Schlagwort: Dr. habil. Heike Diefenbach

Das Paradox der Zensur

Zensur nimmt viele verschiedene Formen an und ist überall am Werk: Wir alle kennen die angeblichen Richtigstellungen, die Leute, die sich zu „Fakten-checkern“ stilisieren wollen, auf ihren eigenen Webseiten oder in den mainstream-Medien zum Besten geben. Wir alle kennen die Einblendungen mit Hinweisen auf Stellungsnahmen der staatlichen Gesundheitsdienste, wenn wir auf einen (kritischen) Artikel oder

Flaschenpost-Spiele für Erwachsene: Wie “Misinformations-Ökosysteme” Probleme schaffen

Im Winter 2020 haben Gabriel-Alexandru Toma und Adina-Gabriela Scripcariu in einem Artikel, der im Journal of Comparative Research in Anthropology & Sociology veröffentlicht wurde, das Konzept der „Misinformation ecosystems“, d.h. der Misinformations-Ökosysteme, vorgeschlagen „… to make sense of the contemporary fake news phenomenon” (Toma & Scripcariu 2020: 65). Sie definieren“Misinformations-Ökosysteme” als “… interconnected chains of

LPC-Lex: Sprache und Stil „links-populistischer Verschwörungsdiskurse“

Teil 2 von „RPC-Lex: Eine Hit-Liste gegen „rechtspopulistische Verschwörungserzählungen“ Vor einigen Tagen haben wir den Versuch von Puschmann et al. (2022) vorgestellt, eine Art Lexikon „rechtspopulistischer Verschwörungsdiskurse“ anzufertigen, das diese Autoren in einer für die Gegner-Beobachtung, wie sie neuerdings in Deutschland gepflegt wird, geeigneten, übersichtlichen Liste zusammengefasst haben. Und am Ende unseres – zugegebnermaßen, aber

Wie die Demokratie nach Athen kam – und wie sie aus modernen westlichen Gesellschaften verschwindet:

Respektlosigkeit gegenüber Positionen und Hierarchien, aber Respekt vor Argumenten und dem eigenen Gewissen Ihr Buch mit dem Titel „Free Speech and Democracy in Ancient Athens“, d.h. „Freie Rede und Demokratie im Alten Athen“, aus dem Jahr 2006, beginnt Arlene W. Saxonhouse, Politikwissenschafts-Professorin an der Universiät Michigan, mit vier Geschichten. Alle vier Geschichten stammen aus dem

Vom Bürger zum Untertanen: Globalisierung und das Sterben des Bürgers

Die meisten unserer Leser sind deutsche Staatsbürger. Was bedeutet das? Wie würden Sie diese Frage beantworten? Würde man die Frage aufgrund einer kurzen Recherche im Internet beantworten wollen, u.a. auf der Basis dessen, was Politik für Kinder, leichtgemacht, oder die Bundeszentrale für politische Bildung dem Leser bieten, dann würde man meinen, Bürger von Deutschland zu

Wissenschaftsgaukelei: Woran man Wissenschaftsimitationen erkennen kann – ein kurzer Leitfaden

Schon seit Jahren beobachten wir, dass sich sozialwissenschaftliche Fachdisziplinen wie die Politikwissenschaft und leider auch die Soziologie insgesamt gesehen zunehmend vom Anspruch auf Wissenschaftlichkeit entfernen. Das bedeutet nicht, dass es in diesen Fachdisziplinen nicht Leute gäbe, die nach wie vor versuchen, ihre Sozialwissenschaft als Wissenschaft zu betreiben. Was bedeutet das? Sozialwissenschaft als Wissenschaft zu betreiben,

Zu Ostern über Ostern: Die tierbezogene Ikonographie und der “doppelte” Charakter des Osterfestes

Ostern hat in Deutschland ebenso wie in anderen mitteleuropäischen Ländern inklusive dem Vereinigten Königreich einen sozusagen doppelten Charakter: Einerseits ist es das christliche Fest der Auferstehung Jesu nach seiner Hinrichtung durch die römischen Soldaten am Kreuz; andererseits ist es ein Frühlings- und Fruchtbarkeitsfest, wie seine reiche tierbezogene Ikonographie, insbesondere mit Bezug auf Hasen oder Kaninchen,

Der Demokratie neues Leben einhauchen: Wie sich Bürger ihre Demokratie im Vereinigten Königreich vorstellen

Im Zusammenhang mit dem Brexit ist die Unzufriedenheit mit der Demokratie im Vereinigten Königreich in weiten Teilen der Bevölkerung deutlich erkennbar geworden, und die konservative Regierung im Nachbrexit-Vereinigten Königreich hat auf verschiedene Weise versucht, dem Rechnung zu tragen bzw. darauf zu reagieren. Zum Beispiel geht die Entscheidung der Regierung, die Finannzierung der BBC aus öffentlichen

Normalisierung des Entsetzlichen

Es ist seltsam: Geht es um physische Erkrankungen, dann ist es Ärzten zumeist vollkommen egal, ob sich A gut fühlt. Das Röntgenbild zeigt Krebs, ergo ist er krank, egal, wie er sich fühlt. Geht es um psychische Erkrankungen, dann wird das Subjektive dessen, der sich nun krank fühlt, mangels biologischer oder messbarer Basis überhöht, ganz

Verhaltensveränderung, „nudging“, persuasive Technologie: Wissenschaft im Einsatz, um Sie zum „richtigen“ Verhalten zu bringen – Teil 5

Wir haben sie nicht vergessen, unsere kleine Reihe von Texten zum Thema „nudging“, das sich inzwischen auch in Politik und öffentlicher Verwaltung großer Beliebtheit erfreut und dort strukturell verankert ist (wie in Teil 3 der Reihe gezeigt wurde), aber gerade in diesem Bereich einige Besonderheiten aufweist, die das „nudging“ ethisch besonders fragwürdig machen (s. hierzu

Des Irrsinns neue Blüte: Freiheit ist eine Idee weißer Suprematisten

Der folgende Kommentar von Dr. habil. Heike Diefenbach, ist eigentlich ein Post, ein Text, der zu wichtig ist, als dass er in einem Thread verbleiben könnte: Die Leute in Kanada demonstrieren für ihre Freiheit. Aber genau das, die Idee der Freiheit selbst, wird neuerdings in Mißkredit zu bringen versucht. Wie? Mir wäre absolut keine Möglichkeit

Bildung und politische Beteiligung in korrupten/defekten Demokratien

Der Zusammenhang zwischen Bildung und politischem Interesse und politischem Engagement ist einer der ältesten Zusammenhänge, die die Politikwissenschaft identifiziert hat. Lange Zeit schien er auch einer der stabilsten Zusammenhänge in der Politikwissenschaft zu sein: Seit mehr als fünfzig Jahren haben Studien immer wieder gezeigt, dass höher Gebildete ein größeres Wissen um politische Sachverhalte als vergleichsweise

Die un-ethischen Empfehlungen des sogenannten Deutschen Ethikrates:

Eine ethische Beurteilung des Papiers zur „[e]thischen Orientierung zur Frage einer allgemeinen gesetzlichen Impfpflicht“ Vom 22. Dezember 2021 stammt ein neunzehn Seiten umfassender Text, in dem der sogenannte Deutsche Ethikrat seine „[e]thische Orientierung zur Frage der allgemeinen gesetzlichen Impfpflicht“ darstellt. Die Mitglieder des sog. Deutschen Ethikrates qualifizieren dieses Papier im Untertitel als „Ad-hoc-Empfehlung“, aber sie

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