensverhältnissen besteht, wird den Aufstand proben und vom Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Soziologie eine ausreichende Beteiligung an den Devisenzahlungen des Bundes verlangen, die der Vorstand jährlich einstreicht. Ob der Aufstand vom Zentralkomitee der DGS durch die Schaffung von Besetzungsfreiheit auf Stellen an soziologischen Instituten, die derzeit nur auf Grundlage des richtigen Geschlechtsbuches vergeben werden, abgewendet werden kann, ist derzeit noch unklar.

Sozialarbeit 

Sozialarbeiter werden sich 2016 verstärkt um Wutsoziologen (oder Problemsoziologen) kümmern und versuchen, den gesellschaftlichen Randgestalten einen Weg auf den ersten Arbeitsmarkt zu weisen. Sollte dies scheitern, so haben Sozialarbeiter doch zumindest sich einen Weg auf den ersten Arbeitsmarkt gewiesen.

Medienwissenschaft

Für Medienwissenschaftler ist 2016 ein entscheidendes Jahr. Bislang konnten sie noch zu den Lügenpresse-Vorwürfen schweigen. 2016 müssen sie sich dazu stellen. Zwei Fraktionen zeichnen sich ab: Eine Fraktion ist bereit, den Fachbereich in Lügenpressenwissenschaft umzubenennen, eine Fraktion tendiert dazu, den Fachbereich in Wut-Medienwissenschaft umzubenennen.

Evolutionspsychologie

Evolutionspsychologen werden auch 2016 mit dem Problem ringen, dass ihre einfachen Modelle der Komplexität der Wirklichkeit, die sich z.B. im Unterschied zwischen Hans Maier und Karl Müller (beide kinderlos trotz egoistischem Gen) niederschlägt, nicht gerecht werden.

Klimaforschung (Kosmoklimatologie)

Klimaforscher lachen – auch 2016. Angesichts der Effekte, die kosmologische Einflüsse auf das Erdwetter haben, von interstellaren Staubwolken, über Sonnen-Eruptionen bis hin zum Magnetfeld der Erde, können sie nicht anders als zu lachen, ob der Annahme, menschliche Aktivitäten hätten einen erheblichen Einfluss auf Veränderungen des Klimas, wie sie durch die genannten Phänomene hervorgerufen werden. “Eine Badewanne voller Wasser macht keinen Tsunami”, so ein beliebtes Bonmot der erheiterten Klimatologen.

Archäologie

Archäologen werden auch 2016 Unmengen ritueller Gefäße und Opferbecken ausgraben, mit denen sie ihrer Phantasie der blutrünstigen Alten freien Lauf lassen. Und auch 2016 werden sie nicht zugeben, dass der Kopf der Nofretete eine Fälschung ist, für die vermutlich die Frau von Ludwig Borchardt Modell gestanden hat.

Soweit die Vorhersagen des ScienceFiles-Futurologen. Wir können uns hier nur anschließen und unsererseits die Gewissheit verbreiten, dass 2016 kommen wird, ob wir wollen oder nicht und dass es deshalb besser ist, sich damit abzufinden und allen Lesern ein

Frohes Neues Jahr

zu wünschen.

In weiser Voraussicht haben wir ein prognostisches Werk der britischen Futurologentruppe “Spitting Images” aus dem Archiv geholt. Es zeigt treffsicher, welche Diskussion das Jahr 2016 prägen wird.

Auch 2016 kann Unterstützung ScienceFiles nicht schaden!

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